Psychiatrie und Freiheit

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Moderator: bigbird

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » So 6. Okt 2019, 13:48

Hallo, Lazar

Müsste mal wieder mit ihm darüber reden. Falls Gott ihn schon lenkt, kann das sich möglicherweise auch lange hinziehen. Eine solche Psychose verschwindet selten in Kürze. Ich meine vor allem muss man Geduld haben.


Lg, otp
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Lazar » So 6. Okt 2019, 16:48

Hi oTP!
Bei einer ausgewachsenen Psychose ist es natürlich die Frage, inwieweit ein Betroffener überhaupt noch die Chance auf einen wirklich eigenen Willen hat - oder ob er nicht grundsätzlich ein im Irrsinn Gefangener bleibt. In so einem Fall können mehr die Angehörigen selbst Gott um Hilfe bitten, um mit der belastenden Situation so gut als möglich fertig zu werden.
Ich denke, größtmögliches Verständnis anstatt Ärger und Verurteilung macht das Leben mit psychisch gestörten Menschen erträglicher. Hart bleibt es dennoch.

Herzliche Grüße
Eleazar
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Mo 7. Okt 2019, 10:01

Stimmt, man muss damit umgehen. Zum Glück können meine Frau und ich sehr lange solcherart Dauerbelastungen tragen, ohne völlig kaputt zu gehen.

Und es besteht ja auch die Möglichkeit, dass Gott eingreift. Ich würde aber nicht ständig dafür beten, Gott ist ja nicht schwerhörig.

Vorwürfe bringen gar nichts. Aber man muss sich schützen, war agressiv und durfte er sehr lange unser Haus nicht mehr betreten. Aber so chaotisch es auch sein mochte, wir haben ihn dennoch immer unterstützt da wo es nötig war.

Nach jahrelangen agressiven Vorkommnissen wollten sie ihn sogar in die Forensik schicken. Was Positives fällt ihnen kaum ein. Warum uns nicht mal endlich in ein Erholungsheim ? Sie verursachen ja selber durch ihr Nichthandeln viele Schädigungen. Das verbessert sich auch kaum durch einen Betreuer. Weil die kaum Spielraum durch die gesetzlichen Regelungen (Verhinderungen) haben.

Lg, otp
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Mi 9. Okt 2019, 15:35

Meldung:
Eine Geschworenenjury sprach einem Kläger am Dienstag in Philadelphia Schadenersatz von acht Milliarden Dollar (7,3 Mrd Euro) zu, wie US-Medien übereinstimmend berichteten. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, Nebenwirkungen des Antidepressiva Risperdal verschwiegen zu haben, die angeblich zu unerwünschten Brustvergrößerungen bei männlichen Patienten führen.


Die Nebenwirkungsliste ist wohl "kilometerlang". Zeigt aber, was man dem psychisch Kranken so zumutet:
https://www.apotheken-umschau.de/Medika ... 16086.html

Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?

- Schlaflosigkeit
- Sedierung
- Schläfrigkeit
- Symptome der Parkinsonschen Krankeit
- Kopfschmerzen
- Lungenentzündung
- Bronchitis
- Infektionen der oberen Atemwege
- Nebenhöhlenentzündung
- Harnwegsinfektionen
- Ohreninfektionen
- Grippe
- Erhöhung des Prolaktinspiegels
- Gewichtszunahme
- gesteigerter Appetit
- verminderter Appetit
- Schlafstörungen
- Unruhe
- Depressionen
- Angst
- motorische Unruhe
- Bewegungsstörungen
- Schwindel
- Zittern
- verschwommenes Sehen
- Bindehautentzündung
- Pulsbeschleunigung
- Bluthochdruck
- Anfälle von Atemnot
- Halsschmerzen
- Husten
- Nasenbluten
- verstopfte Nase
- Bauchschmerzen
- Oberbauchbeschwerden
- Erbrechen
- Übelkeit
- Verstopfung
- Durchfall
- Magen-Darm-Beschwerden
- Mundtrockenheit
- Zahnschmerzen
- Hautausschlag
- Hautrötung
- Muskelkrämpfe
- Knochenschmerzen
- Rückenschmerzen
- Gelenkschmerzen
- Blasenschwäche
- Wassereinlagerungen
- Fieber
- Brustschmerzen
- allgemeine Schwäche
- Müdigkeit
- Schmerzen
- Sturz
- Atemwegsinfektionen
- Harnblasenentzündung
- Augeninfektionen
- Mandelentzündung
- Nagelpilz
- Entzündung des Unterhautzellgewebes
- lokale Infektionen
- Virusinfektionen
- Krätze
- Verminderung der Anzahl bestimmter weißer Blutkörperchen
- Verminderung der Anzahl weißer Blutkörperchen
- Blutarmut
- Veränderung der roten Blutkörperchen
- erhöhte Anzahl an bestimmten weißen Blutkörperchen
- immunologische Überempfindlichkeit
- Zuckerkrankheit
- Anstieg des Blutzuckers
- Durstgefühl
- Gewichtsabnahme
- Appetitlosigkeit
- erhöhter Cholesterinspiegel
- Manie
- Verwirrtheit
- Libidoabnahme
- Nervosität
- Albträume
- Durchblutungsstörungen der Hirngefäße
- fehlende Reaktion auf Stimulation
- Bewusstlosigkeit
- verminderter Bewusstseinsgrad
- Krampfanfälle
- Kollapsneigung bei evtl. zu starkem Blutdruckabfall
- psychomotorische Hyperaktivität
- Gleichgewichtsstörungen
- anomale Koordination
- Haltungsschwindel
- Aufmerksamkeitsstörungen
- Sprachstörungen
- Geschmacksstörungen
- verminderte Berührungsempfindlichkeit
- Missempfindungen
- erhöhte Lichtempfindlichkeit am Auge
- trockene Augen


Übler geht's wohl kaum. Und mit Angabe von Nebenwirkungen verhindert der Konzern Klagen. Da könnte man auch einfach schreiben: Jegliche Art von extrem schädigenden Nebenwirkungen möglich. Wir übernehmen keinerlei Haftung.
Es zeigt sich: Die psychische Situation des psychisch Kranken kann ganz außer Kontrolle geraten durch das Medikament. Körperliche Schädigungen kommen noch hinzu.

lg, oTp
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » Mi 9. Okt 2019, 19:30

Auch hier kann man sich fragen:
Wer/was war zuerst da, das Huhn oder das Ei?
LG lionne
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » Mi 9. Okt 2019, 19:40

Morgen Donnerstag, 10.10.: Internationaler Tag der psychischen Gesundheit
Der 10. Oktober gilt weltweit als internationaler Tag der psychischen Gesundheit (Mental Health Day). Jedes Jahr am 10. Oktober machen Organisationen mit Informationsständen, Vorträgen und Kampagnen auf die Förderung der psychischen Gesundheit von Erwachsenen, älteren Menschen, Kindern und Jugendlichen aufmerksam.
Weiter bietet sich der Tag der psychischen Gesundheit an, über psychische Krankheiten zu informieren und die Solidarität mit psychisch Kranken und ihren Angehörigen zum Ausdruck zu bringen.
Der Tag der psychischen Gesundheit wurde 1992 vom Weltverband für psychische Gesundheit (WFMH) gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufen. Jedes Jahr bestimmt die WHO ein Schwerpunktthema für den Tag der psychischen Gesundheit.
Ich bin ja mal gespannt..... :(
Gruss lionne
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » So 13. Okt 2019, 15:38

Hier ein Artikel über psychiatrische Drogen.

https://horst-koch.de/drogen-und-okkultismus-dave-hunt/

Wenn ein Arzt Fluctin (oder Ritalin oder andere vergleichbare Psycho­pharmaka) verschreibt, kann man das nicht mit einem Mechaniker ver­gleichen, der einen Motor genau einstellt. Die Verschreibung basiert nicht auf einer Diagnose des Gehirns, sondern auf einem Verhaltensprofil. Fluc­tin wird nicht verabreicht, um das Gehirn ins »Gleichgewicht« zu brin­gen, sondern vielmehr zur künstlichen Verbesserung des Befindens des Patienten.


In soweit sind die Werkzeuge [Drogen], die zur Manipulation von Serotonin-Ausschüttung im Gehirn verwendet werden, eher mit phar­makologischen Keulen vergleichbar als mit Skalpellen – im Groben wirksam, aber imstande, eine Menge zusätzlichen Schaden anzurich­ten. Barry Jacobs, ein Neurochirurg an der Princeton Universität, sagt: »Wir wissen einfach nicht genug über die Funktionsweise des Gehirns.«
Dr. Breggin erinnert uns: »Ob Depression … auf einer biologischen oder genetischen Grundlage beruht, konnte wissenschaftlich noch nicht ge­zeigt werden … Biopsychologische Theorien bleiben reine Spekulation und laufen einer beträchtlichen Menge an Forschungsergebnissen und klinischen Erfahrungen zuwider, sowie dem gesunden Menschenverstand.«




Ich finde seine Argumente sollte man beachten.

Lg, otp
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » Mo 18. Nov 2019, 08:41

Ein Bericht über ein Leben mit Schizophrenie
>>> https://www.youtube.com/watch?v=Cm1XuP8dhfs (29:23 Minuten)
Gruss lionne
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon firebird » Mo 18. Nov 2019, 10:18

Grüezi mitenand,

@lionne
ich habe nicht so Zeit um den 29 minütigen Film anzuschauen.

@alle
doch ich kann mir vorstellen, dass im Video alles Andere als ein schönes Leben gezeigt wird. Schon nur als so weit gesunder Mensch haut es einem aufs Gemüt, wenn man an solch ein Leben von aussen heransieht. Wie schlimm ist es, wenn man selbst davon betroffen ist? Dasselbe gilt auch für andere stark ausgeprägten psychischen Erkrankungen, wie beispielsweise schwere Depressionen und noch schlimmer bei einer bipolaren Erkrankung (Depression und Manie)

Da betrachte ich eine gut angepasste Medikation als grosse Hilfe für Betroffene. Ganz sicher dann, wenn es solchen Betroffenen ermöglicht am normalen Leben teilzunehmen. Dann wenn sie auch erwerbstätig sein können, auch wenn sie nur Teilzeit arbeiten können. Auch gilt es im Auge zu behalten, dass wenn eine psychische Erkrankung keine adäquate Behandlung bekommt, dass sich die Krankheit mehr und mehr verschlimmert. So kann sich aus einer simplen depressiven Episode eine chronische Depression entwickeln, allmählich verstärken sich die aufeinanderfolgenden Episoden zu einer schweren Depression, allmählich kann sich bei schweren Depressionen eine Manie einschleichen so gibt es am Ende eine bipolare Erkrankung. Ich war auch im Gespräch mit mehreren Menschen die solch ein Schicksal erlitten haben.

Eine grosse Gefahr für Christen die in eine psychische Erkrankung hineinschlittern sind Prediger, Gemeindeleiter oder Seelsorger die nicht bei ihren Leisten bleiben. Bei solchen Verantwortlichen gehört es auch zu ihrer Verantwortung, dass sie die Grenzen ihres Kompetenzbereiches sehen und respektieren.

Firebird
Echt barmherzig sein kann ich nur, wenn ich weiss, dass ich selbst auf Barmherzigkeit angewiesen bin.

Allein bin ich ein schlechtes Team!
Doch mit Jesus Christus bin ich im besten Team!
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