Dt. Neo-Nazis nutzen die CH verstärkt als Rückzugsgebiet

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Dt. Neo-Nazis nutzen die CH verstärkt als Rückzugsgebiet

Beitragvon Thelonious » Mi 17. Jul 2019, 07:57

Hallo,

gestern abend lief bei report München ein sehr interessanter Beitrag mit dem Titel "Rechtsextreme Netzwerke zwischen Wallis und Thüringen".
Es ging darum, dass leider immer mehr polizeibekannte deutsche Neo-Nazis versuchen die Schweiz als für sie sicheres Rückzugsgebiet zu nutzen. Den link zum Bericht darüber findet Ihr hier

Einige Zitate daraus:

Wir beobachten mit großer Sorge, dass die Schweiz zu einem sicheren Hafen wird für Neonazis. Ideologisch, wie aber auch physisch, mit der Präsenz. Es gibt Verbindungen zu allen größeren Neonazi-Gruppen, die wir in den letzten Jahren feststellen können, und eine verblüffende Gleichgültigkeit von Politik und Öffentlichkeit diesem Thema gegenüber.

Cédric Wermuth, Sozialdemokratische Partei Schweiz, Nationalrat Schweiz

Es gibt tatsächlich intensive Verbindungen schon seit längerer Zeit, wenn wir von Combat 18 oder ‚Blood and Honour‘ sprechen, dann ist quasi die bekannteste Verbindung diejenige der „Blood and Honour“-Band Amok und ihrem Sänger Kevin Gutmann und Thorsten Heise. Da sind auch mehrere gegenseitige Treffen und Besuche belegt.

Jan Jirat, Redakteur WOZ Die Wochenzeitung

Wenn sie 5000 Neonazis gegenüber stehen machen Sie überhaupt nichts mehr. Das ist so eine geballte Macht, da wissen Sie nicht gar nicht mehr was sie tun sollen. Hätte ich mit der Straßenwaschmaschine die Straße sperren sollen oder was? Das ist so eine Übermacht, wenn das überfallsmäßig kommt, haben Sie dem einfach nichts mehr entgegen zu setzen.

Rolf Züllig, Gemeindepräsident, Wildhaus-Alt St.Johann

Das sind ja wirklich schlimme Entwicklungen, wo mit aller Konsequenz gegengehalten werden MUSS. Zumindest mir waren diese schlimmen Allianzen zumindest in der Form nicht bekannt.

Also: ansehen bitte.

Ist das bereits ein größeres Thema in den Schweitzer Medien?

Gruß
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Re: Dt. Neo-Nazis nutzen die CH verstärkt als Rückzugsgebiet

Beitragvon Columba » Mi 17. Jul 2019, 16:24

Ja, das wurde schon lange thematisiert, aber oft nicht oder nur kurz zur Kenntnis genommen. Schnell ist es wieder vergessen. Aber die Schweiz hat schon eine gewisse Anziehung in dieser Richtung:

1. Wenn ein gewähltes Regierungsmitglied im Kanton Wallis die Reichskriegsflagge in seinem Privatbüro aufhängt, ist das natürlich anziehend für Neo-Nazis. Das Gute war, dass Oskar Freysinger dann bei der kommenden Wahl abgewählt wurde. Gut so, wenigstens das.

2. Ein anderer Lokalpolitiker der gleichen Partei wie Freysinger twitterte, dass er eine Kristallnacht für Moscheen befürwortet. Dieser wurde zwar aus der Partei ausgeschlossen und strafrechtlich verurteilt.

3. Ein Funktionär der jungen SVP hatte ein Nazi-Tattoo. Er trat dann zurück.
https://www.tagblatt.ch/schweiz/ruecktr ... -ld.949563

Da gibt es noch einige Vorfälle von Schweizern mit Verbindung zur Neo-Nazi-Szene. Das zieht natürlich andere Verbündete aus Deutschland an. Eine Zusammenarbeit verwundert dabei nicht. Auch als Sprachrohr der Neo-Nazis fungieren sie: https://www.20min.ch/schweiz/news/story ... s-29752249
Also nicht nur als Waffenlieferanten gab es Schweizer in diesem Matsch, es sind vielfältige Beziehungen, die m.e. sehr gefährlich sein können.


Grüsse Columba


PS
1979 kam das Buch heraus und schlug wie eine Bombe ein: "Die unheimlichen Patrioten"
https://de.wikipedia.org/wiki/Die_unhei ... _Patrioten
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Re: Dt. Neo-Nazis nutzen die CH verstärkt als Rückzugsgebiet

Beitragvon Columba » Mi 17. Jul 2019, 16:39

Hier noch ein Artikel über einen Neo-Nazi, dessen Rückzugsort die Schweiz ist:

https://www.woz.ch/-9c17

Interessant nicht wahr!

Grüsse Columba
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Re: Dt. Neo-Nazis nutzen die CH verstärkt als Rückzugsgebiet

Beitragvon Columba » Do 18. Jul 2019, 11:09

Heute noch ein weiterer Artikel über die Schweiz als Rückzugsgebiet für Neo-Nazis. Der Artikel nimmt auch den von Thelonious verlinkten Artikel auf:


https://www.infosperber.ch/FreiheitRech ... e-Neonazis

Obwohl die Verbindungen von Oberwalliser Rechtsextremen zu internationalen und neonazistischen Netzwerken wie «Blood & Honour» und «Combat 18» seit Jahren bekannt sind, schaffen es die grössten regionalen Medien nicht, darüber zu berichten. Im Fall von Heise Junior, der diese Verbindungen einmal mehr klar aufzeigt, berichtet die Oberwalliser Tageszeitung «Walliser Bote» zwar – verpasst es aber, die Faktenlage einzuordnen und der Bevölkerung die nötigen Hintergrundinformationen zu liefern.


Grüsse Columba
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Re: Dt. Neo-Nazis nutzen die CH verstärkt als Rückzugsgebiet

Beitragvon Thelonious » Do 18. Jul 2019, 12:20

Lieber Schweizer,

darf ich fragen, was diese Tendenzen mit Euch machen? Was denkt Ihr darüber?

Gruß
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Re: Dt. Neo-Nazis nutzen die CH verstärkt als Rückzugsgebiet

Beitragvon Columba » Do 18. Jul 2019, 12:49

Mir machen diese Tendenzen auch Sorgen. Seit ich Grosskinder habe, frage ich mich noch viel mehr, was für eine Welt hinterlassen wir unseren Nachfahren. Das einzige, was man machen kann, ist mitzuhelfen, dass die Grosskinder einen wachen und kritischen Geist behalten und ich, ich soll mithelfen, dass man im kleinen Rahmen, wenigstens etwas verbessern hilft.

Es ist auch zum Schämen, dass diese Sachen nicht seriöser und bewusster wahrgenommen werden. Im Gegenteil, schon die Autoren vom erwähnten Buch "Die unheimlichen Patrioten" wurden einfach als Nestbeschmutzer wahrgenommen. Die nationalen Mythen sind immer noch stark. Die Symbole, wie Freiheit und Demokratie, lösen immer noch Schutzhaltungen aus, wenn Kritik kommt. Mir kommt es vor, dass überall wo wieder eine Sauerei passiert, die Schweiz auch die Hände drin hat. Man muss einfach sagen, kein Land ist mehr unschuldig.

Ich sehe diese Entwicklung als ein europäisches Problem, das eigentlich nur zusammen gelöst werden kann. Und da wird es noch kritischer. Gemeinsame Problemlösung ist nicht gerade in. Aber jeder kocht das eigene Süppchen und merkt nicht, dass dadurch gerade dadurch hilft, diese Ungeister zu schützen. Man soll diese Vorkommnisse auch immer wieder anprangern. Niemand soll später behaupten können, er habe nichts gewusst, was da passiert.


Grüsse Columba


PS1
Noch mindestens 2 Jahrzehnte konnte man die Dellen der Querschläger beim Zürcher Hauptbahnhof sehen, wo die Schiesserei mit der RAF im Jahre 1979 stattfand. Es war mir immer ein Zeichen, dass man Extremisten nicht unterschätzen sollte. Im Geheimen waren dies Terroristen schon lange vorher da. Wenn es zu Überfällen kommt, ist es nur die Spitze des Eisberges.

PS2
Ich werde immer wieder nachdenklich, aber auch traurig, wenn ich einen Stolperstein in Deutschland sehe. Er erinnert mich, was da passiert ist. Wenn an einer ruhigen Strasse, wo viele achtbare Leute leben und lebten, wo auch ich leben könnte, ein solcher Stein dort liegt, weiss ich, dass überall das Böse ist. Ich hoffe, dass ich immer aufmerksam bin und reagiere, wenn in meiner Umgebung etwas so Ungeheuerliches passiert, wie es damals geschah.
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Re: Dt. Neo-Nazis nutzen die CH verstärkt als Rückzugsgebiet

Beitragvon firebird » Fr 19. Jul 2019, 21:04

Thelonious hat geschrieben:Lieber Schweizer,

darf ich fragen, was diese Tendenzen mit Euch machen? Was denkt Ihr darüber?

Gruß
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Ja, mein lieber Thelonious,

die WOZ ist eine Zeitung die für seine linksextreme Position bekannt ist. Genau so links positioniert ist auch Cedric Wermuth. Auch was Report München berichtet, nehme ich nicht als bare Münze. Wie gross der Wahrheitsgehalt solcher Meldungen ist, das ist schwer abzuschätzen. Ganz bestimmt wird es bei diesen Meldungen auch einen Anteil an Verschwörungstheorien haben.

Aber betrachten wir einmal die durchaus möglichen Anteile von Wahrheit. Da bin ich der Überzeugung, dass der schweizerische Geheimdienst solche NAZI-Gruppierungen bestimmt auf dem Radar hat. Kein einziger Geheimdienst irgend eines Landes wird öffentlich über seine Arbeit berichten. Das wäre wohl die allergrösste Dummheit.

Dieser Thread weckt bei mir Kindheitserinnerungen. Wie oftmals haben wir damals unsere Defizite damit kaschiert, indem wir die Defizite Anderer umher posaunten. Für Linksextreme ist es gut, dass es auch Rechtsextreme gibt, denn dadurch können sie die Bevölkerung wunderbar von ihrem eigenen Dreck ablenken.

Es Grüessli
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Re: Dt. Neo-Nazis nutzen die CH verstärkt als Rückzugsgebiet

Beitragvon lionne » Sa 20. Jul 2019, 07:44

firebird hat geschrieben:
Thelonious hat geschrieben:Lieber Schweizer,

darf ich fragen, was diese Tendenzen mit Euch machen? Was denkt Ihr darüber?

Gruß
Thelonious


Ja, mein lieber Thelonious,

die WOZ ist eine Zeitung die für seine linksextreme Position bekannt ist. Genau so links positioniert ist auch Cedric Wermuth. Auch was Report München berichtet, nehme ich nicht als bare Münze. Wie gross der Wahrheitsgehalt solcher Meldungen ist, das ist schwer abzuschätzen. Ganz bestimmt wird es bei diesen Meldungen auch einen Anteil an Verschwörungstheorien haben.

Aber betrachten wir einmal die durchaus möglichen Anteile von Wahrheit. Da bin ich der Überzeugung, dass der schweizerische Geheimdienst solche NAZI-Gruppierungen bestimmt auf dem Radar hat. Kein einziger Geheimdienst irgend eines Landes wird öffentlich über seine Arbeit berichten. Das wäre wohl die allergrösste Dummheit.

Dieser Thread weckt bei mir Kindheitserinnerungen. Wie oftmals haben wir damals unsere Defizite damit kaschiert, indem wir die Defizite Anderer umher posaunten. Für Linksextreme ist es gut, dass es auch Rechtsextreme gibt, denn dadurch können sie die Bevölkerung wunderbar von ihrem eigenen Dreck ablenken.

Es Grüessli
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Ich kann firebird (grundsätzlich) beipflichten!
Habe mich jetzt halt gleichwohl gemeldet, obwohl ich ja als Schweizerin nicht direkt angesprochen bin! :D :mrgreen:
Gruss lionne

P.S. Ich sehe hier bei uns keine Glatzköpfe mit Bomberjacke und Springerstiefeln; in einzelnen ländlichen Gegenden sieht man sie noch in freier Wildbahn (so wird's gesagt...).
Die rechtsextreme Szene stagniert zumindest in der Deutschschweiz auf tiefem Niveau. Die Kantonspolizei beobachtet in Bern jedenfalls «weder eine Zu- noch eine Abnahme», so liest man.
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Re: Dt. Neo-Nazis nutzen die CH verstärkt als Rückzugsgebiet

Beitragvon Columba » Sa 20. Jul 2019, 08:33

Lionne, Du hast vielleicht recht, dass die rechtsextreme Szene stagniert in der Schweiz. Aber ich bin doch überrascht, dass es immer wieder Schweizer Zuträger gibt, die zwar hier still sind, aber anderswo, wie in Deutschland, Terroristen mit Infrastruktur unterstützen. Es ist das typische Zeichen von Rückzugsorten, dass es ruhig ist, aber dass die Netzwerke anderswo trotzdem weiterentwickelt werden.


Grüsse Columba
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Re: Dt. Neo-Nazis nutzen die CH verstärkt als Rückzugsgebiet

Beitragvon Thelonious » Mo 22. Jul 2019, 16:31

firebird hat geschrieben:...die WOZ ist eine Zeitung die für seine linksextreme Position bekannt ist. Genau so links positioniert ist auch Cedric Wermuth....


Hallo Firebird,

zu der Einschätzung, dass die dt. Nachrichtendienste (BND und MAD) speziell auf dem rechten Auge blind sind, kann man tatsächlich immer mal wieder kommen.

Nur macht es diese Sache nicht besser, wenn man (und wenn es auch ggf. tatsächlich die ersten "Expansionsversuche sein sollten) in bzw. nach CH gleich mal versucht, mit Kindheitserinnerungen zu relativieren.

Wenn man eines gelernt haben MÜSSTE (insbesondere in D, aber auch absolut über Landesgrenzen hinaus), dann ist es das nachfaschistische Wehret den Anfängen!.

Also - es ist ganz simpel -: wehret den diesbezüglichen Anfängen auch in CH Da macht es absolut keinen Sinn zu versuchen, alle diesbezüglichen Nachrichtenquellen erst mal (zumindest etwas) zu diskreditieren. So lief das übrigens auch in der traurigen Vergangenheit immer.

Ich werde jedenfalls NIE verstehen, wir man nicht mit ALLER Konsequenz gegen rechte Demagogie vorgeht ! Der Vogel Strauss ist hier wirklich kein auch nur annähernd akzeptables Vorbild.

Um gleich wieder reflexhaften Vorwürfen entgegenzuwirken: selbstverständlich auch gegen linke. Aber das ist zumindest hier nicht das Threadthema.

VG
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Re: Dt. Neo-Nazis nutzen die CH verstärkt als Rückzugsgebiet

Beitragvon kingschild » Mo 22. Jul 2019, 20:47

Thelonious hat geschrieben:
Also - es ist ganz simpel -: wehret den diesbezüglichen Anfängen auch in CH Da macht es absolut keinen Sinn zu versuchen, alle diesbezüglichen Nachrichtenquellen erst mal (zumindest etwas) zu diskreditieren.


Hallo Thelo

Das Nazis über die Landesgrenzen hinweg Kontakte pflegen bestreitet niemand. Diese Kontakte pflegen sie wie wir alle wissen, über alle Landesgrenzen in Europa hinweg.

Wenn man die These Rückzugsgebiet seriös stützen will, reichen ein paar Einzelbeispiele nicht. Auffällig ist ja das nur linke Quellen herangezogen wurden, zumindest im Link den du gepostet hast.

Der einzig neutrale war dort der Gemeindepräsident der mit dem Konzert vor Jahren überrumpelt wurde. Was war die Folge daraus in der Schweiz: Kein Rückzugsgebiet, sondern mehr Achtsamkeit von allen Schweizer Gemeinden und Veranstaltern. Rückzugsgebiet wäre wohl eher das Gegenteil, nämlich das man es herunter gespielt hätte und noch heute alle Türen offen wären, für solche Veranstaltungen. Dies ist defintiv nicht der Fall.

Das Nazis sich besuchen und bei gleichgesinnten ein Bleibe finden, heisst doch nicht, das dadurch jetzt die Schweiz ein Rückzugsgebiet ist, sondern belegt lediglich das auch die Schweiz nicht von solchem Gedankengut verschont bleibt.

Dies kann man Journalistisch aufdecken und darüber berichten. Ob es dazu eine reisserische Schlagzeile braucht, die einzig von linken Quellen gestützt wird und ein paar Einzel Beispielen, findet der eine hervoragender Journalismus und der andere findet, seriöser Journalismus, würde Neutrale Zeitungen und Politiker auch noch zu Wort kommen lassen.

God bless
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Re: Dt. Neo-Nazis nutzen die CH verstärkt als Rückzugsgebiet

Beitragvon firebird » Di 23. Jul 2019, 05:53

Lieber Kingschild,

vielen Dank für dein Posting, das meiner Ansicht nach, Sachlichkeit in diese Polemik gebracht hat.

Vielleicht tönt das in den Ohren von Einzelnen etwas übertrieben. Doch für mich, der ich ganz bewusst ein Schweizer bin, war dieser Thread doch ordentlich beleidigend.

So denke ich, dass wir in diesem Thread einfach einmal eine Pause einschalten.

Freundlicher Gruss
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Re: Dt. Neo-Nazis nutzen die CH verstärkt als Rückzugsgebiet

Beitragvon Columba » Do 25. Jul 2019, 13:32

firebird hat geschrieben:Doch für mich, der ich ganz bewusst ein Schweizer bin, war dieser Thread doch ordentlich beleidigend.


Beleidigend? Warum denn? Kann man den Kopf einfach in den Sand stecken?

Die Schweiz war und ist immer wieder ein Rückzugsort für zwielichtige Gestalten, das muss man auch immer zur Kenntnis nehmen.

- Die RAF war plötzlich hier - für die Schweiz völlig überraschend - und machte aus dem Nichts heraus Überfälle.
- Die Roten Brigaden hatten auch Unterschlupfe.
- Die Mafia hatte in Frauenfeld Kontakte. Das nicht nur vor einigen Jahren, als es aufgeflogen ist. Schon in den 70er Jahren waren Gerüchte da, dass genau dort die Mafia ein- und ausging.

Also schon seit Jahrzehnten waren die Alpenkinder nicht immer blütenweiss, sondern reagierten oftmals sehr spät.

Auch der Anlass zu diesem Thread ist nicht einfach ein linkes Strohfeuer. Schon letztes Jahr wurde thematisiert, dass der Tessin Rückzugsort für einige terroristische Gruppierungen ist:

Das Tessin als Rückzugsort für Terroristen
...und der Infosperber zeigte schon im Mai auf wie in der Schweiz verschiedene Gruppierungen nicht schlecht leben:

Feinde der Demokratie: Herzlich willkommen in der Schweiz

Die Schweiz bietet Rechtsradikalen einen idealen Standort

Also Links- und Rechtsterrorismus, palästinensischer Terrorismus etc. ist also gut positioniert hier. ...und so weiss ich wirklich nicht genau, was beleidigend sein soll. Man kann sich darüber ärgern oder Scham empfinden, aber beleidigend ist es nicht, weil es wahr ist. Nicht einmal der Vorwurf, dass es nur Linke Behauptungen wären, ist gerechtfertigt. Infosperber ist ein Sammelsurium von verschiedensten Richtungen.


Grüsse Columba



PS
@Kingschild
Was sind den Deine Quellen? Sind nur rechte Quellen seriös, wenn Dein Einwand kommt, dass die Quellen von Thelonious links seinen?
Hast Du mitgekriegt, dass die NZZ am Sonntag und die WOZ im letzten Jahr in Bezug auf Qualität in einer jährlichen Untersuchung vor allen anderen Wochenzeitung standen? Meinst Du, ich will mich nur auf die WOZ stützen. Ich selbst brauche auch die NZZ und andere Medien, um mich zu informieren. Nicht links und rechts ist ein Qualitätszeichen sondern die Inhalte, ob sie nun von der einen Seite oder von einer anderen Seite beleuchtet werden. Links und rechts ist noch lange kein Argument.
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Re: Dt. Neo-Nazis nutzen die CH verstärkt als Rückzugsgebiet

Beitragvon firebird » Do 25. Jul 2019, 14:35

Mein lieber Columba,

dass in einem Lande Verbrecher Unterschlupf finden, das ist das Problem eines jeden Staates auf dieser Welt. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass die Schweiz in Sachen Verbrechensbekämpfung gute Arbeit leistet. Deshalb haben wir es nicht nötig, uns in den Dreck ziehen zu lassen. Dies weder vom ARD noch von unseren eigenen linken Nestbeschmutzer.

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Re: Dt. Neo-Nazis nutzen die CH verstärkt als Rückzugsgebiet

Beitragvon Columba » Do 25. Jul 2019, 15:10

Ich glaube nicht, dass hier im Thread die Schweiz in den Dreck gezogen wurde. Es ist eher so, dass es in vielen Ländern in Europa Länderkritik noch ein Tabuthema ist. Das ist genau die Schwäche von Europa, das gegenseitige Kritik oft nur als Nestbeschmutzung verstanden wird und nicht als Herausforderung es besser zu machen.

Auch wenn in der Verbrechensbekämpfung in der Schweiz gute Arbeit geleistet wird, kann sie noch besser werden. Man muss schon auf hohem Level Kritik üben und annehmen, nicht erst wenn alles schon heruntergewirtschaftet ist.

Dazu kommt, dass Terrorismus heute auch sehr teuer geworden ist und grosse Finanzen nötig sind. Die Schweiz aber war lange im Rückstand mit der Aufdeckung von kriminellen Geldern im Finanzbereich. Da besteht noch ein Nachholdbedarf.

https://www.aargauerzeitung.ch/wirtscha ... -132736564

Wenn ich an den (linken) kurdischen Terrorismus denke, der gemäss dem Lagebericht des Nachrichtendienstes des Bundes "Sicherheit Schweiz 2019" erwähnenswert ist, dann nehme ich wirklich an, dass die Schweiz auch belastet ist mit kurdischen Terroristen. Die Machenschaften der Tamil Tigers von mehreren Jahren sollten ja noch gut bekannt sein.

Ob andere Länder (oder alle anderen Ländern) Terroristen auch Unterschlupf gewähren, darf ja wohl nicht ein Argument sein, noch weniger darf es Rechtfertigung sein. Wir wollen ja nicht die anderen als Referenz nehmen, sondern uns mit unseren eigenen Werten und Normen messen. Das Argument des Whataboutism (oder auf deutsch: Wir nicht, die anderen aber auch) darf in diesen ernsten Angelegenheiten doch keine Rolle spielen.


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Re: Dt. Neo-Nazis nutzen die CH verstärkt als Rückzugsgebiet

Beitragvon Columba » Do 25. Jul 2019, 18:47

Jetzt mal die NZZ, die ja wirklich nicht in Gefahr steht, linksversifft zu sein, gell Firebird?

https://www.nzz.ch/schweiz/was-will-der ... ld.1466851


Das Netzwerk Uniter vereint Soldaten, Polizisten und Personenschützer. Dem Mitgründer André S. werden in Deutschland Verbindungen zu Rechtsextremen vorgeworfen. Nun erwägt der Verein einen Umzug über die Grenze.


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Re: Dt. Neo-Nazis nutzen die CH verstärkt als Rückzugsgebiet

Beitragvon kingschild » Fr 26. Jul 2019, 07:51

Columba hat geschrieben:@Kingschild
Was sind den Deine Quellen? Sind nur rechte Quellen seriös, wenn Dein Einwand kommt, dass die Quellen von Thelonious links seinen?


Columba wenn Du meinen Beitrag gelesen hast, dann kannst du Dir die Antwort eigentlich selbst geben. Ich nahm Bezug auf den Link den ich hier las und dort war nichts mehr als von Einzelbeispielen die Rede. Um dann die These zu stützen Rückzugsgebiet, wurde die Woz und Wermuth angegeben. Darum sagte ich, nicht mal ein Mitte Politiker oder ein anderes Blatt bringt man als Beleg oder eine andere Quelle und ja das ist eben das was du vielleicht als seriös emfindest, wenn man Deutschland im Glauben lässt, die Schweiz sei ein Hort für Nazis. Ich sage dem, einseitig und Ideologisch Links gefärbter Journalismus wo man bewusst andere Meinungen nicht zu Wort kommen lässt.

Nimm doch selbst mal Bezug rein zu diesem LINK den ich kritisierte. Wenn Du den wirklich gut findest und Du Dir so vielfältige und seriöse Information vorstellst dann sag es doch einfach und warum? Ich finde ihn gar nicht gut, weil völlig einseitig und ja warum er einseitig ist und nicht hergibt was die Schlagzeile ausdrückt, dazu habe ich mich bereits geäussert.

Zudem sagte ich zu Anfang des Textes das uns allen klar ist das die Nazis über die Landes Grenzen hinweg Kontakte pflegen, das ist im Zeitalter des Internet nichts neues. Ich bleibe aber der Meinung wenn ein Nazi einem anderen eine Bleibe gibt, dann wird doch die Schweiz dadurch längst nicht zu einem Rückzugsgebiet für Nazis und solche Einzelbeispiele könnte man von jedem X Beliebigen Land finden und bringen.

Rückzugsgebiet würde für mich bedeuten, da wird einem der in Deutschland ins Gefängnis muss, von der Schweiz Schutz gewährt und deshalb nützt er vermehrt die Lücken unserer Gesetze um sich hier schön zurück zu ziehen. Du weisst genau das unser Rechtstaat funktioniert und das es bei uns solche Tendenzen nicht gibt. Das aber die Woz solche Titel als seriös auch fördert, kann ich verstehen und das viele linke Politiker nur Glatzen sehen, wo schon ein Rechter Politiker etwas gegen seine Linke Meinung sagt, das kann ich auch verstehen, ist und bleibt trotzdem nicht das was ich unter seriöser Berichterstatttung empfinde.

Du darfst gerne zurück zu meinem ersten Post gehen, was ich kritisiert habe und dann auch mal Stellung nehmen zum Link, wie ich. Einzel Beispiele zu bringen um eine falsche Aussage zu stützen und sie dann von Linken absegnen zu lassen finde ich nicht seriöser Jounalismus.

Das die NZZ die Woz besser findet als andere Wochenblättter, das ergibt sich auch aus Ihrer Postion heraus aber im besagten Link, wäre ich schon froh gewesen mal etwas von einer NZZ gelesen zu haben, die das ganze ein wenig umfangreicher beleuchtet hätte oder eben eine Aussage von einem Politiker der nicht voll links steht. Mitte hätte ja schon gereicht oder eine Polzeibehörde oder sonst eine Quelle.

Das natürlich Links denkende Menschen Freude haben, wenn nur Linke Quellen benannt werden die Ihre Thesen stützen ergibt sich von selbst, kannst Du gut und seriös finden, ich finde das nicht seriös. Man kann es auch toll finden wenn aus ein zwei Einzelbeispielen ein schlechtes Bild von der Schweiz gezeichnet wird aber man muss eben damit leben, das nicht alle dies seriös finden.
Es bestreitet niemand das es Kontakte gibt, bestritten wurde von mir dass man deswegen nun die Schweiz als Rückzugsgebiet nennt. Der Hinweis auf die neutrale Quelle, der Gemeindepräsident der überumpelt wurde erfolgte von mir und du kennst das Fazit daraus: Mehr hinsehen der Behörden und Veranstallter, nicht schützen, runterspielen oder gar nicht hinsehen ist der Fall in der Schweiz. Oder ist Dir ein Ort bekannt wo dies der Fall wäre in der Schweiz?

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Re: Dt. Neo-Nazis nutzen die CH verstärkt als Rückzugsgebiet

Beitragvon Thelonious » Mo 29. Jul 2019, 18:02

Hallo,

leider habe ich den Eindruck, dass sich hier eine Art von Pseudodiskussion breit macht. Nachrichtenquellen, die nicht so nach dem eigenen "Gusto" berichten, werden so auf die Schnelle versucht, als nicht nicht relevant, nicht verlässlich oder halt der falschen "Himmelsrichtung" (hier meine ich allerdings das bekannte Re-Li-Spektrum) zugehörig, diskreditiert.

Und bei so etwas kommen dann so maximal abwegige Vorwürfe wie "Nestbeschmutzung" und dergleichen heraus.

Der auch in Europa längst schon wieder aufkeimende Faschismus ist leider eine Realität. Davon ist kein Land ausgeschlossen (als Beispiel Russland: welches Volk - ausser den Juden - hat mehr unter dem Faschismus der 20. Jahrhunderts gelitten? Und: es gibt (wie gesagt: als Beispiel) russische Neo-Nazis!

Wer meint, dass eigene Land bliebe davon verschont, kann oder will diese traurige Entwicklung nicht sehen. Ich schliesse beide Augen und dann sind diese bösen braunen weg, hat keinerlei Plausibilität. Das Neo-Nazi-Problem in D ist mit Sicherheit grösser als das in CH. Hier soll auch noch nicht einmal ansatzweise eine Art "Prioritätsverschiebung" oder dergl. passieren. Aber das Problem (ob importiert oder "home-brewed") ist auch in CH virulent. Mit aller Selbstverständlichkeit muss das (netikettenform) thematisiert und diskutiert werden können.

Wie gesagt "was ich nicht sehen will, gibt es auch nicht" ist keine sonderlich erwachsene Vorgehensweise.

Bitte lasst uns also hier seriös mit Berichten zu diesen Bedrohungen aus dem braunen Sumpf umgehen. Danke.

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Re: Dt. Neo-Nazis nutzen die CH verstärkt als Rückzugsgebiet

Beitragvon Thelonious » Do 15. Aug 2019, 13:18

Hallo,

ich habe in diesen Forenbereich verschoben.

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