Depressionen

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Depressionen

Beitragvon onThePath » Do 4. Apr 2019, 13:07

Depressionen, Burnout, Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit, Psychische Erschöpfung: Wer kennt das nicht ?
Deshalb dachte ich mir, dieses Thema aufzumachen. Zumal ich für sich dieses Thema nicht separat behandelt gefunden habe.

Ok, habe jetzt dazu in der Themensuche Einiges gefunden, meist älteren Datums.


lg, oTp
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Re: Depressionen

Beitragvon Gnu » Do 4. Apr 2019, 19:47

onThePath hat geschrieben:Depressionen, Burnout, Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit, Psychische Erschöpfung: Wer kennt das nicht ?
Deshalb dachte ich mir, dieses Thema aufzumachen. Zumal ich für sich dieses Thema nicht separat behandelt gefunden habe.

Ok, habe jetzt dazu in der Themensuche Einiges gefunden, meist älteren Datums.


lg, oTp

Ich hatte früher geschrieben und wurde dafür angefeindet, dass Depression eine Mangelkrankheit ist. Ich bin weiterhin überzeugt davon, weil Depression dann auftritt, wenn einem zuvor etwas gehörte, das einem durch einen Schicksalsschlag entrissen wurde. Ich schrieb auch schon das Beispiel meiner Tante, welche jahrelang mit Antidepressiva behandelt wurde, bis nach einem Arztwechsel der neue Arzt herausfand, dass sie zu wenig Eisen im Blut hatte. Als das behoben war, hatte sie keine Depressionen mehr. Ich litt lange unter Depressionen und studierte Psychosomatik, bis ich herausfand, dass es auch Somatopsychik gibt, d.h. dass Ernährungsmängel zu psychischen Problemen führen und nicht immer psychisches Fehlverhalten zu unerklärlichen körperlichen Symptomen.

Geistliche Ursache meiner Depression war der Mangel an Sinn im Leben. Als nach der Behebung dieses Mangels manchmal Depression wieder aufkommen wollte, fand ich folgende geistliche Bekämpfung, welche ich auch im Tinnitus-Thread beschrieb: Anstatt mich anzustrengen, die Depression wieder loszuwerden, hiess ich sie willkommen und lud sie ein, mich doch bitte zu foltern. Schwuppdiwupp verreiste sie und wurde seither nie mehr gesehen. Es war also ein Dämon, der, nachdem er ausgefahren war, versuchte zurückzukommen, um mich zu belästigen. Das geht nur, wenn die belästigte Person das nicht will.
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Re: Depressionen

Beitragvon onThePath » Fr 5. Apr 2019, 21:14

Hm,
Zumindest kann man allgemein sagen, dass die Gedanken eine Kraft haben. Zum Anderen weiss man eigentlich dass die Möglichkeit besteht, dass dämonische Einflüsse Düsternis im Hirn induzierten können. Dämonische Düsternis ist unter bestimmten Umständen schneller zu beenden, nämlich wenn der Einfluss ausgeschaltet wird.

Gedanken und die Stimmung positiv lenken kann sowieso helfen. Aber eben nicht immer kriegt man das eigenständig hin. Aber sein Leben umorganisieren, sein Denken und Empfinden umzudenken, ist wohl sehr wichtig.

Lg, otp
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Re: Depressionen

Beitragvon jes_25913 » Sa 6. Apr 2019, 08:30

Gnu hat geschrieben:Geistliche Ursache meiner Depression war der Mangel an Sinn im Leben. Als nach der Behebung dieses Mangels manchmal Depression wieder aufkommen wollte, fand ich folgende geistliche Bekämpfung, welche ich auch im Tinnitus-Thread beschrieb: Anstatt mich anzustrengen, die Depression wieder loszuwerden, hiess ich sie willkommen und lud sie ein, mich doch bitte zu foltern. Schwuppdiwupp verreiste sie und wurde seither nie mehr gesehen. Es war also ein Dämon, der, nachdem er ausgefahren war, versuchte zurückzukommen, um mich zu belästigen. Das geht nur, wenn die belästigte Person das nicht will.


Hallo Gnu,
da hast Du unbewusst das Richtige getan! Depressionen entstehen ja dadurch, dass man irgendwelche Aspekte des eigenen Lebens nicht annehmen, d.h. bejahen kann. So entsteht in der Seele eine bedrückende Leere, die durch nichts ausgefüllt werden kann. Es sei denn, man nimmt die Lebensumstände an, die man bisher ablehnte.
Dass bei Dir die Depression allerdings so schnell verschwunden ist, zeigt, dass sie nicht so tief war. Es war ja auch "nur" der Mangel an Sinn im Leben.

LG,
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Re: Depressionen

Beitragvon onThePath » So 7. Apr 2019, 11:00

Ich glaube wir sind uns darin einig, dass wir selbst uns so steuern können, dass wir mit Allem so umgehen müssen, dass wir in keine Depression geraten. Wie wir mit Lebensumständen, Schiksalsschlägen und unserem Wollen umgehen ist entscheidend.

Aber wir sollten auch nicht Jemand antreiben wollen, der aus einer Depression nicht herauskommen kann. Da wäre der Satz "Man muss nur wollen" geradezu schädlich.

Lg, otp
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Re: Depressionen

Beitragvon Columba » So 7. Apr 2019, 11:16

onThePath hat geschrieben:Aber wir sollten auch nicht Jemand antreiben wollen, der aus einer Depression nicht herauskommen kann. Da wäre der Satz "Man muss nur wollen" geradezu schädlich.

Lg, otp


Manchmal sind die Titel von Büchern so treffend, dass man das Buch nicht mehr unbedingt lesen muss. Bei diesem Thema fällt mir das Buch von Brigitte Woggon ein:

Ich kann nicht wollen!
Berichte depressiver Patienten


Manchmal ist das Wollen krank - sehr oft sogar bei Menschen mit Depressionen. Da nützt es dann wirklich nicht, dass man sagt "Man muss nur wollen" - im Gegenteil. Wenn das Wollen nicht mehr geht, dann macht der Zwang zum Wollen nur noch mehr krank.


Grüsse Columba
Johannes 8,8 Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.
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Re: Depressionen

Beitragvon onThePath » So 7. Apr 2019, 11:37

Stimmt,
Wenn das Wollen nicht mehr geht, sollte man sich auch nicht zuviel vornehmen, nicht zuviel wollen. Dann wird man nur noch unzufriedener, bewirkt also das Gegenteil.

Und zuviel Wollen macht krank. Perfektionismus und falscher Ergeiz, sogar zuviel helfen wollen. Das raubt einem die Energie und macht regelrecht krank.

Besser ist es, zufrieden zu sein mit dem was man ist und hat. Und das was man will sorgsam plant.

Lg, otp
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Re: Depressionen

Beitragvon bigbird » So 7. Apr 2019, 22:30

onThePath hat geschrieben:Ich glaube wir sind uns darin einig, dass wir selbst uns so steuern können, dass wir mit Allem so umgehen müssen, dass wir in keine Depression geraten. Wie wir mit Lebensumständen, Schiksalsschlägen und unserem Wollen umgehen ist entscheidend.
Lg, otp


Nein, da bin ich nicht einig (ich rechne mich auch zu "uns"). Es gibt schwere Depressionen, die der Patient nicht steuern kann - ja, das ist ja oft geradezu das Wesen der Depression, "dass man nicht kann".

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Ein weiser Mann hat mal gesagt:
Man soll dem Nächsten die Wahrheit nicht
wie einen Waschlappen um die Ohren schlagen,
sondern sie ihm liebevoll wie einen wärmenden Mantel um die Schultern legen.

Das wäre doch ein gutes Motto für das Forum - oder?
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Re: Depressionen

Beitragvon lionne » So 7. Apr 2019, 23:26

...ein depressiver Arbeitskollege, den ich damals in der Klinik besucht hatte (vor Jahren in der Klinik in Münchenbuchsee) hat es mir so erklärt: "Ich möchte gerne, aber ich kann nicht!"
>>> Der Wunsch, das Möchten, ist vorhanden, aber das Können geht nicht....
Gruss lionne
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Re: Depressionen

Beitragvon onThePath » Mo 8. Apr 2019, 05:54

bigbird hat geschrieben:
onThePath hat geschrieben:Ich glaube wir sind uns darin einig, dass wir selbst uns so steuern können, dass wir mit Allem so umgehen müssen, dass wir in keine Depression geraten. Wie wir mit Lebensumständen, Schiksalsschlägen und unserem Wollen umgehen ist entscheidend.
Lg, otp


Nein, da bin ich nicht einig (ich rechne mich auch zu "uns"). Es gibt schwere Depressionen, die der Patient nicht steuern kann - ja, das ist ja oft geradezu das Wesen der Depression, "dass man nicht kann".

bigbird


Da bin ich mit dir und mit mir einig, weil ich weiter oben davon geschrieben habe.

Lg, otp
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Re: Depressionen

Beitragvon jes_25913 » Mo 8. Apr 2019, 08:51

bigbird hat geschrieben:
onThePath hat geschrieben:Ich glaube wir sind uns darin einig, dass wir selbst uns so steuern können, dass wir mit Allem so umgehen müssen, dass wir in keine Depression geraten. Wie wir mit Lebensumständen, Schiksalsschlägen und unserem Wollen umgehen ist entscheidend.
Lg, otp


Nein, da bin ich nicht einig (ich rechne mich auch zu "uns"). Es gibt schwere Depressionen, die der Patient nicht steuern kann - ja, das ist ja oft geradezu das Wesen der Depression, "dass man nicht kann".

bigbird


Das stimmt. Einem Depressiven ist nicht damit geholfen an seinen Willen zu appellieren, da der bewusste Wille bei allen Menschen ohnehin das schwächste Glied ist.
Wenn Wille gegen Vorstellung steht, wird immer die Vorstellung siegen. Deshalb kann nur die Änderung der Vorstellungen bewirken, dass sich im Leben eines Menschen - und erst recht eines Depressiven - etwas ändert. Die Vorstellungen können aber nicht willkürlich gewählt werden, sondern müssen aus der Erkenntnis der Wahrheit kommen. Da aber Menschen in der Regel wenig Interesse an der Wahrheit haben, erkennen sie natürlich auch keine. Das gilt auch für Christen.
Eigentlich müssten Christen psychisch kranken Menschen helfen können, da sie mehr wissen müssten als "die Welt". Aber leider ist das nicht der Fall. So gibt es eben nur "weltliche Hilfe", nämlich Blockieren mit Psychopharmaka, was dem entspricht, dass sich der normale Mensch einen Rausch antrinkt, damit er seine Probleme nicht mehr gewahr wird, und wenn sie wieder auftauchen, muss er erneut zur Flasche greifen... So sieht es aus, wenn Theologen nicht ihre Arbeit machen, indem sie aufzeigen, wie konkret Gott durch Erkenntnis der Wahrheit Menschen heilt.

LG,
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Re: Depressionen

Beitragvon onThePath » Mo 8. Apr 2019, 11:37

Es gibt doch nicht nur schwerste Depressionen, wo man die Depressiven gar nicht mehr lenken kann. Und es gibt verschiedene Ursachen.

Jes, ich finde nichts, was ein christlichlicher Standpunkt deiner individuellen Auffassung von Glaube und innerer Einstellung unterlegen machen sollte.

Lg, otp
Zuletzt geändert von onThePath am Mo 8. Apr 2019, 13:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Depressionen

Beitragvon onThePath » Mo 8. Apr 2019, 11:48

https://www.volkskrankheit.net/a_z/depr ... gKwovD_BwE

Die Ursachen einer Depression können vielfältig sein - körperliche, genetische sowie psycho-soziale Aspekte spielen hier eine Rolle. Aber auch die aktuelle Lebenssituation ist von Bedeutung. Folgende Ursachen können u.a. eine Depression auslösen:

Körperliche Ursachenchronische
Erkrankungen bzw. Schmerzen
Störungen im Hormonhaushalt und/oder des Hirnstoffwechsels
Schwere Erkrankungen wie z.B. Krebs oder HIV

Psychische Ursachen
Schicksalsschläge wie z.B. Tod eines Familienmitglieds oder eines Bekannten
Dauerhaft Stress im Privat- oder Berufsleben
Streitigkeiten und Konflikte in der Partnerschaft
Einsamkeit

Genetische Ursachen
Einfluss von Umweltfaktoren auf die Genetik
Erbliches Risiko eine Depression zu erleiden


Es gibt also auch einige psychische Ursachen, und bei denen eben auch psychotherapeutische Möglichkeiten. Und wo der Christ gefordert ist.

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Re: Depressionen

Beitragvon newdays » Di 7. Jul 2020, 14:18

hat jemand von euch Depressionen und würde sich gerne mit mir austauschen ?

Und was für Medikamente nehmt ihr ?

Leide jetzt schon über 15 Jahren darunter.
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Re: Depressionen

Beitragvon onThePath » Mi 8. Jul 2020, 17:51

Habe keine Depressionen. Aber zwischendurch sicher schon mal Erschöpfungsdepressive Zustände gehabt und Sinnlosigkeits-Zustände. Aber da komme ich immer wieder raus. Auch ohne Medikamente.


Lg, otp
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Re: Depressionen

Beitragvon newdays » Do 9. Jul 2020, 14:08

Ich beschreibe mal, wie so ein tag in meinem depressiven leben, so abgeht.

am morgen aufzustehen, ist jeden tag eine grosse überwindung.
ich habe kaum kraft, die ersten gedanken sind. es kotzt mich alles an. hoffe das ich den tag irgendwie meistern kann.

am liebsten würde ich sterben. einfach zürück ins bett und schlafen, wenn nur das arbeiten nicht wäre.

ich reisse mich zusammen. ich verwandle mich in einen anderen menschen. versuche witze zu reisen und probiere mit einem lächeln durch den tag zu gehen.

die Gedanken kreisen sich immer um das gleiche, ich will ins bett, ich bin müde, habe keine kraft, wann ist endlich mittag. also mein Gehirn ist wie blockiert. ich muss mich extrem zusammenreissen um etwas positives zu denken.

im kopf zu rechnen oder etwas lesen, was studieren fällt mir meistens schwer.
termine usw kann ich mir selten merken. muss alles aufschreiben.

habe ein Gehirn wie ein 80 jähriger teilweise, bin vergesslich, verwirrt, unkonzentriert, langsam im denken und handeln usw...

essen, schönes Wetter, gute Laune anderen menschen sind ganz wichtig für mich.

stellt euch das ganze so vor.
ihr fährt mit einem älteren auto einen berg hinauf. leider ist die Handbremse immer ein wenig angezogen, manchmal mehr manchmal weniger oder ganz.

ihr könnt noch so gas geben, solange die Handbremse angezogen ist, geht da nicht viel.

einem depressiven menschen zu sagen, reisse dich zusammen, siehe doch alles positiv, bringt rein gar nichts. da die Handbremse immer ein Hindernis sein wird.
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Re: Depressionen

Beitragvon onThePath » Do 9. Jul 2020, 14:28

Alles verständlich, lieber newdays.


Allenfalls, wenn der Motor zu hoch gedreht wird, würde das Herunterschalten helfen. Aber dann sagt man auch nicht bloß, nimm dich zusammen, sondern beende Steßfaktoren, schalte ab und entspanne, vielleicht kommst du dann wieder in die richtige Spur.

Bei dir sollte man nicht leichtfertig Ratschläge geben.

Vielleicht zunächst achten auf deine Lebensumstände.
Bei mir sind sie günstig. Meine Frau macht keinen Stress, wenn ich mal nicht in die Gänge komme, und arbeiten gehen muss ich auch nicht mehr.

Ja, freundliche Menschen sind wichtig, auch gutes Wetter ist hilfreich.
Für jeden Menschen.


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Re: Depressionen

Beitragvon firebird » Do 9. Jul 2020, 18:19

Lieber Newdays,

das was du im heutigen Posting von 14:08 geschrieben hast, das kenne ich auch.

Wenn man so weit ist, dann gibt es nichts Anderes, als dass man sich in ärztliche Behandlung begibt. Du wirst nicht darum herum kommen um für einige Wochen einmal ganz gründlich auszuspannen. Nach meinen Einschätzungen reichen geeignete Antidepressiva nicht aus. Wie dieses Ausspannen aussehen soll, wie das Ganze mit deinem Umfeld geregelt wird, das gilt es mit dem behandelnden Psychiater sorgfältig zu besprechen.

Es tut mir leid, dies schreiben zu müssen. Nach meiner Erfahrung kommt es ziemlich sicher nur auf diesem Weg zu einer Wende.

Freundlicher Gruss
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Echt barmherzig sein kann ich nur, wenn ich weiss, dass ich selbst auf Barmherzigkeit angewiesen bin.

Allein bin ich ein schlechtes Team!
Doch mit Jesus Christus bin ich im besten Team!
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Re: Depressionen

Beitragvon newdays » Do 9. Jul 2020, 20:22

hallo firebird.

ich habe schon alles hinter mir. diverse Seelsorger, Psychiater,ganz viele heilungsgebete, habe mich an diversten christlichen seiten gewendet, das sie bitte für mich beten sollen.

nützt alles nichts.

Medikamente hatte ich auch schon alles mögliche ausprobiert, half alles nichts.

nehme jetzt, trittico, symbalta und lamotrin. diese helfen mir den ganzen tag durchzukommen.

nur Gott kann mich noch heilen, die frage ist, ob er es auch will ?!


dazu kommen ganz starke Minderwertigkeitskomplexe.

zb. habe ich grosse krumme Füsse. mit viel Hornhaut, nagelpilz.
bin klein als mann. usw...

wäre lieber eine Frau, da ich mich ekle als mann. wenn andere Männer zb. Bärte tragen, wird mir übel.
im bart hat es mehr bakterien wie auf einer Klo Schüssel :o

behaarte Männer beine, stark behaarte armen, Brusthaare ekeln mich richtig an.
verstehe nicht wie Frauen auf sowas stehen. :?

musste mich durch die schule und lehre kämpfen, mit viel abschreiben und spicken habe ich es aber bestanden.

hatte teilweise furchtbare Arbeitgeber, schwule die mir an die Eier langten, Kettenraucher, alkohol süchtige, kokainsüchtige die einem das leben zur Unerträglichkeit machten.
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Re: Depressionen

Beitragvon Lazar » Do 9. Jul 2020, 23:07

newdays hat geschrieben:hallo firebird.

ich habe schon alles hinter mir. diverse Seelsorger, Psychiater,ganz viele heilungsgebete, habe mich an diversten christlichen seiten gewendet, das sie bitte für mich beten sollen.

nützt alles nichts.

Medikamente hatte ich auch schon alles mögliche ausprobiert, half alles nichts.

nehme jetzt, trittico, symbalta und lamotrin. diese helfen mir den ganzen tag durchzukommen.

nur Gott kann mich noch heilen, die frage ist, ob er es auch will ?!


Hi Newdays,

die schwierige Frage ist immer, was ist die eigentliche Ursache der Depression.
Ist es eher ein Serotoninmangel oder eine Art Stoffwechselstörung - also mehr ein physischer Defekt - oder inwieweit spielt die Psyche die Hauptrolle. Oder beides.
Es gibt auch starke Hormon-Ungleichgewichte als Ursache oder sogar Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die eine Depression auslösen können.
Hast Du da schon alles durch?

Warum Christus Dir bis jetzt nicht geholfen hat, weiß ich natürlich nicht. Vielleicht ist die Zeit noch nicht reif dafür, als dass Du Ihm dann auch ein guter Diener bist? Bei mir selbst war das bestimmt so.
Vielleicht würde Er Dich jetzt heilen und danach hättest Du Ihn ganz schnell wieder vergessen und würdest Dich nur um Deine eigenen Sachen kümmern? Wer weiß das alles schon.

Versuch zumindest mal das "alles kotzt mich an" geistig wegzulassen, auch wenn's schwer fällt. Also damit auch die eigene Handbremse im Kopf zu lösen, denn eine ständige, aber eigentlich überflüssige negative Bestätigung und damit Verstärkung der belastenden Situation macht es auf keinen Fall besser - im Gegenteil.
Sei lieber stolz auf Dich, dass Du soviel Überwindungskraft an den Tag legen kannst und dennoch vieles in Deinem Leben schaffst, obwohl es Dir so schwer fällt.

Sag Christus immer wieder "ich will leben, hilf mir, ich will wieder lebendig sein" - und auch zu Dir selbst, damit Du aktiv gegen das sterbende Gefühl in Dir ankämpfst.

Herzliche Grüße
Eleazar
"... wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen."
Matthäus 18, 19-20
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Re: Depressionen

Beitragvon jes_25913 » Fr 10. Jul 2020, 11:52

Hallo newdays,

ich kenne aus meinem persönlichen Leben sehr gut, was Du hier beschrieben hast. Sogar, wie Du Dich in Gesellschaft zu geben suchst.
Ich habe aus den Depressionen ohne jemals ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und ohne jede Medikamente, allein durch die Suche und Erkenntnis nach Wahrheit herausgefunden. Ich hatte auch immer wieder Gott gebeten, dass er mich heile. Aber das geschah nicht, und geht auch nicht. Jeder kann sich bei seelischen Erkrankungen nur selbst heilen. Andere können Dir bestenfalls Hilfestellung geben.
Denn Du bist derjenige, der Dein Leben negativ wertet, und nur bei Dir kann eine Umwertung erfolgen. Das ist natürlich schwierig, wenn bereits die Empfindungen die negative Wertung als "richtig" bestätigen zu scheinen. Deshaln muss man gegen seine Gefühle sich einreden, dass das Leben positiv ist. Und das muss man sich durch Denken klar machen.

Wichtig ist zu fragen, wann das erste Mal die Depressionen auftraten und weshalb? - Hängt es mit Deinem Äußeren zusammen? Natürlich kann man sich als hässlich empfinden, aber deshalb muss man keine Depressionen entwickeln, obwohl die Versuchung dazu groß sein kann. Erst kürzlich war hier ein Bericht, von der "hässlichsten Frau der Welt", die das Beste aus ihrem Leben gemacht hat.

Man muss wissen: durch unsere Gedanken wird unsere Lebenskraft gesteuert. Sie sind unsere innerseelischen Taten. Das muss begriffen werden. Dann kann man durch Umdenken - im christlichen Sprachgebrauch nennt man das "Buße" - immer mehr zu positiven Einstellungen zu sich, seinen Mitmenschen und der Welt kommen.

LG,
jes
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Re: Depressionen

Beitragvon newdays » Fr 10. Jul 2020, 14:27

Jeder kann sich bei seelischen Erkrankungen nur selbst heilen. Andere können Dir bestenfalls Hilfestellung geben.
Denn Du bist derjenige, der Dein Leben negativ wertet, und nur bei Dir kann eine Umwertung erfolgen. Das ist natürlich schwierig, wenn bereits die Empfindungen die negative Wertung als "richtig" bestätigen zu scheinen. Deshaln muss man gegen seine Gefühle sich einreden, dass das Leben positiv ist. Und das muss man sich durch Denken klar machen.


Sorry du hast keine Ahnung was Depressionen sind. Jeder kann sich bei seelischer Erkrankung nur selber heilen.
Gott hat schon viele menschen von Depressionen geheilt.Bei Gott ist nichts unmöglich, sonst ist Gott nicht Gott.

Ich werte mein Leben nicht negativ. Ich werde bombardiert von den negativen Gedanken. ob ich will oder nicht.

Wenn du richtige Depressionen hast, ist gar nichts positiv. es gibt aber immer wieder stunden oder tage da gibt es positive Momente.
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Re: Depressionen

Beitragvon newdays » Fr 10. Jul 2020, 14:36

Die Depressionen entstanden so:

War wie gesagt dauernd überfordert IN Der Schule und in der Lehre.
Hatte einen ganz kranken Arbeitgeber in der Lehre. Verlor meine Kopfhaare usw...

also durch Überforderung, Stress, Schlaflosigkeit,Angst,Nervosität, Minderwertigkeitskomplexe usw
ergaben sich die Depressionen.
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Re: Depressionen

Beitragvon jes_25913 » Fr 10. Jul 2020, 14:38

newdays hat geschrieben:Sorry du hast keine Ahnung was Depressionen sind.
Oh doch, ich hatte ja schwerste Depressionen.
Gott hat schon viele menschen von Depressionen geheilt.
Dann zeige mir solche Menschen.
Ich werte mein Leben nicht negativ. Ich werde bombardiert von den negativen Gedanken. ob ich will oder nicht.
Ja klar, weil weil das bereits entstandene negative Gefühl, negativ gestimmte Gemüt immer wieder die entsprechenden Gedanken "automatisch" hervorbringt. Das ist nicht anders, wie bei einem Suchtabhängigen, einem vom Sex abhängigen, dem sich auch ständig sexuelle Gedanken aufdrängen.
So sind eben die psychischen Mechanismen.
Wenn du richtige Depressionen hast, ist gar nichts positiv. es gibt aber immer wieder stunden oder tage da gibt es positive Momente.

Ja, das weiß ich. Deshalb muss man durch bewusstes Denken wieder Licht in sein Gemüt bringen.

LG,
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Re: Depressionen

Beitragvon jes_25913 » Fr 10. Jul 2020, 14:43

newdays hat geschrieben:Die Depressionen entstanden so:

War wie gesagt dauernd überfordert IN Der Schule und in der Lehre.
Hatte einen ganz kranken Arbeitgeber in der Lehre. Verlor meine Kopfhaare usw...

also durch Überforderung, Stress, Schlaflosigkeit,Angst,Nervosität, Minderwertigkeitskomplexe usw
ergaben sich die Depressionen.


Durchaus verständlich. Ein üblicher "Mechanismus". Ich würde empfehlen, höre auf zu arbeiten, beantrage Sozialhilfe oder ALG II oder Entsprechendes, wenn Du nicht in DE lebst.
Und dann mach`Dir keine Vorwürfe, wenn Du lange im Bett bleibst. Sage Dir, dass Du "faul" sein kannst und dass Du keinerlei Anforderungen erfüllen musst.

LG,
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gott heilt auch Depressionen!

Beitragvon newdays » Fr 10. Jul 2020, 18:19

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Re: Depressionen

Beitragvon newdays » Fr 10. Jul 2020, 18:30

Ja, das weiß ich. Deshalb muss man durch bewusstes Denken wieder Licht in sein Gemüt bringen.

ich kann nicht bewusst denken. ich werde gesteuert wie eine Marionette.

Wenn das so einfach wäre in der Schweiz nicht zu arbeiten. habe schon eine kleine Unterstützung von der IV. :(

Depressiv bin ich weg dem genau gleich, ob ich Arbeite oder zu hause auf die Entrückung warte.
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Re: Depressionen

Beitragvon Lazar » Fr 10. Jul 2020, 20:34

newdays hat geschrieben:Die Depressionen entstanden so:

War wie gesagt dauernd überfordert IN Der Schule und in der Lehre.
Hatte einen ganz kranken Arbeitgeber in der Lehre. Verlor meine Kopfhaare usw...

also durch Überforderung, Stress, Schlaflosigkeit,Angst,Nervosität, Minderwertigkeitskomplexe usw
ergaben sich die Depressionen.


Hi Newdays,
kein Wunder... "dauernde Überforderung" kann jeden auf Dauer förmlich auszehren.
Aber auch eine gewisse Unfähigkeit sich gegen üble Menschen zu wehren. Das musst Du unbedingt lernen, dass nicht nur der Wille anderer zählt, sondern auch Dein Eigener. Das kann Dich sehr befreien zu erkennen, dass die anderen gar nicht so viel Macht über Dich haben, wie Du glaubst.

Ich habe auch jahrelang mit einem schwer Depressiven zusammengelebt, der war jedoch sehr groß, notfalls äußerst wehrhafter Kickboxer, und auch sonst schlagfertig und hochintelligent, hatte viele Haare auf dem Kopf - und doch war er ansonsten ähnlich wie Du. Scheinbar heiter nach außenhin unterwegs, innerlich völlig zerrissen. Und sein bester Freund ebenso. Zwei absolute Multitalente, die aber so stark in ihrem Chaos von Depressionen und auch Panikattacken gefangen waren, dass sie ihr Leben nur unter großen Mühen, bzw. nur mit viel Zigaretten, Alkohol, Drogen oder mit Hilfe von Medikamenten ausgehalten haben.
Wie darin gefangene Genies. Echt krass. Fast wie von Dämonen besessen. Dieser Dein Ausdruck beunruhigt mich dahingehend auch etwas:

ich kann nicht bewusst denken. ich werde gesteuert wie eine Marionette.

Dein "Aussehen" oder "Können" muss es also in keinster Weise sein, das die Depression in Dir auslöst! Und ich glaube auch, dass es etwas anderes ist.

Denn ich kenne noch mehr Depressive (ich war es zeitweise ebenso) und wir alle hatten etwas gemeinsam, nämlich eine Art völligen Verlust von "Urvertrauen" in das Leben. Durch eine sehr belastete Kindheit zum Beispiel, einen herben Verlust und/oder extrem grausame Klarheit und Übersensibilität.

Ich konnte trotz meiner gefundenen Liebe zu Christus z.B. eine ganze Weile nichts mehr in der von mir heißgeliebten schönen Natur betrachten ohne fast in Tränen auszubrechen, weil mir die Sterblichkeit und Vergänglichkeit eines jeden Lebewesens - gleich ob Blüte, Wiese, Baum, Tier oder Mensch ständig in abartiger Weise überbewusst war. Ich sah in allem Leben nur noch den Tod. Selbst bei Kindern oder jungen Hunden. Aber das ist auf Dauer ja kein Zustand. Ich habe lange mit Gott gehadert und Ihn immer wieder gefragt, was dies hier alles eigentlich soll - aber aufeinmal wurde durch seine Antwort alles relativ klar. Nicht der Tod kommt zu uns ins Leben, sondern in Wahrheit hat er das Leben in den Tod gebracht. Und alles, was hier stirbt, kommt wieder zu Ihm zurück ins Leben. Nur dann in einer anderen Welt.

Das heißt, dieses Urvertrauen kann Dir nur Gott, bzw. Jesus Christus zurückgeben - nicht einmal die Eltern, Geschwister oder Freunde, denn auch sie sind vergänglich.
Gott nicht - nie. Er ist unser wahrer Vater, der uns wieder zurück ins Leben bringt.
Zurück zu Ihm. Den Höchsten, den es gibt.

Herzliche Grüße
Eleazar
"... wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen."
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Re: gott heilt auch Depressionen!

Beitragvon jes_25913 » Sa 11. Jul 2020, 07:41



Man kann dazu nicht viel sagen. Aber offenbar stand, wie das angedeutet wurde, auch zwischen dem Ehepaar so einiges. Und ein gegenseitiges Aussprechen der Verfehlungen ist immer heilsam.
Auch kommt zum Ausdruck, dass die Leute vorher nicht religiös waren, dann aber für ihn Gott seine letzte Hoffnung wurde. Vielleicht ist dadurch ein Umschwung erfolgt.
Aber ohne Sinnesänderung funktioniert nichts.
Ich kann mit dem "Zeugnis" wenig anfangen.

LG,
jes
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Re: Depressionen

Beitragvon jes_25913 » Sa 11. Jul 2020, 07:49

newdays hat geschrieben:Die Depressionen entstanden so:

War wie gesagt dauernd überfordert IN Der Schule und in der Lehre.
Hatte einen ganz kranken Arbeitgeber in der Lehre. Verlor meine Kopfhaare usw...


Hallo newdays,
Könnte es sein, dass Du ehrgeizig bist? - Man muss ja durch eine Schule nicht überfordert werden, auch dann nicht, wenn man dem Unterrichtsstoff nicht gut folgen kann. Man könnte sich als Schüler ja sagen, ich habe keine Lust zu lernen und da übe ich eben später einen einfachen Beruf aus.
Oder hattest Du strenge Eltern?
Wie alt bist Du überhaupt? Bist Du alleinstehend?

Also ich kann nicht verstehen, dass Du Dich aus einem Arbeitsverhältnis nicht lösen kannst. Da müsste Dich doch jeder Psychiater befreien können? Wenn nicht kann man ja so arbeiten, dass man gefeuert wird und einen keiner mehr nimmt.
Die Gesundheit geht schließlich vor.

Na ja, klar bist Du erst einmal noch depressiv, wenn Du auch nur zu Hause bist. Aber immerhin könntest Du länger im Bett bleiben. Musst nicht unausgeschlafen irgendwohin gehen. Da Du noch die Sonne liebst, könntest Du bei schönem Wetter spazieren gehen. Das kannst Du, wenn Du im Beruf bist, nicht! Also es hat schon Vorteile, keine Anforderungen erfüllen zu müssen. Und diese Werte muss man sich bewusst machen, damit Dankbarkeit entstehen kann.

LG,
jes

LG,
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Re: Depressionen

Beitragvon newdays » Sa 11. Jul 2020, 13:01

schaut mal hier:
https://missionswerk.de/category/gebet/ ... g/page/16/

da wurden viele von Depressionen usw geheilt... !!!
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Re: Depressionen

Beitragvon firebird » Sa 11. Jul 2020, 14:08

jes_25913 hat geschrieben:Also ich kann nicht verstehen, dass Du Dich aus einem Arbeitsverhältnis nicht lösen kannst. Da müsste Dich doch jeder Psychiater befreien können? Wenn nicht kann man ja so arbeiten, dass man gefeuert wird und einen keiner mehr nimmt.
Die Gesundheit geht schließlich vor.

Na ja, klar bist Du erst einmal noch depressiv, wenn Du auch nur zu Hause bist. Aber immerhin könntest Du länger im Bett bleiben. Musst nicht unausgeschlafen irgendwohin gehen. Da Du noch die Sonne liebst, könntest Du bei schönem Wetter spazieren gehen. Das kannst Du, wenn Du im Beruf bist, nicht! Also es hat schon Vorteile, keine Anforderungen erfüllen zu müssen. Und diese Werte muss man sich bewusst machen, damit Dankbarkeit entstehen kann.


Lieber Newdays, lieber jes_25913,

von diesem Weg kann ich nur abraten!

Diese Lösung ist extrem kurzfristig. Auf die Dauer bringt das zusätzliche Probleme ins Leben hinein. Da man in einer Depression schon genug Probleme hat, braucht es nicht noch vermeidbare zusätzliche Probleme. Arbeiten die erfolgreich getan wurden, bringen eine Befriedigung. Seien die Arbeiten noch so einfach und noch so klein. Im Kontext einer schweren Depression ist es schon eine beachtliche Leistung, wenn man es schafft, innerhalb von 30 Min aus dem Bett zu kommen. In solch einem Falle gilt es, eine solche Leistung sich selbst gegenüber zu anerkennen.

Ich glaube, dass es auch bei einer starken psychischen Erkrankung noch gesunde Anteile gibt. Diese gilt es zu schützen und auch zu pflegen. Vorallem wenn noch eine geringe Kraft da ist, um einfache und kleine Dinge zu erledigen.

Dir Newdays wünsche ich viel Kraft und Mut, da wo es noch geht, Dinge anzupacken.

Freundlicher Gruss
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Re: Depressionen

Beitragvon jes_25913 » Sa 11. Jul 2020, 15:33

newdays hat geschrieben:schaut mal hier:
https://missionswerk.de/category/gebet/ ... g/page/16/

da wurden viele von Depressionen usw geheilt... !!!


Niemand will Dich in Deinem Glauben hindern. Mich hat jedenfalls Gott nicht ohne mein Tun geheilt. Und ich kann es mir auch nicht anders vorstellen.

LG,
jes
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Re: Depressionen

Beitragvon jes_25913 » Sa 11. Jul 2020, 15:36

firebird hat geschrieben:
jes_25913 hat geschrieben:Also ich kann nicht verstehen, dass Du Dich aus einem Arbeitsverhältnis nicht lösen kannst. Da müsste Dich doch jeder Psychiater befreien können? Wenn nicht kann man ja so arbeiten, dass man gefeuert wird und einen keiner mehr nimmt.
Die Gesundheit geht schließlich vor.

Na ja, klar bist Du erst einmal noch depressiv, wenn Du auch nur zu Hause bist. Aber immerhin könntest Du länger im Bett bleiben. Musst nicht unausgeschlafen irgendwohin gehen. Da Du noch die Sonne liebst, könntest Du bei schönem Wetter spazieren gehen. Das kannst Du, wenn Du im Beruf bist, nicht! Also es hat schon Vorteile, keine Anforderungen erfüllen zu müssen. Und diese Werte muss man sich bewusst machen, damit Dankbarkeit entstehen kann.


Lieber Newdays, lieber jes_25913,

von diesem Weg kann ich nur abraten!

Diese Lösung ist extrem kurzfristig. Auf die Dauer bringt das zusätzliche Probleme ins Leben hinein. Da man in einer Depression schon genug Probleme hat, braucht es nicht noch vermeidbare zusätzliche Probleme. Arbeiten die erfolgreich getan wurden, bringen eine Befriedigung. Seien die Arbeiten noch so einfach und noch so klein. Im Kontext einer schweren Depression ist es schon eine beachtliche Leistung, wenn man es schafft, innerhalb von 30 Min aus dem Bett zu kommen. In solch einem Falle gilt es, eine solche Leistung sich selbst gegenüber zu anerkennen.

Ich glaube, dass es auch bei einer starken psychischen Erkrankung noch gesunde Anteile gibt. Diese gilt es zu schützen und auch zu pflegen. Vorallem wenn noch eine geringe Kraft da ist, um einfache und kleine Dinge zu erledigen.

Dir Newdays wünsche ich viel Kraft und Mut, da wo es noch geht, Dinge anzupacken.

Freundlicher Gruss
Firebird


Hallo Firebird,

natürlich, wenn einem die Arbeit noch etwas Befriedigung verschafft, sollte man sie tun. Aber ich hatte nicht den Eindruck, dass das bei newdays der Fall ist. Jede kleine Befriedigung, die man noch hat, sollte man pflegen.

Vor allem auch sollte man sich nicht mit anderen vergleichen. Sondern der eigene Fortschritt in der Heilung bemisst sich vom eigenen Ausgangspunkt und nicht dem, was alles die anderen können.

LG,
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Re: Depressionen

Beitragvon onThePath » Sa 11. Jul 2020, 18:07

Ich verstehe ja, wenn man geistig-emotional wie gelähmt ist, dann hat man gar keinen Antrieb. Etwa wie ein Loch, aus dem man nicht raus kommen kann. Und alle Aufforderungen, das zu tun, haben keinen Ansatz, das zu schaffen.

Newdays, was haben dir denn Psychiater und Psychotherapeuten geraten ?

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Re: Depressionen

Beitragvon lionne » Sa 11. Jul 2020, 18:36

firebird hat geschrieben:Ich glaube, dass es auch bei einer starken psychischen Erkrankung noch gesunde Anteile gibt.

Genau. Und diese 'gesunde Substanz' gilt es zu mobilisieren...
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