Psychiatrie und Freiheit

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Moderator: bigbird

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Do 10. Jan 2019, 18:55

Die Frage nach Geist und Seele lässt sich von mir kaum beantworten. Was ist der Geist im Gegensatz zum Gehirn.

Wie gesagt, für eine Gruppe von Christen ist es einfach: Der Geist ist so vom Körper abhängig und gebunden, dass das Wesen Mensch beim Tod aufhört zu existieren. Seelentod und Seelenschlaf.


Für die anderen Christen lebt der Geist unabhängig weiter, nachdem der Leib tot ist. Das würde bedeuten, der Geist ist völlig von anderer Art als der Körper.


Esoteriker haben schon immer versucht, den Geist zu verstehen und zu erklären. Astralreisen, Nahtoderlebnisse und Anderes dazu Passendes ist mir bekannt. Auch Sundar Singhs Erlebnis-Schilderungen, wie der Geist im Jenseits weiterexistiert. Von einer Gruppe Christen wird er deshalb als Esoteriker beschimpft. Und die Seite der Esoteriker mag es überhaupt nicht, dass Sundar Singh einen durchaus biblischen Himmel beschreibt. Sie mögen diesen Himmel nicht.


Entscheidend ist, dass unsere Persönlichkeit in diesem unserem Leben im Leib sich entfaltet. Und damit auch unser Geist. Neugeburt könnte man deshalb bezeichnen als den Zeitpunkt, wo wir uns entschliessen, mit Gott uns zu verbinden und darin zu wachsen und uns als Kinder Gottes zu entfalten.


Im Gegensatz zur Hinwendung zu Gott, zur Sonne unseres Lebens, schildert Sundar Singh, dass der Mensch, der sich im Leben von Gott weg entfaltet hat, nach seinem Tod gefangen ist in dieser Gottferne. Er entwickelt sich zu einem Geschöpf der gottfernen Finsternis. Also befindet der Mensch sich auf einem Scheideweg, ganz eindeutig. Es ist wie mit Weizen, der aufgeht und Frucht bringt, oder nicht aufgeht und keine Frucht bringt. Drastisch zeigt diese Situation der Feigenbaum im NT.


Ich denke hier an den Aspekt, dass wir auch als Erwachsene in einem Kinderstadium sind, sich Gottverbundenheit oder Gottferne sich entfalten wird. Aber nach dem Tod ist die Wahl nicht mehr möglich. Dann sind wir sozusagen wesensmässig fertig entwickelt. Die einen zu einem Leben mit Gott, die anderen zu ihrem Verderben in der Gottferne.


Das sind einige Überlegungen dazu.

Damit gelingt es mir immer noch nicht, psychische Krankheiten und Besessenheit einzuordnen.


Noch ein Aspekt: Wäre es möglich. dass unser Geist unser Gehirn steuert ? Und kann ein psychisch Kranker nicht mehr ausreichend sein Gehirn steuern und unter Kontrolle haben ?

Dann würde im Fall einer Besessenheit der Dämon die Macht bekommen, unser Gehirn zu steuern ohne dass der Geist das verhindern kann.

Auch müsste man überlegen, ob im Schlaf die Verbindung von Geist und Gehirn gelockert ist, ebenso in der Trance und in der Hypnose. Lockert auch die Meditation die Verbindung vom Geist zum Körper, und ist der Mensch dadurch mehr gefährdet, dass ein Dämon sich einnisten kann ?

Und ist ein psychisch Kranker nach seinem Tod völlig klar ? (Vorausgesetzt, soweit er gottgefällig nach seinen Möglichkeiten gelebt hat). Unser Bewusstsein im Jenseits soll ja viel klarer sein in Gottes Reich und alles viel besser. Besser und schöner als wir uns vorstellen können, soll alles bei Gott sein.

Für die Atheisten unter uns: Das ist mehr als ein schöner Traum. Aber für Gottferne nun mal ein totaler Albtraum.


lg, oTp
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Helmuth » Do 10. Jan 2019, 20:24

onThePath hat geschrieben:Noch ein Aspekt: Wäre es möglich. dass unser Geist unser Gehirn steuert ?

Ich denke das tut er grundsätzlich. Du fasst einen Gedanken, z.B: "Ich will essen." Infolgedessen steuert das Gehirn nun die Motorik und man bereitet sich etwas zu und isst. Völlig normaler Vorgang. Was ein Geheinis bleibt, ist die Wechselwirkung, wie also ein bestimmter Gedanke das Gehirn stimuliert.

onThePath hat geschrieben:Und kann ein psychisch Kranker nicht mehr ausreichend sein Gehirn steuern und unter Kontrolle haben ?

Was wir weiters nicht wissen ist, wie der Geist Gottes über alles die Kontrolle hat. Dass er sie hat, sagt sein Wort, nur nicht wie. Ohne Gottes Geist geht gar nichts, nicht einmal ein Atemzug, mit ihm funktionert das gesamte Leben.

Wie nun die Verbindung zwischen deinem Geist und Gottes Geist ist, also deine Beziehung beschaffen ist, beschützt Gott dich, wenn ich das so sagen darf. Ist diese Verbindung defekt, d.h. nicht da, fehlt diese Schutzfunktion.

Die Folge: Man verdirbt. Das ist einfach das Nichtvorhandensein des Wirkens des Heiligen Geistes. Gott macht uns nicht kaputt, es ist die fehlende Kontrolle durch seinen lebensspendenden Geist, die einem kaputt macht.

Ich mache einen anderen Vergleich mit einem Autotank. Der Wiedergeborene hat einen Tankinhalt, der beständig aufgefüllt wird. Der Nichtwiedergeborene hat mit 1 Mose 2.7 einen bestimmten Tankinhalt erhalten und fährt ihn leer.

Dann ist Sense --> Tod, ich meine nicht den physischen sondern den geistlichen, den ewigen Tod. Den physischen erleiden alle wegen der Sünde.

Dämonisches Wirken gibt es zusätzlich. Es führt zu weit alles zusammen analytisch zu erfassen. Wenn wir die Basics der Schöpfung kapieren hilft das schon. Hier sehe ich Wissenschaft nutzbringend, aber eine, die Gottes Wort nicht nur berücksichtigt, sondern auch klar priorisiert.

onThePath hat geschrieben:Dann würde im Fall einer Besessenheit der Dämon die Macht bekommen, unser Gehirn zu steuern ohne dass der Geist das verhindern kann.

Ein Dämon hat nie mehr Macht als Gott. In einem solchen Fall denke ich muss dein Wille es auch erlauben. Man ist nicht einfach dämonisiert, man wird es erst, z.B. durch laufende unvernünftige Handlungen. Die Schrift sagt dann, man wurde dahingegeben, sehr klar formuliert in Römer 1.

Ich meine das wären so meine Geanken bzgl. der möglichen Wechselwirkungen. Gute Psychologen untersuchen diese Wechselwirkungen zwischen Geist/Seele und Körper, aber ich denke, dass man es nur bis zu einer gesetzten Grenze ergründen kann. Wir könnten sonst Gottes Geist ausforschen und das geht nicht.
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Do 10. Jan 2019, 20:45

Habe gerade unter meinen Büchern gefunden:
Winfried Hahn
Psychische Erkrankungen im Licht der Bibel: Grundlagen für eine biblisch fundierte und fachlich qualifizierte Seelsorge


lg, otp
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Helmuth » Do 10. Jan 2019, 20:54

onThePath hat geschrieben:Habe gerade unter meinen Büchern gefunden:
Winfried Hahn
Psychische Erkrankungen im Licht der Bibel: Grundlagen für eine biblisch fundierte und fachlich qualifizierte Seelsorge

Danke für den Tipp, wird notiert.

Einiges von meinem Bla-Bla habe ich aufgrund eines früheren Studiums von Rohracher "Einführung in die Psychologie". Ich weiß nicht, ob er gläubig ist/war, aber er liefert wirklich Grundlagen die hieb- und stichfest sind. Leider habe ich den Wälzer nicht mehr.

Ich selbst werde ja nie ein Experte, aber mich interessieren die Grundlagen im Lichte der Bibel.
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Do 10. Jan 2019, 21:13

Helmuth hat geschrieben:
onThePath hat geschrieben:Habe gerade unter meinen Büchern gefunden:
Winfried Hahn
Psychische Erkrankungen im Licht der Bibel: Grundlagen für eine biblisch fundierte und fachlich qualifizierte Seelsorge

Danke für den Tipp, wird notiert.

Einiges von meinem Bla-Bla habe ich aufgrund eines früheren Studiums von Rohracher "Einführung in die Psychologie". Ich weiß nicht, ob er gläubig ist/war, aber er liefert wirklich Grundlagen die hieb- und stichfest sind. Leider habe ich den Wälzer nicht mehr.

Ich selbst werde ja nie ein Experte, aber mich interessieren die Grundlagen im Lichte der Bibel.


Wir lernen nie aus, Helmuth. Wer keine Fragen hat, lebt im Stillstand. Und nur geradeausdenken fördert den Tunnelblick. Lieber umsichtig denken, mit möglichst vielen Querverbindungen. Das fördert den Durchblick, nehme ich an.
Ob das gefundene Buch für mich gut ist, werde ich rausfinden.


lg, oTp
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Fr 11. Jan 2019, 11:26

Helmuth,
Hubert Rohracher war also ein Landsmann von dir.

Siegmund Freud hat ja auch mal in Wien gewohnt. ;)

Psychologen und ihre Bücher muss man mögen. Wenn ich was von C.G. Jung lese, verliere ich die Lust weil meine Gedankengänge nicht dazu passen. Warum dann im Irrgarten der Gedankengänge eines Psychologen herumlaufen ?

C.G. Jung ist ja interessant im Hinblick auf das Wahrnehmen übernatürlicher Ereignisse. Aber ich mag nicht, wie er sie darstellt und deutet. Und die ganze Psychologie damit beeinflusst hat. Sigmund Freud halte ich für einseitig.


Jedenfalls müssen einen die Aussagen eines Psychologen ansprechen. Es muss einen weiter bringen. Auch was sich gut anhört bringt einen möglicherweise auch nicht weiter. Und 10 Seiten Nützliches von 200 Seiten Inhalt sind dann was wenig. Manche Bücher die ich begeistert angefangen habe wurden eben schnell uninteressant.

Ist es dir schon mal so gegangen, dass du ein christliches Buch lasest und gemerkt hast, hier verkauft dir ein Christ seine eigene Welt und preist sie dir an ? Ich mag etliche jüngere christliche Bücher deshalb nicht. Etwa über Erweckung oder geistlichen Kampf. Schön wenn ihre christliche Innenwelt für sie selber so belebend und spannend ist. Muss trotzdem nicht ausgewogen und richtig sein. Jeder schreibt eben ein Buch danach, wie seine Sicht der Dinge ist.

Lg, oTp
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Helmuth » Fr 11. Jan 2019, 19:45

onThePath hat geschrieben:Hubert Rohracher war also ein Landsmann von dir.

Was zählt ist seine Grundlagenexpertise. Ich muss sehen dieses Werk wieder zu ergattern. Ist ist sehr basicly, d.h. er dringt nur soweit in die Tiefe als es aus wissenschaflticher Sicht erlaubt ist und über den Rest trifft er einfach Annahmen.

Gleich der Beginn über den Seele Leib Konflikt könnte man meinen, es hätte jemand geschrieben, der die Bibel ernst nimmt. Ich muss mal seine Biographie studieren.

onThePath hat geschrieben:Ist es dir schon mal so gegangen, dass du ein christliches Buch lasest und gemerkt hast, hier verkauft dir ein Christ seine eigene Welt und preist sie dir an ?

Ja, z.B. bei Rick Joyner. Sicher ein gesalbter Mann, aber seine Darstellung der dämonischen Welt geht mir einfach zu weit. Da reiten Dämonen auf Gläubigen wie auf Tieren und er gibt an dies alles im Geist gesehen zu haben. Ok, ich muss nicht alles dementieren, aber meine Sichtweise beziehe ich lieber aus dem Wort Gottes.

Geistliche Literatur neben der Bibel sehe ich als Begleitwerke wie man z.B. in konkreten lebensnahen Situation biblische Prinzipien anwendet. In dieser Hinischt ist für mich weiter Derek Prince ein sehr guter Praxislehrer. Speziell im Feld der Dämonie und Bindungen ist er weit mehr vorgedrungen als ich es jemals war.

Wie bei allem prüft man, das Gute behält man, was man nicht teilt vergisst man. Er verfügt aber über hunderte Praxisberichte. Da war also schon Gott mit im Spiel, soviel darf man diesem Mann zugestehen.
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Fr 11. Jan 2019, 23:19

Bei Joyner habe ich etwas zu lachen. Hat er doch gesagt, alle Engel die er sieht, sehen wie er selber aus. Ich habe ihn in Versammlungen erlebt. Und nehme ihn auch nicht als Maßstab. Auch nicht die die aus der selben Ecke von Amerika kommen wie er. Ich nehme sie alle nicht als echte Führungspersönlichkeiten an. Die ganze Prophetenbewegung und ähnliche Bewegungen. Da achte ich schon mehr auf das was Derek Prince aussagt.

Helmuth, Bücher von ihm bekommst du sicher vom Antiquariat. Kannst mir was empfehlen wenn du es gut findest.


Lg, otp
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Helmuth » Sa 12. Jan 2019, 11:06

onThePath hat geschrieben:Helmuth, Bücher von ihm bekommst du sicher vom Antiquariat. Kannst mir was empfehlen wenn du es gut findest.

Von DPM habe ich so ziemlich alles bei mir daheim. Was fehlt werde ich selbst mal ergänzen. Ich muss es mal wieder durchforsten und werde dir dann Tipps geben.

Aber wie du weißt arbeitete DP im geistlichen Bereich, nicht im medizinischen. Er negiert das aber nicht, aber wenn der Geist eingreift, nun was spricht dagegen? Es gibt ja sogar ein klare Stelle, dass Gott selbst unser Arzt ist:
2 Mose 15, 26 hat geschrieben: ... so will ich keine der Krankheiten auf dich legen, die ich auf Ägypten gelegt habe; denn ich bin der HERR, dein Arzt!

Ich habe nachgesehen, ob im hebräischen Text hier wirklich "Arzt" steht. Ja, es steht! Das Wort "rophe" wird auch heute in Israel allgemein als Arzt gebraucht.
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Columba » Sa 12. Jan 2019, 14:14

Für Zürcher: Hier noch ein Veranstaltungshinweis, der auch für die Diskussion hier interessant sein könnte:

Brauchen wir die Seele in der Therapie?
22. Januar 2019, 18.30 bis ca. 21.00 Uhr
Universität Zürich, Hauptgebäude, Rämistrasse 71, Hörsaal KO2-F-152 EV

freier Eintritt

Zwei Vorträge mit Diskussion


Interessant hinsichtlich des Glaubens ist vor allem die Teilnahme vom Psychiater Daniel Hell. Er hat sich auch mit den frühchristlichen Wüstenväter befasst mit dem Buch "Leben als Geschenk und Antwort - Weisheiten der Wüstenväte". Interessant auch das Buch "Die Wiederkehr der Seele - Wir sind mehr als Gehirn und Geist"


Grüsse Columba
Johannes 8,8 Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Sa 12. Jan 2019, 14:34

Helmuth hat geschrieben:
onThePath hat geschrieben:Helmuth, Bücher von ihm bekommst du sicher vom Antiquariat. Kannst mir was empfehlen wenn du es gut findest.

Von DPM habe ich so ziemlich alles bei mir daheim. Was fehlt werde ich selbst mal ergänzen. Ich muss es mal wieder durchforsten und werde dir dann Tipps geben.

Aber wie du weißt arbeitete DP im geistlichen Bereich, nicht im medizinischen. Er negiert das aber nicht, aber wenn der Geist eingreift, nun was spricht dagegen? Es gibt ja sogar ein klare Stelle, dass Gott selbst unser Arzt ist:
2 Mose 15, 26 hat geschrieben: ... so will ich keine der Krankheiten auf dich legen, die ich auf Ägypten gelegt habe; denn ich bin der HERR, dein Arzt!

Ich habe nachgesehen, ob im hebräischen Text hier wirklich "Arzt" steht. Ja, es steht! Das Wort "rophe" wird auch heute in Israel allgemein als Arzt gebraucht.


Es gibt auch Bücher von Psychiatern, die auch Besessenheit erkennen. Einer heißt Lechler. Kurt Koch zitiert ihn.

Hier ein Artikel

https://horst-koch.de/krankheit-oder-daemonie/

Lg, otp
Zuletzt geändert von onThePath am Sa 12. Jan 2019, 17:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Sa 12. Jan 2019, 15:13

Columba hat geschrieben:Für Zürcher: Hier noch ein Veranstaltungshinweis, der auch für die Diskussion hier interessant sein könnte:

Brauchen wir die Seele in der Therapie?
22. Januar 2019, 18.30 bis ca. 21.00 Uhr
Universität Zürich, Hauptgebäude, Rämistrasse 71, Hörsaal KO2-F-152 EV

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Interessant hinsichtlich des Glaubens ist vor allem die Teilnahme vom Psychiater Daniel Hell. Er hat sich auch mit den frühchristlichen Wüstenväter befasst mit dem Buch "Leben als Geschenk und Antwort - Weisheiten der Wüstenväte". Interessant auch das Buch "Die Wiederkehr der Seele - Wir sind mehr als Gehirn und Geist"


Grüsse Columba

Psychiater Daniel Hell Uni Zürich, auch Depressionsspezialist. Interessant.

Mir ist gerade Zürich zu weit, bin eben nicht gerade bei meiner Tochter in der Schweiz.

lg, otp
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Columba » Di 22. Jan 2019, 15:06

Wer zufällig Zeit hat und in der Nähe ist: Das wäre heute:


Columba hat geschrieben:Für Zürcher: Hier noch ein Veranstaltungshinweis, der auch für die Diskussion hier interessant sein könnte:

Brauchen wir die Seele in der Therapie?
22. Januar 2019, 18.30 bis ca. 21.00 Uhr
Universität Zürich, Hauptgebäude, Rämistrasse 71, Hörsaal KO2-F-152 EV

freier Eintritt

Zwei Vorträge mit Diskussion

Interessant hinsichtlich des Glaubens ist vor allem die Teilnahme vom Psychiater Daniel Hell. Er hat sich auch mit den frühchristlichen Wüstenväter befasst mit dem Buch "Leben als Geschenk und Antwort - Weisheiten der Wüstenväte". Interessant auch das Buch "Die Wiederkehr der Seele - Wir sind mehr als Gehirn und Geist"


Grüsse Columba
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » So 24. Mär 2019, 11:44

lionne hat geschrieben:Das ist schön und gut, was ihr da alle schreibt und anregt!
Nützen, bzw. so vorgehen, kann man nur, 1. wenn der Patient bereit dazu ist und
2. wenn er nicht in einer Psych. Klinik oder Forensik eingeschlossen ist!
Wenn er nämlich quasi "unter Verschluss"/in der geschlossenen Abteilung ist, ist er den Aerzten dort total ausgeliefert, und die haben nur e i n e Lösung
>>> Psychopharmaka (und zwar hartes Geschoss! z.B. Leponex).
Gruss lionne

P.S. Dann bleibt nur das Gebet für die Person....


Die Zahl traumatisierter psychiatrischer Patientinnen und Patienten, die sich nach psychiatrischer Zwangsbehandlung und infolge des Fehlens therapeutischer Hilfe beim Verarbeiten der iatrogenen Traumata das Leben nehmen, dürfte beträchtlich sein. Wen interessiert das? :o :(

Immer wieder gelesene/gehörte "Forderung" (Grundsatz): Menschen mit Behinderungen sollen dieselben Rechte zugestanden werden, wie sie auch Menschen ohne Behinderungen gewährt werden.
>>> Davon sind wir noch sehr weit entfernt! :cry:

LG lionne
Zuletzt geändert von lionne am So 24. Mär 2019, 12:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » So 24. Mär 2019, 12:04

Ich denke, in einer geschlossenen psychiatrischen Abteilung wird man eher gestört als dass man einen Vorteil hat. Der einzige Vorteil ist Ruhigstellung.
Für sensible Menschen sicher ein Horror, nur mit starken Medikamenten zu ertragen.

Allerdings, für schwer psychotische Menschen weiß ich auch nicht, ob man was besser machen könnte.

Aber mit schwer psychotische Menschen ist die gesamte Regelung für Angehörige auch eine Katastrophe.

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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » So 24. Mär 2019, 12:17

Es ist und bleibt ein (riesen-)grosses Problem >>> die psychischen/psychiatrischen Krankheiten, das kann nicht bestritten werden!
Lösungen hat man da noch keine wirklichen! Eben nur Psychopharmaka (Neuroleptika)! Für dieses "Ruhigstellung der Patienten und Patientinnen" nimmt man in Kauf, dass der Patient/die Patientin noch weiter (auf anderer Ebene) erkrankt und immer mehr (körperliche und seelische) Probleme bekommt....
Meine Frage nun hier: Ist das human? Ist das nun ein Gewinn und für wen)?
Gruss lionne
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon firebird » So 24. Mär 2019, 12:41

Hallo zusammen,

Wenn ich diese Zeilen so lese komme ich immer wieder zum Schluss "Vorbeugen ist besser als Heilen". Kommt es bei einer psychischen Erkrankung zu einem bestimmten Härtegrad, dann wird eine Heilung einfach schwierig. Da ist es dann für mich verständlich, dass man den Teufel mit Belzebub austreiben will und man dann leider keine andere Wahl hat. Nicht selten ist dann eine völlige Heilung ausgeschlossen, man muss sich dann mit Besserungen zufrieden geben. Es sei denn, dass Gott einem Patienten eine Wunderheilung schenkt.

Vorbeugen kann heissen für eine gute Work-life Balance besorgt zu sein. Im frühen Stadium einer Erkrankung um Hilfe nachzusuchen. Nach Hilfe zu ersuchen um Suchtverhalten abzubauen. Vielleicht müssen wir es wieder neu lernen schöne Augenblicke zu geniessen. Das Zauberwort heisst: Selbstfürsorge. Dieses Thema wäre auch einmal einen Thread wert. Wir können darüber austauschen, wie wir Selbstfürsorge betreiben und einander mit Ideen beliefern.

Es Grüessli
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Doch mit Jesus Christus bin ich im besten Team!
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » So 24. Mär 2019, 17:35

Hallo firebird

Solange man Eltern im Stich läßt, die eine zerstörende beginnende Cannabissucht mit psychotischer Wirkung bemerken, kämpft man vergeblich.
Das ist eine der Missstände.

Solche jungen Menschen muss man vor sich selbst schützen.

Selbstfürsorge bringen nur Menschen auf, die Widerstand leisten können. Anstatt blind und ungebremst ins Verderben zu laufen. Die Gesellschaft faselt dann von Freiheit und Selbstbestimmungsrecht anstatt zu versuchen, dem entgegen zu wirken. Ist mir aus eigenem Erleben bewusst. Gefaselt und versäumt wird viel. Von wegen es gibt genug Hilfe und Fachleute die alles unter Kontrolle haben. Man sollte mehr Druck machen.

Sehr lange, Jahre, hat es auch gedauert, bis der alkoholsüchtigen und magersüchtige junge Frau, um die wir uns etwas gekümmert haben, endlich ein Betreuer zur Seite gestellt wurde, der auch die Eltern entlastet.


Lg, otp
Zuletzt geändert von onThePath am So 24. Mär 2019, 17:47, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Helmuth » So 24. Mär 2019, 17:43

onThePath hat geschrieben:Solange man Eltern im Stich läßt, die eine zerstörende beginnende Cannabissucht mit psychotischer Wirkung bemerken, kämpft man vergeblich.

Solche jungen Menschen muss man vor sich selbst schützen.

Mein jüngerer Sohn hat mir letzte Woche eingestanden, dass er weiterhin THC konsumiert. Und er bleibe dabei, obwohl er mir vor 3 Jahren versprochen hatte damit aufzuhören. Ich war niedergeschlagen.

Was tut man in einem solchen Fall?
Herzliche Grüße
Helmuth
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » So 24. Mär 2019, 17:53

Hallo, Helmuth.

Zunächst ist schon mal beruhigend, wenn dein Sohn wenig anfällig ist für cannabisverursachte Psychosen. Diese können ja chronisch werden.

Eine junge Frau vom Abendgymnasium bekam von Cannabis Panikzustände und hörte zum Glück mit Cannabis auf.

Ein junger Mann, den wir seit 10 Jahren etwa kennen, konsumierte schon im Alter von 14 Jahren viel. Trotz psychotischer Attaken steht er immer noch stabil im Leben. Trotz Cannabissucht.

Mein Sohn überlebte den Cannabis psychisch überhaupt nicht. Seine psychischen Defizite sind gravierend.

Ja, lasst uns überlegen, wie die Situation deines Sohnes ist. Zunächst geht es ja darum, dass du nicht dich absonderst, sondern Kontakt hältst. Und herausfindest, warum er Cannabis konsumiert.

Der junge Mann hat immer noch Kontakt zu uns. Allerdings traut er sich nicht mehr, sich gegen das Cannabis zu wehren. Bei ihm war offensichtlich deutlich auch dämonische Einwirkung am Werke, gegen die er sich nicht erwehren konnte. Deshalb wagt er es auch nicht, mit uns zusammen zu beten. Weil es dann heftig wird.

Aber beten wäre der Anfang eines Weges. Ist doch für Jeden so. Das Beten verlangt ja, dass man bereit ist, sein Leben zu ordnen und zu ändern.

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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Helmuth » So 24. Mär 2019, 19:08

onThePath hat geschrieben:Zunächst geht es ja darum, dass du nicht dich absonderst, sondern Kontakt hältst. Und herausfindest, warum er Cannabis konsumiert.

Kontakt haben wir an sich einen guten. Ich denke er will sich entspannen vom Alltagsstress. Sein Charakter hat sich m.E. geändert, er ist öfter ungehalten und jähzornig. Das war früher nicht so. Ob das nun rein berufsbedingt oder doch wegen des Konsums ist, ist schwer abzuschätzen, ich bin deshalb in Sorge um ihn. Er zieht auch seine Lebensgefährtin in Mitleidenschaft, indem sie gemeinsam rauchen.

Er rechtfertigt sich damit, dass er meint, Alkohol wäre weit gefährlicher und richtet wesentlich mehr an. Ich sagte bei Missbrauch ja, aber bei Normalkonsum verändert mich das nicht psychisch, THC schon. Das dementiert er, weil er meint sich genügend informiert zu haben, dass dem nicht so sei.

onThePath hat geschrieben:Aber beten wäre der Anfang eines Weges. Ist doch für Jeden so. Das Beten verlangt ja, dass man bereit ist, sein Leben zu ordnen und zu ändern.

Ich mache das, er nehme ich mal an hat noch kaum ein reales Gebetsleben. Die Jugend treibt es zuviel noch zum ausgelassenen Nachtleben hin.
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » So 24. Mär 2019, 19:26

Tja, THC als harmlos verallgemeinern, das gehört bei Konsumenten dazu.
Jähzorn könnte passen zum THC "Genuss".

Könnte man an seine Freundin herankommen, dass sie dich unterstützt ? Oder auch bei sich bedenkliche Wirkungen bemerkt ? Oder gibt es Jemanden, auf den er hört ?

Lg, otp
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Helmuth » So 24. Mär 2019, 20:15

onThePath hat geschrieben:Könnte man an seine Freundin herankommen, dass sie dich unterstützt ?

Ich kann es versuchen, denn ich denke sie will das eigentlich nicht. Aber wie sagt man: Mitgehangen mitgefangen.

Danke für den Tipp. :pray:
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon John1955 » Mo 25. Mär 2019, 10:46

onThePath hat geschrieben:Geht aus der Bibel klar hervor, was Seele und Geist bedeuten ? Ist mir nie ganz logisch klar geworden.

Für den Psychiater sind Bewusstsein und Persönlichkeit wohl nichts weiter als Gehirnvorgänge.

Allerdings interpretieren doch bestimmte Christen den Mensch als Einheit, die mit dem Tode aufhört zu existieren und erst durch die Auferstehung wieder neu erschaffen wird.

Lg, otp


Also ich bin überzeugt, dass alles was ein Mensch an psychischen und/oder physischen Verletzungen oder auch an emotionaler Vernachlässigung in seiner Jugend hat erlebt auf der Seele lastet und dies sein Denken (Geist) von sich und Mitmenschen und auch sein Handeln beeinflusst.

Somit ist für mich das so genannte Unterbewusstsein sogleich die Seele. Menschen die solches wie vorhin beschrieben erlitten, benötigen viel Kraft Mut und Ausdauer, um durch Aufarbeitung und inneren Versöhnungsarbeit von jenem schwewiegenden Ballast befreit werden um endlich frei davon wahres Leben eingehen, geniessen zu können.

Viele schaffen es nicht, (fehlt ihnen hierfür notwendige, liebevolle, geduldige, fördernde Unterstützung), und greifen entweder zu Überkonsum betreffend Alkohol/Drogen um den immensen Schmerz im Innern zu betäuben oder gar nicht hochkommen zu lassen oder geraten womöglich in die Hände solcher (gewinnorienteirter) Psychiater, die sie mittels Abgabe von entsprechenden Psyhopharmaka sie zu langjährigen Patienten verdingen, statt sie mittels lösungsorientierter Psychologie (Fokus aufs Ziel statt auf das Problem) auf die in ihnen vorhandenen Problemlösungswerkzeuge (Gebet inkl.) aufmerksam zu machen und sie aus der Finsternis ins Licht zu begleiten.

In der sogenannten Finsternis befinden sich bekanntlich nicht nur Sünder sondern auch Opfer von Sündern. Beiderlei haben Angst auf deren ureigenen Weise vor dem Licht.

Gruss John
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Gnu » Mo 25. Mär 2019, 11:53

Helmuth hat geschrieben:
onThePath hat geschrieben:Solange man Eltern im Stich läßt, die eine zerstörende beginnende Cannabissucht mit psychotischer Wirkung bemerken, kämpft man vergeblich.

Solche jungen Menschen muss man vor sich selbst schützen.

Mein jüngerer Sohn hat mir letzte Woche eingestanden, dass er weiterhin THC konsumiert. Und er bleibe dabei, obwohl er mir vor 3 Jahren versprochen hatte damit aufzuhören. Ich war niedergeschlagen.

Was tut man in einem solchen Fall?

Ich weiss nicht, was du in einem solchen Fall tun sollst, aber ich kann dir sagen, was ich getan habe. Ich las die ganze Wikipedia-Abhandlung über THC. Mein Eindruck, den ich davon bekam, war folgender: Bla bla bla. Wer nicht Biochemie aus dem FF kennt, versteht da gerade mal, dass sich da Möchtegern-Experten mit Möchtegern-Juristen ein grosses Scheingefecht liefern, um das Volk, welches ja von den Politikern abgeschafft wird, dumm zu halten. Cannabis ist eine Pflanze unseres Herrn, die er auch verwendet, um Salböl und Räucherwerk herzustellen. Die Pflanze als samentragendes Kraut ist koscher und ihr Konsum erlaubt. Bei THC handelt es sich um einen öligen Extrakt aus der weiblichen Blüte des Hanfs, welcher, wenn konsumiert, psychoaktiv wirkt, weil es ein schmerzstillendes Mittel ist. Dies kurz die Zusammenfassung aus Wikipedia. Auf der gleichen Seite liest man auch von extremen Wirkungen von chemisch verändertem THC und von gefährlichen synthetischen Ersatzprodukten, die in der Psychiatrie als Psychopharmaka angewendet werden.
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Mo 25. Mär 2019, 12:07

Tja, aber was ist das Unterbewußtsein letztlich ?
Die Summe aller psychisch wirksamen Vorgänge im Hirn ?

Was mir auch Gedanken macht, sind Fähigkeiten von Menschen, die sie eigentlich gar nicht haben dürften. Etwa eine Sprache können, die sie nicht gelernt haben, oder lange Offenbarungen im automatischen Schreiben zustande bringen. Dazu gehören auch Spukerscheinungen, die die Paraosychologie unbewussten Fähigkeiten zurechnen. Das ist schon seltsam, was das Unterbewußte oder Unbewußte können soll, ohne Zutun des Bewußtseins. Kein Wunder, dass an unbegrenzte Fähigkeiten des menschlichen Geistes geglaubt wird

Was dämonische Ursachen von psychischen Störungen betrifft, glaubt man auch an Leistungen des Unterbewusstseins, das sich bisweilen selbst personifizieren soll ohne Gesamtbewusstsein, also abgespalten von der Persönlichleit und ihrem normalen Bewusstsein. Und da gibt es auch noch die Multipersönlichkeit. Selbsttätig agierende Teilpersönlichkeiten, die das Bewusstsein übernehmen, Abspaltungen.

Ein Problem dabei ist, dass der Christ nicht nur an psychische Störungen glaubt, die krank machen, sondern auch an krankmachende dämonische Einflüsse.

Aber damit wäre das Weltbild der Psychiatrie und Psychologie falsch, und das Traumbild der Esoterik, die quasi an die eigene Allmacht glaubt, ziemlich dürftig.
Sie lassen ja den Gedanken nicht zu, dass es krankmachende dämonische Einflüsse gibt und auch höhere Fähigkeiten gibt, die nicht aus der Persönlichkeit heraus kommen. Damit bestimmen sie, wie die Wirklichkeit zu sein hat, sie haben eine bestimmte Weltsicht. Das Bewusstsein ist quasi mit der ganzen Welt verbunden, was bisweilen aus dem Unbewusstsein und womöglich ohne Zutun des Bewusstseins durchschimmern soll.

Da bleiben für mich mehr Rätsel betreffs der Definition von Bewusstsein, Unterbewusstsein und Unbewussten und Seele.

Dazu Rätsel, was von der Persönlichkeit nach dem Tod dann ohne Hirn übrig bleibt.

Eine wichtige Rolle hat ja der Psychologe Jung gespielt. Der war aber sowohl spiritistisch als auch esoterisch interessiert.



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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon firebird » Mo 25. Mär 2019, 14:09

Lieber oTP, lieber Helmuth,

ja, es ist für Eltern eine nicht zu unterschätzende Belastung, wenn Söhne oder Töchter in den Drogen hangen und man zusehen muss, wie die Stricke der Sucht immer mehr zusammengezogen werden. Wenn Sohn oder Tochter erwachsen sind, kann man nicht viel machen. Wie es ja oTP beschreibt, können staatliche Anlaufstellen einen ordentlich im Stich lassen. Vielleicht ist es eine Hilfe, wenn ich euch dazu ermutige, den Mut nicht sinken zu lassen. Vielleicht muss man den staatlichen Laden einmal etwas ausforschen um an die richtige Behörde zu gelangen.

Bei uns in der Schweiz, wäre eine Gefährdungsmeldung an die KESB (Kinder und Erwachsenen Schutz Behörde) ein Weg. Allerdings hat die KESB bei uns einen schlechten Ruf. Zu oft haben solche Theoretiker am Schreibtisch kurzsichtige und damit verheerende Entscheide gefällt. Aber es kann auch durchaus geschehen, dass man mit einer fachkompetenten Person in Kontakt kommt. Da können Gesetzeskundigkeit, elterliche Menschenkenntnis, Medizin .... etc. Synergien bilden um gute Lösungen zu erarbeiten.

Eine zuversichtliche Einstellung ist hilfreich, wenn man eine Behörde angeht. Wenn man schon etliche negative Erfahrungen gemacht hat ist es nicht einfach um zu einer zuversichtlichen Einstellung zu gelangen. Doch ist es halt wichtig, dass man über einen solchen Schatten springt.

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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Helmuth » Mo 25. Mär 2019, 18:27

firebird hat geschrieben:Wenn Sohn oder Tochter erwachsen sind, kann man nicht viel machen.

Was bei mir der Fall ist. Sohnemann ist mittlerweile 27. Aber eines kann man immer, und das ist beten. Ich werde das Gebet mit Fasten unterstützen.

Danke für eure Anteilnahme.
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Mo 25. Mär 2019, 19:02

Na, 27 ist immerhin die reifere Jugend. Allerdings für sehr Süchtige ein gefährliches Lebensalter. Aber eben auch ein schon vernünftigeres Alter.
Tja, der Elterneinfluss ist wohl eher gering. Da müssten schon gute "Weggefährten" Einfluss nehmen.

Lg, otp
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » Mo 25. Mär 2019, 20:39

Helmuth hat geschrieben:(…) Aber eines kann man immer, und das ist beten. Ich werde das Gebet mit Fasten unterstützen.

Das ist mMn eine gute (die beste!) Option! :pray: :pray:
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » Mo 25. Mär 2019, 21:11

firebird hat geschrieben:
Bei uns in der Schweiz, wäre eine Gefährdungsmeldung an die KESB (Kinder und Erwachsenen Schutz Behörde) ein Weg. Allerdings hat die KESB bei uns einen schlechten Ruf. Zu oft haben solche Theoretiker am Schreibtisch kurzsichtige und damit verheerende Entscheide gefällt. (....)

In der Tat hat die KESB schweizweit einen schlechten Ruf! Ich sage da nur: "Wo Rauch ist, da ist auch Feuer."
Meine Meinung: Niemand (der einigermassen gescheit im Kopf ist ;)), begibt sich freiwillig in die Hände der KESB!
Ich habe gerade kürzlich einer Witwe geholfen, die man verbeiständen wollte, nach dem Tod ihres Ehegatten. Und zwar aus rechtlich überhaupt keinen hinreichenden Gründen!!! :shock: Ein Skandal!
Also: Aufgepasst!
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Mo 25. Mär 2019, 23:21

Ich habe da sehr lange schwere Lasten getragen, und auch lange Jahre gebetet. Dennoch ist viel Schlimmes geschehen.

Ich bete um Hilfe zu Gott nur noch jeweils kurz. Gott ist nicht schwerhörig. Und wenn ich viel ertragen muss, dann ist es eben so. Ich hatte gewiss kein leichtes Leben. Ich habe an so einigen Abgründen gestanden.
Immerhin kann ich im Moment mit meiner Frau zusammen unsere gemeinsame Zeit genießen.

Lg, otp
Zuletzt geändert von onThePath am Mo 25. Mär 2019, 23:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » Mo 25. Mär 2019, 23:31

onThePath hat geschrieben:Ich habe da sehr lange schwere Lasten getragen, und auch lange gebetet. Dennoch ist viel Schlimmes geschehen.

Ich auch; auch bei mir ist (viel) Schlimmes passiert! Und ich trage sie immer noch, diese Last(en).
Wie mir die Neuropsychologin vor ein paar Jahren gesagt hat: "Es endet erst mit meinem Tod oder mit dem Tod der betreffenden (mich äusserst fordernden) Person."
Brutal ausgedürckt, aber eben die Wahrheit!
LG lionne :cry:
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Mo 25. Mär 2019, 23:41

Ja, lionne.
Daran kann man selber innerlich zugrunde gehen.
Ich hoffe aber, dass du in dir und durch Gott Kraft dennoch so etwas wie eine unzerstörbare Ruhe hast in dir drin. Die dir immer wieder Auftrieb gibt durch neue Lebenskraft und Mut im Chaos.

Sehr wichtig sind ja auch Menschen die einen entlasten können.

Lg, otp
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » Di 26. Mär 2019, 10:54

onThePath hat geschrieben:JSehr wichtig sind ja auch Menschen die einen entlasten können.

Ja, in der Theorie wäre das so! Leider habe ich in den über 20 Jahren festgestellt/feststellen müssen, dass die Menschen, die einen eigentlich 'entlasten' sollten, einen mehr oder weniger nur noch mehr belasten/einem noch mehr Arbeit aufbürden, statt einen zu entlasten.
Letztes Beispiel: Organisation einer zahnärztlichen Behandlung (Kostenvoranschlag/Kostengutsprache), die sage und schreibe 2 Monate und 10 Tage einfach 'liegengeblieben'! ist und wo ich dann als Angehörige wieder aktiv werden musste, damit die Sache angegangen wird!
Ich sage es jetzt mal ganz krass und brutal: Wenn ich nicht Christin wäre, würde ich die Person und mich selber ins Nirvana befördern! Mein Glaube verbietet mir das aber und so mache ich weiter bis zum bitteren Ende! :cry:
LG lionne

P.S. Mein Bruder hilft mir bei administrativen Sachen, so haben wir z.B. letztes Wochenende die Steuererklärung gemacht.....
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Di 26. Mär 2019, 13:36

Ja, liebe lionne
Ich kann erahnen wie sehr das dich alles belastet.

Und ich komme mir so vor wie ein Kämpfer in einer lebensbedrohenden Schlacht. Von ständiger vernichtender Bedrohung umgeben. Ich musste akzeptieren dass ich quasi in einem Schlachtfeld lebe. Und musste lernen damit zu leben und zu überleben.


Ein Schlachtfeld ist das Leben vieler Menschen auch. Trotz unserer Wohlstandsgesellschaft. Denke auch an doro, die ihrem Schiksal ausgeliefert war. Tod, Verderben und Verwundung. Das ist unser Leben nun mal.


Ich zehre ja an unserem Hauskreis vor 10 Jahren, wo ich mitmachen durfte bei der Schlacht um einige junge Menschen. Und dabei sogar etliche Male hautnah dem unsichtbaren Bösen gegenüber stand. Da konnte ich Einiges mittun, da gab es auch Siege. Natürlich war es auch anstrengend, aber ich bemerkte gerade da Kraftzuwachs und Durchhaltewillen. Ich hasse das Böse und das Leid und stelle mich ihm gerne entgegen um es abzuwehren. Natürlich auch abwägend, auf was ich mich einlasse. Und ich kenne auch Zustände völliger innerer Schwachheit und Handlungslähmung. Das kann man ertragen, oft fühlt man sich einen Tag später schon wieder viel besser. Nur Vorsicht davor, innerlich völlig aus zu brennen.

Wir alle müssen durchhalten und dürfen aber erwarten, getröstet zu werden und völlig zufriedengestellt zu werden. Das Leben ist sehr kurz aber die Ewigkeit lang.

Sogar Jesus erniedrigte sich bis zum Tod. Ein übler Tod, unverdient. Gerade dadurch stellte er sich dem Tod und dem Leid der ganzen Menschheit entgegen. Trotz Tod und Leid bewies er seinen Sieg über all das. Wir können also hoffen. Und trotz Allem voll Hoffnung auf das Kreuz und das leere Grab schauen. Und ausharren bis zum Ende.

lg, oTp
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » Mi 27. Mär 2019, 10:54

"Mein Leben, das einst so leicht und schön gewesen ist, so abwechslungsreich und interessant, lebenswert und vollgeladen mit Aktivitäten, ist zur Hölle geworden. Seit Beginn der Leponex-Einnahme habe ich keine Lust mehr auf Sex, keine Lust an der Bewegung und keine Freude am Leben. Ein Leben ohne Freude ist jedoch ärger als der Tod. Alles, war mir geblieben ist, ist das Fernsehen, wo ich seit sieben Jahren anderen zusehe, wie sie leben. Ich bin zwar biologisch noch am Leben, doch meine Sinne sind schon längst tot, alles, was mir früher Freude gemacht hat, kann ich nicht mehr machen. Mein Leben existiert eigentlich gar nicht mehr, ich komme mir so leer und so unbedeutend vor. Am schlimmsten ist es am Morgen. Jeden Tag nehme ich mir vor, am nächsten Tag mit einem gesunden Leben zu beginnen, die Medikamente wegzuschmeissen, viele Vitamine und Fruchtsäfte zu trinken und mit einer täglichen Fitnessroutine zu beginnen. Durch die Neuroleptika entsteht ein Gefühl, als ob es mir gelingen würde, am nächsten Tag mit einem ganz anderen, einem neuen Leben zu beginnen. Wenn ich dann aber in der Früh aufwache, bin ich wie zerschlagen und komme vor 9 Uhr nie aus dem Bett, meine Depressionen sind so arg, dass ich jeden Tag an Selbstmord denke."
(>>> So in etwa kann man sich das Empfinden eines mit Neuroleptika (hier Leponex) behandelten Menschen nur mal ansatzweise vorstellen.....) :cry:
Gruss lionne

P.S.: Mehr oder weniger gleich habe ich das auch persönlich von einer Patientin so gehört, ist also keine 'Erfindung' bzw. keine Märchenerzählung...
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Mi 27. Mär 2019, 12:25

Hallo, lionne

Ausgehen muss man von zweierlei:
Wie war der psychische Zustand vor der Einnahme von Psychopharmaka ?

Was hat sich verändert seit der Einnahme ?

Das sind eigentlich Fragen, die der Psychiater stellen sollte. Was nützt ein psychisches Medikament, welches das Leben anders schlimm macht ?

Wenn Jemand zb starke Ängste hat, kann es ja keine Lösung sein, wenn das Medikament Gedanken und Gefühle lähmt. Dann wird es zur chemischen Zwangsjacke. Kann auch nötig sein bisweilen.

So etwas sind keine Lösungen. Entweder die Psychiatrie kann es bei solchen Menschen nicht besser, oder Psychiater interessiert es nicht, mehr Aufmerksamkeit aufzubringen, um bessere Lösungen zu finden. Dann sind sie Teil eines erbärmlichen Systems, das schon damit beginnt, keine Zeit zu haben.

Aber ich vermute, dass ein kaputtes Selbstgefühl das Grundproblem ist, das Medikamente sehr schwer lösen können. Der Patient mag von Aussen besser dran zu sein, gemessen an seinem Verhalten. Aber in ihm selber ist eben Kaputtheit. Das verursachen auch Nebenwirkungen. Somit wird also nur kaschiert und Kosmetik betrieben. Ich denke, mehr kriegen Psychiater mit ihren Pillen oft auch nicht hin. Noch dazu nehmen sie sich keine Zeit für bessere Betreuung.

Die Psychiater geben Psychopharmaka und interessieren sich nur, wenn der Patient es dennoch gar nicht aushält und andere Pillen möchte. Das sieht nach nicht viel mehr als einer Art Experiment aus. Nämlich alle Mittelchen ausprobieren, vielleicht wirkt ja eins davon günstig. Eine Art psychiatrisches <Glücksspiel. Nimmt man auch leichtfertig weitere psychische Schädigungen durch Langzeiteinnahme in Kauf ?


Fairer Weise muss man sagen, dass es auch Patienten gibt, die mit Medikamenten besser aus einer Psychokriese kommen. Dann können sie oft bald die Psychopillen absetzen.
Oder die ohne Medikamente so gestört sind, dass man mit einer schlechten Lösung zufrieden ist.

Natürlich gibt es auch sehr verantwortungsbewusste Psychiater. Bei denen man sich bedanken sollte.

Ich bin jedenfalls froh zu einem Klinik Psychiater gesagt zu haben, dass ihre Psychopillen nur im Gehirn herummanipulieren, mal positiver, mal negativer. Er bestritt natürlich meine Aussage. Aber man kann die Psychiater ruhig schon auch Psychodesigner nennen dafür, dass sie mit der Mischung verschiedener Psychopharmaka ein psychisches Verhaltensmuster einem Menschen aufdrücken. Die Patienten sind ihnen ausgeliefert auch als Versuchskaninchen.

Wenn ein schwer Drogensüchtiger sich über Schäden durch Psychopharmaka beschwert, tickt auch nicht richtig.

Oder wenn ein Triebtäter sich beschwert, dass die Medikamente ihm die sexuelle Lust nehmen.


Wer möchte, kann ja die positiven Erfolge der Medikamenten-Psychiatrie betonen. Dafür habe ich auch ein offenes Ohr.


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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » Do 28. Mär 2019, 11:14

Ich rede hier nicht von (mehrfach straffälligen) Triebtätern oder Schwerst-Drogenabhängigen.... oder von Vergewaltigern - das ist nochmal ein anderes Kapitel.

Ich habe keine Kraft und Energie mehr, mich weiter mit "der Psychiatrie" auseinanderzusetzen und zwar aus dem einfachen Grund (>>>Fazit): Es nützt dem Patienten/der Patientin absolut nichts , aber auch gar nichts, wenn ich mich damit (auch mit der Kritik) ernsthaft auseinandersetze; dem einzelnen Patienten oder der einzelnen Patientin kann ich nicht helfen!
Was ich in den letzten über 20 Jahren gesehen und (durch den Kontakt mit Psychiatriepatienten und -patientinnen) erlebt habe, reicht (mir) völlig aus, um zu meinem definitiven und vernichtendem (End-)Ergebnis zu kommen: Die Psychiatrie hat nichts weiter zu bieten als (höchst umstrittenen) Substanzen = Psychopharmaka, die in absurd unkritischer Haltung 'verteilt' werden, als ob es sich um Sugus oder bunte Samarties handeln würde. Dabei ist klar (und dazu braucht man wirklich kein Professor zu sein), dass es sich bei den Psychopharmaka (und ich beziehe mich da v.a. auf die sog. Neuroleptika) um giftige, das Gehirn verändernde und abhängig machende Substanzen handelt.
Diese Substanzen verändern den ganzen Menschen und zwar seelisch, emotional und kognitiv - und nicht zu vergessen auch rein optisch; ich denke dabei an die grotesken Gewichtszunahmen, die mit dem Verabreichen dieser Substanzen zusammenhängen. Nicht zu vergessen natürlich all die "Folgekrankheiten" die sich daraus ergeben (Adipositas, Hypertonie, Herzrhythmusstörungen, Diabetes…)!
Mag einer sagen, dass es auch positive Beispiele gibt! Kann durchaus sein, nur leider kann ich im meinem Umfeld nicht ein einziges Bespiel finden/sehen, wo nicht der betroffene Mensch "total umgekrempelt" (= zerstört) worden ist und ein elendes, 'unwürdiges' Dasein fristet…
Ich bin es leid, x Bücher zu lesen und mich umfassend über die Materie zu informieren: All mein Bemühen nützt niemandem! Die Menschen "an der Front" sollten mutig handeln und fachlich fundiert und schonungslos über Missstände und Alternativen aufklären (>>> z.B. Open Dialogue aus Finnland bei Schizophrenie).
Aber inzwischen weiss ich: Das sind nur fromme Wünsche und niemand und nichts in Sicht, um hier nachhaltige Veränderungen herbeizuführen! Auch in diesem Bereich (Psychiatrie) geht es – wen wundert’s - vor allem um Macht und Geld.
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Do 28. Mär 2019, 12:44

Lionne,
Deine Kritik kann ich nachvollziehen. Betonen möchte ich, dass sich der Psychiatrie-Mechanismus mir als äußerst festgelegter, unflexibler, träger "Haufen" dargestellt hat. Dazu gehört auch, dass mein Sohn Andreas teure Hotelübernachtung bekommt, es aber aussichtslos ist, dass die Behörden es in Jahrzehnten zuwege bringen könnten, ihm eine simple Mietwohnung zu beschaffen. Man hat zwar Betreuer als Unterstützung für solches Wohnen, aber kein Wohnungen. Und sein aktueller Betreuer ist wie üblich auch in Richtung Wohnen machtlos. Es existieren keine geeigneten Wohnungen.


Das eigene Wissen davon, wie die Psychiatrie wirkt, kann ja mal nützlich sein um Anderen zu helfen. Und die naive Vorstellung in der Art: "In der Psychiatrie sind alle gut aufgehoben und versorgt ", der kann man entgegen treten. Schon die Behauptung: "Wir haben heutzutage wirksame Medikamente gegen alle psychische Schäden" ist sehr zu hinterfragen. Und der Umgang mit Cannabis, der reichlich junge Leute zu psychischen Ruinen macht, muss auch realistisch gesehen werden. Was da alles läuft macht mich hin und wieder richtig wütend. Cannabis wirkt doch eindeutig toxisch und äußerst zerstörerisch besonders auf die junge Psyche. Jedes Medikament das so zerstörerisch wirkt, würde aus dem Verkehr gezogen. Beim Thema Genuss und Gift ist das wohl anders.


Gut dass du einige wichtige Probleme mit der Psychopharmaka genannt hast.

Man tauscht im besten Fall ein großes Übel, Psychosen, gegen ein immer noch großes Übel, Persönlichkeitsveränderung durch Psychopharmaka, und kaum akzeptierbare Nebenwirkungen ein. Bei den vielen chronischen Psychosen kriegt der Patient lebenslang Psychopharmaka, die die Psyche auf ihre Art völlig durcheinander bringen. Oder sogar süchtig machen.

Ich habe kurz in Selbsthilfegruppen reingeschnuppert. Dort bestätigt man sich wohl nur die eigene Hilflosigkeit und hilft sich diese Hilflosigkeit und Ohnmacht gegenüber der Psychiatrie zu akzeptieren und zu ertragen.

Ich weiß nicht mehr genau was, aber eine Klinik hier hatte ein Hilfsangebot für Angehörige gestrichen. Schade, dann hätte die Klinik Gelegenheit gehabt, sich auch mit der Not der Angehörigen beschäftigen zu müssen.


Aber die Psychotherapie ist auch ein Thema. Auch hier wird suggeriert, psychische Störungen in den Griff zu kriegen. Die Wirklichkeit wird um so trauriger, je schwerer eine psychotische, psychische, neurotische Störung ist. Langwierig zb, und dass bei horrenden Preisen für die Therapie-Stunde. Es ist wohl nicht übertrieben wenn ich mir vorstelle, dass auch hier oft an Menschen nur herum gedoktort wird.

Der Psychiatrie- und Therapiemarkt ist jedenfalls sehr groß und ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor. Allein die Pharmaindustrie kann dank ihren zwiespältigen Medikamenten gut und in Überfluss leben.


lg, oTp
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