Psychiatrie und Freiheit

Ethik, Lebensrechtsfragen
Sexualethik, Sozialethik, Wirtschaftsethik, Kreationismus / Schöpfungswissenschaft, Technik, Umwelt


Moderator: bigbird

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Mo 4. Mär 2013, 17:00

Eine Institution, das sozialpädagogische Zentrum, gab offen zu, man könne nichts machen in der bestehenden Situation.
Danach schafften wir ja alleine, dass unser Sohn uns nicht mehr terrorisieren konnte und leiteten außerdem mit Glück in die Wege, dass er einen Betreuer bekam. Soviel zur Reaktion und das Armutzeugnis des psychosozialen Zentrums.

Es bestehen keine Vernetzungen zwischen einzelnen Bereichen der Öffentlichkeit, die etwas tun könnten,und ein "Krisenmanagement" kann man erst recht völlig vergessen.

Werde versuchen, die Mechanismen der Selbsthilfegruppen zu verstehen.

Unser Sohn nimmt im Moment keine Medikamente mehr. Sein Geld hat er diesmal schon am 2. des Monats verspielt am Automat. Nicht auszudenken, was er für einen Terror machen würde ohne Betreuer und ohne die Erfahrung, wegen versuchter Gelderpressung von mir verurteilt worden zu sein. Wobei die Richter ein völlig taubes Ohr für die Tatsache hatten, dass er eine Psychose hat und einen Betreuer bräuchte. Soviel auch zur Justiz.

Er ist sehr unvernunftsgesteuert, und jeden Monat neu verhaut er sein Geld und kann sich noch nicht mal Zigaretten selber kaufen.

Natürlich, man kann theoretiscjh auch Glück haben und auf gute Psychiater (engagiert) und gute Richter ( mit Rundum-Umsicht) treffen. Aber ich kritisiere schon zu recht und so lange, bis sich was verändert.

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20693
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Mi 6. Mär 2013, 10:32

Der Psychiater tut im Moment gar nichts. Er ist zu sehr abhängig vom ganzen System, das nun mal Tod und Verderben von Ängehörigen akzeptiert, anstatt mehr Möglichkeiten zu schaffen. :mrgreen:

Ich bin diese Gesellschaft satt. Irgendwann zahle ich keine Steuern mehr. ;)
Lebe dann weit weg von meinem Sohn und gebe ihn beim Psychiater ab.

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20693
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » Mi 6. Mär 2013, 10:56

onThePath hat geschrieben:Lebe dann weit weg von meinem Sohn und gebe ihn beim Psychiater ab.
lg, oTp

Das sagst Du jetzt in der momentanen Gemütsverfassung. Aber als verantwortungsvoller Vater (und Ehemann) weisst du, dass du das nie machen wirst. Als Eltern sind wir gefangen in der Situation mit dem kranken Angehörigen. Und weil wir nicht aus unserer Haut können, machen wir jeden Tag weiter und weiter und weiter....... (bis wir so krank sind/geworden sind, dass wir nicht mehr weiter machen können....) und dann kommt das System und packt zu..... (d.h. dann 'ab in die Psychiatrie'= ab in die Psychiatirische Klinik).
LG lionne
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9366
Registriert: Do 16. Aug 2007, 16:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Mi 6. Mär 2013, 12:08

Du hast ja recht, lionne.

Beim Psychiater sagte gestern der Betreuer: "Wenn es mein Sohn wäre, hätte ich ihn längst rausgeschmissen".
Mein Sohn gab immerhin zu, "ab und zu" Speed zu nehmen. Keine Medikamente, dazu Speed: Eine tickende Zeitbombe.
Man sieht schon seine agressiven Augen.

Ich habe meinem Sohn schon angekündigt: Wenn er jetzt sich nicht mit der Sozialarbeiterin zusammensetzt, darf er im Sommer unter der warmen Brücke schlafen.

Oder ich gebe ihm 2000 Euro im Monat, überlasse ihm mein Haus und genieße meine Freiheit unter der Brücke.. :mrgreen:

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20693
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Fr 7. Jun 2013, 10:56

Ich bin mal wieder heftig damit konfrontiert, dass mein Sohn trotz schwerwiegender Psychose ein zum Tode verurteilter Mensch ist, der die gesetzliche Voraussetzung dazu hat, einer von denen zu sein, sich umbringen zu dürfen. Eine zwangsweise Behandlung wird verweigert, die Möglichkeit hat in diesem verantwortungslosen Gesetzesapparat den Vorrang. Und die Richterin und der jetzige Psychiater spielen mit in diesem grausamen Gesellschaftsspiel. Das Zauberwort wäre: Ich will mich umbringen oder die Eltern. Damit wird aber gespielt und es ist ihnen völlig egal, wer dabei zu Schaden oder zu Tode kommen könnte. Wir dürfen ihn auch gegen jede Vernunft auf die Straße setzen, auch das hat Vorrang. Oder ihn endlos weiter ungeschützt und ununterstützt tragen und ertragen zu müssen.

Die Last und das mit ihm leben zu müssen bleibt allein uns aufgebürdet. Und der ratlose Betreuer hat nur noch einen kleinen Hoffnungsschimmer.

Bananenrepublik. Dabei besteht wieder die gesetzliche Möglichkeit der Zwangsbehandlung.
Aber mitleidlose Verantwortungslosigkeit ist die Realität. Eine feine Gesellschaft.

Das ist übrigens auch in der Aussage durchaus die Meinung des Betreuers. Er kennt ja den Zustand von ihm und unsere Situation.
Als Jurist wird er natürlich versuchen doch noch etwas zu erreichen. Er bezeichnet die Situation von uns Eltern auch als extrem belastet.

Gerade wurde mein Gesamtbild von einer Polizistin und vom sozialpsychiatrischen Dienst bestätigt.

Alle sind "Zwangsgefesselt" von den Gesetzen.

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20693
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » Fr 7. Jun 2013, 13:13

onThePath hat geschrieben:.... und es ist ihnen völlig egal, wer dabei zu Schaden oder zu Tode kommen könnte. Wir dürfen ihn auch gegen jede Vernunft auf die Straße setzen, auch das hat Vorrang. Oder ihn endlos weiter ungeschützt und ununterstützt tragen und ertragen zu müssen.

Die Last und das mit ihm leben zu müssen bleibt allein uns aufgebürdet. Und der ratlose Betreuer hat nur noch einen kleinen Hoffnungsschimmer.

Es mag zwar nur ein kleiner Trost sein: hier in der CH sind die Verhältnisse ähnlich; jeder schiebt den 'Schwarzen Peter' dem andern zu, nur schön das 'Problem' dem ander zuschieben (Hauptsache weg von meinem Schreibtisch!).....
Geholfen ist weder dem/der Kranken, noch den unmittelbar betroffenen Angehörigen.... :(
LG lionne
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9366
Registriert: Do 16. Aug 2007, 16:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Fr 7. Jun 2013, 13:28

Tja, und der Mann vom Psychosozialen Dienst führt sogar gegen das Gesetz an, dass der Gefährdete mit seinem freien Willen dann etwas tut, was ihn noch mehr schädigt und Hilfe noch schwieriger macht. Alle achtung.

Leider machen sich Psychiater und Richter zum Handlanger eines menschenverachtenden Gesetzes. So schwammig und unfertig, so einseitig und menschenverachtend, dass es ein Gesellschaftsskandal ist.

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20693
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Sa 8. Jun 2013, 11:05

Heute habe ich das Geschreibsel der Richterin gelesen, die entschieden hat, dass mein Sohn nicht zwangsbehandelt wird. Was sie schreibt läßt jedenfalls nicht auf Sachkenntnis schließen und wirkt völlig oberflächlich. Es ging auch nur um das Gegenwärtige und was er sagt und aktuell getan hat ohne jede Zuordnung zum Zusammenhang seines Verhaltens. Wie soll man auf diese Weise psychotische Strukturen seines Denkens erkennen, zumal von einer Richterin ? Ihr würde nur völliger psychotischer Zusammenbruch auffallen. Aber das beabsichtigt ja das Gesetz über die Freiheit, sich selbst zerstören zu dürfen.

Es passt zum Gesamtzustand der Planlosigkeiten, und dem Verderben überlasen, wie damit umgegangen wird.
Es geht der Gesellschaft auch gar nicht um Hilfe für den Kranken, dass er gesund wird. Das ist nicht vorgesehen, sobald er sich verweigert. Und schon gar nicht geht es um Schutz für die Angehörigen.

Bei diesem Hintergrund ist es völlig unmenschlich, dass man dem Kranken Hilfe zur Selbsthilfe geben soll, indem man ihn auf die Straße setzt und sich selbst überläßt.

Nun muß der Betreuer wieder ein Gutachten machen lassen.

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20693
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Sa 6. Jul 2013, 14:26

Ich kann nur jedem Betroffenen raten, sich zu organisieren gegen die gesetzliche völlige Verantwortungslosigkeit.

Es geschieht völliges im Stich lassen von den Anfängen an, wobei die Betroffenen mitsamt ihren Angehörigen zugrunde gehen dürfen.

Grund ist das Gesetz, das Psychiater und andere Hilfeleistenden zur Verantwortungslosigkeit gegenüber gerade dem schlimmsten Elend auffordert. Daher die Verantwortungs- und Gewissenslosigkeit ausgerechnet den schlimmen "Fällen" gegenüber, wobei dann ganze Familien zugrunde gehen.

Selbsthilfegruppen sind dabei teilweise nur Auffangmöglichkeiten für das Gesetz, das dann unangefochten bleibt und hingenommen wird als Messlatte des (verantwortungslosen) Nichthandeln -Müssens. Das ist allen recht, um nicht ihrem besten Wissen und Gewissen verpflichtet zu sein.

Ein Kernpunkt ist der angeblich freie Wille, wenn ein Jugendlicher in einer verheerenden Suchtentwicklung oder Psychose steht. Dabei müsste jeder Psychiater und Psychologe wissen, dass anstelle eines freien Willens ein Zwangscharakter besteht, gegen den der Kranke sich mit dem eigenen Willen nicht wehren kann.

Gerade, bevor sich ein Drogenkonsum zur Sucht entwickelt und bevor eine Psychose sich festsetzt wäre Hilfe unbedingt erforderlich. Wie viel Tragödien dann aufgehalten werden könnten !


lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20693
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » Mi 10. Jul 2013, 15:14

Ich kann den Ausführungen von oTp grundsätzlich nur beipflichten. Was hier im Sektor Psychiatrie abläuft, ist - gelinde augsgedrückt - der 'helle Wahnsinn'. Da verdienen sich ganze Berufsgruppen 'eine goldene Nase' und das auf Kosten der Betroffenen und deren Angehörige.
lionne
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9366
Registriert: Do 16. Aug 2007, 16:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Darki » Mi 24. Jul 2013, 16:06

zwangsbehandlungen sind ein schweres thema
sie zu verbieten schadet vor alles psychosepatienten
sie offen zu lassen schadet vielen anderen (weil dann zwang angewand wird weil keine geduld aufgebracht wird weil man ja mit zwang handeln kann)
dies führt nicht selten zu traumata und heftiger gegenwehr für die zukunft.

die gesetzte müssten so gemacht werden das ne zwangsbehandlung nur noch in ausnahmefällen zugelassen wird nach eindeutiger prüfung und nur richter die erfahrungen in diesem bereich haebn die entscheidungen treffen dürfen.

aber das was in diesen gnazen sektoren abläut wird immer schlimmer.
von jahr zu jahr.
ich bekomm es als betroffene haut nah mit.

oTP
wenn ihr gutachten habt die für eine zwangsbehandlung sprechen und sagen das diese dringed erforderlich und unausweichlich ist da sonst massive selbst und fremdgefährdung besteht würd ich dir raten das ihr euch wehrt.
Jesus Christ you are my life
Darki
Member
 
Beiträge: 275
Registriert: So 15. Feb 2009, 17:20
Wohnort: Ruhrgebiet

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Mi 24. Jul 2013, 16:20

Darki, es ist kompliziert.

Unser Sohn tut nichts, bzw arbeitet seit über 13 Jahren nicht und ist auch nicht bereit, eigenverantwortlich für sich zu leben. Selbst zwei Betreuer haben daran nichts ändern können.

Es kann ja nicht sein, dass er ewig nur auf unseren Nerven und unserem Zuhause ein völlig verantwortungsloses Leben lebt, Vernunft völlig ausgeschaltet, und keinen Millimeter sich ändert. Sein Geld ist auch immer nach 5 Tagen schon weg. Bier, Cannabis und Speed.

Im Moment, nach 18 Monaten wird "seine Ruhe" durch einen Zwangsaufenthalt ( durch Betreuer und Richter)in der Psychiatrie von 6 Wochen unterbrochen.

Ansonsten hat er auch bei seiner Schwester inzwischen schlechte Karten.
Wie es weitergeht wissen wir nicht, und sein Betreuer auch nicht.

Es geht nicht, dass er bis zu unserem Tod unsere Gesundheit weiter ruinieren kann.
Er benimmt sich ja völlig despotisch mit seinem Anspruch und wir haben nur Ruhe, wenn wir ihn völlig in Ruhe lassen. Unsere Lage ist vergleichbar einer Familie, die sich nach dem trunksüchtigen Familienoberhaupt richten muß. Das sind jedenfalls enorme Dauer-Belastungen, wenn noch nicht mal minimalste Regeln des Zusammenlebens eingehalten werden. Das ist für die, die den "Despot" gewähren lassen müssen Unfreiheit und ein Gefangenendasein.
Dagegen sind läppische 6 Wochen Klinik in einem Jahr eine Bagatelle.


lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20693
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Darki » Mi 24. Jul 2013, 17:28

liebr oTP

ich gebe dir da durchaus recht.
daher sag ich ja auch es muss dringend was geändert werden.
gibts ne chance das der klinikaufenthalt von ihm verlängert wird?
ich mein wenn man sonst eingewiesen wird und 6 wochenbeschluss bekommt wird am ende geprüft und wenn arzt meint ne der darf so nicht raus verlängern die richter.
Jesus Christ you are my life
Darki
Member
 
Beiträge: 275
Registriert: So 15. Feb 2009, 17:20
Wohnort: Ruhrgebiet

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Mi 24. Jul 2013, 18:20

Darki,

Das große Problem ist ja seine völlig mangelhafte Selbststeuerung zu sinnvollem Tun.

Es existieren keine Therapiemöglichkeiten dagegen.
Ein gewisser Druck und Zwang hat nach dem ersten Klinik-Aufenthalt Besserungen gebracht, da war er aber in einer offenen Wohngemeinschaft.

Allerdings wehrt er sich gegen jeden Druck....



lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20693
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Darki » Mi 24. Jul 2013, 19:53

lieber oTP

das er sich gegen jeglichen Druck wehrt ist verständlich.
Druck ihn zu dingen zu zwingen die er nicht will funktionieren nur kurzfristig.

tages/wochenplan wo alles reinkommt was er zu erledigen hat (treffen mit betreuer, essenszeiten usw. aber auch pausen) reinschreiben mit ihm zammen.
und da dann druck machen das er den einhält
weil den bestimmt er ja mit.

mangelhafte Selbststeuerung zu sinnvollem tun kommt auch in anderen krankheitsbildern vor.
wir haben in der klinik gelernt das mit tages/wochenplan in griff zu bekommen
termine ausfallen lassen nur mit triftigem grund (man kann nicht zu kunst weil einzeltherapeutin kurzfristig den termin in die zeit gelegt hat und das nicht ändern kann da sie die anderen tage nicht da ist z.b)
Jesus Christ you are my life
Darki
Member
 
Beiträge: 275
Registriert: So 15. Feb 2009, 17:20
Wohnort: Ruhrgebiet

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Do 25. Jul 2013, 22:47

Tja,

Es läßt sich vom Chaos bestimmen. Er läßt nur noch primitives Handel zu. Sein Verstand ist aber nicht einfach weg.
Allerdings ist seine Erlebnisverarbeitung deutlich psychotisch, vor allem wenn man davon redet, dass er vernünftige Dinge tun sollte. So sehr kann ein Mensch blockiert sein.
Wie er sich an Strukturen gewöhnen könnte, keine Ahnung.

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20693
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Darki » Fr 26. Jul 2013, 09:28

lieber oTP

es gibt meiner meinung nach kaum psychische krankheiten die schlimmer sind, für den betroffenen genauso wie für die angehörigen.

sein verstand ist natürlich nicht weg sondern ehr extrem überdeckt durch das psychotische.
bekommt er medikamente?

was tut er den den ganzen tag wenn er zu hause ist?
was sind für dich vernünftige dinge?

habt ihr kontakt zu den ärzten in der Klinik?
vielleicht mal ein familiengespräch?

werde weiter für deinen sohn und auch für eure ganze familie beten.

liebe grüße
Darki
Jesus Christ you are my life
Darki
Member
 
Beiträge: 275
Registriert: So 15. Feb 2009, 17:20
Wohnort: Ruhrgebiet

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Fr 26. Jul 2013, 11:18

Hallo, darki

Im Moment wird mit Hebephrener Schizophrenie argumentiert.
Andere, die Behandlung verhindern sprechen davon, dass alles nur von den Drogen Alk, Cannabis und Speed käme.

Er ist so weit weg von Allem, dass man mit ihm auch nicht die einfachsten Dinge besprechen kann, sie zu ändern.
Sein Zimmer versinkt immer in Chaos samt Zigarettenkippen auf dem Teppich.

Kontakt mit den Psychiatern ? Bringt nichts, solange er keine Krankheitseinsicht hat und er Medikamente immer schnell absetzt von sich aus.

Vernünftiges tut er eigentlich gar nichts. Nach Jahren hat er vor etwa einem Monat 2 Tage gearbeitet und das war es dann wieder. Er findet auch keine Freunde mehr, höchstens bedenkliche.

Die junge Frau, die Magersüchtig ist, kann ihm bei allem guten Willen auch nicht mehr helfen. Schon mehrmals hat er bis in die Morgenstunden unten geklingelt bei ihr. Er ist nicht lenkbar.

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20693
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Darki » Fr 26. Jul 2013, 13:07

Lieber oTP

onThePath hat geschrieben:Im Moment wird mit Hebephrener Schizophrenie argumentiert.
Andere, die Behandlung verhindern sprechen davon, dass alles nur von den Drogen Alk, Cannabis und Speed käme.


leute die die behandlung verhindern wollen finden immer gründe.
dabei ist es total egal wo eine erkrankung herkommt, behandelt werden muss trotzdem.
oder würden die etwa jmd der ne magenschleimhautentzündung hat die von ner massiven überlastung (stress) kommt nicht behandeln ?
die verstehst was ich meine...
Drogen, Alkohol usw. nehmen sicher massiv einfluss bei sowas aber als einzelnen grund vor allem bei der schwer, das finde ich fraglich.

onThePath hat geschrieben:Er ist so weit weg von Allem, dass man mit ihm auch nicht die einfachsten Dinge besprechen kann, sie zu ändern.
Sein Zimmer versinkt immer in Chaos samt Zigarettenkippen auf dem Teppich.


gemeinsames wöchendliches aufräumen mit hilfe des betreuers?
wenn nicht über besprechen,dann über ansage.

onThePath hat geschrieben:Kontakt mit den Psychiatern ? Bringt nichts, solange er keine Krankheitseinsicht hat und er Medikamente immer schnell absetzt von sich aus.

nun es bringt schon was. viele medikamente kann man auch ein mal die woche (teils seltener) gespritzt bekommen.
hat er nen gesetzlichen betreuer der auch für gesundheit verantwortlich ist?

onThePath hat geschrieben:Vernünftiges tut er eigentlich gar nichts. Nach Jahren hat er vor etwa einem Monat 2 Tage gearbeitet und das war es dann wieder. Er findet auch keine Freunde mehr, höchstens bedenkliche.


nun wenn er vor einem monat mal für 2 tage arbeiten war ists immerhin ein fortschritt auch wenn es nach keinem aussieht.
das er so keine freunde findet ist leider auch mehr als klar :(
aber mit vernünftig meine ich z.b. eben zimmer aufräumen usw. die dinge die ehr albern und klein erscheinen.

onThePath hat geschrieben:Die junge Frau, die Magersüchtig ist, kann ihm bei allem guten Willen auch nicht mehr helfen. Schon mehrmals hat er bis in die Morgenstunden unten geklingelt bei ihr. Er ist nicht lenkbar.


diese junge Frau kann ihm auch nicht helfen, schon gar nicht solange sie selbst krank ist. sie muss auf sich schauen.

ich weiß das sind grad keine aufmunternden worte, aber dinge schön reden bringts leider nicht :(

lg
darki
Jesus Christ you are my life
Darki
Member
 
Beiträge: 275
Registriert: So 15. Feb 2009, 17:20
Wohnort: Ruhrgebiet

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Fr 26. Jul 2013, 16:37

Hallo, darki

viele medikamente kann man auch ein mal die woche (teils seltener) gespritzt bekommen.

War auch schon mal, Depotsprizen.

hat er nen gesetzlichen betreuer der auch für gesundheit verantwortlich ist?

Ja, läßt sich auch nicht trennen. Natürlich ist er kein Psychiater und kein Richter, die immer selber entscheiden

diese junge Frau kann ihm auch nicht helfen, schon gar nicht solange sie selbst krank ist. sie muss auf sich schauen.

Sie schafft es durchaus, für Andere brauchbare Verhaltensregeln aufzustellen und deren Verhalten richtig zu beurteilen.
Natürlich hat sie über sich selber in zwei wichtigen Punkten keine selbstkontrolle.

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20693
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Darki » Fr 26. Jul 2013, 16:51

onThePath hat geschrieben: hat er nen gesetzlichen betreuer der auch für gesundheit verantwortlich ist?


Ja, läßt sich auch nicht trennen. Natürlich ist er kein Psychiater und kein Richter, die immer selber entscheiden


dann wundert es mich das der betreuer nicht sagen kann du gehst in die klinik und basta. so kenne ich das von bekannten die ne gesetzliche betreuung haben. wenn der betreuer will das die person in die klinik geht dann geht die auch wenn die es nicht will. und wenn der betreuer nicht will das die in die klinik geht aber sie will dann hat se pech. das selbe mit medikamenten.

onThePath hat geschrieben:Sie schafft es durchaus, für Andere brauchbare Verhaltensregeln aufzustellen und deren Verhalten richtig zu beurteilen.
Natürlich hat sie über sich selber in zwei wichtigen Punkten keine selbstkontrolle.


klar das streit ich auch nicht ab aber 1) schafft sie das nur dann dauerhaft wenn sie selbst fit ist. 2) kann es ihr massiv schaden wenn sie sich so um andere bemüht wärend sie selbst krank ist.

liebe grüße
darki
Jesus Christ you are my life
Darki
Member
 
Beiträge: 275
Registriert: So 15. Feb 2009, 17:20
Wohnort: Ruhrgebiet

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Fr 26. Jul 2013, 20:52

diese junge Frau kann ihm auch nicht helfen, schon gar nicht solange sie selbst krank ist. sie muss auf sich schauen.


Sie ist hilfsbereit, aber ich sage ihr immer wieder, dass ich aufpasse, dass sie sich nicht selber schadet, weil sie sich zuviel aufbürdet.
Langsam merkt sie auch, dass es besser ist, den Kontakt zu meinem Sohn zu beenden.

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20693
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Mi 9. Okt 2013, 15:01

Ich informiere mal über Aktuelles:

Unser Sohn durfte seit der Klinik vor einigen Wochen nicht mehr in unser Haus.
Er hat eine Wohnung, Schlafplatz zugewiesen bekommen.
Und wird von uns, wenn nötig, stets versorgt.

Als er in der Klinik war, haben wir vergeblich versucht eine richterliche Verfügung zu bekommen.
Die Polizei sorgt nur dafür, dass er nicht in unser Haus möchte.

Heute, als wir unterwegs waren, hat er mit einem Pflasterstein das Küchenfenster zerschlagen. Der Wurf war so heftig, dass der Stein durch den Vorhang ging und fast noch durch die Tür des gegenüber liegenden Hängeschrankes.

Das ist der Dank für mehr als 10 Jahre Rücksichtnahme aus elterlicher Sorge: Terror
Aber ich darf nicht nachgeben, egal ob wir dabei draufgehen oder das ganze Haus.

Nun darf ich beim Richter wieder versuchen, eine Verfügung zu bewirken.
Wie dumm und rücksichtslos alles gehandhabt wird, braucht mich niemand zu fragen.

Aber die Polizei versicherte mir selber, wie dumm und entgegen ihre Arbeit die Richter sich heutzutage entscheiden.
Und die Gesellschaft hat auf allen Ebenen kaum jemals zu echter Entlastung beigetragen.
Meiner Meinung ist schon Vieles weitab menschlicher Vernunft, was da gemurkst wird.

Selbst seinem Betreuer "sind die Hände gebunden".
Die mickrige Gesetzteslage gibt nicht mehr her für den Elternschutz. Und keiner braucht deshalb sich zu sorgen, Verantwortung aufgehalst zu bekommen...Uneingeschränkte Handlungsfreiheit für psychisch Kranke und Drogensüchtige. Wurde ja auch so einseitig von einem User gefordert.
Weil jeder das Recht und die Freiheit hat sich zu zerstören und Eltern sind da mitgezählt, die darf derjenige auch mitzerstören.

Ich könnte noch weit mehr persönliche Sorgen angeben. Das wäre aber zu persönlich.
Solange Gott es zuläßt, darf der Teufel eben sehr viel. An mich kommt er ja andererseits nicht direkt heran. :lol:

Aber lustig ist das alles schon lange nicht mehr. :mrgreen:
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20693
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon doro » Do 10. Okt 2013, 16:08

oTp, das ist ja schrecklich! :o :umarm:

Ich würde gern irgendwas Hilfreiches oder Tröstliches schreiben. Aber irgendwie fehlen mir da die Worte. Das ist ja wirklich absoluter Mist. :x

Das tut mir so leid für dich und deine Familie!

lg, doro
Du wolltest als Mensch Gott sein, um zugrunde zu gehen; er hingegen wollte als Gott Mensch sein, um wiederzufinden, was verloren gegangen war.
Menschlicher Stolz hat dich in einer Weise niedergedrückt, dass nur noch göttliche Demut dich (wieder) aufrichten konnte.

(Augustinus, Predigt 188,3)
Benutzeravatar
doro
verstorbene Admin
 
Beiträge: 18422
Registriert: Fr 28. Jun 2002, 17:47
Wohnort: Kt. Tsüri

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Fr 11. Okt 2013, 11:08

Das ist ja wirklich absoluter Mist.


Danke Doro, mit Deiner Anteilnahme hast Du schon viel getan.

Es ist leider so, dass selbst Cannabis besonders junge Menschen immer mehr in den Dreck ziehen kann.
Sie glauben anfangs, sie seien stärker als diese "harmlosen" Rauschmittel und damit fängt der Mist und der persönliche Untergang an.

Wie krass das sein kann, erlebten wir an zwei jungen Leuten, die wir seelsorgerlich begleiteten. Und an einem Christ, der früher Heroin-abhängig war und gerade zu der Zeit wieder abhängig von Suchtmitteln wurde, als sich bei uns die Ereignuisse mit den Beiden und Unserem dramatisierten. Wir begriffen, wie schwierig diese Probleme sind.
Andererseits begriffen die jugendlichen unseres Hauskreises auch an ihnen die zerstörende Macht der Drogen, der Sünde und Satans

Unser Andreas brach mit etwa 15 die Schule ab, er hätte Abitur schaffen können.
Schon bald machte er überhaupt keinen vernünftigen Gebrauch mehr von seinem Verstand und das hat sich bis jetzt nicht geändert. Noch zusätzlich halst er sich psychotische Zustände ein.
Das ist sehr hart für Eltern.

Besonders, weil öffentliche Stellen so gut wie völlig die ganze Familie im Stich lassen und somit zu Schergen werden von Leid, Verderben und Tod. Da kann ich das Jugendamt nennen, die gar nicht Familien betreuen und den sozialpsychiatrischen Dienst. Und natürlich die Psychiatrie, deren Hände gebunden ist durch gesetzliche Grenzziehungen.

Aber auch sogar die katholische, Caritas-Stelle der Drogenberatung, die völlig einseitig nur willigen Jugendlichen hilft. Bei der scheitertet es selbst schon an der völligen Zeitknappheit. Die können sich noch nicht mal die Zeit nehmen wenn sie willig wären Familien zu begleiten und zu beraten.

Und das ist alles zuwenig. Genauso zuwenig ist die Fließband-Medikamentöse Behandung in der Psychatrie. Es wird noch dauern, bis der kleine Schritt zu Begleitern kommt.

Die Psychologie und der Staat erweist sich hier als armselig brennende Probleme ignorierend

Zumal die Apothekerzeitung sogar erwähnt, dass Cannabis in der Entwicklungszeit die Hirnentwicklung schädigt.
Anstatt etwas zu tun, lassen sie es zu, dass ein Heer beeinträchtigter Jugendlicher aufwächst, Cannabis ist weit verbreitet, und wenn dzu noch Speed und Pep kommen haben wir Jugendliche außer Rand und Band. Rebellisch, passiv, agressiv und arbeitsscheu. Da sagen dann die Anlaufstellen: Kommt zu uns, wenn ihr Lust habt.
Hat man nichts gelernt aus der Hippie Rauschgiftwelle ? Dabei ist bis jetzt viel Zeit gewesen.

Aber bei Allem was getan werden müßte:
Eigentlich kann nur Gott wirklich helfen. Er greift von außerhalb in unser Denken ein und befreit.
Sei es von Drogen, schädigenen Denkstrukturen oder von Einflußnahmen und (meist teilweise) Inbesitznahme durch Satan. Er befreit von den Auswirkungen der Sünde und dem ewigen Tod.

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20693
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » Sa 12. Okt 2013, 13:18

onThePath hat geschrieben:.. xxxx Das ist sehr hart für Eltern.

Besonders, weil öffentliche Stellen so gut wie völlig die ganze Familie im Stich lassen und somit zu Schergen werden von Leid, Verderben und Tod ....xxxxx Und das ist alles zuwenig. Genauso zuwenig ist die Fließband-Medikamentöse Behandung in der Psychatrie. ...xxxx Die Psychologie und der Staat erweist sich hier als armselig brennende Probleme ignorierend

Aber bei Allem was getan werden müßte:
Eigentlich kann nur Gott wirklich helfen. Er greift von außerhalb in unser Denken ein und befreit.
Sei es von Drogen, schädigenen Denkstrukturen oder von Einflußnahmen und (meist teilweise) Inbesitznahme durch Satan. Er befreit von den Auswirkungen der Sünde und dem ewigen Tod.

lg, oTp

Ich kann dir nur beipflichten. :( Nur Gott kann wirklich helfen.
LG, eine (fast) sprachlose lionne
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9366
Registriert: Do 16. Aug 2007, 16:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Meisterigel » Sa 2. Aug 2014, 04:33

und wie geht es euch heute otp? Hat sich die Situation etwas beruhigt?
Meisterigel
Hat sich eingelebt
 
Beiträge: 62
Registriert: Mo 13. Mai 2013, 16:44

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » So 3. Aug 2014, 17:17

Meisterigel hat geschrieben:und wie geht es euch heute otp? Hat sich die Situation etwas beruhigt?


Ja, es hat endlich nach Jahren geklappt, dass er eine eigene Wohnung hat.
Mehr Vernunftsleistungen gehen noch nicht, deshalb gibt der Betreuer wegen Frust durch keine Mitarbeitswilligkeit sein Amt auf.

Seltsam, dass ein psychiater recht gute Intelligenzleistungen gefunden haben will.
Selbstverantwortung ist jedenfalls keine da, da können die Psychiater und Psychologen so unterschiedlich urteilen wie sie wollen über den psychichen Zustand. Sie geben nämlich ein seltsames Bild und einen seltsamen Spiegel von Hilfswilligkeit der Gesellschaft und Einstufung seines psychischen Zustandes ab. Ich habe die Nase voll von vielen "Fachleuten" und "Experten"die sich nur winden und urteilen aber nichts tun für Familien in solchen schlimmen Bedrängnissen. Bei ihnen könnte ich ein neues Wort bilden: Gemeinschaftliche Untäter, im Sinne von nichts tun.
Das ist die quasi die Summe meiner langjährigen Erfahrungen. Wer da als Eltern keine Ahnung hat, wird einfach mit "vernünftigen Gründen" abgewimmelt. Da ist dann jemand psychisch nicht krank genug, noch nicht schlimm genug.

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20693
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Di 5. Aug 2014, 08:53

Hat Jemand Fragen ?
Für die Verantwortlichen ist ihre Handlungsweise ja "in Ordnung" aus den und den Gründen.
Bis hin zu Leuten mit Standpunkten, die mir feindlich begegnen können.
Aber da es ein Problem ist, mit dem sich die Öffentlichkeit beschäftigen sollte, habe ich mich "angreifbar" gemacht.
Bequeme Instanzen hoffen ja, dass sie hinter einer Mauer des Schweigens oder der Scham Schutz haben. Dann wird sich nichts ändern.

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20693
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Jeshu » Sa 9. Aug 2014, 12:14

Hi oTp!
Ich wusste gar nicht, dass Dein Leben auf diese Art und Weise so stark belastet ist.
Fragen habe ich keine, aber ich kann Dir nur raten Dich stark mit dem Borderline-Syndrom auseinanderzusetzen, damit Du Deinen Sohn besser verstehst. Denn für mich ist es relativ eindeutig, dass er in diese Richtung behandelt werden müsste. Sein ganzes Verhalten spricht dafür. Das habe ich nicht aus einem Buch, sondern ich kenne Borderliner selbst sehr gut.
Aber es ist schwierig, sogar äußerst schwierig in manchen Fällen, deswegen vermutlich auch die allgemeine Ratlosigkeit und Hilflosigkeit. Nichts scheint anzuschlagen, keine Therapie, alle Bemühungen scheinen umsonst. Der Patient ist widerspenstig, ist kaum lernfähig, boykottiert, attackiert, wird von rein impulsivem Verhalten gesteuert ohne jede Rücksicht auf Konsequenzen, Verantwortungsgefühl gleich null. Die unbequeme Realität wird einfach betäubt, bzw. irgendwie künstlich ausgeblendet. Die Intelligenz ist dabei eher hoch, wirkt aber durch das nicht nachvollziehbare und völlig unreife Verhalten nicht so. Auch der innere Kern kann an sich "gut" sein, das kommt auch oft ganz deutlich zu Tage, aber niemals konstant. Deshalb leider auch vieles andere im "Affekt". Der Borderliner ist der, der selbst den Ast absägt, auf dem er sitzt oder sonstiger Zerstörungswut verfällt - und alle können oft nur kopfschüttelnd und verzweifelt dabei zusehen.

Borderliner steuern nicht nur sich selbst in den Wahnsinn, sondern alle außenrum gleich mit. Dem Ganzen Herr zu werden ist nur dann möglich, wenn der Borderliner Menschen findet, die ihm eine ganz spezielle Form von Halt geben können und die er nicht ständig manipulieren kann.
Dazu sind Eltern oder sehr Nahestehende nicht unbedingt sehr geeignet, zumindest nicht in der Anfangsphase. Später dann schon, wenn der Borderliner wenigstens kleine Einsichten über sein eigenes Verhalten hat und es bereits ein wenig bewusster steuern kann.
Und das kann er lernen, aber das braucht oft viele Jahre. Ein wirklicher Erfolg stellt sich merkwürdigerweise oft erst ein, wenn der Patient um die 40 ist. Also dann, wenn andere die Midlife-Crisis bekommen und durchdrehen, wird der Borderliner manchmal plötzlich endlich reifer und zugänglicher, seine extremen Verhaltensweisen mildern sich ab. Diese "Wandlung" habe ich (sogar ohne Therapie) selbst bei zwei Personen miterlebt, es gibt also Hoffnung.
Alle Einrichtungen zu verurteilen nützt Dir leider nichts, oTp, auch wenn ich Deine Verzweiflung über die Situation sehr gut verstehe, aber es IST wirklich schwierig einen Weg zu finden. Auch für andere Menschen, nicht nur für Dich.
Hab jetzt nicht alles aus dem Thread durchgelesen, aber habt ihr es denn schon einmal bei einem Borderline-Experten versucht?
Ein Mensch muss nicht unbedingt ein Trauma auslösendes Erlebnis oder eine schlechte Kindheit gehabt haben, es gibt auch eine genetische Disposition zu einem BL-Syndrom, das sich auf unglaublich unterschiedliche Art und Weise entfalten und manifestieren kann.

LG
Jeshu
Seiet GOTT unterwürfig – aber keinem Manne
Benutzeravatar
Jeshu
Gesperrt
 
Beiträge: 1978
Registriert: Mo 11. Nov 2013, 21:46
Wohnort: MUC

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » So 10. Aug 2014, 08:25

Aber es ist schwierig, sogar äußerst schwierig in manchen Fällen, deswegen vermutlich auch die allgemeine Ratlosigkeit und Hilflosigkeit. Nichts scheint anzuschlagen, keine Therapie, alle Bemühungen scheinen umsonst. Der Patient ist widerspenstig, ist kaum lernfähig, boykottiert, attackiert, wird von rein impulsivem Verhalten gesteuert ohne jede Rücksicht auf Konsequenzen, Verantwortungsgefühl gleich null. Die unbequeme Realität wird einfach betäubt, bzw. irgendwie künstlich ausgeblendet. Die Intelligenz ist dabei eher hoch, wirkt aber durch das nicht nachvollziehbare und völlig unreife Verhalten nicht so. Auch der innere Kern kann an sich "gut" sein, das kommt auch oft ganz deutlich zu Tage, aber niemals konstant. Deshalb leider auch vieles andere im "Affekt". Der Borderliner ist der, der selbst den Ast absägt, auf dem er sitzt oder sonstiger Zerstörungswut verfällt - und alle können oft nur kopfschüttelnd und verzweifelt dabei zusehen.


Was Du hier beschreibst ist pure Selbstzerstörung.
Das trifft auch auf unseren Sohn Andreas zu. Und die Unvernunft mit völliger Unfähigkeit sinnvoll sich in Schritten anders zu verhalten, hat nach Jahren auch den Betreuer zum Aufgeben gebracht.

Deine Beschreibung trifft also den Zustand der Selbstzerstörung recht gut.
Nun ja, ich kenne eine süchtige junge Frau, die noch dazu magersüchtig ist und sich selbst geritzt hat, die aber wesentlich logischer denkt und handelt als unser Sohn. Sie hat unseren Sohn kennengelernt und hält seitdem zu uns Eltern. Selber macht sie gerade wieder eine Therapie, diesmal eine längere.

Auslöser war im Alter von etwa 14 Jahren Cannabis, und ich nehme an, Speed, Amphetamine, hat mitgewirkt, dass er schon mit 16 so war, wie ere immer noch ist. Und von Anfang an waren wir als Eltern chancenlos.
Durch das völlige Unvermögen erst vom Jugenamt, später von Polizei und dem Verantwortlichen vom Sozialpsychiatrischen Dienst wurde jede Hilfe verweigert. Und unser Sohn hatte keinerlei Einsicht in sein Kranksein und lehnte den Gang zum Psychiater völlig ab.

Kann man derart Eltern im Stich lassen ?
Und erst der Zufall führte dazu, dass er einen Betrewuer bekam. Da hatte sich sein Zustand nicht verändet, es war der selbe Zustand, der dem Mann vom sozialpsychiatrischen Dienst bekannt war. Aber eben wieder lange danach, als wir unseren Sohn in ein offenes Wohnheim "verschieben" konnten. Dort wurde bald das Amt verständigt. Er bekam einen Betreuer und sofort in die Psychiatrie.

Zur Verzweiflung bringt einen nicht nur so ein Sohn sondern auch die "Fachleute" die am Schalthebel sitzen aber nichts tuen. Den Mann vom sozialpsychiatrischen Dienst würde ich sogar sehr gerne kategorisch anzeigen gerichtsmäßig. Er ist der einzige Anlaufspunkt, wenn man verzweifelt Hilfe sucht. Aber ich befürchte, dass sogar staatliches Interesse und Regelverwirrnisse diesen Zustand bewirken.

Ein Unding ist für mich, dass keinerlei kriesenbewältigung angeboten wird.

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20693
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Jeshu » So 10. Aug 2014, 10:24

Hi oTp!
Ich würde ein wenig davon wegkommen, Cannabis oder Drogen als alleinigen Auslöser bei Deinem Sohn zu sehen. Gerade im allseits schwierigen Alter von 14 Jahren werden im Gehirn viele "Neuverknüpfungen" gebildet. In der Pubertät werden überhaupt unterschiedlichste Krankheiten neu ausgebildet bzw. ausgelöst, also eventuell auch ein Borderline-Syndrom, bzw. eine bipolare Störung.

Manche entwickeln auch eine zusätzliche Depression, was ich mir bei Deinem Sohn auch gut als verstecktes Begleitsymptom vorstellen könnte.
Das Ergebnis ist eine Katastrophe nicht nur für Dich, sondern in erster Linie für Deinen Sohn, denn er hat sich wirklich nicht unter Kontrolle, selbst wenn er es möchte.
Eigentlich bräuchte er bedingungslose Liebe, die ihm Halt gibt, während er wirklich alles dafür tut, sie nicht zu erhalten. Ganz typisch: Ich hasse dich - verlass mich nicht (ein Borderline-Buchtitel)
Fatal, wenn man die liebsten Menschen zurückstößt und dabei immer hofft, trotzdem von ihnen geliebt zu werden, wie als Test. Kinder machen das oft.
Dir muss also bewusst sein, dass Liebe und Hass für Deinen Sohn im Prinzip das Gleiche ist. Wenn er dich hasst, liebt er dich. Wenn du ihn hasst, ist es für ihn ein Zeichen, dass er Dir wenigstens nicht gleichgültig ist. Das ist für einen Borderliner nämlich das Schlimmste.
Gefangen in seinen Ängsten bis hin zu Panikattacken, sucht er eigentlich nur nach einem absolut sicheren "Überlebensmodell" für sich. Und einen Menschen, dem er blind vertrauen kann und der ihn niemals enttäuscht. Beides etwas, dass es im realen Leben einfach nicht gibt. Und schon gar nicht, wenn man sich selbst völlig unausstehlich benimmt.
Drogen sind da nur ein gutes Mittel, um aus allen unerträglichen Stimmungslagen und -schwankungen zu flüchten, denn auch das Gefühl der Einsamkeit ist für einen Borderliner absolut lebensbedrohlich.
Ein Borderliner hat mal zu mir gesagt "als ich Ecstasy genommen habe, war ich das erste Mal in meinem Leben glücklich". Er war depressiv.

Ich kann Dir versichern, dass "richtige" Borderliner so gut wie jeden Menschen an die Grenze bringen, sogar Borderline-Spezialisten. Aber Du kannst Dir dort direkt wahrscheinlich am ehesten Hilfe suchen. Kennst Du diese Klinik schon?
http://www.rk-koeln.lvr.de/besondereschwerpunkte/borderlinepersoenlichkeitsstoerung/ und diese Webseite als Info:
http://www.borderline-community.de/

Gib auf jeden Fall die Hoffnung nicht auf.

LG
Jeshu
Seiet GOTT unterwürfig – aber keinem Manne
Benutzeravatar
Jeshu
Gesperrt
 
Beiträge: 1978
Registriert: Mo 11. Nov 2013, 21:46
Wohnort: MUC

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » So 10. Aug 2014, 10:58

Ich würde ein wenig davon wegkommen, Cannabis oder Drogen als alleinigen Auslöser bei Deinem Sohn zu sehen. Gerade im allseits schwierigen Alter von 14 Jahren werden im Gehirn viele "Neuverknüpfungen" gebildet. In der Pubertät werden überhaupt unterschiedlichste Krankheiten neu ausgebildet bzw. ausgelöst, also eventuell auch ein Borderline-Syndrom, bzw. eine bipolare Störung.


Klar, aber Cannabis führt zu "Fehlverknüpfungen" auch psychische Störungen kann es auslösen, und Speed zusätzlich zu Psychosen.

Die Pubertät ist ein "Schaltalter", auch klar. Da kommt manches raus, was vorher sich nicht negativ auswirken "durfte". Das sehe ich als das Alter, wo eine "Schutzfunktion" für die Psyche beendet ist. Auf jeden Fall ein kritisches und für die Persönlichkeitsentwicklung schwierigees Alter. Da wirken sich gerade Rauschmittel verheerend aus. Auch diese Erkenntnis ist bei Psychologen schon gewachsen.

Und es gibt Gemeinsamkeiten in selbstzerstörerischen psychischen Erkrankungen. Borderline legt den Schwerpunkt auf das Selbstzerstörerische, aber der Begriff in der Psychiatrie Dissoziale Persönlichkeitsstörung trifft auch zu, zusammen mit einigen anderen definierten Psychoseformen.

Aber mit den Begriffen aus Borderline kann man einige Störungen der selbstzersörenden Art gut erfassen.
Jede psychische Erkrankung ist natürlich auch individuell und nicht unbedingt gut katalogisierbar.

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20693
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Jeshu » So 10. Aug 2014, 12:54

Hi oTp!
Ja, jede psychische Störung ist völlig individuell und da gebe ich Dir Recht, Drogen und Alkohol haben einen absolut kontraproduktiven Einfluss.
"Meine" Borderliner sind unter anderem auch Alkoholiker, einer davon trinkt sich regelmäßig bis kurz vors Koma. Maximal-Betäubung quasi, was jetzt dann irgendwann gesundheitliche Folgen haben wird, denn er lässt sich nicht davon abbringen. Der andere ist bereits schwerst Bauchspeicheldrüsengeschädigt. Das ist absolut kein Spaß mehr, aber es wird auch in Kauf genommen, dass alles mal "schiefgeht". Sprich man dabei stirbt. Auch Wahnsinn...

Wichtig ist, dass man als Angehöriger die richtige Mischung aus Nähe und Distanz schafft. Ein Verbot hilft nicht, pures Verständnis auch nicht. Borderliner brauchen eine ruhige feste Führung, die sie anerkennen können.
Komischerweise scheinen sie am meisten von Menschen anzunehmen, die selbst ein wenig psycho sind. Insofern ist Euer Kontakt zu dem magersüchtigen Mädel, das selbst mehr Fortschritte macht als Euer Sohn und wenigstens einsichtig ist, bestimmt nicht schlecht.
Borderliner brauchen wie gesagt ein "Überlebensmodell" für sich und kopieren bei anderen Menschen Verhaltensweisen, die sie unter diesem Aspekt als gut befinden. Es ist also eigentlich viel wichtiger sich selbst sicher zu verhalten, Fels in der Brandung zu sein, also eine Art "Idol" für einen Borderliner zu sein, als dauernd nur zu versuchen etwas mit Gesprächen zu erreichen!
So werdet ihr wahrscheinlich - auch dem Mädchen - mehr helfen als Euch bewusst ist. Aber das wirkliche positive Ergebnis kommt meist erst viel später.
Macht nichts, einfach weiter machen, nichts ist umsonst!

LG
Jeshu
Seiet GOTT unterwürfig – aber keinem Manne
Benutzeravatar
Jeshu
Gesperrt
 
Beiträge: 1978
Registriert: Mo 11. Nov 2013, 21:46
Wohnort: MUC

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » So 10. Aug 2014, 22:15

Das sind schon einige gute Überlegungen.
Krankhafte psychische Vorgänge kann man natürlich letztlich nicht alle völlig richtig erfassen und interpretieren.
Es gibt noch Einiges darüber zu sagen.


Hast Du Erfahrungen mit möglicher Behandlung plus Einsetzung eines Betreuers ?

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20693
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Jeshu » Mo 11. Aug 2014, 19:18

Zu diesem Thema gibt es wirklich Einiges zu sagen.
Ich will gar nicht wissen wie viele Menschen unter psychischen Störungen leiden, Betroffene als auch Angehörige, ohne zu wissen, was da eigentlich in ihrem Leben passiert.
Denn auch Borderliner erscheinen in ihrer kranken Psyche völlig unberechenbar - aber nur solange man ihr persönliches System nicht kennt. Zu abstrakt stellt es sich für einen "normal" denkenden und handelnden Menschen zusammen, als dass man oft von selbst darauf käme. Denn alles, was normalerweise "gut" ist, ist bei ihnen scheinbar verkehrt. Aber nicht immer.

Um so besser das eigene Sozialverständnis, umso unverständlicher wird einem das teils völlig assoziale, stark wechselnde Verhalten eines extremen Borderliners.

Ein Gewissen scheint nicht oder nur wenig zu existieren, Rücksichtnahme sowieso nicht und ihr Agieren in der Lust von Zerstören von vor allem friedlichen Situationen wirkt manchmal tatsächlich so, als wenn der Teufel persönlich drin stecken würde.
Manch Betroffene(r) hat schon hinter vorgehaltener Hand geäußert, am Liebsten wäre ihr/ihm er/sie wäre tot, bzw. "einfach weg" oder hatte selbst bereits Gedanken an einen Suizid, weil ein Zusammenleben mit einem Borderliner unerträglich werden kann. Niemand, der das nicht am eigenen Leib erlebt hat, kann das wirklich nachvollziehen. Bloß um aufzuzeigen welch krasse Formen das Ganze annehmen kann.

Wie man einen mir fremden Borderliner am besten behandelt oder unterbringt - außer in einer möglichst nervenstarken, verständnisvollen Umgebung - weiß ich leider nicht professionell, oTp, ich kann mehr im direkten Umgang mit ihnen helfen, also eher den Betroffenen, an die oft leider die wenigsten denken.

LG
Jeshu
Seiet GOTT unterwürfig – aber keinem Manne
Benutzeravatar
Jeshu
Gesperrt
 
Beiträge: 1978
Registriert: Mo 11. Nov 2013, 21:46
Wohnort: MUC

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Mo 11. Aug 2014, 21:58

Ein Gewissen scheint nicht oder nur wenig zu existieren, Rücksichtnahme sowieso nicht und ihr Agieren in der Lust von Zerstören von vor allem friedlichen Situationen wirkt manchmal tatsächlich so, als wenn der Teufel persönlich drin stecken würde.


Hm, ich kann gut sortieren und psychische Krankheiten von Dämonisierung unterscheiden, oder auseinandersortieren. Zumindest kann ich einige FAkten prüfen.
Auch wenn Vieles ein Rätsel ist. Selbstzerstörung und völlig verdrehtes, negatives Verhalten zeigt ja, dass der Mensch sehr anfällig ist für solches Verhalten. Aber leider gibt es meist keine einfachen Lösungen. Man kann das Böse nicht immer einfach austreiben. Bei echten psychischen Krankheiten kann man das jedenfalls nicht.

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20693
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Jeshu » Mo 11. Aug 2014, 23:20

"Böses" ist immer relativ, oTp. Natürlich ist ein Borderliner nicht von einem Dämon besessen, aber manchmal wirkt sein Verhalten fast so. Darauf aus Menschen zu verletzen, zu verhöhnen, anzulügen oder ihnen sonst irgendwie Wertlosigkeit zu vermitteln - also andere Menschen vor sich selbst abzuwerten, damit sie nicht zu viel Macht über einen selbst erlangen können, wenn doch mal ein Gefühl der Nähe entsteht...
Vieles, was man Borderlinern eigentlich Gutes tun will, wird somit undankbar mit Füßen getreten. Also besonders zartbesaitet darf man im Umgang mit ihnen nicht sein.... allerdings darf man sich selber ähnlich "grob" aufführen, Borderliner stecken unglaublich viel weg ohne einem wirklich böse zu sein.

Also: auch Borderliner haben natürlich positive Seiten. Wenn man sie erkennt ... da entpuppt sich auch einiges tiefgehendes Schönes. Kaum jemand hat eine so hohe Empfänglichkeit für Emotionen, niemand kann man in gewissen Augenblicken vertrauter sein und näher kommen als ihnen. Auch wenn es eher kurz ist.
Sie machen manche wie süchtig nach ihnen wie auf ein zerstörerisches puschendes Gift. Sonst würden sie in ihrer ganz eigenen extremen "Mischung" nicht eine solche Faszination auf viele Menschen ausüben und sie dennoch an sich binden.

Wie gesagt, es ist nicht ganz "ungefährlich" sich auf Borderliner einzulassen, aber langweilen tut man sich mit ihnen auf keinen Fall... :)

LG
Jeshu
Seiet GOTT unterwürfig – aber keinem Manne
Benutzeravatar
Jeshu
Gesperrt
 
Beiträge: 1978
Registriert: Mo 11. Nov 2013, 21:46
Wohnort: MUC

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Di 12. Aug 2014, 11:04

Kaum jemand hat eine so hohe Empfänglichkeit für Emotionen, niemand kann man in gewissen Augenblicken vertrauter sein und näher kommen als ihnen.


Hallo, Jeshu,
Das trifft dann allerdings gar nicht auf meinen Sohn zu. Das beschreibt wiederum die Dissoziale Persönlichkeitsstörung ganz gut.

Mangelnde Empathie und Gefühlskälte gegenüber anderen
Missachtung sozialer Normen
Beziehungsschwäche und Bindungsstörung
Geringe Frustrationstoleranz und impulsiv-aggressives Verhalten
Mangelndes Schulderleben und Unfähigkeit zu sozialem Lernen
Vordergründige Erklärung für das eigene Verhalten und unberechtigte Beschuldigung anderer

(Wikipedia)
Unserem Sohn kann man an seiner Mimik und den Augen zeitweilig sehr deutlich innere Verarmung ablesen.


Du wirst mir zustimmen, dass solches Verhalten und das von Borderlinern extrem schwer ist für Denjenigen und seine Familie.
Aber selbst schwere Formen solcher Störungen scheinen unberücksicht zu bleiben in unserem medizinisch-sozialen Hilfesystem. Wie anders könnte es sein, wenn man jahrelang kämpfen muß für einen Betreuer ?
Und man ansonsten von allen Anlaufstellen abgewimmelt wird ? Was nützen alle Erkenntnisse der Psychologie und Psychiatrie, wenn das menschliche Durchführen fehlt und solche "chaotische Systeme" sich selbst überlassen werden ? Der Wille fehlt so sehr, dass es kaum eine soziale Hilfe-Vernetzung gibt. Das wäre Zusammenarbeit aller Hilfsmöglichkeiten. Da erlebt man als Eltern Unwille, Unvermögen und Chaos.

Borderine ?
Die junge Frau ist da völlig anders. Süchtig und Magersüchtig, ist sie dennoch sensibel und verträgt auch Nähe.
So kann sie z.B, auch Probleme mit ihren Eltern schildern. Zeigt auch ihre Dankbarkeit, dass man sich ihr zuwendet. Das tun ja nicht so Viele, sich wohlwollend solch einem Mensch zuwenden.


lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20693
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Jeshu » Di 12. Aug 2014, 22:25

onThePath hat geschrieben:
"Kaum jemand hat eine so hohe Empfänglichkeit für Emotionen, niemand kann man in gewissen Augenblicken vertrauter sein und näher kommen als ihnen".

Hallo, Jeshu,
Das trifft dann allerdings gar nicht auf meinen Sohn zu. Das beschreibt wiederum die Dissoziale Persönlichkeitsstörung ganz gut.

Mangelnde Empathie und Gefühlskälte gegenüber anderen
Missachtung sozialer Normen
Beziehungsschwäche und Bindungsstörung
Geringe Frustrationstoleranz und impulsiv-aggressives Verhalten
Mangelndes Schulderleben und Unfähigkeit zu sozialem Lernen
Vordergründige Erklärung für das eigene Verhalten und unberechtigte Beschuldigung anderer

(Wikipedia)
Unserem Sohn kann man an seiner Mimik und den Augen zeitweilig sehr deutlich innere Verarmung ablesen.


Hi oTp!
Ja, so kenne ich es auch bei Borderlinern, das ist alles irgendwie "ein Brei".
Doch WENN ein Borderliner "aufmacht" dann kommst Du ihm nahe, so nahe, dass es dir selber unheimlich wird - und er selbst schnell wieder zumacht.
Nur, weil Andreas das bei Dir nicht macht, heißt es nicht, dass er es nicht bei anderen Menschen tut. Du als Vater bist schließlich am "gefährlichsten" für ihn, was Nähe betrifft. Noch näher geht's ja fast nicht...

Hat Dein Sohn eigentlich überhaupt nichts, was ihm Freude bereitet - also jetzt außer Drogen zu nehmen und sich damit emotional "abzudämpfen" (das finden "meine" Borderliner leider auch als das Höchste für sich) in einer Welt, in der er mit sich offensichtlich nicht viel anfangen kann?

"Du wirst mir zustimmen, dass solches Verhalten und das von Borderlinern extrem schwer ist für Denjenigen und seine Familie".


Oja, ich habe/hatte schon viele Borderliner ständig direkt um mich. Niemand hat mich mehr an meine Grenzen gebracht als sie, sprich negative Reaktionen ausgelöst, die ich mir bei mir selber zuvor gar nicht vorstellen konnte.
Mit anderen Worten, man erfährt durch diese extremen Beziehungen natürlich sehr viel über sich selbst. Weil im Prinzip jeder Mensch Borderliner-Züge in sich trägt, nur weniger stark ausgeprägt.

Borderline ?
Die junge Frau ist da völlig anders. Süchtig und Magersüchtig, ist sie dennoch sensibel und verträgt auch Nähe.
So kann sie z.B, auch Probleme mit ihren Eltern schildern. Zeigt auch ihre Dankbarkeit, dass man sich ihr zuwendet. Das tun ja nicht so Viele, sich wohlwollend solch einem Mensch zuwenden.

Ja, das klingt besser - für alle Seiten... weiter so... :)
Ich sage nicht, dass Euer magersüchtiges Mädchen Borderlinerin ist. Mit "ein wenig psycho" meine ich, dass sie selbst starke Probleme hat sich im Leben auf weniger selbstschädigende Art zurecht zu finden. Mehr nicht. Das kann bei ihr völlig andere Ursachen haben.
Bei Deinem Sohn allerdings auch, denn wie ist es denn mit einer Depression bei ihm? Also der eine Borderliner bei mir ist ein völlig anderer Mensch, wenn er die Anti-Depri-Tabletten schluckt als wenn er sie nicht schluckt.
Er hört immer wieder damit auf, obwohl es ihm damit besser geht und manchmal erscheint es mir fast so als wollte er sich absolut schlecht fühlen, weil er sich dann wenigstens "spürt", bzw. mit einem extremen körperlichen Zustand aus seiner Leere und Langeweile ausbricht.

Aber selbst schwere Formen solcher Störungen scheinen unberücksicht zu bleiben in unserem medizinisch-sozialen Hilfesystem. Wie anders könnte es sein, wenn man jahrelang kämpfen muß für einen Betreuer?
Und man ansonsten von allen Anlaufstellen abgewimmelt wird ? Was nützen alle Erkenntnisse der Psychologie und Psychiatrie, wenn das menschliche Durchführen fehlt und solche "chaotische Systeme" sich selbst überlassen werden ? Der Wille fehlt so sehr, dass es kaum eine soziale Hilfe-Vernetzung gibt. Das wäre Zusammenarbeit aller Hilfsmöglichkeiten. Da erlebt man als Eltern Unwille, Unvermögen und Chaos.
lg, oTp


Hm, ich glaube extreme suchtgefährdete Borderliner sind ein wenig gefürchtet, selbst bei manch Therapeuten. Da reißt sich nicht unbedingt jemand drum...
Viele Therapien verlaufen leider völlig sinnlos - nicht weil die Therapie schlecht ist - sondern weil ein Borderliner überhaupt nicht einsieht, dass er therapiert werden muss (so wie viele Süchtige auch), und was Du ja auch schon festgestellt hast.
Er "macht halt alles mit", nimmt aber fast null dabei auf.
Das weiß ich von einer Therapeutin, die auf Borderline spezialisiert ist, dass sie manchmal richtiggehend verzweifelt.
Aber: wenn man einen Draht zu einem Borderliner findet, das heisst, dass er endlich kapiert, dass er sich wegen sich selbst ändern muss, nicht wegen den anderen, dann geht auch mal richtig was vorwärts.
Warst Du schon bei speziellen Borderline-Anlaufstellen?

LG
Jeshu
Seiet GOTT unterwürfig – aber keinem Manne
Benutzeravatar
Jeshu
Gesperrt
 
Beiträge: 1978
Registriert: Mo 11. Nov 2013, 21:46
Wohnort: MUC

VorherigeNächste

Zurück zu Ethik, Wissenschaft, Forschung

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste