Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Was Sie immer schon mal fragen wollten

Moderator: Thelonious

Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon POW » Di 10. Sep 2013, 17:17

bigbird hat geschrieben:
POW hat geschrieben:
Ansonsten sind einige deiner Ansichten vertretbar. Das westeuropäische Christentum ist verkleinbürgerlicht, preist zwar in frömmster Anmut die christlichen Werte wie Nächstenliebe und Demut, verteidigt aber gleichzeitig mit allen Klauen und Zähnen seinen oft nicht unbeträchtlichten Privatbesitz.
Dafür verinnerlichten und verteidigten große Teile des Christentums das Wohlstands-Evangelium mit einem weltlichen Schwung und Elan, so das dieses dann Richtungsweisend für die allgemeine Denke dieses grundsätzlich materiell eingestellten Wohlstandschristentums ist.
Das goldene Kalb steht immer noch immer Mittelpunkt allgemeinchristlicher Interessen, erkauft mit der Armut und dem bittersten Elend von Millionen Menschen in anderen Ländern und Kontinenten.


Da kommt es ganz einfach darauf an, was genau du mit "christlich" meinst. Meinst du das "christliche Abendland", dann trifft das grösstenteils zu. Meinst du aber Menschen, die in einer persönlichen Beziehung mit Christus unterwegs sind, dann sind deine Aussagen eine verallgemeinernde Diffamierung.

bigbird


In deinem Beitrag steckt ein Widerspruch, den du auflösen solltest.
Also einmal:

Da kommt es ganz einfach darauf an, was genau du mit "christlich" meinst. Meinst du das "christliche Abendland", dann trifft das grösstenteils zu.


so weit, so richtig.
Aber nun:

Meinst du aber Menschen, die in einer persönlichen Beziehung mit Christus unterwegs sind, dann sind deine Aussagen eine verallgemeinernde Diffamierung.


von den vielen Millionen Christen des christlichen Abendlandes sollte ich nun die aussortieren, die eine persönliche Beziehung zu Gott haben? Du selbst gestehst ein, das der größte Teil des Christentums, also Millionen von Christen, eben diese Beziehung nicht haben, nun verlange aber bitte nicht von mir, das ich hier irgendwelche Sortierverfahren nach Konfession und wahrem Glauben, nach Fast und Garnichtchristen vornehme.
Wer Jesus nachfolgt, den dürfte mein Beitrag nicht tangieren, die frommen Heuchler und materiellen Christen allerdings, die dürften sich von meinem Beitrag sehr wohl angesprochen fühlen.

Eine Religion ist immer ein Spiegelbild dessen, was sie tut, aber nicht dessen, was sie meint spiegeln zu wollen. Es ist so ähnlich wie mit dem Respekt, man kann ihn nicht einfordern, man muss ihn sich verdienen.
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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon Seltsamer » Di 10. Sep 2013, 17:26

So kommen wir nicht weiter, lieber Hermann:
Hermann hat geschrieben:Weiterhin: Warum gehst Du nicht auf mein Bibelzitat ein? Meine Deutung kann ich aber gerne voranschicken - wenn dich das sicherer macht: "Ich sehe darin ein evolutionären Zug im Menschenbild Jesu. So wie er eine große Menscheitstür zu mehr Liebe aufgemacht hat, so werden Menschen kommen, die einen weiteren Schritt tun könnten

Denn wie gesagt:
Seltsamer hat geschrieben:Die Frage ist, wo steht so was: "Es werden welche kommen, die Größeres als ich tun werden?"? Wenn du mir eine eindeutige Antwort geben willst, wollen wir weiter darüber reden…
Ich hab zuerst gefragt!

Das kenne ich auch sehr gut:
Hermann hat geschrieben:Interessant auch, dass Du Jesus offenbar in einem Freund-Status hast (facebook-artig vielleicht, wo mancher User 350 hat), der seine Antwort auf konkrete Fragen nicht beinhaltet.

Da frage ich mal wieder: Wer von euch es sagen kann: „Jesus ist mein beste Freund“, ohne dabei in eine Sunde nicht zu geraten? Mit deine primitive „facebook-artig“, hat meine Aussage nichts zu tun. Übrigens, ich bin bei facebook überhaupt nicht gemeldet, weil solche „moderne“ Erscheinungen für nichtig halte. Die kommen und gehen, aber das Leben bleibt!

Eigentlich die Spiritualität ist eine sehr, sehr normale Eigenschaft eines Menschen, die von Gott gegeben ist. Was du lieber Hermann in der Fragestellung anspricht, ist ein Wunsch die Ergebnisse diese ganz normale Eigenschaft eines Menschen zu besprechen, nicht die Spiritualität an sich.

Wie gesagt, ich bin sehr, sehr penibel, was die Aussagen anbelangt. Weil ich weiß genausten, dass wir verantwortlich für jedes unnutz Gesagten Wort sind!

Wie das Evangelium Jesu mich belehrt…
Gelobt sei Jesus Messias!
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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon POW » Di 10. Sep 2013, 17:41

Hermann hat geschrieben:POW: Hier zum Thema Sloterdijk und Steiner:

Quelle. http://waldorfblog.wordpress.com/2011/1 ... u-steiner/

Sloterdijk erklärte beispielsweise, Steiner...


Das meinte ich nicht. Du schriebst:

POW: Ich gebe Dir völlig recht, dass Steiners Leute häufig elitär und verschroben sind. Aber wenn der meistgelesene Philosoph der Gegenwart (Sloterdijk) in D...


ich meinte punktuell: wo steht geschrieben, das Sloterdijk der meistgelesene Philosoph der Gegenwart ist?
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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon Gnu » Di 10. Sep 2013, 18:29

Hermann hat geschrieben: Gnu: Ich weiß nicht, worauf Du hinauswillst. Gott ist es vermutlich egal, wie Du ihn nennst. Wichtig ist, dass Du aufs Höchste in den Prozess der Näherung ans Licht eintauchst, an dessen Ende Sätze stehen mögen wie :"Nicht ich, sondern der Vater in mir sagt das". Und die Frage von Zweiflern -etwa Atheisten-, ob man sich einer Schimäre higegeben hat, lässt sich eben mit dem Paulus-Prüfstein am besten beurteilen.

Woher willst du wissen, welcher Gott auf dein Suchen antwortet, wenn es dir egal ist, wie er heisst? Bist du der Meinung, dass es sowieso nur einen Gott gibt?
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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon Gnu » Di 10. Sep 2013, 18:44

Seltsamer hat geschrieben: Mose hat mit Gottes Namen andere Erfahrungen gemacht. „Gott sprach zu Mose: »Ich bin, der ich bin«, der Anwesender! Auch Mose stand vor dem sehr menschlichen Rätsel, welchen Namen (ziemlich heidnisch) der Gott hat, wie er den Volk erklären kann, mit wem er da gesprochen hat. Seit dem etwa gilt „Jahweh“ als hebräischer Name Gottes, oder?

Ja, so ist es.

2 Mose 3.15: Und Gott sprach weiter zu Mose: Also sollst du den Söhnen Israel sagen: JHWH, eurer Väter Gott, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name ewiglich, dabei soll man mein Gedenken für und für.
Seltsamer hat geschrieben: So was wurde jedoch im Widerspruch zur Erfahrungen Mosis stehen! Gott selber aber sagt, »Ich bin, der ich bin!« Klar gesagt, Gott ist der Anwesende, der keinen Namen trägt. Weil er über alles ist, auch über jeder Persönlichkeit! Ebenso Bezug auf reine geistige Ebene wurde den Verständnis über all Anwesenheit Gottes erheblich reduzieren. Gott ist der Anwesende – immer und überall, wenn wir das verstehen auch nicht vermögen.

Erklär mir bitte, weshalb die deutschen Bibeln überall dort, wo JHWH im Text steht, HERR schreiben. Herr ist kein Name Gottes, sondern der Name des kanaanäischen Gottes Baal.
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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon Hermann » Di 10. Sep 2013, 19:31

Es flutet ja jetzt hier ganz schön, daher nur kurz: Schorsch: Gerade in der Stille der Zurückgezogenheit, auch Meditation sagt man dazu, wird Spiritualität wirksam.
POW: Ich denke, dass Sloterdijk als "Popularphilosoph" (so seine akademischen, auf die Auflagenhöhe neidischen Gegner) die meisten Leser unter den lebenden Philosophen (hätte ich wohl dazu schreiben sollen!) in D hat, scheint mir allgemein klar. Zur Not reiche ich aber auch da einen Beleg nach.
Gnu? Der Name Gottes scheint Dir ja furchtbar wichtig zu sein. Wenn ich Teufel wäre, würde ich mich auch ganz "fromm" und lcihtvoll nennen. Dann kommen erst mal wenige auf meine wahre Identität. Anders: Die Qualität ("Die Früchte",) an denen sollen wir alle Gott doch vielleicht erkennen!!
Zuletzt geändert von Hermann am Di 10. Sep 2013, 19:35, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon Schoham » Di 10. Sep 2013, 19:34

Ich, der HERR, das ist mein Name, ich will meine Ehre keinem andern geben noch meinen Ruhm den Götzen.
Jes. 42,8


Hermann hat geschrieben: Der Name Gottes scheint Dir ja furchtbar wichtig zu sein.

Der Name ist mit der Person identisch.

Die Namen Gottes bezeugen wer und was Gott Ist.
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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon POW » Di 10. Sep 2013, 19:53

Hermann hat geschrieben:POW: Ich denke, dass Sloterdijk als "Popularphilosoph" (so seine akademischen, auf die Auflagenhöhe neidischen Gegner) die meisten Leser unter den lebenden Philosophen (hätte ich wohl dazu schreiben sollen!) in D hat, scheint mir allgemein klar. Zur Not reiche ich aber auch da einen Beleg nach.


Ja, tue das, es wäre nett wenn du den Beleg hier liefern würdest.

Ein wenig OT:
(Übrigens, sein Buch: Du musst dein Leben ändern. Da könnte eine lebenserfahrene und durch das Leben geschulte Hausfrau besseres schreiben. Er mag noch sehr mit Neologismen jonglieren, ein Nietzsche wird er trotzdem nimmer. Das Einzige was dieser glitzernde und gleißende Medien-Philosoph mit Nietzsche gemein hat, das ist sein "vertikalverspannter" Sinn zum Schwafeln.)

Noch einmal im allgemeinen: Menschen, die nicht abgestumpft durch das Leben wandern, die machen sich schon oft Gedanken um dieses ewige: Woher kommen wir, wohin gehen wir.
Viel mehr Menschen als man denken mag. Die Spiritualität, die Fragen dazu, die sind durchaus vorhanden, oft verborgen, oft versteckt und zaghaft, aber der Mensch ist ein Suchender, auch und gerade auf der Suche nach sinngebender und sinnschenkender Spiritualität.
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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon Hermann » Mi 11. Sep 2013, 05:47

Schoham: Wenn also jemand vor 30 Jahren seinen Namen wechselte, etwa von Hubert Schneider zu Swami Satyam, dann änderte sich der ganze Mensch? Wenn eine Frau nach trad. Art heiratet, auch? Ich bin sicher, dass am "nomen est omen" der Römer was dran ist, aber Dein Namensfetischismus geht mir zu weit.
POW: Spiritualität ist tatsächlich latent in 50% der Deutschen ein Bedürfnis, so eine Untersuchung. Aber das Verschwommene und Zaghafte führt eben dazu, dass Leute wie otp und ihren Thesen von "klarer Linie" manchmal durchaus bei denen ziehen. Zu Sloty: Sicher weiß ich, gelesen zu haben, dass er mehr von 1990 bis heute verkauft hat als Habermas, der akademischerseits (mit dem dort üblichen Sloty-Hass) als lebende Nr. 1 in D gilt. Dein abwertendes Urteil in Ehren, aber drei holländische Philosophen haben ihm (Sloty) ein Buch gewidmet (Marc Jongen ist einer davon), die ihn gar als "Jahrhundertphilosophen" einstufen. Die Begründung ist etwa so: Wenn heute was Aktuelles passiert (gesellschaftlich relevantes), dann hat er eine Woche später ein treffsicheres Essay drauf, das viele Gebildete fasziniert und gedanklich weiterbringt. Mir geht es jedenfalls auch so.
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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon Gnu » Mi 11. Sep 2013, 06:35

Hermann hat geschrieben: Gnu? Der Name Gottes scheint Dir ja furchtbar wichtig zu sein. Wenn ich Teufel wäre, würde ich mich auch ganz "fromm" und lcihtvoll nennen. Dann kommen erst mal wenige auf meine wahre Identität. Anders: Die Qualität ("Die Früchte",) an denen sollen wir alle Gott doch vielleicht erkennen!!

Wenn der Name Gottes egal wäre, weshalb steht dann geschrieben, dass wer den Namen Jahwehs anruft, gerettet wird?
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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon Hermann » Mi 11. Sep 2013, 08:53

Gnu hat geschrieben:
Hermann hat geschrieben: Gnu? Der Name Gottes scheint Dir ja furchtbar wichtig zu sein. Wenn ich Teufel wäre, würde ich mich auch ganz "fromm" und lcihtvoll nennen. Dann kommen erst mal wenige auf meine wahre Identität. Anders: Die Qualität ("Die Früchte",) an denen sollen wir alle Gott doch vielleicht erkennen!!

Wenn der Name Gottes egal wäre, weshalb steht dann geschrieben, dass wer den Namen Jahwehs anruft, gerettet wird?

Jaaa, das meint ja vielmehr als "Anrufen"! Hier muss bedacht werden, dass das alles aus dem Geist der Vor-Aufklärung und der zeittypischen archaischen Kommunikationen zu verstehen ist. Das meint ein völliges Sich-Einschwingen auf die göttliche "Höhe", mit einem Anliegen, das wirklich aus der Tiefe des Herzens kommt, Dann meint "Name anrufen" also sowas wie "Qualitätsstufe" einnehmen! Heute spricht man anders und gemeint ist nicht "Anrufen" von der lockeren Art wie etwa: "Ich habe gerade nichts zu tun und rufe mal meine Freundin an. Der geht es vielleicht ähnlich."
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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon onThePath » Mi 11. Sep 2013, 08:55

Nietzsches Satz "Gott ist tot" habe irgendetwas mit einer atheistischen Grundanschauung zu tun. Er war Zaroastiker und Dionysos-Anhänger und schätze überhaupt die Antike. Ein von der sinnlichen Freude des Lebens an die Mystik Herangehender. Unheimlich beeindruckt Nietzsche durch seine hemmungslose Ehrlichkeit: "Komisch nur, warum viele Christen so unerlöst aussehen."

Hermann, ein Dionysos-Anhänger ist ja wohl so das vulgärste, was ein Mystiker-da würde ich eher sagen Mysterien-Anhänger- darstellen kann. Dionysos steht für ungehemmte Leibesfreuden. So sehe ich auch den sexuellen Tantra-Yoga. Da kann es sogar sein, daß Nietzsche hemmungslos unbedacht diesen Satz vom unerlösten Aussehen von Christen machte. Oberflächliche Sinnesfreueden "zaubern" ja flüchtige Zufriedenheit auf die Gesichter von Menschen. Scheinbare Zufriedenheit, die auch noch Höhnisch auf Christen schaut.

Könnte es so sein, den Anlass dazu hast Du selber geliefert.

lg, oTp
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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon onThePath » Mi 11. Sep 2013, 09:01

Aber das Verschwommene und Zaghafte führt eben dazu, dass Leute wie otp und ihren Thesen von "klarer Linie" manchmal durchaus bei denen ziehen.


Pass auf was Du sagst Hermann, sonst kommst Du ins Schwafeln.

Wie soll man sonst Deinen Satz, ich habe zu Albert Schweizer frostig geschwiegen (oder so, finde ihn gerade nicht) ?
Wenn ich mich zu etwas nicht erkläre, machst Du also gleich was Negatives daraus ?

Nun gut: Ich habe vor kurzem ein Buch über ihn gelesen. Ich bewundere ihn. Seine Gedanken zu Jesus sind eigenwillig, die brauche ich nicht annehmen. Sein Lebensstil verdient höchste Bewunderung.

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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon POW » Mi 11. Sep 2013, 09:27

onThePath hat geschrieben:Nietzsches Satz "Gott ist tot" habe irgendetwas mit einer atheistischen Grundanschauung zu tun.


Hallo OTP,

ich glaube, selten wurde ein Satz so fehlinterpretiert und missverstanden, wie dieses "Gott ist tot" von Nietzsche. Auch Hermann scheint Nietzsche so richtig nicht verstanden zu haben. Deshalb bitte ich alle Christinnen und Christen an dieser Stelle, einmal den Text, der genau diese "Gott ist tot" Aussage Nietzsches wiedergibt einmal wirklich in Ruhe zu lesen:

Friedrich Nietzsche - Der tolle Mensch

Habt ihr nicht von jenem tollen Menschen gehört, der am hellen Vormittag eine Laterne anzündete, auf den Markt lief und unaufhörlich schrie: "Ich suche Gott! Ich suche Gott!"
Da dort gerade viele von denen zusammenstanden, welche nicht an Gott glaubten, so erregte er ein großes Gelächter.
Ist er denn verlorengegangen? sagte der eine. Hat er sich verlaufen wie ein Kind? sagte der andere.
Oder hält er sich versteckt? Fürchtet er sich vor uns? Ist er zu Schiff gegangen? ausgewandert? - so schrien und lachten sie durcheinander.

Der tolle Mensch sprang mitten unter sie und durchbohrte sie mit seinen Blicken.

"Wohin ist Gott?" rief er, "ich will es euch sagen!
Wir haben ihn getötet - ihr und ich!
Wir sind seine Mörder! Aber wie haben wir das gemacht?
Wie vermochten wir das Meer auszutrinken?
Wer gab uns den Schwamm, um den ganzen Horizont wegzuwischen?
Was taten wir, als wir diese Erde von ihrer Sonne losketteten? Wohin bewegt sie sich nun?

Wohin bewegen wir uns?
Fort von allen Sonnen?
Stürzen wir nicht fortwährend?
Und rückwärts, seitwärts, vorwärts, nach allen Seiten?
Gibt es noch ein Oben und ein Unten? Irren wir nicht durch ein unendliches Nichts?
Haucht uns nicht der leere Raum an?
Ist es nicht kälter geworden?
Kommt nicht immerfort die Nacht und mehr Nacht?

Müssen nicht Laternen am Vormittag angezündet werden?
Hören wir noch nichts von dem Lärm der Totengräber, welche Gott begraben?
Riechen wir noch nichts von der göttlichen Verwesung? - auch Götter verwesen!
Gott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn getötet!
Wie trösten wir uns, die Mörder aller Mörder?

Das Heiligste und Mächtigste, was die Welt bisher besaß, es ist unter unsern Messern verblutet - wer wischt dies Blut von uns ab?
Mit welchem Wasser könnten wir uns reinigen?
Welche Sühnefeiern, welche heiligen Spiele werden wir erfinden müssen?
Ist nicht die Größe dieser Tat zu groß für uns?
Müssen wir nicht selber zu Göttern werden, um nur ihrer würdig zu erscheinen?

Es gab nie eine größere Tat - und wer nun immer nach uns geboren wird, gehört um dieser Tat willen in eine höhere Geschichte, als alle Geschichte bisher war!"
Hier schwieg der tolle Mensch und sah wieder seine Zuhörer an: auch sie schwiegen und blickten befremdet auf ihn. Endlich warf er seine Laterne auf den Boden, dass sie in Stücke sprang und erlosch. "Ich komme zu früh", sagte er dann, "ich bin noch nicht an der Zeit.

Dies ungeheure Ereignis ist noch unterwegs und wandert - es ist noch nicht bis zu den Ohren der Menschen gedrungen. Blitz und Donner brauchen Zeit, das Licht der Gestirne braucht Zeit, Taten brauchen Zeit, auch nachdem sie getan sind, um gesehen und gehört zu werden. Diese Tat ist ihnen immer noch ferner als die fernsten Gestirne - und doch haben sie dieselbe getan!" - Man erzählt noch, dass der tolle Mensch desselbigen Tages in verschiedenen Kirchen eingedrungen sei und darin sein Requiem aeternam deo angestimmt habe. Hinausgeführt und zur Rede gesetzt, habe er immer nur dies entgegnet: "Was sind denn diese Kirchen noch, wenn sie nicht die Gräber und die Grabmäler Gottes sind?"

deshalb und trotz alledem, ich halte Nietzsche für einen tief religiösen Menschen, für einen Menschen, der an einem Christentum scheiterte, wie es die damalige Zeit darstellte. Und wer obigen Text mit dem Herzen liest, der wird verstehen warum Nietzsche so ein Verzweifelter war. Ein wirklicher Atheist aus "Fleisch und Blut", der hätte diesen Text nie und nimmer so schreiben, so formulieren können.

Ein großer Theologe und anerkannter christlicher Schriftsteller, hier dann Walter Nigg, schrieb zu Nietzsche eine großartige Biographie, aus christlicher Sicht. Eine wirklich hervorragendes Werk:

http://www.amazon.de/Friedrich-Nietzsche-Walter-Nigg/dp/3257227426/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1378887469&sr=8-1&keywords=walter+nigg+nietzsche

viele reden über Nietzsche, wenige haben ihn wirklich gelesen, noch weniger Menschen haben ihn wirklich verstanden. Und ein großer christlicher Theologe bringt es dann auf den Punkt. Das ist einzigartig.
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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon Hermann » Mi 11. Sep 2013, 09:54

otp: Du verzerrst die Antike und übersiehst dabei, dass Ihre Philosophie notwendiger und geachteter Unterbau des christlichen Weltbildes ist. Dass es eine laxe Deutung der "Spaßgesellschaft" gibt, die das Dionysische in der Billigform konsumieren wollen, will ist mir klar. Aber das meinen weder Nietzsche noch Sloterdijk. Es gibt um das rauschhafte Loslassen-Können vom Ego, das auch im Satz "Im Wein liegt Wahrheit" mitzuschwingen scheint. Die Fundamentalistischste aller Religionen derzeit, der Islam, verbietet daher den Alkohol wie auch die zur Ekstase führenden Tänze der Sufis. in einem ähnlichen Forum wie hier wurde mir auch von der "christlichen Nüchternheit" vorerzählt, die ich wohl noch nicht akzeptieren kann. Ich sei wohl zu beGEISTert von Jesus und dem Göttlichen.
Es ist schön, wenn Du Schweitzer auch ehrenwert findest; mit seinen Bibeldeutungen kannst Du genauso wenig anfangen wie mit meinen. Liegt wohl am mystischen Menschenbild, dem du eher fernstehst.
POW: Mit Walter Nigg ziehst Du meinen Lieblingsautor heran und ich danke Dir dafür. Ich war jahrelang im angesehenen Münchner Nietzsche-Forum und kann bestätigen, dass die "religiöse" Deutung des Weltbildes von N. inzwischen Mainstream bei denen ist, die ihn wirklich genauer kennen.
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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon Gnu » Mi 11. Sep 2013, 10:14

Hermann hat geschrieben: Jaaa, das meint ja vielmehr als "Anrufen"! Hier muss bedacht werden, dass das alles aus dem Geist der Vor-Aufklärung und der zeittypischen archaischen Kommunikationen zu verstehen ist. Das meint ein völliges Sich-Einschwingen auf die göttliche "Höhe", mit einem Anliegen, das wirklich aus der Tiefe des Herzens kommt, Dann meint "Name anrufen" also sowas wie "Qualitätsstufe" einnehmen! Heute spricht man anders und gemeint ist nicht "Anrufen" von der lockeren Art wie etwa: "Ich habe gerade nichts zu tun und rufe mal meine Freundin an. Der geht es vielleicht ähnlich."

Sei dem wie ihm wolle. Die unsichtbare Welt beobachtet uns und steuert uns. Wenn ich mich entschliesse, heilig zu leben, so muss ich wissen, mit wem ich es in der unsichtbaren Welt zu tun habe, sonst werde ich von allerlei Sonderlehren und Dogmen in die Irre geführt.
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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon Hermann » Mi 11. Sep 2013, 12:17

Gnu hat geschrieben:
Hermann hat geschrieben: Jaaa, das meint ja vielmehr als "Anrufen"! Hier muss bedacht werden, dass das alles aus dem Geist der Vor-Aufklärung und der zeittypischen archaischen Kommunikationen zu verstehen ist. Das meint ein völliges Sich-Einschwingen auf die göttliche "Höhe", mit einem Anliegen, das wirklich aus der Tiefe des Herzens kommt, Dann meint "Name anrufen" also sowas wie "Qualitätsstufe" einnehmen! Heute spricht man anders und gemeint ist nicht "Anrufen" von der lockeren Art wie etwa: "Ich habe gerade nichts zu tun und rufe mal meine Freundin an. Der geht es vielleicht ähnlich."

Sei dem wie ihm wolle. Die unsichtbare Welt beobachtet uns und steuert uns. Wenn ich mich entschliesse, heilig zu leben, so muss ich wissen, mit wem ich es in der unsichtbaren Welt zu tun habe, sonst werde ich von allerlei Sonderlehren und Dogmen in die Irre geführt.

Meine Rede! Ich glaube allerdings, dass das "Steuern" aus der geistigen Welt nicht mit dem Herrn eines Marionettentheaters zu vergleichen ist: Da man erntet, was man gesät hat, ist die gelegentliche Kontaktaufnahme durch "Drüben" sehr in der zu uns passenden "Qualität". Deshalb sollte man überlegen, was man sagt, denn aus Worten werden Taten und aus oft wiederholten Taten Gewohnheiten. Und die setzen sich in der Regel fest. Dumm nur, wenn Letzeres als schlechte Gewohnheit als "Treue zum Glauben" daherkommt.
Zuletzt geändert von Hermann am Mi 11. Sep 2013, 13:54, insgesamt 1-mal geändert.
Denken ist die schwerste Arbeit, die es gibt. Daher ist sie bei vielen Menschen so unbeliebt.

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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon onThePath » Mi 11. Sep 2013, 12:57

onThePath hat geschrieben:
Nietzsches Satz "Gott ist tot" habe irgendetwas mit einer atheistischen Grundanschauung zu tun.

Hab ich nicht geschrieben. Nitzsche interessiert mich nicht sonderlich als "positive Figur".

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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon onThePath » Mi 11. Sep 2013, 13:01

otp: Du verzerrst die Antike und übersiehst dabei, dass Ihre Philosophie notwendiger und geachteter Unterbau des christlichen Weltbildes ist. Dass es eine laxe Deutung der "Spaßgesellschaft" gibt, die das Dionysische in der Billigform konsumieren wollen, will ist mir klar.


Guter Ansatz mit dem Verzerren: Ich kann ja auch nicht pausenlos Deine Vermutungen, die Du über mich losläßt, entzerren.

Dann sag mir mal, was denn die edle Form des Dionisos-Kultes sein soll. Dass ich dabei gleich die ganze Antike verzerre gehört auch zu Deinem Potential, überzogen zu vermuten und zu behaupten.

Nigg ist mir übrigens auch ein Begriff. Wenigstens Jemand, der heutzutage positiv von den "Heiligen" redet.

Es gibt um das rauschhafte Loslassen-Können vom Ego, das auch im Satz "Im Wein liegt Wahrheit" mitzuschwingen scheint. Die Fundamentalistischste aller Religionen derzeit, der Islam, verbietet daher den Alkohol wie auch die zur Ekstase führenden Tänze der Sufis. in einem ähnlichen Forum wie hier wurde mir auch von der "christlichen Nüchternheit" vorerzählt, die ich wohl noch nicht akzeptieren kann. Ich sei wohl zu beGEISTert von Jesus und dem Göttlichen.


Laß den Wein da raus. Ich mag auch keine kiffenden Yogies-

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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon Hermann » Mi 11. Sep 2013, 14:00

otp: Nietzsche ist natürlich keine "positive" Figur. Deshalb mögen ihn auch manche Positivdenker der Esos nicht. Für seine radikale "Umwertung aller Werte" braucht man ´ne Menge innere Lichtkraft, um immer wieder gegenzusteuern. Aber er hat in einer ungeheuren Radikalität in den Menschen reingeschaut und in der Überzeugung, dass Psychologie zur Philosophie gehört, theoretischen Sonntagsrednern wie Kant mal das Wasser abgegraben.
Nigg ist mir auch deshalb lieber, weil er radikale Kirchenkritik (etwa auf Anselm Grün-Art) so subtil vorträgt, dass er manche Fans unter den Normalchristen hat. Die kommen halt nicht an die "neue" Sicht von Bibel und Welt heran. Oder denken deren Konsequenzen nicht zu Ende. Gründe mag meine Signatur etwas aufzeigen.
Zum Wein: Nun, Jesus mochte ihn, vermehrte ihn gar und in der Messe findet er beziehungsreiche Verwendung...
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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon POW » Mi 11. Sep 2013, 14:38

onThePath hat geschrieben:
Hermann, ein Dionysos-Anhänger ist ja wohl so das vulgärste, was ein Mystiker-da würde ich eher sagen Mysterien-Anhänger- darstellen kann. Dionysos steht für ungehemmte Leibesfreuden. So sehe ich auch den sexuellen Tantra-Yoga. Da kann es sogar sein, daß Nietzsche hemmungslos unbedacht diesen Satz vom unerlösten Aussehen von Christen machte. Oberflächliche Sinnesfreueden "zaubern" ja flüchtige Zufriedenheit auf die Gesichter von Menschen. Scheinbare Zufriedenheit, die auch noch Höhnisch auf Christen schaut.


Der Dionysos Kult war ein Aspekt griechischer Religionsausübung. In seiner Zeit, zu seiner Zeit. Und ob Sinnensfreuden nun wirklich immer gleich verdammenswert sind, das wage ich zu bezweifeln. Denn die Dumpfheit christlicher Leibes und Sexualfeindlichkeit machte aus den Menschen oft Lügner und Heuchler.
Sinnesfreuden sind dem Menschen gegeben, das reliigös basierte Verleugnen menschlicher Sexualität, gerade das Unterdrücken angeborener menschlicher Triebe führt zur Lüge, führt zur Krankheit, führt oft zu einem versteckt sexuellen, obsessiven Lebenswandel.
Der Sündenkomplex des Christentums richtete am ende gegen das Christentum selbst, auch heute noch, gerade heute noch.

Und was die Kulte betrifft, ich denke das die religiös basierten Blukulte des Christentums in ihrer Grausamkeit und Perversion unvergleichlich sind. Ein Folge dieses Gott andienenden Blutkultes:
Die letzte Hexe, in Deutschland, wurde 1782 in Würzburg verbrannt. Die schweizerin Anna Göldi war dann 1782 das letzte Opfer des christlichen Hexenwahns. Von den peinlichen Befragungen, also unvorstellbar grausame Torturen, abartigste Folter als selbstverständliches christliches "Rechtsmittel", dann lieber höflich zu schweigen.
Und einmal abgesehen davon, das ein Töten des (Glaubens)Feindes im Namen Gottes immer eine ausgesprochen gute Tat war, egal ob Kinder oder Frauen, Greise oder Säuglinge, es waren doch "nur" Ungläubige.
In diesem Sinn war das Christentum eine Religion des Menschenopfers, Menschen geopfert auf dem blutigen Altar Gottes, geopfert in der rechtschaffenden und rechtgläubigen Überzeugung seiner christlichen Mission und damit Gott ein Wohlgeruch.
Diese Blutschuld des Christentums, wer wäscht sie ab, wer reinigt diese Religion von dem Blut, das die an ungezählten Opfern vergossen?
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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon onThePath » Mi 11. Sep 2013, 14:45

Pow,

Deine Argumente sind die üblichen und genauso negativ wie Dein Anpramgern.

Der Dionysos Kult war ein Aspekt griechischer Religionsausübung. In seiner Zeit, zu seiner Zeit. Und ob Sinnensfreuden nun wirklich immer gleich verdammenswert sind, das wage ich zu bezweifeln. Denn die Dumpfheit christlicher Leibes und Sexualfeindlichkeit machte aus den Menschen oft Lügner und Heuchler.
Sinnesfreuden sind dem Menschen gegeben, das reliigös basierte Verleugnen menschlicher Sexualität, gerade das Unterdrücken angeborener menschlicher Triebe führt zur Lüge, führt zur Krankheit, führt oft zu einem versteckt sexuellen, obsessiven Lebenswandel.


Verleugnung menschlicher Sexualität, Dumpfheit ? Es gibt ein gesundes Maß.
Deine Pauschalideen sind ebenso dumpf und gleichzeitig markschreierisch wie eben alle Vorurteile. Falscher Umgang mit Allem führt zu Nachteilen. In die eine und in die andere extreme Richtung in der Sexualität auch.

Dagegen steht gesunder Umgang mit dumpfer, triebhafter Sexualausübung.
Und das schaffen auch Mönche positiv und verantwortlich sogar mit Triebverzicht, ohne davon krank zu werden.
In der Ehe ist der Umgang damit verantwortlich.

Die letzte Hexe, in Deutschland, wurde 1782 in Würzburg verbrannt

Hexenwahn, ein Massenwahn wie kürzlich Nationalsozialismus und Stalin. Auch das muß reingewaschen werden.

In diesem Sinn war das Christentum eine Religion des Menschenopfers, Menschen geopfert auf dem blutigen Altar Gottes, geopfert in der rechtschaffenden und rechtgläubigen Überzeugung seiner christlichen Mission und damit Gott ein Wohlgeruch.
Diese Blutschuld des Christentums, wer wäscht sie ab, wer reinigt diese Religion von dem Blut, das die an ungezählten Opfern vergossen?

Vorsuicht, sonst wirst Du selber schnell zum Hetzer. Denn wo immer Menschen diktatorisch Macht ausüben lauert der Tod. Das geschieht auch im Namen der Religionen. Jesus hat es aber nicht angezettelt.

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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon Schoham » Mi 11. Sep 2013, 19:59

Hermann hat geschrieben: Wenn also jemand vor 30 Jahren seinen Namen wechselte, etwa von Hubert Schneider zu Swami Satyam, dann änderte sich der ganze Mensch?


Nein, aber der neue Name ist noch immer mit dem Menschen identisch. Man weiss wer hinter dem Namen steht. Eben dieser eine, besondere Mensch.

Sagt Jesus Christus von Sich, Er sei der Weg, Er sei die Wahrheit, Er sei der gute Hirte, so sind all diese Namen mit Seiner Person eins....Und wen Gott sagt Er sei der HERR dann Ist Er es. Auch wenn viele Ihn nicht als ihren HERRN und Gott annehmen und lieber selber gott spielen.....
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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon Hermann » Do 12. Sep 2013, 04:56

Schoham: "Und wenn Gott sagt Er sei der HERR dann Ist Er es." Voraussetzung ist, dass der Sprechende tatsächlich Gott ist. Dass über diese Tatsache 100%ige Gewissheit herrscht. Woher nimmst Du die denn eigentlich?
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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon Gnu » Do 12. Sep 2013, 06:14

Hermann hat geschrieben:Schoham: "Und wenn Gott sagt Er sei der HERR dann Ist Er es." Voraussetzung ist, dass der Sprechende tatsächlich Gott ist. Dass über diese Tatsache 100%ige Gewissheit herrscht. Woher nimmst Du die denn eigentlich?

Du hast die Antwort selbst schon gegeben:
Hermann hat geschrieben: Und die Frage von Zweiflern -etwa Atheisten-, ob man sich einer Schimäre higegeben hat, lässt sich eben mit dem Paulus-Prüfstein am besten beurteilen.
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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon Hermann » Do 12. Sep 2013, 06:58

Genau, Gnu! Das jeweils höchst unterschiedliche Ergebnis dieser Prüfung sollte in seiner Ur-Sache aber Dauerthema für alle Suchenden sein!
Ich gehe weiterhin davon aus, dass Gott sich seither immer wieder offenbart hat und dies am allerdeutlichsten in jedem von uns -meist schubweise in den sog. "lichten Momenten"- tut. Da ist man "nah" an den zu prüfenden Vorgängen dran und unsere "Nächsten" erleben "1:1" die Veränderungen und prüfen mit.
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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon bigbird » Do 12. Sep 2013, 07:53

Hermann hat geschrieben:Bigbird zu POW: Wäre es denn Deiner Ansicht nach "diffamierend", wenn er "80% aller kirchennahen Christen" meint (so schätze ich den Anteil an Wohlstands- und Gewohnheits-Getauften" ein)?


Ich schrieb von Menschen, die persönlich mit Jesus Christus unterwegs sind, nicht von "kirchennahen".

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Man soll dem Nächsten die Wahrheit nicht
wie einen Waschlappen um die Ohren schlagen,
sondern sie ihm liebevoll wie einen wärmenden Mantel um die Schultern legen.

Das wäre doch ein gutes Motto für das Forum - oder?
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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon Hermann » Do 12. Sep 2013, 09:15

bigbird hat geschrieben:
Hermann hat geschrieben:Bigbird zu POW: Wäre es denn Deiner Ansicht nach "diffamierend", wenn er "80% aller kirchennahen Christen" meint (so schätze ich den Anteil an Wohlstands- und Gewohnheits-Getauften" ein)?


Ich schrieb von Menschen, die persönlich mit Jesus Christus unterwegs sind, nicht von "kirchennahen".

bigbird


Sehr schön, dass deine Formulierung nun meinen Eindruck nahelegt: Kirchenfern= oft Jesusnah und umgekehrt.
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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon Schoham » Do 12. Sep 2013, 19:47

Hermann hat geschrieben: "Und wenn Gott sagt Er sei der HERR dann Ist Er es." Voraussetzung ist, dass der Sprechende tatsächlich Gott ist. Dass über diese Tatsache 100%ige Gewissheit herrscht. Woher nimmst Du die denn eigentlich?


Weil ich Liebe sehe - Liebe die übernatürlich ist, weil sie nicht nur das Böse dem andern nicht anrechnet, sondern gutes tut, wo sie hass erfährt und weil diese Art Liebe zu dem Gott, der von Sich sagt, Er Sei der HERR - passt. Paulus hatte es erfasst, indem er schrieb:

Denn ich hielt es für richtig, unter euch nichts zu wissen als allein Jesus Christus, den Gekreuzigten.
1. Kor. 2,2


Wo sonst ist solch ein Gott zu finden? Welche Alternative gibt es zu dem Gott, von dem die Bibel spricht? Wo findet man eine solche Liebe sonst? Ein Machthaber, der alle Gewalt hat, erniedrigt Sich Selbst, um die Wesen, die Er erschaffen hat und die von Ihm nichts wissen wollen, zu Sich zu ziehen und durch Seinen Kreuzestod zu retten, indem Er ihre Sünden mit Sich in den Tod nimmt und ihnen gleichzeitig Sein Leben schenkt...

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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon Hermann » Fr 13. Sep 2013, 04:19

Schoham: Offenbar hast du keine persönliche Beziehung zu Gott, sondern findest einfach überzeugend, was das paulinische Christentum aus Jesus gemacht hat. Ich sehe in der Theorie von Opfertod eine krude Lehre, die Paulus aus römischen ähnlichen Denkstrukturen umgemodelt hat. Wir sind für unsere Sünden verantwortlich und sollten sie nicht von anderer Seite durch irgendeine Übergabe abgelten lassen. Mit "Übergabe" als solcher kann ich allerdings viel anfangen, beziehe sie aber auf eine Willens-Übergabe, bei der man das EGO systematisch zurückfährt und den Willen des göttlichen Urgrundes in unsere Seele hochfährt. Die Religion, die sich auf diese Frage -also die EGO-Überwindung- besonders spezialisiert hat, ist der Buddhismus. In diesem Punkt sehe ich ihn als eine Art "Grundausbildung" zum jesuanischen Christentum an, das mich als Liebes-Religion (und von der Person des Gründers her) insgesamt am meisten überzeugt.
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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon onThePath » Fr 13. Sep 2013, 07:03

Hermann hat geschrieben:Offenbar hast du keine persönliche Beziehung zu Gott

Das betrifft nicht nur Schoham, sondern ist gemünzt auf alle Christen, die keine Mystiker sind.
Wir haben aber festgestellt, dass Beziehung zu Gott erst mal in der Gesinnung und dem Handeln liegt.

Die Frage ist dann, wie erlebst Du Deine persönliche Beziehung zu Gott ? Oder besteht sie nur als Projection im Warten auf "es wird in Zukunft einmal eine enge Beziehung geben zwischen mir und Gott, wenn ich genügend meditiert habe".

Auch Christen haben eine Beziehung zu Gott.

Bloße Erlebnisse mit Gott führen auch zu nichts, wenn man sein Leben nicht aktiv umgestaltet als Reaktion darauf.
Als Dario Pizzano sein Leben völlig umkrempelte, geschah das mithilfe eines Gotteserlebnisses. Ohne das spontane Gotteserlebnis wäre er aber nicht losgekommen von seinem festgefahrenen bisherigen Leben. Er hätte vorher mit Gott nichts anfangen können. Allerdings wandte er sich an Gott und bat ihn um Hilfe.


Wir sind für unsere Sünden verantwortlich und sollten sie nicht von anderer Seite durch irgendeine Übergabe abgelten lassen.

Der schönste Effekt ist doch dabei die Sündenvergebung. Das Gerede davon, der Christ wolle nicht für seine Sünden verantwortlich sein, sondern sie billig abgeben an Jesus, ist wieder mal so ein Vorurteils-Argument.
Und eine billig-Interpretaton ist es, wenn Jesu Tod am Kreuz automatisch alle Sünden vergeben soll.


Mit "Übergabe" als solcher kann ich allerdings viel anfangen, beziehe sie aber auf eine Willens-Übergabe, bei der man das EGO systematisch zurückfährt und den Willen des göttlichen Urgrundes in unsere Seele hochfährt.

Und was ist bei der christlichen Lebensübergabe dabei anders ?


Die Religion, die sich auf diese Frage -also die EGO-Überwindung- besonders spezialisiert hat, ist der Buddhismus.
Das haben schon jahrtausende Jahre vorher die Hindus begonnen. Der Buddhismus ist lediglich eine indische Reform ihres Hinduismus. Und wir brauchen viele ihrer religiösen Dogmen nicht.


In diesem Punkt sehe ich ihn als eine Art "Grundausbildung" zum jesuanischen Christentum an, das mich als Liebes-Religion (und von der Person des Gründers her) insgesamt am meisten überzeugt.


Das Auslöschen der Persönlichkeit kann nicht christliches Ziel sein. Die gottsuchenden Mönche genügen auch voll und ganz darin, seine Psyche auf Gott hin neu zu gestalten. Die Mönche arbeiten aktiv an ihrer inneren Umgestaltung. Und jedem Gottsucher stehen ihre Erfahrungen als wichtige Grundlagen zur Verfügung.

Und Du weißt es ist schwer. Um vollkommen zu werden braucht man mehr als ein Erdenleben. Wonmit auch geklärt ist, warum die Inder die Wiedergeburt als Vorstellung brauchen.

Der Christ wird auch Himmelsbürger, wenn er bei seinem Tod noch nicht vollkommen war.

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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon POW » Fr 13. Sep 2013, 09:36

Hermann hat geschrieben:Schoham: Offenbar hast du keine persönliche Beziehung zu Gott, sondern findest einfach überzeugend, was das paulinische Christentum aus Jesus gemacht hat.


Wie viel religiöser Dünkel, Hochmut und Arroganz muss in einem Menschen wohnen, der anderen Menschen (s)eine persönliche Beziehung zu Gott abspricht. So einfach aus der Ferne, ohne den Menschen wirklich zu kennen.
Man liest das hier nicht selten und dein religiöser Narzissmus scheint mehr verhaltenspsychologisch zu sein, denn der Glaube der gleichberechtigten Individuen neben dir, und welcher Glaube auch immer, der unteliegt grundsätzlich dem Maß des allein von dir postulierten und "vorgedachten" und somit allein dir von anerkannten christlichen Werte und Glaubenskanons.
Wenn du hier schon großspurig und vollmundig die allgemeine Ethik der Agape unter das Volk bringen willst, nach den Regeln deines esoterischen Relgions Hip-Hop, dann solltest du auch der Allererste sein, der sich daran zu halten hat.

Schoham: Offenbar hast du keine persönliche Beziehung zu Gott


warum tun Christen dieses mit Vorliebe? Fühlt man sich dadurch erhoben und Gott viel, viel näher als dein "beziehungsloser" Nächster? Fühlt man sich als moralischer und ethischer Bessermensch? Oder als Phänotyp der Auserwählten?
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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon Hermann » Fr 13. Sep 2013, 10:00

otp: ich erlebe das Göttliche als Kraft- und Liebestrom. Es drückt sich ferner als eine sehr gut funktionierende Intuition (inkl. Hellfühligkeit ) aus, die vor allem die Menschenkenntnis einschließt.
Ich sehe die Bedeutung der aktiven Nächstenliebe und der Umgestaltung des Lebens wohl ähnlich wie Du.
Wenn der Opfertod diesen wunderbaren Effekt der Sündenvergebung hat, dann frage ich mich, warum die Sünde, sich in der Ethik kaum den Heiligen anzunähern, so stark zu beobachten ist.
Mein Ziel ist keineswegs eine "Auslöschung" der Persönlichkeit. Ein häufiges Missverständnis, mit dem der asiatische Denkansatz im Kern zurückgewiesen werden soll. Mein Ziel ist der vergöttlichte Mensch, dessen Identität erst wirklich voll herausgebildet wird. So wie Tagore es strukturell ausdrückt: So werden, wie Gott sich einen gedacht hat.
POW: Beobachte mal, wieviel ruhiger der otp auf meine (vielleicht etwas überzeichnete) Formulierung reagiert hat!! Er kennt mich besser und hat es gleich richtig gedeutet: Sinnliche Gotteserfahrung (Mystik eben!) setze ich ziemlich in den Mittelpunkt des Themas GOTT, sollte es aber vl nur als einen Weg dahin sehen. Wenn du so salopp (und fast frech) Deine Schubladen für mich bereithältst, dann kannst du ja gerne mal selbst klar Position beziehen. Wo stehst du denn nun? (Die heftige und gute Kritik am Körperverneinenden des Christentums ist ja eher eine Klarstellung, wo du nicht stehst.)
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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon onThePath » Fr 13. Sep 2013, 10:30

Mein Ziel ist der vergöttlichte Mensch, dessen Identität erst wirklich voll herausgebildet wird. So wie Tagore es strukturell ausdrückt: So werden, wie Gott sich einen gedacht hat.


Hermann, und genau das, dass der Mensch erst dann so ist, wie Gott sich ihn gedacht hat, wenn er vollkommen ist, das ist die große Frage.

Ein Aspekt ist, dass die Bibel sagt, der Mensch habe im Paradies mit Gott im Einklang gelebt. Ob damit Vollkommenheit gemeint, ist dann noch die Frage.

Aspekt: Um vollkommen zu werden, muß der Mensch nach Hinduismus und Buddhismus sehr oft wiedergeboren werden (je nachdem er sich Gott vollkommen fügt).

Aspekt: Da der Mensch laut Bibel nur einmal im Körper geboren wird, ist Vollkommenheit für Jeden nicht möglich.

Aspekt: Dann müßte man zu Hilfe nehmen, es gäbe eine geistliche Evolution, wonach die Menschheit als Ganzes evotionelle "Sprünge" macht. Das denken die esoteriker gern. Davon ist auch nicht viel zu bemerken. Der "Aquarius" hat sich nicht erfüllt.

Habe ich was vergessen ?

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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon Hermann » Fr 13. Sep 2013, 12:45

onThePath hat geschrieben:
Hermann hat geschrieben:Mein Ziel ist der vergöttlichte Mensch, dessen Identität erst wirklich voll herausgebildet wird. So wie Tagore es strukturell ausdrückt: So werden, wie Gott sich einen gedacht hat.


Hermann, und genau das, dass der Mensch erst dann so ist, wie Gott sich ihn gedacht hat, wenn er vollkommen ist, das ist die große Frage.

Sagen wir so: das erfüllende volle Leben gibt es wohl nur mit der Liebe-Vollkommenheit

onThePath hat geschrieben:Ein Aspekt ist, dass die Bibel sagt, der Mensch habe im Paradies mit Gott im Einklang gelebt. Ob damit Vollkommenheit gemeint, ist dann noch die Frage.

Es war wohl völlige Harmonie. Da der Mensch damals aber eher tierähnlich und ohne wirklich freien Willen dahin"vegetierte" , war eine neue, "menschlichere Grundlage nötig. Daher die gute Idee unserer Vertreibung. Wer jetzt volle Harmonie mit Gott und den Menschen erreicht, hat viel mehr geschafft als damals möglich.

onThePath hat geschrieben:Aspekt: Um vollkommen zu werden, muß der Mensch nach Hinduismus und Buddhismus sehr oft wiedergeboren werden (je nachdem er sich Gott vollkommen fügt).

Aspekt: Da der Mensch laut Bibel nur einmal im Körper geboren wird, ist Vollkommenheit für Jeden nicht möglich.


Nun: Ob eine Konzilsentscheidung gegen die Reinkarnation, die ja sehr knapp ausging, "die Wahrheit" sagt, bezweifle ich durchaus.

onThePath hat geschrieben:Aspekt: Dann müßte man zu Hilfe nehmen, es gäbe eine geistliche Evolution, wonach die Menschheit als Ganzes evotionelle "Sprünge" macht. Das denken die esoteriker gern. Davon ist auch nicht viel zu bemerken. Der "Aquarius" hat sich nicht erfüllt.


Ich sehe die derzeitige Welt besser als Du. Nur mal bedacht, dass noch nie ein so großer Prozentsatz Friedenspolitik von Herzen will. Zu Teilhard de Chardin: Auch er sieht die geistliche Evolution- nicht nur die Esos. Bin gespannt, ob Nigg nach Nietzsche und einigen Heiligen diesen großen Visionär auch mal auf seine unnachahmliche Art beleuchtet hat.
Habe ich was vergessen ?
Habe gerade mal wieder den Kirchenfunk-Newsletter von Bayern 2 erhalten. Habe das Gefühl, ich sei Mainstream und viele hier eher aus den 50er-Jahren des 20. Jh. :-)
Zuletzt geändert von alegna am Fr 13. Sep 2013, 13:09, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: habe Dir eine PN geschrieben
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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon POW » Fr 13. Sep 2013, 13:02

Hermann hat geschrieben:POW: Beobachte mal, wieviel ruhiger der otp auf meine (vielleicht etwas überzeichnete) Formulierung reagiert hat!! Er kennt mich besser und hat es gleich richtig gedeutet: Sinnliche Gotteserfahrung (Mystik eben!) setze ich ziemlich in den Mittelpunkt des Themas GOTT, sollte es aber vl nur als einen Weg dahin sehen.


Und genau das sehe ich bei dir, jedenfalls in den kontextuellen Bezügen deiner Beiträgen und im Ausdruck deines narzisstischen Schriftbild und innerhalb deiner "nächstbestimmenden" Syntax einfach nicht.

Wenn du schreibst:

ich erlebe das Göttliche als Kraft- und Liebestrom.


und einige Beiträge später einem Christen sein Christsein absprichst, oder es öffentlich in Zweifel stellst, dann solltest du einmal die Quellen deines Kraft und Liebsstromes etwas sehr genau prüfen!
Denn so lange dieses hier nicht in seiner harmonischen Vollkommenheit und in seiner auf jeden Menschen überspringenden Entelechie gelebt wird, so ist's Lüge, ist's Wahn, ist's Heuchelei.

Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.

wer das innehat, in seiner göttlich fundierten Vollkommenheit, der lebt weit jenseits von allen Dualismen, der ist auf und eingegangen in einer Dimension der allumfassenden und jedes und jeden erfassenden Liebe und würde das hier:

Schoham: Offenbar hast du keine persönliche Beziehung zu Gott, sondern findest einfach überzeugend, was das paulinische Christentum aus Jesus gemacht hat.


einem anderen Menschen nie, niemals unterstellen.
Wie gesagt, dein Leben und Weben in göttlichen Kraft und Liebesströmen nehme ich dir einfach nicht ab.
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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon Hermann » Fr 13. Sep 2013, 14:01

POW: Ich gebe Dir insofern recht, dass in Kreisen, die praktisch zum guten Teil aus einem Absolutheitsanspruch ihre Identität beziehen, es mir schwerer fällt, diesen liebevollen Grundtenor durchzuhalten.
Ich würde aber auch gerne die Frage stellen, ob Dein eigener langer Beitrag kürzlich zur Körperverneinung gegenüber otp von der liebevollen Sanftheit geprägt war, die Du hier einforderst.
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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon POW » Fr 13. Sep 2013, 14:11

onThePath hat geschrieben:
Aspekt: Dann müßte man zu Hilfe nehmen, es gäbe eine geistliche Evolution, wonach die Menschheit als Ganzes evotionelle "Sprünge" macht.


Ich finde, das der Mensch heute eine ganz andere und in vielen Dingen moralisch positive Eigenverantwortung wahrnimmt, als in den Jahrhunderten des Mittelalters.
Menschen haben heute ein schon durchaus hohes sittliches Verständnis und das durchzieht viele Bevölkerungsschichten. Obwohl ich der Meinung bin, das frühere Naturreligionen ein weit höheres objektives und moralisches Normverständnis hatten, als die auf ein imaginären Jenseits vertröstenden, monotheistischen Religionen.
(Was nützt mit ein Himmel voller frommer und den ganzen Tag betender Leute, oder irgendwelchen schlank gewachsenen Jungfrauen.)
Wobei sich die moralischen Tugenden des Christentums mehr im sollen beschränkten, als auf das wollen und die Erfüllungsgehilfen christlicher Tugenden, also Gewalt und geistige Unterdrückung, bewirkten dann immer das Gegenteil.
Oder kannst du mir einen außerordentlichen, wirklich positiven, allumfassenden und nennenswerten Prozess aufzeigen, der aus dem Christentum innerhalb der letzten zweitausend Jahre hervorging?
Also zum Wohle der Menschheit und als Erkennungs-Prozess der positiven Weiterentwicklung christlicher Moral und Ethik?
Zuletzt geändert von POW am Fr 13. Sep 2013, 14:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon POW » Fr 13. Sep 2013, 14:21

Hermann hat geschrieben: Ich würde aber auch gerne die Frage stellen, ob Dein eigener langer Beitrag kürzlich zur Körperverneinung gegenüber otp von der liebevollen Sanftheit geprägt war, die Du hier einforderst.


Ich fordere von keinem, nicht einem einzigen Menschen auch nur irgendwie eine wie immer geartete Sanftheit, mir gegenüber, ein. Ich weiß um meine Fehler, um mein Fehlen überhaupt, um mein Unvollkommenheit und meine exorbitanten Macken nur zu gut bescheid, als für mich darum auch nur eine einzige christliche Tugend zu beanspruchen.
Im Gegenteil, Kritik und ein berechtigter Tritt in den ... nehme ich dankend an und halte diesen dann aller Überlegung wert. Eben weil ich weiß, das ich nicht - heilig, vollkommen, nachfolgend, fromm, gut, oder was auch immer diese "Werte" verkörpern sollen, bin.

Aber ich weiß, und das unbedingt und absolut, das ich diese negativen Eigenschaften, die wohl jedem Menschen mehr oder weniger eigen sind, im Laufe der Zeit abstellen kann, diese diametral umkehren, diese in ein endlich Gutes verwandeln kann. Das ein Wachsen in Moral und Ethik aber leider kein Schritt ist, der von heute auf morgen stattfindet, aber ich bin ein geduldiger Menschen.
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Re: Spiritualität- ein christlicher Wesenszug?

Beitragvon Seltsamer » Fr 13. Sep 2013, 14:43

Hermann hat geschrieben:
onThePath hat geschrieben:Ein Aspekt ist, dass die Bibel sagt, der Mensch habe im Paradies mit Gott im Einklang gelebt. Ob damit Vollkommenheit gemeint, ist dann noch die Frage.

Es war wohl völlige Harmonie. Da der Mensch damals aber eher tierähnlich und ohne wirklich freien Willen dahin"vegetierte" , war eine neue, "menschlichere Grundlage nötig. Daher die gute Idee unserer Vertreibung. Wer jetzt volle Harmonie mit Gott und den Menschen erreicht, hat viel mehr geschafft als damals möglich.

Das sollte heißen:

1. Den Paradies gibt es nicht mehr.

Was ich bezweifele.

2. Im Paradies die Harmonie mit Gott die Freien Willen benachteiligt.

Was für mich Unlogisch erscheint.

@Gnu:
Gnu hat geschrieben:Erklär mir bitte, weshalb die deutschen Bibeln überall dort, wo JHWH im Text steht, HERR schreiben. Herr ist kein Name Gottes, sondern der Name des kanaanäischen Gottes Baal.
Hab bei passendes Thema Der Name Gottes erklärt.
Gelobt sei Jesus Messias!
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