Psychiatrie und Freiheit

Ethik, Lebensrechtsfragen
Sexualethik, Sozialethik, Wirtschaftsethik, Kreationismus / Schöpfungswissenschaft, Technik, Umwelt


Moderator: bigbird

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Mo 14. Nov 2011, 18:31

Jeig,

Die Gesellschaft bietet kaum Hilfe an, im Gegenteil.
Ob Eltern jahrelange unmenschliche Belastungen aushalten müssen, fällt unter keine Schutzwürdigkeit.
Weder das verantwortliche Denken noch das Gewissen dieser öffentlichen und medizinischen "Helfer" regt sich, wenn man Hilfe haben möchte. Man wird einfach nur abgewimmelt. Mit dem primitiven Argument, die Freiheit und das Recht auf Krankheit des Kranken seien untastbar. Und sie machen niergendwo Zusammenarbeit, erst recht nicht mit den Eltern.

Da hilft es nur, das Problem öffentlich zu machen und auf diesem Weg "die Handhabung" zu verändern.

Es ändert sich erst, wenn man es schaffen sollte, einen Betreuer zu bekommen. Dann müssen die Stellen mit diesem Kooperieren.

Ich sage es nochmal: Langjähriges Kaputtgehen ganzer Familien unter dieser Last mit psychotischen Familienmitgliedern und besonders bei Rauschmittelkranken die Gefahr des Sterben wird zustimmend gebilligt mit dieser Verhaltensweise.
Ich weiß wovon ich rede. Ich durfte in den letzten Jahre diese hässliche Fraze der Gesellschaft schmerzlich kennenlernen.

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20929
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon jeig » Mo 14. Nov 2011, 18:53

onThePath hat geschrieben:Ich durfte in den letzten Jahre diese hässliche Fraze der Gesellschaft schmerzlich kennenlernen


Inwiefern die Gesellschaft? Wenn wir die mal definiert haben, glaube ich kaum, dass man die dafür verantwortlich machen kann.
Ist jemand in Christus , so ist er eine neue Kreatur , das Alte ist vergangen , siehe , Neues ist geworden .
Benutzeravatar
jeig
Wohnt hier
 
Beiträge: 3628
Registriert: So 31. Aug 2003, 12:51
Wohnort: vom liebe Gott

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Mo 14. Nov 2011, 19:28

jeig hat geschrieben:
onThePath hat geschrieben:Ich durfte in den letzten Jahre diese hässliche Fraze der Gesellschaft schmerzlich kennenlernen


Inwiefern die Gesellschaft? Wenn wir die mal definiert haben, glaube ich kaum, dass man die dafür verantwortlich machen kann.



Es fängt damit an, dass man bei Jugendämtern und vom Sozialpsychologischen Dienst"abgewimmelt" , abgewiesen wird.
Man kommt nicht weiter, wenn die Polizei wegen häuslicher Gewalt tätig wird. Und als mein Sohn nach einigen Jahren seltsamerweise freiwillig in eine psychiatrische Klinik ging, nachdem er den Wohnzimmerglastisch mit einem Hieb zertrümmert hatte, tat sich auch nichts.Unsere jahrelange Odysse traf dort auch auf taube Ohren.

Die Zusammenarbeit und die handlungsfähigkeit dieser Stellen und Institutionen ist völlig handlungsunfähig und handlungsunwillig. Ist einfach nicht ihr Problem. Die Polizei ist absulut nicht fähig, bei häuslicher Gewalt einen Psychiater aufzutreiben, der dann nötige Schritte unternimmt. So ist es jedenfalls in meiner Umgebung.

Und die Hürde, einen Betreuer zu bekommen, ist sehr hoch.

Und noch weniger interessiert es Irgendjemand, wenn Rauschgift-Kranke kurz davor sind, sich selbst umzubringen.
Da habe ich aus meinem Umfeld auch erschreckende Beobachtungen.

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20929
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon jeig » Mo 14. Nov 2011, 19:39

onThePath hat geschrieben:Es fängt damit an, dass man bei Jugendämtern und vom Sozialpsychologischen Dienst"abgewimmelt" , abgewiesen wird.


Was soll man da sagen...Inkompetenz?

Komischerweise werden Leute wiederum in Psychiatrien eingewiesen, weil sie verwahrlost sind. :roll:

Ich hoffe für dich/euch, dass es besser wird. :umarm:
Ist jemand in Christus , so ist er eine neue Kreatur , das Alte ist vergangen , siehe , Neues ist geworden .
Benutzeravatar
jeig
Wohnt hier
 
Beiträge: 3628
Registriert: So 31. Aug 2003, 12:51
Wohnort: vom liebe Gott

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Di 15. Nov 2011, 10:34

Danke, ich hätte mir nicht träumen lassen, was ich (zusammen mit meiner Frau) im Leben alles durchmachen muß, und dass unser Staat sich als soziale Bananenrepublik präsentiert aber ich habe vor, es zu überleben, zu überstehen. Immerhin bin ich noch lange nicht so schlecht dran wie Hiob.

Was Hilfswilligkeit, Kompetenz und Erfahrung angeht, so gibt es wohl eher gute private Initiativen. Die öffentlichen Stellen, die Handlungsbedarf hätten, blocken Hilfe ab, haben noch nicht mal Verbindungen untereinander, dass man von einem sozialen Netz reden könnte.
Beispiel:
So war die Polizei mehrfach nicht in der Lage, einen Psychiater herbeizurufen, der eine Unterbringung in der Psychiatrie als erste Maßnahme hätte entscheiden können. Hätte die Polizei Meldepflicht bei Sozialbehörden und die Handlungspflicht, müssten sie den Eltern zuhören. Ein Vertrauenspolizist, der erstaunlicherweise später ab und zu mal kam, war natürlich völlig handlungsunfähig. Höchstens ein Kummerkasten. Solange Querverbindungen fehlen, tut sich nichts.

Querverbindungen, wie es sie etwa bei sexuellem Mißbrauch gibt. Wird Jemand angezeigt, dann tritt das Jugenamt in Aktion, wenn Derjenige eigene Kinder hat. Wenigstens das funktioniert. ( Ob automatisch oder nur mittels des Weißen Rings, weiß ich jetzt nicht)


Sofern Hilfsinitiativen öffentlich gefördert werden, könnte ich mir vorstellen, dass sie mit Kritik an der Öffentlichkeit sich zurückhalten.
Mir stinkt dieser Misthaufen öffentlicher Handlungsunfähigkeit natürlich. Zum Teil wissen sie ja, was für Leid und Unrecht dadurch geschieht. Und können nichts Ändern.

Veränderungen sind schwierig in Gang zu bringen. So redet man ziemlich gegen den Wind, weil man den Hebel schwerlich dort ansetzen kann, wo dann Veränderungen geschehen müssen. Nur wer öffentlichen Druck ausüben kann, bewirkt Veränderungen. Das ist bei Drogen- oder psychischen Problemen aber schwierig. Und es hat ja den Schein, als tue man auf diesen Gebieten sowieso genug und könne nicht noch mehr tun.

Neulich hat der Psychiater meines Sohnes aus weiterer Medikamentation ausgeklinkt, als der ihm sagte, Cannabis helfe ihm besser. Der Psychiater meinte, in solch einem Fall könne er nichts tun.... :shock: Man ist schnell am Ende mit Hilfsangeboten...Und sind Drogen wie Cannabis bei sozialen und psychischen Problemen Jugendlicher mit im Spiel, wird man vom Jugendamt schnellstens abgewimmelt.

All dessen ausgeliefert, muß ich darauf achten, dass ich nicht vor ohnmächtiger Wut psychisch krank werde, dann geht der Schuß nach innen los, oder nach außen agiere, dann ginge es einigen Herrschaften schlecht. :mrgreen:
Ich habe mich aber unter Kontrolle und kann mir auf konstruktive Weise Luft schaffen. Nur einen harmlosen kräftigen Tritt einigen Verantwortungsträgern in ihren lahmen Allerwertesten zu verpassen, dieser Wunsch sei mir zu äußern gestattet. Das schadet nicht.

Statt dessen kann ich mich darin üben, von allen negativen Einwirkungen auf mich nicht kaputt zu gehen.
Die Erlebnisse eigener Ohnmacht werden mich nicht erdrücken.
Und dem Teufel habe ich durch Gottes Zulassung im direkten Gegeneinander,in direkter Konfrontation, schon so manche Niederlage "verpassen" dürfen. Sodass er nicht wirklich Spaß an mir haben dürfte mit seinen Versuchen, mich und meine Familie zu vernichten. Gerade in unserer schlimmmsten Zeit, den letzten drei Jahren, hatten wir bis zu 20 meist junge Leute, die dringend Hilfe nötig hatten, im Hauskreis, und durften Veränderungen erleben.
Es gibt immer Dinge, für die zu leben es sich lohnt. Und wir leben ja nicht mehr im Paradies, kein Grund zu Klagen also oder aufzugeben, "die Flinte ins Korn zu werfen".(umgangssprachlich; Die Söldner, die nur um des Geldes willen kämpften, wollten nicht bis zuletzt kämpfen und sterben. Sie gaben lieber rechtzeitig auf und warfen das Gewehr weg,) :mrgreen:

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20929
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Gnu » Di 15. Nov 2011, 17:13

In der Schweiz brauchst du keinen Psychiater für die notfallmässige Unterbringung in einer Klinik. Ein gewöhnlicher Arzt kann das auch erledigen. Es muss allerdings ein Notfall sein, nicht eine Einweisung, weil eine Person ihren Angehörigen nur ein wenig auf den Wecker geht. Ich frage mich, ob es in Deutschland nicht auch so möglich gewesen wäre, weil ja immerhin schon die Polizei eingeschaltet war. Gut beraten wärst du auch mit einem Rechtsanwalt gewesen, weil diese normalerweise das Gesetz besser kennen als die Polizei und die Gerichte der unteren beiden Stufen (in der Schweiz Bezirks- oder Amtsgericht und Kantons- oder Obergericht).
Benutzeravatar
Gnu
My home is my castle
 
Beiträge: 11635
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 16:19
Wohnort: Salorino

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Di 15. Nov 2011, 21:43

Es muss allerdings ein Notfall sein, nicht eine Einweisung, weil eine Person ihren Angehörigen nur ein wenig auf den Wecker geht.


Bei der Oberflächlichkeit und Handlungsunfähigkeit hat man allzu gerne verharmlost um nichts tun zu müssen.
Ein Familienvater kann gegen solch geballten Unwillen und Unvermögen nichts ausrichten. Niemand hat den Willen, einzuschätzen, ob man mehr tun sollte als Abwimmeln und im Stich lassen. Statisten in einem lebensgefährdenden Spiel. Erst wenn es einem mühselig und langwierig gelingt, einen Betreuer zu bekommen, kann Niemand mehr ein falsches Spiel spielen.

Es ist taurig, aber wahr.

Und es ist nicht die einzige Erfahrung die ich in solcher Art gemacht habe. Andere bestärken meine Erfahrung noch wesentlich.

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20929
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Mo 21. Nov 2011, 21:31

Psychogene Epilepsie

Ich höre gerade von dieser Form der psychischen Störung. Sie ist mir noch nicht "begegnet"

In den meisten Fällen werden sie als unbewusste Manifestation psychischer Störungen angesehen. Patienten mit PNEA leiden häufig an Depression, einer posttraumatischen Belastungsstörung, Angst- oder Persönlichkeitsstörungen. Auch zusätzliche organische Hirnfunktionsstörungen werden in einigen Fällen diagnostiziert. Bei chronischen Verläufen ist die Behandlungs- und Sozialprognose ungünstig. Eine frühe Diagnose und der Beginn einer stringenten psychologischen Behandlung könnten die Prognose verbessern.


http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/art ... p?id=38007

...Dennoch dauert es in Deutschland gegenwärtig von der Erstmanifestation bis zur korrekten Diagnose von PNEA im Mittel mehr als sieben Jahre (41), und drei Viertel aller Patienten mit PNEA werden zunächst mit Antikonvulsiva behandelt (46).
Diagnose


Tut mir leid, wenn ich immer wieder außergewöhnliche Fragen habe. Aber möglicherweise habe ich mal mit solchen Menschen zu tun.

Vielleicht weiß ja Jemand mehr darüber


lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20929
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Remo » Mo 21. Nov 2011, 22:17

Gnu hat geschrieben:In der Schweiz brauchst du keinen Psychiater für die notfallmässige Unterbringung in einer Klinik. Ein gewöhnlicher Arzt kann das auch erledigen. Es muss allerdings ein Notfall sein, nicht eine Einweisung, weil eine Person ihren Angehörigen nur ein wenig auf den Wecker geht. Ich frage mich, ob es in Deutschland nicht auch so möglich gewesen wäre, weil ja immerhin schon die Polizei eingeschaltet war. Gut beraten wärst du auch mit einem Rechtsanwalt gewesen, weil diese normalerweise das Gesetz besser kennen als die Polizei und die Gerichte der unteren beiden Stufen (in der Schweiz Bezirks- oder Amtsgericht und Kantons- oder Obergericht).


wenn jemand per FFE (fürsorglicher Freiheitsentzug) eingewiesen wird, brauchts noch nicht mal einen Arzt. Aber eben. Das ist, so wie ich die Postings von otp lese, auch nur der letzte Akt der Tragödie. Schwerer wiegt wohl das Leiden, das Betroffene und Angehörige in den Jahren zuvor durchmachen. Und glaubt mir: es sind Jahre.
Aber was will man tun? Solange keine akute Selbst-/Fremdgefährdung besteht, fällt alles unter die persönliche Freiheit. Und da kommt wieder das BGer, das irgendetwas entscheidet, es gäbe eine Freizeit zur Krankheit.
Ich muss sagen, es enttäuscht mich von Neuem, dass intelligente Menschen wie diese Richter so etwas von sich geben können. Ein Faustschlag für alle Eltern, Geschwister, Angehörigen, die unter den Leiden eines Mitmenschen leiden.

Grüsse,
Remo
Gott ist nicht, weil der Mensch glaubt. Der Mensch kann glauben, weil Gott ist.
Der Mensch ist und kann, was Gott ihm gibt, und ohne Gott ist und kann der Mensch nichts.

Leben Atheisten eigentlich auch im 21. Jahrhundert nach Christus?
Remo
Power Member
 
Beiträge: 526
Registriert: Di 13. Okt 2009, 11:15

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » Di 22. Nov 2011, 01:01

Remo hat geschrieben:Und glaubt mir: es sind Jahre.

Ja, es sind Jahre, ich meine sogar Jahrzehnte..... :(
Fachleute und Angehörige sind sich einig, dass die unter dem Oberbegriff „Psychische Krankheit“ bekannten Erkrankungen (Manie, Depression, Schizophrenie, schizoaffektive Psychosen usw.) wegen ihren psychosozialen Auswirkungen eines der schwerwiegendsten und zugleich kompliziertesten Gesundheitsprobleme darstellt. Es handelt sich um zerstörerische Krankheiten mit schwerem Leidensdruck und Behinderung für den Patienten und seine Angehörigen.
Aber die Hoffnung auf Besserung ist auch nach jahrelangem Krankheitsverlauf und selbst bei verzweifelten Situationen berechtigt. Die Symptome können innerhalb kurzer Zeit ändern, stärker oder schwächer werden, verschwinden oder durch andere ersetzt werden. Im Grunde sind alle denkbaren Verlaufsvarianten möglich.

Gute Nacht, lionne
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9591
Registriert: Do 16. Aug 2007, 16:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Di 22. Nov 2011, 01:47

Manche von Euch wissen noch mehr über mein Leben.

Ich komme mir manchmal vor wie Jemand, dem alles aufgebürdet wurde vom Teufel oder von Gott.
Aber am schwierigstem bei Allem ist der Umgang mit der erlebten Verantwortungslosigkeit derer, die verantwortlich sind und das Wissen und Möglichkeiten haben. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als mein Leben als dauernden Kampfzustand zu betrachten. Gegen Sünden, Unterlassungen, Satan und alle die einen kaputt machen wollen.

Ich hätte gern darauf verzichtet, so viel erleben zu müssen, aber nun gut, das Leben ist kein Ruhekissen.
Jedenfalls muß ich nicht kapitulieren, weder vor Menschen noch vor satan. Satan wird keine Freude an mir haben und mich nicht zerquetschen können.
Schließlich habe ich einen Ort der Ruhe und der Kraft. Einen Gott der mir beisteht.
Den brauche ich aber auch, denn die Welt ist reichlich wahnwitzig.

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20929
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Gnu » Di 22. Nov 2011, 08:43

onThePath hat geschrieben: Es bleibt mir nichts anderes übrig, als mein Leben als dauernden Kampfzustand zu betrachten. Gegen Sünden, Unterlassungen, Satan und alle die einen kaputt machen wollen.

Mein Lieblingsprediger sieht das anders. Ein Mitglied des Reiches Gottes muss nur gegen die inneren Feinde kämpfen. Die äusseren hält Jahweh in Schach. Bedingung ist, dass man sich innerhalb der Wagenburg der himmlischen Heerscharen aufhält und sie für keine Sekunde verlässt.

Analogie: Das Volk Israel hatte nur den Auftrag, die sieben Völker Kanaans auszurotten, und auch das nicht mit eigenen Waffen. Die meisten Kriege führten die himmlischen Heerscharen. Es begann mit Jericho…

Der Mensch ist nicht reichsgottestauglich. Er muss durch den Ofen des Sinai hindurch. Und auch das genügt offensichtlich noch nicht.
Benutzeravatar
Gnu
My home is my castle
 
Beiträge: 11635
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 16:19
Wohnort: Salorino

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon jeig » Di 22. Nov 2011, 09:56

Gnu hat geschrieben: Ein Mitglied des Reiches Gottes muss nur gegen die inneren Feinde kämpfen.


Was sind die inneren Feinde?

Warum dann Sachen wie "betet ohne Unterlass", "widerstehet dem Teufel, dann flieht er von euch.." etc.?

Ist doch eine aktive Teilnahme am Kampf.
Ist jemand in Christus , so ist er eine neue Kreatur , das Alte ist vergangen , siehe , Neues ist geworden .
Benutzeravatar
jeig
Wohnt hier
 
Beiträge: 3628
Registriert: So 31. Aug 2003, 12:51
Wohnort: vom liebe Gott

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » Di 22. Nov 2011, 10:03

onThePath hat geschrieben:Ich komme mir manchmal vor wie Jemand, dem alles aufgebürdet wurde vom Teufel oder von Gott.

So komme/kam ich mir zuweilen auch vor; Satan hat eine ganz riesige Trickkiste, mit der er uns Tag und Nacht auf Trab halten will....
Für mich persönlich ist klar, dass dies alles nicht von Gott kommt.... Nie und nimmer bürdert Er einem solches (= ein Leben in der Hölle, aber auf Erden) auf!
lionne
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9591
Registriert: Do 16. Aug 2007, 16:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Di 22. Nov 2011, 10:21

lionne,
dass wir nicht gegen Fleisch und Blut kämpfen hat mir Gott in den letzten drei Jahren deutlich gezeigt.
Diese Mächte wurden quasi vorgeführt , und demaskierten sich. Es wurde deutlich, was sie in Menschen bewirken können. Das ist biblische Psychologie und Psychotherapie für Christen. Lernt man in keinem Psychologie-Studium.

Satan ist schlauer als der Mensch. Und wenn er an Menschen nicht herankommt, versucht er es mit Familienangehörigen.

Wenn es schwierig wird, muß man innere Festigkeit haben, sonst geht man psychisch vor die Hunde.
Das sind auch innere Feinde, was einen psychisch kaputt machen möchte. Man muss mit sich selber klar kommen, sonst geht man zugrunde. Wenn man innerlich zugrunde geht, wird man auch nur quasi Beute Satans. Ob es nun Begierden und Sünden sind oder Angst und Verzweiflung durch die man ihm Einlass verschafft.
lg, otp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20929
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » Di 22. Nov 2011, 10:38

onThePath hat geschrieben:Wenn es schwierig wird, muß man innere Festigkeit haben, sonst geht man psychisch vor die Hunde.

...und wenn man diese innere Festigkeit (mit Gottes hilfe) hat, um das psychisch auszuhalten, kommt dann u.U. eben die körperliche Seite hervor und man wird ernsthaft krank....
lionne
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9591
Registriert: Do 16. Aug 2007, 16:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Di 22. Nov 2011, 11:10

lionne hat geschrieben:
onThePath hat geschrieben:Wenn es schwierig wird, muß man innere Festigkeit haben, sonst geht man psychisch vor die Hunde.

...und wenn man diese innere Festigkeit (mit Gottes hilfe) hat, um das psychisch auszuhalten, kommt dann u.U. eben die körperliche Seite hervor und man wird ernsthaft krank....
lionne


Auch das gehört zur psychischen Seite über die Psychosomatik. Körper und Psyche sind verknüpft.
Meine Frau hat ja schon psychische und psychosomatische Auswirkungen.

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20929
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Gnu » Di 22. Nov 2011, 12:13

jeig hat geschrieben: Was sind die inneren Feinde?

Kolosser 3,5-9.
jeig hat geschrieben: Warum dann Sachen wie "betet ohne Unterlass", "widerstehet dem Teufel, dann flieht er von euch.." etc.?

Ist doch eine aktive Teilnahme am Kampf.

Der Kampf gegen den Teufel bedeutet nicht den Kampf gegen Menschen und Umstände, sondern gegen jene Bereiche in uns, die bei allem Geschwätz über Jesus noch weltförmig sind und denen das Himmelreich deshalb verschlossen ist. Die Umstände und bösen Menschen sind Übungsfelder, die uns Jahweh gibt, um an ihnen unseren inneren Schweinehund zu erkennen und zu töten.

Betet ohne Unterlass heisst nicht, unseren Wunschzettel immer wieder vorzulesen, sondern bedeutet Hören auf das, was der Geist sagt. Der Mensch will lieber Gott manipulieren, anstatt sich von ihm erneuern zu lassen.
Benutzeravatar
Gnu
My home is my castle
 
Beiträge: 11635
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 16:19
Wohnort: Salorino

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Di 22. Nov 2011, 12:23

Gnu,
Du meinst sicher die Veränderung des Menschen bis hin in seine "tiefsten Schichten".

Übrigens: Manchmal, wenn ich bei Jemand in diesen tieferen Schichten suchte, kam ein Dämon zum Vorschein :lol:
Wütend und widerborstig wehrte er sich dann. Wie eine aufgestöberte Ratte, die sich nicht mehr verkriechen und verstecken kann ( nun ja, sie sind natürlich mehr als Ratten, und mitunter sehr schlau). Erinnerung an die Macht Jesu macht sie erst wütend und dann schwächer.
Den muß man aushungern (dann wird er schwächer und geht leise) oder rausschmeißen (dann wehrt er sich erst). Man muß ihm die Daseinsgrundlagen und Berechtigungen entziehen. ;)

Man tut gut daran, sein Innenleben nach Gott hin zu ordnen. Hat man "unaufgeräumte innere Kellerräume" und Labyrinte, kommt man nicht weit.

Ich bemühe mich, mein Innenleben aufzuräumen. Bisher ist mir dabei noch kein Dämon begegnet.

Sei hiermit daran erinnert, dass es äußere Feinde gibt, die uns von innen angreifen, genau da wo wir die größten Schwächen haben. Ist unser "innerer Schweinehund" besiegt, können sie uns nichts mehr anhaben.

lg, oTp
Zuletzt geändert von onThePath am Di 22. Nov 2011, 12:37, insgesamt 1-mal geändert.
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20929
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Gnu » Di 22. Nov 2011, 12:37

onThePath hat geschrieben:Gnu,
Du meinst sicher die Veränderung des Menschen bis hin in seine "tiefsten Schichten".

Sofern die tiefsten Schichten das sind, was man im Verborgenen tut, ja. Es können Gedanken sein, Worte oder auch Werke. „Veränderung“ kann auch schon falsch sein, weil Jahweh uns nicht verändert, sondern neu erschafft, was von uns getötet wurde, nachdem wir es, geführt vom Geist anhand des Bibelstudiums, als sündig verworfen haben. Wenn wir uns selbst richten, so werden wir nicht gerichtet. 1. Korinther 11.31; Sprüche 3.11-12
Benutzeravatar
Gnu
My home is my castle
 
Beiträge: 11635
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 16:19
Wohnort: Salorino

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Di 22. Nov 2011, 12:40

Gnu hat geschrieben:
onThePath hat geschrieben:Gnu,
Du meinst sicher die Veränderung des Menschen bis hin in seine "tiefsten Schichten".

Sofern die tiefsten Schichten das sind, was man im Verborgenen tut, ja. Es können Gedanken sein, Worte oder auch Werke. „Veränderung“ kann auch schon falsch sein, weil Jahweh uns nicht verändert, sondern neu erschafft, was von uns getötet wurde, nachdem wir es, geführt vom Geist anhand des Bibelstudiums, als sündig verworfen haben. Wenn wir uns selbst richten, so werden wir nicht gerichtet. 1. Korinther 11.31; Sprüche 3.11-12


In uns sind auch Lebenslügen, Verletzungen, Traumatisierungen.
Wir haben in uns Verhaltensprogramme "gespeichert", verinnerlicht, die als Denkmuster, Gefühlsreaktion und Verhaltensweisen ablaufen. Sofern sie echter innerer Freiheit im Wege stehen muß man sie ändern.

weil Jahweh uns nicht verändert, sondern neu erschafft, was von uns getötet wurde,

Manches in uns ist ziemlich nicht tot zu kriegen. Da sollte man die Wurzel finden und sie dann "ausreissen", bzw. rauswerfen ( Wenn sein muß und vorhanden mitsamt Dämon).

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20929
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Johncom » Di 22. Nov 2011, 17:40

Gnu hat geschrieben:Betet ohne Unterlass heisst nicht, unseren Wunschzettel immer wieder vorzulesen, sondern bedeutet Hören auf das, was der Geist sagt. Der Mensch will lieber Gott manipulieren, anstatt sich von ihm erneuern zu lassen.


Gnu hat geschrieben:Sofern die tiefsten Schichten das sind, was man im Verborgenen tut, ja. Es können Gedanken sein, Worte oder auch Werke. „Veränderung“ kann auch schon falsch sein, weil Jahweh uns nicht verändert, sondern neu erschafft, was von uns getötet wurde, nachdem wir es, geführt vom Geist anhand des Bibelstudiums, als sündig verworfen haben. Wenn wir uns selbst richten, so werden wir nicht gerichtet. 1. Korinther 11.31; Sprüche 3.11-12



Gar nicht so schlecht was Gnu da geschrieben hat. ;)
Benutzeravatar
Johncom
Wohnt hier
 
Beiträge: 2575
Registriert: Di 21. Mär 2006, 08:46
Wohnort: Deutschland

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon doro » Di 22. Nov 2011, 17:42

Schon, aber wo ist da jetzt der Zusammenhang zum eigentlichen Thema? Kommt ihr bitte wieder auf den Aspekt "Psychiatrie und Freiheit" zurück?

lg, doro - Admin
Du wolltest als Mensch Gott sein, um zugrunde zu gehen; er hingegen wollte als Gott Mensch sein, um wiederzufinden, was verloren gegangen war.
Menschlicher Stolz hat dich in einer Weise niedergedrückt, dass nur noch göttliche Demut dich (wieder) aufrichten konnte.

(Augustinus, Predigt 188,3)
Benutzeravatar
doro
verstorbene Admin
 
Beiträge: 18422
Registriert: Fr 28. Jun 2002, 17:47
Wohnort: Kt. Tsüri

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon jeig » Di 22. Nov 2011, 18:42

Gnu hat geschrieben:Betet ohne Unterlass heisst nicht, unseren Wunschzettel immer wieder vorzulesen,


Wie kommst du auf den Zusammenhang, wenn wir doch grad vom kämpfen reden?
Ist jemand in Christus , so ist er eine neue Kreatur , das Alte ist vergangen , siehe , Neues ist geworden .
Benutzeravatar
jeig
Wohnt hier
 
Beiträge: 3628
Registriert: So 31. Aug 2003, 12:51
Wohnort: vom liebe Gott

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Gnu » Mi 23. Nov 2011, 01:42

jeig hat geschrieben:
Gnu hat geschrieben:Betet ohne Unterlass heisst nicht, unseren Wunschzettel immer wieder vorzulesen,


Wie kommst du auf den Zusammenhang, wenn wir doch grad vom kämpfen reden?

Spontan. Es geht um Psychiatrie und Freiheit. Dies sind äussere Feinde. Es ist egal, ob ich als Charismatiker diesen Umständen gebiete oder als Nichtcharismatiker Gott bitte, er möge doch die Umstände verändern. Es bleibt, wie es ist.
Benutzeravatar
Gnu
My home is my castle
 
Beiträge: 11635
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 16:19
Wohnort: Salorino

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon jeig » Mi 23. Nov 2011, 07:28

Gnu, wieso sind wir nun bei versch. christlichen Gruppierungen? :mrgreen:

Es heisst doch ganz simpel "betet ohne Unterlass".

Der Kapitel heisst: Aufforderung zu Wachsamkeit und Nüchternheit

von da aus zu Wunschzetteln zu kommen ist schon etwas weit her, nicht?

Wachsamkeit. Warum? Weil der Feind wie ein Löwe umhergeht und sucht wen er verschlingen kann...

Das gilt übrigens für Charismatiker und Pfingstler und und und... :))
Ist jemand in Christus , so ist er eine neue Kreatur , das Alte ist vergangen , siehe , Neues ist geworden .
Benutzeravatar
jeig
Wohnt hier
 
Beiträge: 3628
Registriert: So 31. Aug 2003, 12:51
Wohnort: vom liebe Gott

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Gnu » Mi 23. Nov 2011, 10:01

jeig hat geschrieben:Gnu, wieso sind wir nun bei versch. christlichen Gruppierungen? :mrgreen:

Es heisst doch ganz simpel "betet ohne Unterlass".

Der Kapitel heisst: Aufforderung zu Wachsamkeit und Nüchternheit

von da aus zu Wunschzetteln zu kommen ist schon etwas weit her, nicht?

Wachsamkeit. Warum? Weil der Feind wie ein Löwe umhergeht und sucht wen er verschlingen kann...

Das gilt übrigens für Charismatiker und Pfingstler und und und... :))

Der Löwe kann nur die verschlingen, welche von Löwinnen zuvor erlegt wurden. Er selbst brüllt nur und jagt so die Zebraherde in die Richtung, wo die Löwinnen warten.

Wenn man das Thema Psychiatrie und Freiheit vergleicht mit christlichen Erfahrungen, und dabei auf das Beten ohne Unterlass kommt, so fragt sich doch, wie solches Beten ohne Unterlass zu erfolgen hat, wenn der Erfolg ausbleibt.
Benutzeravatar
Gnu
My home is my castle
 
Beiträge: 11635
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 16:19
Wohnort: Salorino

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Do 24. Nov 2011, 22:36

Morgen sollte eine neue Phase beginnen:
Ab Morgen wäre unser Sohn freiwillig in der Klinik, nach Absprache zwischen ihm und den zwei Betreuern so lange, bis er ein Wohnheim gefunden hat.

Da hat es mich schon sehr geschockt, dass er sogar heute, einen Tag vorher, wieder unser Haus betrat und verlangte, hier ungestört wohnen zu können. ( Auch während der wenigen Wochen in der Klinik stand er ohne Genehmigung der Klinik mindestens einmal die Woche vor unserer Haustür).

Was soll man dazu sagen:
Gesellschaftlich verordnete Narrenfreiheit für psychisch Kranke, die Selbstbestimmung und Gesundheit der Eltern spielt für diese Gesellschaft absolut keine Rolle.

Ich sagte ihm, dass er heute Nacht hier schlafen könne, sich aber nicht wieder in 10-jähriger Manier hier einnisten könne. Worauf er ging und meinte, auf der Strasse leben zu können.

Beide Optionen sind äußerst nervenaufreibend für uns Eltern. Nach mehr als 10 Jahren können wir nicht mehr ertragen, dass er immer noch hier tun und lassen darf was er will, andererseits können wir ihn auch nicht "unter die Räuber" schicken. Und wegen des angegriffenen Zustandes meiner Frau sind die Ereignisse sehr ungünstig.

Aber es lebe eben die Freiheit, egal ob alle zusammen daran zugrunde gehen......

Diese Gesellschaft ist langsam unerträglich für mich.

lg, oTp
Zuletzt geändert von onThePath am Do 24. Nov 2011, 23:23, insgesamt 1-mal geändert.
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20929
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Do 24. Nov 2011, 22:49

Wenn man das Thema Psychiatrie und Freiheit vergleicht mit christlichen Erfahrungen, und dabei auf das Beten ohne Unterlass kommt, so fragt sich doch, wie solches Beten ohne Unterlass zu erfolgen hat, wenn der Erfolg ausbleibt.


Positive Veränderungen, Verbesserung von zerstörerischen Zuständen stände durchaus im Bereich des gesellschaftlic Machbaren.

Allerdings, wenn "Knebelgesetze" die Verhaltensnorm bestimmen, die Hilfe unmöglich machen, dann ist auch jedes Gebet in diese Richtung erfolglos. Denn Jeder kann sein Gewissen und seine Mitverantwortung angesichts der Gesetze abschalten und wie Pilutus seine Hände in Unschuld waschen.

Es sind durch und durch destruktive Strukturen.
Die Ärztin der Klinik wies mich auf Selbsthilfegruppen hin. Selbsthilfegruppen sind letzlich die Eigeninitiativen derer, die öffentlich im Stich gelassen wurden. Schöner Trost. Und Armutszeugnis-Erklärung der Psychiaterin.

In diesem Leben gibt es keine Gerechtigkeit. Und auch meist kein Happy End wo destruktive Strukturen das verhindern.



lg, oTp
Zuletzt geändert von onThePath am Do 24. Nov 2011, 22:56, insgesamt 2-mal geändert.
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20929
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon jeig » Do 24. Nov 2011, 22:53

Gnu hat geschrieben:Der Löwe kann nur die verschlingen, welche von Löwinnen zuvor erlegt wurden. Er selbst brüllt nur und jagt so die Zebraherde in die Richtung, wo die Löwinnen warten.

Wenn man das Thema Psychiatrie und Freiheit vergleicht mit christlichen Erfahrungen, und dabei auf das Beten ohne Unterlass kommt, so fragt sich doch, wie solches Beten ohne Unterlass zu erfolgen hat, wenn der Erfolg ausbleibt.


Der Erfolg bleibt nicht aus.

Der Löwe kann selber erledigen.
Ist jemand in Christus , so ist er eine neue Kreatur , das Alte ist vergangen , siehe , Neues ist geworden .
Benutzeravatar
jeig
Wohnt hier
 
Beiträge: 3628
Registriert: So 31. Aug 2003, 12:51
Wohnort: vom liebe Gott

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Do 24. Nov 2011, 22:59

Meine Steuern sind auch rein nutzloses Löwenfutter, denn der Staat benimmt sich schon sehr lausig. ;)

Zum Glück stehen mir ja inzwischen 2 Betreuer bei, die mitüberlegen, was man tun kann, obwohl der Staat sich überall quer stellt.....

Es wird langsam Zeit, dass nach den Mißbräuchen endlich mal über das Los von psychisch Kranken und Süchtigen öffentlich geredet wird um den Staat zu zwingen, mehr zu tun. Dafür müssten möglichst viele Menschen bescheid wissen.

Ich glaubte vor Jahren auch mal, dass alles bestens geregelt wäre in unserem Staat, bis ich fast unter die Räder genau dieses Staates kam. Dass unsere Nerven uns 10 Jahre am Leben erhielten, ist sicher nicht der Verdienst des Staates.
Aber da dies ganz im Rahmen des Gesetzes ist, was geschieht, ist ja egal, wer daran zugrunde geht.
Siegen tut ja die Freiheit auf jeden Fall :lol: :shock: - also was soll man mehr verlangen, als Freiheit über Allem ?

Eine durch und durch lausige Situation. Ich wollte, die Verantwortlichen müssten sich wenigstens kratzen dabei....
Aber die können sich höchstens mal zu einigen nichtsändernden salbungsvollen Kommentaren aufraffen...

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20929
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Fr 25. Nov 2011, 00:00

Jeig, erst mal was Anderes:

Ich habe sofort meine Tochter in der schweiz angerufen und meine Frau in der Klinik (obwohl sie eigentlich besser völlige Ruhe braucht).

Meine Frau hat gebetet, dass die Engel ihn am Schlafittchen packen und in die Klinik schleppen.

Eben rief sie an, ich solle fragen, ob er in der Klinik angekommen sei.
Dort sagte man mir, dass er vor 5 Minuten gerade angekommen sei :shock: :clap: :praisegod:
Meine Frau war währendessen auch am Telefon und sagte, sie habe es geahnt, dass er in die Klinik gefahren sei. :?:

Na gut, für heute mal ein kleiner Sieg. Gott sei Dank.
Aber das Leben hat mir mit aller Deutlichkeit gezeigt, dass eine Schlacht gewonnen zu haben nicht bedeutet, man habe den Sieg und das Happy-End schon in der Tasche. Das Leben ist weitaus tragischer. Möge Gott das Leben unseres Sohnes erhalten, ihn verändern und retten.


Ich richtete der Stationsschwester aus, mein Sohn sei am Wochenende willkommen, er solle aber bis Nachmittag ausharren und am besten vorher bescheid geben.

Eine Stunde später rief uns eine Stationsschwester (oder Ärztin ?) an,
das erschreckte mich zunächst vor ihrer Mitteilung , denn ich dachte, er sei schon wieder auf und davon..
Aber sie sagte Bescheid, dass unserer Sohn wieder in der Klinik sei. Sie solle ihm sagen, antwortete ich, ehe er wieder verschwinde, er sei am Wochenende bei uns willkommen, er solle sich aber wenigstens an Regeln halten und vorher anrufen und erst frühestens gegen Abend kommen...

lg, oTp
Zuletzt geändert von onThePath am Fr 25. Nov 2011, 01:39, insgesamt 2-mal geändert.
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20929
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Fr 25. Nov 2011, 00:21

Jeig, ich weiß ja, dass es psychisch Kranke "Schizophrene" gibt, die andere Menschen angreifen, weil sie Verfolgungswahn haben oder das tun, wozu innere Stimmen sie zwingen. Auch da kriegt man sie erst in die Klinik, wenn sie Anderen oder sich selber gefährlich werden. Erst muß man sie die Hauseinrichtung zertrümmern lassen oder von ihnen verletzt werden...sozusagen.

Wenn sie ihre Medikamente nicht nehmen und im Haus der Eltern sich benehmen wie ein Albtraum für die Eltern, und die Nerven der Eltern kaputt gehen dabei, interssiert das Niemand. Da ist der Zeit keine Grenzen gesetzt.

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20929
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon sugi » Fr 25. Nov 2011, 15:45

onThePath hat geschrieben:Diese Gesellschaft ist langsam unerträglich für mich.

....ich :pray: für dich und deine Familie!!!!!
Vertraue auf den Herrn mit deinem ganzen Herzen
und stütze dich nicht auf deinen Verstand!
Auf all deinen Wegen erkenne nur ihn,
dann ebnet er selbst deine Pfade!

Spr.3,5-6
Benutzeravatar
sugi
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 7008
Registriert: Sa 18. Aug 2007, 20:08

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Fr 25. Nov 2011, 18:01

Danke sugi,

Der Betreuer wird weitere Maßnahmen für die nächsten Wochen einleiten.

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20929
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Jeffrey mc » Mo 28. Nov 2011, 19:50

-Was macht eine Psychose aus?
-Wenn etwas nicht nachvollziehbares gemacht wir, woran machen es die Menschen mit Psychose fest? Wird danach gefragt?
-Es wird bestimmt verlangt, dass Menschen mit einer Psychose, den Weg gehen sollen, den sie durch ihre Psychose nicht gehen oder gehen können?! Und Medzin soll dabei unter Umständen helfen!? Ist das richtig?
-In wie fern wird über die Gedanken der Menschen mit einer Psychose gesprochen (also, dass die mit Ihren Themen gehört werden)?
-Könnte es sein, dass sich Menschen mit einer Psychose, sich komisch verhalten, weil sie über bestimmtes und was sie bewegt, nichts klären konnten? Es wird nämlich so viel davon gesprochen, was durchgemacht wird als Angehöriger und was für dummes Zeug getan wird von denen mit Psychose: wo bleiben Gedanken vom Menschen mit einer Psychose? Oder sind die Gedanken eines Psychotikers alls Quatsch? Bestimmt nicht! Vielleicht machen sie "Quatsch" weil sie ein Problem haben (Problem als Auslöser für dummes Zeug)! Wenn über den Auslöser nicht gesprochen wird, aber über das dumme Zeug: Könnte das nicht problematisch für den Menschen mit einer Psychose sein? Vielleicht ist das nur eine Möglichkeit von mehreren?
Jeffrey mc
Abgemeldet
 
Beiträge: 3605
Registriert: Do 28. Apr 2011, 18:38

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon jeig » Mo 28. Nov 2011, 20:12

Eine Psychose ist eine Krankheit. Ich habe mehrfach Menschen damit getroffen und es war zum Teil sehr besorgniserregend.

Diesen Satz hier aus Wikipedia kann ich vollständig unterstreichen:

Als Psychose bezeichnet man eine schwere psychische Störung, die mit einem zeitweiligen weitgehenden Verlust des Realitätsbezugs einhergeht.
Ist jemand in Christus , so ist er eine neue Kreatur , das Alte ist vergangen , siehe , Neues ist geworden .
Benutzeravatar
jeig
Wohnt hier
 
Beiträge: 3628
Registriert: So 31. Aug 2003, 12:51
Wohnort: vom liebe Gott

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Mo 28. Nov 2011, 20:17

Jeffrey,

Man spricht von Wahnideen, Paranoia scheint weit verbreitet zu sein oder es entsteht eine Weltfremdheit, wo Derjenige nicht mehr so recht und richtig auf andere Menschen und Situatioen reagieren kann. Die Ursachen dafür weiß Niemand so recht, wenn keine Hirnverletzungen oder eine abnorme Gehirnchemie als Ursache in Frage kommen.

Manchmal kann aber auch durch Erlebnisse oder totale Überforderungen ein völliger psychischer Zusammenbruch entstehen.

Aber ich habe mich in die "Wahnwelten" oder die Weltfremdheiten nicht "hineingearbeitet".

Psychotherapien werden da meist nicht viel helfen. Und Medikamente sind eher Mittel, die auf die Gehirnchemie so wirken, dass sich der Zustand verbessert. Sie habe aber auch Nebenwirkungen.

Bei unserem Sohn ist es so etwas wie Mangel an Vernunft, dass er mit minimalen Anforderungen nicht mehr zurecht kommt. Dabei hätte er Abitur schaffen können. Es gibt allerdings genug Psychotiker mit Abitur.

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20929
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Mi 7. Dez 2011, 18:00

Eben hatte ich mit meinem Sohn wohl das erste Mal ein vernünftiges Gespräch mit ihm über sein Verhalten die letzten mehr als 10 Jahre.

Verstand, Vernunft und Wille müssen zusammenarbeiten.
Wie kommt es, dass sich mein Sohn mehr als 10 Jahre gegen jede Vernunft gewehrt hat ? Wie man sieht haben Eltern kaum die Chance, Jugendämter und Psychiatrie und andere Instanzen die Ahnung haben sollten, aber eben nichts tun, als Hilfe einzuschalten.

Mein Sohn konnte mit mir zum ersten Mal darüber reflektieren, dass er viel falsch gemacht hat. Und zum ersten Mal merkte ich, da tut sich etwas in ihm. Er bekommt einige Psycho-Medikamente. Und wenn es nach dem Willen des Psychiaters ginge, wäre er schon längst wieder draußen. Nur mit Hilfe des Betreuers kommt es zu vernünftigeren Maßnahmen.

Natürlich bn ich nicht so naiv zu glauben, dieses erste Zusammenwirken von Verstand und Vernunft könne seinen Willen aktivieren, um es in Zukunft besser zu machen.

Aber er verstand sogar, dass es bei uns nicht vorwärts gehen würde und ein betreutes Wohnen in einer Wohngemeinschaft ihn fördern würde, erste Schritte zu tun.

Das hätte alles schon vor mehr als 10 Jahre von Verantwortlichen in die Wege geleitet werden können.
Betroffene Eltern sollten alles daran setzen, so früh wie möglich Hilfe zur Selbsthilfe zu bekommen, um nicht dauernd von Allen abgewiesen zu werden.


So verantwortungslos man mit psychisch Kranken und ihren Familien umgeht: Es geht noch schlimmer im Umgang mit Drogenkranken und und der fehlenden Hilfswilligkeitihnen gegenüber. Bei meinem psychisch kranken Sohn "verabschiedete" sich der Psychiater ja schon von jeder Maßnahme, ihm zu helfen, als er ihm sagte, Cannabis helfe ihm besser als Psycho-Medikamente. Da zeigte sich, dass man als Eltern ohne Betreuer auf völlig verlorenem Posten steht.

Und auch hierzu kann ich nicht schweigen, denn da liegt noch sehr viel im Argen. Angefangen damit, dass man im Stich gelassen wird am Anfang einer Drogenkarriere. Es lebe die freiheit zur Selbstvernichtung. Ich habe selbst Drogenärzte erlebt, dass sie grob fahrlässig Wohl und Leben von Drogenkranken völlig ignorieren. Ist da nicht viel anders als bei psychisch Kranken und der "Freiheit" zur Selbstvernichtung.

Drogenkranke, die sich selbst vernichten wird man noch nicht mal in eine Klinik kriegen, wenn sie kurz vor dem Tod sind.


Seltsamerweise scheint man auf Internet-Süchtige humaner zu reagieren. Man bescheinigt ihnen gehirnmäßig ähnliche Muster wie bei Drogensüchtigen. Ob man hier bereit ist, früher einzugreifen ? Oder wartet man wieder nur ab, bis derjenige auch sich ziemlich zugrunde gerichtet hat und sein zerstörtes Leben selber ändern will ?

Ich wollte, die Betroffenen all dieser menschenverachtenden Zustände und Rücksichtslosigkeit würden sich Gehör verschaffen und gegen diese Zustände sich zur Wehr setzen. Auch wenn "die Gesellschaft" erst mal alles tun wird sich rauszureden und nichts zu ändern.

Das Konzept von dem Recht auf Krankheit und Selbstvernichtung ist jedenfalls in der Praxis eine Ungeheuerlichkeit.

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20929
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Di 13. Mär 2012, 10:42

Angehörige psychisch Kranker sind selbst nicht krank, aber sie können es leicht werden und geraten in Isolation. Das erschütterte Gefüge der Familien droht ohne professionelle Hilfe unter der Belastung zu zerbrechen, die gesundheitliche und soziale Stabilität der Betroffenen ist stärker gefährdet als anderswo.


Monika Schneider (60 J.) und ihr gleichaltriger Mann Hans sind am Ende ihrer Kräfte. ....
Die jüngere Tochter Anna beendete erfolgreich ihre Ausbildung. Nach einem Praktikum wurde sie leider nicht übernommen.

Sie konnte nicht schlafen, fühlte sich verfolgt und hörte Stimmen. Nach der Entlassung aus der Klinik wurde sie schwanger. Das Baby wuchs zunächst bei Pflegeeltern auf, dann beim Vater. Anna hält sich für gesund, ist nicht kooperativ, nimmt keine Medikamente. Schließlich hat sie keine eigene Wohnung mehr, keinen geregelten Tagesablauf. Da sie weder sich selbst noch andere gefährdet, kann sie auch nicht in die Klinik eingewiesen werden. Monika und Hans Schneider sind weiter Anlaufstelle für ihre Tochter, brauchen aber mittlerweile selbst Hilfe.

http://www.rat-und-tat-koeln.de

Wenn man das liest, fragt man sich, wie verantwortungslos das soziale und ärztliche Netz ist.
In meinem Fall reagierte noch nicht mal eine psychiatrische Klinik nach Jahren auf die Notwendigkeiten.

Kein Wunder, wenn man sich hinter einem Gesetz versteckt, dass "Narrenfreiheit" nicht nur für die psychisch Kranken bescheinigt, sondern auch für Psychiater, psychiatrische Kliniken und deren Sozialarbeiter. Sie waschen ihre Hände in Unschuld mit Verweis auf dieses seltsame, unmenschliche Gesetz.

lg, oTp
Zuletzt geändert von onThePath am Di 13. Mär 2012, 11:19, insgesamt 1-mal geändert.
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20929
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

VorherigeNächste

Zurück zu Ethik, Wissenschaft, Forschung

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste