Vorform außerkörperlicher Erfahrung

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Vorform außerkörperlicher Erfahrung

Beitragvon gbg » So 1. Mai 2011, 11:46

Hallo

Was meint ihr?

Ist der scheinbar unveränderliche ewige Beobachter der im Gegensatz zu sich selbst auf eine kausale veränderliche Welt des Beobnachteten herabschaut zusammen mit dieser eine Vorform außerkörperlicher Erfahrung?
(Vgl. bestimmte Nahtoderlebnisse)

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Re: Vorform außerkörperlicher Erfahrung

Beitragvon onThePath » So 1. Mai 2011, 12:12

gbg hat geschrieben:Hallo

Was meint ihr?

Ist der scheinbar unveränderliche ewige Beobachter der im Gegensatz zu sich selbst auf eine kausale veränderliche Welt des Beobnachteten herabschaut zusammen mit dieser eine Vorform außerkörperlicher Erfahrung?
(Vgl. bestimmte Nahtoderlebnisse)

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Das ist die Kurzform Deiner Überlegung.
Ich meine, zu kurz.

lg, OTp
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Re: Vorform außerkörperlicher Erfahrung

Beitragvon gbg » So 1. Mai 2011, 12:27

Hallo onThePath

Werde einmal versuchen es zu erklären:

Der Beobachter ist nicht das Auge das beobachtet sondern das was das Auge beobachtet.

Der Beobachter kann sich selbst nicht beobachten.

Der Beobachter schaut unveränderlich ewig auf das Reich des Beobachteten herab auf das Reich der Veränderlichkeit der Vergänglichkeit der Kausalität.

Der Beobachter wird dem Beobachteten gegenübergestellt nicht von den beobachteten Kausalitätsflüssen erfasst.

Im Tod dann wir der Körper endlich abgestreift und man kann ihn somit von außen beobachten wie ein Patient im Nahtod den daliegenden Körper oder von diesem sich schon weiter entfernt habend eine Stadt von oben beobachten kann.
(Nur um zwei Beispiele zu nennen)

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Re: Vorform außerkörperlicher Erfahrung

Beitragvon Savonlinna » So 1. Mai 2011, 12:52

gbg hat geschrieben:Ist der scheinbar unveränderliche ewige Beobachter der im Gegensatz zu sich selbst auf eine kausale veränderliche Welt des Beobnachteten herabschaut zusammen mit dieser eine Vorform außerkörperlicher Erfahrung?


Nein. Wie Du ja selber schreibst, ist dieser "Beobachter" nur scheinbar unveränderlich und ewig.

Ohnehin kann er nur ein Gedankenkonstrukt sein. So wie übrigens die Kausalität auch. Die Dinge selber sind nicht kausal, hängen nicht kausal zusammen.

Der Mensch erlebt die Welt aber sowieso nicht nur kausal. Der Körper ist nicht gebunden an kausale Deutungen. Täglich ist der Mensch auch in einer Welt, in der alles außerkausal zusammenhängt. Man achtet nur selten drauf, weil man gewohnt ist, sich von der Naturwissenschaft die Zusammenhänge erklären zu lassen.

Allerdings ist der Naturwissenschaft klar, dass kausale Zusammenhänge lediglich eine Theorie in einem begrenzten Beobachtungsfeld ist. In der Quantenphysik funktioniert sie schon nicht mal mehr als Theorie.

Also hat außerkausales Erleben und Wahrnehmen gar nichts mit Außerkörperlichem zu tun. Kausalität ist eine Interpretation, kein Fakt.
Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.

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Re: Vorform außerkörperlicher Erfahrung

Beitragvon gbg » So 1. Mai 2011, 13:21

@ Savonlinna

Hallo Savonlinna. :)

Was ich in obigem Beitrag unter Kausalität verstanden habe scheint mir hier nur in zweiter Linie relevant zu sein.

Eigentlich wollte ich damit nur ausdrücken dass der Beobachter von diesem "Trubel der Welt des Beobachteten" gänzlich frei ist.

Beobachtetes ist aus Beobachtetem erklärbar herleitbar ... nicht aber so der Beobachter aus der Welt des Beobachteten
(So wenig wie Lebendiges (Geist) aus Totem (Materie) erklärbar herleitbar ... ist)
- er ist wie frei von dieser Welt.

Somit kann ich hier so denke ich auch von Unberührbarkeit und damit Ewigkeit des Beobachters sprechen.

P.S.: Das auf drei Sonnenaufgänge ein vierter Sonnenaufgang kausal folgen wird ist natürlich nicht durch Kausalität begründbar.
Das meinte ich hier aber auch nicht.
Und führt uns denke ich vielleicht auch zu weit ...
Aber dennoch vielen Dank für deine Anmerkungen auch dazu Savonlinna. :)

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Re: Vorform außerkörperlicher Erfahrung

Beitragvon Savonlinna » So 1. Mai 2011, 14:14

Hallo gbg!

gbg hat geschrieben:Was ich in obigem Beitrag unter Kausalität verstanden habe scheint mir hier nur in zweiter Linie relevant zu sein.


Okay.

gbg hat geschrieben:Eigentlich wollte ich damit nur ausdrücken dass der Beobachter von diesem "Trubel der Welt des Beobachteten" gänzlich frei ist.


In einer Fantasy-Geschichte kann man sich das so ausdenken, ja. In der Realität gibt es so einen Beobachter nicht. Und wenn doch - man kann ja tausende von Figuren sich ausdenken, die über uns schweben -, dann können wir es nicht erkennen.


gbg hat geschrieben:Beobachtetes ist aus Beobachtetem erklärbar herleitbar


Eben nicht. Das versuchte ich ja oben zu erklären.


gbg hat geschrieben: ... nicht aber so der Beobachter aus der Welt des Beobachteten - er ist frei von dieser Welt.


Du gehst offenbar von der realen Existenz eines "Beobachters" aus. Also ist er Deine Prämisse. Du setzt ihn einfach. Du behauptest einfach, dass er da ist. Und Du dichtest ihm Eigenschaften an.

Folgerungen aus Prämissen stehen und fallen aber mit der Plausibilität der Prämissen. In Glaubensgemeinschaften einigen sich mehrere Menschen auf gewisse Prämissen und Glaubenssätze. Sie glauben an das, worauf sie sich geeignet haben, wie sie die Welt sehen.

Wenn man an den "Beobachter" glaubt und daran glaubt, dass er "frei von der Welt" ist - dann lässt sich darüber nicht diskutieren, schon gar nicht philsoophieren. Man muss es eben einfach nur glauben.

Da wir hier im Unterforum Philosophie sind, ist es vielleicht für Dich frustirerend, wenn man Spekulationen philosophisch hinterfragt.


gbg hat geschrieben:Somit kann ich hier so denke ich auch von Unberührbarkeit und damit Ewigkeit des Beobachters sprechen.


Philosphisch gesehen ist das keine sinnvolle Aussage. Es ist auch dies eine Glaubensaussage. "Unberührbarkeit" und "Ewigkeit" gehen leicht über die Lippen, aber für mich sind das hohle Worte. Ich hab noch keinen getroffen, der diese Begriffe füllen kann. Es sind Worte Worte Worte.


Nachtrag

Mit Worten läßt sich trefflich streiten,
mit Worten ein System bereiten,
an Worte läßt sich trefflich glauben,
von einem Wort läßt sich kein Iota rauben.

Aus Goethes "Faust"
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