erinnern und vergessen

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Beitragvon Schoham » Sa 4. Jul 2009, 15:03

Warum sollten wir uns an gewisse Dinge erinnern und andere vergessen?
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon tiktak » Sa 4. Jul 2009, 16:06

Schoham hat geschrieben:Warum sollten wir uns an gewisse Dinge erinnern und andere vergessen?


Zum Stichwort "anderes vergessen" kam mir sofort Lots Frau in Erinnerung!
Die Bibel erwähnt da-es wurde ihnen gesagt, sie mögen sich nicht umdrehn, Lots Frau tat es aber und erstarrte zur Salzsäure!
Für mich ist das eine Art Gleichniss: Dreh dich nicht nach dem um, was hinter dir liegt sondern richte deinen Blick nach vorne!
Ich denke, vergessen kann man nicht alles (ist ja gespeichert auf der internen Festplatte ;) ) aber es ist gut, nicht daran zu denken!
Warum sollten wir uns an gewisse Dinge erinnern? Naja-beim kochen ist es schon vorteilhaft, sich an die Rezepte zu erinnern ;) :mrgreen:
Aber was meinst du denn genau -liebe Schoham?
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon Naqual » Sa 4. Jul 2009, 16:29

Hi Schoham,

Tiktak hat schon recht, man erahnt nicht einmal, worum es Dir geht.

Und jetzt sage ich einen Gedanken, der mir durch den Kopf geht, der völlig an Dir vorbeigehen könnte.

Meiner Ansicht nach gibt es keinen Grund irgendetwas zu vergessen.
Denn der Grund, warum wir etwas vergessen wollen, ist, dass wir mit etwas nicht richtig umgehen können.
Wir sollten eigentlich alles erinnern. Denn das woran wir uns erinnern ist ja Wahrheit. Sollten wir die Wahrheit scheuen? :mrgreen:

Nachdenkliche und schmunzelnde Grüße!
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon Schoham » Sa 4. Jul 2009, 16:33

Hey danke für deine Worte Tikitaki :umarm:

Heute morgen las ich von Norbert Herschkowitz - er ist Professor für Neurologie an der Universität in Bern folgendes aus einem Interview:

"Vergessen ist sehr wichtig! Erinnerungen können quälend sein. Ich würde sogar sagen, dass Vergessen für den Menschen gerade so wichtig ist wie Erinnern..."


Es geht mir darum miteinander herauszufinden was wir vergessen sollen und an was uns erinnern damit es uns gut geht und wir Freude und Frieden haben in unserem Herzen.
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon tiktak » Sa 4. Jul 2009, 16:38

Es gibt schöne und nicht sehr schöne Erinnerungen, wenn man da unmittelbar danach daran/zurück denkt, kann es ziemlich schmerzhaft sein und in arge Depressionen/ Wut /Hass usw. führen, wenn man ständig daran denkt!
Aber es gibt ein Sprichwort: Die Zeit heilt alle Wunden-und es kommt die Zeit, dann kann man an das Ereigniss zurück denken, ohne das es einem emotional noch schmerzt oder einnimmt!
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon tiktak » Sa 4. Jul 2009, 16:43

"Vergessen ist sehr wichtig! Erinnerungen können quälend sein. Ich würde sogar sagen, dass Vergessen für den Menschen gerade so wichtig ist wie Erinnern..."

Damit hat er schon recht,und Dank sei Gott -vergessen wir vieles, bzw. müssen wir nicht ständig daran denken!
Allerdings gibt es Ereignisse, die mal emotional unterdrückt wurden, und da wäre es besser, das diese eventuell hochkommen(aus dem Unterbewusstsein) um das sie mal verarbeitet werden können!
Jeder Mensch reagiert da anders!
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon Schoham » Sa 4. Jul 2009, 16:45

Hoi Naqual

Ist es nicht so das wenn wir mit Vergangenem richtig umzugehen verstehen wir es dann auch loslassen können um es zu vergessen?

Bist du sicher das es wahrheit ist an was wir uns erinnern? Und was wenn wir unrecht haben in unserer Erinnerung? Es nie so oder eben anderst war in Wahrheit als was wir dachten? Das ganze nur von unserer begrenzten Sicht her erkannten? Diese Begebenheit über Jahre und unzähliges wiederholen so in unsere Festplatte brennen das es uns je länger als die absolute wahrheit erscheint? Im Grundegenommen lügen wiederholten und das diese durch die wiederholung so tief in erinnerung bleibt das wir es nie mehr vergessen können? Ist das nicht ein Stück Hölle auf Erden dieser elende Zustand? Vergeben und vergessen was uns andere angetan haben oder wir meinen sie hätten und der Friede Gottes schenkt Ruhe darüber und ein vergessen.

Freundliche Grüsse zurück :))
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon livia » Sa 4. Jul 2009, 16:54

Ich glaube, dass man es gar nicht bewusst steuern sollte (und auch kann), etwas zu vergessen oder sich krampfhaft an etwas zu erinnern oder an etwas festzuhalten. Es ist wie es ist und es kommt wie es kommt. Ich glaube, dass der Mensch, oder der Körper oder das Herz (oder was auch immer) es selbst gut genug weiß, an was es sich erinnert und erinnern will und erinnern kann und an was nicht. Warum sollte man dann in so einem natürlichen Vorgang unbedingt "künstlich" eingreifen?

Ich kannte mal einen, der ist ziemlich belastet gewesen und der ging dann in die christliche Seelsorge und in den Befreiungsdienst. Dort betete man ihn "auf Teufel komm raus" ( :oops: sorry) "frei". Naja, es kam dann da so Einiges hoch aus seiner Vergangenheit, an das er sich komischerweise selbst gar nicht erinnern konnte. Plötzlich hatte ein "Befreiungsbeter" den "Eindruck" (also Gott sprach zu ihm :shock: angeblich), dass u.a. auch Missbrauch und (andere Schrecklichkeiten) bei ihm geschehen waren. Dinge, die ihn vorher nie belasteten. Das hat ihn so sehr geschockt, dass es ihm hinterher noch tausendmal schlechter ging. Danach begann er, sich seine Haut aufzuritzen.
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon livia » Sa 4. Jul 2009, 16:59

Schoham hat geschrieben:Bist du sicher das es wahrheit ist an was wir uns erinnern? Und was wenn wir unrecht haben in unserer Erinnerung?


Was ist Wahrheit? Wahrheit ist für mich das, was ich JETZT fühle. In diesem Augenblick. Und Wahrheit war auch das, was ich einmal gefühlt oder gedacht habe in der Vergangenheit. Alles Andere ist nicht relevant. Und die Wahrheit eines Anderen (in der Beurteilung einer Situation, eines Menschen, einer Sache, einer Auffassung etc.) muss noch lange nicht meine eigene Wahrheit sein. In der Beurteilung einer Situation zählt meiner Meinung nach auch nicht, was ein anderer evtl gemeint haben könnte oder nicht gemeint haben könnte, sondern, wie es bei mir selbst angekommen ist. Es ist doch immer ein subjektives Empfinden. Das kann man doch gar nicht abstellen. Und wenn man das weiß, kann man vielleicht manches gelassener sehen.
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon Naqual » Sa 4. Jul 2009, 17:20

Schoham hat geschrieben:Ist es nicht so das wenn wir mit Vergangenem richtig umzugehen verstehen wir es dann auch loslassen können um es zu vergessen?

:D
Vergessen kann man nicht vorsätzlich. Erinnern schon.
Wenn wir mit etwas richtig umgehen können, brauchen wir uns nicht mehr darin erinnern (lassen los).


Bist du sicher das es wahrheit ist an was wir uns erinnern? Und was wenn wir unrecht haben in unserer Erinnerung? Es nie so oder eben anderst war in Wahrheit als was wir dachten? Das ganze nur von unserer begrenzten Sicht her erkannten?

Nein, natürlich nicht. Ich hatte nur eine Blickrichtung ins Extreme übersteigert.
Erinnerung ist ja nur Wiederholung. Und ungünstigerweise sind dann auch Wiederholungen von Täuschungen, Unwahrheiten etc. möglich.


Diese Begebenheit über Jahre und unzähliges wiederholen so in unsere Festplatte brennen das es uns je länger als die absolute wahrheit erscheint? Im Grundegenommen lügen wiederholten und das diese durch die wiederholung so tief in erinnerung bleibt das wir es nie mehr vergessen können? Ist das nicht ein Stück Hölle auf Erden dieser elende Zustand? Vergeben und vergessen was uns andere angetan haben oder wir meinen sie hätten und der Friede Gottes schenkt Ruhe darüber und ein vergessen.


Das stimmt. Das Festbrennen der Unwahrheit durch Wiederholung ist eine Gefahr.
Es ist sogar noch subtiler: Das Vergessen bedeutet nicht, dass der Inhalt des Vergessenen nicht noch aktiv in uns wäre. Das Vergessen beseitigt es ja nur aus der bewussten Wahrnehmung. Unter der Oberfläche liegt quasi noch eine Miene.
Vergessen ist ähnlich unproduktiv wie ein Kind, dass die Augen zumacht, damit die gesehen Gefahr nicht mehr existent ist.
Genaugenommen ist Vergessen ja das Unvermögen sich zu erinnern.
Also eigentlich geht es darum, dass man es in der Hand hat, was einem ins Bewusstsein kommt und was nicht.
Und es ist ja die Hölle, wenn Erinnertes mit sehr schmerzhaften Gefühlen verbunden ist und man es nicht "wegbringt". Aktionismus hilft nur eine Zeitlang. Das ist z.B. der Punkt wo Opfer von Gewalttaten Opfer bleiben, teils lebenslang.
Es mag jetzt theatralisch klingen: aber im Ausmass dem anderen Sünde zu vergeben wird diesem Mechanismus "Opfer zu bleiben" Kraft genommen.
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon Naqual » Sa 4. Jul 2009, 17:25

livia hat geschrieben:Was ist Wahrheit? Wahrheit ist für mich das, was ich JETZT fühle. In diesem Augenblick. Und Wahrheit war auch das, was ich einmal gefühlt oder gedacht habe in der Vergangenheit. Alles Andere ist nicht relevant. Und die Wahrheit eines Anderen (in der Beurteilung einer Situation, eines Menschen, einer Sache, einer Auffassung etc.) muss noch lange nicht meine eigene Wahrheit sein. In der Beurteilung einer Situation zählt meiner Meinung nach auch nicht, was ein anderer evtl gemeint haben könnte oder nicht gemeint haben könnte, sondern, wie es bei mir selbst angekommen ist. Es ist doch immer ein subjektives Empfinden. Das kann man doch gar nicht abstellen. Und wenn man das weiß, kann man vielleicht manches gelassener sehen.


Hi Livia,
Du bringst es gefühlsmäßig gut nachvollziehbar rüber. Richtig ist, so wie Du beschreibst, dass unseren Gefühlen völlig egal ist, ob etwas wahr ist oder nicht. Das Gefühl ist im aktuellen Augenblick beheimatet, es kennt als Grobkategorien angenehm-unangenehm, aber nicht wahr-falsch.
Hier ist auch der Punkt, wo Gefühl und Verstand zusammenarbeiten müssen für auf Dauer vernünftige Ergebnisse. (Wobei man beide Aspekte praktisch gar nicht so genau trennen kann wie in den Zeilen oben, es ist ja verbunden)
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon Sandra73- » Sa 4. Jul 2009, 20:18

Aus meiner eigenen persönlichen Erfahrung würde ich es nicht "vergessen" nennen, sondern eher "loslassen".
Ja, mit dieser Thematik beschäftigtman sich automatisch, wenn man schmerzhafte Vergangenheit aufarbeitet. Und da ist es sehr wichtig, für sich selbst eben diese Frage zu klären.

Für mich ist es z.B. sehr entscheidend wichtig, dass ich mich erinnern darf, auch an sehr Schmerzhaftes, ohne dem Druck ausgesetzt zu sein, dass das Unglaube oder ein Stehenbleiben sei oder dass es Jesus nicht Raum geben würde etc.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das, was ich zulase, und ich in der Gefühlsform, in der es dann sich herauskristallisiert, das alles in jesu heilende Gegenwart bringe...dass ich dann loslassen kann.
Auf den Druck hin, vergessen zu müssen, aber eben nict. Dann wirkt es unterschwellig weiter zu meinen Ungunsten.

Loslassen beinhaltet für mich aber den wohl gemeinten Aspekt, sich nicht im Zurückschauen zu verlieren, sondern heilsam vorwärtszugehen.

Herzliche Grüsse,
Sandra
"Werfet Euer Vertrauen nicht weg, welches eine grosse Belohnung hat."
Hebräer 10,35 ( cori, 5. Oktober 09 )

"Defrommiert!" 30.10.2011
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon Naqual » Sa 4. Jul 2009, 20:45

Sandra73- hat geschrieben:Für mich ist es z.B. sehr entscheidend wichtig, dass ich mich erinnern darf, auch an sehr Schmerzhaftes, ohne dem Druck ausgesetzt zu sein, dass das Unglaube oder ein Stehenbleiben sei oder dass es Jesus nicht Raum geben würde etc.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das, was ich zulase, und ich in der Gefühlsform, in der es dann sich herauskristallisiert, das alles in jesu heilende Gegenwart bringe...dass ich dann loslassen kann.
Auf den Druck hin, vergessen zu müssen, aber eben nict. Dann wirkt es unterschwellig weiter zu meinen Ungunsten.


Hi Sandra,
finde ich ganz wichtig, was Du da beschreibst und ich sehe es auch so.
Es wird oftmals verkannt, leider.
Es ist z.B. sinnlos, Sünde vergessen zu wollen. Man muss sich sogar dem stellen um loslassen zu können. Tendenziell verdrängen wir hier sehr stark. Aber die Sünde im Handeln, die uns beschäftigt, hat ja eine Ursache in uns. Wenn wir auf jemanden wütend sind z.B., so bringt es "nur" im Moment was, sich was Freundliches zu denken und dies engegenzusetzen (in Gedanken und Handeln). Die Wut hat einen Grund. Und eigentlich muss man dieses verpöhnte Gefühl in sich wieder zulassen, wenn man mal wieder Ruhe hat und allein für sich ist, und prüfen, was diese Gefühle in uns hervorruft. Da erlebt man manchmal so seine Überraschung.

"Theologie" und "Psychologie" können eine Einheit sein. Sollten sie auch.

Liebe Grüße!
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon marie-theres » Sa 4. Jul 2009, 23:02

Wir sind herausgefordert! Denken wir an die Vergebung, so wird unseren Sünden nicht mehr gedacht, empfangen wir Vergebung durch Jesus. Und so wie uns vergeben wurde, sollen wir auch anderen vergeben.

Konkret bedeutet dies, dass würde Jesus uns als Mensch und Sünder begegnen er uns von sich weisen würde, wir auch diejenigen, welche an uns schuldig geworden sind.

Wahrheit: Weil dieser Akt durch Jesus geschah sind wir auch befähigt, Täter nicht mehr als solche zu sehen, sondern sie in Liebe anzunehmen. (Ist eine Herausforderung für viele, ich weiss).

Jesus radiert alles aus, was wir je an Sünde taten und so sollen wir auch den Tätern. Für die Verletzungen in uns ist wiederum Jesus zuständig und durch die Wahrheit (was er uns zuspricht) können und sollen wir vergessen, neu werden.
liebe grüsse und gottes segen

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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon tiktak » So 5. Jul 2009, 02:51

Liebe Marie Therese!

Wahrheit: Weil dieser Akt durch Jesus geschah sind wir auch befähigt, Täter nicht mehr als solche zu sehen, sondern sie in Liebe anzunehmen. (Ist eine Herausforderung für viele, ich weiss).

Das klingt ein bisschen so, als würden dies nur Christen können, weil Jesus es auch getan hat!
Das können aber auch nicht gläubige oder anders gläubige!
Lg
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon tiktak » So 5. Jul 2009, 03:29

Schoham hat geschrieben:Ist es nicht so das wenn wir mit Vergangenem richtig umzugehen verstehen wir es dann auch loslassen können um es zu vergessen?

Liebe Schoham, es gibt so viele Dinge aus der Vergangenheit, die man losgelassen hat, aber aus irgend einem Anlass wieder zur Sprache kommen können, und man neuerlich emotional darunter leidet!

Bist du sicher das es wahrheit ist an was wir uns erinnern? Und was wenn wir unrecht haben in unserer Erinnerung? Es nie so oder eben anderst war in Wahrheit als was wir dachten?

Kannst du dafür ein Beispiel aus dem Leben anführen?

Das ganze nur von unserer begrenzten Sicht her erkannten? Diese Begebenheit über Jahre und unzähliges wiederholen so in unsere Festplatte brennen das es uns je länger als die absolute wahrheit erscheint? Im Grundegenommen lügen wiederholten und das diese durch die wiederholung so tief in erinnerung bleibt das wir es nie mehr vergessen können? Ist das nicht ein Stück Hölle auf Erden dieser elende Zustand?

Vergeben und vergessen was uns andere angetan haben oder wir meinen sie hätten und der Friede Gottes schenkt Ruhe darüber und ein vergessen.

Schenkt der Friede Gottes wirklich in ALLEM Ruhe und ein vergessen?? Und jedem?
Gibt es nicht auch Personen, die nicht an Gott glauben-und trotzdem vergessen können und verzeihn und nicht mehr emotional belastet sind?
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon Schoham » So 5. Jul 2009, 07:39

Naqual hat geschrieben:Vergessen kann man nicht vorsätzlich. Erinnern schon.


Wenn etwas hochkommt das jemand einem angetan hat und es noch nicht willentlich vergeben ist dann ist es gut sich daran zu erinnern das Gott will das wir vergeben damit auch Er uns vergeben kann. Wenn es wieder hochkommt nachdem wir vergeben hatten so ist es gut es hinter uns zu lassen um es zu vergessen. Nicht mehr daran zu denken und nicht darüber zu reden damit es in der Erinnerung verblasst und uns in den Gedanken nicht immer wieder neu quält. Wir tun uns selbst damit etwas gutes.

Ja wir können nichts dagegen tun das die Vergangenheit uns in der Erinnerung immer wieder mal einholt. Das der Vogel auf unseren Kopf fliegt. Verscheuchen sollten wir ihn bevor er sein Nest baut. Mit unserem Willen vergessen wollen was hinter uns liegt. Was Menschen uns antaten.

Fällt es leichter sich an das zu erinnern was einem böses getan wurde als daran was Gott uns durch Menschen gutes tat?

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du veränderst
dein Gehirn"
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon Schoham » So 5. Jul 2009, 07:58

Naqual hat geschrieben:Also eigentlich geht es darum, dass man es in der Hand hat, was einem ins Bewusstsein kommt und was nicht.


Sich an das Gute zu erinnern und gutes zu denken und zu tun ist wie ein Garten in dem duftende Rosen blühen und süsse Beeren wachsen. Eine Freude sie zu haben und zu ernten. Sich an die böse Vergangenheit immer wieder zu erinnern ist wie ein Garten wo Unkraut wächst und man sich hinsetzt und von den Disteln unnötig gestochen wird.

Sich ins Bewusstsein holen was man selbst andern angetan hat und sie aufsuchen und um Vergebung bitten schenkt grosse Erleichterung. In der Art des PC wo man Spam löscht damit die Festplatte mehr Speicherkapazität hat für neue Informationen.

Naqual hat geschrieben:im Ausmass dem anderen Sünde zu vergeben wird diesem Mechanismus "Opfer zu bleiben" Kraft genommen.


:respekt:
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon heuschrecke » So 5. Jul 2009, 08:18

Wahrheit: Weil dieser Akt durch Jesus geschah sind wir auch befähigt, Täter nicht mehr als solche zu sehen, sondern sie in Liebe anzunehmen. (Ist eine Herausforderung für viele, ich weiss).


Liebe Marie Therese!
Das klingt ein bisschen so, als würden dies nur Christen können, weil Jesus es auch getan hat!
Das können aber auch nicht gläubige oder anders gläubige!
Lg


Liebe Tiktak

Deine Feststellung kann ich bestätigen! Und genau dies lässt mich immer wieder die ketzerische Frage stellen: Wozu brauchen wir eine Erlösung durch Jesus, wenn es auch ohne den Glauben an ihn geht? Also, wenn man auch ohne ihn echt lieben und vergeben, sich weiterentwickeln, Anderen bei der Entfaltung behilflich sein kann?

Gut, vielleicht ist Jesus Christus ja grösser, als dieses sonderbare Dogma, welches um ihn herum kursiert. Vielleicht hat er ja Alle schon erlöst, Gläubige wie Ungläubige. So wäre das "Tor ins Gottesreich" tatsächlich für Alle offen. Die Möglichkeit zur "Heiligung" in jedem Herzen angelegt.

Kürzlich hab' ich gelesen, dass man die Bibel nicht mit dem rationalen Verstand analysieren könne. Da würde man den Zugang niemals finden. Man müsse die Bibel auch mit dem Herzen lesen. Frage mich aber nicht, wie das gehen soll! :lol:

Lieber Gruss
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon Schoham » So 5. Jul 2009, 08:24

tiktak hat geschrieben:
Bist du sicher das es wahrheit ist an was wir uns erinnern? Und was wenn wir unrecht haben in unserer Erinnerung? Es nie so oder eben anderst war in Wahrheit als was wir dachten?

Kannst du dafür ein Beispiel aus dem Leben anführen?


Da sind Freunde - der eine hat mühe mit Geld umzugehen. Gibt immer mehr aus als was er hat. Der Freund hilft ihm einmal und zweimal vielleicht ein drittesmal. Beim viertenmal gibt er ihm nichts mehr. Der Freund zieht sich beleidigt und enttäuscht zurück und denkt das es kein guter Freund sei ihm nicht zu helfen. Das Freunde doch immer füreinander da sind. Nach vielen Jahren wird er nur noch in erinnerung haben das es kein echter Freund war. Es geschah jedoch aus Liebe damit der Mann der nicht mit Geld umgehen kann lernt es zu tun. Er kann es nie lernen wenn da immer jemand ist der einspringt. Das wäre dann ein falsches erinnern und ein unrecht tun.

Eine Frau geht zu einem verheirateten Mann und verhält sich verführerisch. Sie wird von ihm scharf zurechtgewiesen mit Worten oder mit schlägen. Sie würde nun hingehen und denken der Mann liebte sie nicht. Dabei war es echte Liebe. Die Art wie sie behandelt wurde sollte sie für immer heilen sich hurenmässig zu benehmen.

Zwei Menschen haben streit wegen einer Sache und gehen auseinander jeder in der Meinung im Recht gewesen zu sein. Der der im Unrecht war wird das so ein Lebenlang falsch in erinnerung behalten.
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon marie-theres » So 5. Jul 2009, 08:30

tiktak hat geschrieben:Liebe Marie Therese!

Wahrheit: Weil dieser Akt durch Jesus geschah sind wir auch befähigt, Täter nicht mehr als solche zu sehen, sondern sie in Liebe anzunehmen. (Ist eine Herausforderung für viele, ich weiss).

Das klingt ein bisschen so, als würden dies nur Christen können, weil Jesus es auch getan hat!
Das können aber auch nicht gläubige oder anders gläubige!
Lg


Hallo tiktak und heuschrecke

Das muss nun bei euch beiden falsch angekommen sein. Man merke, Sender und Empfänger. Als ich es schrieb, dachte ich dabei an Christen. Man hört davon, dass einige irgendwo stehenbleiben auf ihrem Weg mit Jesus, denken, da wären noch irgendwelche unendeckte Dämonen, dabei liegt die Ursache am Verkläger, der legal das Anrecht hat, in Gedanken anzuklagen und dies schlicht, weil "Christ" nicht wirklich vergeben hat.
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon marie-theres » So 5. Jul 2009, 08:38

heuschrecke hat geschrieben:
Kürzlich hab' ich gelesen, dass man die Bibel nicht mit dem rationalen Verstand analysieren könne. Da würde man den Zugang niemals finden. Man müsse die Bibel auch mit dem Herzen lesen. Frage mich aber nicht, wie das gehen soll! :lol:


Gnade? Ein biblischer Vergleich zu deinen Worten sehen wir bei den Schriftgelehrten/Pharisäern welche die Gesetze Moses studiert hatten und im Wort forschten.
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon Naqual » So 5. Jul 2009, 11:12

tiktak hat geschrieben:
Wahrheit: Weil dieser Akt durch Jesus geschah sind wir auch befähigt, Täter nicht mehr als solche zu sehen, sondern sie in Liebe anzunehmen. (Ist eine Herausforderung für viele, ich weiss).

Das klingt ein bisschen so, als würden dies nur Christen können, weil Jesus es auch getan hat!
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Hi Tiktak,

sehe ich auch so. Die Möglichkeit zu lieben hat Gott jedem Menschen gegeben. Im übrigen auch vor Jesus (z.B. bei den Juden). Jesus war jedoch der Weg uns zu zeigen, wie wir die bereits in uns existierende Liebe Gottes realisieren.
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon tiktak » So 5. Jul 2009, 11:35

Naqual hat geschrieben:
tiktak hat geschrieben:
Wahrheit: Weil dieser Akt durch Jesus geschah sind wir auch befähigt, Täter nicht mehr als solche zu sehen, sondern sie in Liebe anzunehmen. (Ist eine Herausforderung für viele, ich weiss).

Das klingt ein bisschen so, als würden dies nur Christen können, weil Jesus es auch getan hat!
Das können aber auch nicht gläubige oder anders gläubige!


Hi Tiktak,

sehe ich auch so. Die Möglichkeit zu lieben hat Gott jedem Menschen gegeben. Im übrigen auch vor Jesus (z.B. bei den Juden). Jesus war jedoch der Weg uns zu zeigen, wie wir die bereits in uns existierende Liebe Gottes realisieren.

Sorry-ich möchte jetzt hier niemanden irgendwie verletzen in seinem Glauben-aber ich hatte oft schon den Gedanken, ob nicht der Glaube an Jesus auch ein Hilfsmittel ist um vieles zu überwinden!
Ich las 2 Bücher vom Dalai Lama über Liebe und Nächstenliebe,weil ich zwar Jesus Aussage kenne, liebe Deinen Nächsten wie Dich selber, aber wie sieht das im Alltagsleben aus, steht nicht wirklich in der Bibel, darum kaufte ich die Bücher vom Dalai!
Es werden da sehr viele Beispiele von ihm angeführt, Alltagssituation-aber er benützt auch ein Hilfsmittel, nämlich- das ja das Gegenüber die Reinkarnation von............sein könnte!
Und so kommt mir das auch bei Christen vor, sie leben die Nächstenliebe, weil Jesus es angeordnet hat! Aber kommt diese Liebe zum Nächsten wirklich von innen heraus?
Angenommen,es wäre kein Gebot von Jesus-würde man es dann tun?

Naqual-ich persönlich glaube, dass der Same Gottes in jedem von uns gepflanzt wurde von Geburt an, aber irgendwie erstickt wurde vom Ego und von dem , was uns anerzogen wurde im Laufe des Lebens, aber wenn man anfängt-an Gott zu glauben, dieser Same anfängt zu keimen und zu wachsen und der Unrat/Unkraut in einem vertilgt wird, aber nicht auf einmal-sondern Schrittweise, je nachdem, wie sehr man Gott in seinem Leben wirken lässt und auf ihn hört!
Die Bibel ein mögliches Hilfsmittel ist,den Samen Gottes in einem wieder aufkeimen zu lassen!
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon livia » So 5. Jul 2009, 11:43

Naqual hat geschrieben:Die Möglichkeit zu lieben hat Gott jedem Menschen gegeben.


Die größte, ehrlichste, überzeugendste, authentischste, liebevollste Liebe und Fürsorglichkeit habe ich von Menschen erfahren, die nicht gottgläubig (ich meine hier den Gott der Bibel) sind! Liebe, die aus einem freien Herzen kommt.
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon tiktak » So 5. Jul 2009, 11:55

livia hat geschrieben:
Naqual hat geschrieben:Die Möglichkeit zu lieben hat Gott jedem Menschen gegeben.


Die größte, ehrlichste, überzeugendste, authentischste, liebevollste Liebe und Fürsorglichkeit habe ich von Menschen erfahren, die nicht gottgläubig (ich meine hier den Gott der Bibel) sind! Liebe, die aus einem freien Herzen kommt.

Ja aber ist es nicht die göttliche Liebe in einem,die im Herzen ist?
Nur macht diese göttliche Liebe keine Unterschiede zwischen Menschen und liebt nicht nur den, der mir gut gesinnt ist!
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon thery » So 5. Jul 2009, 11:58

Ich sehe das so: Was nützt es mir wenn ich Sachen immer wieder heraufhole und daran herumkaue? Bringt es mich weiter; weiter im Glauben, weiter im Leben? Ich bin auch nicht der Meinung das man verdrängen soll, das ist sicher ganz schlecht. Aber was einmal aufgearbeitet ist soll man Vergeben und vergessen. Vergessen heisst für mich nicht das es einfach ausgelöscht ist, aber es ist erledigt und hat kein Anrecht mehr auf meine Gedanken, und meine Gefühle, auf mein Leben. Vergangenheit ist vergangen, ich kann nicht mehr ändern was passiert ist. Ich kann aber lernen meine Sichtweise auf Vergangenes zu ändern und in Ordnung bringen was in Ordnung gebracht werden muss. Wie Naqual auch schon sagte, auch negative Gefühle soll man nicht einfach nur verdrängen, den vor Gott können wir sie eh nicht verstecken. Ich würde mich aber gar nicht allzufest mit diesen negativen Gefühlen befassen, denn allzuleicht findet da der Ankläger vielleicht ein Schlupfloch wie er uns mit seinen Lügen manipulieren kann. Darum ist es ja so wichtig das wir die geistige Waffenrüstung jeden Tag aufs neue Anlegen. Nur damit sind wir auch wirklich gegen die Angriffe des Anklägers geschützt. Und das muss geübt sein, jeden Tag immer wieder aufs Neue.
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon thery » So 5. Jul 2009, 12:00

In den Evangelien geht es aber nicht darum wer jetzt am besten und am meisten lieben kann. Mal ganz krass ausgedrückt: Da geht es um Leben oder Tod.
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon tiktak » So 5. Jul 2009, 12:06

thery hat geschrieben:In den Evangelien geht es aber nicht darum wer jetzt am besten und am meisten lieben kann. Mal ganz krass ausgedrückt: Da geht es um Leben oder Tod.

Liebe Thery!
Die Zentralbotschaft von Jesus ist aber nun mal die Liebe(Nächstenliebe), Vergebung und Befreiung!
LG
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon livia » So 5. Jul 2009, 12:07

tiktak hat geschrieben:
livia hat geschrieben:
Naqual hat geschrieben:Die Möglichkeit zu lieben hat Gott jedem Menschen gegeben.


Die größte, ehrlichste, überzeugendste, authentischste, liebevollste Liebe und Fürsorglichkeit habe ich von Menschen erfahren, die nicht gottgläubig (ich meine hier den Gott der Bibel) sind! Liebe, die aus einem freien Herzen kommt.

Ja aber ist es nicht die göttliche Liebe in einem,die im Herzen ist?
Nur macht diese göttliche Liebe keine Unterschiede zwischen Menschen und liebt nicht nur den, der mir gut gesinnt ist!
LG


Ich weiß es nicht (mehr) was das für eine Liebe ist und woher sie letztlich kommt. Kann nur sagen, wie ich sie erfahren habe. Es ist eine Liebe von Herzen. Eine Liebe, die vom Herzen kommt. Von einem freien Herzen. Und nicht von einem fanatischen Herzen. Unter Christen und solchen, die sich als Nachfolger Christi bezeichnen, habe ich eine solche Liebe bisher jedenfalls nicht erfahren.
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon thery » So 5. Jul 2009, 12:18

tiktak hat geschrieben:
thery hat geschrieben:In den Evangelien geht es aber nicht darum wer jetzt am besten und am meisten lieben kann. Mal ganz krass ausgedrückt: Da geht es um Leben oder Tod.

Liebe Thery!
Die Zentralbotschaft von Jesus ist aber nun mal die Liebe(Nächstenliebe), Vergebung und Befreiung!
LG


Ja natürlich da hast du vollkommen recht. Nur was nützt mir meine ganze Liebe wenn ich Jesus nicht als meinen Retter und Erlöser anerkennen will. Wenn ich sein Gnadengeschenk nicht annehmen will. Zuallererst einmal muss ich Busse tun und Umkehren zu Jesus. Das ist für mich das Zentrale. Die Entscheidung ob ich das ewige Leben annehmen will, ob ich einmal Auferstehen will und bei Gott sein will - oder eben nicht.
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon Naqual » So 5. Jul 2009, 13:10

thery hat geschrieben:Nur was nützt mir meine ganze Liebe wenn ich Jesus nicht als meinen Retter und Erlöser anerkennen will.


Also bist Du nur bereit zu lieben, wenn Du dafür auch etwas kriegst.
Die Liebe um der Liebe selbst willen, dem inneren Bestreben für den anderen da sein zu wollen, das scheint diesem Denken dann doch fremd zu sein.

Allein der Gedanke, man könnte gegenleistungslos vergeblich geliebt haben, zeigt doch, dass man mit dem goldenen Gebot Jesu (Liebe Deinen Nächsten als auch Dich selbst) ein Problem hast.
Was soll das für eine Liebe sein?
Gib mir das Paradies, Gott, dann bin ich auch bereit in vorausgreifender Dankbarkeit dafür etwas zu tun? Sonst mag ich nämlich nicht.

Denke nicht, dass das "da oben" Begeisterung auslöst. ;)
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon ma.ma » So 5. Jul 2009, 13:11

Liebe Maria,

eine sehr interessante Fragestellung.
Ich gehe davon aus, dass du mit deiner Fragestellung Verletzungen oder Erlebtes ansprichst, was dir angetan wurde?

Erlaube mir, dass ich etwas „aushole“:

Wie vergibt der Herr?
Wenn etwas böses geschieht und Gott vergibt dieses böse, dann deckt er es zu und denkt nicht mehr daran.

Er bedeckt es und lässt es zugedeckt.
Gott kann nicht in dem Sinn vergessen, wie wir das Wort „vergessen“ interpretieren.

Menschen wollen vergessen lernen…

Aber der Herr sagt etwas anderes: „Ich denke nicht mehr daran“
Das heißt, dass der Herr es schon noch wüsste – doch Gott folgt diesen Gedanken nicht mehr.

Sprüche 17 Vers 9
„Wer lieb sucht, deckt Fehler zu…“
Sprüche 10 Vers 12
„Hass erregt hader aber die liebe deckt alle Übertretungen zu…“
Psalm 32 Vers 1
„Wohl dem dessen Übertretungen vergeben und dessen Sünde zugedeckt ist…“

Lese bitte:
Jakobus 5 Vers 19 -20

1 Petrus 4 Vers 8
„Vor allem aber habt innige Liebe untereinander – denn die Liebe wird eine Menge Fehler zudecken…“

Und genau das ist das Problem, warum Menschen nicht vergeben können:
Sie sind nicht bereit, zu zuschließen.
Wenn das Böse und die erlebten Verletzungen, über uns kommen, sollte man nicht Bekannte und Freunde anrufen oder darüber meditieren und das erlebte somit neu aufrollen.

Wenn wir vergeben haben, dann sollten wir es auch tun.
Ich vergebe dieser Person.

Jesaja 43 Vers 25
„Ich tilge deine Übertretungen um meinet willen…“
„Und an deine Sünden will ich nie mehr gedenken…“

Hesekiel 33 Vers 16
„Aller seiner Sünden die er begangen hat soll nicht mehr gedacht werden…“

Hebräer 10 Vers 17
„An ihre Sünden will ich nicht mehr gedenken…“

Es bedeutet nicht, dass ich es vergessen habe.
Der Schmerz kann von Zeit zu Zeit wieder über uns kommen.
Aber am Schluss ist es nur ein Gefühl.
Die Aufgabe ist es, in diesem Moment nicht weiterzumachen und diesen Gedanken zu folgen.

Wie vergibt der Herr?
Er deckt zu und dann denkt er nicht mehr daran.

Wer sind wir, wenn wir Sünden und Übertretungen oder auch Dinge aus der Vergangenheit wieder raus kramen?

Wenn der Herr nicht mehr daran denkt, dann haben wir kein Recht, an die vergangenen Sünden nur ein einziges mal zu denken.
Wenn der Herr dieser Person vergeben hat, haben wir kein Recht, daran zu erinnern.
Somit ist es eines Sache zwischen Gott und dieser Person.

Liebe deckt zu!
Liebe erweist Gnade!
Wenn der ganze Leib Christi das tun würde , würde es uns allen besser geben.

Was heißt das für uns?
Wir sollen barmherzig sein und einander vergeben - einen Lebensstil der Vergebung führen. Wer wissen will, wie man vergibt und dieses auch lernen will, muss sich auf diese Wahrheit ausrichten. Da jeder einzelne von uns in seinem Abbild erschaffen ist, können wir es genauso tun...

Viele herzliche Grüße
Gott segne dich!
Manolo
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon thery » So 5. Jul 2009, 13:22

Naqual hat geschrieben:
thery hat geschrieben:Nur was nützt mir meine ganze Liebe wenn ich Jesus nicht als meinen Retter und Erlöser anerkennen will.


Also bist Du nur bereit zu lieben, wenn Du dafür auch etwas kriegst.
Die Liebe um der Liebe selbst willen, dem inneren Bestreben für den anderen da sein zu wollen, das scheint diesem Denken dann doch fremd zu sein.

Allein der Gedanke, man könnte gegenleistungslos vergeblich geliebt haben, zeigt doch, dass man mit dem goldenen Gebot Jesu (Liebe Deinen Nächsten als auch Dich selbst) ein Problem hast.
Was soll das für eine Liebe sein?
Gib mir das Paradies, Gott, dann bin ich auch bereit in vorausgreifender Dankbarkeit dafür etwas zu tun? Sonst mag ich nämlich nicht.

Denke nicht, dass das "da oben" Begeisterung auslöst. ;)



Nur so zum allgemeinen Verständnis - das Zentrum der Diskussionen hier im Forum ist schon noch die christliche Lehre?

Edit: Entschuldigung, habe erst jetzt gesehen das wir gar nicht im Glaubens Forum sind. :oops:
Zuletzt geändert von thery am So 5. Jul 2009, 13:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon tiktak » So 5. Jul 2009, 13:23

Sehr schön hast du das geschrieben -ma.ma!
Wenn wir jemanden was vergeben haben, dann rechnen wir ihm das nicht mehr zur Last-so in etwa :mrgreen: , halten das Vergehen nie mehr vor! Sind nicht mehr böse darüber oder verletzt dadurch!
Oft ist es ja so, das wir jemanden vergeben und bei der nächsten Dikussion/Streit es wieder hervor holen und abermals der andren Person unter die Nase halten! :oops:
Gar nicht so einfach :oops:
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon livia » So 5. Jul 2009, 13:32

thery hat geschrieben:
Naqual hat geschrieben:
thery hat geschrieben:Nur was nützt mir meine ganze Liebe wenn ich Jesus nicht als meinen Retter und Erlöser anerkennen will.


Also bist Du nur bereit zu lieben, wenn Du dafür auch etwas kriegst.
Die Liebe um der Liebe selbst willen, dem inneren Bestreben für den anderen da sein zu wollen, das scheint diesem Denken dann doch fremd zu sein.

Allein der Gedanke, man könnte gegenleistungslos vergeblich geliebt haben, zeigt doch, dass man mit dem goldenen Gebot Jesu (Liebe Deinen Nächsten als auch Dich selbst) ein Problem hast.
Was soll das für eine Liebe sein?
Gib mir das Paradies, Gott, dann bin ich auch bereit in vorausgreifender Dankbarkeit dafür etwas zu tun? Sonst mag ich nämlich nicht.

Denke nicht, dass das "da oben" Begeisterung auslöst. ;)



Nur so zum allgemeinen Verständnis - das Zentrum der Diskussionen hier im Forum ist schon noch die christliche Lehre?


Welche christliche Lehre meinst Du denn genau damit? Die der Pfingstler, oder die der Katholiken oder Adventisten, die der Charismatiker, der Mennoniten oder die der Zeugen Jehovas etc.? Mir ist DIE einheitliche christliche Lehre bisher jedenfalls noch nicht begegnet. Warum sollte man auf sich auf irgendein "Zentrum" versteifen, wenn hier von Liebe die Rede ist? Ist etwa die Liebe der Menschen, die sich Christen nennen, die wahrere und echtere Liebe?

Solang Du soetwas glaubst und solang Christen auf diesem hohen Ross sitzen, solang wird es kein echtes Miteinander geben. Solang die Liebe Andersdenkender oder Andersglaubender geringer geachtet wird, als die (vermeintlich) eigene (christliche selbstherrliche)Liebe.
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon thery » So 5. Jul 2009, 13:43

Naqual hat geschrieben:
thery hat geschrieben:Nur was nützt mir meine ganze Liebe wenn ich Jesus nicht als meinen Retter und Erlöser anerkennen will.


Also bist Du nur bereit zu lieben, wenn Du dafür auch etwas kriegst.
Die Liebe um der Liebe selbst willen, dem inneren Bestreben für den anderen da sein zu wollen, das scheint diesem Denken dann doch fremd zu sein.

Allein der Gedanke, man könnte gegenleistungslos vergeblich geliebt haben, zeigt doch, dass man mit dem goldenen Gebot Jesu (Liebe Deinen Nächsten als auch Dich selbst) ein Problem hast.
Was soll das für eine Liebe sein?
Gib mir das Paradies, Gott, dann bin ich auch bereit in vorausgreifender Dankbarkeit dafür etwas zu tun? Sonst mag ich nämlich nicht.

Denke nicht, dass das "da oben" Begeisterung auslöst. ;)



Also dann versuche ich es noch einmal: Nein, gerade das sagt ja Jesus und das steht ja auch im Hohelied der Liebe - Liebe soll immer uneigennützig sein und ich fordere und erwarte auch keine Gegenleistung. Und schon gar nicht soll sie egoistisch sein. Und wenn man wirklich von Herzen liebt dann stellt sich diese Frage auch nicht.
Aber mir ging es eigentlich darum das natürlich auch Nichtgläubige im höchsten Masse lieben können, sie können auch anderen Menschen Verzeihen und Vergeben und ein sehr erfülltes Leben haben; ohne Frage. Aber wer vergibt ihnen ihre Sünden? Wer deckt ihre Fehler und Vergehen zu? Wenn Jesus Liebe pur ist, dann geht es doch gar nicht ohne ihn? Verstehst du was ich sagen möchte?
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon thery » So 5. Jul 2009, 13:47

livia hat geschrieben:Welche christliche Lehre meinst Du denn genau damit? Die der Pfingstler, oder die der Katholiken oder Adventisten, die der Charismatiker, der Mennoniten oder die der Zeugen Jehovas etc.? Mir ist DIE einheitliche christliche Lehre bisher jedenfalls noch nicht begegnet. Warum sollte man auf sich auf irgendein "Zentrum" versteifen, wenn hier von Liebe die Rede ist? Ist etwa die Liebe der Menschen, die sich Christen nennen, die wahrere und echtere Liebe?

Solang Du soetwas glaubst und solang Christen auf diesem hohen Ross sitzen, solang wird es kein echtes Miteinander geben. Solang die Liebe Andersdenkender oder Andersglaubender geringer geachtet wird, als die (vermeintlich) eigene (christliche selbstherrliche)Liebe.



Die von Jesus Christus. :))
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon tiktak » So 5. Jul 2009, 13:50

Wenn Jesus Liebe pur ist

Sagen wir mal-wenn Gott Liebe pur ist.....dann vergibt er einfach, ohne ein Tieropfer ohne ein Menschenopfer, ohne irgenwelche Rituale!
..Die Liebe rechnet das böse nicht zu....! Also wie kann man dann unterschiede machen?
Das wäre so als würde ich sagen: Thery, entweder du glaubst an mich und machst, was ich dir sage,liebst mich vom ganzen Herzen und mit all deiner Kraft, oder ab in die Hölle mit dir!
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Re: erinnern und vergessen

Beitragvon thery » So 5. Jul 2009, 14:08

tiktak hat geschrieben:
Wenn Jesus Liebe pur ist

Sagen wir mal-wenn Gott Liebe pur ist.....dann vergibt er einfach, ohne ein Tieropfer ohne ein Menschenopfer, ohne irgenwelche Rituale!
..Die Liebe rechnet das böse nicht zu....! Also wie kann man dann unterschiede machen?
Das wäre so als würde ich sagen: Thery, entweder du glaubst an mich und machst, was ich dir sage,liebst mich vom ganzen Herzen und mit all deiner Kraft, oder ab in die Hölle mit dir!
LG


Also wenn es rein um die Liebe ( was immer das dann auch sein mag) geht, dann kann man tatsächlich keinen Unterschied machen. Wenn es aber um den Glauben an den Sohn Jesus Christus und an den Vater Gott geht, dann muss man sogar einen Unterschied machen.

Und das es so nicht funktioniert wie du oben schreibst dürfte wohl klar sein. Genau deshalb kommt ja wieder der freie Wille ins Spiel und dann wären wir wieder bei einer völlig anderen Diskussion. Aber da ich nicht den Thread kaputt machen möchte lasse ich es mal hiermit bewenden.
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