Einschulung bereits mit vier Jahren

Über aktuelles in der Gesellschaft

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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Taube » Do 27. Mär 2008, 07:37

Original von Grasy
Original von Taube
Vielleicht sieht es aus der Sicht der Kinder etwas anders aus. Ich sehe immer wieder, dass Kinder gerade in diesem Alter sehr motiviert lernen, vor allem auch gerne in der Gruppe lernen.


Dann muss man sie ja nicht dazu zwingen? Du hast nur begrenzt Einfluss darauf wo deine Kinder landen und was sie dann von wem vorgesetzt bekommen wenn etwas Pflicht wird. Es gibt nicht nur Kinder die gerne lernen und das liegt gewiss auch manchmal an den Lehrern. Kinder sollten nicht nur "in der Gruppe lernen" sondern vielleicht auch ein bisschen die Familie und Geborgenheit haben dürfen (dort kann man auch lernen).


Mfg,
Grasy

Stimmt auch, aber manchmal denke ich, gehen wir an diese Probleme vor allem aus unserer Erwachsenensicht. Was uns als gut dünkt, sehen die Kinder manchmal etwas anders, ob das so viel schlechter ist, weiss ich nicht.

Gruss Taube
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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Taube » Do 27. Mär 2008, 07:44

Original von Grasy
Du hast nur begrenzt Einfluss darauf wo deine Kinder landen und was sie dann von wem vorgesetzt bekommen wenn etwas Pflicht wird.

Ist das vielleicht die wirkliche Angst, dass Du die Kinder beeinflussen willst, was sie lernen sollen? Da wäre es eben wichtig, dass die Kinder nicht vor solchen Einflüssen bloss geschützt bleiben, sondern kritisch werden. ...und da ist das Elternhaus eine wichtige Basis, wo das gelernt werden kann. Aber von Grund auf sind Kinder meist kritischer als man denkt. Die hinterfragen mehr, als einem manchmal lieb ist. Selbst die Familie ist nicht nur die heilige Institution für Kinder, sie sehen schneller die Schwächen.

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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon F.R.O.G » Do 27. Mär 2008, 08:35

Dieses Thema ist wohl kein neues....

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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Robby » Do 27. Mär 2008, 09:03

Original von Wolfi
Was meint Ihr dazu?

Meine Meinung:
Nehmt den Eltern die Kinder doch gleich bei Geburt schon weg! Es reicht doch, wenn die Eltern für die Kinder zahlen, bis diese volljährig sind und selber Steuern für den Staat entrichten können ... :roll:


Hi Wolfi

Ausnahmsweise bin ich 100% deiner Meinung 8-) . Ein Kind darf nicht mehr Kind sein, möglichst früh dem Leistungsdruck unserer Gesellschaft aussetzen. Ich bin entschieden dagegen.

Lieber Gruss
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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon heuschrecke » Do 27. Mär 2008, 09:03

Viele Beobachter von Euch sind einfach zu kurzsichtig.
Wenn ich die Kinder nur oberflächlich betrachte, sehe ich auch viele lachende Gesichter. Ein Kind lebt im Jetzt. Und wenn es in einen Hort oder sonst in eine Fremdbetreuung abgesetzt wird, kann es nicht sagen: nein, ich möchte das nicht. Es muss sich gezwungenermassen irgendwie arrangieren. Immer zu weinen ist wohl zu anstrengend und man verliert auf die DAuer die Zuwendung von andern Kindern und Betreuern. Also lacht man halt und zeigt sich "fröhlich". Das kommt bei Allen besser an. Logo, Kinder sind intelligent und flexibel..aber auf Kosten ihrere eigenen wahrhaftigen Gefühle.

Wenn die Kinder wirklich glücklich wären,sich geborgen und frei fühlen würden, dann wären sie auch gesund! Viele der Krippenkinder leiden aber bereits an Schlafstörungen, chronischen Erkältungen, Allergien, Hyper-oder Hypoaktivität, Asthma, häufigem Erbrechen ect. Wer da den Zusammenhang nicht sieht, lebt in meinen Augen selbst in einem disharmonischen oder gar ver-rückten Zustand!

LG
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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon heuschrecke » Do 27. Mär 2008, 09:24

Ich war ein Naturkind und hatte absolut keine Lust in den Kindergarten zu gehen und mich einem Stundenplan unterzuordnen. Das machte mich total unglücklich und irgenwie lethargisch. Ich sah nicht ein, warum ich jetzt auf Knopfdruck irgend ein Kreisspiel, irgendwas zeichnen oder basteln oder singen sollte, wenn mir gerade überhaupt nicht danach war! So habe ich mich in mein Inneres zurückgezogen und mich völlig abgeschottet. Nach Aussen hin wirkte ich dann einfach "schüchtern" (was ich überhaupt nicht war)Ich fand die Erwachsenen total beschränkt, was die da z.T. in meiner Gegenwart über mich plapperten und auch die andern Kinder fand ich volldoof, wie die da alle parierten! Das kotzte mich bereits mit 5 Jahren an!
In der ersten Klasse war mir die Lehrerin symphatisch und mich interessierte es, lesen und schreiben zu lernen. Rechnen und alles Andere war mir piepe. Danach hätte ich eigentlich die Schule verlassen können. Denn alles, was man mir danach in den Kopf geladen hat, habe ich direkt nach den Prüfungen wieder vergessen.

LG
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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Taube » Do 27. Mär 2008, 09:41

Original von Robby
Ein Kind darf nicht mehr Kind sein, möglichst früh dem Leistungsdruck unserer Gesellschaft aussetzen. Ich bin entschieden dagegen.

Lieber Gruss
Robby
Wer entscheidet, wie ein Kind ein Kind sein darf. Das ist doch auch unserer Erwachsenensicht. Früher hatte ich es exakt so formuliert, wie es Du oben tust, aber im Laufe der Jahre und den vielen Gesprächen mit meinen erwachsenen Kindern, zweifle ich daran, ob das die richtige oder einzige Sichtweise ist.

Gruss Taube
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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Robby » Do 27. Mär 2008, 09:50

Original von Taube
Wer entscheidet, wie ein Kind ein Kind sein darf. Das ist doch auch unserer Erwachsenensicht. Früher hatte ich es exakt so formuliert, wie es Du oben tust, aber im Laufe der Jahre und den vielen Gesprächen mit meinen erwachsenen Kindern, zweifle ich daran, ob das die richtige oder einzige Sichtweise ist.

Gruss Taube



Hi Taube

Die einzig richtige Sichtweise ist es nicht. Das Problem ist aber, dass mit dem Obligatorium nur noch eine Möglichkeit gegeben ist. Das heisst Kinder wie auch ich eines war, hätten enorm Mühe damit, da sie die Geborgenheit der Familie länger brauchen als andere. Ebenso wäre der zu frühe Leistungsdruck absolut kontraproduktiv gewesen. Als ich zum ersten Mal in den Kindergarten musste, sass ich zu Hause auf der Treppe und weinte. Leider war das nicht das einzige Mal, ich weigerte mich mehrmals in den Kindergarten zu gehen.
Fazit: Mit dem Obligatorium werden (Klein-)Kinder aus ihrer vertrauten Umgebung gerissen und in ein soziales Gefüge hineingepresst, das weder allen Kindern, noch allen Eltern entspricht. Ich verweise an dieser Stelle auch auf das Buch von Eva Herman, welches genau diese Problematik aufgreift, fundiert mit wissenschaftlichen Daten:
Bild


Lieber Gruss
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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Taube » Do 27. Mär 2008, 09:59

Original von Robby
Das heisst Kinder wie auch ich eines war, hätten enorm Mühe damit, da sie die Geborgenheit der Familie länger brauchen als andere. Ebenso wäre der zu frühe Leistungsdruck absolut kontraproduktiv gewesen. Als ich zum ersten Mal in den Kindergarten musste, sass ich zu Hause auf der Treppe und weinte.

Genau das sind die grossen Fragen. Habs oben schon mal geschrieben. Wie kann das so flexibel gestaltet werden, dass die noch grossen individuellen Unterschiede genügend gut berücksichtigt werden können. Von diesem Argument her bin ich, trotz positiver Sicht, noch vorsichtig in der Beurteilung.

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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon heuschrecke » Do 27. Mär 2008, 10:34


Die einzig richtige Sichtweise ist es nicht. Das Problem ist aber, dass mit dem Obligatorium nur noch eine Möglichkeit gegeben ist. Das heisst Kinder wie auch ich eines war, hätten enorm Mühe damit, da sie die Geborgenheit der Familie länger brauchen als andere. Ebenso wäre der zu frühe Leistungsdruck absolut kontraproduktiv gewesen. Als ich zum ersten Mal in den Kindergarten musste, sass ich zu Hause auf der Treppe und weinte. Leider war das nicht das einzige Mal, ich weigerte mich mehrmals in den Kindergarten zu gehen.
Fazit: Mit dem Obligatorium werden (Klein-)Kinder aus ihrer vertrauten Umgebung gerissen und in ein soziales Gefüge hineingepresst, das weder allen Kindern, noch allen Eltern entspricht.


Hallo Robby

Du hast es auf den Punkt gebracht! Mein Kompliment!

LG :applause:
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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Krummi » Do 27. Mär 2008, 11:03

Hallo zäme

Deine Aussagen, Heuschrecke, über Kinder in Krippen ist in dieser Absolutheit falsch. Es gibt Krippen, wo das freie Spielen das Wichtigste ist. Es gibt da wirklich solches und solches. Zudem ist es ein grosser Unterschied, ob ein Kind an einem halben Tag oder an 5 halben Tagen (und mehr) in der Krippe verbringt.


Zur Sozialisation:
Was ist denn bitte schön mit den Kindern, welche die Sozialisation nicht schaffen? Sind die dann sich selbst überlassen (nach dem Motto wenn schon, denn schon). Nein, sie werden häufiger arbeitslos, kriminell, zum Sozialfall und liegen damit dem Staat auf der Tasche.

Obligatorium:
Ich glaube auch nicht, dass ein generelles Obligatorium des Kindergartens sinnvoll ist. Ich teile die Bedenken von Robby. Man sollte aber meines Erachtens für gewisse Fälle den Kindergartn individuell obligatorisch erklären können. Mit 3 Jahren sollte das Gespräch mit den Eltern gesucht werden. Wo Probleme bestehen, sollte das Kind ab 4 dann auch zum Kindergarten "eingezogen" werden können.

Z. B. bei bildungsfremden ausländischen Familien muss man leider etwas genauer hinschauen. Sieht man nur weg und überlässt die Verantwortung komplett den Eltern, müssen wir uns über Ghettosierung von Stadtteilen dann später nicht wundern.
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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Grasy » Do 27. Mär 2008, 23:08

Original von Krummi
Man sollte aber meines Erachtens für gewisse Fälle den Kindergartn individuell obligatorisch erklären können. Mit 3 Jahren sollte das Gespräch mit den Eltern gesucht werden. Wo Probleme bestehen, sollte das Kind ab 4 dann auch zum Kindergarten "eingezogen" werden können.


Also davon halt ich nix. Auch nicht wenn man hier ausländische Familien als Beispiel anführt. Es ist ja nicht so daß die Schulpflicht deswegen aufgehoben würde oder daß man auf diese Weise nur Kinder mit einer Sprache im Land haben wird. Wenn ich aber nicht will daß man mich zwingt meine Kinder mit 3 Jahren in einen Kindergarten zu stecken dann kann ich das auch von keinem anderem verlangen. Mal ganz davon abgesehen finde ich den Kindergarten durchaus nützlich. Ich hab auch gute Erinnerungen an meine Kindergartenzeit. Aber es sind nicht alle Kinder gleich... und auch nicht alle Kindergärten.


Mfg,
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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon F.R.O.G » Do 27. Mär 2008, 23:16

Original von Grasy
Wenn ich aber nicht will daß man mich zwingt meine Kinder mit 3 Jahren in einen Kindergarten zu stecken dann kann ich das auch von keinem anderem verlangen.
Warum mit 3 Jahren in den Ki-Ga? Ist das schon Thema?

Mal ganz davon abgesehen finde ich den Kindergarten durchaus nützlich. Ich hab auch gute Erinnerungen an meine Kindergartenzeit.
Sagt denn wer, dass Ki-Ga´s unnütz sind? Ich bin der Meinung, dass die Kinder nicht zu früh gehen sollten - mit 5 war es bei unseren 3 Kindern genau der richtige Zeitpunkt. Aber auch hier sehe ich bei den vielen verschiedenen Kindern, dass der Ablösungsprozess total unterschiedlich abläuft......
Unser Kleinster, welcher jetzt im 1. Ki-Ga ist, hatte anfangs enorm Mühe.....nach ein paar Wochen hat sich das alles in Luft aufgelöst, ohne gross ein Drama zu produzieren....jetzt geht er gerne und freut sich sogar nach den Ferien auf den Ki-Ga.

An meine eigene Kindergartenzeit habe ich auch gute Erinnerungen :)

@ Krümmel: Der Ki-Ga ist ab dem neuen Schuljahr im Kanton Zürich obligatorisch!
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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Grasy » Do 27. Mär 2008, 23:45

Original von F.R.O.G
Warum mit 3 Jahren in den Ki-Ga? Ist das schon Thema?


Du hast recht. Eigentlich hieß es mit 4 Jahren.


Mfg,
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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon mikeg » So 30. Mär 2008, 15:04

Unsere Kinder kamen mit fünf in den Ki-Ga, und das fanden wir damals richtig. Unsere Enkelin ist noch nicht mal 3 und geht jezt schon 4 Tage die Woche in den Vorkindergarten. An ihrem "freien Tag" besucht sie noch eine Musik (vor-)Schule.

Das empfanden wir als VIEL ZU FRÜH!!!

Aber wir staunen und lernen...
Es ist unglaublich, wie die Kleine sich in den letzen drei Monaten entwickelt hat und wie sie uns mit ihren Fragen und ihren kleinn Liedern entzückt. Sie scheint gerade durch die Schule eine eigene Persönlichkeit entwickelt zu haben. Jeder dritte Frage beginnt mit "Warum..."

Vielleicht sehen wir das durh eine rosa Brille, aber ich kann keine Nachteile erkennen, nur Vorteile!

Was sollen denn die Nachteile sein?

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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Enggi » So 30. Mär 2008, 20:12

Original von mikeg

Was sollen denn die Nachteile sein?
Ich denke, der Nachteil ist, dass man alle Kinder zwingt, in den Kindergarten zu gehen und diesen zu einer Art Vorschulunterricht umgestaltet. Dies sind totalitäre (sozialfaschistische) Tendenzen und einer Demokratie unwürdig. Bei deiner Enkelin ist es ja aus Sicht ihrer Eltern freiwillig, dass sie schon mit 3 Jahren in den Vorkindergarten geht.
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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon mikeg » Mo 31. Mär 2008, 05:51

Original von Enggi
Original von mikeg

Was sollen denn die Nachteile sein?
Ich denke, der Nachteil ist, dass man alle Kinder zwingt, in den Kindergarten zu gehen und diesen zu einer Art Vorschulunterricht umgestaltet. Dies sind totalitäre (sozialfaschistische) Tendenzen [...]
...harte Worte, Enggi!
Freiwilligkeit ist natürlich immer besser, aber ich verstehe nicht warum eine (bereits bestehende) Vorschrift mit Grenze plötzlich "Sozialfaschistisch" werden soll nur weil jemand die Grenze etwas verschieben will.

Deine aussage hat etwas willkürliches.

Ich bleib bei meiner Meinung:
Je früher ein Kind lernt selbständig zu denken, desto besser wird es sich später behaupten können. Ich habe meinen Beitrag ge-postet weil ich selber erstaunt war, dass ein Kleinkind schon so früh so belastbar ist -- das hätte ich nicht erwartet!

Gibt es denn psychologische Untersuchungen, die gegen (oder für) einen frühen Beginn des KiKa (4. Lebensjahr) sprechen?

- Sind die Kinder Frühreif, und ist das gut oder schecht für sie?
- Sind die Kinder weniger (oder mehr) religiös? Was sind die Folgen?
- Sind anfälliger für Drogenkonsum?
- Haben sie später in der Schule bessere oder schlechtere Noten?
- Haben sie bessere Berufschancen?

Das sind nur ein paar Ideen. Ich stelle bei den Fragen keinen Vollständigkeitsanspruch!

Hier geht es übrigens auch nicht um die Eltern die vielleicht aus einem (falschem) Egoismus-Gefühl heraus ihr Kind beschützen wollen.

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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Grasy » Mo 31. Mär 2008, 11:44

Original von mikeg
Was sollen denn die Nachteile sein?


Ich denke Kinder verkraften durchaus einiges was man ihnen auflädt. Die Frage bei einer Verpflichtung ist aber ob es für ALLE dann SO am besten ist. Das bezweifle ich definitiv. Es ist ja doch auch so daß Eltern ihre Kinder mit <3 Jahren (und darüber hinaus) fördern können. Nicht nur Kinder welche vor 3 Jahren in den (Vor)Kindergarten geschickt werden sind neugierig.


Mfg,
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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon F.R.O.G » Mo 31. Mär 2008, 11:48

Original von Grasy

Es ist ja doch auch so daß Eltern ihre Kinder mit <3 Jahren (und darüber hinaus) fördern können. Nicht nur Kinder welche vor 3 Jahren in den (Vor)Kindergarten geschickt werden sind neugierig.


...da stelle ich mir doch die Frage, ob denn diese Neugierde tatsächlich vom Staat befriedigt werden sollte und muss......haben wir Eltern keine Aufgabe an den Kindern? Wollen wir selbst die Freude, das Spiel, das Lernen.....an Fremde delegieren?
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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Robby » Mo 31. Mär 2008, 11:49

Original von F.R.O.G
...da stelle ich mir doch die Frage, ob denn diese Neugierde tatsächlich vom Staat befriedigt werden sollte und muss......haben wir Eltern keine Aufgabe an den Kindern? Wollen wir selbst die Freude, das Spiel, das Lernen.....an Fremde delegieren?


:respekt: Meine Rede! Aber Grasy sieht das auch so, das weiss ich, oder Grasy? 8-)


Lieber Gruss
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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Grasy » Mo 31. Mär 2008, 19:46

Original von Robby
Original von F.R.O.G
...da stelle ich mir doch die Frage, ob denn diese Neugierde tatsächlich vom Staat befriedigt werden sollte und muss......haben wir Eltern keine Aufgabe an den Kindern? Wollen wir selbst die Freude, das Spiel, das Lernen.....an Fremde delegieren?


:respekt: Meine Rede! Aber Grasy sieht das auch so, das weiss ich, oder Grasy? 8-)


Lieber Gruss
Robby


Na klar sieht das der Grasy auch so (also ich meine halt im Prinzip?)! :) Danke F.R.O.G für deinen Beitrag. Ich denke auch daß wir als Eltern eine Aufgabe an den Kindern haben.
Zusätzlich denke ich an sich daß "Gruppenerfahrungen" im Kindergarten eine gute Sache sind aber daß hier schon das ganze nicht überstürzt werden sollte. Ausserdem gibt´s Erfahrungen mit anderen Kindern ja (hoffentlich) nicht nur im Kindergarten (Spielplatz, Freunde, ...). Speziell aber da es heute öfter Familien gibt mit nur einem oder wenigen Kindern denke ich hat der Kindergarten hier (auch) einen positiven Aspekt. Ein "Einzelkind" muss oftmals viel weniger "nachgeben" lernen als ein "Sandwich-kind" 3of5. Früher gab es Familien mit 12 Kindern. So oder so es ist nicht jedes Kind gleich. Ein Kind ist eher schüchtern und zurückhaltender, ein anderes Kind ist quirrliger und aufgeweckt und vielleicht schon früher neidisch auf die "grosse Schwester" wenn die in den Kindergarten darf. Das sollten dann auch die Eltern entscheiden dürfen. Ich bin also diesbezüglich gegen Zwang.+


Mfg,
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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Such_Find » Mo 31. Mär 2008, 20:59

Original von F.R.O.G
Original von Grasy

Es ist ja doch auch so daß Eltern ihre Kinder mit <3 Jahren (und darüber hinaus) fördern können. Nicht nur Kinder welche vor 3 Jahren in den (Vor)Kindergarten geschickt werden sind neugierig.


...da stelle ich mir doch die Frage, ob denn diese Neugierde tatsächlich vom Staat befriedigt werden sollte und muss......haben wir Eltern keine Aufgabe an den Kindern? Wollen wir selbst die Freude, das Spiel, das Lernen.....an Fremde delegieren?

Eben, es geht nicht darum das Kinder nichts beigebracht bzw gelehrt werden soll, es geht um das was/wie/wer/wozu/wann/...
«Andererseits frage ich mich seit langem, woher diese Unfähigkeit stammt, den Geist Gottes als das zu sehen, was er ist, nämlich als das Leben, Wesen, Bewußtsein und Sein Gottes.»
Zitat von William Penn
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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Wolfi » Do 17. Apr 2008, 16:08

Wenn man Menschen versklaven will, ist es natürlich enorm von Vorteil, die Nachkommenschaft so schnell als möglich unter die Fittiche zu kriegen. Will man das nicht, so billigt man einem Kleinkind wenigstens ein paar Jahr in der familiären Obhut ohne Zwangseinwirkung durch irgendwelche staatliche Institutionen zu. Ich sehe in der Reduktion der Zeit dieser Freiheit einen weiteren Schritt in die Richtung, den Wert der Familie abzubauen. Vielleicht bin ich auch zu romantisch veranlagt, aber mir bedeutet Familie noch etwas ...
Der Glaube versetzt Berge, aber der Unglaube zerbricht Ketten.
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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Grasy » Do 17. Apr 2008, 17:26

Original von Wolfi
Wenn man Menschen versklaven will, ist es natürlich enorm von Vorteil, die Nachkommenschaft so schnell als möglich unter die Fittiche zu kriegen. Will man das nicht, so billigt man einem Kleinkind wenigstens ein paar Jahr in der familiären Obhut ohne Zwangseinwirkung durch irgendwelche staatliche Institutionen zu. Ich sehe in der Reduktion der Zeit dieser Freiheit einen weiteren Schritt in die Richtung, den Wert der Familie abzubauen. Vielleicht bin ich auch zu romantisch veranlagt, aber mir bedeutet Familie noch etwas ...


Danke Wolfi. Da kann ich dir schon zustimmen.


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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Humphrey » Do 17. Apr 2008, 18:03

Was meint Ihr dazu?

Es ist einfach übertreiben; denke ich; weiß ich nicht.
Bitte überdenkt noch mal kurz meine Beiträge, da sie Irrlehre enthalten könnten.
Seit bitte forsichtig mit meinen Beiträgen !!!
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Beitragvon reverend-lovejoy » Di 13. Mai 2008, 14:28

Wer arbeitet denn in den Bereichen Krippe, Kindergarten, Schule, sozialen Berufen?

Wer sich die Frage stellt, kommt schnell darauf, das eine grosse Anhängerschaft der SP, Grünen etc. in diesen Berufen arbeitet.

Und wie immer kann die SP es wunderschön begründen, warum sie die Kinder schon so früh aus den Familien reisst. Es geht in Wirklichkeit um die Zerstörung der Familie.

Für mich als Christen ist es undenkbar, für diesen weiteren Vorschlag zur Zerstörung der Familien zusein. Die Familie hat für Gott einen enorm grossen Stellenwert, und ich lasse mir die Verantwortung für meine Familie nicht von linken editiert wegnehmen.

Die Konsequenzen für dieses verantwortungslose Verhalten bekommt Deutschland gerade auf ganz schlimme Weise zu spüren. Dort ist es möglich die Kinder bereits mit sechs Monaten in den Kindergarten (der Begriff hat in Deutschladn eine andere Bedeutung) zugeben. Wenn die Schweizer diese Zustände in 10 oder 15 Jahren nicht ebenfalls haben wollen, müssen sie dagegen aufstehen.
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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon pneumatikos » Di 13. Mai 2008, 14:50

Original von Wolfi
Wenn man Menschen versklaven will, ist es natürlich enorm von Vorteil, die Nachkommenschaft so schnell als möglich unter die Fittiche zu kriegen. Will man das nicht, so billigt man einem Kleinkind wenigstens ein paar Jahr in der familiären Obhut ohne Zwangseinwirkung durch irgendwelche staatliche Institutionen zu. Ich sehe in der Reduktion der Zeit dieser Freiheit einen weiteren Schritt in die Richtung, den Wert der Familie abzubauen. Vielleicht bin ich auch zu romantisch veranlagt, aber mir bedeutet Familie noch etwas ...


Ach, ich geniesse das, wenn ich Wolfi 100% zustimmen kann...


Leider wird die Familie mehr und mehr demontiert und wenn man sich für Familie entschieden hat, dann merkt man plötzlich, wie man an vielen Orten anecken kann... Es ist z.B. spannend, wenn man mit seinen 3 Kids unterwegs ist und die Leute manchmal schon staunen ... "Sind das alles ihre" ... dabei sind es gerade mal 3 :)

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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon origo » Di 13. Mai 2008, 16:30

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Das heisst Kinder wie auch ich eines war, hätten enorm Mühe damit, da sie die Geborgenheit der Familie länger brauchen als andere. Ebenso wäre der zu frühe Leistungsdruck absolut kontraproduktiv gewesen. Als ich zum ersten Mal in den Kindergarten musste, sass ich zu Hause auf der Treppe und weinte.

Genau das sind die grossen Fragen. Habs oben schon mal geschrieben. Wie kann das so flexibel gestaltet werden, dass die noch grossen individuellen Unterschiede genügend gut berücksichtigt werden können. Von diesem Argument her bin ich, trotz positiver Sicht, noch vorsichtig in der Beurteilung.
Ja, daran hängt es, an der individuellen Differenzierung!
Ich finde die Möglichkeit eines frühen Kindergartens gut, aber man sollte sein Kind auch mit Begründung für´s erste Jahr abmelden können.

Man sollte endlich von der Jahrgangsklasse abkommen, die Kinder sind einfach unterschiedlich in ihrer Entwicklung, sogar innerhalb einer Familie. Die Kinder sollten nach ihrer Reife und Bedürfnis eingeschult werden, nicht nach Alter! 8-)
Unser erster Sohn war extrem wissbegierig und ging statt in den 2. Kiga gleich mit 5 in die erste Klasse, der zweite aber durchlief das normale Programm (mit 6 in die erste Kl.).

Ich war auch ein etwas verträumtes Kind, aber ich wäre lieber früh in die Schule gegangen, nachher war es mir immer langweilig und ich habe immer die halbe Stunde geträumt. Nicht gut für später!

LG origo
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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon F.R.O.G » Mi 14. Mai 2008, 14:13

Original von pneumatikos
Es ist z.B. spannend, wenn man mit seinen 3 Kids unterwegs ist und die Leute manchmal schon staunen ... "Sind das alles ihre" ... dabei sind es gerade mal 3 :)
*grins* ja, das ist lustig und macht Spass :D Wir haben auch 3.....leih dir mal noch ein paar dazu aus..... ;) :]

Ich ging mal mit 4 gleichaltrigen blonden Jungs (plus unser Kleinster) in den Zoo.....wir bildeten eine lange Kette, damit im Bahnhof keiner verloren ging.....
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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Mondwolfi » Do 5. Jun 2008, 15:26

Huhu

Eigentlich hinkt die Schweiz im internationalen Vergleich beim Alter der Einschulung hinterher.

Es erscheint mir wichtig, dass Kinder möglichst früh lernen, sich selbst in eine Gruppe einzufügen.

Was mich eher stresst ist die Initiative für eine freie Schulwahl. Sie bedroht unsere Bildung.

Beispielsweise würde niemand mehr seine Kinder nach Töss in die Schule schicken. Dort wären dann 100% Ausländer statt wie heute 80%. Zudem würden Privatschulen durchgefüttert.

Im Moment fände ich es besser, wenn der "Kantönligeist" in der schweiz abgeschafft würde. In der ganzen Schweiz gäbe es dann den selbe Lehrplan, die selben Prüfungen, die selben Stufen (zB Gymi, Sek A, B, C) etc. -->Ein Lehrmeister wüsste dann wieder, was eine 5 genau bedeutet und müsste nicht mehr alle Bewerber selbst prüfen.

Das sind so die Probleme die ich sehe.

Das Alter für die Einschulung finde ich nicht so extrem wichtig. Viel wichtiger ist die Einstellung des Schülers in meinen Augen.

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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon valdes » Do 5. Jun 2008, 16:48

stimme mondwolfi ziemlich zu.


noch ein wort zur familie: ich find familien etwas sinnvolles und will hier nicht in die ecke der "familienzerstörer" gestellt werden. ABER familien sind nicht "heile welt", die meisten gewaltdelikte passieren in den eigenen vier wänden unter familienmitgliedern.
nicht für alle kinder ist die familie schutz vor der welt; für einige ist die welt schutz vor der familie. und ich glaube, dass gerade solche problemfamilien nicht diejenigen sind, die von tagesstätten und freiwilliger früher einschulung gebrauch machen würden.
zu sagen: "hier herrscht freiheit" ist immer ein irrtum, oder auch eine lüge, denn freiheit herrscht nicht. erich fried
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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Grasy » Do 5. Jun 2008, 18:13

Original von Mondwolfi
Ein Lehrmeister wüsste dann wieder, was eine 5 genau bedeutet und müsste nicht mehr alle Bewerber selbst prüfen.

Das sind so die Probleme die ich sehe.

Das Alter für die Einschulung finde ich nicht so extrem wichtig. Viel wichtiger ist die Einstellung des Schülers in meinen Augen.


Ich finde das traurig. Wir schreiben doch bitte über kleine Kinder und hier wird in meinen Augen der Schwerpunkt der Argumente auf ein "Funktioniere und bring Leistung aus eigener Motivation" gelegt. Wieso denn bitte? Was soll da der Antrieb sein? Konsum? Ich meine kleine Kinder sollten auch Zeit haben zu wachsen ohne daß man sie wo reinzwängt und Eltern sollten das in dem Alter auch entscheiden dürfen. Die Schulpflicht gibt´s ja zusätzlich noch. Kein Mensch ist gleich. Das gilt übrigens auch für die betreuenden Personen. Man tut ja manchesmal gerade so als ob es nur Problem-Eltern aber keine Problem-Lehrer geben würde. Meine Frau ist heute noch (negativ) geprägt von der Schule. Es sind einfach nicht alle Kinder gleich. Nicht mal wenn man alle zur gleichen Zeit irgendwo reinsteckt. Mancher lernt beim Radfahren auf dem Schulweg ein Gedicht auswendig und es gibt welche die lernen, lernen, lernen... und schaffen es nicht! Was soll da ein Jahr mehr oder weniger nützen?

Wenn unsere Gesellschaft unfähig ist verschiedenen Menschen einen angemessenen Platz zu bieten dann stimmt etwas mit der Gesellschaft nicht. Es funktioniert eben nicht jeder gleich. Und hier denke ich auch nicht wenig an den Stempel den man von Kindheit an aufgedrückt bekommt. Rein in das Modell Schule bis das Kind dann nach vielen Jahren irgendwo abgeladen wird und frei entscheiden soll.
Bei so viel obligatorischer Führung kann´s dann schon auch mal vorkommen daß die jungen Menschen dann beim Antritt in die Arbeitswelt etwas passiv rumstehen und die Probleme der Arbeitgeber einfach gar nicht sehen. Nicht aber weil sie faul wären oder schlechte Noten hatten, sondern weil sie bisher gewohnt waren daß da einer kommt der ihnen irgendwas zum Abrschreiben hinlegte und von A nach B nach C und genau in dem Schema (und ja nicht irgendwie anders) eine Aufgabe zu lösen hat die vorgegeben ist. Bei dem Lehrer läuft es so bei dem nächsten wieder anders und die Schüler stellen sich darauf ein. Wenn ein Projekt gestartet wird ist es insofern ihr Problem daß die Note gut oder schlecht ausfallen kann. Das ist dann auch etwas realitätsfremd in meinen Augen. In der Arbeitswelt wird nicht immer der fleißige belohnt oder der faule bestraft. Wer so in die Arbeitswelt reingeht kann sich einmal bitter wundern. Auf ein Lob daß man spitze in Mathe ist, kann man von vielen Chefs lange warten, wenn dem das Wasser bis zum Hals steht.
Da würde ein Schraubendreher der zur rechten Zeit mal eben vorausschauend hingereicht wird vielleicht noch eher eine Würdigung erhalten. Nur wo lernt man das? In der Schule?
Mal davon abgesehen daß ich die Schule trotzdem nützlich finde, meine ich doch daß das dann ein sehr großer Teil der Zeit der Kinder beansprucht. Da geht viel Zeit drauf. Aber Schule ist nicht eine Antwort auf jede Frage. Familie, Fürsorge, Geborgenheit sind ja auch Teile des Lebens - oder sollten es zumindest sein. Und wenn jemand in manchen Bereichen etwas zurückhaltender ist dann sollte man ihn darin, meiner Meinung nach, auch nicht überrumpeln. Also ich meine Schulpflicht ja - aber obligatorischer Kindergarten bereits mit 4 Jahren - nein.


Mfg,
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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon F.R.O.G » Do 5. Jun 2008, 19:20

Original von Mondwolfi
Das Alter für die Einschulung finde ich nicht so extrem wichtig. Viel wichtiger ist die Einstellung des Schülers in meinen Augen.
Hast du Kinder oder hast du dich je mit der Entwicklung eines Kindes befasst? 8-)
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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Mondwolfi » Fr 6. Jun 2008, 06:20

Huhu Fröschlein

Ist ja echt mies das Wetter^^ fühlst dich sicher pudelwohl beim andauernden Regen in deinem Tümpel :]

Hmm? Einen Abschluss habe ich nicht, da muss ich dich enttäuschen. Meine Mama ist Erzieherin und nun Kochlehrerin und meine Schwester Kindergartenlehrerin.

In der Cevi haben wir die Fröschli-Cevi eingeführt. Dann geht man schon auf die Kids ein, wenn sie noch jünger sind.

(Cevi Winterthur-Schaffhausen ist nicht christlich. Zum Glück ^^)

Bis zu der dritten Klasse konnte ich nicht lesen ;) Französisch hatte ich in der Sek einen 1er im Zeugnis.

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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Mondwolfi » Fr 6. Jun 2008, 06:34

huhu

Sorry, ich zitiere hier nicht deinen ganzen Text grasy, ich hasse diese Unsitte :]

Hmm? Was soll den ein Kind nach der Ausbildung in der Schule können? (Das Ziel ist doch schlussendlich der Übergang in die Gesellschaft und auch in die Wirtschaft.)

Natürlich sollte es nicht nur Wissen in seinem Kopf haben, aber ein gewisses Grundwissen muss nun mal einfach sein.

Ein Prob ist, dass uns die normalen Kinder ausgehen. Die Problemkinder übernehmen oft die Mehrheit. Dann ist es nicht einfach den Kindern etwas beizubringen.

Warum du dich über das eine Jahr aufregst, weiss ich nicht.

Abschaffen könnte man aus meinen Augen wohl den KoKoRu (konfessionel koopeativer Religionsunterricht) plus den Religionsunterricht an sich. Aber da stehe ich wohl wieder alleine da, als der Einzige der nie etwas damit anfangen konnte... hihihi lol

Soll ich noch zu etwas wichtigem Stellung nehmen, Grasy?

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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon mumi » Fr 6. Jun 2008, 06:51

Guten Tag

Beruflich arbeite ich seit fünf Jahren als Koordinatorin Tagespflege.
In dieser Zeit habe ich viele Familien, Kinder und verschiedene Lebens- und Erziehungsstile gesehen.

Beruflich muss ich eine neutrale Haltung einnehmen und das Kindswohl steht ganz klar im Vordergrund.

Privat mach´ ich mir aber schon Gedanken zu dieser Entwicklung. Geborgenheit und Liebe geben eben einen optimalen Boden für die (menschliche) Entwicklung. Und wünschenswert wäre, dass die Kinder das von ihren Eltern bekommen.
Was ja nicht überall der Fall ist.

Oft müssen auch beide Elternteile arbeiten, und Alleinerziehende ebenfalls (vielfach Teilzeit). Oder das Kind muss krankheitshalber (Elternteil) von anderen Personen mit-betreut werden.
Wenn die Qualität der Betreuung gut ist, kann das Kind auch weitere Menschen zu seinen Bezugspersonen "machen".

Habe selber zwei Tageskinder; beide kommen, seit sie jährig sind. Doch ich erlebe, wie sehr sie von ihren Mama´s sprechen und wie wichtig es für sie ist, dass die Mütter wieder kommen und sie abholen.
Auch wenn sie wohl bei uns sind - ihr Herz ist dort, wo sie zuhause sind. Nur dort können sie total loslassen und ganz sein wie sie sind. (Praktische Beispiele: Ein Kind verhält den Stuhl und geht erst daheim auf´s WC, das andere schläft nur ganz tief und entspannt daheim etc.)

Eigentlich sollten die Kinder selber wählen können. Es sollte einen Befindlichkeits-Messer geben, der unmissverständlich anzeigt, wo das Kind glücklich ist und sich am besten entwickeln kann...

mumi




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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon F.R.O.G » Fr 6. Jun 2008, 07:08

Original von Mondwolfi
Huhu Fröschlein
Huhu Mondwolfi (besser als Werwolfi ^^)

Ist ja echt mies das Wetter^^ fühlst dich sicher pudelwohl beim andauernden Regen in deinem Tümpel :]
Aber ja doch! Bild

Hmm? Einen Abschluss habe ich nicht, da muss ich dich enttäuschen.
Brauchst auch nicht.....aber vielleicht den normalen Menschenverstand oder kaufst dir mal ein Buch über die Entwicklung eines Kindes.....

Meine Mama ist Erzieherin und nun Kochlehrerin und meine Schwester Kindergartenlehrerin.
Intelligenz mag wohl vererbbar sein - nicht aber Wissen! :P

In der Cevi haben wir die Fröschli-Cevi eingeführt. Dann geht man schon auf die Kids ein, wenn sie noch jünger sind.
.... :D bravbrav

Bis zu der dritten Klasse konnte ich nicht lesen ;) Französisch hatte ich in der Sek einen 1er im Zeugnis.
.....ob das was mit dem Thema zu tun hat?

Frog
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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Robby » Fr 6. Jun 2008, 07:21

Original von mumi
Eigentlich sollten die Kinder selber wählen können. Es sollte einen Befindlichkeits-Messer geben, der unmissverständlich anzeigt, wo das Kind glücklich ist und sich am besten entwickeln kann...

mumi


Dem schliesse ich mich an. Es darf keinen Zwang geben, noch früher "eingeschult" zu werden!


Lieber Gruss
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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Mondwolfi » Fr 6. Jun 2008, 07:31

Huhu

Beim Essen reden wir dauernd von der Arbeit. Naja, ich bekomme schon ziemlich vieles diesbezüglich mit.

Ja, selbst habe ich solche Erfahrungen vor allem in der Fröschlicevi gemacht.

Weil ich doch selbst ein "Problemkind" bin, erwähne ich das.

Ich denke in 10 Jahren werden wir darüber lachen, wie über die Sechstagewoche in der Schule.

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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon F.R.O.G » Fr 6. Jun 2008, 07:37

Original von Mondwolfi
Huhu

Beim Essen reden wir dauernd von der Arbeit. Naja, ich bekomme schon ziemlich vieles diesbezüglich mit.

Ja, selbst habe ich solche Erfahrungen vor allem in der Fröschlicevi gemacht.

Weil ich doch selbst ein "Problemkind" bin, erwähne ich das.
Na also, dann weisst du doch, dass 4-jährige Kinder nicht alle gleich weit sind in der Entwicklung (sind sie allerdings nie.....egal in welchem alter....)Die einen Vierjährigen sind noch echte Mamihöckis und anderen bereits Draufgänger....und dann gibt es ja auch noch grosse Unterschiede, ob ein Kind Erstgeborenes ist oder das Jüngste von mehreren Geschwistern.....

Darum finde ich, sollte so was nur auf freiwilliger Basis eingeführt werden.


Ich denke in 10 Jahren werden wir darüber lachen, wie über die Sechstagewoche in der Schule.
Da magst du recht haben......und über die Blockzeit..... ;)

Ach ja, mein Anliegen noch: Lasst die Kinder Kinder sein, so lange, wie möglich! Das Leben beginnt früh genug mit dem ganzen Druck und dem ganzen Zwang!


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