Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Ethik, Lebensrechtsfragen
Sexualethik, Sozialethik, Wirtschaftsethik, Kreationismus / Schöpfungswissenschaft, Technik, Umwelt


Moderator: bigbird

Soll aktive Sterbehilfe erlaubt werden?

Ja. Wer totkrank ist und leidet, sollte das Recht haben, sterben zu dürfen.
37
47%
Nein, wir dürfen unser Leben nicht einfach so beenden. Leben und Sterben liegt in Gottes Hand.
33
42%
Ich weiss es beim besten Willen nicht, was ich in einer solchen Situation entscheiden sollte, wenn mich Jemand um Hilfe bäte.
8
10%
 
Abstimmungen insgesamt : 78

Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Peschi » Do 5. Feb 2004, 18:55

Mediziner wollen Sterbehilfe zulassen
Ein Arzt soll im Einzelfall einem ster-
benden Patienten Beihilfe zum Suizid
leisten können, schlägt die Schweize-
rische Akademie der Medizinischen
Wissenschaften SAMW vor. Bisher war die
Akademie gegen Euthanasie.

Die SAMW sieht aber die Beihilfe zum
Suizid nicht als Teil der ärztlichen
Tätigkeit, wie die Akademie mitteilte.
Hauptziel der ärztlichen Betreuung von
Sterbenden bleibe die Linderung von
Leiden. Tötung auf Verlangen lehnt die
SAMW weiterhin strikte ab.

Die Akademie anerkennt, dass die Res-
pektierung des Patientenwillens einen
Arzt zur Euthanasie veranlassen könne.

 Über 250 Todesfälle mit Sterbehilfe    
 In der Schweiz ist die Zahl der Todes- 
 fälle durch passive Sterbehilfe in den 
 letzten vier Jahren markant gestiegen. 
                                        
 2003 haben über 250 Menschen diesen    
 Tod gewählt. Gemäss dem Institut für   
 Rechtsmedizin der Uni Zürich leistete  
 die Sterbehilfe-Organisation Exit in   
 fast zwei Dritteln aller dieser Fälle  
 Suizidbeihilfe. In den anderen Fällen  
 waren es Vertreter der Organisation    
 Dignitas. Die neuen Richtlinien der    
 SAMW zur Betreuung von Patienten am    
 Lebensende grenzen sich von der Tätig- 
 keit der Sterbehilfe-Organistaionen ab.
                                        
 Nichteigennützige Sterbehilfe ist in   
 der Schweiz nicht strafbar.

Hallo zämme
Diese Meldung kommt grade von Teletext.ch rein. Wie empfindet ihr bei diesem Thema und was ist eure Meinung?
Peschi 8)
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Taube » Fr 6. Feb 2004, 09:43

..immer ein schwieriges Thema. Weiss auch noch nicht ganz, was ich von diesen neuen Überlegegungen halten soll.

Zumindest sollte ein Todkranker das Recht haben, auf lebensverlängernde medizinische Hilfe verzichten zu können.



Gruss Taube
Denn erschienen ist die Gnade Gottes, allen Menschen zum Heil. (Titus 2,11)
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Regina » Fr 6. Feb 2004, 09:55

Ich sehe es wie Taube!


LG Regina
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Lune » Do 26. Feb 2004, 15:09

Meine Schwiegermutter ist bei Exit dabei. Sie hat mir soeben eröffnet, dass sie als hochgradig pflegebedürftige Demenzkranke nicht während Monaten oder Jahren weiterleben möchte, so wie dies derzeit für ihren Mann der Fall ist. Sie zähle auf unsere Hilfe, dass wir in einem solchen Fall, d.h. wenn sies allein nicht mehr schaffen würde, dafür zu sorgen, dass sie sterben könne. Solange sich diese Hilfe darauf beschränkt, keine lebensverlängernde Massnahmen zuzulassen, ist das ok. Aber sie geht weiter und meint, von uns die Unterstützung für die aktive Sterbehilfe verlangen zu können.

Da ich der Meinung bin, wir Menschen seien nicht Herr über Leben und Tod, kann ich ein solches Ansinnen, nämlich aktiv "nachzuhelfen", nicht unterstützen. Auch finde ich es bedenklich, wenn man von seinen Angehörigen verlangt, einem auf diese Art beim Sterben zu "helfen". Zurzeit habe ich den Gesetzgeber noch auf meiner Seite. Wie siehts dann aus, falls die aktive Sterbehilfe in der Schweiz erlaubt wird? Welcher Druck kommt dann von Organisationen wie Exit auf Angehörige zu, die sich weigern sollten, einem solchen Wunsch nachzukommen? Welche rechtliche Handhabe gibt man diesen Organismen mit einem Gesetz, das die aktive Sterbehilfe erlaubt, in die Finger? Fragen über Fragen über Fragen, die mich so ziemlich erschrecken. Deshalb hoffe ich, dass die aktive Sterbehilfe nicht erlaubt wird. Abgesehen von den ethischen Vorbehalten, sehe ich auch ganz konkret eine Prozesslawine auf unsere Gerichte (die auch so schon völlig überlastet sind) zukommen.
Lune
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Dschinny » Do 26. Feb 2004, 17:37

Zuerst zu der Fragestellung:



-Ja. Wer totkrank ist und leidet, sollte das Recht haben, sterben zu dürfen.

-Nein, wir dürfen unser Leben nicht einfach so beenden. Leben und Sterben liegt in Gottes Hand.



Alles liegt doch in Gottes Hand - auch das was ein Mensch tut (z.B. wenn dieser jemandem "beim Sterben hilft";).
Ich weiss nicht inwiefern der Tod eines Menschen weniger in Gottes Hand liegt wenn er durch einen Menschen verübt wird, als wenn tödliche Bakterien ihn zugrunde gehen lassen?



Nun zum Thema: Ganz klares Ja; so wie jeder das Recht hat auf Leben, so soll auch jeder das Recht auf Sterben haben. (Bei Tieren ist es ironischerweise anders: kein Recht auf Leben, aber Recht auf die Einschläferungsspritze).

1.Die Voraussetzung ist natürlich, dass dies geregelt abläuft - nicht dass jemand seiner Erbtante eine unfreiwillige Sterbehilfe beschert. Und da liegt das Problem: Manche Leidende sind gar nicht in der Lage sich zu äussern, ob sie nun sterben wollen oder nicht. Wie soll man verfahren?

2. Wer soll den Job, die Leidenden zu "erlösen" (der sicher nicht angenehm ist) übernehmen?

Trotz dieser Bedenken bin ich für Pro.


Dschinny

Der Zweifel ist kein angenehmer Zustand. Gewißheit aber ist ein lächerlicher Zustand.

(Voltaire)
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon F.R.O.G » Di 11. Sep 2007, 20:59

Interessante Frage:

Das ist aktive Sterbehilfe:
Aktive Sterbehilfe ist die Durchführung von lebensverkürzenden Maßnahmen auf Grund des tatsächlichen oder mutmaßlichen Wunsches einer Person.

Gabe von direkt tödlichen Medikamenten
Aktive Sterbehilfe erfolgt oft durch Verabreichung einer Überdosis eines Schmerz- und Beruhigungsmittels, Narkosemittels, Muskelrelaxans, Insulin, durch Kaliuminjektion oder eine Kombination davon.


Was denkt ihr darüber?
Soll dies möglich sein?
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Kantate » Mi 12. Sep 2007, 01:45

Original von F.R.O.G
Interessante Frage:

Das ist aktive Sterbehilfe:
Aktive Sterbehilfe ist die Durchführung von lebensverkürzenden Maßnahmen auf Grund des tatsächlichen oder mutmaßlichen Wunsches einer Person.

Gabe von direkt tödlichen Medikamenten
Aktive Sterbehilfe erfolgt oft durch Verabreichung einer Überdosis eines Schmerz- und Beruhigungsmittels, Narkosemittels, Muskelrelaxans, Insulin, durch Kaliuminjektion oder eine Kombination davon.


Was denkt ihr darüber?
Soll dies möglich sein?


Ein klares "nein" von meiner Seite. Ich finde es bitter dass jedes Jahr Deutsche in die Schweiz fahren um dort mit Hilfe einer dubiosen Organisation ihrem Leben ein Ende zu setzen.

L.G.
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Wolfi » Mi 12. Sep 2007, 07:25

Ein Nein zu Sterbehilfe ist aus meiner Sicht zu 99 Prozent falsch verstandene Nächstenliebe. In Tat und Wahrheit ist es extrem anmassend für einen Anderen entscheiden zu wollen, ob der nun sterben darf oder nicht. Kaum Einer würde aus Jux und Dallerei sich das Leben verkürzen. Wer das Recht hat, würdevoll zu leben, soll auch das Recht auf ein würdevolles Sterben haben.

Nun: Was ist würdevolles Leben?- Ich könnte mir vorstellen, dass dies ein Jeder (wie die Bibel ;) ) etwas anders interpretiert und definiert.

Ein Beispiel: Eine gute Bekannte leidet unter Magen-/Darmkrebs im fortgeschrittenen Stadium. Sie weiss das nun schon über ein Jahr. Die Ärzte gaben ihr noch 3 - 6 Monate. Eine Operation kam für sie nicht in Frage und die Chemo-Therapie brach sie selber nach einer Weile wieder ab. Ihr körperlicher Zustand verändert sich so, wie´s die Ärzte damals prognostiziert hatten. Nur dass es nicht so schnell geht, wie diese Weisskittel gemeint haben ...
Mit Schmerz-/Betäubungsmitteln bringt sie sich mal besser, mal schlechter über die letzte Runde (und dies mit etwa 50 Jahren, also in meinem Alter :shock: :cry: ).
Von Anfang an stellte sie in ihrem Freundeskreise klar, dass sie sich dann das Leben nehmen (lassen) würde, wenn sie ihren Stuhlgang nicht mehr unter Kontrolle hätte. Für sie ist nun also an der Stelle der Zeitpunkt erreicht, um sich aus diesem (ihrem) Dasein zu verabschieden.
Mir ist diese Person über die Jahre, die wir uns nun schon kennen, sehr an´s Herz gewachsen und sie wird auf jeden Fall für mich zu früh nicht mehr mit und unter uns sein.

So, genug "livenet" für den Moment. Jetzt ist wieder "livelife" angesagt... ;)
see ye later alligator, wolfi

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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Krispus » Mi 12. Sep 2007, 09:42

kann dem obigen Beitrag merh oder weniger zustimmen:

Mir scheint, dass es nicht ums "Helfen zu sterben" geht, sondern bei unserer Spitzenmedizin eher ums "Recht zu sterben" geht. Warum soll die Medizin mit der ganzen Maschinerie bestimmen, wann ich sterben soll?

LG Krispus
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Wolfi » Mi 12. Sep 2007, 18:12

@ Krispus
Warum soll die Medizin mit der ganzen Maschinerie bestimmen, wann ich sterben soll?

Genau. Und warum sollen irgendwelche Verwandte oder Bekannte dies tun dürfen?
lg, wolfi
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Haimax » Mi 19. Sep 2007, 11:46

Jeder Mensch hat das Recht, bei unheilbaren Krankheiten die nur noch Schmerz und und unwürdiges Leben bedeutet, selbstbestimmt über sein Leben zu entscheiden!

Aber jeder muss dies selbst entscheiden, er muss diese seine Entscheidung solange er noch "Herr seiner Sinne" ist, schriftlich niederlegen!

Auch ich möchte nicht als dementer Pflegefall vegetieren!

Und ich erwarte, dass meine Entscheidung repektiert wird!

gruss
Alle Menschen sind gleich.
Rassen, Nationalität und Religion spielen keine Rolle, wichtig ist der gelebte Respekt, die Tolleranz, das Recht auf Glück und das Recht sich zu verwirklichen.
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon bluna » Mi 19. Sep 2007, 11:59

Es liegt alles in Gottes Hand,Er sagt du sollst nicht Sterben!

Sind wir nicht Alle ein Bischen Bluna???
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Kantate » Mi 19. Sep 2007, 12:49

Vor Gott ist JEDES Leben würdevoll. Nur wir haben da unsere eigenen Maßstäbe. Aber mit welchem Recht wollen wir eigentlich einen "würdevolleren" Tod erleiden als Jesus das tat? Gott wird schon wissen warum wir so und nicht anders sterben sollen. Vielleicht hat das ja auch etwas mit dem Lernprozess zu tun den wir hier auf der Erde durchlaufen.

Wenn Menschen starke Schmerzen haben, kann das durch eine gezielte Schmerztherapie gelindert bzw ganz aufgehoben werden. Wenn das bei einem normalen Hausarzt nicht klappt gibt es großartige Schmerzambulanzen bzw Ärzte die sich auf Schmerztherapie spezialisiert haben. Kein Mensch braucht heute mehr derartige Schmerzen erleiden dass er qualvoll sterben muss.

Ich bin auch, wenn das Ende vorhersehbar ist, entschieden gegen Apparatemedizin, habe das auch so mit meinen Kindern und Hausarzt besprochen und auch was noch gemacht werden darf und was nicht. Aber auch in einem Hospiz wird zum Beispiel Sauerstoff gegeben. Das hat absolut keine lebensverlängernde Wirkung sondern verhindert lediglich dass der Mensch elendig erstickt. Wenn der Zeitpunkt gekommen ist hört das Herz auf zu schlagen und da hilft aller Sauerstoff der Welt nicht mehr. Das gilt auch für die Infusion. Kein Mensch darf ersticken oder verhungern. Und da der Körper wenn er stirbt austrocknet auch durch das hohe Fieber - daher haben Sterbende oft das Gefühl dass sie innerlich verbrennen - ist eine Infusion keine Lebensverlängerung sondern verhindert nur dass das Sterben zu grausam wird.

Das Gebot heißt ganz klar,"Du sollst nicht töten". Und das beinhaltet ebenfalls die Selbstötung.

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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Pilgrim » Sa 29. Sep 2007, 19:45

Original von Haimax
Jeder Mensch hat das Recht, bei unheilbaren Krankheiten die nur noch Schmerz und und unwürdiges Leben bedeutet, selbstbestimmt über sein Leben zu entscheiden!

Aber jeder muss dies selbst entscheiden, er muss diese seine Entscheidung solange er noch "Herr seiner Sinne" ist, schriftlich niederlegen!

Auch ich möchte nicht als dementer Pflegefall vegetieren!

Und ich erwarte, dass meine Entscheidung repektiert wird!

Welche Mordmethode würdest du in "deinem" Fall bevorzugen und wem willst du diesen Hinrichtungsbefehl aufbürden?
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Pilgrim » Sa 29. Sep 2007, 20:07

Original von Kantate
Vor Gott ist JEDES Leben würdevoll. Nur wir haben da unsere eigenen Maßstäbe. Aber mit welchem Recht wollen wir eigentlich einen "würdevolleren" Tod erleiden als Jesus das tat? Gott wird schon wissen warum wir so und nicht anders sterben sollen. Vielleicht hat das ja auch etwas mit dem Lernprozess zu tun den wir hier auf der Erde durchlaufen.

Wenn Menschen starke Schmerzen haben, kann das durch eine gezielte Schmerztherapie gelindert bzw ganz aufgehoben werden. Wenn das bei einem normalen Hausarzt nicht klappt gibt es großartige Schmerzambulanzen bzw Ärzte die sich auf Schmerztherapie spezialisiert haben. Kein Mensch braucht heute mehr derartige Schmerzen erleiden dass er qualvoll sterben muss.

Ich bin auch, wenn das Ende vorhersehbar ist, entschieden gegen Apparatemedizin, habe das auch so mit meinen Kindern und Hausarzt besprochen und auch was noch gemacht werden darf und was nicht. Aber auch in einem Hospiz wird zum Beispiel Sauerstoff gegeben. Das hat absolut keine lebensverlängernde Wirkung sondern verhindert lediglich dass der Mensch elendig erstickt. Wenn der Zeitpunkt gekommen ist hört das Herz auf zu schlagen und da hilft aller Sauerstoff der Welt nicht mehr. Das gilt auch für die Infusion. Kein Mensch darf ersticken oder verhungern. Und da der Körper wenn er stirbt austrocknet auch durch das hohe Fieber - daher haben Sterbende oft das Gefühl dass sie innerlich verbrennen - ist eine Infusion keine Lebensverlängerung sondern verhindert nur dass das Sterben zu grausam wird.

Das Gebot heißt ganz klar,"Du sollst nicht töten". Und das beinhaltet ebenfalls die Selbstötung.

Kantate

Passive Sterbehilfe gut beschrieben, danke. Wenn wir auch den Tod vorsehen, so nehmen wir dem Menschen nicht vorsätzlich das Leben, sondern erlauben ihm zu sterben.

Nur eine kleine Frage: warum scheust du dich das "sollst nicht" MORDEN zu nennen, so wie es in Gottes Schrift steht?
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Kantate » Sa 29. Sep 2007, 20:28

Original von Pilgrim
Original von Kantate
Vor Gott ist JEDES Leben würdevoll. Nur wir haben da unsere eigenen Maßstäbe. Aber mit welchem Recht wollen wir eigentlich einen "würdevolleren" Tod erleiden als Jesus das tat? Gott wird schon wissen warum wir so und nicht anders sterben sollen. Vielleicht hat das ja auch etwas mit dem Lernprozess zu tun den wir hier auf der Erde durchlaufen.

Wenn Menschen starke Schmerzen haben, kann das durch eine gezielte Schmerztherapie gelindert bzw ganz aufgehoben werden. Wenn das bei einem normalen Hausarzt nicht klappt gibt es großartige Schmerzambulanzen bzw Ärzte die sich auf Schmerztherapie spezialisiert haben. Kein Mensch braucht heute mehr derartige Schmerzen erleiden dass er qualvoll sterben muss.

Ich bin auch, wenn das Ende vorhersehbar ist, entschieden gegen Apparatemedizin, habe das auch so mit meinen Kindern und Hausarzt besprochen und auch was noch gemacht werden darf und was nicht. Aber auch in einem Hospiz wird zum Beispiel Sauerstoff gegeben. Das hat absolut keine lebensverlängernde Wirkung sondern verhindert lediglich dass der Mensch elendig erstickt. Wenn der Zeitpunkt gekommen ist hört das Herz auf zu schlagen und da hilft aller Sauerstoff der Welt nicht mehr. Das gilt auch für die Infusion. Kein Mensch darf ersticken oder verhungern. Und da der Körper wenn er stirbt austrocknet auch durch das hohe Fieber - daher haben Sterbende oft das Gefühl dass sie innerlich verbrennen - ist eine Infusion keine Lebensverlängerung sondern verhindert nur dass das Sterben zu grausam wird.

Das Gebot heißt ganz klar,"Du sollst nicht töten". Und das beinhaltet ebenfalls die Selbstötung.

Kantate

Passive Sterbehilfe gut beschrieben, danke. Wenn wir auch den Tod vorsehen, so nehmen wir dem Menschen nicht vorsätzlich das Leben, sondern erlauben ihm zu sterben.

Nur eine kleine Frage: warum scheust du dich das "sollst nicht" MORDEN zu nennen, so wie es in Gottes Schrift steht?


Das Gebot heißt "Du sollst nicht töten ". Es steht nicht morden.

Wenn eine Behandlung nicht mehr sinnvoll ist und nur noch den Qualen und der sinnlosen Lebensverlängerung dient nur weil es Angehörige so wünschen, dann kann ich das nicht als passive Sterbehilfe betrachten, weil ein Leben irgendwann immer einmal zu Ende ist.
Passive Sterbehilfe ist, wenn ich dem Patienten eine Pille hinlege und es ihm überlasse ob er diese Pille jetzt nimmt oder auch nicht.
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Pilgrim » Sa 29. Sep 2007, 20:45

Original von Kantate
Das Gebot heißt "Du sollst nicht töten ". Es steht nicht morden.

Schon gut, du darfst es nennen wie du willst, reg dich wieder ab!
Original von Kantate
Wenn eine Behandlung nicht mehr sinnvoll ist und nur noch den Qualen und der sinnlosen Lebensverlängerung dient nur weil es Angehörige so wünschen, dann kann ich das nicht als passive Sterbehilfe betrachten, weil ein Leben irgendwann immer einmal zu Ende ist.

Warum machst du jetzt deinem ersteren schönen Beitrag so ein grausiges Ende?
Original von Kantate
Passive Sterbehilfe ist, wenn ich dem Patienten eine Pille hinlege und es ihm überlasse ob er diese Pille jetzt nimmt oder auch nicht.

Das dann nenne ich nun aber "Aktive Sterbehilfe" ausser du meinst nun nicht eine Zyanidpille!
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Pilgrim » So 30. Sep 2007, 02:12

Original von Kantate
Das Gebot heißt "Du sollst nicht töten ". Es steht nicht morden.

Das Folgende nur noch schnell mit Verlaub:
Original von Jakow
Im Hebräischen steht hier sehr wohl "morden", da dieses Wort nur in diesem Kontext gebraucht wird und auch die Wurzel des Wortes darauf hinweist. Das hier im Deutschen und anderen Sprachen oft mit "töten" übersetzt wird, liegt u.a. daran, dass die Unterscheidung zwischen ´morden´ und ´töten´ in der deutschen Sprache erst im letzten Jahrhundert aufkam. Viele Übersetzungen aber viel älter sind. In Neueren die darauf achten, wie dann heute auch öfters ´morden´ verwendet.

(Aus dem Thread "Ist Israel das auserwählte Volk?" im Unterforum "Judentum und Israel";)
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Kantate » So 30. Sep 2007, 03:13

Original von Pilgrim
Original von Kantate
Das Gebot heißt "Du sollst nicht töten ". Es steht nicht morden.

Schon gut, du darfst es nennen wie du willst, reg dich wieder ab!
Original von Kantate
Wenn eine Behandlung nicht mehr sinnvoll ist und nur noch den Qualen und der sinnlosen Lebensverlängerung dient nur weil es Angehörige so wünschen, dann kann ich das nicht als passive Sterbehilfe betrachten, weil ein Leben irgendwann immer einmal zu Ende ist.

Warum machst du jetzt deinem ersteren schönen Beitrag so ein grausiges Ende?
Original von Kantate
Passive Sterbehilfe ist, wenn ich dem Patienten eine Pille hinlege und es ihm überlasse ob er diese Pille jetzt nimmt oder auch nicht.

Das dann nenne ich nun aber "Aktive Sterbehilfe" ausser du meinst nun nicht eine Zyanidpille!


Da muss ich dich aufklären. Wenn es sich um eine Giftpille handeln würde, wäre das keine "aktive Sterbehilfe" sondern lediglich "Beihilfe zum Suizid". Und das ist vom Gesetz her ein himmelweiter Unterschied und klar definiert.

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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Sandra73- » Mo 1. Okt 2007, 18:50

Ich möchte an dieser Stelle gerne eine herausfordernde und mir sehr ernste Frage in die Runde stellen:

Was sind denn die Gründe, dass passive bis aktive Sterbehilfe derart "populär" geworden ist?
Ich habe mir seit Tagen überlegt, ob es im eigentlichen Sinne gar nicht um das Recht geht, selber den Zeitpunkt zu bestimmen. Sondern dass dies eventuell in vielen Fällen nur das vordergründige Motiv dafür sein könnte.

Ich vermute nämlich, dass es viel tiefer geht. Nämlich um das Recht, ein würdiges Sterben zu ermöglichen.
In unserer Gesellschaft heute wird der Tod und die Konfrontation damit so oft ausgeklammert. Wir lernen nicht mehr natürlich, wie damit umgehen. Lernen nicht mehr, das Sterben in unser Leben zu integrieren. So macht er Angst und ist uns fremd. Wir reagieren nicht mehr angemessen darauf. Auch den sterbenden und Trauernden gegenüber nicht. Es wird abgeschoben in Krankenhäuser, Institutionen und Apparatemedizin, an die Ärzte.

Und DAS - verunmöglicht oftmals ein Sterben in Würde.

Der ganze "Sterbehilfe-Boom" könnte teilweise auch aus einem solchen verwehrten Bedürfnis entstehen?

Ich möchte anmerken, dass ich im Grunde genommen das Wort der Bibel respektiere, "Du sollst nicht morden", und dass das auch für das eigene Leben gilt.
Dennoch: Gott ist ein heiliger Gott des Gesetzes, aber nicht der Gesetzlichkeit.
Ich bin überzeugt, dass es auch hier auf das tiefste Innere im Herzen eines Menschen ankommt, auf seine Motive dabei.

Jesus allein kennt sie und urteilt darüber.

Mit herzlichen Grüssen, Sandra




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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Kantate » Mo 1. Okt 2007, 19:45

Original von Sandra73-
Ich möchte an dieser Stelle gerne eine herausfordernde und mir sehr ernste Frage in die Runde stellen:

Was sind denn die Gründe, dass passive bis aktive Sterbehilfe derart "populär" geworden ist?
Ich habe mir seit Tagen überlegt, ob es im eigentlichen Sinne gar nicht um das Recht geht, selber den Zeitpunkt zu bestimmen. Sondern dass dies eventuell in vielen Fällen nur das vordergründige Motiv dafür sein könnte.

Ich vermute nämlich, dass es viel tiefer geht. Nämlich um das Recht, ein würdiges Sterben zu ermöglichen.
In unserer Gesellschaft heute wird der Tod und die Konfrontation damit so oft ausgeklammert. Wir lernen nicht mehr natürlich, wie damit umgehen. Lernen nicht mehr, das Sterben in unser Leben zu integrieren. So macht er Angst und ist uns fremd. Wir reagieren nicht mehr angemessen darauf. Auch den sterbenden und Trauernden gegenüber nicht. Es wird abgeschoben in Krankenhäuser, Institutionen und Apparatemedizin, an die Ärzte.

Und DAS - verunmöglicht oftmals ein Sterben in Würde.

Der ganze "Sterbehilfe-Boom" könnte teilweise auch aus einem solchen verwehrten Bedürfnis entstehen?

Ich möchte anmerken, dass ich im Grunde genommen das Wort der Bibel respektiere, "Du sollst nicht morden", und dass das auch für das eigene Leben gilt.
Dennoch: Gott ist ein heiliger Gott des Gesetzes, aber nicht der Gesetzlichkeit.
Ich bin überzeugt, dass es auch hier auf das tiefste Innere im Herzen eines Menschen ankommt, auf seine Motive dabei.

Jesus allein kennt sie und urteilt darüber.

Mit herzlichen Grüssen, Sandra







Liebe Sandra

ich denke dass es etwas mit unserer Einstellung zum Leben zu tun hat.

Das fängt bereits in der Schwangerschaft an. Einer werdenden Mutter wird mitgeteilt dass ihr Kind mongoloid sein wird oder sonstige Behinderungen haben wird. Wie oft werden diese Kinder abgetrieben weil die Eltern nicht willens sind "so ein Kind" großzuziehen.

Vor einigen Wochen kam im Fernsehen ein Bericht der zeigte wie ein Schönheitschirurg bei einem 14jährigen Mädchen eine Brustvergrößerung vornahm weil die soooo unter ihrer kleinen Brust litt. Man, dass Mädchen war noch nicht ausgewachsen. Die Folgen sind überhaupt nicht abzusehen.

Es geht weiter mit dem Wahn. Es wird operiert was die Chirurgie hergibt. Lippen werden aufgespritzt, genauso wie Wangen und Po. Fett wird abgesaugt. Die Menschen sind auf dem Weg irgendwie alle gleich auszusehen.

Kranke und Alte werden in Krankenhäuser und Pflegeheime abgeschoben. Nicht umsonst sind Krankenhäuser besonders um die Weihnachtszeit mit alten Menschen voll die eigentlich gar nicht da hingehören. Sie werden unter irgend einem Vorwand eingeliefert weil sie "stören".

Was ist das für eine Einstellung zum Leben? Erwartest du unter diesen Bedingungen wirklich ernsthaft dass noch irgend jemand seinen Lebensweg zu Ende gehen möchte ohne dass er ihm selbst ein Ende setzt? So wie ich gelebt habe so werde ich auch sterben. Und wenn "ich" schon im Leben ständig vor Dingen davon renne die nicht in der Norm sind, wie kann ich dann mein Sterben so annehmen wie es kommt?

Kantate

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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Sandra73- » Mo 1. Okt 2007, 19:55

Original von Kantate
ich denke dass es etwas mit unserer Einstellung zum Leben zu tun hat.


Kantante, Du bringst etwas Wichtiges auf den Punkt und gehst noch einen Schritt tiefer nach innen, danke!

Ja, ob nun Leben oder Sterben....das gehört ja eigentlich eh zusammen bezw. ist eine Einheit, es hat mit der Menschenwürde zu tun. Hier scheint die Wurzel zu stecken. Und ich vermute, auf diese Weise wie Du es hier ansprichst:


So wie ich gelebt habe so werde ich auch sterben. Und wenn "ich" schon im Leben ständig vor Dingen davon renne die nicht in der Norm sind, wie kann ich dann mein Sterben so annehmen wie es kommt?


Also wäre in diesem Fall zu hinterfragen, wie wir leben?
Und ob wir aufgrund dieser art zu leben bereit sind oder nicht, uns diesem leben, uns selbst und dem Sterben zu stellen?

Ich denke, wenn wir nicht bereit sind, uns selbst und dem Leben, wie wir es führen, zu stellen, können wir uns demnach auch unserem Sterben nicht stellen.
Könnte das so sein?

Wer hat noch Gedanken dazu?

Liebe Grüsse von
Sandra
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Kantate » Mo 1. Okt 2007, 20:08

Original von Sandra73-
Original von Kantate
ich denke dass es etwas mit unserer Einstellung zum Leben zu tun hat.


Kantante, Du bringst etwas Wichtiges auf den Punkt und gehst noch einen Schritt tiefer nach innen, danke!

Ja, ob nun Leben oder Sterben....das gehört ja eigentlich eh zusammen bezw. ist eine Einheit, es hat mit der Menschenwürde zu tun. Hier scheint die Wurzel zu stecken. Und ich vermute, auf diese Weise wie Du es hier ansprichst:


So wie ich gelebt habe so werde ich auch sterben. Und wenn "ich" schon im Leben ständig vor Dingen davon renne die nicht in der Norm sind, wie kann ich dann mein Sterben so annehmen wie es kommt?


Also wäre in diesem Fall zu hinterfragen, wie wir leben?
Und ob wir aufgrund dieser art zu leben bereit sind oder nicht, uns diesem leben, uns selbst und dem Sterben zu stellen?

Ich denke, wenn wir nicht bereit sind, uns selbst und dem Leben, wie wir es führen, zu stellen, können wir uns demnach auch unserem Sterben nicht stellen.
Könnte das so sein?

Wer hat noch Gedanken dazu?

Liebe Grüsse von
Sandra



Ja, ich denke so ist es ungefähr. Wenn "ich" nur auf Äusserlichkeiten achte, wenn es mir nicht wichtig ist wie es meinem Nächsten geht, wenn ich ungeborene mit einer Behinderung abtreibe - obwohl wir alle in Gottes Augen perfekt sind - wenn ich keine Verantwortung übernehmen will und immer sage, ´dafür kann ich nichts, dass kann ich sowieso nicht ändern´ dann möchte ich natürlich auch "aalglatt" sterben, ohne Schmerzen, ohne Qualen. Und wenn das nicht möglich ist, tja dann bringe ich mich halt um weil das einfacher ist und schneller geht. Das erspart mir eine lange Leidenszeit.
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon bluna » Di 16. Okt 2007, 21:56

In Oestereich ist es so:

Der Freispruch im Sterbehilfe-Prozess in Klagenfurt hat eine emotionsgeladene Debatte über den Tod auf Verlangen ausgelöst. In einigen Ländern wie der Schweiz oder den Niederlanden ist Sterbehilfe erlaubt, in Österreich aber strikt verboten. Palliative Sterbebegleitung, nicht Sterbehilfe, sei der einzig mögliche Weg zum Tod sagen die einen. Die Befürworter der Sterbehilfe betonen hingegen die Freiheit des Menschen, den Zeitpunkt seines Todes selbst zu bestimmen und ein schmerzerfülltes Leiden ohne Hoffnung auf Heilung selbst zu beenden oder beenden zu lassen.

(Orginal ORF 2,TV-Sendung von 14.10.07)



Ludwig Minelli gab anworten im ORF 2,über das Thema


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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon bluna » Di 16. Okt 2007, 21:56

Rechtsgrundlagen/Dignitas

Frage was sagt den die Bile dazu?

Ich denke "Du sollst nicht Töten!"

Was sie machen ist Töden,aber ist die Dignitas auch ein Mörder?

Die Leute kommen dorthin und wollen Sterben! das geht schon zum Mord!
Aber Selbstmord?

Das ist das was ich nict verstehe!

Ich höre Sachen,wo sie Unerwünscht sind.
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Frau Katz » Do 18. Okt 2007, 17:44

Hallo zusammen

Mit dem Argument "das Leben liegt in Gottes Hand" habe ich so meine Probleme. schliesslich könnte man mit dem gleichen Argument auch jede medizinsche Hilfe verweigern. Du hast einen offenen Beinbruch? Pech, das wird sich infizieren, du kriegst eine Blutvergiftung und stirbst eben. Das ist in Gottes Hand. Argumentationen dieser Sorte werden wohl die meisten hier, und ich denke zu Recht, absurd finden.


Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit; töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit;weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit; Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit; herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit; 6suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit; behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit; zerreißen hat seine Zeit, zunähen hat seine Zeit; schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit; lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit. Man mühe sich ab, wie man will, so hat man keinen Gewinn davon. Prediger 3

Ich denke, was uns heute oft fehlt, ist der Sinn für die Zeit, die es ist - nicht die Zeit der Uhr, sondern das Gefühl für den richtigen Zeitpunkt. Und wenn wir das Gefühl für den richtigen Zeitpunkt haben, wird wohl auch alt-sein und sterben wieder seinen Platz in der Gesellschaft haben, nicht mehr nur am Rand.

Grüsse von der Frau Katz
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon bluna » Do 18. Okt 2007, 22:08

Hallo Frau Katze,das was du sagst,in Gottes Hand ist richtig,es ist alles was Wir tun in Gottes Hand,die ganze Erde!

Aber Wie siehst du da mit dem Tod?
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Frau Katz » Fr 19. Okt 2007, 06:42

Hi bluna

ich bin für Sterbehilfe, und soweit ich informiert bin, läuft das in der Schweiz mit Dignitas und Exitus auch korrekt ab. Das heisst, da geht es wirklich um Menschen, die sehr stark leiden, und die bereit sind zu gehen... oft auch um solche, die ohne massive medizinische Eingriffe schon längst nicht mehr leben würden.

Wenn eine Person bereit ist zu gehen, sollte sie das auch tun dürfen. Und dann lieber mit professioneller und liebevoller Begleitung und als wohl überlegte Entscheidung, und nicht in Form eines Selbstmordversuchs, der dann womöglich noch schief geht.

Da wir Menschen schon in Gottes Wirken rumbasteln, da wir Leben verlängern, haben wir damit auch eine Verantwortung fürs Sterben übernommen.

*meine Meinung*

grüsse, barbara
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Seele » Sa 27. Okt 2007, 17:32

Guten Abend alle zusammen,


Also erst einmal mußich gestehen das ich hier nicht alle Postigs gelesen.

Möchte trotzdem kurz meine Meinung dazu schreiben.

Als erstes möchte ich für mich feststellen, dass Sterbehilfe nicht gleich Sterbehilfe ist!

Wenn ein Sterbender mich bitten würde bei ihm Sterbehilfe zu leisßten würde ich diese 100% verneinen!!!
Weil es mir ganz einfach nicht zusteht über leben und Tot zu entscheiden.
Diese Entscheidung mögen wir doch bitte Gott überlasen.

ich bin aber auch der ansicht das man keine Lebensverlängerte Masnahmen ergieifen weden sollte.
Beides wäre für mich ein eingreifen ins Leben oder auch Sterben und dieses steht nur dem Herrn zu!!!

Vielleicht wäre es ja auch hilfreich bei dem Sterbenden am Bett um mit ihm zu beten!!

Lg
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon LordAlm » Fr 7. Dez 2007, 08:59

Original von Kantate
Ein klares "nein" von meiner Seite. Ich finde es bitter dass jedes Jahr Deutsche in die Schweiz fahren um dort mit Hilfe einer dubiosen Organisation ihrem Leben ein Ende zu setzen.
Da bin ich auch deiner Meinung! Die Deutsche Bundeskanzlerin hat öffentlich die Schweiz diesbezüglich kritisiert, und mit Recht.
Es ist meines Erachtens auch abwegig, einen Menschen in der Intensivstation theoretisch weiter am Leben zu erhalten, an einem Leben, das kein Leben, sondern ein durch Maschinen erzeugtes Vegetieren ist. Selbstredend aber ist es kriminell, wenn z.B. ein Krebskranker mit einer Spritze getötet wird. Wenn die Stunde Gottes gekommen ist, sollte man jedoch den unheilbaren Patienten nicht mehr um jeden Preis im bewusstlosen Zustand am Leben erhalten wollen, ohne dass er je das Bewusstsein wieder erlangt. "Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vornehmen unter dem Himmel hat seine Stunde. Geboren werden und sterben, pflanzen und ausrotten ..." (Pred. 3,1-2). LG LA
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Kantate » Fr 7. Dez 2007, 09:57

Original von LordAlm
Original von Kantate
Ein klares "nein" von meiner Seite. Ich finde es bitter dass jedes Jahr Deutsche in die Schweiz fahren um dort mit Hilfe einer dubiosen Organisation ihrem Leben ein Ende zu setzen.
Da bin ich auch deiner Meinung! Die Deutsche Bundeskanzlerin hat öffentlich die Schweiz diesbezüglich kritisiert, und mit Recht.
Es ist meines Erachtens auch abwegig, einen Menschen in der Intensivstation theoretisch weiter am Leben zu erhalten, an einem Leben, das kein Leben, sondern ein durch Maschinen erzeugtes Vegetieren ist. Selbstredend aber ist es kriminell, wenn z.B. ein Krebskranker mit einer Spritze getötet wird. Wenn die Stunde Gottes gekommen ist, sollte man jedoch den unheilbaren Patienten nicht mehr um jeden Preis im bewusstlosen Zustand am Leben erhalten wollen, ohne dass er je das Bewusstsein wieder erlangt. "Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vornehmen unter dem Himmel hat seine Stunde. Geboren werden und sterben, pflanzen und ausrotten ..." (Pred. 3,1-2). LG LA


Es ist Fakt und erwiesen, dass die meisten Menschen, die Suizid begehen wollen wenn sie sterbenskrank sind, nicht sterben wollen sondern nur ihre irren Schmerzen loswerden wollen. Sobald sie eine vernünftige Schmerztherapie erhalten sind sie dankbar für jede Stunde die sie noch am Leben sind.

Es macht mich teilweise wirklich sehr wütend dass Menschen sich anmaßen - besonders wenn es sich um Christen handelt die einem vorher ständig mit der Bibel vor dem Gesicht herumgewedelt und mit Sprüchen vollgedröhnt haben - Gott spielen zu wollen und nicht bereit sind ihr Leben zu Ende zu leben wie Gott es für sie vorgesehen haben. Dann hat die Bibel plötzlich keine Aussage mehr. Dann wird gesagt, dass das eine andere Situation ist. Nein, es ist keine andere Situation. Gottes Wort gilt immer noch. Er hat uns erschaffen, und er beendet auch unser Leben. Alles andere ist inkonsequent. Wenn das verneint wird muss ich feststellen dass alles nur Lippenbekenntnisse sind und man Gott nicht wirklich traut.

Ich spreche nicht theoretisch. Ich spreche aus bitterer Erfahrung und weiß was es heißt solche Schmerzen zu haben dass man sich umbringen möchte, nur damit es endlich aufhört.

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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Samarra » So 9. Dez 2007, 03:12

Ich kann die Umfrage nicht beantworten.

Meine Antwort wäre:

"Jeder entscheidet selber über sein Leben und damit auch über seinen Tod."

Aktive Sterbehilfe finde ich okay, solange seriös vorgegangen wird und nicht ein Geschäft daraus gemacht wird.



WHY ???
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Frau Katz » So 9. Dez 2007, 11:33

Original von Kantate
Gottes Wort gilt immer noch. Er hat uns erschaffen, und er beendet auch unser Leben. Alles andere ist inkonsequent. Wenn das verneint wird muss ich feststellen dass alles nur Lippenbekenntnisse sind und man Gott nicht wirklich traut.


Wenn diese Haltung konsequent durchgeführt würde, wären auch Massnahmen, die das Leben verlängern, nicht erlaubt - denn Gott beendet unser Leben, und wer sind wir, ihm da reinpfuschen zu wollen und eine Verlängerung erzwingen zu wollen?

grüsse, barbara
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Kantate » So 9. Dez 2007, 12:00

Original von Frau Katz
Original von Kantate
Gottes Wort gilt immer noch. Er hat uns erschaffen, und er beendet auch unser Leben. Alles andere ist inkonsequent. Wenn das verneint wird muss ich feststellen dass alles nur Lippenbekenntnisse sind und man Gott nicht wirklich traut.


Wenn diese Haltung konsequent durchgeführt würde, wären auch Massnahmen, die das Leben verlängern, nicht erlaubt - denn Gott beendet unser Leben, und wer sind wir, ihm da reinpfuschen zu wollen und eine Verlängerung erzwingen zu wollen?

grüsse, barbara


Wer sind wir denn, dass wir erlauben dass Menschen ermordet werden? Hier wird man gerichtet wenn man Yoga macht, oder meditiert, oder für andere "schlimme" Dinge die nicht nach dem Willen einiger User sind. Und zum Teil sind die PNs wirklich alles andere als christlich und sie sind beleidigend und tun weh.
Wenn es aber an das Fundamentalste geht, nämlich an unser Leben, dann, ja dann wird der Glaube und die Bibel plötzlich so hingedreht wie es einem in den Kram passt. Es steht geschrieben, "Du sollst nicht töten". Aber das zählt ja nicht für diese Menschen. Ist doch wurscht, dass es so in der Bibel steht. Das zählt dann plötzlich nicht mehr. Kann ich solche Menschen als Christen überhaupt noch ernst nehmen? Ärzte haben einen Eid auf das Leben geleistet und nicht auf den Tod. Das Sterben gehört genauso zum Leben wie die Geburt und Krankheiten. Und mit diesen Morden und dem "Erlösen" der Menschen aus ihren Schmerzen stellen wir uns über Gott. Anstatt zu überlegen wie wir sie von ihren Schmerzen befreien und liebevoll begleiten können bis es von alleine erlischt, lassen wir diese Morde zu. Und da zählt die Bibel dann gar nichts mehr. Das nenne ich doch wirklich mal konsequent und Gott ist wahrscheinlich richtig begeistert.

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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Frau Katz » So 9. Dez 2007, 12:11

Original von Kantate
Wenn es aber an das Fundamentalste geht, nämlich an unser Leben, dann, ja dann wird der Glaube und die Bibel plötzlich so hingedreht wie es einem in den Kram passt.


Das tun alle, man hat ja keine andere Wahl, als Prioritäten zu setzen. Die Frage lautet höchstens, anhand welcher Kriterien man diese Prioritäten setzt. Da ist es in der Geschichte des Christentums schon mehrfach vorgekommen, dass Menschen getötet wurde, weil man davon ausging, dafür ihr Seelenheil zu retten.


Original von Kantate
Es steht geschrieben, "Du sollst nicht töten". Aber das zählt ja nicht für diese Menschen. Ist doch wurscht, dass es so in der Bibel steht. Das zählt dann plötzlich nicht mehr. Kann ich solche Menschen als Christen überhaupt noch ernst nehmen?


Solange ich weiterhin Fleisch esse und Milch trinke und somit für den Tod von Mitgeschöpfen verantwortlich bin, sage ich dazu lieber nichts.


Original von Kantate
Ärzte haben einen Eid auf das Leben geleistet und nicht auf den Tod. Das Sterben gehört genauso zum Leben wie die Geburt und Krankheiten. Und mit diesen Morden und dem "Erlösen" der Menschen aus ihren Schmerzen stellen wir uns über Gott.


Das ist ein Problem, Ärzte lernen nicht unbedingt systematisch etwas über Sterbebegleitung. Und sind dann in der Praxis oft auch selbst mit solchen Sitationen überfordert, wo sie nichts Medizinisches mehr tun können.

Wenn aber Ärtze ein Leben künstlich verlängern - und damit vielleicht auch Schmerzen künstlich verlängern - haben sie dann nicht auch eine gewisse Verantwortung, diese Schmerzen zu beenden? Schon hier, im Leben-Verlängern, stellen wir uns über Gott - und müssen die Verantwortung dafür übernehmen.


Original von Kantate
Anstatt zu überlegen wie wir sie von ihren Schmerzen befreien und liebevoll begleiten können bis es von alleine erlischt, lassen wir diese Morde zu. Und da zählt die Bibel dann gar nichts mehr. Das nenne ich doch wirklich mal konsequent und Gott ist wahrscheinlich richtig begeistert.


Wenn Menschen wissen, dass sie gehen könnten, wenn sie wollten - hilft ihnen das oft auch, besser zu leben.

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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Kantate » So 9. Dez 2007, 12:40

Original von Frau Katz



Original von Kantate
Es steht geschrieben, "Du sollst nicht töten". Aber das zählt ja nicht für diese Menschen. Ist doch wurscht, dass es so in der Bibel steht. Das zählt dann plötzlich nicht mehr. Kann ich solche Menschen als Christen überhaupt noch ernst nehmen?


Solange ich weiterhin Fleisch esse und Milch trinke und somit für den Tod von Mitgeschöpfen verantwortlich bin, sage ich dazu lieber nichts.




Gott selbst hat das Speisenverbot aufgehoben.

Apg. 10,9ff:
Petrus hat eine Vision
9 Als die Boten am folgenden Tag schon dicht bei der Stadt Joppe waren, stieg Petrus auf das flache Dach des Hauses, um dort ungestört zu beten. 10 Es war gerade um die Mittagszeit, und Petrus hatte Hunger. Während man sein Essen zubereitete, hatte er eine Vision: 11 Petrus sah etwas vom Himmel herabkommen. Es sah aus wie ein großes Leinentuch, das - an seinen vier Ecken zusammengehalten - auf die Erde heruntergelassen wurde. 12 In dem Tuch waren alle möglichen Arten von vierfüßigen Tieren, aber auch von Schlangen und Vögeln; alles Tiere, die für Juden «unrein» sind und deshalb nicht gegessen werden dürfen. 13 Dann hörte Petrus eine Stimme, die ihn aufforderte: «Petrus, schlachte diese Tiere und iß davon!» 14 «Niemals, Herr!» entgegnete Petrus. «Noch nie in meinem Leben habe ich etwas Verbotenes oder Unreines gegessen.» 15 Da rief die Stimme zum zweiten Mal: «Widersprich Gott nicht! Wenn er sagt, daß etwas ´rein´ ist, dann ist es auch rein.»2 16 Das geschah dreimal. Dann wurde das Tuch wieder in den Himmel gehoben.
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Frau Katz » So 9. Dez 2007, 12:45

was nichts mit rein und unrein zu tun hat, sondern damit, dass zur Fleisch- und Milchproduktion nun mal Tiere getötet werden müssen. Was meiner Auffassung nach ein Verstoss gegen das Tötungsverbot ist, auch dann, wenn es "nur" Tiere betrifft und mir klar ist, dass es für die meisten Christen kein Töten im Sinne dieses Gebots ist, wenn ein Tier getötet wird. Hier bin ich etwas strenger als die meisten.

zurück zum Thema Sterbehilfe: ich finde es auch etwas eigenartig, dass die meisten Menschen auch kein Problem damit haben, den geliebten Haushund oder die Katze einzuschläfern, wenn es darum geht, den Tieren unnötiges Leiden zu verhindern... und das bei Menschen aber ganz anders gesehen wird.

grüsse, barbara
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Kantate » So 9. Dez 2007, 12:57

Original von Frau Katz
was nichts mit rein und unrein zu tun hat, sondern damit, dass zur Fleisch- und Milchproduktion nun mal Tiere getötet werden müssen. Was meiner Auffassung nach ein Verstoss gegen das Tötungsverbot ist, auch dann, wenn es "nur" Tiere betrifft und mir klar ist, dass es für die meisten Christen kein Töten im Sinne dieses Gebots ist, wenn ein Tier getötet wird. Hier bin ich etwas strenger als die meisten.

zurück zum Thema Sterbehilfe: ich finde es auch etwas eigenartig, dass die meisten Menschen auch kein Problem damit haben, den geliebten Haushund oder die Katze einzuschläfern, wenn es darum geht, den Tieren unnötiges Leiden zu verhindern... und das bei Menschen aber ganz anders gesehen wird.

grüsse, barbara


Da ich keine Haustiere mehr habe kann ich da nicht mitreden. Meine Haustiere sind alle eines natürlichen Todes gestorben :)
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Haimax » Mi 12. Dez 2007, 10:01

Ich sehe es als mein Recht an über mein Leben zu bestimmen, auch was den Zeitpunkt meines Todes betrifft!

Wenn ich Todkrank, hoffnungslos und ev. mit Schmerzen werd ich mir mit tödlichen Medikamenten selber das Leben nehmen.

Ich möchte auch nicht, dass ich zum finanziellen Nutzen der Chemieindustrie, nur dahinvegentierend am Leben erhalten werde. Da ist für mich die passive Sterbehilfe angesagt.

Als selbstverantwortlicher Mensch nehme ich für mich diese Rechte!

Gruss Haimax
Alle Menschen sind gleich.
Rassen, Nationalität und Religion spielen keine Rolle, wichtig ist der gelebte Respekt, die Tolleranz, das Recht auf Glück und das Recht sich zu verwirklichen.
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon pneumatikos » Mi 12. Dez 2007, 10:39

Hallo zusammen

Sehr schwieriges Thema, sehr umfangreich...

Wir haben letzten Samstag einen Morgen damit verbracht, einige Dinge zu diesem Thema zu lesen und ich denke, bevor ihr hier weiterdiskutiert, lohnt es sich, den einen oder anderen Artikel mal zu lesen ... ist sehr interessant:

kath.ch: Suizid-Beihilfe: Von der Unverfügbarkeit des menschlichen Lebens
http://www.kath.ch/index.php?na=11,0,0,0,d,84885
Sehr gutes Dossier, welches Begriffe definiert (und so hilft, dass die Leute über das Gleiche diskutieren) und eine Kurzabhandlung, was einzelne Gruppierungen so denken. Viele Links laden zum weiterlesen ein.

Ludwig Minelli, Vortrag bei der Bioethikgruppe der Katholischen Hochschul-Gemeinde Würzburg:
http://www.dignitas.ch/WeitereTexte/bioethikgruppe-wuerzburg.pdf
Dieser Artikel zeigt ein wenig, wie er denkt, was er meint - und wie verächtlich er mit dem Glauben umgeht. Ich persönlich möchte also nicht so jemanden in meiner letzten Stunde an der Seite haben ;)

Abt Martin Werlen zur aktuellen Diskussion um Suizidhilfe
http://www.kath.ch/pdf/kipa_20071120160930.pdf
Ein spannendes Interview über Selbstbestimmungsrecht, Werte und Kultur...

kath.ch zum Thema "Sterben"
http://www.kath.ch/aktuell_thema.php?thid=290
Sehr viele Artikel. Auch wenn ich in manchem mit der katholischen Kirche uneins bin, hier haben sie eine wesentlich biblischere Sicht als die SEK!


Viel Spass!
Pneumatikos
Bei alledem ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen könnt!

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