Die Schuldfrage

Musik und Tonträger, Buch- und Filmbesprechungen, herkömmliche und elektronische Spiele

Moderator: firebird

Die Schuldfrage

Beitragvon talmid » Do 22. Apr 2004, 14:12


Mordfall Jeschua (Jesus) von Nazareth

Eine Frage, bei der sich wortwörtlich die Geister scheiden, ist die Debatte um die Schuld des Mordes an dem Rabbi Jeschua (Wie er in seiner Sprache heisst).
Im Verlauf der Geschichte war eben diese Frage und die jeweiligen Interpretationen davon, massgebend für die blutigsten Kriege der Menschheit!

Warum wohl ist es so wichtig diese „Schuldfrage“ geklärt zu haben? Könnte dies ein Zeichen eines „schlechten Gewissens“ sein?
Es ist bestimmt nicht angenehm wenn man eines Mordes beschuldigt wird, und so wird die Schuld einander gegenseitig untergeschoben.
Warum befasse ich mich mit diesem Thema?
Ich denke dass es sehr schwierig ist die Passion des Messias(Christus) ausserhalb des biblischen Kontext und dem jüdischen Hintergrund von Jesus, richtig zu verstehen.
Der Film „The passion of the christ“ ist ein bedeutsamer Abschnitt aus dem Leben des Jesus, und er lässt sehr viele Fragen offen! Somit ist es absolut möglich dass dieser Film als „antijüdisch“ interpretiert werden kann, von solchen die die Bibel nicht kennen oder sie nicht richtig lesen. Um dieser Reaktion etwas entgegen zu wirken, werde ich kurz auf die Schuldfrage eingehen.
Anscheinend ist die Beantwortung dieser Frage sehr wichtig in unserer Zeit. Die Menschen wollen diese Sache einfach geklärt haben.
Aber wer war es denn nun tatsächlich?




Die Juden? Sind sie Gottesmörder?
Muss man sie desswegen verachten, boykottieren, verteufeln, verfluchen, umbringen?

Warum haben nicht Christen Jesus ausgeliefert?
Weil es gar keine Christen gab zu dieser Zeit! Alle diejenigen die zu Jesus standen und ihn liebten und anschliessend auch die Nachricht des Messias verkündeten waren keine Christen - sondern Juden!

Oder waren es die Römer? Tragen sie die Schuld?
Wann in der Geschichte hören wir von Boykotten gegen Rom? Wurden etwa Römer desswegen verfolgt?



Wenn wir es genauer betrachten kommen doch die Antijudaischen Massnahmen und die Antipathie gegenüber Juden aus Rom. Es ist die Kirche die sich aufgrund dieser Schuldzuweisung von allem jüdischen getrennt hat, und anschliessend eine führende Rolle in der Judenverfolgung eingenommen hat.

Hat die Kirche denn recht? Sind die Juden wirklich teuflische Gottesmörder und haben allesamt den Tod verdient?



Um es mit den Worten Luthers zu unterstreichen (Folgender „Abfall“ Luthers, ist eine wichtige Begebenheit, welche im Film Luther gewissenslos unterschlagen wird):

„Die Juden verdienen die schwersten Strafen. Ihre Synagogen sollten dem Erdboden gleichgemacht werden, ihre Wohnungen zerstört, sie sollten in Zelten untergebracht werden wie die Zigeuner. Ihre Religiösen Schriften sollten ihnen weggenommen werden. Den Rabbis sollte es verboten werden weiterhin das Gesetz zu lehren.
Sie sollten zu keinen Berufen mehr zugelassen werden. Nur die härtesten, einfachsten Arbeiten sollten ihnen gestattet werden. Reichen Juden sollte ihr Reichtum konfisziert werden und das Geldsollte verwendet werden für diejenigen Juden, die bereit sind sich konvertieren (übertritt zur Christlichen Kirche) zu lassen. Wenn alle Massnahmen erfolglos sind, dann haben die christlichen Prinzen (Gläubige Christen) die Verantwortung, die Juden von ihrem Land zu vertreiben, wie sie es mit tollwütigen Hunden machen würden!“

Viele Nazis rechtfertigten sich denn auch in den Nürnburger Prozessen, indem sie sich darauf beriefen, dass sie doch nur das getan hätten was Luther empfohlen hatte.




Einer der frühen Kirchenväter Bischof Chrysostomus (344-403) schrieb seiner Zeit Predigten die heute noch Spuren hinterlassen:

„Sie (Juden) opfern ihre Söhne den Teufeln, sie sin wollüstig, habgierig, gefrässig, heimtückische Banditen, Mörder, Zerstörer, Männer vom Teufel besessen. Durch Ausschweifungen und Trunkenheit haben sie das Benehmen von einem Schwein und einer kräftigen Ziege angenommen“ er sagte ebenso: „Bordell und Theater, die Synagoge ist auch ein Piratenkäfig und das Lager wilder Tiere...für ihren Bauch lebend, die Mäuler immer aufgesperrt, benehmen sich die Juden nicht besser als die Schweine und Böcke in ihrer liederlichen Unanständigkeit und den Exzessen ihrer Völlerei.“ „Die Juden sind allesamt lüstern, Vergewaltiger, geizig, perfide Banditen, Mörder Randalierer, vom Teufel besessen, schlimmer als die wildesten Tiere, Kindsmörder, schmutzig, gottlos. Ihre Synagogen sin Hurenhäuser, Räuberhöhlen, Wohnorte des Teufels“ Dasselbe gilt für ihre Seelen; er prophezeihte den Juden: „Wegen ihres Mordes an Christus sind sie durch den Zorn Gottes für immer verstossen und bestraft, ohne Land und Tempel, für immer dem Joch der Knechtschaft unterworfen“ „ Gott hasst die Juden und wird sie immer hassen“
und etwas später schliesst er mit einem Appell an die Christen, der folgendermassen lautet: „Es ist die Pflicht der Christen, die Juden zu hassen. Je mehr wir Christus lieben, desto mehr müssen wir die Juden bekämpfen!“


Un dies alles ist die Frucht der falsch zugewiesenen Schuld!
Wie sollten sie denn Christus lieben, wo er doch ein Jude ist?

Diese Interpretation der Kirche würde auch Jesus mit einbeziehen!
Hätte Jesus im 2.Weltkrieg gelebt, wäre er wohl unter Aufsicht der Kirche in Auschwitz ermordet worden(Wäre Jesus also zu Christen gekommen, hätten sie ihn ebenfalls ausgeliefert!)

Doch wer ist denn wirklich schuld im Mordfall Jesus?

Als ein Jünger(Kepha – Petrus) von Jesus ihn mit dem Schwert verteidigen wollte, als die Kohorte (eine Schar aus Juden und Römern) im Begriff war Jesus festzunehmen, sagte Jesus folgenden Satz der nicht komplett im Film wiedergegeben ist:


„Stecke dein Schwert an seinen Platz! Denn alle die zum Schwert greifen werden durch dasselbe umkommen! Oder meinst du, ich könnte nicht jetzt meinen Vater bitten, und er würde mir mehr als zwölf Legionen Engel schicken? Wie würden dann aber die Schriften erfüllt werden, die besagen dass es so kommen muss?“
-Matthäus 26,52-54



Jesus hatte sich also sozusagen freiwillig ausgeliefert, weil er einen Auftrag hatte! Er musste sterben für die Sünden der Welt! Wie sonst wäre die Hoffnung der Christen überhaupt entstanden? Wie sonst wäre er jemals auferstanden?


Wie konnte also die Christliche Kirche, ein Grundstein des Antisemitismus werden? Man fragt sich ob die Christen überhaupt wissen was in der Bibel steht!?
Die Ganze Schuld-Schieberei ist im Kontext zur Bibel, welche das einzige Dokument von Jesus ist, eine nichtige Streiterei die auf falschen theologischen Irrlehren beruht.
Es sind weder die Juden noch die Römer die Jesus ans Kreuz gebracht haben.



Sie lieber Leser und ich;


wir sind die wahren Schuldigen am Mord des Jesus von Nazareth!
Er starb wegen unserer Sünden und der Sünden der ganzen Menschheit!




Ich glaube jedoch nicht dass die Kirche diese ausgesprochenen Strafen und Betitelungen auch auf sich selbst beziehen wird, die sie den Gottesmördern anhängten!
Es geht also gar nicht darum wer nun die Schuld trägt, denn wir alle tragen die Schuld!
Vielmehr geht es darum ob wir Gott glauben oder nicht!

Glauben wir Gott oder glauben wir den Menschen?

Es ist höchste Zeit die Dinge beim Namen zu nennen und aufzuhören im „blinden Gehorsam“ gegenüber Institutionen einfach die Aussagen nachzuplappern!


Wo soll ich mich informieren?


Wenn Sie es selbst wissen wollen, und nicht mehr zufrieden sind „vom hören-sagen“ Meinungen zu vertreten, sollten Sie damit beginnen die Sache selbst in die Hand zu nehmen!


LESEN SIE DIE BIBEL


Und sie werden es selbst wissen! Ob Sie es dann glauben oder nicht, liegt ganz bei Ihnen, doch dann kann niemand mehr ihnen etwas vormachen! Wagen Sie es!








Lernen Sie diesen Jesus von Nazareth
und seine Geschichte selbst kennen!

Schalom alechem
*****************************************
Hine lo janum v`lo yschan schomer israel!
*****************************************
Benutzeravatar
talmid
Newcomer
 
Beiträge: 9
Registriert: Do 22. Apr 2004, 13:49

Re: Die Schuldfrage

Beitragvon Salzstreuer » Do 22. Apr 2004, 14:18

Hallo talmid

Sei herzlich willkommen im Forum. Danke für Deinen Beitrag, aber was mir ein wenig fehlt ist die Grundlage für eine Diskussion ...

Irgendwie kommst Du mit einer abschlossenen Meinung daher, was ich eher bedauere.

Für mich als Christen ist klar, dass die Juden in sich nicht "schuld" sind am Tod Jesu - oder gleich schuld wie alle anderen Menschen auch.

Aber ob das so viel Platz braucht ;) ?

-salzstreuer
Es gab eine Zeit,
wo der Glaube gegen die Vernunft verteidigt werden musste,
es kommt eine Zeit (und sie beginnt schon)
wo der Glaube die Vernunft verteidigen muss!
Kardinal Chr. Schönborn
Benutzeravatar
Salzstreuer
Senior-Moderator im Ruhestand
 
Beiträge: 5082
Registriert: Fr 22. Nov 2002, 08:48
Wohnort: Dert, wo me -zaemme- sait

Re: Die Schuldfrage

Beitragvon satimat » Do 22. Apr 2004, 20:39

talmid - eigentlich solltest du das auch wissen, dass wir alle mitschuld sind an seinem tod. damit meine ich, dass in seinen letzten stunden praktisch NIEMAND für ihn eintrat. also waren es nicht "nur" die juden, auch die römer oder heiden...

aber ich finde das herrlich, dass jetzt wieder dieses thema vor allem von allen juden aufgerollt wird. diese idee wäre mir, als ich den film sah, nie gekommen...
es liebs grüessli vor sati
Benutzeravatar
satimat
Wohnt hier
 
Beiträge: 1159
Registriert: Fr 15. Nov 2002, 17:00
Wohnort: Züri Oberland

Re: Die Schuldfrage

Beitragvon raphael » Do 22. Apr 2004, 21:00

super geschrieben
kann ich nur unterzeichnen!
ich hoffe dieser thread klärt einiges :D
Pressefreiheit!
Benutzeravatar
raphael
Member
 
Beiträge: 466
Registriert: Mo 11. Mär 2002, 17:04
Wohnort: Winti, Seen

Re: Die Schuldfrage

Beitragvon Jay » Do 22. Apr 2004, 21:04

Hallo miteinander:-)

Du, kann mir jwemand, dass ganze erklären, Zwischen Juden und Christen, worin liegt dann der Unterschied. Bitte:-(
Jay
Member
 
Beiträge: 118
Registriert: Di 4. Feb 2003, 17:47
Wohnort: Schweiz

Re: Die Schuldfrage

Beitragvon raphael » Fr 23. Apr 2004, 06:36

schau mal deine signatur an ^^
das ist das was christen glauben,
für die juden war jeshua (jesus) nur ein
weiterer prophet und nicht messias

(kurzfassung)
Pressefreiheit!
Benutzeravatar
raphael
Member
 
Beiträge: 466
Registriert: Mo 11. Mär 2002, 17:04
Wohnort: Winti, Seen

Re: Die Schuldfrage

Beitragvon Wolfi » Fr 23. Apr 2004, 12:37

Hallo talmid ,

Im Verlauf der Geschichte war eben diese Frage und die jeweiligen Interpretationen davon, massgebend für die blutigsten Kriege der Menschheit!

Nun ja, zumindest für einen guten Teil davon. Allerdings ignorierst Du bei der Beurteilung Hunderte wenn nicht gar Tausende weitere blutige Kriege, die leider immer wieder zwischen Menschen statt gefunden haben...

Warum wohl ist es so wichtig diese „Schuldfrage“ geklärt zu haben? Könnte dies ein Zeichen eines „schlechten Gewissens“ sein?

Es könnte gar noch mehr; es könnte ja auch Programm sein...
Das "Sündenbock-Programm" gehört doch auf Schritt und Tritt zu unserem Alltag, oder irre ich mich?-

Sie lieber Leser und ich;


wir sind die wahren Schuldigen am Mord des Jesus von Nazareth!
Er starb wegen unserer Sünden und der Sünden der ganzen Menschheit!

Tut mir leid, lieber talmid, aber diese Schuld lasse ich mir nicht aufbürden!- Wenn Du meinst, Schuld noch aus Zeiten vor Deinem Sein auf Deinen Karren schippen zu müssen, dann tu das meinetwegen. Aber nicht mit mir! :P :)

Vielmehr geht es darum ob wir Gott glauben oder nicht!

Ja, und was sollen wir ihm, Deinem Lieben Gott denn nun glauben?- Eben, dass wir alle Schuld wären an dem grausligen Tod, den man vor gut 2000 Jahren einem Jesus zukommen liess?- ;)

Glauben wir Gott oder glauben wir den Menschen?

Weisst Du, mir ist das immer wieder etwas suspekt, wenn sich Jemand direkt auf das Wort Gottes bezieht und was er da alles zu hören glaubt. Nicht nur das Auge versteht es, uns hin und wieder zu täuschen. Auch das Ohr vollbringt da manchmal wahre Glanzleistungen... :roll: ;)

Es ist höchste Zeit die Dinge beim Namen zu nennen und aufzuhören im „blinden Gehorsam“ gegenüber Institutionen einfach die Aussagen nachzuplappern!


Aha, jetzt erwacht der Revoluzzer in Dir?! :D

Wo soll ich mich informieren?

Das erinnert mich an einen alten Werbeslogan der SP: "Wir halten für Sie die Augen offen!"... :roll: :D

Wenn Sie es selbst wissen wollen, und nicht mehr zufrieden sind „vom hören-sagen“ Meinungen zu vertreten, sollten Sie damit beginnen die Sache selbst in die Hand zu nehmen!


...womit Du uns auch Dein Faible für ein etwas veraltetes Marketing verraten hättest... :D

LESEN SIE DIE BIBEL

Weisst Du, ich kann nicht hier im Forum mit Dir über Gott und die Welt kommunizieren und gleichzeitig die Bibel lesen. Und lesen tu ich eh worauf ich eben gerade mal Bock habe. :P ;) :D


Lernen Sie diesen Jesus von Nazareth
und seine Geschichte selbst kennen!


Ja. was ist denn nun?- War das schon alles zur Schuldfrage?- Oder wolltest Du vielleicht noch einen Link von der Schuldfrage von damals zur Schuldfrage von heute hinzu fügen?- Irgendwie trifft uns ja tatsächlich täglich eine Mitschuld an der heutigen globalen Misere (und insofern eben auch an Kriegen, Hunger, Arbeitsnot, usw.)...
lg, wolfi
Der Glaube versetzt Berge, aber der Unglaube zerbricht Ketten.
Benutzeravatar
Wolfi
Gesperrt
 
Beiträge: 6880
Registriert: Di 31. Dez 2002, 13:50

Re: Die Schuldfrage

Beitragvon J.Tanya » So 25. Apr 2004, 10:08

Wenn ich schuld sein soll, Talmid, dann müsste ich damals gelebt haben.
Dies wär dann der Beweis für die Reinkarnierung der Seelen, nur um diese alte Kost auch wieder mal aufzuwärmen hier in der Forumsküche... :D
We are all beloved children of the all-attractive Supreme Person. And most importantly for us, we don´t have to struggle to attract His love. He loves us more than anyone else and is waiting in our own hearts for us to turn to Him and return His love.
J.Tanya
Wohnt hier
 
Beiträge: 1525
Registriert: Sa 6. Mär 2004, 10:14

Re: Die Schuldfrage

Beitragvon Enggi » So 25. Apr 2004, 11:02

An talmid und seine Kritiker

talmid bringt die Schuldfrage genau auf den richtigen Punkt:

Alle sind schuld. Es komme mir nun niemand mit der alten Leier, er sei nicht schuld, weil er damals noch nicht gelebt habe. Es geht ja auch nicht darum, dass jemand damals hätte verhindern können, dass Jesus gekreuzigt wurde, denn dazu hätte er mächtiger als Gott sein müssen. Diejenigen die in allen Foren weltweit immer wieder diesen (Verzeihung) Quatsch schreiben, beweisen damit höchstens, dass sie Gott nicht kennen. Jesus sagte ja "niemand nimmt das Leben von mir, ich gebe es freiwillig, ich habe vom Vater die Autorität, es zu geben und es wieder zu nehmen" (aus dem Gedächtnis zitiert).

Wer nichts mit dem Opfer Jesu Christi anzufangen weiss, für den wäre es gut, die ersten 3 Bücher der Bibel zu lesen. Wer dann immer noch behauptet, er sei selbst gut genug, dem ist nicht zu helfen.
Unser Geist geht nicht weiter als wir unseren Körper bringen. Oswald Chambers

·•·•·•· Enggi schreibt jetzt als Gnu weiter ·•·•·•·
Benutzeravatar
Enggi
My home is my castle
 
Beiträge: 11111
Registriert: Fr 6. Feb 2004, 21:16
Wohnort: 11. Rang der Vielschreiber*innen und Vielschreiber*aussen

Re: Die Schuldfrage

Beitragvon Wolfi » So 25. Apr 2004, 14:36

Ach Enggi...
Schuld scheint in Deinem Leben ein wichtiger Faktor zu sein. Ich vermute mal, dass dies auf Deine Erziehung zurück zu führen ist. Knechte und peinige Dich meinetwegen mit diesem Humbug. Irgendwie ist es ja schon absurd: Einerseits plagst Du Dich mit Schuld für Dinge an denen Du nachweislich nicht beteiligt warst, andererseits kümmert Dich die Schuld am Elend in den aktuellen Entwicklungsländern wohl herzlich wenig (jedenfalls hätte ich Dich bisher noch nie gehört, Dich reuig darüber zu äussern... Abstrakte Schuld scheint Dir halt irgendwie mehr zu liegen, als reale; bei mir ist das halt eher umgekehrt...
Wolfi
Der Glaube versetzt Berge, aber der Unglaube zerbricht Ketten.
Benutzeravatar
Wolfi
Gesperrt
 
Beiträge: 6880
Registriert: Di 31. Dez 2002, 13:50

Re: Die Schuldfrage

Beitragvon cbz-girl » Di 11. Mai 2004, 05:28

Original von Enggi
Alle sind schuld.


Genau denn er hat ALLE SÜNDEN ANS KREUZ GETRAGEN und es war der Wille Gottes darum wurde er auch so verraten wie er verraten wurde und so ausgeliefert wie es geschehen ist ... und nicht anders.

Lieber Gruss Tami
~Besser ein Tag ganz nah bei dir. Wünschte, dein Tempel wäre hier. Herr nur ein Tag wäre viel mehr als tausend sonstwo~

Benutzeravatar
cbz-girl
Member
 
Beiträge: 160
Registriert: Mo 6. Mai 2002, 15:09
Wohnort: Dört wo me Joo und Jä duet sage

Re: Die Schuldfrage

Beitragvon raphael » Di 11. Mai 2004, 07:52

Original von Wolfi
Abstrakte Schuld scheint Dir halt irgendwie mehr zu liegen, als reale; bei mir ist das halt eher umgekehrt...
Wolfi


Aber genau darum gehts, wenn enggi sagt ALLE SIND SCHULD,
es ist vielleicht abstrakt, aber nur weil du es dir
nicht vorstellen kannst heisst das ja nicht das es nicht
sein kann.

Und wir reden hier nicht von einer Schuld im sinne von ->
du musst jetzt dafür bezahlen muahahaha,
es geht nicht um vergeltung.

Es geht darum:

denn er hat ALLE SÜNDEN ANS KREUZ GETRAGEN


und deshalb sind auch alle schuld.

Heutzutage braucht man den begriff "Schuld" um jemandem
etwas zu vergelten. Damit der seine Gerechte Strafe
kriegt, aber das ist bei dieser schuld nicht der Fall,
nein er gibt uns sogar noch über alle massen VIEL,
trotz, oder vielleicht sogar weil wir schuldig sind.

greez

raphael
Pressefreiheit!
Benutzeravatar
raphael
Member
 
Beiträge: 466
Registriert: Mo 11. Mär 2002, 17:04
Wohnort: Winti, Seen

Re: Die Schuldfrage

Beitragvon rejo » Do 13. Mai 2004, 21:01

Hallo Talmid,

Original von talmid

Mordfall Jeschua (Jesus) von Nazareth

Eine Frage, bei der sich wortwörtlich die Geister scheiden, ist die Debatte um die Schuld des Mordes an dem Rabbi Jeschua (Wie er in seiner Sprache heisst).
Im Verlauf der Geschichte war eben diese Frage und die jeweiligen Interpretationen davon, massgebend für die blutigsten Kriege der Menschheit!

Warum wohl ist es so wichtig diese „Schuldfrage“ geklärt zu haben? Könnte dies ein Zeichen eines „schlechten Gewissens“ sein?
Es ist bestimmt nicht angenehm wenn man eines Mordes beschuldigt wird, und so wird die Schuld einander gegenseitig untergeschoben.
Warum befasse ich mich mit diesem Thema?
Ich denke dass es sehr schwierig ist die Passion des Messias(Christus) ausserhalb des biblischen Kontext und dem jüdischen Hintergrund von Jesus, richtig zu verstehen.
Der Film „The passion of the christ“ ist ein bedeutsamer Abschnitt aus dem Leben des Jesus, und er lässt sehr viele Fragen offen! Somit ist es absolut möglich dass dieser Film als „antijüdisch“ interpretiert werden kann, von solchen die die Bibel nicht kennen oder sie nicht richtig lesen. Um dieser Reaktion etwas entgegen zu wirken, werde ich kurz auf die Schuldfrage eingehen.
Anscheinend ist die Beantwortung dieser Frage sehr wichtig in unserer Zeit. Die Menschen wollen diese Sache einfach geklärt haben.
Aber wer war es denn nun tatsächlich?




Die Juden? Sind sie Gottesmörder?
Muss man sie desswegen verachten, boykottieren, verteufeln, verfluchen, umbringen?

Warum haben nicht Christen Jesus ausgeliefert?
Weil es gar keine Christen gab zu dieser Zeit! Alle diejenigen die zu Jesus standen und ihn liebten und anschliessend auch die Nachricht des Messias verkündeten waren keine Christen - sondern Juden!

Oder waren es die Römer? Tragen sie die Schuld?
Wann in der Geschichte hören wir von Boykotten gegen Rom? Wurden etwa Römer desswegen verfolgt?



Wenn wir es genauer betrachten kommen doch die Antijudaischen Massnahmen und die Antipathie gegenüber Juden aus Rom. Es ist die Kirche die sich aufgrund dieser Schuldzuweisung von allem jüdischen getrennt hat, und anschliessend eine führende Rolle in der Judenverfolgung eingenommen hat.

Hat die Kirche denn recht? Sind die Juden wirklich teuflische Gottesmörder und haben allesamt den Tod verdient?



Um es mit den Worten Luthers zu unterstreichen (Folgender „Abfall“ Luthers, ist eine wichtige Begebenheit, welche im Film Luther gewissenslos unterschlagen wird):

„Die Juden verdienen die schwersten Strafen. Ihre Synagogen sollten dem Erdboden gleichgemacht werden, ihre Wohnungen zerstört, sie sollten in Zelten untergebracht werden wie die Zigeuner. Ihre Religiösen Schriften sollten ihnen weggenommen werden. Den Rabbis sollte es verboten werden weiterhin das Gesetz zu lehren.
Sie sollten zu keinen Berufen mehr zugelassen werden. Nur die härtesten, einfachsten Arbeiten sollten ihnen gestattet werden. Reichen Juden sollte ihr Reichtum konfisziert werden und das Geldsollte verwendet werden für diejenigen Juden, die bereit sind sich konvertieren (übertritt zur Christlichen Kirche) zu lassen. Wenn alle Massnahmen erfolglos sind, dann haben die christlichen Prinzen (Gläubige Christen) die Verantwortung, die Juden von ihrem Land zu vertreiben, wie sie es mit tollwütigen Hunden machen würden!“

Viele Nazis rechtfertigten sich denn auch in den Nürnburger Prozessen, indem sie sich darauf beriefen, dass sie doch nur das getan hätten was Luther empfohlen hatte.





Un dies alles ist die Frucht der falsch zugewiesenen Schuld!
Wie sollten sie denn Christus lieben, wo er doch ein Jude ist?

Diese Interpretation der Kirche würde auch Jesus mit einbeziehen!
Hätte Jesus im 2.Weltkrieg gelebt, wäre er wohl unter Aufsicht der Kirche in Auschwitz ermordet worden(Wäre Jesus also zu Christen gekommen, hätten sie ihn ebenfalls ausgeliefert!)

Doch wer ist denn wirklich schuld im Mordfall Jesus?

Als ein Jünger(Kepha – Petrus) von Jesus ihn mit dem Schwert verteidigen wollte, als die Kohorte (eine Schar aus Juden und Römern) im Begriff war Jesus festzunehmen, sagte Jesus folgenden Satz der nicht komplett im Film wiedergegeben ist:


„Stecke dein Schwert an seinen Platz! Denn alle die zum Schwert greifen werden durch dasselbe umkommen! Oder meinst du, ich könnte nicht jetzt meinen Vater bitten, und er würde mir mehr als zwölf Legionen Engel schicken? Wie würden dann aber die Schriften erfüllt werden, die besagen dass es so kommen muss?“
-Matthäus 26,52-54



Jesus hatte sich also sozusagen freiwillig ausgeliefert, weil er einen Auftrag hatte! Er musste sterben für die Sünden der Welt! Wie sonst wäre die Hoffnung der Christen überhaupt entstanden? Wie sonst wäre er jemals auferstanden?


Wie konnte also die Christliche Kirche, ein Grundstein des Antisemitismus werden? Man fragt sich ob die Christen überhaupt wissen was in der Bibel steht!?
Die Ganze Schuld-Schieberei ist im Kontext zur Bibel, welche das einzige Dokument von Jesus ist, eine nichtige Streiterei die auf falschen theologischen Irrlehren beruht.
Es sind weder die Juden noch die Römer die Jesus ans Kreuz gebracht haben.



Sie lieber Leser und ich;


wir sind die wahren Schuldigen am Mord des Jesus von Nazareth!
Er starb wegen unserer Sünden und der Sünden der ganzen Menschheit!




Ich glaube jedoch nicht dass die Kirche diese ausgesprochenen Strafen und Betitelungen auch auf sich selbst beziehen wird, die sie den Gottesmördern anhängten!
Es geht also gar nicht darum wer nun die Schuld trägt, denn wir alle tragen die Schuld!
Vielmehr geht es darum ob wir Gott glauben oder nicht!

Glauben wir Gott oder glauben wir den Menschen?

Es ist höchste Zeit die Dinge beim Namen zu nennen und aufzuhören im „blinden Gehorsam“ gegenüber Institutionen einfach die Aussagen nachzuplappern!


Wo soll ich mich informieren?


Wenn Sie es selbst wissen wollen, und nicht mehr zufrieden sind „vom hören-sagen“ Meinungen zu vertreten, sollten Sie damit beginnen die Sache selbst in die Hand zu nehmen!


LESEN SIE DIE BIBEL


Und sie werden es selbst wissen! Ob Sie es dann glauben oder nicht, liegt ganz bei Ihnen, doch dann kann niemand mehr ihnen etwas vormachen! Wagen Sie es!








Lernen Sie diesen Jesus von Nazareth
und seine Geschichte selbst kennen!

Schalom alechem



ich hoffe zu verstehen, was Dich umtreibt diese Diskussion anzufachen. Die Entwicklung gegen Ende des Thread führt leider weg von Deinem Anliegen.
Aussagen wie : Wir sind alle Schuld, weil er unserer Sünden wegen gestorben ist, treffen nicht Dein Problem. Der Kernpunkt ist, dass durch diesen Film (Ich wollte ihn nicht sehen, weil die Darstellung solcher Brutalitäten mir an die Nieren geht; deshalb kann ich nur vom Hörensagen aus Stellung nehmen.) jenes Unbehagen wieder hochkommt, dass offenbar durch die Intention der Darstellung Gründe für unterschwelligen Antisemitismus bietet. Historisch ist ja lange gerade von der römischen Kirche und leider auch noch von ihren Abkömmlingen auf diesem Klavier gespielt worden.
Und wenn ein Film sowas nach den Ereignissen im 2. Weltkrieg wieder anklingen läßt, ist schon Aufklärung und Hinterfragen notwendig.
Gewiß spielen dabei die Entwicklung des Christentums weg vom Judentum ins römische Reich hinein eine große Rolle. Die Ablösung von der "Mutterreligion" und notwendige Abgrenzungserscheinungen wie die klare Distanzierung von den Pharisäern und die Auseinandersetzung mit ihnen, der in den Evangelien breiter Raum gewidmet wird.
Für mich, der ich im Katholizismus aufgewachsen bin, war später im Studium immer wieder erstaunlich, wie wenig reflektiert wurde und immer noch wird, - sonst wäre der Film etwas anders in seinen Intentionen durchgekommen - dass die gesamte Urkirche Teil des Judentums, also eine jüdische Sekte war. Erst durch das Wirken des Paulus und sein Autreten im 1. Konzil begann die Loslösung auch unter Schmerzen und mit viel Streit und Ärger im frühen Christentum. Wir lesen davon in der Apostelgeschichte und auch im 2. Korintherbrief. Selbst die Ereignisse, die zur Gefangennahme des Paulus geführt haben, werfen ein schräges Licht auf die Brüderlichkeit auch innerhalb der frühen Gemeinden. Diese Auseinandersetzung hat sich nun leider in vielen manchmal auch überzogenen Aussagen in den Evangelien niedergeschlagen.
Das muss natürlich kein Anlass zum Antisemitismus sein, wenn man sich dieser historischen Dimensionen bewußt bleibt und sich vor Augen hält, wo Jesus und seine Mutter und all die Menschen, die seine Freunde waren und die wir Christen so gerne verehren, zu Hause waren.
Allerdings war daran die Kirche in Rom und ihr oberster Dienstherr nicht interessiert.
Das Interesse galt mehr der Macht und der Ausdehnung der eigenen Herrschaft. Ich brauche ja mich hier nicht noch lange mit Beweisen für dieses Verhalten herumzuschlagen. Der ganze Tanz um die apostolische Sukzession ist Beweis genug. Oder soll ich besser die Verfolgung der Ketzer, der Hexen und der Templer nennen.
Und für solche Machtspielchen und für das bekannte Teile und Herrsche und um den notwendigen Terror zur Stärkung der eigenen Macht am köcheln zu halten, kam eine Gruppe wie die Juden gerade Recht. Sie sind leicht auszumachen. Leben eh in Ghettos und sind auch aus religiösen Gründen von vorneherein geradezu prädestiniert suspekt zu sein.
Wer sich hier nun als frommer Christ schaudert, wenn ich Kirche so darstelle, der ist sich nicht bewußt, dass die Verquickung von Macht und Kirche so gestrickt war, dass Religion und Kirche sich in der Hand mächtiger Adelscliquen befand. Ein schönes Beispiel dafür ist der Trierische Kurfürst Balduin, der mit Hilfe seines kirchlichen Amtes seinem Geschlecht und damit seinem Neffen (Karl IV., der Pfaffenknecht) ermöglichte Kaiser des Hl. Römischen Reiches zu werden. Die Frage, wer hier wen benutzte, ist oft nicht zu beantworten.

Diese Herrschaften haben sich wohl kaum um die menschliche Identität und die Herkunft des Jesus von Nazareth und seiner Freunde gekümmert. Die Bibel war diesen Herren sowieso ein Gräuel und Katholiken war Bibellesen lange verboten. Erst Martin Luther hat mit dieser Mode gebrochen.
Wenn man allein von der Botschaft des Jesus von Nazareth ausgeht, hat kein Christ das Recht auf jenen Antisemitismus, wie er historisch aufgetreten ist.
Doch die gelebte Tradition in der römischen Kirche, ihre Machtobsession (extra ecclesia nulla salus) ließ sie ihren wahren Ursprung und ihre Wurzeln bewußt vergessen.

So ist es eben notwendig diesen Menschen Jesus und seine Umwelt mehr in unseren Blickpunkt zu rücken und zu erkennen, dass das Dogma bezüglich seines Wesens nicht nur seine Göttlichkeit verkündet sondern auch seine Menschlichkeit. Und würden wir diese Menschlichkeit Jesu mehr beachten, wie es der Film "Die letzte Versuchung" zeigen wollte, dann kämen wir weg von dieser unmenschlichen abgehobenen Betrachtungsweise dieses Jesus von Nazareth. Wir würden wieder Interesse für seine Umwelt empfinden und diese wahrnehmen, statt sie zu verdrängen und pauschal zu verurteilen.




rejo
Wohnt hier
 
Beiträge: 3285
Registriert: Mo 26. Apr 2004, 20:24


Zurück zu Unterhaltungsmedien

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast