Die große Anpassung (Die evangelikale Katastrophe)

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Die große Anpassung (Die evangelikale Katastrophe)

Beitragvon Gnu » Di 25. Jan 2011, 07:59

Unter dem Titel «Die große Anpassung — Der Zeitgeist und die Evangelikalen» wurde Francis A. Schaeffers letztes Buch in der dritten deutschen Auflage 2008 von CLV herausgegeben. Ich habe eine gedruckte Version der zweiten Auflage 1998 dieses Buches am 31.12.1998 gekauft und gelesen. Die neuste Auflage kann bei CLV als PDF heruntergeladen werden: http://www.clv-server.de/pdf/255266.pdf. Die zweite und die dritte Auflage unterscheiden sich inhaltlich nicht.

Anstatt über Meister Eckhart könnte man doch auch einmal über Francis Schaeffer und seine Werke diskutieren, denn auch er setzte sich mit Thomas von Aquin auseinander und kritisierte die Scholastik, und das aus der evangelikalen Sicht des 20. Jahrhunderts. Leider scheinen ausser LordAlm und Pneumatikos und Pilgrim nur wenige diesen Autor schon mal gelesen zu haben, was ich schade finde.

Im vorliegenden Buch geht es nicht um Kirchengeschichte, sondern um die Anpassung an den Zeitgeist, das was Schaeffer selbst die „evangelikale Katastrophe“ nennt (S. 19, 44, 105).
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Re: Die große Anpassung (Die evangelikale Katastrophe)

Beitragvon Columba » Di 25. Jan 2011, 09:12

Gnu hat geschrieben:...
Leider scheinen ausser LordAlm und Pneumatikos und Pilgrim nur wenige diesen Autor schon mal gelesen zu haben, was ich schade finde.
...

Doch, doch. Den kenne ich gut, habe den auch gelesen vor einigen Jahrzehnten. Francis August Schaeffer ist ja schon vor 25 Jahre gestorben. Schaeffer war ja der Bestseller Autor der evangelikalen Bewegung.

Dieses von Dir empfohlene Buch ist Schaeffers Alterwerk, - und nicht gerade das beste. Man spürt so deutlich, dass er mit der Welt nicht mehr zurecht kommt. Alles wird als negativ beurteilt. Selbst seine eigene Position: Er ist ja Evangelikaler und dabei hat er nicht gespürt, dass er einfach in der Theologie der Kritik stehen geblieben ist, während andere Theologie seine Ansätze weiterentwickelt haben. Zu Beginn war Schaeffers Theologie noch eine ganz interessante evanglikale Richtung.

Francis Schaeffer kam in die Schweiz und gründete die spirituelle Kommunität L'abri (l'abri heisst eigentlich Schutzhütte). Der Name sagt schon einiges, wenn Schaeffer abgeschieden von der Welt sich zurückziehen muss.


Grüsse Columba
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Re: Die große Anpassung (Die evangelikale Katastrophe)

Beitragvon Columba » Di 25. Jan 2011, 09:18

...ob wohl Francis Schaeffer in ein paar hundert Jahren auch noch bekannt ist und etwas zu sagen hat? Eckhart jedenfalls hat der Christenheit immer noch Bedeutendes zu sagen.

Wir werden sehen, Gnu.


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Re: Die große Anpassung (Die evangelikale Katastrophe)

Beitragvon onThePath » Di 25. Jan 2011, 13:06

Solange ich auf mein Handy nicht einen PDF-Viewer geladen kriege - was es eigentlich locker können sollte, kann ich die Informationsflut noch schlechter bewältigen.... :lol:

Mein Handy sollte auch die Funktion E-Book übernehmen für Texte aller Art.

lg, oTp
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Re: Die große Anpassung (Die evangelikale Katastrophe)

Beitragvon Gnu » Di 25. Jan 2011, 17:53

Columba hat geschrieben:...ob wohl Francis Schaeffer in ein paar hundert Jahren auch noch bekannt ist und etwas zu sagen hat? Eckhart jedenfalls hat der Christenheit immer noch Bedeutendes zu sagen.

Wenigstens wimmelt es hier nicht von Rudolf-Steiner-Schülern und Selbsterlösern, und das würde den Zweck des Threads auch erfüllen.

Wie lange seine Bücher aktuell bleiben, weiss ich nicht, jedenfalls war er der einzige weit und breit, der Geisteswissenschaft und Theologie allgemeinverständlich auf einen Nenner bringen konnte, obwohl auch seine Bücher nicht leichte Kost waren.

Dass ich sein letztes Werk zur Sprache bringe, hat damit zu tun, dass es das einzige Buch ist, welches ich in Griffnähe habe und auch das einzige, welches als download bei CLV angeboten wird.

So weit ich mich erinnere, hat er l'abri nicht für sich als Rückzugsort gegründet, sondern für Studenten, welche von ihren Denominationen enttäuscht waren und ehrliche Antworten auf ehrliche Fragen suchten.
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Re: Die große Anpassung (Die evangelikale Katastrophe)

Beitragvon Columba » Mi 26. Jan 2011, 11:05

Gnu hat geschrieben:So weit ich mich erinnere, hat er l'abri nicht für sich als Rückzugsort gegründet, sondern für Studenten, welche von ihren Denominationen enttäuscht waren und ehrliche Antworten auf ehrliche Fragen suchten.


...in Indien nennt man das Ashram: Ein weiser Lehrer zieht sich zurück von der Welt und lehrt seine Schüler.

Jesus Christus hat sich zuerst in die Wüste zurückgezogen und ist dann in die Welt gegangen und ist dort geblieben bist zum bitteren Ende. ...und weil er diesen Weg nicht in der Einsamkeit des l'abri gelebt hat, konnte er allen zeigen, dass dieses bittere Ende ein Weg ist, der in die Rettung bringt.


...und das ist eben der Unterschied.


Grüsse Columba
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Re: Die große Anpassung (Die evangelikale Katastrophe)

Beitragvon Gnu » Mi 26. Jan 2011, 11:52

Hast du das Buch von ihm über L'abri noch? Ich bekam es seinerzeit leihweise von einem Glaubensbruder, der wie ich bei IBM arbeitete. Ein Ashram kommt wahrscheinlich sehr nahe an das, was L'abri war. Schaeffer der Guru. :lol:
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Re: Die große Anpassung (Die evangelikale Katastrophe)

Beitragvon Ihr » Mi 26. Jan 2011, 17:14

Momoll, Schaeffer ist auch hier bekannt. Es gibt aber durchaus auch in neuerer Zeit Autoren, welche den Evangelikalismus quasi "von innen" kritisieren: Os Guinness, Mark Noll, Alister McGrath oder David F. Wells kommen mir da gerade so spontan in den Sinn. Alle lesenswert, obwohl auch der neuste Wells etwas von der Weltverdrossenheit enthaelt, welche Columba im spaeten Schaeffer festgestellt hat.
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