Wer kennt Anselm Grün?

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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon elamich7 » Fr 18. Jul 2008, 11:01

Johncom

Ja - alles dürfen wir Ihm bringen - nicht nur den Balast - auch unsere Liebe und Bewunderung und Freude und Glück. Wer in der Gewissheit lebt das in allem der Wille Gottes geschieht und darin ruht der lebt mit sich eins. Mühe habe ich mit mir selbst wenn ich erkenne das meine Gedanken und Gefühle - meine Motivation oder sonst irgend etwas nicht so ist wie ich gerne hätte das es wäre. Dann werde ich ungeduldig mit mir - manchmal auch wütend auf mich selbst. Mit Fehlern meiner Mitmenschen kann ich viel besser umgehen als mit den Dingen an mir die mir nicht gefallen und die ich gerne geändert haben möchte. Darum macht es mir am meisten Mühe mit mir selbst in Frieden zu leben.

Deinen besten Gruss - kann ich den noch steigern?
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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon Johncom » Sa 19. Jul 2008, 07:06

Enggi hat geschrieben:Bei ihm als katholischem Mystiker geht es aber über das hinaus, wie du aus folgendem Zitat (von Alexander Seibel aus Anselm Grün: „Wenn ich in Gott hineinhorche“, Matthias-Grünewald-Verlag - Mainz, 2. Auflage 1997, S. 42) erkennen kannst:
Anselm Grün hat geschrieben:Das Beten für die Verstorbenen hat natürlich immer Sinn. Aber es verwandelt sich. Zu Beginn ist das Beten Fürbitte, daß der Verstorbene sich für Gott entscheidet, daß er den Sprung in die Liebe Gottes schafft. Dann wird es zu einem Gebet, das mich mit dem Verstorbenen verbindet, zu einem Gebet, in dem mich der Verstorbene auf das eigentliche Ziel meines Lebens hinweist. Und es wird dann oft auch zu einem Gespräch mit dem Verstorbenen und zu einer Bitte an ihn, mich zu begleiten und mich zu bewahren vor einem Verfehlen meines Lebens


Ich selber kann dazu nichts 'urteilendes' sagen, ich kann mir vorstellen daß Anselm Grün den seelsorgerischen Auftrag im Vordergrund sieht. Und daß er Erfahrung hat mit auch gerade älteren Menschen die schon ihren Lebenspartner verloren haben. Der Auftrag ist auch: Trost. Die trauernde Seele zu harmonisieren. Der Seelsorger wird raten, den verlorenen Partner noch dazubehalten, aber nicht in Wehklagen sondern im Blick nach vorn. So daß der 'noch Lebende' sogar eine Art Vorfreude entwickelt auf den eigenen Tod, und auch auf ein neues Zusammenkommen mit dem verstorbenen Partner.

Diese Art, Fürbitte zu ermutigen hat aber nix zu tun mit 'Geister rufen', diesen spiritistischen Praktiken. Deshalb finde ich den Begriff Totenkult auch sehr überzogen.
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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon Johncom » Sa 19. Jul 2008, 08:20

Hallo elamich7 ..

Hey - wenn Du mit den Fehlern der Mitmenschen besser umgehen kannst, d. h. ja auch daß Du verzeihst .. dann bist Du ja auf einem fortgeschrittenen Wegstück. Anders als so mancher Bibelfeste, der sich selber für super errettet hält. Und fortan auf die bösen 'anderen' herabsieht.

Ich selbst bin auch ständig wütend auf mich selbst. Langsam gewöhne ich mich daran, daß ich ständig meine Fehler wiederhole .. also ich muss es einfach hinnehmen erstmal. Aber wenn alles, Gedanken, Gefühle und Motivation 1-A auf Gottes Linie lägen - warum wären wir denn hier ? Das Heilige kann sich erst im Lauf des Lebens entwickeln, oder so: es kann erst dann 'geschenkt werden' wenn man durch Erfahrung gereift ist und seine Grenzen kennengelernt hat.

Wenn man Mühe hat, seine eigenen Gedanken und Gefühle anzunehmen weil man sich eigentlich 'besser' wünscht, dann hilft es sicher sich daran zu erinnern daß Gott Dich genauso wollte wie Du im Moment bist. Was auch einschliesst, daß diese Person 'Du' sich noch verbessern will. Nur eben .. lässt Gott es im Moment noch nicht zu. Später wirst Du die meisten dieser Unfertigkeiten sicher abgestreift haben. Und wirst froh sein, daß das nicht zu früh passiert ist, das wär sicher daneben gegangen.

Dazu fällt mir ein: Das ist fatal wenn man auf die Schnelle zu fromm sein will. Und alles richtig machen, was ja gar nicht geht. Lieber eine Stunde am Tag richtig fromm in Andacht, Gebet und Meditation. Dann sich selbst laufen lassen und auch mal wieder in die Disco gehn oder sonstwas. Und immer wieder zurückkommen zur Einübung. So entsteht langsam echte Frömmigkeit von innen.

'Besten Gruß' steigern ? Hm ... Gott zum Gruß klingt etwas schwülstig.
Vielleicht: Ich wünsch Dir was.
Oder: Dein Forumsbeitrag gefällt mir, schreib mehr. ;)
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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon Enggi » Sa 19. Jul 2008, 19:19

Johncom hat geschrieben:Diese Art, Fürbitte zu ermutigen hat aber nix zu tun mit 'Geister rufen', diesen spiritistischen Praktiken. Deshalb finde ich den Begriff Totenkult auch sehr überzogen.

Ich finde im Nachhinein auch, ich hätte nicht Totenkult zu schreiben brauchen, Alexander Seibel verwendet diesen Begriff auch nicht, schreibt aber, dass A. Grün unter der Leitung eines Totengeistes stehe, und bringt dies mit Gnosis und Rom in Verbindung. Im nächsten Abschnitt schreibt er auch, dass der Bezug zu den Verstorbenen auch erkläre, weshalb A. Grün sehr von C. G. Jung angetan sei, was für mich ein Grund mehr wäre, A. Grün nicht zu lesen.
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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon Johncom » Sa 19. Jul 2008, 23:19

Das ist bei mir anders, ich lese alles was für den Moment interessant erscheint. Etwas lesen heisst ja nicht, alles 'glauben' zu müssen. Man prüfe und behalte das was einem Sinn macht, und man kann in allem Gott vertrauen.

Alexander Seibel ist gut zu lesen, da ist eine gewisse Spannung. Aber geistig ist er keine Leuchte, es scheint er sucht nur die Fehler in allem was spirituell lebt, was modern, liberal und fortschrittlich ist. Sogar in den neuen evangelikalischen Kirchen findet er Irrlehre u.s.w. - Menschenverachtendes aus seinen Reiseberichten: Buddhistische Mönche in Birma sind für ihn Parasiten. Die Homosexuelle Bewegung Amerikas bezeichnet er als 'perverse Lobby', windet sich aber geschickt aus aus der Verantwortung für dieses Wort. Im Text heißt es 'ein Bruder' meint das.

Dazu passt sein Satz aus seinem Grün Artikel: 'In der postmodernen Generation gibt es so gut wie keinen Berührungsängste mehr'. Also Seibel möchte alte Ängste neu beleben, Trennung aufrichten. Er vermisst den Aufstand wenn 'ein Moslem seine Weisheiten oder Meditationen dem „christlichen“ Publikum präsentiert'. Daß Anselm Grün unter der Leitung eines Totengeistes stehe hält er für 'unzweideutig erkennbar', kann es aber nicht sachlich beweisen.

Soweit zu Seibel. Wohltuend anders schreibt Anselm:
'Die Menschen sehnen sich nach Reinheit der Gesinnung, nach einem Menschen, der lauter ist, ohne Nebenabsichten, auf den man sich verlassen kann, bei dem man weiß, wo man dran ist. Sie sehnen sich nach innerer Klarheit, nach Einfachheit und Freiheit. Sie spüren, daß ihr Leben vollgestellt ist von all dem, was ihnen die Werbung täglich einredet. Sie sehnen sich nach dem einfachen Leben, das in sich klar ist. Reinheit meint nicht nur Abwaschen von Schmutz, sondern auch Entrümpeln von unnötigem Ballast, Loslassen von allem, was meine Seele nicht mehr atmen läßt. Die Einfachheit schenkt mir die Freiheit aufzuatmen. Einfach ist nicht in erster Linie der Mensch, der auf alles verzichtet, sondern der, der mit sich selbst eins ist, der in sich klar ist, der lauter ist und rein'. Aus 'Damit dein Leben Freiheit atmet'

Hier geht es also um die Läuterung der eigenen Person, die Vorbereitung zur Heiligkeit. Freiheit oder Angst ? Wer den Weg in die Freiheit :praise: weiter gehen will, der kann sicher bei Bruder Anselm qualifizierte Begleitung finden.
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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon elamich7 » So 20. Jul 2008, 10:02

Hoi Johncom

Wolltest du mir etwas sagen mit den: .. ?

An meine Fehler will ich mich nicht gewöhnen - sie mir viel mehr abgewöhnen. Dagegen kämpfen im Bewusstsein das ich es kann. Nicht so bleiben muss wie ich bin. Ich wäre wohl schon in den Himmel entrückt wäre ich in all meinem denken und tun vollkommen. So gesehen will ich mich lernen anzunehmen so wie ich heute bin mit der Sehnsucht - dem Wunsch nach Veränderung all dessen was mich hindert ganz glücklich zu sein. Würde ich diese Wegstrecken nicht durchgehen - so hätte ich auch wenig Verständnis und Einfühlungsvermögen mit andern Menschen. Darum möchte ich auch dankbar sein für die Wege die mir nicht gefallen weil sie mich sensibler machen für den Andern. Ja - auf die schnelle fromm sein zu wollen gebiert wohl eher Unkraut als gute Frucht.

Ungeduld - auch mit sich selbst ist nicht recht - das sehe ich jetzt ein.

Kenne ich Anselm Grün?
Wenn ja - was kenne ich von ihm?

Oder kenne ich dich?
Was nenne ich jemand kennen?
Muss ich überhaupt kennen? Ist es notwendig für mein Sein - mein Verhalten dem Mitmenschen gegenüber ob ich ihn kenne? Oder wie ich meine ihn erkannt zu haben?

Ich glaub das ich den Gruss dann steigere wenn ich durch mein
Schreiben im Mitmenschen den Wunsch auslöse mehr zu hören...
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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon Taube » Mo 21. Jul 2008, 07:37

Enggi hat geschrieben:Ich finde im Nachhinein auch, ich hätte nicht Totenkult zu schreiben brauchen, Alexander Seibel verwendet diesen Begriff auch nicht, schreibt aber, dass A. Grün unter der Leitung eines Totengeistes stehe, und bringt dies mit Gnosis und Rom in Verbindung. Im nächsten Abschnitt schreibt er auch, dass der Bezug zu den Verstorbenen auch erkläre, weshalb A. Grün sehr von C. G. Jung angetan sei, was für mich ein Grund mehr wäre, A. Grün nicht zu lesen.

Wie kann das Herr Seibel wissen, ob da ein Totengeist leitet? Ist es vielleicht so, dass Herr Seibel von einem Geist gleitet wird, der nur Angst vor allem machen will, der nur Böses hinter allem sieht? ...und Grün nimmt doch C.G. Jung nicht als Theologen oder als Glaubenslehrer, sondern höchstens in psychologischen Fragen, was doch etwas anderes ist. Was soll da schlimm sein?

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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon Johncom » Mo 21. Jul 2008, 08:01

Hallo elamich7 !

Mit den Pünktchen hatte ich keine bewusste Absicht. Immer nur Kommas ist langweilig. Passiert einfach.

Ich sag mal so: Mit unseren 'Fehlern' sind wir geboren. Vielleicht anders gesagt, unsere Gene und die Umweltbeeinflussung sorgen schon dafür daß keiner fehlerlos durchs Leben geht. Ein Künstler kann einen perfekten Baum malen. Gut daß Bäume nicht in Museen herum laufen können, sonst hätten sie jetzt Probleme und geraten in Eifersucht und Konkurrenz und so weiter.

Auch wenn wir unsre Fehler nicht mögen, erfolgreich bekämpfen ist schwierig. Eben weil wir sie nicht mögen, bauen wir sie noch auf mehr mit unserer Aufmerksamkeit. Fehler sind auch Teil des 'Schattens', wie es in der gegenwärtigen Sprache heisst. Anselm weist darauf hin daß wir zum einen traditionelle 'Rituale' zur Verfügung haben wie Taufe, Fasten, beten und meditieren, die der Seele gut tun. Zum anderen ermuntert er:

.... 'die eigenen Schattenseiten liebevoll anzunehmen'. Ja, was soll man sagen, sind diese Fehler nicht auch nützlich ? Durch Fehler wird gelernt. Erst weil Du sie sehen kannst kommst Du in einen Prozess, der letztendlich Dich von diesen Fehlern befreit.

Muss man jemanden kennen ? Wenn man sieht ohne besitzen zu wollen, also ohne 'begreifen' ... lernt man sich selbst und jeden anderen automatisch immer mehr kennen. Kennt man sich selbst nur als Person, sieht man in anderen auch nur Personen. Nimmt man sich selbst jedoch auch als 'Wesen' wahr, in all seiner Tiefe .. dann kann auch der andere als tieferes Wesen erkannt werden.

Ich denke, Dein Wunsch nach Veränderung ist längst erhört worden. Und die Veränderung wird kommen, je mehr Du vom 'selber machen', also vom Bekämpfen ablassen kannst. Bis dahin freue Dich einfach, daß Du ein normaler Mensch bist mit normalen Fehlern. Und freue Dich weil diese Fehler bald schon wie Erinnerungen verblassen.

Freut mich von Dir zu lesen. ;)
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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon Johncom » Mo 21. Jul 2008, 08:16

Taube hat geschrieben:Wie kann das Herr Seibel wissen, ob da ein Totengeist leitet? Ist es vielleicht so, dass Herr Seibel von einem Geist gleitet wird, der nur Angst vor allem machen will, der nur Böses hinter allem sieht? ...und Grün nimmt doch C.G. Jung nicht als Theologen oder als Glaubenslehrer, sondern höchstens in psychologischen Fragen, was doch etwas anderes ist. Was soll da schlimm sein?


Völlige Zustimmung. :]
Missionare wie Seibel richten und urteilen permanent. Eigentlich sollte sie helfen und heilen. So wie Herr Grün zum Beispiel.
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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon Enggi » Mo 21. Jul 2008, 12:50

Taube hat geschrieben:Wie kann das Herr Seibel wissen, ob da ein Totengeist leitet? Ist es vielleicht so, dass Herr Seibel von einem Geist gleitet wird, der nur Angst vor allem machen will, der nur Böses hinter allem sieht? ...und Grün nimmt doch C.G. Jung nicht als Theologen oder als Glaubenslehrer, sondern höchstens in psychologischen Fragen, was doch etwas anderes ist. Was soll da schlimm sein?

Seibel schliesst auf den Totengeist aufgrund der Dinge, die Anselm Grün schreibt. Carl Gustav Jungs Psychologie hat ihren Ursprung bei den Dämonen, das passt gut zueinander.
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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon Taube » Mo 21. Jul 2008, 13:12

Enggi hat geschrieben:Carl Gustav Jungs Psychologie hat ihren Ursprung bei den Dämonen, das passt gut zueinander.


Wo hast denn Du das her? Tue mir doch den Gefallen und gib mir die Seitenangaben beim Werk C.G. Jung, wo Du das in seinen Werken festgestellt hast.

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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon Enggi » Mo 21. Jul 2008, 14:44

Taube hat geschrieben:
Enggi hat geschrieben:Carl Gustav Jungs Psychologie hat ihren Ursprung bei den Dämonen, das passt gut zueinander.


Wo hast denn Du das her? Tue mir doch den Gefallen und gib mir die Seitenangaben beim Werk C.G. Jung, wo Du das in seinen Werken festgestellt hast.

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Das gehört zum Allgemeinwissen. Dazu braucht man kein Werk von Jung zu lesen. Jung hat kein Geheimnis daraus gemacht, dass er einen persönlichen Geistführer hatte und Spiritismus betrieb.
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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon Taube » Mo 21. Jul 2008, 14:52

Enggi hat geschrieben:
Taube hat geschrieben:
Enggi hat geschrieben:Carl Gustav Jungs Psychologie hat ihren Ursprung bei den Dämonen, das passt gut zueinander.


Wo hast denn Du das her? Tue mir doch den Gefallen und gib mir die Seitenangaben beim Werk C.G. Jung, wo Du das in seinen Werken festgestellt hast.

Gruss Taube
Das gehört zum Allgemeinwissen. Dazu braucht man kein Werk von Jung zu lesen. Jung hat kein Geheimnis daraus gemacht, dass er einen persönlichen Geistführer hatte und Spiritismus betrieb.


Ach komm, auch Allgemeinwissen muss man irgendwoher haben! Du unterstellst, dass Jung seinen Ursprung von seiner Psychologie von den Dämonen hat, kannst es aber nicht belegen. Enggi das ist einfach unsauber und unlauter: Nichts gelesen haben von C.G. Jung, aber fix im Unterstellen. ...und Grün kennst Du gerade auch nicht, aber darüber Diskutieren fällt Dir nicht schwer - im Internetjargon hat das eher mit Trollhaftigkeit zu tun.

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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon Enggi » Mo 21. Jul 2008, 15:14

Taube hat geschrieben:Ach komm, auch Allgemeinwissen muss man irgendwoher haben! Du unterstellst, dass Jung seinen Ursprung von seiner Psychologie von den Dämonen hat, kannst es aber nicht belegen. Enggi das ist einfach unsauber und unlauter: Nichts gelesen haben von C.G. Jung, aber fix im Unterstellen. ...und Grün kennst Du gerade auch nicht, aber darüber Diskutieren fällt Dir nicht schwer - im Internetjargon hat das eher mit Trollhaftigkeit zu tun.
Carl Gustav Jung wurde anderswo abgehandelt und ist nur am Rande interessant und ich weigere mich, hier darauf einzugehen. Ich unterstelle im übrigen Jung nichts, was er selbst bestreiten würde, wäre er noch am Leben.

Solange du und Johncom Anselm Grün als guten Christen lobt, zitiere ich gerne seinen Kritiker. Ihr habt es in der Hand, mich umzupolen. Ihr müsst nur Anselm Grün schlecht machen, dann finde ich sicher einiges Gute an ihm. Ich bin ja auch kein Freund von Alexander Seibel.
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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon elamich7 » Mo 21. Jul 2008, 15:27

Danke Johncom für deine Worte - sie haben mir wohl getan - so in der Art von Anselm Grün und es ist gut. Ebenfalls dankbar bin ich für die Menschen die mir auf eine ganz andere Art dienen. Auch sie brauche ich um mich nicht auf die eine oder andere Seite des Weges hin zu verlieren.
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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon Johncom » Di 22. Jul 2008, 07:44

Enggi hat geschrieben:Solange du und Johncom Anselm Grün als guten Christen lobt, zitiere ich gerne seinen Kritiker. Ihr habt es in der Hand, mich umzupolen. Ihr müsst nur Anselm Grün schlecht machen, dann finde ich sicher einiges Gute an ihm. Ich bin ja auch kein Freund von Alexander Seibel.


Musste lachen bei den mittleren Sätzen. :lol: :lol: Danke. :)

In der Rolle bin ich auch manchmal: Mich bei einem polarisierenden Thema auf eine Seite zu schlagen. Aber nicht beliebig, es muss schon eine Portion Überzeugung da sein. Beispiel ... bei Hindus und Buddhisten fand ich extrem wertvolles, was das offizielle Christentum gern abwertet. Da stell ich mich spontan auf die Seite dieser östlichen Wege. Wenn Hindus oder Buddhisten aber das Christentum heruntermachen, wär ich sofort auf der Verteidigerseite der christlichen Kernbotschaft.

Enggi, ich will Dich jedenfalls nicht 'umpolen'. Auch interessiert mich an Anselm nicht ob er ein guter Christ ist. Vielmehr aber was er sagt, was er lehrt. Ob er sozusagen ein Christ der Moderne ist, und ob seine Impulse in die Zukunft weisen.
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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon elamich7 » Di 22. Jul 2008, 08:00

Johncom hat geschrieben: Auch interessiert mich an Anselm nicht ob er ein guter Christ ist. Vielmehr aber was er sagt, was er lehrt.


Wenn wir von den Menschen das annehmen was sie uns sagen und lehren - das was wir im Herzen erkennen das es richtig und gut für uns ist - dann werden wir frei davon den Menschen selbst zu beurteilen und danach zu entscheiden ob wir von "dem" was annehmen wollen oder nicht. Dann geht es uns um die Botschaft die er bringt. Am schönsten ist es natürlich wenn die Worte und das Sein des Menschen der lehrt übereinstimmen. Ich meine das wenn Anselm z.B. über Demut und Sanftmut spricht und ich in seinem Wesen diese Charaktereigenschaften sehe - es mir viel leichter fällt seine Worte anzunehmen. Viel leichter als wenn ein arroganter selbstverliebter Mensch kommt und mich anklagt ich sei hochmütig und müsse mich ändern. Das dann anzunehmen von so einem Menschen ist demütigend aber auch heilsam wenn er mit seinen Worten recht hat.
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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon Johncom » Mi 23. Jul 2008, 06:31

elamich7 hat geschrieben:Wenn wir von den Menschen das annehmen was sie uns sagen und lehren - das was wir im Herzen erkennen das es richtig und gut für uns ist - dann werden wir frei davon den Menschen selbst zu beurteilen und danach zu entscheiden ob wir von "dem" was annehmen wollen oder nicht. Dann geht es uns um die Botschaft die er bringt. Am schönsten ist es natürlich wenn die Worte und das Sein des Menschen der lehrt übereinstimmen. Ich meine das wenn Anselm z.B. über Demut und Sanftmut spricht und ich in seinem Wesen diese Charaktereigenschaften sehe - es mir viel leichter fällt seine Worte anzunehmen. Viel leichter als wenn ein arroganter selbstverliebter Mensch kommt und mich anklagt ich sei hochmütig und müsse mich ändern. Das dann anzunehmen von so einem Menschen ist demütigend aber auch heilsam wenn er mit seinen Worten recht hat.


Bestimmt. In jedem Fall und von jedem Menschen kann gelernt werden, oder wie Du sagst .. angenommen. Auch von Kindern oder von zufälligen Passanten. Vorrausgesetzt daß man offen ist und gleichzeitig in sich zentriert. Dann kommen schon die kleinen Wegweiser auf einen zu, und man nimmt sie wie 'von Gott geschickt'.

Wenn ich jedoch einen spirituellen Lehrer brauche, zur unterstützenden Begleitung auf meinem Weg, dann erwarte ich schon einen der angekommen ist. Kann man das so sagen, angekommen ? Vielleicht besser: Einen, der die Welt überwunden hat. Einen, der 'in Frieden ist'.

Kleine Passage von Meister Eckhart:
'Denn so viel bist Du in Gott, so viel Du in Frieden bist, und so viel außer Gott, so viel Du außer Frieden bist. Ist es etwas nur in Gott, so hat es Frieden. So viel in Gott, so viel in Frieden. Wieviel Du in Gott bist, wie auch, ob dem nicht so sei, das erkenne daran: ob Du Frieden oder Unfrieden hast'.

Ich denke das ist eine gute Richtschnur. Der, der den eigentlichen Frieden hat .. dem kann ich mich vertrauensvoll öffnen, von dem nehme ich leichter an. Hast Du es so ähnlich gemeint ?
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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon Taube » Mi 23. Jul 2008, 07:15

Johncom hat geschrieben:Wenn ich jedoch einen spirituellen Lehrer brauche, zur unterstützenden Begleitung auf meinem Weg, dann erwarte ich schon einen der angekommen ist. Kann man das so sagen, angekommen ? Vielleicht besser: Einen, der die Welt überwunden hat. Einen, der 'in Frieden ist'.


Da gibt es eigentlich einen und nur einen, der dafür in Frage kommt: Joh 16,33 "Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden." Das heisst: Er wird die Welt auch in unserem Leben überwinden, wenn wir ihm Einlass gewähren. 1Joh 5,4 "Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube."

So finde ich, dass die Frage nach einem spirituellen Begleiter ganz gefährlich ist und ganz genau betrachtet werden soll, will man nicht einfach in einen "christlichen Buddhismus" abgleiten.


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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon elamich7 » Mi 23. Jul 2008, 11:19

Guten Tag Johncom

Wenn ich mit offenen Augen durch den Alltag gehe - so finde ich immer Menschen die mir in etwas voraus sind. Die eine Art an sich haben die ich auch haben möchte - die mir gefällt - die ich besser finde als wie ich bin. Dann denke ich das ich noch nicht dort angekommen bin wo ich sein könnte. Das fordert mich heraus mich darin zu üben auch so zu sein. So ordentlich oder so fleissig oder so liebevoll im zuhören usw. Wenn der Andere so sein kann dann ist es doch auch möglich das ich so werden kann. Vielleicht ist es mir nicht gegeben so ganz fröhlich zu sein wie Mensch A oder so mutig wie Mensch B. Aber ich kann so sein wollen. Und wenn ich es will dann werde ich dem ähnlich. Auf jeden fall muss ich nicht so bleiben wie ich bin. Auf keinen Fall. Lehrer oder Hirten sind für mich Vorbilder. Von ihnen möchte ich lernen. Aber sind sie mir in allen Dingen Vorbild? Ist bei jedem Lehrer alles Gut? Hmm...ich denke gerade das er die Frucht des Geistes haben sollte. Alle Stoffe die sie enthält. Wenn er nur wissen hat und keine Sanftmut oder nur Erkenntnis aber keine Demut, ja dann stimmt etwas nicht. Und doch kann ich von dem Menschen das annehmen was ich bei ihm als Gut erkenne. So ist eigentlich fast jeder für mich Lehrer von dem ich etwas lernen kann. Ich denke das Gott zu mir spricht. Und das er in einem Tag durch mehrere Menschen oder Umstände zu mir redet. Am Ende des Tages bekam ich von Gott Zuspruch und Ermahnung und Lob und Zurechtweisung - je nachdem wie ich es gerade brauche - es nötig habe.

So ist für mich der Heilige Geist mein Lehrer. Ich höre auf die Stimme meines guten Hirten und wenn ich das tue dann höre ich Ihn durch wer was wann und wo Er grad zu mir spricht. Ich habe noch nie einen Menschen kennengelernt dem ich 100% vertrauen möchte. Von dem ich alles annehmen könnte. Ich kenne auch mehr solcher Hirten oder Lehrer durch Bücher als vom realen Leben. Der eine spricht so wunderbar von Jesus das ich ihn dafür ganz fest gern habe. Der Andere hat eine so gute Erkenntnis über Heiligung das ich ganz begeistert bin von ihm. Im richtigen Leben habe ich einen Menschen kennengelernt der sich echt Mühe gab mir zu helfen. Der drangeblieben ist und nicht aufgegeben hat. Aber auch er ist nicht vollkommen in all seinem reden und tun.

Ich bin dankbar für Menschen von denen ich gutes lernen darf. Möchte ihnen in dem Guten nacheifern. Aber mein wahrer und bleibender und ewiger Hirte ist Jesus Christus.

Von Anselm Grün habe ich gutes gelesen - das mich erbaut hat. Dafür bin ich ihm dankbar. Doch möchte ich den Menschen Jesus empfehlen weil Er der wahre Meister für mich ist.
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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon Johncom » Do 24. Jul 2008, 07:01

Hallo Elamich7,

woher kommt es, daß niemand so recht mit sich zufrieden sein möchte. Kenn ich auch von mir. Andere sind besser als ich .. fleissiger und sehr viel ordentlicher bestimmt. Gerade mit der 'ästhetischen' Ordnung hier bei mir zuhause bin ich selber höchst unzufrieden, da seh ich mich als Katastrophe auf zwei Beinen ! Aber auch das wird noch, zumindest bin ich zuversichtlich.

Natürlich wird sich vieles was Du heute bemängelst, sich in Zukunft zum besseren ändern. Alleine daß Dir das auffällt, das setzt ja schon die Hebel in Gang. Das Problem seh ich eher da, daß Du vielleicht nicht siehst, was Du jetzt schon alles hast. Kann mir vorstellen daß Mensch A oder Mensch B insgeheim Elamich7 bewundert, viele gute Eigenschaften sieht, die man selbst noch nicht hat.

Ich sag mal flott was die Chance des 'religiösen Menschen' ist: Sich eben nicht zu sehr um das persönliche Selbst zu sorgen und kümmern. Alles was kommt .. es ist gegeben worden. Alles was geht, es ist genommen worden. Sich dem Ziel nähern zu erkennen daß 'Sein Wille geschieht, nicht meiner'.

Du sagtst 'Auf jeden fall muss ich nicht so bleiben wie ich bin'. Aber Du darfst. Du darfst Dich jetzt schon annehmen wie Du bist, denn Gott hat Dich so gemacht. Und Gott hat auch zugelassen, daß es Zeiten gibt wo dieses innere Drama in Dir stattfindet, wo Du nicht ganz akzeptieren kannst daß ein paar andere vielleicht mehr Nettigkeit ausleben und ein bischen mehr Erfolg auf sich ziehen. Dieser innere Konflikt zermürbt Dich im Moment etwas, aber er wird auch seine Lösung finden. Aber ich denke schon es geht erstmal darum sich mit dem 'Jetzt' einzulassen, mit dem hier und heute. Und erst dann kommen die wirklichen Veränderungen.

elamich7 hat geschrieben:Ich denke das Gott zu mir spricht. Und das er in einem Tag durch mehrere Menschen oder Umstände zu mir redet. Am Ende des Tages bekam ich von Gott Zuspruch und Ermahnung und Lob und Zurechtweisung - je nachdem wie ich es gerade brauche - es nötig habe.


Gut gesagt. Und nicht vergessen würd ich, daß auch andere von Dir Zuspruch erfahren. Wenn Du zuhörst hilfst Du anderen, und auch eine kleine gute Tat gibt schon etwas, was einem anderen 'den Tag rettet'. - Unsere Dummheit ist immer, daß wir denken wir sind die einzigen mit Problemen. Eine noch schwerwiegendere Dummheit ist, daß wir denken wir seien die einzigen die sich nach Gott sehnen.

Daß Du für Dich den wahren Meister Jesus gefunden hast, ist eine goldene Sicherheit. Ihm kannst Du zu 100% vertrauen. Und manchmal kommt dann doch Unsicherheit auf, weil die gewünschten Veränderungen nicht so schnell gehen ? Dann liegt es auch an uns, weil wir nicht immer zu 100% annehmen können. Weil wir es wieder mal versucht haben, alles selbst zu machen. Alle Sorge und Selbstbezogenheit, an Jesus abgeben .... dann läufts. :]

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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon Johncom » Do 24. Jul 2008, 07:35

Taube hat geschrieben:
Johncom hat geschrieben:Wenn ich jedoch einen spirituellen Lehrer brauche, zur unterstützenden Begleitung auf meinem Weg, dann erwarte ich schon einen der angekommen ist. Kann man das so sagen, angekommen ? Vielleicht besser: Einen, der die Welt überwunden hat. Einen, der 'in Frieden ist'.


Da gibt es eigentlich einen und nur einen, der dafür in Frage kommt: Joh 16,33 "Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden." Das heisst: Er wird die Welt auch in unserem Leben überwinden, wenn wir ihm Einlass gewähren. 1Joh 5,4 "Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube."

So finde ich, dass die Frage nach einem spirituellen Begleiter ganz gefährlich ist und ganz genau betrachtet werden soll, will man nicht einfach in einen "christlichen Buddhismus" abgleiten.


Gruss Taube


Hm .... also christlicher Buddhismus. Ein buddhistischeres Christentum wäre schon zu wünschen. In dem Sinne, daß kritische Selbst-Reflektion angeboten wird anstelle von langweiligen Sonntagspredigten, die sowieso schnell wieder vergessen sind. In buddhistischen Kulturen gibt es eine Tradition für Jugendliche, einige Wochen im Kloster das Schweigen zu erleben. Und das Angebot, im späteren Leben jederzeit zurück kommem zu können.

Ich nehme an, daß ein zukunftsorientiertes Christentum eine grundsätzliche Feindschaft zu Parallel-Religionen nicht mehr kennt. Für Anselm ist die Übung des Zen eine selbstverständliche Praxis. Weshalb dann von 'Gefahren' reden, in einen Buddhismus abzugleiten ? Hast Du denn selber diese Gefahren erlebt mit spirituellen Begleitern ?

'Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden'. Heisst doch wer seinen Frieden in Christus hat, der ist guten Mutes. Der wird nicht in irgendwas 'abgleiten' und in Gefahr geraten. Oder haben wir uns falsch verstanden ? Gruß
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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon Taube » Do 24. Jul 2008, 08:10

Die Gefahr ist gross, dass ich hinabgleite in einen Selbsterlösungsweg, dass ich also mein Heil schaffe durch meine Übungen. Ich kann nicht zu Christus kommen, wenn nicht Christus zu mir kommt. Diese Dynamik muss da sein. Der buddhistische Weg ist der Weg, den Du gehst, allenfalls in einigen buddhistischen Richtungen mit Hilfe von ausserhalb von Dir stehenden "Mächten".
Der Zenmeister und Pater Hugo Makibi Enomiya-Lassalle SJ (1898–1990) zeigt sehr genau auf, dass es im christlichen Zen immer noch um die Offenbarung Gottes in seiner Menschwerdung durch Jesus Christus geht. Auch Willigis Jäger OSB lehnt so eine Intuitionslehre ohne allen Rückbezug auf die grundlegenden Wahrheiten der Bibel ab.

Wer an Jesus Christus als seinen Erlöser und Versöhner glaubt, wird Frieden in Christus finden, aber das sagt noch nicht aus, dass überhaupt keine Bedrängnis da ist in der Welt. Aber Jesus, der der Christus ist, gibt auch uns den Mut und die Kraft unsere Aufgabe zu erfüllen und zu handeln in Liebe, auch indem Jesus den Weg weisend vorausgegangen ist.

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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon Taube » Do 24. Jul 2008, 08:30

Die Gefahr in diesem Bereich ist vielleicht so zu formulieren: fragwürdig wäre ein Monismus "Ich bin du – du bist ich", biblisch gehts aber in die theistische Richtung "Ich bin in dir – du bist in mir".

Gruss Taube
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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon elamich7 » Do 24. Jul 2008, 09:45

Sei herzlich gegrüsst Johncom

Wäre ich mit mir rundum ganz zufrieden so sähe ich keinen Bedarf etwas an mir und in meinem Leben zu verändern. Nein Johncom - das wird wohl nichts - das mit deiner Ordnung - nicht wenn du nicht heute hingehst und Ordnung schaffst. Heute wo es dir bewusst geworden ist das da noch ein Mangel ist. Komm - pack es an und dann ist Platz für den Nächsten Schritt. Wenn du keinen Mum hast es alleine zu tun dann sag es mir und ich komme gerne zu dir und wir tun es zusammen. Weisst du wie gross dann die Freude ist?

Für mich ist Gott - Seine Kraft mir zu helfen wie das Benzin in meinem Tank. Wunderbar - es fährt nur durch den Sprit. Aber ich muss einsteigen - ich muss den Schlüssel drehen und ich muss gas geben. Das tut Gott nicht für mich. Er gibt uns den Wunsch Ordnung zu schaffen in unserem äusseren Haus und Er gibt uns den Wunsch Ordnung zu schaffen in Seinem Haus - unserem Herzen. Der Antrieb kommt von Gott. Wir dürfen Hände und Füsse sein die das ausführen wozu Er uns antreibt.

Ja und ich möchte auch nicht vergessen was der HERR mir bis heute gutes getan hat. Dankbar sein für die Veränderungen die ich erfahren habe - aber eben da nicht sitzen bleiben...

Etwas vom ersten das ich von Anselm Grün las war ein Zitat eines Rabbis. Das es wenig braucht um glücklich zu sein. Kennst du es?
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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon Johncom » Fr 25. Jul 2008, 06:26

elamich7 hat geschrieben: Nein Johncom - das wird wohl nichts - das mit deiner Ordnung - nicht wenn du nicht heute hingehst und Ordnung schaffst. Heute wo es dir bewusst geworden ist das da noch ein Mangel ist. Komm - pack es an und dann ist Platz für den Nächsten Schritt. Wenn du keinen Mum hast es alleine zu tun dann sag es mir und ich komme gerne zu dir und wir tun es zusammen. Weisst du wie gross dann die Freude ist?


Ha ha das sind aufbauende Worte. Anpackende Seelsorge. Ich habe leider keinen Drucker, sonst würd ich den Text vergrössern und alles 'in Fett', ihn ausdrucken und wie ein grosses Poster aufhängen. Und wenn ich mal wieder beim Wohnungsputz durchhänge ? ... hol ich mir den Motivations-Kick sofort. Ich danke Dir.

elamich7 hat geschrieben:Für mich ist Gott - Seine Kraft mir zu helfen wie das Benzin in meinem Tank. Wunderbar - es fährt nur durch den Sprit. Aber ich muss einsteigen - ich muss den Schlüssel drehen und ich muss gas geben. Das tut Gott nicht für mich. Er gibt uns den Wunsch Ordnung zu schaffen in unserem äusseren Haus und Er gibt uns den Wunsch Ordnung zu schaffen in Seinem Haus - unserem Herzen. Der Antrieb kommt von Gott. Wir dürfen Hände und Füsse sein die das ausführen wozu Er uns antreibt.


Ja, so kann man es auch sehen ( und auch spüren ): Gott gibt Energie ! Die Frage wäre nun, war Gott vorher nicht da ? Das im Christentum stark mitprägende AT erzählt ja von Zeiten des Verlassenseins. Auch Jesus am Kreuz rief 'Warum hast Du mich verlassen'. Eine polare Sichtweise, hier ich - da Gott.

Was die kontemplativen Orden wohl suchen, was auch irgendwie schon luxuriös ist, ist die Wahrnehmung auf Gott über den ganzen Tag beizubehalten. Also immer wieder in die Reglosigkeit zurückgehen: Spüren, horchen, sehen, da sein. Eine Wahrnehmung aufbauen, die dann auch in den aktiven Stunden weiter trägt.

Übrigens, ja gerne. Zitier doch mal was Du von Anselm Grün gelesen hat, was Dich beeindruckt und was auch für andere Mitleser Denkanstösse gibt. Freue mich drauf. :pray:
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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon Johncom » Fr 25. Jul 2008, 07:30

Hallo Taube,

es freut mich auch, mit Dir zu diskutieren. Nehme an, Du hast theologisch einiges gebüffelt und kennst Dich aus ( brauchst das aber nicht zu beantworten ). Es wundert mich schon daß solche Begriffe wie Selbsterlösungsweg kursieren.

Niemand ist 'selbst' .. also im Sinne von 'allein' oder getrennt. Nur der eigene Kopf denkt 'ich bin ein jemand, ein Einzelner'. Schon daß ich geboren wurde ist Koproduktion meiner Eltern. Alles was bisher an Nahrung durch mich ging ist Umwelt. Die Luft, die ich atme, atmen alle. Die Sprache, nicht nur die mit der ich jetzt mal schreibe sondern auch die, die unaufhörlich meine Gedanken formuliert während ich mit niemandem rede, auch die ist Allgemeingut. Wer bin ich dann ? Und - wie kann sich jemand 'selbst erlösen'.

Was tuen denn die Meditierer ? Sie gehen in Position, das ist alles. Sie werden angewiesen, den inneren Schwätzgeist eine Zeitlang zu beobachten um ihn dann mehr und mehr zu durchschauen und gehen zu lassen. Es ist wie Gebet, da babbelt man ja auch nicht alles mögliche, sondern man spricht jedes Wort langsam und bewusst. Und auch die kirchlichen Gottesdienste fordern die Gemeinde 'zur Ruhe' auf in den wichtigen sakralen Momenten. Selbsterlösung ist nicht möglich, da braucht es erst eine Vorstellung von Erlösung, aber genau diese Vorstellungen bilden wir ja sowieso die ganze Zeit, und sie haben uns nie erlöst.

Weil Du Buddhismus erwähnst, dort ist es bei wohl 90% der Gläubigen nicht anders als bei den Christen. Sie gehen in ihre Tempel um vor 'Lord Buddha' für die kleinen Glücksmomente im Leben zu beten: Gesundheit, gute Geschäfte, Wohlergehen. Unterschied ist, wie ich meine .... die Klöster sind zugänglicher. In einigen Ländern die ich sah, gehen die Mönche täglich aus um ihr Essen zu erbitten, dann geben sie einen Segen für das Haus. Da ist also Kontakt, der vom Volk auch gerne angenommen wird. Ne, ich bin kein Buddhist. Ich lernte und lerne im Bereich Advaita und Neo Advaita, und im Moment möchte ich mich gerne den Kern der christlichen Überlieferung wie auch der jüdischen annähern.

Du nennst den guten Mann Willigis Jäger in Zusammenhang mit 'Intuitionslehre'. Auch ein witziges Wort und für mich neu, danke aber für den Hinweis. Ich hab Herrn Jäger nicht getroffen und auch keine Bücher von ihm. Er hat aber eine Homepage, also mal schauen. In der Rubrik 'Der Weg des Zen' zitiert er D. T. Suzuki. Auszug:

'So weit ich zu sehen vermag, lehrt die christliche Erfahrung das gleiche; das buddhistische Undenkbare entspricht der göttlichen Offenbarung, die etwas Übernatürliches und über den Verstand Hinausgehendes ist und völlig außerhalb der menschlichen Denkfähigkeit liegt. Wir werden diese Offenbarung so lange nicht verstehen, solange wir nicht die Fesseln unseres Verstandes und unserer Logik abgestreift haben. Gott wird sich niemals Köpfen offenbaren, die mit rationalen Vorstellungen vollgestopft sind; nicht weil er rationalem Verstehen abgeneigt wäre, sondern weil er einfach jenseits solchen Verständnisses ist. Das Offenbarwerden wird jedoch nur geschehen, wenn der menschliche Verstand sich erschöpft hat und all seine Ichhaftigkeit sowie alle Vorstellungen des Unterschiedenseins aufgegeben hat'.

Willigis Jäger weiter unten: 'Und so gibt es kein buddhistisches Zen und auch kein christliches Zen. Es gibt vielleicht Zenmeister, die Buddhisten sind, und Zenmeister, die Christen sind. Zen selbst jedoch bleibt von ihrer Religion unberührt. Daher ist es mein Anliegen, Zen auf seinen Ursprung zurückzuführen'.

Ich kann von daher Bekenntnis-Bedingungen erkennen, jeder Schüler kann frei üben, lernen und erfahren. Kein Glaubensdogma wird von Willigis Jäger erwünscht.

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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon Johncom » Fr 25. Jul 2008, 07:44

Taube hat geschrieben:Die Gefahr in diesem Bereich ist vielleicht so zu formulieren: fragwürdig wäre ein Monismus "Ich bin du – du bist ich", biblisch gehts aber in die theistische Richtung "Ich bin in dir – du bist in mir".


Der große Unterschied dieser Formulierungen ist mir noch nicht ganz klar geworden. Aber beide Formeln haben eins gemeinsam: Es sind einfach nur aneinader gereihte Wörter, genauso wertvoll oder wertlos wie ein Papiergeraschel. Oder ein Pups.

Anders natürlich wenn sie mit ganzem Herzen und Verstand realisiert werden, dann können sie Ketten sprengen. Aber bis dahin ist solche Unterschiedssuche und Gefahrenwarnerei einfach nur Beschäftigung, die nichts wirkliches aussagt. :|

Gruß
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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon Taube » Fr 25. Jul 2008, 10:00

Johncom hat geschrieben:Hallo Taube,

es freut mich auch, mit Dir zu diskutieren.


Ich diskutiere auch gerne mit Dir. Schön ist auch, dass Du diese HP gefunden hast, ich habe diese auch noch durchgeschaut, bevor ich Willigis Jäger nach kurzem Zögern genannt habe. Und doch kann Jäger immer noch sagen in seinen Vorträgen, dass Jesus Christus Sohn Gottes ist, das das Credo auch weiterhin für die Christen aktuell sein wird, dass die "Heilige Bibel" seine Lebensgrundlage bleibt. Ich glaube, dass dies vor allem daher rührt, dass Jäger Mühe hat mit dem "Mensch hier in dieser Welt - Gott dort in einer anderen Welt". Er sieht das viel verbundener. Folgerichtig entzündet sich vor allem bei der Frage nach dem personalen Gott der Streit, ob er kirlich noch "rechtgläubig" ist, er ist ja auch mit einigen Kirchenverboten konfrontirt. Der Spur nach kann ich es sehen, wie und was er denkt, aber ich kann es noch nicht recht erklären.

Mich selbst zieht es nicht zu Jäger, er möchte zwar differenziert sein, aber seine Begriffe wie Dualität, Offenbarung etc. bleiben mir zu schwammig und er wirkt dadurch undifferenziert.

Gruss Taube


PS: Die anderen Abschnitte von Deinem Beitrag muss ich noch studieren, vielleicht melde ich mich nochmals darauf.
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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon elamich7 » Fr 25. Jul 2008, 15:35

Schreibe sie dir ins Herz Johncom - die Worte - dort sind sie gut aufgehoben und gehen nie mehr verloren. Wenn du mal in Not bist dann errinnere dich daran...

Die Sünde trennt den Menschen von Gott - entfremdet Ihn so das Er gar nicht mehr wahrgenommen wird. Das ist wohl auch der Grund wesshalb viele Menschen es nicht einmal für Möglich halten das ein Gott sei.

In die Reglosigkeit zurückgehen nenne ich mich stündlich errinnern zu wollen das ich durch Jesus mit Gott versöhnt worden bin. Dieses Wissen - diese Gewissheit ist ein fester Anker darauf ich mein Leben bauen kann und mich durch den Alltag trägt.

Ich freue mich dann an Worten von Anselm Grün wenn ich etwas von ihm lese das ich aus der Bibel kenne das er mit andern Worten ausdrückt - mir aber das gleiche sagt. Ob er selbst es so meint wie ich ihn verstehe ist wieder eine andere Sache. Lese ich etwas von ihm das ich nicht kenne und mir fremd ist - dann lasse ich es sein.

Nun zu dem Zitat:

"Was braucht man, um wirklich glücklich zu werden? Nicht viel, sagt der jüdische Religionsphilosoph Abraham J. Heschel. Eigentlich nichts, was nicht schon längst da wäre. "Gott, eine Seele und ein Augenblick. Diese drei sind immer da. Einfach da sein ist ein Segen, einfach nur leben ist heilig."


Diese Worte verstehe ich so - das wenn wir eins mit Gott sind und zu Seiner Ruhe gekommen sind - unser Leben ein einfaches wird. Wir dann heil gemacht werden von innen her - vom Herzen. Dann dürfen wir ein Segen sein für andere Menschen.

In den letzen Tagen ist mir immer wieder eine Frage durch den Kopf gegangen. Wie können wir sicher wissen das es uns um Gott geht? Wie wir uns selbst prüfen ob Er allein uns in Wahrheit genügt? Darf ich dich das fragen bevor ich schreibe zu was für einer Antwort ich für mich gekommen bin?
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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon Johncom » Sa 26. Jul 2008, 07:22

elamich7 hat geschrieben:Die Sünde trennt den Menschen von Gott - entfremdet Ihn so das Er gar nicht mehr wahrgenommen wird. Das ist wohl auch der Grund wesshalb viele Menschen es nicht einmal für Möglich halten das ein Gott sei.
In die Reglosigkeit zurückgehen nenne ich mich stündlich errinnern zu wollen das ich durch Jesus mit Gott versöhnt worden bin. Dieses Wissen - diese Gewissheit ist ein fester Anker darauf ich mein Leben bauen kann und mich durch den Alltag trägt.


Find ich auf jeden Fall bestens formuliert: Ein fester Anker, und damit auch ein sicherer Ruheplatz und eine Energiequelle, in die man zu jeder Zeit eintauchen kann. Was jetzt 'Sünde' betrifft, das ist eine Sichtweise die nicht von jedem gleich eingenommen wird. Und auch wenn man seine Mitmenschen dadurch automatisch als Sünder, oder als noch nicht 'gerettet' einschätzt .. das wär in meiner Ansicht gefährlich. Um mal Taubes Begriff zu verwenden. Gefährlich, weil man sich vom Mitgeschöpf abspaltet. Und genau das Gegenteil wurde von Jesus vorgelebt, er wendete sich genau denen zu, die von der damaligen herrschenden Religion als 'unantastbar' oder unrein in den Schatten gestellt waren. Tolle 'Von Gott Erzähler' gab es damals auch, aber wohl kaum einer brachte die Nächstenliebe so auf den Punkt, daß er sogar die Nicht-Reinen umarmte und gegenüber den Gerechten in Schutz nahm.

Zu Deinem Anselm-Zitat. Ich hoffe, es kommen noch mehr ?

"Was braucht man, um wirklich glücklich zu werden? Nicht viel, sagt der jüdische Religionsphilosoph Abraham J. Heschel. Eigentlich nichts, was nicht schon längst da wäre. "Gott, eine Seele und ein Augenblick. Diese drei sind immer da. Einfach da sein ist ein Segen, einfach nur leben ist heilig."


Ja, so einfach ist das. Ich finde, bereits der erste Satz enthält etwas das aufmerken lassen kann: Glücklich werden. Seit Jahrhunderten durchbohrt uns die lehrende Religion mit Forderungen: Du sollst, Du musst, Du darfst nicht .... sonst droht ewige Hölle. Und hier kommt eine andere neue, wahrscheinlich eine uralte Sicht: Die eigentliche, oder richtig verstandene Religion macht glücklich. Take it easy ... lass Dich glücklich machen.

Es braucht also nur 3 Dinge, Gott, eine Seele und ein Augenblick. Warum der Augenblick ? Es ist der Jetzt-Moment. Der Augenblick ist frei von Gedanken. Und was alle Meditations-Schulen betonen, ist daß Gedanken sich nur mit etwas vorherigem oder etwas in die Zukunft projeziertem beschäftigen. Das völlige Annehmen des Hier und Jetzt ist Gegenwart pur. Erst wenn ich mich selbst ( meine Probleme und Identifikationen, all das .. ) beiseite stelle, kann ich ganz da sein. Und Gottes Gegenwärtigkeit ist auch da. Wenn ich ganz da bin werde ich gewahr daß Gott immer da war. Wie Heschel sagt, einfach da sein ist ein Segen. Es kostet zunächst etwas Anstrengung zur Umgewöhnung, aber bald wird es sicher zur netten Gewohnheit, wenn man lernt im Alltag etwas Platz zu machen um sich der Gegenwärtigkeit Gottes zu erinnern, ein- oder zweimal am Tag. Dann, wie Du sagst, wird das Leben einfacher. Man wird gewahr daß Gott trägt. Aber nicht nur mich, alles.

elamich7 hat geschrieben:In den letzen Tagen ist mir immer wieder eine Frage durch den Kopf gegangen. Wie können wir sicher wissen das es uns um Gott geht? Wie wir uns selbst prüfen ob Er allein uns in Wahrheit genügt? Darf ich dich das fragen bevor ich schreibe zu was für einer Antwort ich für mich gekommen bin?


Wir brauchen uns in nichts sicher zu sein, aber wir können Vertrauen haben. Sich sicher sein zu wollen, das gehört wieder zum 'weltlichen'. In der Welt kann man Garantie und Rückgaberecht fordern, und sollte man auch wenn es um ökonomische Dinge geht. Aber auf dem Weg zu Gott kann man ruhig laufen lassen bzw einfach vertrauen. - So, und zu welcher Antwort bist Du für Dich gekommen ?

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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon Johncom » Sa 26. Jul 2008, 08:21

Hallo Taube,

ja würd mich freuen wenn Du Dich wieder meldest. Es geht bestimmt vielen so, daß bestimmte Begriffe aus der Feder eines Mystikers ( wenn man so sagen kann ) dem Leser 'schwammig' vorkommen. Oder vernebelt, auch das hört man. Der Erfahrene, der die Systeme der Exerzitien wie Meditation und geübtes inneres und äusseres Schweigen kennengelernt hat, dem wird kristallklar was Dualität eigentlich ist. Vergleichbar wohl mit dem was der Bergsteiger den Leuten nachher im Wirtshaus sagen wird: Dort oben hatte ich so eine Übersicht ! Na, vielleicht ein übertriebenes Beispiel.

Mit den Sehern hatten die Kirchen immer Probleme und zum Glück haben wir heute eine Überschau auf die bereits vergangenen Kirchenstrafen, Verbote etc. Die Kirchen haben eine gesellschaftliche Verantwortung. Eine kleine Änderung in was auch immer für Nebensächlichkeiten, die in Europa schon normal sind, könnten in Latein Amerika Erdrutsche auslösen. Also bleiben die Kirchen, wo es geht konservativ und diskret um nicht alte Fehler nochmal zu begehen.

Ich vermute daß Jäger nicht so sehr die Mühe hat mit ( danke für die Kurzfassung: ) 'Mensch hier in dieser Welt - Gott dort in einer anderen Welt'. Die Mühe besteht eher in der ehrlichen Vermittlung, daß alter Glauben neuer Erkenntnis gar nicht widersprechen muß.

Gruß
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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon elamich7 » Sa 26. Jul 2008, 12:50

Wünsch dir einen guten Tag Johncom

Wenn ich mich selbst als begnadeter Sünder erkenne so stehe ich auf der gleichen Stufe mit meinen Mitmenschen ganz gleich wie sie sich selbst bezeichnen. Ob sie sich gerecht und gut vorkommen oder als Versager. Dieses wissen das wir alle von Gottes Gnade abhängig sind hilft mir mich nicht höher zu achten als den Nächsten. Meine Aufgabe in dieser Welt ist die Menschen zu lieben mit der Liebe die ich von Gott geschenkt bekomme. So bleibt kein Raum für Eigenlob. Wenn ich einfach bin und liebe so bin ich auch frei von der Erwartung vom Andern etwas bekommen zu müssen. Die Befriedigung ist im Gott dienen und tun was Er will. Dann wird jeder liebevolle Blick oder jedes freundliche Wort und jede Hilfeleistung des Mitmenschen zu einem unverdienten Geschenk das ich freudig empfangen darf und so täglich reich beschenkt werde.

Ja Gott möchte das wir rundum glückselig sind. Wir das Evangelium annehmen - in uns aufnehmen und anfangen zu leben. Wir der frohen Botschaft glauben schenken und das dieser Glaube an uns sichtbar wird. Das die Menschen an uns lesen dürfen - an unserem Vorbild sein für sie - das das Wort Wahrheit ist. Das es wahr ist das durch die Gnade Gottes der Mensch neu werden darf und nicht mehr so bleiben muss wie er ist. Frei werden darf von all den vielen Fesseln die ihm das Leben schwer machen.

Ja - das Heute! Die Gegenwart Gottes ist im Jetzt. Wie oft sind wir mit den Gedanken in der Zukunft und vergessen das wir doch gerade jetzt leben. Jetzt den Himmel bestaunen und jetzt den Vogel zwitschern hören und auch jetzt grad uns freuen dürfen das wir leben. Wie oft hängen die Menschen in der Vergangenheit und bedauern die gute alte Zeit. Ja - es muss ein Segen sein zu lernen im Jetzt und im Heute zu leben. Das wahrzunehmen was grad dran ist. Ganz bei dem Menschen zu sein mit dem man zusammen ist und nicht mit unzähligen Dingen gleichzeitig sich zu beschäftigen und doch nirgends ganz dabei zu sein. Man ist dann ganz zerteilt und nicht bei der einen Sache die grad dran ist. Das will ich gerne lernen im Heute zu leben.

Ja du hast recht - das mit dem ganz sicher sein. Vertrauen ist besser gesagt - danke. Ich bin dazu gekommen zu denken das Gott mir dann das wichtigste ist wenn mir alles genommen werden kann und ich doch volle genüge habe. Das mein Glück weder in einer guten Ehe noch an lieben Kindern - auch nicht am Reichtum oder an der Gesundheit liegt. Das ich immer noch reich bin wenn ich arm bin. Wenn mir etwas genommen wird von dem ich dachte das mein Glück davon abhängt.

Noch etwas...Das ich in der Beziehung zu Gott keine Hilfsmittel benötige. Also gar nichts brauche ausser Gott der in meinem Herzen lebt durch Seinen Heiligen Geist.

Bin ich wirklich so frei wie ich sein möchte? Wie reagiere ich heute auf Dinge die mir genommen werden oder die ich nicht bekomme? Habe ich dadurch Mangel? Mangel im Sinn das es mir die Freude nimmt?
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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon elamich7 » Sa 26. Jul 2008, 13:21

Johncom hat geschrieben:Zu Deinem Anselm-Zitat. Ich hoffe, es kommen noch mehr ?


Nachdem er Heschel zitiert schreibt er weiter:

Nicht mehr als drei Dinge möchte auch ich in diesem Buch beschreiben: Ich glaube, dass sie für das Gelingen des Lebens genügen: Die Sorgen lassen. In Einklang mit sich selbst kommen. Und: Einfach leben.

Jesus sagt wir sollen uns nicht sorgen und Petrus schreibt das wir unsere Sorge auf Gott werfen sollen. Das Gebet von Jesus war das wir Eins werden mit Gott und Eins werden mit Ihm und jenen die Gott lieben und Ihm gehören.

Zweiklang verstehe ich so das ich wüsste was zu tun wäre und es auch gerne tun möchte - aber etwas in mir sich dagegen wehrt - mich schwächt und ich darum nicht das tue was ich eigentlich möchte.

Einklang wäre dann das mein Wünschen, Denken, Reden und Tun zusammenpassen. Oder anders gesagt das ich von Herzen Gottes Willen tun will und Er mir desshalb Seinen Willen ins Herz schreibt so das ich ganz natürlich mit meinem Willen tue was Gott will.

Gott ist heilig und Er will das wir heilig sind. Uns reinigen lassen von allem das noch nicht Ganz geworden ist. Je heiler desto einfacher. Das Leben Jesu war ganz von Gott bestimmt. Er war nie in Eile oder hatte Langeweile. Ob Er bei den Menschen war oder alleine bei Gott - es war immer das was der Wille Seines Vaters war. Ja - Jesus hat uns vorgelebt wie es ist - einfach zu leben.

Bin gespannt was du zu den drei Dingen von Anselm sagen möchtest...
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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon Taube » Sa 26. Jul 2008, 15:24

Johncom hat geschrieben:Mit den Sehern hatten die Kirchen immer Probleme und zum Glück haben wir heute eine Überschau auf die bereits vergangenen Kirchenstrafen, Verbote etc. Die Kirchen haben eine gesellschaftliche Verantwortung. Eine kleine Änderung in was auch immer für Nebensächlichkeiten, die in Europa schon normal sind, könnten in Latein Amerika Erdrutsche auslösen. Also bleiben die Kirchen, wo es geht konservativ und diskret um nicht alte Fehler nochmal zu begehen.

Ich vermute daß Jäger nicht so sehr die Mühe hat mit ( danke für die Kurzfassung: ) 'Mensch hier in dieser Welt - Gott dort in einer anderen Welt'. Die Mühe besteht eher in der ehrlichen Vermittlung, daß alter Glauben neuer Erkenntnis gar nicht widersprechen muß.

Gruß


Ja genau, die Vermittlung ist manchmal sehr schwierig, vor allem weil Kirchen gerne gegen diese Mystiker misstrauisch sind. Im aktuellen Thread Mystik (http://forum.livenet.ch/viewtopic.php?f=198&t=15673&p=486048#p486047) habe ich im Beitrag von heute um 16.59 einiges über die Mystik von Paulus geschrieben, eigentlich mehr angedeutet. Aber dort kannst Du sehen, wie ich das so meine.

Gruss Taube
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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon Johncom » Mo 28. Jul 2008, 06:41

Hallo und eine gute Woche ! :)

Elamich7, danke für den ausführlichen Beitrag etwas weiter oben, komme gern drauf zurück. Jetzt zu Deiner direkten Frage:

elamich7 hat geschrieben:Bin gespannt was du zu den drei Dingen von Anselm sagen möchtest...


Ja, da ist nicht viel zu sagen. Das ist Weisung genau für diese heutige Generation, genau das: Einfach leben und im Einklang mit sich selbst sein. Jeder spürt es irgendwie ... jeder weiß, daß es gut tut, einfacher zu leben.

Das erstgenannte, nämlich 'Die Sorgen lassen', ist wahrscheinlich für den überinformierten westlichen Zivilisationsbürger das schwierigere, was anzunehmen ist. Denn was berichten die Medien täglich: Bürgerkriege, Umweltverschlechterungen, Rücknahme sozialer Sicherheiten. Auch schwer für ernsthafte Christen, denn gerade die Kirchen mahnten immer zum sich 'sorgen' um den Nächsten im Gegensatz zur gemütlichen Nabelschau.

Nun, die Sorgen lassen, das ist Vorraussetzung für jede geistliche Einkehr. Zumindest die Sorgen als Sorgen zu erkennen. Auch teilweise als hausgemachte Sorgen. - Also eine künstliche Selbstzufriedenheit ist wohl nicht was Anselm meint, aber es geht ihm sicher darum daß wir von unserer Verstandesdominanz etwas herunterkommen. Wenn reale Probleme im Leben auftauchen, dann sie anschauen, sie durchschauen, dann z.B. im Gebet sie formulieren um sie zu übergeben. In Neu-Deutsch: loslassen.

Es gibt auch halbreale Probleme, das sind Sorgen die nur in Gedanken, also eigentlich nur in der Phantasie stattfinden: Die ganzen 'was wäre wenn - oder was wäre wenn nicht' .... Szenarien, die sich der Verstand erfinden muß, um irgendwie sich die Zeit zu vertreiben. Also die halb-echten von den etwas persönlicheren Sorgen zu unterscheiden, das ist ein Lernprozess, der auch einsetzt, wenn 'Sorgen' klar angeschaut und untersucht werden. Das Ziel aber ist, die Sorgen 'zu lassen'. Die Lösung aller Probleme Gott zu überlassen. So wird der Gottsucher rein und leer.

Bemerkenswert aber auch seine Assoziationen über Einklang, Zweiklang und die Betrachtung zu 'heil' und 'ganz'.

Anselm Grün hat geschrieben:Jesus sagt wir sollen uns nicht sorgen und Petrus schreibt das wir unsere Sorge auf Gott werfen sollen. Das Gebet von Jesus war das wir Eins werden mit Gott und Eins werden mit Ihm und jenen die Gott lieben und Ihm gehören.

Zweiklang verstehe ich so das ich wüsste was zu tun wäre und es auch gerne tun möchte - aber etwas in mir sich dagegen wehrt - mich schwächt und ich darum nicht das tue was ich eigentlich möchte.

Einklang wäre dann das mein Wünschen, Denken, Reden und Tun zusammenpassen. Oder anders gesagt das ich von Herzen Gottes Willen tun will und Er mir desshalb Seinen Willen ins Herz schreibt so das ich ganz natürlich mit meinem Willen tue was Gott will.

Gott ist heilig und Er will das wir heilig sind. Uns reinigen lassen von allem das noch nicht Ganz geworden ist. Je heiler desto einfacher. Das Leben Jesu war ganz von Gott bestimmt. Er war nie in Eile oder hatte Langeweile. Ob Er bei den Menschen war oder alleine bei Gott - es war immer das was der Wille Seines Vaters war. Ja - Jesus hat uns vorgelebt wie es ist - einfach zu leben.


Wie kannst Du denn diese Abschnitte kommentieren, Elamich7 ?
Oder wer sonst noch mitliest ?

Gruß
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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon elamich7 » Mo 28. Jul 2008, 09:28

Danke Johncom - das wünsche ich dir auch - das deine Woche eine gute werden darf. Danke auch für deine Gedanken zu den "Drei". Es ist mein Beitrag - den du als Anselm zitierst. Tut mir leid - ich hatte das von Anselm in Kursiv geschrieben und nachher noch einige Gedanken von mir dazu gehängt. Anscheinend zu wenig klar getrennt was von ihm und was danach von mir ist. Hab mich jetzt grad gefragt ob ich dir eine PN schicken soll und es dir sagen damit du den Beitrag korrigieren kannst. Auf der andern Seite - so ist das Leben. Es geschehen Fehler und man spricht sie an und korrigiert sie wenn Möglich und geht dann weiter. Im Grunde genommen sind ja auch die Worte von elamich7 nicht die eigenen. Sie sind aus der Bibel und von vielen andern Menschen gehört - eben auch von Anselm Grün. Wenn ich ein Ja zu den Worten habe dann fallen sie ins Herz und wenn ich sie schreibe in meinen Worten aus dem Herzen kommend so sind es meine und doch die Worte vieler Anderer.
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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon Johncom » Di 29. Jul 2008, 07:06

Hallo Elamich7 ..

da war ich wohl zu sehr vom Gedanken dieser grundlegenden Einheit berührt, so daß ich Anselms Worte mit Deinen 'vereinte'. Im übrigen schreibst Du ja auch ganz gut und inspiriert.

Da ist was dran, wir denken es sind unsere Worte, aber eigentlich fallen sie uns ein. Von wo fallen sie uns ein ? Von wo kommen alle Worte. Man kann zwar ein Sprachzentrum im Gehirn lokalisieren, aber ich vermute es als eine Art Empfangsschirm, eine Antenne.

elamich7 hat geschrieben:Jesus sagt wir sollen uns nicht sorgen und Petrus schreibt das wir unsere Sorge auf Gott werfen sollen. Das Gebet von Jesus war das wir Eins werden mit Gott und Eins werden mit Ihm und jenen die Gott lieben und Ihm gehören.

Zweiklang verstehe ich so das ich wüsste was zu tun wäre und es auch gerne tun möchte - aber etwas in mir sich dagegen wehrt - mich schwächt und ich darum nicht das tue was ich eigentlich möchte.

Einklang wäre dann das mein Wünschen, Denken, Reden und Tun zusammenpassen. Oder anders gesagt das ich von Herzen Gottes Willen tun will und Er mir desshalb Seinen Willen ins Herz schreibt so das ich ganz natürlich mit meinem Willen tue was Gott will.


Zweiklang klingt nicht immer gut, denn erst wo es zwei gibt kommt es zu Konflikt. Im Inneren - 'zwei Seelen in meiner Brust' - kann zu starker Zweiklang, auch Zweifel genannt, kann zu psychischer Zerrissenheit führen. Der in Zweiheit Gespaltene will zurück zum einen, zum Heilen und Ganzen.

Dazu fiel mir das gerade ein: 'Höre, Israel, der Ewige ist Gott, der Ewige ist einzig'.

Du zitierst Anselm, der diese drei Schwerpunkte setzte: Die Sorgen lassen. In Einklang mit sich selbst kommen. Und: Einfach leben. Du erinnerst an Petrus, der sagt daß wir unsere Sorgen auf Gott werfen sollen. Wie macht man das, wie überlässt man seine persönlichen Sorgen ? Was sagt Anselm Grün später im Text ?
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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon elamich7 » Di 29. Jul 2008, 08:30

Sei ganz lieb gegrüsst Johncom

Ja - warum fallen mir Worte ein - kommen mir Gedanken?

Anselm schreibt: Sprache ist verdichtete Erfahrung. Jedes Volk hat in seiner Sprache seiner Erfahrung Ausdruck verliehen.

Was ich rede muss ich vorher in mich hineingelassen haben. Der PC gibt das wieder was in der Software vorhanden ist. Im Buch liest man das was jemand hineingeschrieben hat.

Von daher ist es sehr wichtig mit was ich mich beschäftige - wem ich zuhöre - was ich mir anschaue. All das aufgenommene -die Erfahrungen prägen mich und beeinflussen mein denken und was ich denke das gebe ich in Worten wieder.

Wie funktionieren wir - unser Hirn - unser Herz? Können auch andere da reinfunken? Ich meine ist es möglich das ich "Informationen" bekomme von jemand ausserhalb von dem was ich selber höre und sehe und aufnehme? Das mir jemand Gedanken einflössen kann - Gedanken die ich gar nicht habe denken wollen? Die in mich reinkommen so wie eine Attacke? Also ein Gedanke den ich nicht langsam gedacht habe - sondern der ganz plötzlich ohne einen Zusammenhang mit dem was ich sonst dachte oder wahrnahm einfach da war?

Wenn ja - dann haben auch andere Zugang zu meinem innern. Können andere da reinfunken und ihre Informationen ablegen. Habe ich Gedanken die eigentlich gar nicht von mir sind - die ich gar nicht habe denken wollen?

Ein Mensch ist auch mindestens ein Zweiklang. Er ist das Produkt von zweien. Von Vater und Mutter. Hat Charaktereigenschaften oder das Aussehen von dem einen oder dem andern oder beiden. Machmal sogar von mehreren. Auch noch von Grosseltern oder Onkel und Tante.

Ja - der Ewige ist einzig. Und Jesus ist aus Gott gezeugt. Von Gott ausgegangen. Er ist der genaue Abdruck oder Abglanz Gottes. Er hat nicht Vater und Mutter - also nicht zwei. Er ist Gott der in das Fleisch gekommen ist. Der herrlichste Mensch der je gelebt hat. Einzigartig ist Er und anbetungswürdig - der Menschensohn und Gottessohn. Ganz Eins mit Gott - im Einklang. Er tat in allem nur den Willen Seines Vaters im Himmel.

Wenn Sorgen bei mir aufkommen dann bete ich und werfe sie gedanklich ans Kreuz. Gebe sie ab - dem der für mich sorgt. Ich glaube dem Wort von Jesus und vertraue Ihm. Jesus befiehlt uns das wir nicht sorgen sollen. Es sei unverschämt es dennoch zu tun - las ich von einem Jünger von Jesus. Ja - es ist eigentlich ungehorsam Seinem Wort gegenüber.

Ich schreib dir mal das erste Kapitel des kleinen Büchleins von Anselm Grün auf:

Sorge dich nicht - lebe einfach

Der erste Satz steht weiter oben und weiter heisst es:

Wenn wir auf die Sprache hören, hören wir auch, was in dem Wort "Sorge" mitschwingt. Das griechische Wort für "Sorge" ist "merimna". Es bedeutet: das besorgende Sich-Kümmern um etwas, die bange Erwartung von etwas, die Angst um etwas. Die Sorge hat also mit Zukunft zu tun und immer auch mit der Angst vor dem, was kommen könnte. Aus Angst macht man sich Sorgen. Das deutsche Wort "Sorge" hat die Grundbedeutung von "Kummer, Gram". Und es ist verwandt mit der Wurzel "serg", die auch Krankheit bedeutet. Wenn eine Mutter sagt, sie mache sich Sorgen um ihren Sohn, dann ist sie voller Kummer. Und machmal kann sie krank werden vor lauter Sorgen.

Wie können wir uns vor krankmachender Sorge bewahren? Es gibt einen Satz, der in unserer auf Sicherheit bedachten Gesellschaft provozierend wirken muss: "Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt." (Mat 6,25) Jesus sagt diesen Satz in seiner Bergpredigt. Er verweist uns auf die Vögel des Himmels und die Lilien des Feldes, für die Gott selbst sorgt. Was heisst das - in einer Gesellschaft, die sich selbst als "Risikogesellschaft" bezeichnet und in der die Versicherungsbranche mit ihren "Rundumsorglos-Angeboten" boomt? Und ist nicht alles auch eine Frage der Verantwortung? Der Familienvater muss für seine Familie sorgen, damit die Kinder studieren können oder eine Ausbildung bekommen. Jeder muss für das Alter vorsorgen. Ist die Forderung Jesu also unrealistisch? Jesus will sicher nicht, dass wir nur in den Tag hinein leben und keine Verantwortung für unser Leben übernehmen. Aber er lädt uns zu einer anderen Sichtweise ein, wenn er einlädt, unser Leben in Dankbarkeit zu verbringen und im Vertrauen, dass Gott für uns sorgt. Als Grund gibt er an:"Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern?" (Mat 6,27) Lebe dein Leben im Einklang mit dir und mit Gott. Dann wird es ein gutes Leben.
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Re: Wer kennt Anselm Grün?

Beitragvon Johncom » Mi 30. Jul 2008, 07:11

Hallo,

vielen Dank für all das Reintippen des Anselm-Textes. Gott vergelt's. :D ;)

Ich find auch Deine eigenen Überlegungen sehr spannend. Zu der Funktion des Denkens, zu Sprache. Solchen Überlegungen sind nicht gerade das, mit dem sich der Massenmensch beschäftigt.

elamich7 hat geschrieben:Wie funktionieren wir - unser Hirn - unser Herz? Können auch andere da reinfunken? Ich meine ist es möglich das ich "Informationen" bekomme von jemand ausserhalb von dem was ich selber höre und sehe und aufnehme? Das mir jemand Gedanken einflössen kann - Gedanken die ich gar nicht habe denken wollen? Die in mich reinkommen so wie eine Attacke? Also ein Gedanke den ich nicht langsam gedacht habe - sondern der ganz plötzlich ohne einen Zusammenhang mit dem was ich sonst dachte oder wahrnahm einfach da war?

Wenn ja - dann haben auch andere Zugang zu meinem innern. Können andere da reinfunken und ihre Informationen ablegen. Habe ich Gedanken die eigentlich gar nicht von mir sind - die ich gar nicht habe denken wollen?


'Ich denke, also bin ich' sagte der Philosoph Descartes und so unrecht hatte er nicht was die äussere Seite des Menschen angeht, die Person die in der Gesellschaft lebt und sich im Austausch mit der Gesellschaft definiert. Aber um's grob zu sagen, wir 'sind' 24 Stunden am Tag, und ein Teil dieser Zeit verschwindet die Person in verschiedenen Schlaf-Phasen. In denen auch die konkrete Umwelt verschwunden ist einschliesslich der Partner und Familien. Verschwunden weil die Wahrnehmung aufhörte. Und dennoch sind wir, die Existenz des Daseins verschwindet nie. Möchte nur sagen daß Gedanken an sich nicht unser Sein ausmachen.

Ich versteh was Du mit 'reinfunken' meinst. Vermutlich kann man es so sehen: Alle Gedanken kommen irgendwie, oder 'fallen ein'. ... aus dem großen Topf der Sprache, mit denen unsere Völker ihre Erfahrung verdichtet haben, wie Anselm es ausdrückt. Ich wollte eigentlich etwas schreiben zum Zusammenhang von Sprache und Verstand/Ich-Gefühl .. aber das wird zu lang und dann auch vielleicht kompliziert und off-topic.

Der Knackpunkt ist wahrscheinlich der: Es tauchen Gedanken auf, die man eigentlich nicht als die seinen empfindet. Die nicht in das gewünschte und gewohnte Selbstbild passen. Da liegt sicher auch die Lösung, denn bevor irgendein Gedanke von dem wachen Ich aufgenommen werden kann, muss eine gewisse Affinität vorhanden sein. Irgendein Wunsch ( oder auch eine bestimmte Furcht ) ist vorher da, sonst könnte der Gedankenimpuls nicht aufgenommen werden. Wenn ich mich so und so akzeptiere und haben will, und dafür zum Beispiel bestimmte unerwünschte Eigenschaften wegdrücke ... kommen diese abgelehnten Inhalte ganz einfach durch die Hintertür wieder herein. Die Lösung besteht dann im Annehmen. Aus dem Keller-Versteck wieder hochholen ans Licht, und damit zur Erlösung.

So etwas selbst machen zu wollen, geht oft in die Hose denn man selbst, oder der für den man sich hält, steckt zu tief drin. Früher war es üblich daß die Leute regelmässig mit einem Beichtvater zusammen kamen. Heute helfen oft Fachleute aus der psychologischen Wissenschaft. Manchmal sind es auch gute Freunde, die offen und verstehend zuhören. Gespräch ist ein Rezept. - Also kurz: Es sind nicht seltsame Wesen da draußen irgendwo, die einen attakieren wollen, sowas ist Vorstellung. Wenn diese Vorstellung geglaubt wird, wird sie vitalisiert und erst dadurch gewinnt sie Realität.

Ja, was Anselm Grün schreibt in 'Sorge dich nicht - lebe einfach' ist fein ( nochmal dank für's reinstellen ). In Ruhe lesen, dann später mehr. Gruß
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