Brauchtum

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Brauchtum

Beitragvon Wolfi » So 29. Jun 2003, 19:57

Wort zum Sonntag: ;)
Für mich war heute schon wieder eine ganz spezielle Premiere angesagt: Ich war zum ersten mal als Gast an einer Jodler-Messe. Wer so was schon mal mit gemacht hat, wird verstehen, dass es mich emotional zwischendurch ganz schön anzurühren vermochte... 8-) (Und dies, obwohl mich der katholische Pfarrer mit seinen Äusserungen ständig zu provozieren versuchte... ;) )

Die Lieder, welche der Jodlerclub Hasliberg zur Messe beitrug, ergriffen nicht nur vom Gesang her; sie vermochten auch durch ihre Worte absolut zu überzeugen! Altüberliefertes Liedgut trugen sie uns (etwa 20 Sänger plus eine Sängerin) vertieften sich gemeinsam in das, was sie da auf der Bühne vortrugen und schafften es so, uns, die Zuhörer in ihren Bann zu ziehen. Sie standen da; in ihren Trachten, die Hände in den Hosentaschen und völlig in Harmonie miteinander. Leider waren auch viele Jugendliche anwesend, die es nicht fertig brachten, sich darauf einzulassen und von daher eher etwas störten. Nun ja; die ganze Jodlermesse war ja auch eher Beiwerk für das traditionelle "Bürdeli-Rennen". Bin mal gespannt, ob Jemand weiss, was das überhaupt ist... 8-) :)

Also für mich war heute eindeutig ein "Tag des Brauchtums". Es war ein toller Tag! Es war schön zu sehen, dass es auch Junge gibt, welche die Kontinuität der Brauchtumspflege sicher stellen. Bedauerlich fand ich allerdings, dass Viele nicht in der Lage zu sein schienen, allem Brauchtum den nötigen Respekt zu zollen (oder sich zumindest zu verdrücken ;) ).
Wie denkt Ihr über Brauchtumspflege?- Alte Zöpfe, die endlich abgeschnitten werden sollten, oder Schaffen einer Gemeinschaft, die sich als etwas Zusammengehöriges wahrnehmen - oder besser gar erleben - kann?
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Re: Brauchtum

Beitragvon Standfest » Mo 30. Jun 2003, 07:54


Hallo Wolfi

Ich finde die Brauchtumspflege äusserst wichtig.
Verbindet sie doch jung und alt miteinander. Schön mitanzusehen wie sich die unterschiedlichsten Charakteren da an einem Seilziehturnier oder an einem Schwingfest usw. treffen. Auch die "jungen" die mit Stolz ihre Trachten tragen beeindrucken mich. Hut ab... !!!
Ja, so eine Jodlermesse kann einem schon eine "Hühnerhaut" verursachen auch wenn man mit "Hudigägeler Musig" :) nicht viel am Hut hat.




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Re: Brauchtum

Beitragvon Taube » Mo 30. Jun 2003, 08:00

Brauchtum, Traditionen sind wichtig für unsere Gesellschaft, für den Bogen von alt und jung.

Teilweise ist aber auch die Tendenz zu beobachten, dass das Brauchtum eingefroren werden soll: Keine oder nur noch wenig Veränderungen werden toleriert. Volksmusiker z.B., die neue Wege suchen, das alte mit dem neuen zu verbinden, werden zuerst schief angeschaut. Ist das die ganze Lösung? Auch Brauchtum soll sich wandeln dürfen. Für die rein geschichtliche Darstellung des Brauchtums ist das Volkskundemuseum geschaffen.


Gruss

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Re: Brauchtum

Beitragvon marie-theres » Mo 30. Jun 2003, 08:39

Selbst war ich noch nie an einer Jodlermesse. Habe jedoch schon verschiedentlich gehört, dass sie begeistert und überrascht waren. Überrascht, da in den gesungenen Liedern das Wort Gottes so klar durch kam.

Hat diese Jodlergruppe auch einen Namen?

Brauchtumspflege an und für sich: Wenn es im Einklang mit dem Wort und Willen Gottes steht, warum nicht Pflege. Ist dem nicht so, bin ich dafür, dass solche Bräuche möglichst bald nicht mehr gepflegt werden.
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Re: Brauchtum

Beitragvon Wolfi » Mo 30. Jun 2003, 08:57

@ marie-theres :

Überrascht, da in den gesungenen Liedern das Wort Gottes so klar durch kam.

Kann ich nur bestätigen! (Obwohl -oder gerade weil - es nichts mit dem zu tun hatte, was der Pfaffe da erzählte...

Hat diese Jodlergruppe auch einen Namen?

Den Namen der von mir gesehenen Jodlergruppe habe ich doch genannt?!- Es geht hier aber gar nicht um einen speziellen Jodlerclub; dieses Brauchtum wird, so weit mir bekannt ist, noch von vielen anderen Jodlerclubs gepflegt...

Brauchtumspflege an und für sich: Wenn es im Einklang mit dem Wort und Willen Gottes steht, warum nicht Pflege.

Warum nicht Pflege?- Viel Gewicht scheinst Du dem nicht wirklich beizumessen... Und welche Musik(oder in Deinem Fall wohl auch Bilder) im Einklang mit dem Wort und/oder Willen Gottes stehen, wirst Du mit untrüglichem Blick natürlich gleich erkennen?! :roll: :D
Ist dem nicht so, bin ich dafür, dass solche Bräuche möglichst bald nicht mehr gepflegt werden.

Also ich hoffe, Du wirst noch was konkreter. Bisher hast Du ausser etwas pauschales Blabla noch nicht wirklich etwas gesagt... Oder war´s das schon?
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Re: Brauchtum

Beitragvon Taube » Mo 30. Jun 2003, 09:05

Das wäre auch noch meine Bitte an Dich Marie-Theres: etwas konkreter, was Du meinst in Deinem letzten Absatz. Ist es doch gerade das Wesen des Brauchtum, dass man es nicht einfach abschaffen kann, wenn es einem passt!


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Re: Brauchtum

Beitragvon marie-theres » Mo 30. Jun 2003, 09:15

Nun, ich dachte, in dieser Region gäbe es noch so viele verschiedene Jodlergruppen und nehme nun an, dass "Jodlerclub Hasliberg" der Name der Gruppe ist. Stimmt das so?


Das Brauchtum "Bürdeli-Rennen" an und für sich kenne ich nicht. Werde aber mal auf die Suche gehen. Vielleicht erzählt Wolfi zwischenzeitlich mal etwas davon oder andere, was sie bisher dazu in Erfahrung bringen konnten.

Bis dahin...
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Re: Brauchtum

Beitragvon BlueMary » Mo 30. Jun 2003, 09:33

Also ich pflege auch ein altes Brauchtum und dies mit grossen Erfolg... Ich bin gross geworden mit der tradition, dass Mandarinen erst mit dem St.Niklaus kommt. In Lausanne mussten wir ihn im Quartier oder im Dorf suchen gehen. Während wir Kinder ihn suchten, kam der Schmutzli nach Hause und deckte den Chlaus-Z´Nacht auf den Wohnzimmertisch... Je nach dem, wie wir brav waren, gab es mehr oder weniger Süssigkeiten...und dazu Mandarinli...die Krönten den Tisch mit der Kerze in der Mitte.
Diesen Brauch, führe ich weiter mit meinen Kindern, obwohl wir nicht mehr im Welschland sind. Und an Weihnachten kommt der Weihnachtsmann zu Hause, wenn die Kinder speziel Brav waren oder wenn im Jahr ein spezieles Ereignis gewesen ist.

:angel: :praisegod: BlueMary :praisegod: :angel:

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Re: Brauchtum

Beitragvon BlueMary » Mo 30. Jun 2003, 09:38

Am Ostern gibt es auch ein Brauchtum, der aus Frankreich her kommt... und den Pflege ich auch mit meinen Kindern...da macht sogar die ganze Familie mit :)

Am Samstag werden die Eier gemalt...
Am Sonntag werden die Eier gesucht und dann wird kräftig "getüscht"

und am Oster-Monntag wird mit den restlichen Eiern...der berühmte Eiersalat genossen...und dies macht Spass :D
:angel: :praisegod: BlueMary :praisegod: :angel:

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Re: Brauchtum

Beitragvon Wolfi » Mo 30. Jun 2003, 10:22

@marie-theres :
Nun, ich dachte, in dieser Region gäbe es noch so viele verschiedene Jodlergruppen und nehme nun an, dass "Jodlerclub Hasliberg" der Name der Gruppe ist. Stimmt das so?

Perfekt! :)

Das Brauchtum "Bürdeli-Rennen" an und für sich kenne ich nicht. Werde aber mal auf die Suche gehen. Vielleicht erzählt Wolfi zwischenzeitlich mal etwas davon oder andere, was sie bisher dazu in Erfahrung bringen konnten.


Ich will Niemanden extra lang auf die Folter spannen: Eigentlich geht´s nicht um ein "Bürdeli-Rennen", sondern um ein "Burdi-Rennen". Immerhin hat ein solches "Burdi" für die Männer so um die 50 Kilo und das der Frauen, ist so um die Hälfte des Gewichts. Bei dem Burdi handelt es sich um einen Ballen Heu, der durch ein Netz zusammen gebunden ist. Dieses "Burdi" heisst es nun, so schnell wie möglich sicher über einen ausgesteckten Parcour auf dem Rücken ins Ziel zu schleppen... Heute sind es nur noch wenige Bauern, die ihr Heu immer noch auf diese Weise transportieren müssen. Der Brauch, auf diese Weise im Wettstreit sich zu messen, erfreut sich aber nach wie vor grosser Beliebtheit in gewissen Bergregionen der Schweiz...
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Re: Brauchtum

Beitragvon Standfest » Mo 30. Jun 2003, 10:50



Hab mich mal Schlau gemacht.

Der von Wolfi beschriebene Wettstreit heisst ganz korrekt
"Burditräger Meisterschaft" und findet jedes Jahr im Kanton Obwalden, genauer im Flüeli-Ranft ob Sachseln, statt.

Da soll immer eine Riesen-Gaudi sein.


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Re: Brauchtum

Beitragvon Wolfi » Mi 2. Jul 2003, 06:10

Diese "Burdi-Meisterschaft" ist ja nun Brauch, der in einem relativ kleinen Personenkreis gepflegt wird. Da sieht´s mit dem Brauchtum der Religion oder der Ehe schon ganz anders aus. Diese Brauchtümer werden wohl mehr oder minder rund um die Welt gepflegt. Mich würde noch etwas vertiefter interessieren, was denn nun die Vorteile und was für Nachteile (Risiken) in der Pflege eines Brauchtums liegen?- Ist Brauchtumspflege nur etwas für ewig Gestrige oder ist es "cool"?- Was macht Brauchtum "cool" oder eben "mega-out"? :?
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Re: Brauchtum

Beitragvon marie-theres » Mi 2. Jul 2003, 13:12

Klammere vorerst mal all die anderen, genannten Bräuche aus.

"Burdi-Rennen": Nach der Beschreibung handelt es sich dabei eher um ein Dorffest, welches keine Altlasten in okkulter Richtung mit sich schleppt. In diesem Sinne finde ich es ok. Eine Möglichkeit, Gemeinschaft mit den Dorfbewohnern zu pflegen in der Hoffnung, dass solche Feste nicht ausarten (Alkohol etc...). Haben wir doch als Europäer heute Mühe, Kontakte zu knüpfen und verstecken uns sehr gerne in den Wohnungen. (Vereinsamung)
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Re: Brauchtum

Beitragvon Ainu Elfe » Mi 2. Jul 2003, 17:21

Original von marie-theres
Haben wir doch als Europäer heute Mühe, Kontakte zu knüpfen und verstecken uns sehr gerne in den Wohnungen. (Vereinsamung)

Das ist aber nicht wirklich Dein Ernst oder? Ich weiss ja nicht, aber ich kann mich über Geselligkeit und Festivitäten wohl überhaupt nicht beklagen. Studentenleben lohnt sich ;)
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Re: Brauchtum

Beitragvon Wolfi » Mi 2. Jul 2003, 20:58

@Ainu Elfe :
Du hast nicht berücksichtigt, dass es sich bei Marie-Theres um eine Christin (womöglich gar eine katholische) handelt. ;) :D Sie meinte wohl auch nicht uns "Europäer", sondern wohl eben ihr Ghetto-Leben unter Ihresgleichen... ;)
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Re: Brauchtum

Beitragvon satimat » Mi 2. Jul 2003, 22:16

also ich bin nicht gegen brauchtum. aber schwierig ist es, wenn so ein brauchtum gewisse traditionen werden wo irgendwann eingentlich niemand mehr weiss, warum etwas so gemacht wird.

und im übrigen schliesse ich mich marie-theres meinung an, solche bräuche sind vor allem dann heikel, wenn sie einen okulten hintergrund haben. leider ist das auch auch oft in der innerschweiz der fall (oder?)

gruss - sati
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Re: Brauchtum

Beitragvon marie-theres » Mi 2. Jul 2003, 23:27

@Wolfi
Es wird hier um dein Thema Brauchtum diskutiert und nicht über mich. ;)

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Re: Brauchtum

Beitragvon Wolfi » Do 3. Jul 2003, 05:49

@marie-theres :
@Wolfi
Es wird hier um dein Thema Brauchtum diskutiert und nicht über mich. ;)

Stimmt, hast recht! Also: Wo bleiben Eure Kenntnisse über spezielle Brauchtümer und Eure Meinung über Vor- und Nachteile von dergleichen?- (Aber bitte möglichst konkret und nicht "im Allgemeinen" und so... ;) ) Wir haben hier doch auch immer wieder Besuch von deutschen und österreichischen MitschreiberInnen; bestimmt gibt´s ja auch in diesen Ländern Brauchtümer, welche uns vielleicht in der Schweiz noch gar nicht bekannt sind?-
Ich weiss, dass im Kanton Zug z.B. einmal im Jahr die Kinder umherziehen und allen frisch Vermählten ein Ständchen bringen; als Dank dafür erhalten sie dann irgendwelche Süssigkeiten oder gar auch ab und zu einen "Batzen"... Leider sind mir die Details dieses Brauchs nicht bekannt; weiss Jemand mehr darüber?-
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Re: Brauchtum

Beitragvon Kaleko » Fr 2. Jul 2004, 08:31

Joo duli jee di rii ja ho........

Habe diesen Thraed "Brauchtum" eben erst heute Morgen entdeckt. Musste ganz schön Schmunzeln und hab mich riesig gefreut das hier zu lesen. Warum? Weil hier die Rede vom Jodlerklub Hasliberg ist und Wolfi, Du davon so erfreut geschrieben hast.

Mein Grossvater war damals vor 43 Jahren der Mitbegründer und erste Präsident des Jodlerklub Hasliberg. Aus den jungen Burschen von damals sind im Verlaufe der Jahre teilweise ergraute Männer geworden. Eine Verjüngung täte in absehbarer Zeit gut. Vom Naturjodel, diesem archaischen Gesang, werde auch ich immer wieder magisch angezogen, ja hinein gezogen in die Tiefe der Bässe und Höhen der Soprane, wie das hinaufschwingen in die Höhen der Berge und das Gleiten hinunter in die Tiefen der Täler und Schluchten.

Auch ich bin der Meinung, dass der Brauchtum es Wert ist weiter gepflegt zu werden. Dort wo er hingehört, wo Menschen mit und in diesem Brauchtum Leben. Worin dieser Brauchtum Anfang und Ende der Jahreszeiten birgt, Gemeinschaft und Zugehörigkeit und wo von Erfolgen und Niederlagen erzählt wird.
Sich von diesem Brauchtum faszinieren zu lassen ist bereichernd und erzählt von unserer Geschichte.

Was sich oft wie ein Kitsch des Brauchtums darstellt, wirkt lächerlich. Das überlieferte Kulturgut nicht zu plündern, sondern zart zu pflegen, gerade mit Liedern und ihnen dennoch eine neue "Tonart" zu geben, dies ist wohl kein leichtes Unterfangen. Gelingt es dennoch, so kann man es aus den Liedern und dem Jodel heraus hören.

Es Grüessli vo de Kaleko
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Re: Brauchtum

Beitragvon Gnu » So 3. Jun 2018, 06:06

Viele Volksbräuche enthalten Spuren zu den Hebräern. Deswegen habe ich den Verdacht, dass die Schweiz, Deutschland und Österreich, nebst anderen europäischen Ländern, sehr viele Israeliten aus den zerstreuten Stämmen des Nordreichs in ihren Ahnenreihen haben. Du merkst das an dir selbst, wenn du die fünf Bücher Mose liest und dir der Heilige Geist plötzlich Erkenntnis schenkt, die du vorher nicht hattest. Du beginnst zum Beispiel den Sabbat zu halten und den Sonntag als den Tag des Sonnengottes zu betrachten.

Oder beim Lesen der Propheten machst du die Entdeckung, dass Juda nur ein Teil von Israel ist und Israel nicht immer ganz Israel meint, sondern nur die vom Gesetz abgefallenen Stämme.

Zurück zum Brauchtum: Es gibt doch ganz eklatante Ähnlichkeiten zwischen Trachtentänzen und jüdischen Tänzen.
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Re: Brauchtum

Beitragvon firebird » Mo 4. Jun 2018, 13:53

Hallo zusammen,

bei sehr vielen Bräuchen besteht ein religiöser Hintergrund. Wenn man nach Bayern oder ins Tirol geht, kann man erleben dass die RKK in vielen Bräuchen mitinvolviert ist.

Auch hinter der Benennung der Wochentage steckt ein heidnischer Brauch. Wie ich es im Geschichtsunterricht gelernt habe, haben die Römer jeden Wochentag irgend einem Gott geweiht. So viel ich weiss ist der Freitag der Göttin Freja geweiht, der Donnerstag dem Gott Donnar ... usw.

Doch der christliche Glauben steht über dem Brauchtum, genauso steht der christliche Glauben über jeglicher Religion.

Wir Christen feiern am Sonntag nicht den Sonnengott, sondern am Sonntag feiern wir jede Woche die Auferstehung Jesu Christi. Auch der Sabbat gehört ins jüdische Brauchtum. Auch dann wenn ich den Juden respektvoll begegne.

Weil der neue Bund der bessere Bund ist, erachte ich es als überflüssig in meiner Ahnenreihe über irgendwelche hebräischen Wurzeln nachzugrübeln. Auch wenn ich glaube, dass die Juden ihren Platz im Heilsplan Gottes haben.

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Echt barmherzig sein kann ich nur, wenn ich weiss, dass ich selbst auf Barmherzigkeit angewiesen bin.

Allein bin ich ein schlechtes Team!
Doch mit Jesus Christus bin ich im besten Team!
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