Mehr Freiraum für die Jugend?

Sozial- und Familienpolitik, Randgruppen,

Moderator: kingschild

Re: Mehr Freiraum für die Jugend?

Beitragvon jeig » Mo 11. Jun 2012, 22:24

kingschild hat geschrieben:Ich glaube das wir Erwachsenen der Jugend von heute nichts gutes tun, wenn wir ohne ganz konkrete Forderungen und Vorschläge der Jugendlichen einfach mehr Freiraum geben, nur weil sie mit Facebook heute die Möglichkeit hat, kurzfristig viel Leute zu mobilisieren. Was für Freiraum und für welchen Zweck, muss genau angeschaut werden.


Da denke ich machst du einen Fehler. Viele Jugendliche wollen einfach mal einen "Raum" haben, sagen wir einen Raum im wörtlichen Sinn. Wenn du dann wissen willst was sie dort machen wollen, kann es sein, dass du Sachen wie "Wissen wir noch nicht..." oder "Sehen wir dann..." Ihnen keinen Raum ohne konkrete Nutzpläne zu geben, wäre meiner Meinung nach ein Fehler. Vieles entwickelt sich weiter, wenn der Anfang mal da ist.
Viele Jugendliche wären mit solch einer Forderung auch leicht überfordert, was aber nicht heissen soll, dass sie nicht sinnvoll mit dem Platz umgehen könnten.

Wir sollten die Forderungen ernst nehmen und mit der Jugend zusammenhocken und hören was für konkrete Projekte, sie mit mehr Freiraum verwirklichen will.


Ernst nehmen, auf jeden Fall. Konkrete Projekte, das muss meiner Meinung nicht zwingend sein.

Die Verantwortung muss geprüft werden und wenn Subkulturen entstehen, die eher negative Auswirkungen haben, so hat die Gesamtgesellschaft die Verantwortung, Raum und Mittel sofort zu entziehen. Das tut die Stadt Bern z.b. nicht und deshalb bin ich auch nicht so froh wenn man solchen Raum noch ausweiten will.


Dann sollte aber die Gesamtgesellschaft konsequent sein und z.B. Beizen in denen sich ältere (und jüngere) Herrschaften ab ca. 17 Uhr (oder früher) rumtummeln und ein Feierabendbier nach dem anderen kippen, ebenfalls schliessen, denn da kann ich auch nichts Positives sehen.

Mehr Klubs braucht es meiner Meinnung nach nicht, günstigeren Alkohol für Jugendliche in Klubs auch nicht.


Warum denn nicht? Die Auswahl wird ja wohl nicht so gross sein. Und warum keinen günstigeren Alkohol? Ich nehme an, du bezahlst gern, auch wenn die Sachen überteuert sind? Oder gehst du doch lieber in die Migros einkaufen, weils dort doch es bitzeli günschtiger ist?

Ich habe sehr grosse Zweifel, das mit mehr Alkohol, günstigerem Alkohol, längerer Verfügbarkeit von Alkohol etwas zustande kommt das Hand und Fuss hat,


Ok, hier reduzierst du aber schon ein bisschen auf Alkohol. Ich hoffe das fällt auch dir auf :mrgreen:
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Re: Mehr Freiraum für die Jugend?

Beitragvon kingschild » Di 12. Jun 2012, 13:16

jeig hat geschrieben:
Da denke ich machst du einen Fehler. Viele Jugendliche wollen einfach mal einen "Raum" haben, sagen wir einen Raum im wörtlichen Sinn. Wenn du dann wissen willst was sie dort machen wollen, kann es sein, dass du Sachen wie "Wissen wir noch nicht..." oder "Sehen wir dann..." Ihnen keinen Raum ohne konkrete Nutzpläne zu geben, wäre meiner Meinung nach ein Fehler. Vieles entwickelt sich weiter, wenn der Anfang mal da ist.
Viele Jugendliche wären mit solch einer Forderung auch leicht überfordert, was aber nicht heissen soll, dass sie nicht sinnvoll mit dem Platz umgehen könnten.


Schau jeig für Jugendliche gibt es ja heute sehr viel mehr Raum wo sie sein können und auch Ihre Ideen umsetzen. Sei es nun in Schule, Freizeit und Elternhaus. Das Leben früher war viel mehr begrenzt als heute. Das der Mensch natürlich immer mehr Freiheit will das ist so aber manchmal braucht er nicht mehr. Manchmal ist mehr sogar falsch. Das die Jugend vielleicht nicht ganz konkrete bis ins Detail ausgearbeitete Projekte vorstellen kann das ist logisch aber so im Ansatz formulieren, was man vermisst und warum das wichtig sei, das müsste schon möglich sein. Zudem ging es ja bei dem Anliegen in Bern nicht um die ganz Jungen sondern um Jugendliche so ab 16 aufwärts und ab da kann man schon ein wenig fordern, bei der Formulierung.


Ernst nehmen, auf jeden Fall. Konkrete Projekte, das muss meiner Meinung nicht zwingend sein.


Die Forderung war ja mehr Alternative Klubs weil die herkömmlichen zu teuer sind. Es wurde bemängelt der Kosumzwang und die Securtiy. Es ist halt so das ich nicht in das Restaurant gehen kann und mein Bier vom Denner mitbringen kann, das konnten wir auch nicht.

Wenn die Jugend das alleine auf die Beine stellen will und nicht mal annähernd eine Idee hat wie, dann wird es nicht klappen. Wenn der Staat es eben fördern soll, dann braucht es dann schon etwas konkretes. Der Staat kann Raum und Mittel zur Verfügung stellen aber dann braucht es auch konkrete Ideen wie eben das mit Security, Abfallentsorgung, Lärmkontrolle, Kostenübernahme usw in etwa aussehen wird und wer dann zuständig ist und eben auch die Verantwortung übernimmt. Wer der Ansprechpartner ist zu der staatlichen Vertretung. Einfach Raum geben ins Leere hinaus, das sollte der Staat nicht machen. Einfach Raum geben, ohne Verantwortung das wäre von Grund auf Falsch und hilft der Jugend nicht, beim Erwachesen werden. Das erkennt jeder, der ein minimum weiss, über Erziehung und Begleitung von Jugendlichen, hin zum Erwachsenen Alter.

Dann sollte aber die Gesamtgesellschaft konsequent sein und z.B. Beizen in denen sich ältere (und jüngere) Herrschaften ab ca. 17 Uhr (oder früher) rumtummeln und ein Feierabendbier nach dem anderen kippen, ebenfalls schliessen, denn da kann ich auch nichts Positives sehen.


Diese Beizen existieren unter Eigeninitative der Betreiber und müssen sich an sämtliche Auflagen halten die gelten und die Frage ist ja nicht, ob wir abschaffen wollen, sondern die Frage ist, braucht es tatsächlich noch mehr solcher Lokale und eben solche extra nur für Jungen und wer ist dann eben der Betreiber und der Verantwortliche und wer finanziert dann solches? Warum soll der Klub in Bern um 00.30 Uhr die Aussenbestuhlung reinräumen und für die Reithalle soll dann etwas anderes gelten. Soll dann der Grundsatz gleiches Recht für alle nicht gelten und soll man diesen Grundsatz aufheben?

Wenn ich mit meinen Steuergeldern die Quartierbeiz subventionieren müsste oder eben den Club mit Dj oder sonst einen Müll dann würde ich auch reagieren. Ich bin über das z.T. masslose Verhalten der Erwachsenen genau gleich wenig erfreut, wäre aber ein anderes Thema wert. Bei der Jugend haben wir noch mehr Mitverantwortung und das erst recht wenn wir Geld und Raum sprechen sollen. Wenn das in den Beizen schon über dem limit ist was braucht es mehr davon für die Jungen?

Ich bin dafür das man den Alkohlverkauf einschränkt bei Fussballspielen, warum sollte ich dafür sein, das man in ausweitet für die Jugendlichen in Klubs. Oder mal generell als Christ, warum sollte ich überhaupt für ein Nachtleben der Welt meine Energie und Mittel einsetzen?

Es reicht was wir haben, mehr braucht es nicht und wenn ja dann muss das klar begründbar sein, wie und in welchem Rahmen und von wem bezahlt und wer trägt die Verantwortung. Ich bin als Christ nicht interessiert wenn unser Staat immer mehr zu Sodom und Gomorrah verkommt und mehr Richtung Subkultur abdriftet. Ich kann es zwar nicht verhindern aber deswegen dafür sein? Da stehe ich lieber hin und sage das führt an den falschen Ort hin, auch wenn mich die Welt dafür nicht lieben wird.


Warum denn nicht? Die Auswahl wird ja wohl nicht so gross sein. Und warum keinen günstigeren Alkohol? Ich nehme an, du bezahlst gern, auch wenn die Sachen überteuert sind? Oder gehst du doch lieber in die Migros einkaufen, weils dort doch es bitzeli günschtiger ist?


Jeder kann ab einem gewissen Alter einen Klub aufmachen und dann günstiger Alkohol anbieten aber eben nicht mit meinen Steuergeldern und auch nicht in einem Wohnquartier und er muss die gleichen Regeln erfüllen, wie jeder der ein Lokal eröffnet. Wenn der Klub mit Dennerbierpreisen nicht zu betreiben ist dann braucht des dafür kein Steuergeld.

Für das braucht es den Staat nicht. Der Alkohol ist ein Produkt das vom Staat besteuert wird, weil es sehr viele negative Auswirkungen hat und es hat nichts mit dem Rübli in der Migros zu tun.

Freie Marktwirtschaft ist besser als Staatlich subventionierte Subkulturen, wo Steuergelder verschleudert werden, um Jugendliche fit zu machen für die Sozialhilfe, IV und Lehrabruch. Das die abolute Marktwirtschaft auch Beschränkungen braucht, das zeigt unser Staat. Klar freut sich niemand über Beschränkungen aber dort wo sie eben sinnvoll sind für die Allgemeinheit muss der einzelne sich damit abfinden. Wenn er weniger Beschränkung will, muss er zeigen, das er mit mehr Freiraum vernüftig umgehen kann. Wenn er das nicht mal mit dem welchen er schon heute hat kann, dann ist das nicht gerade ein Zeichen für den Staat, mehr davon zu schaffen.

Ok, hier reduzierst du aber schon ein bisschen auf Alkohol. Ich hoffe das fällt auch dir auf :mrgreen:


Zum 5 mal extra für Dich, das war das ganze Anliegen des Anlasses und somit reduziere nicht ich, sondern der Anlass hat sich mit seinem Anliegen gleich selbst auf das reduziert. :mrgreen:

Zum 5 mal, sage Du mir, worum es an der Party geht? Sag Du mir ob ich falsch liege wenn ich davon ausgehe, das in den Klubs, Partys, Konzerten, Subkulturen nicht "Blaukreuz Drinks" getrunken werden und ich davon ausgehe das Cannabis, Kokain, Ecstasy usw. nicht alles Fremdwörter sind, welche die Besucher nur vom hören sagen kennen?

Selbst wenn Du es mir glaubhaft erklären würdest, müsste ich wohl ein wenig schmunzeln, denn die Tatsachen belegen das Gegenteil und das ist nicht zum schmunzeln, sondern eher zum weinen. :cry: Sicher betrifft es nicht nur die Jugend aber die immer mehr und davor sollten Verantwortliche Erwachsene die Augen nicht verschliessen.

Vielleicht findest Du einen hier der Dir den "Blaukreuz Drink" abnehmen würde aber ich habe mit eigenen Augen mehrmals und speziell an diesem Anlass gesehen, das es nicht um Alkoholfreie Drinks ging.

Sag Du mir Jeig warum ich als Christ für mehr Alkohol Konsum für Junge eintreten sollte, für mehr Nachtleben von dem klar ersichtlich ist, was es schon heute für gewaltig negative Auswirkungen hat auf unsere Gesellschaft. Glaube mir die negativen Folgen für unsere Gesellschaft sind weitaus höher als die positven wenn man es nüchtern anschaut.

Das sieht die Welt nicht so, kann sie ja nicht. Die welche es aber sehen die sollten zur umkehr aufrufen wenn das Mass voll ist und nicht noch für mehr Welt einstehen. Oder eben zu mehr Mass und nicht für mehr Masslosigkeit.

God bless
Kingschild
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