Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Ethik, Lebensrechtsfragen
Sexualethik, Sozialethik, Wirtschaftsethik, Kreationismus / Schöpfungswissenschaft, Technik, Umwelt


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Soll aktive Sterbehilfe erlaubt werden?

Ja. Wer totkrank ist und leidet, sollte das Recht haben, sterben zu dürfen.
37
47%
Nein, wir dürfen unser Leben nicht einfach so beenden. Leben und Sterben liegt in Gottes Hand.
33
42%
Ich weiss es beim besten Willen nicht, was ich in einer solchen Situation entscheiden sollte, wenn mich Jemand um Hilfe bäte.
8
10%
 
Abstimmungen insgesamt : 78

Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Taube » Di 19. Jan 2010, 13:02

Wolfi hat geschrieben:@"Taube":

Dass die Rückblende zu Hitler nicht so stark aus der Luft gegriffen ist, zeigt das Gegenteil vom Sterben, nämlich die Geburt.

Ein genialer Schwenker von der hier diskutierten Problematik zu einer weiteren, die nicht weniger problematisch durch den Glauben kompliziert wird. Ich werte es mal als Ablenkungsmanöver, wie auch das, was du über die Internetauftritte der von mir genannten Organisationen geschrieben hast. Zum Inhaltlichen hast du nämlich gar nichts erwähnt ...

Das ist sicher kein Schachzug. Zum Leben gehört geboren werden und sterben. Wo das eine pietätlos wird, kommt auch das andere unter Druck. ...und das Leben zwischen Geburt und Tod ist auch weniger hoch geachtet: Deshalb ist der Hinweis auf den ersten Eindruck bei einer HP gar nicht so abwegig. Wer so lieblos und pietätlos sich präsentiert, muss sich diesen Fragen stellen, bevor man auf die inhaltlichen Fragen eingehen kann. Der Ernst des Lebens und des Todes wird so mit den Füssen getreten: Wer sich einen Freitod bei einer Institution überlegt, nimmt sehr viel Zeit und Kraft in Anspruch, wo er sich Gedanken über das Leben macht. Der hat doch etwas mehr verdient, als diese Internetauftritte der beiden Institutionen. Ich glaube fast, dass vor einigen Jahren, als ich mal geschaut habe, diese HP noch besser gewesen sind. Ich habe einfach im Kopf noch ein anderes Bild.

Gruss Taube
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Taube » Di 19. Jan 2010, 13:09

...und wolfi

Wie man immer zur Sterbehilfe steht, die Würde des Menschen muss auch bei der Sterbehilfe streng beachtet werden. Zum Leben gehört auch das Sterben.
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon novim » Di 19. Jan 2010, 13:23

zuerst mal, wieso machst du für jeden Abschnitt nen neuen Post, das ist verwirrend...

Also, was sind deine genauen Argumente jetzt gegen die Sterbehilfe? Die Organisationen sind unseriös weil sie liebelos gestaltet sind und das layout dir nicht gefällt? Ich finde die exit-Seit recht gut. Eine Homepage mit bunten Streifen und fröhlichen Kindern überall wäre aber auch leicht unpassend meiner Meinung nach.

Die Kostenfrage ist ausgeschlossen, wo hängts noch? Die Methoden wie die Menschen sterben kann ich nicht beurteilen und eine vernünftige Quelle dafür hast du auch nicht, das muss Ziel der Politik sein dafür geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen.
Der Kranke darf selber entscheiden ob er stirbt oder nicht, die Angehörigen und die Ärzte haben da NICHTS zu melden.

Wenn du nicht überzeugt bist mal ein typisches Fallbeispiel.
"Bob Dent: Der 66-jährige Australier war weltweit der erste, der sein Leben durch legale Sterbehilfe beendete. Der an Prostatakrebs erkrankte Zimmermann, der seine eigene Krankheit als eine „Achterbahn des Schmerzes“ bezeichnete, verlas als er starb einen offenen Brief mit den Worten „Wenn Sie der freiwilligen Sterbehilfe nicht zustimmen, dann machen Sie keinen Gebrauch von ihr, aber bestreiten Sie nicht mein Recht, sie zu nutzen.“[10] Dent beendete nach 5-jährigem Krebsleiden sein Leben am 22. September 1996 durch nach dem Rights of the Terminally Ill Act gewährte Sterbehilfe." (Quelle Wikipedia.de)
Vonwegen Schmerzfrei, kein Leiden bei Krebserkrankungen. Die Medizin ist gut aber das kriegt sie nicht hin. Die Metapher "Achterbahn der Schmerzen" spricht da ne andere Sprache.

Und versuch doch auch mal unsere Argumente zu widerlegen, nicht einfach immer wieder schwache eigene Argumente zu bringen. Fang doch mal mit dem fett geschriebenen Satz eines Betroffenen an.
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Wolfi » Di 19. Jan 2010, 13:50

@"Taube":
Wolfi hat geschrieben:
Taube hat geschrieben:...
Auch wenn man im Spital die Angehörigen fragt, ob man noch lebensverlängernde Massnahmen in die Wege leiten soll oder sich auf palliative Pflege beschränken soll, kommen viele ethische Fragen ins Spiel.

Gelesen hast du aber nicht sehr viel von dem, was auf den von dir kritisierten Seiten geschrieben steht. Sonst wäre diese Bemerkung deinerseits gar nicht erst gemacht worden.

Nein, diese Informationen habe ich direkt aus Pflegekreisen. Sind diese Stimmen nicht auch wichtig?

Gruss Taube

Auch ich habe Stimmen aus Pflegekreisen gehört. Es wird dich nicht verwundern, dass die meinen voll und ganz zur Dienstleistung aktiver Sterbehilfe stehen. Deshalb meinte ich doch auch, man sollte sich an der Quelle und nicht sonstwo informieren. ;-)
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Taube » Di 19. Jan 2010, 14:31

novim hat geschrieben:...
Und versuch doch auch mal unsere Argumente zu widerlegen, ....

Ich will doch gar nicht verbieten und es gibt auch gute befürwortende Argumente, habe das ja oben auch geschrieben: Die Würde des Menschen ist wichtig, da gehört aber auch die Entscheidungsfreiheit dazu, aber nicht nur! Ich kann mich dem fett geschriebenen Satz auch anschliessen, das habe ich oben auch schon gesagt.

... und bitte lese doch auch mal, was ich geschrieben habe. Ich habe vor allem für eine den Umständen entsprechenden Vorsicht in den gesetzlichen Bestimmungen plädiert.

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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Wolfi » Di 19. Jan 2010, 14:42

@"Taube":
Wolfi hat geschrieben:@"Taube":
Der Wunsch zu sterben ist ernst zu nehmen und soll auch nicht verboten werden. Das wäre auch eine Einschränkung der persönlichen Freiheit. Allerdings sollten gesetzlichen Bestimmungen sehr streng gehandhabt werden.

Das werden sie doch auch. Oder wo siehst du in der bestehenden Gesetzgebung eine Lücke?
lg, wolfi

Ich denke schon, zu viel ist passiert mit dem Freitodbegleiter Minelli:


Minelli (der Gründer von Dignitas und ehemaliger Mitarbeiter von Exit) finde ich auch nicth über alle Zweifel erhaben. Gerade aber der von dir erwähnte Fakt, dass Asche einfach so in den See entsorgt wurde, zeigt doch gerade, wie schnell von Gesetzes wegen auf die Finger geklopft wird. Obwohl von der einfachen Art Asche zu entsorgen, bestimmt keine Umweltgefahr ausgeht, wurde es Dignitas sofort untersagt. Und von wegen Einsatz von Helium: Schon nach 20 Sekunden sollst du dabei ohnmächtig werden und zwar ohne irgendein Gefühl des Erstickens. Inwiefern soll denn mit Helium die Würde des Menschen nicht mehr respektiert sein? Und wenn sterbewillige Menschen in einem kleinen Bus sterben mussten, wie du schreibst, so hängt das wohl nicht zuletzt damit zusammen, dass Sterbehilfe-Gegner eine regelrechte Hatz veranstalteten, um Dignitas romantischere Sterbeorte zu verunmöglichen.

Stossender und gefährlicher, als was du alles erwähntest, finde ich bei Dignitas die Gefahr der Geschäftemacherei. Wenn es tatsächlich stimmen sollte, dass Minelli durch Dignitas zum Millionär geworden ist, so finde ich das schon sehr bedenklich. Allerdings wäre er bei weitem nicht der Einzige, der aus der Not anderer im grossen Stil profitiert; und warum sollte der eine deswegen anders behandelt werden als andere?
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon alegna » Di 19. Jan 2010, 14:46

Liebe Leute
so nebenbei hab ich mir die Internetseiten angeschaut und ich bin eigentlich froh sind sie so dermassen lieblos und nüchtern dargestellt.

Ich frage mich schon länger, weshalb sehen solche Anbieter überhaupt Bedarf in dieser Sache? Weshalb musste die Möglichkeit geschaffen werden um den Zeitpunkt des Todes selbst bestimmen zu können?
Was ist eigentlich los in dieser Welt? Die Frage nach der Geburt von Taube finde ich schon berechtigt. Wir haben heute die Möglichkeit alles zu kontrollieren und alles selbst zu Bestimmen. Pränatale Diagnostik um der Frau die Möglichkeit zu geben, ein Kind das nicht der Norm entspricht zu Töten. Es wird die Möglichkeit geschaffen, sein Leben selber zu Beenden wenn es nicht mehr der Norm entspricht, wenn man es nicht mehr will, oder meint es nicht mehr ertragen zu können.
Wann wacht ihr endlich auf? Ich meine als Christ brauch ich mir die Frage, wohin laufen wir, nicht zu stellen, aber es schockiert mich trotzdem wie mit Leben und Tod umgegangen wird und wie wenig noch nach Gott in dem Ganzen gefragt wird.
Der moderne Mensch möchte alles selbst Bestimmen und dabei ist er so blind geworden für den eigenen Untergang.
Also ich stell die Frage nochmals, weshalb braucht es Institutionen die es Möglich machen sein Leben selbst zu Beenden?
Mein Schwerpunkt liegt klar in der Palliativmedizin, hier sollten mehr Möglichkeiten geschaffen werden um einen Todkranken Menschen ins Sterben zu begleiten.
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Wolfi » Di 19. Jan 2010, 14:56

@"Taube"
Das ist sicher kein Schachzug. Zum Leben gehört geboren werden und sterben. Wo das eine pietätlos wird, kommt auch das andere unter Druck. ...und das Leben zwischen Geburt und Tod ist auch weniger hoch geachtet: Deshalb ist der Hinweis auf den ersten Eindruck bei einer HP gar nicht so abwegig. Wer so lieblos und pietätlos sich präsentiert, muss sich diesen Fragen stellen, bevor man auf die inhaltlichen Fragen eingehen kann. Der Ernst des Lebens und des Todes wird so mit den Füssen getreten: Wer sich einen Freitod bei einer Institution überlegt, nimmt sehr viel Zeit und Kraft in Anspruch, wo er sich Gedanken über das Leben macht. Der hat doch etwas mehr verdient, als diese Internetauftritte der beiden Institutionen. Ich glaube fast, dass vor einigen Jahren, als ich mal geschaut habe, diese HP noch besser gewesen sind. Ich habe einfach im Kopf noch ein anderes Bild.

Nun, zur Sache bringst du auch jetzt noch nicht viel mehr, ausser ein paar neue Behauptungen und subjektive Emfpindungen.
Bei Seiten solcher Institutionen geht's doch vor allem darum, sachlich und vollständig zu informieren. Und wie sich jeder selber überzeugen kann, schaffen dies beide Organisationen und erst noch recht gut strukturiert und bedienerfreundlich. Wo du darin feststellen willst, dass der "Ernst des Lebens" (wohl eher des Sterbens) mit Füssen getreten werden soll, ist mir echt ein Rätsel?- Aber wenn's dich trösten sollte: Den Internetauftritt von Dignitas finde ich auch potthässlich. Aber glaub mir: Einer, der Hilfe für den Freitod sucht, der stört sich nicht an solchen Äusserlichkeiten, wie wir zwei sie jetzt gerade diskutieren.
lg, wolfi
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Taube » Di 19. Jan 2010, 16:57

Wolfi hat geschrieben:@"Taube":

Auch ich habe Stimmen aus Pflegekreisen gehört. Es wird dich nicht verwundern, dass die meinen voll und ganz zur Dienstleistung aktiver Sterbehilfe stehen.

Nein, natürlich verwundert es mich nicht. Aber Deine Bemerkung hat ja auch nichts zu tun mit meinem Gedankengang.

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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Pilgrim » Di 19. Jan 2010, 17:09

Taube hat geschrieben:Zu schnell kommen auch ganz unethische Fragen ins Spiel, wo beginnt der Druck auf die Sterbenden, weil es sich sowieso nicht mehr lohnt zu leben...

...und die Behinderten und die Alten und die Jungen und die "Armen" und die usw....ganz offensichtlich ist "Sterbehilfe" eine aalglatte Flanke... :idea:
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Taube » Di 19. Jan 2010, 17:12

Wolfi hat geschrieben:@"Taube"
...
Nun, zur Sache bringst du auch jetzt noch nicht viel mehr, ausser ein paar neue Behauptungen und subjektive Emfpindungen.

Was willst Du eigentlich hören, Argumente dafür oder dagegen. Musst sie halt mir vorschreiben hier. Ich habe doch hier im Forum nicht etwas generell abgelehnt oder befürwortet. Du kannst machen, was Du willst und ich würde nie z.B. eine Abstimmung über Sterbehilfe ablehen, nur weil ich für mich persönlich die Sterbehilfe nicht als gut erachte. Ich habe ja durchwegs anders argumentiert.
Die Argumente kenne ich genügend gut, kann die meisten auch nachvollziehen. Für diejenigen, welche sich auf ihre persönliche Freiheit berufen, sind die Argumente natürlich werthaltig. Für mich ist einfach das Argument, das ich im PS anfüge recht schwach.

Ich habe nur auf die ethischen Haken hinweisen wollen, die ich sehe. Wenn Du das anders siehst, sei es Dir überlassen. Ich sehe jedenfalls einige Gefahren drin, die gesetzlich schärfer gefasst werden sollten, um künftige Missbräuche bestmöglichst zu verhindern.

Gruss Taube



PS
Das allerdings ist schon fast belustigend zu lesen gewesen über die Ärztewillkür. Wer schon meint über sein Leben und Sterben bestimmen zu können, sollte auch soweit reif sein, der Ärztewilkür stand zu halten und nicht sich gerade umzubringen.
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon alegna » Di 19. Jan 2010, 17:16

Pilgrim hat geschrieben:...und die Behinderten und die Alten und die Jungen und die "Armen" und die usw....ganz offensichtlich ist "Sterbehilfe" eine aalglatte Flanke... :idea:

Ja darauf wirds wohl hinauslaufen.
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Pilgrim » Di 19. Jan 2010, 17:18

novim hat geschrieben:Die Methoden wie die Menschen sterben...das muss Ziel der Politik sein dafür geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen.

Hatten wir schon mal, nicht wahr... :shock:
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon novim » Di 19. Jan 2010, 17:29

Jaja, unzusammengehörige Textstellen zu kopieren ist schon was tolles :)


Ich hatte nie gesagt dass die Politik bestimmen soll wie wir sterben. Die Politik ist dafür verantwortlich, zu überprüfen ob die Menschen die durch Sterbehilfe sterben einen würdevollen, quallosen Tod sterben oder ob der Tod schmerzhaft ist. Die Politik muss halt schauen dass da alles in geregelten Bahnen abläuft. Was du da reininterpretierst ist deine Angelegenheit...
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Wolfi » Di 19. Jan 2010, 18:03

@"novim":

Die Politik ist dafür verantwortlich, zu überprüfen ob die Menschen, die durch Sterbehilfe sterben, einen würdevollen quallosen Tod sterben, oder ob der Tod schmerzhaft ist. Die Politik muss halt schauen, dass da alles in geregelten Bahnen abläuft.

Leider läuft da zur Zeit auf Seiten der Politik eine ziemlich fiese Sache: Die Angelegenheit ist ja derzeit bis 01.03.2010 in der Vernehmlassung. Das Parlament habe zwischen zwei Vorschlägen zu wählen: Eine von der Politik reglementierte Sterbehilfe, oder gar keine. Nett, nicht?- :tongue:
Damit Ihr nicht zu lange suchen müsst, hier noch ein Link, der euch darüber aufklärt, was da politisch so im Gange ist:

http://tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2009/10/28/Schweiz/Bundesrat-will-organisierte-Sterbehilfe-einschraenken
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon novim » Di 19. Jan 2010, 18:25

Ich sehe da wirklich dein Problem nicht und finde diese Regelungen die angestrebt werden sehr sinnvoll und begrüßenswert.

Sie decken doch eben die Ängste hier ab, das alles werde aus Kommerz betrieben oder die Menschen würden unter Druck dazu gedrängt werden. Die Politik leitet die Sterbehilfe nicht, sie gibt nur konkrete Anweisungen und Normen wie sie durchzuführen ist. Fängt schon bei mehreren ärztlichen Artesten an. Ist doch ne super Maßnahme.
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Wolfi » Fr 22. Jan 2010, 08:59

@"novim":
Ganz einfach; ich sehe es eigentlich so, wie diese Angelegenheit bei "Exit" betrachtet wird:

EXIT steht vor einem entscheidenden Jahr. Erstmals in bald 100 Jahren ist die Selbstbestimmung beim Sterben ernsthaft in Gefahr. Der Bundesrat will der Bevölkerung die fürsorgliche Freitodbegleitung verbieten. Der Gesetzesentwurf dazu ist in der Vernehmlassung. Doch EXIT wehrt sich mit allen demokratischen Mitteln. Ein politisches 2010 steht an.

Die Justizministerin plaudert aus dem Nähkästchen. Dem «Magazin» erzählt Eveline Widmer-Schlumpf, dass sie sich von allen Regierungskollegen vor allem mit dem zurückgetretenen Gesundheitsminister Pascal Couchepin gut verstanden habe. Widmer wie Couchepin verbindet, dass sie beide Selbstbestimmungsgegner sind. Leidende sollen nicht mehr selbst sagen, wann es Zeit ist, sondern in Spitälern und Heimen bis zum bitteren Ende weitervegetieren.

An der Medienkonferenz zum Vernehmlassungsstart hat Widmer denn auch offen zugegeben, das Geschäft auf den letzten Drücker auf Couchepins letzte Bundesratssitzung traktandiert zu haben. Der liberalere Nachfolger Didier Burkhalter wäre vielleicht nicht für die Verbotsvariante gewesen.

Und so muss sich der Schweizer Politbetrieb nun mit einem Gesetzesentwurf herumschlagen, der etwa so sinnvoll ist wie der widmer-schlumpfsche Vorschlag zur staatlichen Bewilligung zum Kinderhüten unter Verwandten. Die Motivation des Bundesrates, die Selbstbestimmung derart einzuschränken, ist bis heute unklar. Aus dem erläuternden Bericht gehen u.a. vor allem religiöse und weltanschauliche Motive hervor.

Trotzdem darf dieser erste ernsthafte Einschränkungsversuch seit 1918 nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Kommt er durch – auch in der weniger schlimmen Variante – so wird die fachliche fürsorgliche Begleitung beim Freitod so gut wie verunmöglicht.

EXIT hat 2010 deshalb zum Entscheidungsjahr erklärt. Die Vereinigung für Selbstbestimmung im Leben und im Sterben konzentriert alle politischen, personellen und finanziellen Mittel für die Wahrung einer menschlichen und liberalen Sterbehilfe in der Schweiz.

Dies ist auch im Licht der neusten politischen Entwicklung dringend notwendig. Das kantonalzürcher Parlament hat es abgelehnt, eine klar ungesetzliche Anti-Sterbehilfe-Initiative für ungültig zu erklären.
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Taube » Fr 22. Jan 2010, 11:07

Ich glaube eben schon, dass es Du Dir zu einfach machst. Auch hier hat sich ein Wertewandel durchgesetzt. Aber ich zweifle nicht daran, dass Du es gut und abgesichert verstehst.

In meiner Beratertätigkeit kamen immer mehr Ängste von älteren Menschen zur Sprache, die sich vor allem Sorge machen, dass sie allfällige Pflegeheime nicht bezahlen könnten. Auch Fragen, wie man die hohen Tarife vermeiden kann, indem man das Vermögen vor dem Tod verschenkt. Die Kinder bräuchten das Geld sowieso schon früher. Die Ratsuchenden aber sind trotzdem in grosser Sorge um das Familienvermögen. Vielfach wird dann auch noch erwähnt, dass sie bei einer Sterbehilfeinstitution sind.
Sogar die Nachkommen fragen an, wie das ist und wie es geht mit den Pflegeheimen. Wie kann man das Vermögen schützen? Das sind doch schon schwerwiegendere Anfragen und die Gefahr ist doch grösser geworden, dass da auch einen Druck ausgeübt werden kann. Es ist halt so, dass das Alter (wie auch Kinder) teuer geworden sind.

Also so ganz unbegründet ist die Kostenfrage nicht, wie hier schon behauptet worden ist.

Allerdings müssten die gesetzlichen Massnahmen ganz woanders ansetzen: z.B. stärkere Rückzahlungspflicht bei Schenkungen, wenn die Eltern pflegebedürftig werden und weiter Massnahmen; stärkerer Ausbau der Renten. Alles in allem für mich sind die flankierenden Massnahmen wichtig, das kein Druck gemacht wird, aber auch dass z.B. bei der aktiven Sterbehilfe die Angehörigen nicht mitbeteiligt sind. Zudem sollte der Sterbetourismus eingeschränkt werden. Das verhindert auch die Geschäftsmässigkeit der Sterbehilfe. Die Sterbehilfe muss also dahingehend geregelt werden, dass Missbräuche verhindert werden, denn es muss anerkannt werden, dass es Menschen, aus welchen Gründen auch immer, sich für ein freiwilliges Sterben entscheiden.

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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Wolfi » Fr 22. Jan 2010, 12:17

@"Taube"

Also so ganz unbegründet ist die Kostenfrage nicht, wie hier schon behauptet worden ist.

Ginge es um die Kostenfrage, würde weder "Exit" noch "Dignitas" Hand reichen. Man beschwört also Geister herauf, die gar nicht da sind.

Die Sterbehilfe muss also dahingehend geregelt werden, dass Missbräuche verhindert werden, denn es muss anerkannt werden, dass es Menschen, aus welchen Gründen auch immer, sich für ein freiwilliges Sterben entscheiden.
Konnte je ein Gesetz Missbrauch wirklich verhindern?- Von daher finde ich die aktuelle Gesetzeslage völlig ausreichend. Da die aktuelle Gesetzgebung wohl nicht allen, die hier vorbei schauen, bekannt sein dürfte, hier noch, wie dies aktuell geregelt ist:

Das Bundesgericht gesteht jederman zu, eine Begleitung beim Freitod in Anspruch zu nehmen.

Freitodhilfe darf gewährt werden, wenn die sterbewillige Person

•weiss, was sie tut (Urteilsfähigkeit)
•nicht aus dem Affekt handelt (Wohlerwogenheit)
•einen dauerhaften Sterbewunsch hegt (Konstanz)
•von Dritten nicht beeinflusst wird (Autonomie)
•den Suizid eigenhändig ausführt (Handlungsfähigkeit)

Rein rechtlich dürfen also auch junge gesunde Menschen begleitet werden.

EXIT weiss aber um die hohe Verantwortung und hat sich deshalb mit Statuten und internen Richtlinien selber stark eingeschränkt. Zudem hält sich EXIT freiwillig in der ganzen Schweiz an die Sorgfaltskriterien, die in einer bilateralen Vereinbarung mit dem Standortkanton Zürich ausgehandelt worden sind.

EXIT begleitet einzig Menschen

•mit hoffnungsloser Prognose
•oder mit unerträglichen Beschwerden
•oder mit unzumutbarer Behinderung

EXIT begleitet nur Vereinsmitglieder. Diese müssen mindestens 18 Jahre alt und Schweizer Bürger oder in der Schweiz wohnhaft sein. Langjährige EXIT-Mitglieder haben Vorrang.

Gemäss Bundesgericht können auch psychisch Leidende Hilfe beim Freitod in Anspruch nehmen, solange sie bezüglich des Suizides urteilsfähig sind.

EXIT hilft in ganz seltenen, extrem gut abgeklärten Fällen auch bei psychischen Leiden (pro Jahr 1 bis 2 Mal). Die Voraussetzungen sind aber sehr hoch und umfassen zwei unabhängige Gutachten und die positive Beurteilung der Ethikkommission.

Immer mehr Menschen leiden an Demenzerkrankungen wie Alzheimer. Eine Begleitung kommt nur im frühen Stadium in Frage. Bei fortgeschrittener Erkrankung sind Demente nicht mehr urteilsfähig. EXIT begleitet sie daher nicht. Ihre im Frühstadium abgeschlssene EXIT-Patientenverfügung schützt sie aber bis zum Lebensende.
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Taube » Fr 22. Jan 2010, 12:39

Finde ich interessant: So kritisch Du immer gegenüber christlichen Sachen bist, so unkritisch bist Du in dieser Angelegenheit.

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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Taube » Do 15. Apr 2010, 10:40

Die CVP brachte 9. April 2010 unter dem Titel "Gesundheitsmarkt Schweiz: Qualität zu fairen Preisen" wiederum das Thema Palliativmedizin auf. Sie soll ausgebaut werden.

Wie begründet die CVP dies:
Das Schweizer Gesundheitswesen soll wieder fit und bezahlbar werden. Das Ziel: Qualität zu besten Preisen und endlich eine geringere Prämienlast für den Mittelstand. Dazu müssen die Grossbaustellen im Gesundheitsmarkt jetzt in Angriff genommen. Die CVP Schweiz setzt sich mit einem 6-Punkte-Plan für mehr Effizienz im Gesundheitswesen und tiefere Preise ein.


Anders ausgedrückt: Aus Kostengründen, weil das Gesundheitssystem zu viel kostet, soll unter anderem die Palliativmedizin gefördert werden. Es ist aber ein Entscheid der Ärzte, wann einem Patienten nicht mehr geholfen werden kann. Können sie das immer wissen? Die Ärzte haben so die Macht aus Kostengründen den Abbruch der "therapeutischen Medizin" zu empfehlen, denn Patient und Angehörige sind fast nie in der Lage, mangels Wissen dies zu beurteilen.

Ich habe nichts gegen die Palliativmedizin, wenn das der Patient wünscht.

Aber ich verstehe nicht, warum eine CVP (christliche Volkspartei) aus reinen Kostengründen Patienten aktive Sterbehilfe zu gewähren, denn das ist es im Grunde genommen, wenn die Palliativmedizin mit den Kosten begründet wird.

Gruss Taube

Quelle: http://www.cvp.ch/de/documents/gesundhe ... -6467.html
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Taube » Do 15. Apr 2010, 11:07

...
Zudem begründet die CVP die Massnahmen wegen der Kosten für den Mittelstand! ...also der Mittelstand und nicht der einzelne Mensch ist im Mittelpunkt: Ein "Bravo" für eine christliche Partei! ...also Mittelpunkt sind wiederum nicht die Ärmeren und die kinderreichen Familien, welche trotz Verbilligung der Prämien gebeutelt sind. Hauptsache der Mittelstand ist entlastet. Nochmals ein "Bravo" für die christliche CVP. ...ob das alles im Sinne Christi war?

Ich überlege gerade, ob diese CVP Gedanken nicht schon viel schlimmer sind als eine gute geregelte Sterbehilfe: nämlich der Unterschied zu einer Zwangssterbehilfe könnte verflixt eng werden.

Gruss Taube


PS
Wolfi, das wovon ich weiter oben gesprochen habe und Du massiv bestritten hast, ist mit diesem CVP Papier eingetroffen.
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon alegna » Do 26. Aug 2010, 12:15

Habe heute erschütternderweise im Radio gehört, dass die Sterbehilfsorganisation Exit, nun ihre Hilfe auch für gesunde sterben wollende Menschen öffnen möchte :o
Psalm 100,5 Denn der HERR ist freundlich, und seine Gnade währet ewig und seine Wahrheit für und für.
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Taube » Mo 13. Sep 2010, 13:13

Umfrage zur Sterbehilfe, zwar schon einige Tage alt, trotzdem soll man darüber noch nachdenken:

Schweizer wollen Sterbehilfe durch den Arzt

Zitat aus der Meldung.

    "80 Prozent wollen, dass ein Arzt einer todkranken Krebspatientin mit unerträglichen Schmerzen weiterhin das tödliche Natriumpentobarbitural (NaP) verschreiben darf. Mehr als zwei Drittel der Befragten wollen in diesem Fall sogar die heute verbotene direkte aktive Sterbehilfe erlauben: Der Arzt sollte ihr auf Wunsch selbst eine tödliche Spritze verabreichen oder das Schmerzmittel so hoch dosieren, dass sie schneller stirbt."


Gruss Taube
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon lionne » Fr 13. Mär 2015, 11:37

Schweiz: Sterbehilfeorganisation Exit verzeichnet starken Zulauf
Die Schweizer Sterbehilfeorganisation Exit hat 2014 in deutlich mehr Fällen Menschen in der Selbsttötung begleitet als im Jahr davor.

Insgesamt sind im vergangenen Jahr mit Hilfe der Vereinigung 583 Menschen gestorben, 25 Prozent mehr als 2013, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Übersicht von Exit hervorgeht. Das Durchschnittsalter dieser Sterbewilligen lag demnach bei 77,5 Jahren. Zugleich sind im vergangenen Jahr 13.500 Menschen, und damit so viele wie nie zuvor, der Sterbehilfeorganisation beigetreten.

Als Gründe, aus dem Leben zu scheiden, nennt Exit vor allem Krebserkrankungen im Endstadium, chronische Schmerzleiden und Altersmorbidität. 2014 hat der Verein eigenen Angaben zufolge mehr als 2.500 Sterbeanfragen erhalten. Bei den Beratungen sei in rund 900 Fällen eine Begleitung beim Suizid abgeklärt worden, teilte die Vereinigung mit. Der Verein zählte Ende 2014 über 81.000 Mitglieder. Allein in den vergangenen fünf Jahren seien die Mitgliedzahlen um fast 30.000 angestiegen. Exit richtet sich ausschließlich an Schweizer.

Die Schweiz erlaubt die sogenannte Beihilfe zum Suizid. Die Ärzte dürfen unheilbar Kranken eine tödliche Dosis eines Medikamentes verschreiben. Das Mittel muss der Patient jedoch eigenhändig einnehmen. In Deutschland wird derzeit eine Neuregelung der Sterbehilfe debattiert. Dabei geht es vor allem um die ärztliche Suizidbeihilfe sowie ein mögliches Verbot organisierter Sterbehilfe.
Quelle: www.jesus.de
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon lionne » Mo 14. Nov 2016, 23:37

Spätestens seit dem aktuellen Fall aus Genf ist die Frage um Sterbehilfe wieder in die öffentliche Diskussion gelangt!
Zum Fall: Zwei Männer (Brüder) wollten per Gerichtsurteil verhindern, dass ihr Bruder mit Hilfe der Sterbeorganisation Exit aus dem Leben scheide. Nun hat der Betroffene seinem Leben selber ein Ende gesetzt, wie der «Tages-Anzeiger» (11. November) meldet.
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Johelia » Mi 16. Nov 2016, 08:31

Hallo Leute

Mir passt dieser instutionelle Mord gar nicht. Es ist eine Sünde und Schande dass sich unser Land und gweisse Menschen dafür hergeben.

Pragmatisch gesehen heisst es in den Geboten:
Du sollst nicht töten.

Selbsttötung ist auch Töten.

Es ist ein Trugschluss, dass es der sich selbst tötenden Person nacher besser geht. :(

Liebe Grüsse
Johel
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Le Chef » Mi 16. Nov 2016, 09:06

Johelia hat geschrieben:
Es ist ein Trugschluss, dass es der sich selbst tötenden Person nacher besser geht. :(


Quelle?
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon onThePath » Mi 16. Nov 2016, 09:56

Ich erlebe gerade wegen meiner über 90 Jahre alten Schwiegermutter, wie es gehandhabt wird.
Vor Kurzem wollte eine Arztin im Krankenhaus durch Medikamentenentzug weil sie auch nicht essen und trinken konnte oder nicht wollte, ihren Tod einleiten. Sie behauptete auch, sie werde das Wochenende nicht überleben und habe sowieso gerade einen Schlaganfall erlitten. Unserem Unglauben an ihre Worte beantwortete sie schnippisch und wenig übezeugend.

Oma hat auch diesma überlebt. Hat zwar weniger wache Momente.
Aber wir haben zusammen mit dem Hausarzt gründlich überlegt, wie wir mit Fūttern und helfen zu trinken umgehen sollen. Oma lebt trotz kaum essen seit einem Monat und mit wenig Trinken. Auch Medikamente nimmt sie nicht regelmäßig an. Die Regel ist, wie wir erfahren haben, sie in ihrem Alter und ihrer Situation nicht künstlich am Leben erhalten zu wollen.

Soweit meine aktuellen Erfahrungen in Deutschland zu diesem Thema.

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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon doro » Mi 16. Nov 2016, 13:51

Lieber oTp

Wobei das Weglassen der Behandlung nicht unter aktive Sterbehilfe fällt, wenn ich das richtig verstehe. Ich glaube, wir sollten bei diesem Thema gut unterscheiden, denn ob man sich gegen eine weitere Behandlung ausspricht oder aktiv ein Mittel nimmt, das den Tod einleitet, sind doch zwei verschiedene Dinge.

Wie sieht denn deine Schwiegermutter die Sache?

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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Le Chef » Mi 16. Nov 2016, 14:14

Ich für meinen Teil sehe das so:

Bevor ich es vor Schmerzen nicht mehr aushalte und/oder so mit Drogen vollgepumpt werden muss, bis ich nichts mehr wahrnehme, nur um dieses klägliche Leben noch zu verlängern, lieber ein stilvoller Abgang. Und ich bin 100% sicher, dass da auch Gott nichts gegen einzuwenden hätte.
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon onThePath » Mi 16. Nov 2016, 15:38

doro hat geschrieben:Lieber oTp

Wobei das Weglassen der Behandlung nicht unter aktive Sterbehilfe fällt, wenn ich das richtig verstehe. Ich glaube, wir sollten bei diesem Thema gut unterscheiden, denn ob man sich gegen eine weitere Behandlung ausspricht oder aktiv ein Mittel nimmt, das den Tod einleitet, sind doch zwei verschiedene Dinge.

Wie sieht denn deine Schwiegermutter die Sache?

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Liebe doro,
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon Johelia » Mi 16. Nov 2016, 18:48

doro hat geschrieben:Wobei das Weglassen der Behandlung nicht unter aktive Sterbehilfe fällt, wenn ich das richtig verstehe. Ich glaube, wir sollten bei diesem Thema gut unterscheiden, denn ob man sich gegen eine weitere Behandlung ausspricht oder aktiv ein Mittel nimmt, das den Tod einleitet, sind doch zwei verschiedene Dinge.


Da gebe ich dir Recht, liebe Doro!

Meine Aussage vorher bezog sich auf AKTIVE Sterbehiĺfe.

Wenn ein Mensch sich entschliesst weitere Behandlungen abzulehnen oder eine weitere Behandlung keinerlei Aussicht auf Besserung verspricht, dann solten wir das respektieren aber trotzdem Gott die Entscheidung überlassen.

LG
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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon doro » Mi 16. Nov 2016, 19:51

Ja, ich glaube, das sehen wir ähnlich, Johel.

Ich habe vor einiger Zeit noch ein interessantes Interview gelesen mit Monika Renz. Sie begleitet Sterbende und spricht sich gegen die aktive Sterbehilfe aus. Hier der Link: http://www.monikarenz.ch/_files/curaviva2011.pdf

Mich hat dieses Interview sehr getröstet auch im Hinblick auf meinen eigenen Tod, wann auch immer der sein wird. Sie kommen auch nicht von einer Theoretikerin und Schreibtischtäterin, sondern von einem Menschen, der sich einlässt auf das Leiden und Sterben. Sie beschreibt, was ich auch schon von anderen (in einem Krebsforum) gelesen habe. Nämlich, dass der Tod auch ein gut erlebter Prozess sein kann, bei dem das Leiden in ein Glück (so beschreibt es Monika Renz) mündet, und dass dort auch etwas Geheimnisvolles stattfindet, dem Ehrfurcht gebührt. Und das verunmöglicht man sich, wenn man den Prozess abkürzt.

Und doch weiss ich auch, dass der Weg durch lange unheilbare Krankheit hindurch irgendwann einem schlicht zu viel werden kann. Ich verstehe die Versuchung, dann den Weg aktiver Sterbehilfe zu wählen. Ich schreibe solche Worte wie oben auch nicht leichtfertig. Aber ich glaube einfach, dass aktive Sterbehilfe nicht der beste Weg ist.

Und ich frage mich schon auch ein bisschen (was auch angesprochen wird im Interview), was für ein Signal das sendet, wenn der Freitod als der würdevollere Weg beschrieben wird. Heisst das etwa, dass ein Mensch, welcher sich dagegen entscheidet, seine Würde verloren hat?

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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon doro » Mi 16. Nov 2016, 19:53

Lieber oTp

onThePath hat geschrieben:Liebe doro,
wir mussten uns auch klar werden, was das alles bedutet.
Ihr genaues Alter ist 97. Sie ist nicht mehr in der Verfassung, sich dazu differenziert zu äußern. Gerade in den letzten Wochen ist ihre psychische Zustand schlechter geworden.

lg, otp


Ok, phuu... Das ist natürlich eine mega Verantwortung, in die ihr damit gestellt seid. Ich wünsche euch ganz viel Weisheit. Möge der Herr sie euch schenken und euch alle, besonders deine Schwiegermutter, immer wieder stärken und euch mit seiner Liebe begegnen. :pray: :umarm:

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Re: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz?

Beitragvon lionne » Do 17. Nov 2016, 09:01

onThePath hat geschrieben:Soweit meine aktuellen Erfahrungen in Deutschland zu diesem Thema.

:( Ich mache gerade ähnliche Erfahrungen in diesem Bereich (alte Menschen, in meinem Fall knapp über 80; mehrere Fälle) durch! Die Alten sollen nirgends mehr sein, sind nur 'interessant', wenn man sie noch 'rupfen kann, wie eine Weihnachtsgans' :x
Pfui Teufel, sag ich da nur (zu einer solchen Gesellschaft: Pfui, pfui, pfui....)
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