Psychiatrie und Freiheit

Ethik, Lebensrechtsfragen
Sexualethik, Sozialethik, Wirtschaftsethik, Kreationismus / Schöpfungswissenschaft, Technik, Umwelt


Moderator: bigbird

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon firebird » Do 28. Mär 2019, 14:42

Liebe Lionne, lieber oTP,

eure Zeilen kann ich gut nachvollziehen. Dass in der Psychiatrie vieles schräg bis extrem schräg verlauft, das glaube ich auch. Selbst habe ich auch totale Prothesen von Psychiater erlebt. Ich bin auch der Meinung, dass es erschreckend viele scheussliche Psychiater gibt, welche die Patienten nur noch kränker machen.

Doch in meinem Fall darf ich sagen, dass ich echte Hilfe durch die Psychiatrie und auch durch Medikamente erhalten habe. Liegt vielleicht daran, dass ich den Psychis nicht alles geglaubt habe. Ebenso habe ich klar eingebracht was meine Probleme und meine Anliegen sind. Aber ich kann mir vorstellen, dass wenn ein Mensch psychisch total drunten ist, er nicht mehr in der Lage ist, sich aktiv einzubringen.

Was ich bei dieser Lage empfehlen würde, ist, dass wenn es im Verhältnis Psychiater zu Patient nicht funktioniert, dass man raschmöglichst nach einem Psychi Ausschau hält, bei dem es funktionieren könnte. Es könnte natürlich dann illusorisch sein, wenn ein Patient diese Energie nicht mehr aufbringen kann.

Auch ich nehme seit bald 10 Jahren Antidepressiva. Trittico für die Nacht und Venlafaxin für den Tag. Bei den Psychopharmaka ist es fast immer so, dass man ausprobieren muss welches Medikament für welchen Patienten passt. Dies erfordert vom Patienten aber auch von Psychiatern oftmals viel Geduld. Manche Psychiater können diese Geduld nicht aufbringen oder sie haben von den Wirkstoffen in den Medikamenten nicht genügend vertiefte Kenntnis, was man aber von einem Spezialarzt in seinem Fachgebiet erwarten kann.

Warum habe ich diese Zeilen geschrieben? Ganz und gar nicht deshalb weil ich all diese Missstände schönreden will. Sondern vielmehr um euch damit Mut zu machen, dass es Fälle gibt in der die Psychiatrie hilfreich wirken kann. Ich selbst sehe mich auch als solch einen Fall.

Wo immer es Misstände gibt wird viel geredet, geschrieben und viel Stimmung gemacht. Wo aber etwas funktioniert, darüber hört man immer weniger. Dies erzeugt immer schrägere Zerrbilder.

Firebird
Echt barmherzig sein kann ich nur, wenn ich weiss, dass ich selbst auf Barmherzigkeit angewiesen bin.

Allein bin ich ein schlechtes Team!
Doch mit Jesus Christus bin ich im besten Team!
Benutzeravatar
firebird
Senior-Moderator
 
Beiträge: 4010
Registriert: So 23. Mär 2008, 19:50
Wohnort: Raum Zürich

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » Do 28. Mär 2019, 14:53

onThePath hat geschrieben:Schon die Behauptung: "Wir haben heutzutage wirksame Medikamente gegen alle psychische Schäden" ist sehr zu hinterfragen. Und der Umgang mit Cannabis, der reichlich junge Leute zu psychischen Ruinen macht, muss auch realistisch gesehen werden. Was da alles läuft macht mich hin und wieder richtig wütend.

Schon nur diese Arroganz bei dieser Behauptung! :shock: :roll: :mrgreen:

Was den Cannabis-Konsum und den Zusammenhang mit Psychosen anbetrifft, haben wir hier im Forum auch schon an verschiedener Stelle diskutiert. Es gibt (inzwischen) genügend (medizinische) Informationen hierzu, die allen Interessierten zugänglich sind!
>>>Cannabis und Psychose: Kausaler Zusammenhang wird immer sicherer

P.S. Nicht jede(r), der/die mal Cannabis geraucht hat, entwickelt eine Psychose/Psychosen und/oder wird zum jahrzehntelangen Psychiatriepatienten.
Das Risiko scheint dosis- un altersabhängig zu sein: Je mehr geraucht wird und je jünger die Personen sind, desto höher das Risiko.
Besonders gefährdet sind Jugendliche in der Pubertät!
LG lionne
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9024
Registriert: Do 16. Aug 2007, 17:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » Do 28. Mär 2019, 15:32

Nur als Richtigstellung, bzw. zum besseren Verständnis:
Es geht mir hier nicht darum, die Psychiatrie als Ganzes anzuschwärzen; ich habe auch sehr gute Psychiater angetroffen in den letzten über 20 Jahren. Nur leider ist zu sagen, dass diese mMn sehr dünn gesät sind! :oops:

So einfach mal Psychiater wechseln ist auch nicht möglich! Ich rede hier von Menschen, die eine langjährige Psychiatrie-Odyssee hinter sich haben (mit FFE, jetzt FU genannt, Zwangsmedikation, u.v.m.). Da ist man eingeschränkt in seiner Handlungsfähigkeit, zeitweise sogar in seiner Bewegungsfreiheit!!! (Da wird man beispielsweise via Polizeitransport zu einen Arzttermin gefahren/begleitet! :( )

Deine Empfehlungen, Firebird, in Ehren, aber Mut machen kann mir in dieser Situation niemand mehr; zu viel habe ich gesehen und selber (wenn auch nicht direkt als Patientin) (mit-)erlebt. Die "Resultate" dieser Psychiatrie kann ich mehr oder weniger tagtäglich mit meinen eigenen Augen sehen! Da gibt es nichts mehr zu sagen! Uebrigens habe ich auch schon nur im Umgang mit sogenannt normalen Aerzten (nicht Fachärzten z.B. der Psychiatrie) so meine Erfahrungen gemacht, vor allem als meine (jetzt verstorbene) Mutter in Spital war! Da hatte sie plötzliche (starke) Psychopharmaka auf dem Medikamentenplan!!! :shock:
Da ich als ihre Tochter nun ein bisschen Ahnung habe bez. Medikamente, konnte ich da der Sache sofort auf den Grund gehen und damit verhindern, dass ihr auch noch starke Psychopharmaka verabreicht wurden (sie war ja körperlich krank, nicht psychisch)! Ich möchte nicht wirklich wissen, wie vielen alten Menschen da in den Spitälern, Heimen, etc. starke Psychopharmaka verabreicht werden, so mir nichts dir nichts! (>>>Ruhigstellung! :oops: )
LG lionne
Zuletzt geändert von lionne am Do 28. Mär 2019, 16:00, insgesamt 2-mal geändert.
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9024
Registriert: Do 16. Aug 2007, 17:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Do 28. Mär 2019, 16:58

Als meine Mutter irgendein psychowirksames Mittel im hohen Alter bekam, sah sie nicht vorhandene Personen. Scheint bei alten Menschen kein Einzelfall zu sein.

Firebird, eine Depression ist sehr belastend. Schön wenn die Psychiatrie dir Erleichterung bringen kann.

Lg, otp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20411
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 01:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » Sa 30. Mär 2019, 11:49

onThePath hat geschrieben:Als meine Mutter irgendein psychowirksames Mittel im hohen Alter bekam, sah sie nicht vorhandene Personen. Scheint bei alten Menschen kein Einzelfall zu sein.

Ein weiteres (heikles) Thema, das mit vielen Tabus belegt ist:
Psychopharmaka in der Altenpflege; die Behandlung von Bewohnern von Altersheimen mit beruhigenden Arzneien, bisweilen auch als "chemische" FEM (freiheitsentziehende Massnahme) bezeichnet.
Polymedikation und potenziell inadäquate Medikation (PIM) bergen grosse Risiken für die Behandlungssicherheit der Bewohnerinnen und Bewohner in Alters- und Pflegeheimen! Ältere (alte) Menschen haben oft gleichzeitig mehrere Krankheiten, in der Fachsprache Multimorbidität. Mit zunehmendem Alter nimmt diese zu. In der Schweiz ist Polymedikation oder Polypharmazie bei Betagten, typischerweise definiert als die gleichzeitige Verordnung von fünf oder mehr Medikamenten (meine Beobachtung; weit mehr Medikamente!!!), weit verbreitet! Wer im Alters- und Pflegeheim lebt, erhält in der Regel viele, oft auch zu viele Medikamente. Mit jedem zusätzlichen Medikament steigt jedoch das Risiko für unerwünschte Arzneimittelereignisse (UAE) und Spitaleinweisungen.
Aber, wie gesagt: nochmal ein anderes Thema!
LG lionne

P.S.: Ein Paradox: Als Angehörige mussten meine Geschwister und ich die Einwilligung (schriftlich!) geben, das das sog. Gitter am Bett raufgemacht werden durfte, damit meine Mutter nicht noch aus dem Bett fällt. Dafür brauchte es diese Einwilligung (>>> gleich freiheitsentziehende Massnahme! :roll:) Für die Abgabe von 'medikamentösen freiheitsentziehenden Massnahmen' hat niemand um eine Einwilligung/Bewilligung nachgefragt!!!! :roll: :shock:
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9024
Registriert: Do 16. Aug 2007, 17:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Sa 30. Mär 2019, 12:16

Tja, auch so ein Thema wo sehr leicht zu viele und auch falsche Medikamente verschrieben werden.

Meine Mutter lebte nicht in Heim, bekam das Psycho- Medikament wohl zum Beruhigen.

Ich frage mich, wo fängt fahrlässige Verletzng an ?
Nimmt Jemand mehrere Medikamente, muss man auf die Wirkung achtgeben, die Nebenwirkungen und die unerwünschten schlechten Wechselwirkungen.

Und bei Psycho- Medikamenten wird das wohl noch schwieriger. Ich denke, man müsste in kurzen Abständen wenigstens einen Fragebogen ausfüllen sollen, der dann aussagt, was für Wirkungen das Medikament hat.
Aber dazu fehlt Zeit, Vernunft und oft wohl auch Fachwissen. Da wird wohl viel diktiert von der Pharma-Industrie. Ihr überlässt man die Aufsicht über ihre Medikamente. Und schon wird manipuliert.

Bei der Schmerztherapie meiner Frau machen das sogar per Internet, dieses Feedback.

Lg, otp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20411
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 01:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » Sa 30. Mär 2019, 12:30

onThePath hat geschrieben:Meine Mutter lebte nicht in Heim, bekam das Psycho- Medikament wohl zum Beruhigen.

Wohl verschrieben vom Hausarzt (!!??). Irgend ein Arzt musste es ja verschreiben!
Meine Mutter lebte auch nicht im Heim; die ganzen Abhandlungen, die ich schildere, passierten in einer sog. Zwischenlösung (zu schwach, um nach Hause zu gehen (Treppen steigen!) aber nicht mehr ein Spitalpatient! :( )
Da ist halt die Devise: Ab nach Hause, bzw. ins letzte Setting zurück!!
Gruss lionne
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9024
Registriert: Do 16. Aug 2007, 17:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Di 2. Apr 2019, 21:11

Gerade auf Arte zwei Sendungen zum Thema.

Lg, otp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20411
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 01:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » Di 2. Apr 2019, 22:06

Jetzt gerade folgt Sendung über Cannabis!

Sehr aufschlussreicher erster Beitrag, den ich mir nochmals ganz anschauen/anhören muss, bin erst 21.15h auf die Sendung aufmerksam geworden....


Mir tun die x Tausenden Opfer dieses unsäglichen Pharmasystems (unendlich) leid; einige Opfer hehören zu sehr lieben Menschen meines Umfelds. :cry:
Gruss lionne
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9024
Registriert: Do 16. Aug 2007, 17:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Di 2. Apr 2019, 22:08

Ich schaue gleich auch am P C in der Mediathek nach um es TV unabhängig aufzunehmen.

Ja der Film davor war aufschlussreich. Davor war noch ein Film über Opiate als Schmerzmittel.

Erster Film: Viele Tote durch Schmerzmittel.
Zweier Film: 200000 Tote durch ein bestimmtes Psychose- Medikament.
Dritter Film: Das schmutzige Geschäft mit der Cannabis Legalisierung.

Hab die drei Sendungen in der Mediathek von Arte gefunden. Dafür ist das Programm mediathekview nützlich. Da findet man alles von den öffentlichen aufgelistet.

Lg, otp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20411
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 01:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » Mi 3. Apr 2019, 13:25

onThePath hat geschrieben:Erster Film: Viele Tote durch Schmerzmittel.
Zweier Film: 200000 Tote durch ein bestimmtes Psychose- Medikament.
Dritter Film: Das schmutzige Geschäft mit der Cannabis Legalisierung.

Hab die drei Sendungen in der Mediathek von Arte gefunden. Dafür ist das Programm mediathekview nützlich.

Ja, sehr gute Einrichtung, die Mediathek. Ich werde mir den 1. und 2. Film nochmals in Ruhe anschauen, wobei mich der zweiter Film am meisten betrifft; aber auch der erste Teil (Schmerzmittel) muss ich mir unbedingt anhören/ansehen. Den dritten Film habe ich gestern in ganzer Länge gesehen.
LG lionne
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9024
Registriert: Do 16. Aug 2007, 17:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Mi 3. Apr 2019, 13:44

Ich habe von allen 3 nur ein Stück gesehen. Und die Direktaufnahme ging auch daneben. Ich war eine Zeitlang weg und es gab bei dem Cannabis Film unbemerkt Aufnahmekonflikte.

Lg, otp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20411
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 01:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » Mi 3. Apr 2019, 16:10

Schon erschreckend die Zahlen der Todesopfer, die auf das Konto der Pharmaindustrie gehen!

"Medikamente sollen uns ein langes, gesundes Leben bescheren. Doch die Pharmaindustrie bringt mehr Menschen um als die Mafia, sagt der dänische Mediziner Peter C. Gøtzsche - und fordert für die Branche eine Revolution."
>>> https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/ ... -1.2267631

SA: Mehr Tote durch Medikamente als Waffengewalt
>>> https://www.infosperber.ch/Wirtschaft/O ... der-Pharma

...nicht zu vergessen: All die Todesopfer der sog. Neuroleptika, wie beispielsweise Zyprexa und andere!
Es ist die Hölle!

LG lionne

P.S. Darüber können mir auch keine gutmenschlichen Sprüche helfen, wie z.B. "Es ist halt schwierig mit den psychischen Krankheiten."
Klar ist es schwierig, hat auch niemand gesagt, dass es einfach ist! Aber ist es eine Lösung, diesen Menschen tödliche Medikamente abzugeben und sie langfristig (oder auch kurzfristig!) umzubringen? Und zwar im vollen Wissen um die Gefährlichkeit dieser Medikamente/Drogen?
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9024
Registriert: Do 16. Aug 2007, 17:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Mi 3. Apr 2019, 22:03

Also ich würde gerne studieren, inwieweit die Psychopharmaka toxischer Sondermüll sind.
Die Medikamentenhersteller haben wohl leichtes Spiel ihre gefährlichen Psychopillen zu kreieren und ohne ausgiebige Tests daran reichlich zu verdienen. Das Motto ist wohl eher: Das Mittel ist besser als gar nichts. Jedenfalls bringen sie oft keine Lebensqualität. Was nützen Mittel die deutlich benommen machen und enorme Gewichtszunahme verursachen ? Oder Schlaflosigkeit, oder Ängste die sie doch beseitigen sollten ? Und was nicht noch alles.

Da haben wohl die Psychodesigner solcher Pillen nicht so viel Ahnung ? Meinen die etwa, die komplexe Wirkungsweise der Gehirnchemie auf das Bewusstsein verstanden zu haben ? Wirkt auf mich eher reichlich armselig.

Lg, otp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20411
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 01:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Fr 5. Apr 2019, 08:15

https://m.tagesspiegel.de/gesund-leben- ... 29764.html

Interessante Gedanken zum Bewusstsein und zu psychischen Störungen.

Ein Grundgedanke ist, dass die Gehirnforschung im Grunde keine Ahnung hat, warum es psychische Störungen gibt, und dass die Psychopharmaka deshalb auch sehr zweifelhaft ist. Die sollten sich also schon mal grundsätzlich gar nicht so wichtig nehmen und so kompetent tun. Und das sind die Fachleute und das System, dem sich der psychisch Kranke ausliefert.

Lg, otp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20411
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 01:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » Fr 5. Apr 2019, 17:43

onThePath hat geschrieben:(…) Ein Grundgedanke ist, dass die Gehirnforschung im Grunde keine Ahnung hat, warum es psychische Störungen gibt, und dass die Psychopharmaka deshalb auch sehr zweifelhaft ist. Die sollten sich also schon mal grundsätzlich gar nicht so wichtig nehmen und so kompetent tun. Und das sind die Fachleute und das System, dem sich der psychisch Kranke ausliefert.

Sehe ich auch so oder ähnlich!
Und ich bin entsetzt über die Arroganz, mit der in sogenannten "Informationsbroschüren" (für Patienten und Angehörige) zu lesen steht:
(Zitat) Eine schizophrene Psychose ist heute heilbar. Je früher eine Psychose diagnostiziert und behandelt wird, desto günstiger ist die Prognose.

Es stehen medikamentöse sowie nicht-medikamentöse Therapien wie Psychoedukation, psychologische Trainingsprogramme sowie berufliche Rehabilitation zur Verfügung. (Zitat Ende) :x

Nichts ist da heilbar, weder früher noch heute! >>> So sieht's aus! :( :mrgreen:

Neue Erkenntnisse könnten zukünftige Heilung von Schizophrenie ermöglichen
Die neuen Erkenntnisse könnten eine zukünftige Heilung von Schizophrenie und anderen schweren psychischen Erkrankungen ermöglichen, erläutert Autor Dr. Lena Palaniyappan vom Lawson Health Research Institute. Derzeitige Behandlungsmethoden seien lediglich auf eine Linderung der Krankheit ausgelegt.
Quelle: https://de.sott.net/article/24288-Neu-e ... -zu-heilen
LG lionne
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9024
Registriert: Do 16. Aug 2007, 17:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Fr 5. Apr 2019, 20:36

Neue Erkenntnisse, lionne ?
Ist das reiner Wunschtraum oder tut sich irgendwann in ferner Zukunft was ? Werde mal den Artikel lesen.

Naja. Der Spekulatius zu Weihnachten reicht mir. Was soll denn da schon wieder so bahnbrechend sein ?
Noch dazu im Anschluss Spekulationen zu Schizophrenie und Ernährung.

Ich gehe mal davon aus, dass ein psychotisches Hirn sowieso irgendwie versucht, sich zu normalisieren. Sogar durch Dport soll das Gehirn sich positiv verändern.

Übrigens, wenn ein Mensch zeitweise eine Psychose hat, die wieder vorüber geht, inwieweit ist das der Verdienst der Psychopillen ? Es ist wichtig, das zu fragen, ob es ein Erfolg ist oder die Psyche sich sowieso selber regeneriert hat in einer gewissen Zeitspanne.


Andere schwere Psychosen kriegen die Psychiater gar nicht hin. Auch jahrzehntelang mit sämtlichen Psychopillen nicht.

Lg, otp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20411
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 01:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » Fr 5. Apr 2019, 21:23

onThePath hat geschrieben:Neue Erkenntnisse, lionne ?

Nein, leider keine wirklich neuen Erkenntnisse; es geht weiter wie bisher! :cry:
>>> Die derzeitigen Behandlungsmethoden sind (wie gesagt) lediglich auf eine Linderung der Krankheit ausgelegt.
LG lionne
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9024
Registriert: Do 16. Aug 2007, 17:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Gnu » Sa 6. Apr 2019, 11:48

Wie steht es da mit Epilepsie? Die Krankheit galt ja auch jahrelang als unheilbar. Der Grund war, dass man keinen Erreger fand. Wurde denn schon ein Erreger von Psychosen gefunden? Solange man Geister ausschliesst, wird man auf materieller Ebene noch lange herumpfuschen. Ich wollte ursprünglich in Münchenbuchsee in der Privatklinik Wyss predigen. Dazu ist es nie gekommen, denn ich selbst war noch zu sehr in Sünde verstrickt. :oops:
Benutzeravatar
Gnu
My home is my castle
 
Beiträge: 11263
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 17:19
Wohnort: Salorino

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Sa 6. Apr 2019, 13:32

Epilepsie tritt bei einem Prozentsatz von Hirnverletzungen auf. Aber es gibt sicher auch andere Ursachen, die der Epilepsie ähnlich sehen.

Psychosen sind, glaube ich, nur bisweilen von Geistern erzeugt. Das ist auch eine Art Virus, den man sich einfängt, so zufällig kann es einen treffen.
Aber da wird es eben kompliziert. Und Ursache finden und Diagnose, was da aus dem Lot ist, schwierig. Gehirn und Gedanken beeinflussen sich ja gegenseitig. Aber man setzt eigentlich auch auf Psychotherapie, auch ein Ansatz, aber da denke ich, in der Praxis wird da nicht viel draus gemacht. So viel Betreuung überfordert das System maßlos.

Lg, otp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20411
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 01:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Columba » Sa 6. Apr 2019, 14:58

Gnu hat geschrieben:Wie steht es da mit Epilepsie? Die Krankheit galt ja auch jahrelang als unheilbar. Der Grund war, dass man keinen Erreger fand. Wurde denn schon ein Erreger von Psychosen gefunden?...



Erstens ist Epilsepsie keine psychische Erkrankung sondern eine neurologische. In der Differenzialdiagnose sind diese beiden Erkrankungen genau zu trennen.

Zweitens ist nicht der Psychiater sondern der Neurologe zuständig für epileptische Anfälle und Epilepsie.

Drittens gibt es Erreger, die epileptische Anfälle auslösen können: z.B. Masern, Herpes, Hepatitis C, Lyme-Borreliose (durch Zecken übertragen). Daneben gibt es auch noch viele andere Ursachen. OnthePath hat z.B. Hirnverletzungen erwähnt.

Viertens wird Epilepsie nicht in psychiatrischen Kliniken behandelt sondern meist in separaten Institutionen. Zürich hat eine Epiklinik, die Schweizerische Epilepsie-Klinik.


Grüsse Columba
Johannes 8,8 Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.
Benutzeravatar
Columba
Wohnt hier
 
Beiträge: 3346
Registriert: Di 30. Nov 2010, 11:24

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Sa 6. Apr 2019, 20:13

Hallo, firebird

Fallen nicht auch die von dir genannten Krankheiten unter Gehirnverletzungen, Gehirnschädigung ? Ich denke, sie müssen schon auf das Gehirn wirken um Epilepsie auslösen zu können.


Lg, otp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20411
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 01:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » So 7. Apr 2019, 11:23

Einer der Schlüsselsätze aus "Todesursache: Unbekannt":
Leidet ein geliebter Mensch an einer psychischen Erkrankung, dann geht dieses Leid auf einen über. Es ist so, als würde die Familie und jeder, der einem nahe steht, auch krank werden. :cry:
LG lionne
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9024
Registriert: Do 16. Aug 2007, 17:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » So 7. Apr 2019, 12:04

Ja schon, lionne.

Aber ich habe es gelernt, dennoch zu überleben. Und ich wehre mich wo ich nur kann, etwa gegen Psychiater, Dummheit und Gleichgültigkeit und wenn es sein muss sogar gegen Dämonen. Denn es gibt kaum etwas Schlimmeres als gar nichts tun zu können. Die lähmende Hilflosigkeit, ausgeliefert zu sein einem grausamen Schiksal. Mut befähigt, gibt Kraft. Und wir Christen haben die beste Hoffnung die man sich vorstellen kann. Wir brauchen nichts zu fürchten, auch nicht den Teufel. Wir haben eine lebendige Hoffnung und sogar alle unsere Schmerzen und Leiden dienen uns zum Sieg. Alles dient uns zum Guten und zum Sieg. Nichts kann uns von Gott trennen. Auch wenn wir kämpfen müssen und Verluste erleiden. Wir brauchen nie den Mut und die Hoffnung verlieren. Am Ende steht unser Sieg.

Alle unsere Hoffnung und Kraft kommt von unserem Christus.

Wir brauchen die Furchtlosigkeit Davids. Der konnte in der Nacht vor der Schlacht schlafen.
Wir brauchen die Kraft des Paulus, der alle Angriffe auf sein Leben wegsteckte.

Lg, otp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20411
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 01:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon firebird » So 7. Apr 2019, 13:08

onThePath hat geschrieben:Hallo, firebird

Fallen nicht auch die von dir genannten Krankheiten unter Gehirnverletzungen, Gehirnschädigung ? Ich denke, sie müssen schon auf das Gehirn wirken um Epilepsie auslösen zu können.


Lg, otp



Lieber oTP,

habe in diesem Thread zurückgescrollt bis zum Anfang dieses Jahres, aber ich habe kein Posting von mir gefunden in dem ich etwas über Krankheiten, Gehirnverletzungen oder Gehirnschädigung geschrieben habe.

Aber die Erfahrung mit meiner Tochter führt dazu, dass ich das Medikament Zyprexa als Auslöser verdächtige, für die Epi-Anfälle die sie seit zweieinhalb Jahren hat. Auch ist mir bekannt, dass viele Antidepressiva auf die Nervenbotenstoffe im Gehirn eine Auswirkung haben.

Grundsätzlich ist es erstrebenswert mit möglichst wenig Medikamenten durchs Leben zu kommen. Ich bin dankbar für jede rein natürliche Möglichkeit um körperliche oder psychische Probleme zu beheben. Doch wenn man mit Medikamenten die Lebensqualität verbessern kann, bin ich dafür dass man diese Möglichkeit ergreift, wenn die Nebenwirkungen erträglich sind.

Freundlicher Gruss
Firebird
Echt barmherzig sein kann ich nur, wenn ich weiss, dass ich selbst auf Barmherzigkeit angewiesen bin.

Allein bin ich ein schlechtes Team!
Doch mit Jesus Christus bin ich im besten Team!
Benutzeravatar
firebird
Senior-Moderator
 
Beiträge: 4010
Registriert: So 23. Mär 2008, 19:50
Wohnort: Raum Zürich

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » So 7. Apr 2019, 13:17

Zwischenfrage: war Zyprexa nicht vor einigen Tagen das Negativbeispiel, an dem in den USA sogar viele Menschen starben ?

Ja, dein Verdacht ist sicher berechtigt. Möglich sind wohl alle Ursachen. die zerstörerisch auf das Gehirn einwirken. Möglicherweise auch einige Mittel die die Gehirnchemie beeinflussen.
Aber nicht Jeder reagiert auf all Solches mit Epilepsie. Ein bestimmter Prozentsatz der Menschen neigt eher zur Entwicklung einer Epilepsie. Ein geschätzter Arzt sagte mir, das habe man im Krieg an Gehirnverletzungen bemerkt.

Lg, otp
Zuletzt geändert von onThePath am So 7. Apr 2019, 16:37, insgesamt 1-mal geändert.
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20411
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 01:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » So 7. Apr 2019, 15:52

onThePath hat geschrieben:Denn es gibt kaum etwas Schlimmeres als gar nichts tun zu können.

Wir (Familie/Angehörige....) können (leider) in Wirklichkeit (im wirklichen Leben) gar nichts tun! :shock: So sieht's aus! :mrgreen:
Oder hat hier irgendjemand die Macht (und das Geld) sich gegen das Establishment (erfolgreich) zur Wehr zu setzen!
Genauso wie die betroffenen Patientinnen und Patienten sind wir (als Familie/Angehörige) gefangen und dem System total ausgeliefert! (Übrigens betrifft dies nicht nur psychische Krankheiten! Auch bei sog. körperlichen Leiden funktioniert das System ganz genau gleich!)
Was das geistige Tun (im Glauben an unseren Herrn Jesus Christus) anbetrifft, sieht es anders aus! Da können wir aktiv sein! Und sollten es auch sein! :pray:
LG lionne
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9024
Registriert: Do 16. Aug 2007, 17:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » So 7. Apr 2019, 16:16

Ich kann die Dokumentation "Todesursache: Unbekannt" nur allen empfehlen, die mit dem Thema beschäftigt sind. (Aber auch allen anderen! ;) ) Sehr empfehlenswert!
>>> https://www.arte.tv/de/videos/083586-00 ... unbekannt/
(Zitat) Seit Jahren hatte die Schwester der Regisseurin Anniken Hoel an psychischen Problemen gelitten. Sie war von zahllosen Ärzten untersucht und immer wieder in Kliniken eingewiesen worden. Ihr Tod im Jahr 2005, mit erst 34 Jahren, kam dennoch überraschend – und wurde nie aufgeklärt. Investigativer Film einer Autorin, die ihre Schwester durch Psychopharmaka verloren hat.
Ein persönlicher, investigativer Film einer Autorin, die ihre Schwester durch Medikamente gegen eine psychische Erkrankung verloren hat. Ein Film über Psychopharmaka und die gefährlichen Geheimnisse der großen Pharmaunternehmen. Nachdem ihre Schwester plötzlich und unerwartet starb, während sie mit verschreibungspflichtigen Antipsychotika behandelt wurde, forscht Anniken Hoel nach über die Verantwortung der Pharmaindustrie, das ungebremste Wachstum psychiatrischer Diagnosen und Medikamente und die Korruption staatlicher Aufsichtsbehörden. Wie kann es sein, dass Pharmaunternehmen Einfluss auf die Richtlinien haben, nach denen psychische Krankheiten diagnostiziert werden? Also mitbestimmen, wann Medikamente verschrieben werden? Der über einen Zeitraum von zehn Jahren entstandene Film ist gleichzeitig persönlich und investigativ. Er folgt Anniken Hoel, die Antworten nicht nur nach den Ursachen des Todes ihrer Schwester sucht, sondern auch nach dem Zehntausender von Menschen weltweit, die ebenfalls ein ähnliches Schicksal erlebt haben. Todesfälle und Schäden, die bisher so gut wie ignoriert wurden. Ausgehend von einer kleinen Stadt in Norwegen und auf Reisen durch Skandinavien, die EU und die USA enthüllt der Dokumentarfilm „Todesursache: Unbekannt“ das Innenleben und die Motivationen einer mächtigen Industrie, die kontinuierlich Gewinne vor den Menschen stellt und viel zu einflussreich ist, um zu definieren, wer normal und wer krank ist. (Zitat Ende)
Gruss lionne
Zuletzt geändert von lionne am So 7. Apr 2019, 16:18, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9024
Registriert: Do 16. Aug 2007, 17:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » So 7. Apr 2019, 16:17

Ich zitiere noch mal
Arte Todesursache: Unbekannt

Kritik an den Psychopillen
eventuell noch in der Mediathek

aha, lionne wir beide zeitgleich. Sehe mir gerade einen Teil davon an.

Lg, otp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20411
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 01:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » So 7. Apr 2019, 16:54

https://www.arte.tv/de/videos/083586-00 ... unbekannt/
(Verfügbar vom 01/04/2019 bis 01/05/2019)
>>> Intim, aufrüttelnd und sehr brisant

Fazit: Wir haben es mit einem kranken System zu tun! (Zitat aus dem Film)

Gruss lionne
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9024
Registriert: Do 16. Aug 2007, 17:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » Mo 8. Apr 2019, 14:25

"Sie werden selten gefragt, wie es ihnen geht".
Es geht (hierbei) um die Angehörigen von psychisch Kranken!
Wer sagt das? - Die Präsidentin des Vereins für Angehörige psychisch Kranker (Vask), Lisa Bachofen.
Ueber 40 % der Angehörigen haben laut Bachofen selbst psychische Probleme aufgrund der Dauerbelastung und sind gefährdet, selbst in einer Klinik zu laden. :(
"Und am Ende ist es die Mutter, der Vater, der Partner oder gar die Kinder, die noch als letztes Auffangnetz übrig bleiben."....
Andererseits isolieren sich viele Angehörige sozial und laufen Gefahr, z.B. ihre Wohnung, den Job... zu verlieren oder eben ernsthaft krank zu werden.
Für soziale Kontakte bleibt schlicht keine Zeit mehr übrig (neben der Fulltime-Betreuung des psychisch kranken Angehörigen und der Berufstätigkeit des betreuenden Menschen). :shock: Da ist ein Zusammenbruch/die Katastrophe -früher oder später - vorprogrammiert!
Da wir schnell mal klar, dass sich eine solche Situation (mit solchem Dauerstress und Dauerbelastung) nicht endlos in die Länge ziehen kann, ohne dass das Konsequenzen für den betreuenden Menschen haben wird... :shock:
LG lionne
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9024
Registriert: Do 16. Aug 2007, 17:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Mo 8. Apr 2019, 18:24

Kann ich bestätigen.
Ich erlaube mir, etlichen Leuten von den verschiedensten möglichen Ansprechstellen des Öfteren kräftig in den Allerwertesten getreten haben zu wollen. Man rennt von Pontius bis Pilatus und landet nach einer Runde wieder ergebnislos an der Ausgangsstelle.
Aber man sieht an den Betreuern, dass auch die nicht so viel bewegen können. Der Handlungsrahmen ist ziemlich eingeschränkt. Am besten kommen die weg, die mitmachen und fähig zur Integration sind. Schwere komplizierte Fälle lässt man fallen. Man bekommt viel Geschwärz zu hören.

Betreffs Psychiatrie und Freiheit:
Man lässt junge Leute mit dem Verweis auf die persönliche Freiheit in ihr Verderben rennen, etwa Sucht und beginnende chronische Psychose. Mühe macht sich Niemand gründlich.

Dazu kam noch ein Beitragschreiber in diesem Thread, der mir einreden wollte, Freiheit über alles zu stellen, anstatt gegen Selbstzerstörung aktiv werden zu können.

In was für einer Welt leben wir eigentlich ?

Soweit meine Erfahrungen.

Lg, otp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20411
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 01:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » Mo 8. Apr 2019, 19:29

onThePath hat geschrieben:In was für einer Welt leben wir eigentlich ?

In der Endzeit (>>> in der endzeitlichen Welt), wie es im Wort geschrieben steht....
Es sind ja da viele Zeichen beschrieben, die auf die Endzeit hinweisen.

Nur ein Beispiel:
Die Menschen werden zuchtlos, wild und gottlos sein
Gerade auch durchs Fernsehen wird uns gezeigt, welche (sonderlichen) Praktiken im Sexualleben anscheinend "normal" sind. Selbst die Ehe zwischen Mann und Frau scheint nur noch eine Fassade alter Traditionen zu sein. Nur noch sehr wenige Menschen denken bei der Ehe daran, dass sie einst von Gott im Paradies gestiftet wurde, um das Zusammenleben zwischen Mann und Frau zu gewährleisten.
LG lionne
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9024
Registriert: Do 16. Aug 2007, 17:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Di 9. Apr 2019, 20:44

Man müsste auch mal der Frage nachgehen, wie gross der Anteil positiver Plazebowirkung bei Psychopillen ist. Bei verschiedenen psychischen Störungen.

Lg, otp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20411
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 01:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » Di 9. Apr 2019, 21:25

Zu dieser Frage (otp) habe ich keine Antwort.... (Wer kann das "messen"?)

Wie schon gesagt, Psychiatrie hat mit Freitheit nichts zu tun; das ist wohl allen klar (geworden).

Schwierige Patienten (z.B. mit Schizophrenie) erhalten ihre Medikamente oft als Spritze. Die Wirkung hält über mehrere Wochen an – die schweren Nebenwirkungen allerdings auch. :shock:

Als Depot-Medikamente werden vor allem ältere Neuroleptika verwendet (z.B Haldol). Aber auch die 'neuen' sind nicht ohne - so sind beispielsweise in Japan etliche Menschen nach Xeplion-Depot-Spritzen gestorben.... :shock:

Doch Depot-Medikamente sind unter Fachleuten und Patienten umstritten. Denn oft haben Neuroleptika schwere Nebenwirkungen: Den Patienten zittern die Hände, sie können die Arme und Beine nicht mehr richtig bewegen oder nur noch mit kleinen Schritten gehen. Wenn man die Medikamente spritzt, bleiben die Nebenwirkungen über Wochen bestehen, ohne dass die Patienten etwas dagegen tun können.

Jürg Gassmann, Zentralsekretär von Pro Mente Sana, spricht Klartext: «Viele Patientinnen und Patienten empfinden Neuroleptika als chemische Zwangsjacke und berichten, dass sie sich sehr schlecht fühlen.» Gassmann befürchtet zudem, dass Ärzte bei den Depot-Spritzen die Therapie nicht mehr hinterfragen und nicht über das Absetzen oder Reduzieren von Medikamenten nachdenken würden. Mit den Spritzen geht zudem auch ein Teil der Autonomie der Patienten verloren. Sie können die Medikamente nicht selber absetzen oder die Dosis ändern. (Was je nach Fall auch ein "Vorteil" sein kann! - Alles eben sehr schwierig! :( )
LG lionne
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9024
Registriert: Do 16. Aug 2007, 17:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Di 9. Apr 2019, 23:31

Es ist kompliziert, lionne.

Meinen Sohn kenne ich inzwischen gut genug, um nichts völlig falsches zu machen.

So hat er immer, wenn er - nach kurzer Zeit- die Medikamente verweigerte, sich sehr verschlechtert.
Eigentlich haben wir, seine Eltern, erst eine bessere Zeit, seitdem er regelmäßig seine Depot-Spritze bekommt. Und noch nie vorher hat er längere Zeit so vernünftig gewirkt. Aber immer noch verspielt er sofort sein Taschengeld und wird von uns unterstützt. Aber aufbauende Vernunft zur Integration erleben wir nicht. Er ist umgänglich, aber er bleibt auf einem bestimmten Level. Das Depot-Medikament müssen wir natürlich hinterfragen. Die sind eben bedenklich bis gefährlich.
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20411
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 01:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » Mi 10. Apr 2019, 10:33

onThePath hat geschrieben:(….) Das Depot-Medikament müssen wir natürlich hinterfragen. Die sind eben bedenklich bis gefährlich.

Sie sind bedenklich bis gefährlich - ja. Und was kann man dagegen tun! Die werden verabreicht und gut ist's. Auch die oral eingenommenen Medis (alte und neue!) sind der absolute Hammer mit ihren (ebenfalls) absolut unmenschlichen Nebenwirkungen!
Aber eben: Die Psychiatrie hat nichts anderes anzubieten! :(
LG lionne
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9024
Registriert: Do 16. Aug 2007, 17:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Mi 10. Apr 2019, 16:08

Ja, soviel zur Frage, wie fortschrittlich die Psychiatrie und wie leistungsfähig ihre Forschung ist.

Man sollte als Psychiater nicht mit dem Finger auf die alte Psychiatrie von vor 80 Jahren zeigen.

Sie sollten auch nicht so tun, als seien sie sehr fortschrittlich und könnten gut helfen.

Sie sollten auch nicht zu sehr so tun, was für ein Segen die modernen Psychopillen seien und wie überaus hilfreich.


Wenn man hinter die Fassade schaut findet man noch genug Unvermögen und Misstände.

Wer Lust hat kann ja mal klarstellen, was die Psychiatrie vermag, aber bitte nicht viel von den leichten Fällen reden, das wäre eher überflüssig.

Ich bin jedenfalls überrascht, wie toll man über Psychosen redet und vorgibt, alles im Griff und unter Kontrolle zu haben. Ist das nicht schon ein vorgespieltes Image, eher Augenwischerei ?

Wie sähe das ehrliche Bild über den Zustand der Psychiatrie und die Aussichten ihrer Patienten aus ?

Lg, otp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20411
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 01:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » Mi 10. Apr 2019, 19:24

onThePath hat geschrieben:Ja, soviel zur Frage, wie fortschrittlich die Psychiatrie und wie leistungsfähig ihre Forschung ist.

Man sollte als Psychiater nicht mit dem Finger auf die alte Psychiatrie von vor 80 Jahren zeigen.

Sie sollten auch nicht so tun, als seien sie sehr fortschrittlich und könnten gut helfen.

Sie sollten auch nicht zu sehr so tun, was für ein Segen die modernen Psychopillen seien und wie überaus hilfreich.


Wenn man hinter die Fassade schaut findet man noch genug Unvermögen und Misstände.

Wer Lust hat kann ja mal klarstellen, was die Psychiatrie vermag, aber bitte nicht viel von den leichten Fällen reden, das wäre eher überflüssig.

Ich bin jedenfalls überrascht, wie toll man über Psychosen redet und vorgibt, alles im Griff und unter Kontrolle zu haben. Ist das nicht schon ein vorgespieltes Image, eher Augenwischerei ?

Wie sähe das ehrliche Bild über den Zustand der Psychiatrie und die Aussichten ihrer Patienten aus ?

Das sehe ich auch so! Von (echtem) Fortschritt zur Psychiatrie der 1950er Jahren kann (prinzipiell) keine Rede sein!
Ja, da bleibt einem die Spucke weg..... von wegen "die Psychosen sind heute heilbar!" :roll: (vgl. mein Posting weiter oben).
Wie sieht das reale Bild der Psychiatrie, heute im Jahr 2019, aus?
>>> Verheerend, menschenunwürdig, katastrophal! :shock: :x
LG lionne
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9024
Registriert: Do 16. Aug 2007, 17:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Do 11. Apr 2019, 12:02

Sucht auf Rezept Mediathek 3sat

Es fängt an mit den Benzos. Die werden ja wie Bonbons verschrieben.....

Angefangen hat alles mit Librium und Valium im Jahre 1960.

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20411
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 01:21
Wohnort: Köln

VorherigeNächste

Zurück zu Ethik, Wissenschaft, Forschung

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste