Psychiatrie und Freiheit

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Moderator: bigbird

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Fr 5. Sep 2014, 23:14

PS Kann es sein, dass Du hier vorher unter "r....." gepostet hast?


Wunder Dich nicht, lieber Jeshu

"Heimsuchungen" und Manipulationsversuche kommen immer mit gleichartigen Schemata.
Am gefährlichsten von angeblich wohlinformieren und wohlmeinenden Zeitgenossen.

Gott sei Dank kann uns niemand mehr ablenken oder verwirren.

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Sa 6. Sep 2014, 06:51

Jeshu, ich habe nochmal das Hilfs-Angebot des Kölner Sozialpsychiatrischen Dienstes geprüft.
Es klingt ziemlich umfassend und schließt eigentlich nur primäre Sucht aus.

Speziell in meinem Fall stellte sich ja das umfassende Hilsangebot als reines Blendwerk heraus.
Ferndiagnostisch in Anwesenheit des Sozialarbeiters und einer Psychologin wurde der Zustand meines Sohnes als reine Sucht erklärt. Und auf meinen Hinweis auf psychische Auffälligkeiten und den Umstand, dass er so wenig Geld hat, dass er oft nicht an Rauschmittel kommt, war die Antwort, dann wäre er so in etwa so was wie ein Quartalssäufer. Des Weiteren wurden wir Eltern nicht etwa zur diagnostischen Klärung oder Hilfe dieser Bürde an Andere dieses Netzes zur Hilfe verwiesen, sondern eigentlich abgewimmelt.

So sieht die Fachlichkeit aus, die angeblich so kompetent und hilfreich ist. Die Stelle, die eigentlich Anlaufstelle für Verzweifelte sein sollte, war in unserem Fall anscheinend völlig gnadenlos hilfsunwillig.

Auf dem Hintergrund unserer Überlegungen über Borderline (mit Drogenmißbrauch) sind wir durch jahrelange Erfahrung sensibel genug, um solche "umfassende kompetente Hilfe" einer wichtigen Anlaufstelle sehr in Frage stellen. Borderline mit sekundärem Drogenmißbrauch scheint völlig unbekannt oder unerwünscht zu sein und jegliches Gespür für schlimme Nöte auch.

lg, oTp
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Jeshu » Sa 6. Sep 2014, 08:58

Patch Adams hat geschrieben:Auf Ahnungen lege ich auch nicht viel Wert. Ich strebe Wissen an.
....
Ich habe „mich“ als gewissenhaft eingestuft. Über unbekannte Experten erlaube ich mir kein Werturteil.

Jeshu
Weißt Du was passiert, wenn ich "stümperhaft" handle? Dann bringt sich "mein" Borderliner eines Tages um


"mein" Borderliner

:shock:

Dann hängt also sein Überleben von deiner Person ab.

Somit bist du quasi Herr über Leben und Tod.


Zynik hilft hier auch nicht weiter, was ist eigentlich los mit Dir, Patch?
Ich habe mir auch Wissen angeeignet und zwar nicht zu knapp, ganz speziell über das Borderliner-Syndrom und wahrscheinlich mehr als jeder 0815-Therapeut. Der hat nämlich gar nicht die Zeit sich jeder einzelnen psychischen Sonderstörung dermaßen intensiv zu widmen wie ich es getan habe. Da würde seine Ausbildung mehrere Jahrzehnte dauern. Außerdem, welcher Therapeut wohnt schon mit einem BL zusammen und kennt das Syndrom somit aus dem Effeff?
Aber Du erlaubst Dir ein Werturteil über mich.

Weißt Du, mein Mitbewohner hängt nicht besonders am Leben, er liebt Rauchen, Drogen und ungesundes Essen und seine Bauchspeicheldrüse hat teilweise schon ihren Dienst versagt. Krankenhausaufenthalte finden regelmäßig statt (möglichst im Stadium gerade nicht krankenversichert zu sein), wobei er sich so querulantisch aufführt, dass sie ihn letztes Mal aus der Intensivstation geworfen haben, bzw. er sich dann selbst entlassen hat und sich dann irgendwie nachhause geschleppt hat und dort einfach komplett ohne Versorgung war. In der Zeit war ich leider gerade im Urlaub wohlgemerkt.

Irgendwann geht die Sache vielleicht mal schief, wenn er sich nicht gleich umbringt, denn er hat regelmäßige Depressionsschübe trotz Tabletten.

Zusammen mit der nicht besonders hohen Impulskontrolle und einer dann erhöhten Alkohol/Drogenzufuhr ist das nun mal gefährlich. Aber ich bin einer der wenigen Personen, auf die er wenigstens bisschen hört, ich weiß eben inzwischen auch genau, wann er in einer Gemütslage bzw. Verfassung ist, in der er überhaupt etwas auf- bzw. annimmt.
Herr über Leben und Tod bin ich deshalb noch lange nicht, ich bin ja nicht Jesus.

LG
Jeshu
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Jeshu » Sa 6. Sep 2014, 11:38

Hi, oTp!
Doch, da wunder ich mich wirklich, das ist ja alles auch der Wahnsinn wie die bei den ganzen Diensten, bzw. Dreh-und Angelstellen alle insgesamt mit Eurem heftigen Problem umgehen ...
Tja, wo setzt man nun bei Deinem Sohn an, das ist wirklich die ganz große Frage.
Wichtig ist jetzt tatsächlich, ob Du wirklich davon ausgehen kannst, dass Dein Sohn ein Borderline-Syndrom hat. Da gibt es eine ganze Liste von auffälligem Verhalten, ich habe Dir nun zusammengeschrieben, was ganz typisch ist:

Absolute Verantwortlosigkeit oder Interesse sein Leben eigenständig zu leben
Radikaler Anspruch an Menschen, alles, was man ihnen gibt scheint nicht wertgeschätzt zu werden, sondern wird als selbstverständlich betrachtet
Stark wechselnde Stimmungsschwankungen, auch innerhalb von kürzester Zeit
Respektloses, provozierendes Benehmen anderen gegenüber, Ungehorsam
Kein Respekt vor dem Besitz von anderen Menschen
Extremes Gefühl von innerer Leere und Langeweile
Insgesamt rücksichtsloses Verhalten, auch sich selbst gegenüber
Gefährliches Autofahren mit überhöhter Geschwindigkeit, nahes Auffahren
Dem Körper werden teilweise Unmengen an Alkohol, Drogen oder auch extreme sportliche Belastungen zugemutet
Zustand der "Betäubung" wird in jeder Form angestrebt, langes Schlafen, Drogen und Alkohol, Tabletten, extreme Sportarten, kann auch Workaholiker sein, beste aber gnadenlose Geschäftsmänner, die sich nur der Arbeit widmen
Zerstörungswut betrifft auch sonst alles: Gegenstände, Beziehungen, schöne entspannte, friedliche Stimmungen bei Familientreffen, sonstige "Veranstaltungen" werden massiv gestört
Selbstverletzungen: schneiden, sich Brandwunden zuziehen, extreme Magersucht, Bulimie, Fressanfälle, gefährliche Sportarten (sturzgefährdet)
Entfremdungsgefühl, verliert den Bezug zur äußeren Welt manchmal fast völlig
Instabile Beziehungen, Freundschaften zerbrechen regelmäßig, weil sie zu oft völlig unzuverlässig, ausbeuterisch und berechnend sind, nur auf den eigenen Vorteil bedacht. Längere Freunde sind in der Regel entweder wahnsinnig gutmütig, tolerant und nervenstark oder selber gestört.
Es scheint bei allem negativen Verhalten überhaupt kein "schlechtes Gewissen" zu geben oder es wird einfach verdrängt wie das meiste Unangenehme
Lernt aus Fehlern so gut wie nicht dazu, macht den gleichen Fehler trotz großer Konsequenzen immer wieder
Manipulatives Verhalten, weiß genau wie man Mitleid oder Furcht erregt
Einschüchterndes Verhalten
Leiht sich Geld, obwohl er weiß, dass er es nicht zurückzahlen wird
Erpresserisches, betrügerisches Verhalten
Schuldzuweisungen: Alle anderen sind Schuld, nur er selber nicht
Kann perfekt lügen, weil er es selbst glaubt in dem Moment, wo er etwas sagt
Hetzt Menschen gegeneinander auf, stiftet Verwirrung innerhalb von Gruppen, zerstört Vertrauen
Impulskontrolle niedrig, Agressionsschwelle niedrig, Gewaltbereitschaft
Unkontrolliertes Geldausgeben

Kontakt zum anderen Geschlecht gestört, kaum zu echter Liebe fähig, der Partner wird in der Regel eher "benutzt" oder richtiggehend ausgenutzt, sogar deshalb erniedrigt
Kontakt zur eigenen Familie: entweder möglichst gar keiner oder nur unter starkem Stress. Sehnt sich im Inneren zwar danach, ist aber oft zu sehr von seinen vielen Ängsten belegt
Angst vor allem vor echter Nähe zu Menschen; Nähe wird in der Regel nur kurz, dafür intensiv zugelassen, dann wieder abgeblockt
Trotzdem existiert eine ganz eigene "Distanzlosigkeit" zum Anderen
Sex: entweder relativ uninteressant, oder Hardcore, in den wenigsten Fällen besonders liebevoll, das wird eher ins Lächerliche gezogen; der eventuell perfekte Liebhaber wird nur gespielt, um den anderen von sich abhängig zu machen
Promiskuität, Sex extrem mit ständig wechselnden Partnern, abgespalten von Liebe, nur zur eigenen Befriedigung benutzt
Treue: eher nicht

Uff. Klingt Klaus Kinski-mäßig...

Inwieweit diese Störung ausgelebt wird und welche teilweise gravierenden Folgen sie für andere Menschen hat, ist wie gesagt sehr verschieden.
Es müssen bei einem bescheinigten Borderline-Syndrom nun sehr viele dieser Charaktereigenschaften gleichzeitig zutreffen.
Also bei "meinem" Borderliner trifft fast alles mehr oder weniger ausgeprägt zu.

Aber das ist nun an Dir dies einzuschätzen, ob ich mit meinem Verdacht bei Deinem Sohn tatsächlich richtig liege und man den Terror, dem Du und Deine Frau ausgesetzt bist, so beschreiben kann, oTp.

LG
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Sa 6. Sep 2014, 12:39

Jeshu,

Wir brauchen uns noch nicht mal diagnostisch festzulegen.
Der menschliche Aspekt, das Negative, Vernunftlose beschreibst Du, und zwar in der Komplettheit auch in seiner Auswirkung auf Eltern und Beziehungspersonen sehr gut. Ich bin bisher noch keinen Verantwortlichen begegnet, die dafür auch nur ein aufgewecktes Bewußtsein hätten. Oder Lust hätten, darüber zu reden. Hätten sie es, könnten sie nicht dermaßen gleichgültig sich verhalten. Ist aber so. Und ob nun r oder p uns was vormachen wollen: Wir sehen solche Störungen voll problembewußt und die Fachleute benehmen sich mitunter wie Menschen, die sich in einem Dschungel des menschlichen und psychologischen Dickischt hinter Bäumen verstecken. Damit nur ja keiner komme und nachfragt, was da gespielt wird. Das sagt schon alles.

Und die Frage der Freiheit wird da oft nur als Ausrede benutzt, und mangelndes Kümmern um Angehörige als gesetzliche Notwendigkeit individueller Rechte wegen Volljährigkeit. Und was da noch so alles so vorgeschoben wird.

In dieser Verwirrung und Nichtvernetzung ist Frage nach Hilfe wirklich schwer.

Ich werde versuchen, eine Angehörigen Gruppe zu finden.

lg, oTp
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Sa 6. Sep 2014, 12:52

Ich habe mir auch Wissen angeeignet und zwar nicht zu knapp, ganz speziell über das Borderliner-Syndrom und wahrscheinlich mehr als jeder 0815-Therapeut. Der hat nämlich gar nicht die Zeit sich jeder einzelnen psychischen Sonderstörung dermaßen intensiv zu widmen wie ich es getan habe. Da würde seine Ausbildung mehrere Jahrzehnte dauern. Außerdem, welcher Therapeut wohnt schon mit einem BL zusammen und kennt das Syndrom somit aus dem Effeff?


Hallo, Jeshu,
Ich kümmere mich ja auch schon sehr lange um psychische Störungen. Schon vor langer Zeit interessierte mich z.B., warum Jugendliche ihre Intelligenz an Kriminalität verschwenden. Aber ich war sowieso allen psychologischen Fragen gegenüber offen. Borderline lassen einen tiefen Blick in eine Art des Bösen zu.

Und das ist bei mir seit Langem ein Spezialgebiet. In ihrer Gesamtheit. Eine Frage dabei ist, auf welche Art und Weise dämonische Mächte Einfluß auf Menschen nehmen können. Puh, das geht noch über die Psychologie hinaus.

Aber bei Borderline gehe ich mal ganz irdisch von einem Negativen aus, das im Menschen selber vorhanden ist.
Doch bin ich nicht so gefesselt an materialistische psychologische Systeme. Der Mensch ist für mich ein Wesen, das von Gott her auf EWIGKEIT angelegt ist. Das kapieren Psychologen natürlich erst recht nicht.

Ich verstehe nur nicht, warum sie so ein großes Defizit an gelebter Ethik und Menschlichkeit zeigen wie in meinem Fall.

lg, OTp
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon doro » Sa 6. Sep 2014, 13:21

Yo, hoi zäme!

Ich schreib mal kurz ein bisschen von meinem Senf und hoffe, etwas zur Beruhigung beitragen zu können. Zumindest ist es eine Aussensicht auf die Diskussion, die hier jüngst läuft.

Jeeedenfalls.

Ich verstehe Patchs Anliegen durchaus. Es ist wichtig, sich bewusst zu bleiben, dass wir hier keine Fachpersonen sind und dass wir, auch wenn wir's wären, Andreas nicht kennen (ausser oTp). Ich verstehe das.

Aber ich sehe auch, dass Jeshus Posts oTp wirklich helfen. Mehr sogar, als alle Fachleute, welchen er bisher begegnet ist. Und darin liegt ein grosser Wert.

Ja, es ist möglich, dass Andreas kein Borderliner ist, sondern seine Diagnose (wenn sie hoffentlich einmal gestellt werden kann) anders lauten wird. Und doch: er zeigt offenbar Verhalten das demjenigen, welches Jeshu bei Borderlinern erlebt hat, zum Verwechseln ähnlich sieht. Ich verstehe, dass da für oTp die Vermutung nahe liegt, dass Andreas auch Borderliner ist.

Was ich hier sehe, ist ein verzweifelter, bzw. mehr noch resignierter Vater, der seinen Sohn liebt, ihm gerne helfen würde, aber merkt, dass auch er und seine Frau selber, an der Situation kaputt gehen. Ein Mensch, der unter diesem Verhalten extrem leidet, der aber bisher nie oder nur selten das Gefühl hatte, in seinem Leiden ernst genommen zu werden.

Und was ich jetzt sehe, ist jemand, der zwar kein Fachmann ist, der aber diesen Vater ernst nimmt. Er lässt ihn an seinen Erfahrungen teilhaben, erklärt, wie er mit ähnlichen Situationen umgegangen ist.

Und zu guter Letzt: Was ich sehe, ist, dass der Vater aus seiner Resignation heraus findet, weil er sieht, dass es einen Menschen gibt, der ihn ernst nimmt und durch seine Erfahrungen etwas Licht - und das ist mein Wunsch für ihn - auch Hoffnung ins Dunkel bringt.

Mich persönlich freut das.

Auch haben sowohl Jeshu und oTp klar gemacht, dass ihnen bewusst ist, dass sie beide keine Fachmänner sind.

lg, doro
Du wolltest als Mensch Gott sein, um zugrunde zu gehen; er hingegen wollte als Gott Mensch sein, um wiederzufinden, was verloren gegangen war.
Menschlicher Stolz hat dich in einer Weise niedergedrückt, dass nur noch göttliche Demut dich (wieder) aufrichten konnte.

(Augustinus, Predigt 188,3)
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Sa 6. Sep 2014, 16:11

Danke doro,

Nur würde ich mich nicht als verzweifelt oder resignierend erklären.
Die Situation ist sehr belastend aber ich gehe nicht daran kaputt. Meine Frau, mit Dauerschmerzen vom Rücken, ist da durch die ganze schon mehr belastet.

Natürlich wehre ich mich gegen Mißstände und bin auch wie man so sagt, oft genug in Rage über Vieles was da so abläuft.

Zwei Jahre Hauskreis mit vielen jungen Leuten, die uns so lange treu waren und mit uns bis jetzt verbunden sind waren ein Ausgleich. Ich habe dabei sehr viel gelernt und durfte auch miterleben, dass etwa 9 junge Leute haben taufen lassen. Sogar Begegnungen und Kämpfe mit Schergen des Vaters alles Negativen waren dabei. Da konnte ich meinen "Handlungsbedarf" sinnvoll anwenden.

Allerdings würde ich gerne wie Michael ein Schwert in der Hand halten. Michael verdächtigt ja Niemand als Negativen Kämpfer,Wie der kleine Junge im Buch erklärte: Vater, ich habe Dich in der Zukunft bei der letzten Schlacht gesehen. Du hattest ein Schwert.

Nun ja, mein Leben ist nun mal eher ein Kampf. Und Drama ist noch keine Verzweiflung.

Jeshu stärkt mich in meiner eigenen Beobachtung der Negativität meines Sohnes.
Er kann es besser artikulieren und bewerten als die säumigen Spezialisten, die einfach nur nichts taten und nichts sagten. Haben wohl wirklich keine Ahnung. Obwohl Psychologie angewandte, wache Menschlichkeit sein sollte. Pustekuchen.

Eben rief die junge Frau an, und ihr Zustand läßt mein Herz bluten. Ich kann nicht anders, ich bin Vater nicht nur meiner Kinder.

lg, oTp
Zuletzt geändert von onThePath am Sa 6. Sep 2014, 17:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon doro » Sa 6. Sep 2014, 16:31

onThePath hat geschrieben:Nur würde ich mich nicht als verzweifelt oder resignierend erklären.
Die Situation ist sehr belastend aber ich gehe nicht daran kaputt. Meine Frau, mit Dauerschmerzen vom Rücken, ist da durch die ganze schon mehr belastet.

Wie gesagt, das war einzig meine Wahrnehmung. Ich meinte auch nicht, dass du generell ein verzweifelter und resignierter Mensch seist. ;)

Dass Schmerzen einen sehr belasten können, weiss ich leider aus eigener Erfahrung. Nimmt sie Medikamente dagegen?

Eben rief die junge Frau an, und ihr Zustand läßt mein Herz bluten. Ich kann nicht anders, ich bin Vater nicht nur meiner Kinder.

Es tut mir leid, dass es ihr nicht gut geht.

Ja, wenn man kein absoluter Pflock ist und sich auch Leuten öffnet, denen es miserabel geht, sieht man so einiges. Ich liebe das Leben, aber Mann, kann es für viele Menschen schwer sein. :(
Du wolltest als Mensch Gott sein, um zugrunde zu gehen; er hingegen wollte als Gott Mensch sein, um wiederzufinden, was verloren gegangen war.
Menschlicher Stolz hat dich in einer Weise niedergedrückt, dass nur noch göttliche Demut dich (wieder) aufrichten konnte.

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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Jeshu » Sa 6. Sep 2014, 16:50

Danke für Dein äußerst besonnenes Resumée von "außen", doro! :]

Früher hieß es, Ihr müsst das Böse aus Eurer Mitte tun, sprich ausschließen, damit Gott es richtet.
Heute heißt es das Böse mit dem Guten zu überwinden - also holt es wieder in Eure Mitte zurück - nur was ist, wenn dies durch zu viel Leid einfach über die eigenen Kräfte geht?

Und dann wird der ganz schmale Weg von Jesus plötzlich sichtbar.
Im Sinne von ALLEN Beteiligten.

Inwieweit habe ich Mitleid, vergebe ich oder ertrage ich viel.
Wann muss ich jedoch aktiv werden und einschreiten, um dem ganzen Wahnsinn gerecht zu werden. Den Opfern. Dem Verursacher.
Und wann muss ich als Mensch auch an mich denken, bevor ich an etwas zugrunde gehe und Gott nicht mehr dienen kann.

LG
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Zuletzt geändert von Jeshu am Sa 6. Sep 2014, 18:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Sa 6. Sep 2014, 17:30

Danke für Deine Antwort Doro.

Dass Schmerzen einen sehr belasten können, weiss ich leider aus eigener Erfahrung. Nimmt sie Medikamente dagegen?


Sogar bis zu Opiaten (hat keinen Einfluß auf die Psyche). Aber nichts hilft wirklich.
Lange wurde sie schroff abgewiesen von einem Schmerzarzt, bis der freundlichere Kollege sie annahm (Anruf einer Psychologin) und ihr viel Rückentraining verschrieb. Geht nun schon etwas besser.

Tja, das Leben ist Drama. Aber man spürt auch mehr dabei was Leben und Mitmenschlichkeit bedeutet und die Bindung an Gott.

So ganz ohne Drama ist das Leben oft belanglos seicht.

Aber das sind nicht ganz alle Aspekte, weiß ich, liebe Doro.

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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Sa 6. Sep 2014, 17:41

Früher hieß es, Ihr müsst das Böse aus Eurer Mitte tun, sprich ausschließen, damit Gott es richtet.
Heute heißt es das Böse mit dem Guten zu überwinden - also holt es wieder in Eure Mitte zurück - nur was ist, wenn dies durch zu viel Leid einfach über die eigenen Kräfte geht?


Die jungen Leute in unserem Hauskreis waren harmlos dagegen, Jeshu, klar. Geradezu eine Erholung und positive Bereicherung.
Sie waren Dankbarkeit und Verbundenheit fähig. Und sie orientierten ihr Leben völlig neu nach Gott.
Einfach ist das auch nicht gewesen, trotzdem. Man muß viel daran arbeiten, liebevoll zu sein und den Anderen anzunehmen. Aber man lernt, worauf es Jesus ankommt.

Nun ja, mindestens 2 waren auch schlimm, jede Menge psychischer Probleme und Cannabiskonsum. Wir sahen auch bei ihnen in Abgründe.

lg, oTp
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon doro » Sa 6. Sep 2014, 22:49

@Jeshu:
Inwieweit habe ich Mitleid, vergebe ich oder ertrage ich viel.
Wann muss ich jedoch aktiv werden und einschreiten, um dem ganzen Wahnsinn gerecht zu werden. Den Opfern. Dem Verursacher.
Und wann muss ich als Mensch auch an mich denken, bevor ich an etwas zugrunde gehe und Gott nicht mehr dienen kann.

Ja, ich finde, das hast du sehr gut beschrieben. Das abzuwägen ist oft gar nicht so einfach. Ich hatte gerade eben ein Gespräch, in dem es im weitesten Sinne um ähnliches ging. Also, nicht so krass... Aber ja, das sind Fragen, die man sich manchmal wirklich ganz konkret stellen muss.

onThePath hat geschrieben:Sogar bis zu Opiaten (hat keinen Einfluß auf die Psyche). Aber nichts hilft wirklich.

Oh nein! Das tut mir leid! Dauernde Schmerzen, und dann noch in diesem Ausmass, sind einfach zermürbend. Ich bin froh, geht es ihr durch das Rückentraining besser. Doch richtig gut ist wahrscheinlich nochmal etwas anderes... :(

Magst ihr liebe Grüsse ausrichten? Falls es passt.

So, nun lasse ich euch wieder weiter diskutieren hier. Ich habe leider zum eigentlichen Thema nicht viel beizutragen.

Schlaft gut! :umarm:

lg, doro
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » So 7. Sep 2014, 07:26

Da gibt es eine ganze Liste von auffälligem Verhalten, ich habe Dir nun zusammengeschrieben, was ganz typisch ist:


Hallo, Jeshu
Hast Du selber diese Zusammenstellung gemacht ?
Wenn sie nämlich möglichst "offiziell" wäre, könnte man sie den Experten vor die Nase halten und eine Reaktion von ihnen fordern. Denn dann könnten sie sich nicht mehr verstecken hinter der Ahnungslosigkeit der meisten betroffenen Familien.

Sie könnten zwar sagen, so ganz sei mein Sohn kein Borderliner, aber sie müßten schon etwas überlegen, wie sie den Zustand meines Sohnes selber einschätzen. Das wäre ein Schritt weiter. Die Verhaltensbeschreibungen sind ja zutreffend und können nicht bestritten werden. Noch dazu müßten sie darauf antworten, warum sie bei derartigen massiven Schwierigkeiten jede Hilfe einfach abblocken. Ja, warum sogar behauptet wurde, dass mein Sohn nicht krank genug sei, um einen Betreuer zu bekommen. Anstatt Hilfe also völliges im Stich lassen und Erzeugung von Mutlosigkeit.

Dass die LVR-Klinik Mehrheim eine Angehörigen-Gruppe hatte, deren Finanzierung allerdings wieder zurückgezogen wurde, sagt für mich schon viel aus, z.B. dass der psychologisch/psychiatrische Umgang mit Borderline recht unangenehm ist. Denn es wird gewarnt davor, dass Borderline immer mehr zunimmt. Gesellschaftlich scheint man aber eher zu einem Stillschweigen zu neigen. Wo ein vernünftiges Problembewußtsein vorhanden ist, könnte auch nicht so ein Abwimmeln wie bei uns geschehen. Das sieht ja schon nach gesellschaftlichen Verdrängungsmechanismen aus.
Auch die Unwilligkeit der Kranken, sich behandeln zu lassen, wird da als Verweigerungsgrund der Psychiatrie/Psychiatrie/ Sozialarbeiter genutzt.

lg, oTp
Zuletzt geändert von onThePath am So 7. Sep 2014, 07:50, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » So 7. Sep 2014, 07:35

Magst ihr liebe Grüsse ausrichten? Falls es passt.


Danke liebe doro.
Das gestaltet sich nicht so einfach, weil meine Frau nach dem Hauskreis sich zurückgezogen hat.
Da zeigt sich, dass sie nicht mehr viel tragen kann.
Dazu gehört sogar, dass ich mich geistig hier im Forum beschäftige.
Oder gestern, dass ihr es zu lange wurde, dass ich eben lange mit der jungen Frau sprechen mußte.
Nun weiß ich immer noch nicht ganz, wie sie im Moment dran ist.

Besuch ist ihr auch oft zu lang inzwischen.

Da hat zu lange und zu viel Last und Schiksalsschläge auf ihrer Seele gelastet.
Zu Hauskreiszeiten sind wir beide sogar manchmal mitten in der Nacht zu Jemandem weit gefahren der Hilfe brauchte.

Ich habe ihr von Dir erzählt, sodaß Du ihr nicht unbekannt bist.

lg, oTp
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Jeshu » So 7. Sep 2014, 10:51

oTp hat geschrieben:
Tja, das Leben ist Drama. Aber man spürt auch mehr dabei was Leben und Mitmenschlichkeit bedeutet und die Bindung an Gott.
So ganz ohne Drama ist das Leben oft belanglos seicht.
.............

Die jungen Leute in unserem Hauskreis waren harmlos dagegen, Jeshu, klar. Geradezu eine Erholung und positive Bereicherung.
Sie waren Dankbarkeit und Verbundenheit fähig. Und sie orientierten ihr Leben völlig neu nach Gott.
Einfach ist das auch nicht gewesen, trotzdem. Man muß viel daran arbeiten, liebevoll zu sein und den Anderen anzunehmen. Aber man lernt, worauf es Jesus ankommt.


Wie wahr, oTp!
Manchmal habe ich das Gefühl, Borderline ist mein Schicksal, denn ich ziehe diese Menschen an wie ein Magnet und muss mich dann damit auseinandersetzen..
Niemand hat jemals in mir mehr Hass erzeugt als sie, größte Ablehnung und Verachtung, als auch den tiefsten Wunsch, dass sie auf immer aus meinem Leben verschwinden.
Und doch habe ich sie aus irgendeinem Grund ertragen, vielleicht, weil ich unbewusst gespürt habe, hier ist etwas anderes am Werk, etwas, dass einen völlig zermürben möchte.
Da kann man nur noch die eigenen Hörner senken und es damit aufnehmen - davonlaufen oder man zerbricht.
Niemals kommt man meiner Meinung nach so nahe an die Grenzen von sich selbst und auch an das "teuflische" unter uns wie durch einen echten Borderliner.

Ob diese Menschen von einem Dämon besessen sind, weiß ich nicht, oTp, aber sie haben in ihrem assozialen Benehmen eindeutig Potential dazu.
Klaus Kinski war zum Beispiel eine Hardcore-Version und doch hat er ein Buch geschrieben mit dem Titel "ICH BRAUCHE LIEBE".
Da könnten einem fast die Tränen kommen.
Wie bei manch einem Borderliner "blutige Tränen"aus sich selbst.
Sie spüren nicht zu wenig, sondern zu viel, denn Borderliner sind trotz ihrer scheinbaren Gefühlslosigkeit absolut übersensibel.
Sie ertragen die Welt von uns nicht, noch weniger als "normale" Menschen und sich selbst am Allerwenigsten. Diese Einsicht ist ihnen aber wohl nicht bewusst.

Ich habe übrigens noch etwas vergessen bei meiner "Liste" oben, die ich Dir tatsächlich aus dem Kopf heraus geschrieben und nicht irgendwoher herauskopiert habe.
Panikattacken und
Spielsucht, die ja auch Deinen Sohn betrifft.

Diese eigene "Liste" von mir enthält sowohl ganz viele "offiziell anerkannte" Borderliner-Merkmale als auch Selbstaussagen von diversen Borderlinern.
Am Besten wäre es vielleicht, Du bereitest schriftlich etwas vor, das Deinen Sohn exakt beschreibt.
Geh damit bitte zu einem Borderline-Spezialisten, nicht normalen Psychologen!

Diesen Artikel finde ich bezüglich Borderline übrigens noch bemerkenswert gut:
http://www.zehn.de/definition-des-borderline-syndroms-2193605-1

oTp hat geschrieben:
Eben rief die junge Frau an, und ihr Zustand läßt mein Herz bluten. Ich kann nicht anders, ich bin Vater nicht nur meiner Kinder.


Gut möglich, dass Dein Sohn diesbezüglich sehr eifersüchtig ist, denn er will bei Dir an erster Stelle stehen. Verhindert es aber dadurch, dass er für nichts dankbar ist.
Also man jede Zuwendung zweimal überlegt, weil sie doch nur abgewiesen wird.

Ich kann Dir nur den Rat geben, oTp, Dich durch den ganzen Zirkus, den Dein Sohn veranstaltet nicht beeinflussen zu lassen. Zu ihm dennoch zu stehen, selbst wenn es von ihm scheinbar nicht "belohnt" wird. Denn er IST Dir dankbar, auch wenn er Dein Engagement mit Füssen tritt.

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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Patch Adams » So 7. Sep 2014, 21:24

Jeshu hat geschrieben:
Patch Adams hat geschrieben:Auf Ahnungen lege ich auch nicht viel Wert. Ich strebe Wissen an.
....
Ich habe „mich“ als gewissenhaft eingestuft. Über unbekannte Experten erlaube ich mir kein Werturteil.

Jeshu
Weißt Du was passiert, wenn ich "stümperhaft" handle? Dann bringt sich "mein" Borderliner eines Tages um


"mein" Borderliner

:shock:

Dann hängt also sein Überleben von deiner Person ab.

Somit bist du quasi Herr über Leben und Tod.


Zynik hilft hier auch nicht weiter, was ist eigentlich los mit Dir, Patch?
Jeshu


Wenn das Überleben „deiner“ Borderliner von deiner Kompetenz abhängig ist und ich das konkret auf den Punkt bringe, was ist daran zynisch? Jetzt frage ich mich natürlich, inwieweit Größenfantasien und Abhängigkeitsstrukturen hier eine Rolle spielen. Es ist ja eine Tatsache, dass es vor der Freundschaft zu dir, ein Leben für sie gegen hat. Und da sie dieses Leben überlebt haben, erstaunt mich das etwas, dass ihr jetziges Über - leben plötzlich etwas mit deiner Kompetenz zu tun haben soll.

Manchmal habe ich das Gefühl, Borderline ist mein Schicksal, denn ich ziehe diese Menschen an wie ein Magnet und muss mich dann damit auseinandersetzen.

Niemand hat jemals in mir mehr Hass erzeugt als sie, größte Ablehnung und Verachtung, als auch den tiefsten Wunsch, dass sie auf immer aus meinem Leben verschwinden.



Also geht es weit weniger um die Borderliner als um dich selbst. Du wünschst dir, dass sie aus deinem Leben verschwinden, handelst aber nicht entsprechend. Du sprichst von Schicksal, Hass, Ablehnung und Verachtung. Dennoch fühlst du dich für ihr Überleben verantwortlich.

Ein Therapeut muss etliche Stunden der Selbstreflexion ableisten, bevor er mit Patienten arbeiten darf. Dies ist eine Grundvoraussetzung für diese Tätigkeit, damit eigene Komplexe erkannt und aufgearbeitet werden können. Ist dies nicht der Fall, führt dies häufig zu Übertragungen. Ehrenamtlichen Helfern fehlt meist dieses Wissen.
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » So 7. Sep 2014, 22:00

Ein Therapeut muss etliche Stunden der Selbstreflexion ableisten, bevor er mit Patienten arbeiten darf. Dies ist eine Grundvoraussetzung für diese Tätigkeit, damit eigene Komplexe erkannt und aufgearbeitet werden können. Ist dies nicht der Fall, führt dies häufig zu Übertragungen. Ehrenamtlichen Helfern fehlt meist dieses Wissen.


Patch,
Du redest mal wieder von der reinen Theorie, aber ein Therapeut, der 100 Euro kassiert und eine Stunde pro Monat gibt, ist wohl auch nichts.

Und Jeshu traust Du auch nichts zu.
Ich weiß aber von mir, dass die christliche Selbsterkenntnis gute charakterliche Voraussetzungen schafft, Da fehlt dann kein solches Wissen.

Und bewerte lieber Mitmenschlichkeit und viel Zeit an erster Stelle.
Was nützt Theorie, wenn der Therapeut mit Zeit nehmen völlig geizt ?

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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Jeshu » Mo 8. Sep 2014, 01:20

Patch hat geschrieben:
Wenn das Überleben „deiner“ Borderliner von deiner Kompetenz abhängig ist und ich das konkret auf den Punkt bringe, was ist daran zynisch? Jetzt frage ich mich natürlich, inwieweit Größenfantasien und Abhängigkeitsstrukturen hier eine Rolle spielen. Es ist ja eine Tatsache, dass es vor der Freundschaft zu dir, ein Leben für sie gegen hat. Und da sie dieses Leben überlebt haben, erstaunt mich das etwas, dass ihr jetziges Über - leben plötzlich etwas mit deiner Kompetenz zu tun haben soll.


Was heißt Kompetenz. Ich habe dafür gesorgt, dass er wieder krankenversichert ist und halte ihn dazu an, möglichst wenig Alkohol zu trinken und gesünder zu essen bevor seine Bauchspeicheldrüse ihren Dienst komplett einstellt. Das ist ja nicht lustig, sondern lebensgefährlich. Dass er nicht bereits tot ist und seine ganzen Alkohol- und Drogen-Exzesse bis jetzt überlebt hat, wundert mich selber, ich wäre bei den gleichen einverleibten Mengen bestimmt schon tot.

Manchmal habe ich das Gefühl, Borderline ist mein Schicksal, denn ich ziehe diese Menschen an wie ein Magnet und muss mich dann damit auseinandersetzen.

Niemand hat jemals in mir mehr Hass erzeugt als sie, größte Ablehnung und Verachtung, als auch den tiefsten Wunsch, dass sie auf immer aus meinem Leben verschwinden.


Also geht es weit weniger um die Borderliner als um dich selbst. Du wünschst dir, dass sie aus deinem Leben verschwinden, handelst aber nicht entsprechend. Du sprichst von Schicksal, Hass, Ablehnung und Verachtung. Dennoch fühlst du dich für ihr Überleben verantwortlich.

Borderliner sind verlorene Kinder und oft relativ einsam, weil sie eben so sozial unverträglich sind. Du siehst doch am Beispiel auch von oTp, dass alles nicht so einfach ist. "Mein" Borderliner war auch bereits bei verschiedenen Therapeuten, die lacht er allenfalls aus, das sind Idioten für ihn, die ihm null gebracht haben.
Er hätte ja jetzt wieder die Gelegenheit gehabt wegen seiner Süchte zu einem Psychologen zu gehen, macht er aber nicht. Lieber weiter polytoxikoman bleiben, daran hängt er.

Ich fürchte überhaupt, Du bist in Sachen Borderline etwas zu blauäugig, Patch. Du meinst allen Ernstes, die gehen zu einem Therapeuten und danach ist alles "gut"? Ich habe mit einer Borderline-Therapeutin gesprochen und die hat mir bestätigt, wie wahnsinnig schwierig es ist sie zu therapieren. Sie kommen, hören sich alles an, aber groß sich ändern tun sie danach nicht, vor allem Männer hätten wenig Einsicht.
Und dann bleiben sie einfach weg.
Oft müssen jedoch die Betroffenen bzw. Angehörigen dann zum Psychologen, weil sie das BL-Treiben zuhause psychisch nicht mehr aushalten.

Sei doch froh, dass Menschen wie ich in dem Fall Verantwortung übernehmen, was wäre denn in der Situation jetzt besser? Irgendein konstruktiver Vorschlag, wenn Du alles so genau weißt?

Ein Therapeut muss etliche Stunden der Selbstreflexion ableisten, bevor er mit Patienten arbeiten darf. Dies ist eine Grundvoraussetzung für diese Tätigkeit, damit eigene Komplexe erkannt und aufgearbeitet werden können. Ist dies nicht der Fall, führt dies häufig zu Übertragungen. Ehrenamtlichen Helfern fehlt meist dieses Wissen.


Etliche Stunden der Selbstreflexion? Machst Du Witze, ich habe bestimmt schon Jahre mit Selbstreflexion verbracht. Jetzt mit Jesus zusammen nochmal ein ganzes Stück tiefgehender.
Falls Du auf eine bestimmte Co-Abhängigkeit anspielst, darüber habe ich mir natürlich auch schon Gedanken gemacht. Und warum ich mir das alles antue.

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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Mo 8. Sep 2014, 07:55

Co-Abhängigkeit ist ein leidiges Thema.

Besonders auch ein Borderliner manipuliert und beansprucht ja unglaublich.
Kein Wunder, wenn dann die Eltern oder Betreuenden darauf negativ reagieren. Überfordert oder gar selber psychisch angeschlagen sind.
Auch hier wäre es gut, wenn Fachleute sich dazu zur Verfügung stellen würden, die Betreueenden zu stärken.
Die Betreuer brauen auch je nach dem eine Psychotherapie um selbst nicht vor die Hunde zu gehen.
Aber dann bitte nicht auch einmal eine Stunde in 2 Monaten.

Hilfe muß man wirklich händeringend suchen, wie man am Beispiel der völligen negativen Bereitschaft des Mitarbeiters des sozialpsychiatrischen Dienstes sieht. Vom dem habe ich noch nicht mal eine reale kompetente Einschätzung der riesigen Belastungssituatin bekommen. Und bei wem, bitte, soll man da sich beschweren ? Bei solch einer konfusen Helfer-Situation ?
Etwas ähnliches gibt es ja auf dem Gebiet Täter-Opfer. Wenn man Opfer nicht die nötige Hilfe zukommen läßt.

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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Patch Adams » Mo 8. Sep 2014, 20:48

Jeshu
Borderliner sind verlorene Kinder und oft relativ einsam, weil sie eben so sozial unverträglich sind.


Das ist eine Sache….

Du siehst doch am Beispiel auch von oTp, dass alles nicht so einfach ist. "


..und das ist eine andere Sache.

An deiner impliziten Botschaft lässt sich erkennen, dass du diese Diagnose gerne etablieren möchtest. Möglicherweise handelt es sich hierbei um einen Tunnelblick.

Du meinst allen Ernstes, die gehen zu einem Therapeuten und danach ist alles "gut"?


Du kannst nur wissen, was ich meine, wenn ich das auch mitteile. Diesbezüglich habe ich mich jedoch nicht geäußert. Ich habe darauf hingewiesen, dass es in den Fachbereich der Psychologie/Psychiatrie gehört, Diagnosen zu erstellen.

Ich habe mit einer Borderline-Therapeutin gesprochen und die hat mir bestätigt, wie wahnsinnig schwierig es ist sie zu therapieren. Sie kommen, hören sich alles an, aber groß sich ändern tun sie danach nicht, vor allem Männer hätten wenig Einsicht.
Und dann bleiben sie einfach weg.



Das ist ein häufig vorkommender Begleitumstand dieser Erkrankung.

Oft müssen jedoch die Betroffenen bzw. Angehörigen dann zum Psychologen, weil sie das BL-Treiben zuhause psychisch nicht mehr aushalten.



Das ist ganz sicher eine heftige Herausforderung. Aber das geht auch vielen anderen Menschen so. Pflegende Angehörige von Demenzkranken sind diesbezüglich nicht weniger betroffen. Sie sind die stummen Leider in der Gesellschaft.

Sei doch froh, dass Menschen wie ich in dem Fall Verantwortung übernehmen, was wäre denn in der Situation jetzt besser? Irgendein konstruktiver Vorschlag, wenn Du alles so genau weißt?


Warum sollte ich froh darüber sein, dass du dich freiwillig in Situationen begibst, die dir ganz offensichtlich nicht gut tun. Für mich hat das einen stark masochistischen Beigeschmack. Du leidest, klagst an, darfst dir keine stümperhafte Vorgehensweise leisten, weil du denkst, dass das Überleben dieses Bekannten davon abhängt. Das erzeugt ja unglaublich viel Druck.

Du leidest unter Hassgefühlen, Verachtung und wünschst dir, dass diese Personen aus deinem Leben verschwinden, ohne jedoch selbstständig und erwachsen Verantwortung für dich und dein Wohlergehen zu übernehmen. Hier herrscht ja viel Unbewusstheit, Abhängigkeit und auch Hilflosigkeit vor. Was sollte mich denn, deiner Meinung nach, daran froh machen?
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Mo 8. Sep 2014, 20:55

Du leidest unter Hassgefühlen, Verachtung und wünschst dir, dass diese Personen aus deinem Leben verschwinden, ohne jedoch selbstständig und erwachsen Verantwortung für dich und dein Wohlergehen zu übernehmen. Hier herrscht ja viel Unbewusstheit, Abhängigkeit und auch Hilflosigkeit vor. Was sollte mich denn, deiner Meinung nach, daran froh machen?


Patch Adams,
Man sollte seinen Mund etwas zähmen, wenn man selber Ferndiagnosen Anderer ablehnt.
Ich finde, Du willst Jeshu etwas Negatives unterjubeln um ihn zu untergraben. Kein nettes Motiv.
Daraus folgere ich, Du solltest Dich nicht als "Sittenwächter" aufspielen.
Deine Einschätzungen haben nämlich erhebliche Schwachstellen.

An deiner impliziten Botschaft lässt sich erkennen, dass du diese Diagnose gerne etablieren möchtest. Möglicherweise handelt es sich hierbei um einen Tunnelblick.

Das ist für mich eine Steigerung Deiner Angriffspraktik.

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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Patch Adams » Mo 8. Sep 2014, 21:02

onThePath
Das ist für mich eine Steigerung Deiner Angriffspraktik.


:lol: :lol: :lol:
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Patch Adams » Mo 8. Sep 2014, 21:06

onThePath

Deine Einschätzungen haben nämlich erhebliche Schwachstellen.



Dann solltest du diese Schwachstellen auch aufzeigen.....falls es sie denn geben sollte. Behaupten kann man viel.
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Di 9. Sep 2014, 09:43

Deine Behauptungen, Patch

Du leidest unter Hassgefühlen, Verachtung und wünschst dir, dass diese Personen aus deinem Leben verschwinden,

Jeshus ehrliche Antwort ist sehr lobenswert. Da darf man keinen Angriff draus starten, das ist unangebracht.
Ich als Vater habe auch lange Zeit mit Hassgefühlen und Verachtung reagiert auf das Benehmen meines Sohnes.
Das sind völlig normale Reaktionen auf solches völlig negative Verhalten.

Und es sind die Psychiater und Psychologen, die Eltern im Ungewissen lassen, ob der Sohn nun besonders faul, asozial und egoistisch ist, dazu noch ob Rauschmittelmißbrauch nicht etwa sekundäres Merkmal einer psychischen Krankheit ist. Die Mitteilungen (im besten Fall aus Zeitmangel und Uninteresse) der "Experten" führen zur sehr belastenden Irreführung. Das ist eine primitive Ebene der Fahrlässigkeit, im besten Fall fahrlässiges Desinteresse aus Zeitmangel. Sie tragen also Mitverantwortung, dass es bei den Betreuenden und Eltern zu solchen völlig normalen Reaktionen kommt. Darüber hinaus verursachen diese schweigenden Experten unwürdig, dass die Betreuenden in einer schwierigen Konfliktlage bleiben.



ohne jedoch selbstständig und erwachsen Verantwortung für dich und dein Wohlergehen zu übernehmen. Hier herrscht ja viel Unbewusstheit, Abhängigkeit und auch Hilflosigkeit vor. Was sollte mich denn, deiner Meinung nach, daran froh machen?


Angreifende Behauptungen gegenüber Jeshu, Patch.

An deiner impliziten Botschaft lässt sich erkennen, dass du diese Diagnose gerne etablieren möchtest.


Ist das ernst gemeint oder gehört das zur Sammelanklage ?

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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Columba » Di 9. Sep 2014, 09:51

Ich meine, man soll einfach vorsichtig sein mit ärztlichen Diagnosen.

Wenn man die Differentialdiagnosen für die Borderline-Persönlichkeitsstörung ansieht, dann weiss man, dass es für Laien aus der Ferne kaum verantwortlich ist, Diagnosen zu stellen.

Selbst erfahrene Psychiater müssen oft zugeben, dass die Diagnose Borderline eine Verlegenheitsdiagnose ist. Zudem schrieb einmal die sehr erfahrende deutsche Psychiaterin Brigitte Woggon, dass sie nie eine Borderline Diagnose in ihrer Karriere gestellt hätte, obwohl auch Woggon nicht behauptet, dass es Borderline nicht gäbe.


Grüsse Columba
Johannes 8,8 Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Di 9. Sep 2014, 10:51

Columba hat geschrieben:Ich meine, man soll einfach vorsichtig sein mit ärztlichen Diagnosen.

Wenn man die Differentialdiagnosen für die Borderline-Persönlichkeitsstörung ansieht, dann weiss man, dass es für Laien aus der Ferne kaum verantwortlich ist, Diagnosen zu stellen.

Selbst erfahrene Psychiater müssen oft zugeben, dass die Diagnose Borderline eine Verlegenheitsdiagnose ist. Zudem schrieb einmal die sehr erfahrende deutsche Psychiaterin Brigitte Woggon, dass sie nie eine Borderline Diagnose in ihrer Karriere gestellt hätte, obwohl auch Woggon nicht behauptet, dass es Borderline nicht gäbe.


Grüsse Columba


Eben, aber ich weiß aus Erfahrung, dass Psychiater gerne eine nichtssagende und oberflächliche Diagnose stellen.
Ist das die Alternative, nichts zu tun ? Damit keine Verbindlichkeit entsteht, nach der Diagnose entsprechend verantwortungsvoll zu handeln ?

Und Jeshu muß sich auch nicht festlegen mit einer Bezeichnung dieses Komplexes stabilen negativen Verhaltens.

Er hat völlig richtige Beobachtungen gemacht, sie völlig richtig in wichtige Zusammenhänge gebracht. Verhalten, Folgen des Verhaltens für den Betroffenen und für seine nahen Mitmenschen. Stabiles und sich immer wiederholendes negatives Verhalten dieser Art ist zweifellos krankhaft und schwerwiegend genug, um darauf reagieren zu müssen.
So funktioniert beobachtende und reagierende Psychologie.

Kein Psychiater bisher hat auch nur ansatzweise fair solche Zusammenhänge uns Eltern aufgezeigt.
Fair und verantwortungsvoll kann man das Verhalten und das schwammige Nicht-Diagnostizieren keineswegs nennen.
Nur schlau bedacht darauf, erst gar keinen Handlungsbedarf aufzuzeigen.

Fair handelt hingegen Jeshu,
und ein einziger Psychologe, der nach vielen Hindenissen gegen uns schließlich nach Jahren wenigstens einen Betreuer bewirkt hat. Und so etwa 2 engagierte Psychiater, die sich etwas mehr als durchschnittlich engagierten. Was auch noch nicht viel war.....

lg, oTp
Zuletzt geändert von onThePath am Di 9. Sep 2014, 11:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Columba » Di 9. Sep 2014, 11:08

Es geht ja gar nicht darum, keine Diagnose zu stellen, sondern darum, die richtige(n) zu stellen. Da wären eben Verlegenheitsdiagnosen fehl am Platz. Gerade bei Borderline gibts wichtige ganz nahe beieinanderliegende Diagnosen. Nur dann kann man auch die entsprechenden Therapieansätze wählen. Aber das ist durch Laienferndiagnosen kaum zu erreichen.

Das habe ich oben deutlich gemacht

Grüsse Columba



PS
Schon nur zB die unterschiedliche Sichtweise von Borderline in ICD-10 F60.31 und dem DSM-IV zeigt, dass die beiden Klassifizierungen nicht übereinstimmen.
Trotzdem kommt ein Userin, die kaum Psychiaterin ist, und diagnostiziert aus der Ferne. Vor dem will ich warnen.
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Di 9. Sep 2014, 11:18

Columba hat geschrieben:Es geht ja gar nicht darum, keine Diagnose zu stellen, sondern darum, die richtige(n) zu stellen. Da wären eben Verlegenheitsdiagnosen fehl am Platz. Gerade bei Borderline gibts wichtige ganz nahe beieinanderliegende Diagnosen. Nur dann kann man auch die entsprechenden Therapieansätze wählen. Aber das ist durch Laienferndiagnosen kaum zu erreichen.

Das habe ich oben deutlich gemacht

Grüsse Columba



PS
Schon nur die unterschiedliche Sichtweise von Borderline in ICD-10 F60.31 und dem DSM-IV zeigt, dass nicht beide Klassifikationsschemata übereinstimmen.Trotzdem kommt ein Userin, die kaum Psychiaterin ist, und diagnostiziert aus der Ferne. Vor dem will ich warnen.


Columba, es ist hier ziemlich Nebenbaustelle, es geht um Fakten, um stabiles negatives, krankhaftes Verhalten und das was Jeshu sagt ist richtig.
Es geht auch um das Verhalten der Psychologen/Psychiater, die sich schön distanzieren. Diagnose soll ja ein verantwortliches Verhalten ermöglichen. Was tun also die Psychiater stattdessen ?

Wer von diesen Herren hat Rückgrad genug, Deine Forderung nach Diagnose zu erfüllen ? Und verantwortungsvoll zu handeln ?

Wenn Du richtig nett wärest, würdest Du Dich lieber um die Schwächen im System kümmern.
Dazu braucht man aber Erfahrung.

Trotzdem kommt ein Userin, die kaum Psychiaterin ist, und diagnostiziert aus der Ferne. Vor dem will ich warnen.
Tja, das zeigt schon Mut. Dagegen kann man nicht nur Kritik ohne Wissen stellen.

Und Du kannst nicht beurteilen, wa Jeshu beurteilen kann.
Und er richtet keinerlei Schaden an. Dagegen ist der Schaden durch Nichthandeln der Experten aus welchem Grund auch immer, an uns und unserem Sohn unermeßlich. Und das agieren Jeshus in diesem Vakuum sehr erhellend.

Ich arbeite am Strom, an der Wasserleitung, ohne Fachmann zu sein. Willst Du mich dafür auch kritisiren, obwohl noch nie ein Schaden entstand ? Übrigens ist Handwerk auch niccht fair. Sieh Dir nur die Mondpreise an. Also auch hier Grund einem Mangelzustand zu begegnen.

lg, oTp
Zuletzt geändert von onThePath am Di 9. Sep 2014, 11:58, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Di 9. Sep 2014, 11:28

http://www.webkultur.com/freud-167.htm
"Die "Borderline-Persönlichkeit im engeren Sinne" ("Borderline Personality Disorder")

Mindestens fünf der folgenden Merkmale müssen vorliegen und zwar in einer Weise, daß sie fest in der Persönlichkeit des Betreffenden verankert und kennzeichnend für das Individuum sind. Außerdem müssen entweder deutliche Beeinträchtigungen im sozialen und beruflichen Bereich oder subjektive Beschwerden vorliegen.

1. In mindestens zwei Bereichen, die geeignet sind, sich selbstschädigend auszuwirken, hat der Betreffende Schwierigkeiten, seinen Impulsen zu widerstehen oder sein Handeln wird unberechenbar, wie z.B. Verschwendung, Sexualität, Glücksspiel, Drogengebrauch, Ladendiebstahl, übermässige Nahrungsaufnahme, körperlich selbstschädigende Handlungen.

2. Die zwischenmenschlichen Beziehungen des Betreffenden sind bei gleichzeitiger Intensität von Instabilität gekennzeichnet. Merkmale hierfür sind: Idealisierung, Entwertung, Manipulation (durchgängig andere Menschen für die eigenen Zielsetzungen benutzen).

3. Häufige Wutausbrüche, dauernde Gereiztheit, mangelnde Kontrolle des Ärgers in Situationen, die die Intensität dieser Gefühle nicht rechtfertigen.

4. Der Betreffende ist sich in Fragen bezüglich seiner Identität unsicher, z.B. "Wer bin ich", "Ich komme mir vor als wäre ich meine Schwester wenn ich gut bin", oder auch in langfristigen Zielsetzungen, Berufswahl, Freundschaftsmuster, Werte oder Geschlechts-Identität.

5. Schwankungen in der Gestimmtheit mit einer Dauer von einigen Stunden bis zu wenigen Tagen, die in auffälliger Weise zwischen Niedergeschlagenheit, Reizbarkeit, Angst und normaler Gestimmtheit pendeln kann.

6. Unfähigkeit oder Schwierigkeiten, das Alleinsein zu ertragen, was sich z.B. in hektischer Betriebsamkeit, krampfhaftem Vermeiden von Alleinsein und Niedergeschlagenheit, wenn der Betreffende allein ist, äußern kann.

7. Der Betreffende zeigt eine Tendenz oder akute Neigung zu selbstschädigenden Handlungen, z.B. Selbstverstümmelung, häufige Unfälle, häufige körperliche Auseinandersetzungen oder suizidale Gesten.

8. Der Betreffende empfindet ein ständiges oder lang andauerndes Gefühle von Leere und Langeweile."(Rohde-Dachser, Christa: Das Borderline-Syndrom, 3.Aufl. Stuttgart 1983, S.242)

Weiter lassen sich folgende Merkmale häufiger beobachten:

Dezente psychotische Erlebnisse in der Form von paranoiden Vorstellungen, d.h. der Betreffende fühlt sich verfolgt, von seiner Umwelt fortdauernd mißverstanden. Typisch ist auch, daß sich Borderline-Patienten nach einer vorangegangenen Psychotherapie subjektiv schlechter fühlten.

Die anti-soziale Persönlichkeit ist nicht gleichbedeutend mit sozialer Desintegration. Im Gegenteil verfügen Borderline-Patienten häufig über eine gute soziale Integration, die allerdings von Inkontinuität gekennzeichnet ist, d.h die einzelnen Bindungen sind intensiv, aber instabil. Die persönliche Bedeutung einer engen Beziehungsperson wird häufig abgewertet und der andere diskreditiert oder verdeckt manipulativ beeinflußt. Typische Mittel hierzu sind z.B. somatische Klagen, provokative Handlungen, oder irreführende Botschaften. Borderline-Patienten fühlen sich in ihren Beziehungen auffallend häufig verletzt oder als Opfer (masochistische Beziehung). Abhängigkeitsprobleme von Borderline-Patienten zeigen sich häufig in der aktuellen Unterstützung oder dem Erhalt von Ratschlägen und Richtlinien durch eine wichtige Beziehungsperson."(ebd. S.245)

In der neueren psychioatrischen Literatur wird das Borderlinesyndrom entweder als latente, pseudoneurotische Schizophrenie (z. B. Benedetti 1977; Süllwold 1986) oder als Persönlichkeitsstörung (Gunderson u. Kolb 1978; Spitzer u. Endicott 1979) verstanden. Das offizielle amerikanische Diagnoseschema, das DSM-3 (Köhler u. Sass 1984) beurteilt das Borderlinesyndrom als Persönlichkeitsstörung und benutzt zur Kennzeichnung folgende Merkmale:

Impulsivität oder Unberechenbarkeit im Triebbereich im Sinne der Impulsneurose, instabile zwischenmenschliche Beziehungen mit ausgeprägten Entwertungen oder Idealisierungen, heftige unintegrierte Affekte (vor allem Wutzustände und abrupt wechselnde Stimmungslagen), Gefühl des Nicht-alleine-sein-Könnens und eine depressive Isolierung, chronische Gefühle von Leere und Langeweile sowie Tendenzen zu körperlichen Selbstschädigungen.(Janssen, Paul L.: Inszenierungen der Borderlinestörung. In: Praxis der Psychotherapie und Psychosomatik 35. 1990. S.2)
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Jeshu » Di 9. Sep 2014, 19:17

Patch hat geschrieben:
Jeshu hat geschrieben:
Sei doch froh, dass Menschen wie ich in dem Fall Verantwortung übernehmen, was wäre denn in der Situation jetzt besser? Irgendein konstruktiver Vorschlag, wenn Du alles so genau weißt?


Warum sollte ich froh darüber sein, dass du dich freiwillig in Situationen begibst, die dir ganz offensichtlich nicht gut tun. Für mich hat das einen stark masochistischen Beigeschmack. Du leidest, klagst an, darfst dir keine stümperhafte Vorgehensweise leisten, weil du denkst, dass das Überleben dieses Bekannten davon abhängt. Das erzeugt ja unglaublich viel Druck.

Du leidest unter Hassgefühlen, Verachtung und wünschst dir, dass diese Personen aus deinem Leben verschwinden, ohne jedoch selbstständig und erwachsen Verantwortung für dich und dein Wohlergehen zu übernehmen. Hier herrscht ja viel Unbewusstheit, Abhängigkeit und auch Hilflosigkeit vor. Was sollte mich denn, deiner Meinung nach, daran froh machen?


Hi Patch,
Verantwortung übernehme ich vermutlich leichter für andere als für mich selbst, doch strengt sie mich in einer eingeforderten Regelmäßigkeit dann sehr an, das stimmt.
Mein eigenes "Wohlergehen" strebe ich gar nicht so sehr an - allenfalls in körperlichen Dingen - aber keinesfalls im Geistigen. Hier brauche ich auf jeden Fall einige Herausforderungen, darunter zählt auch äußerst Negatives, denn es gehört zum Leben dazu. Wie sollten wir sonst groß dazulernen?

"Unbewusstheit" herrscht bei mir eher nicht.
"Extreme Unabhängigkeit auf der einen Seite, dafür auch extreme "Abhängigkeit" auf der anderen Seite dafür allerdings um so mehr.
Und "hilflos" wird bei einem Borderliner in vielen Situationen schlichtweg jeder.

Die Bezeichnung "Bekannter" wäre nun übrigens verkehrt, denn einen echten Borderliner hältst Du für längere Zeit nur aus, wenn du trotz allem eine tiefe Bindung zu ihm verspürst. Ein "Freund" ist er allerdings nicht unbedingt für mich, dafür ist er zu oft "Feind". Eher Bruder im Geiste und auch sonst, es ist fast so als wären wir verwandt. Er gehört auf jeden Fall für mich wie zu meiner Familie.

BL vermögen es eine ganz eigene Form von "Nähe" zu jemanden zu schaffen.
Wenn sie dies nicht können, dann sind die anderen in der Regel weg.

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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Jeshu » Di 9. Sep 2014, 20:53

oTp hat geschrieben:
Jeshu stärkt mich in meiner eigenen Beobachtung der Negativität meines Sohnes.
Er kann es besser artikulieren und bewerten als die säumigen Spezialisten, die einfach nur nichts taten und nichts sagten. Haben wohl wirklich keine Ahnung.
...............
Denn dann könnten sie sich nicht mehr verstecken hinter der Ahnungslosigkeit der meisten betroffenen Familien.
...............
Sie könnten zwar sagen, so ganz sei mein Sohn kein Borderliner, aber sie müßten schon etwas überlegen, wie sie den Zustand meines Sohnes selber einschätzen.
Das wäre ein Schritt weiter. Die Verhaltensbeschreibungen sind ja zutreffend und können nicht bestritten werden.


@ alle

Hallo beinander...

Wenn man Deinen Sohn, oTp, nun aktuell zu fünf verschiedenen Therapeuten schicken würde, dann würden vermutlich auch fünf unterschiedliche Diagnosen erstellt werden. Warum? Weil nichts "schwammiger" ist als unsere äußerst komplexe Psyche, bzw. nichts schwieriger als irgendein System darin eindeutig zu erkennen bzw. benennen zu können.

Was oTp und ich allen anderen (übrigens auch jedem Therapeuten) voraus haben, ist, dass wir wissen von welcher Art "Wahnsinn" im Alltag wir überhaupt sprechen, weil wir davon dauernd live betroffen und umgeben sind / waren.

Dass es „Borderline“ tatsächlich gibt, steht für mich völlig außer Frage.
Und dieses Syndrom wurde inzwischen in vielen Büchern und Artikeln genauestens beschrieben (weiß ich fast auswendig), genau wie es sogar "Borderline-Spezialisten" bei den Psychologen gibt.
Warum wohl? Weil das "Problem" drastisch in unserer Gesellschaft zunimmt, sich also tatsächlich "etabliert". Schlecht.

Ich überlege mir das wirklich sehr sehr gut, bevor ich etwas einfach so behaupte, aber in Deinem "Fall" oTp, schrillen bei mir alle Alarmglocken los - soll ich da tatsächlich schweigen?
Aus Deiner mich immer wieder stark verteidigender Sicht wohl eher nicht.

Das Gleiche passiert vielleicht auch bei den anderen "Gegenstimmen" hier und im Prinzip ist es ja auch lobenswert, dass nicht einfach alles geglaubt wird, was hier irgendjemand postet. Ich fühle mich deswegen jetzt nicht besonders angegriffen.

Grob fahrlässig wäre es nun von mir "Laien" oTp eine spezielle Therapieform für seinen Sohn vorzuschlagen oder sogar bei Andreas selbst zum „Rumdoktern“ anzufangen. Aber das tue ich ja nicht.
Mir geht es in erster Linie erst einmal darum, dass es eventuell eine Richtung gibt, die in der Form scheinbar von den ganzen "Experten" noch nicht einmal angedacht wurde.
Was mir nach wie vor ein völliges Rätsel ist.

LG
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Di 9. Sep 2014, 22:29

Wenn man Deinen Sohn, oTp, nun aktuell zu fünf verschiedenen Therapeuten schicken würde, dann würden vermutlich auch fünf unterschiedliche Diagnosen erstellt werden. Warum? Weil nichts "schwammiger" ist als unsere äußerst komplexe Psyche, bzw. nichts schwieriger als irgendein System darin eindeutig zu erkennen bzw. benennen zu können.


Genau, Jeshu.

Mir geht es in erster Linie erst einmal darum, dass es eventuell eine Richtung gibt, die in der Form scheinbar von den ganzen "Experten" noch nicht einmal angedacht wurde.
Was mir nach wie vor ein völliges Rätsel ist.


Ich denke, unsere "Experten" verdienen diese Ehre gar nicht, dass man meint sie würden alles wissen. Und noch weniger handeln sie gemäß der Ideallinie. Viele tun nur das Allernotwendigste, agieren nur noch eingeschränkt, da bleibt die Menschlichkeit schnell auf der Strecke.

lg, oTp




lg, oTp
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Patch Adams » Di 9. Sep 2014, 23:28

Jeshu
Verantwortung übernehme ich vermutlich leichter für andere als für mich selbst,


Das ist auch wesentlich einfacher.

Mein eigenes "Wohlergehen" strebe ich gar nicht so sehr an –


Vielleicht ist es in einer sehr wichtigen Phase deines Lebens verabsäumt worden, dir eine eigene Wichtigkeit zu vermitteln.

Hier brauche ich auf jeden Fall einige Herausforderungen, darunter zählt auch äußerst Negatives, denn es gehört zum Leben dazu. Wie sollten wir sonst groß dazulernen?



Das bezweifle ich, dass es sinnvoll ist, äußerst negative Herausforderungen anzustreben. Wo fängt das an und wo hört das auf? Es geht immer noch eine Ladung heftiger und innerhalb der Abwärtsspirale auch tiefer.

"Unbewusstheit" herrscht bei mir eher nicht.


Sicherlich nicht generell. Doch was ist mit deiner Motivation, dir Kontakte in Extremversion anzutun? Es geht sich hierbei ja nicht um eine einzelne Bekanntschaft, sondern um eine Form der besonderen Anziehung. Selbst wenn diese Kontakte hochgradig herausfordernd und belastend sind, geben sie dir ja etwas, was solide und normale Kontakte in der Form nicht vermögen. Das gilt es vielleicht zu hinterfragen, sofern man seine Motive in Erfahrung bringen möchte.

Und "hilflos" wird bei einem Borderliner in vielen Situationen schlichtweg jeder.



Das ist wohl wahr. Aber diese Hilflosigkeit kann auch Formen der absoluten Destabilisierung wichtiger Ich-Strukturen annehmen. Besonders dann, wenn eine Form der Co-Abhängigkeit vorliegt. Meist liegt bei Extremverbindungen auch eine entsprechende Abhängigkeit vor. Co-Abhängigkeit ist eine häufig unterschätzte und gefährliche Suchterkrankung.

Ein "Freund" ist er allerdings nicht unbedingt für mich, dafür ist er zu oft "Feind". Eher Bruder im Geiste und auch sonst, es ist fast so als wären wir verwandt. Er gehört auf jeden Fall für mich wie zu meiner Familie.



Vielleicht verkörpert er ja in Stellvertreterposition eine Person aus deiner realen Familie.
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon jes_25913 » Mi 10. Sep 2014, 07:03

Was sagen denn Jesus und die Bibel zu Borderline und welche Hilfe bieten sie an?

LG,
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Mi 10. Sep 2014, 08:21

Wenn man Deinen Sohn, oTp, nun aktuell zu fünf verschiedenen Therapeuten schicken würde, dann würden vermutlich auch fünf unterschiedliche Diagnosen erstellt werden. Warum? Weil nichts "schwammiger" ist als unsere äußerst komplexe Psyche, bzw. nichts schwieriger als irgendein System darin eindeutig zu erkennen bzw. benennen zu können.


Genau, Jeshu.

Mir geht es in erster Linie erst einmal darum, dass es eventuell eine Richtung gibt, die in der Form scheinbar von den ganzen "Experten" noch nicht einmal angedacht wurde.
Was mir nach wie vor ein völliges Rätsel ist.


Ich denke, unsere "Experten" verdienen diese Ehre gar nicht, dass man meint sie würden alles wissen. Und noch weniger handeln sie gemäß der Ideallinie. Viele tun nur das Allernotwendigste, agieren nur noch eingeschränkt, mit Zielen wie Psychiatrieaufenthalt, Allheilmittel Psychopharmaka und jede Vermeidung von Hilfe- dazu gehört auch das Vermeiden von vernünftigen Informationen, die Hilfsbedürfnis sichtbar machen würde-. Da bleibt die Menschlichkeit schnell auf der Strecke.

Du kriegst im realen Kontakt auch keinen "Experten" dazu, ausreichend gründlich nachzuforschen. Beziehungspersonen werden so gut wie gar nicht einbezogen. Manager eines solch psychisch Kranken kann man sie deshalb, wegen fehlendem Überblick, gar nicht nennen. Und Interesse für die Nöte und Bedürfnisse der Beziehungspersonen erst recht nicht.


lg, oTp
Zuletzt geändert von onThePath am Mi 10. Sep 2014, 10:01, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Mi 10. Sep 2014, 08:29

Das ist wohl wahr. Aber diese Hilflosigkeit kann auch Formen der absoluten Destabilisierung wichtiger Ich-Strukturen annehmen. Besonders dann, wenn eine Form der Co-Abhängigkeit vorliegt. Meist liegt bei Extremverbindungen auch eine entsprechende Abhängigkeit vor. Co-Abhängigkeit ist eine häufig unterschätzte und gefährliche Suchterkrankung.


Patch Adams,
Ich finde es ja gut, dass Du Jeshu dazu anregen möchtest, sich im Umgang mit dem Borderliner nicht selber zu schaden.

Aber es geht hier in erster Linie um Hilfe und Entlastung.
Und wer, das habe ich ja deutlich genug erklärt, kümmert sich denn um beide Seiten umsichtig. ?

wie Du, haben sogar Experten oft nur einen bestimmten Hotspot, nur einseitige Wahrnehmungen und Interssen. Von Dir kommt bisher nichts was mir und meinem Sohn weiterhelfen könnte. Von Jeshu hingegen viel. Nun ja, Du kannst mich ja auch nicht als Coabhängig beschäftigen.
Allgemeinwissen wie Co-Abhängigkeit, darüber kannst Du sicher lange reden.
Dass Du davon als Sucht-Krankheit redest, gefällt mir ganz und gar nicht. Es ist einfach nur eine ausweglose Situatin für Betroffene, und da wissen Leute wie Du meist keinen Ausweg heraus. Zumal Du ja Hilfe durch die Öffentlichkeit streichen mußt. Und dann bleiben nur noch Worte. Und warum werden Angehörige und Beziehungspersonen Coabhängig: Weil keine Hilfe von außen sie erreicht. Da sind Worte dann viel zu wenig.

Wenn Du mit Jeshu redest, dann meiner Meinung nach eher intellektuell als menschlich. Ich weiß nicht, ob Du den Unterschied erkennst.


lg, oTp
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Mi 10. Sep 2014, 11:04

Ich würde sagen, bevor der Psychologe eine Selbstanalyse macht, sollte er am eigenen "Leib" erfahren, und lange genug mit einem Borderliner zusammenleben. Erst das würde ihn nachhaltig prägen und ihn eventuell menschlich machen über das theoretische Wissen hinaus. Vom Psychologen zu liebevoll kompetentem menschlichen Verhalten ist nämlich noch ein entscheidender Schritt. Mitfühlen können gehört dazu.

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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Patch Adams » Mi 10. Sep 2014, 14:45

onThePath
Aber es geht hier in erster Linie um Hilfe und Entlastung.
Und wer, das habe ich ja deutlich genug erklärt, kümmert sich denn um beide Seiten umsichtig. ?



Diese Person, die sich um beide Seiten kümmert, die kann es nicht geben, weil es sich um zwei verschiedene Themenbereiche handelt. Und es geht nicht darum, dass sich eine Person kümmert, sondern ausschließlich darum, dass diese zwei Personen erkennen, dass sie, auf eine vollkommen unterschiedliche Art, Hilfe benötigen und sich diese Hilfe auch suchen.

Von Dir kommt bisher nichts was mir und meinem Sohn weiterhelfen könnte


Ich habe mich zu dem Thema Ferndiagnose geäußert. Es ist hier auch niemandes Job, sich um dich und deinen Sohn zu kümmern. Das kann keiner leisten. Es ist dein Job, dich um dich zu kümmern und dir für deine persönliche Überlastungssituation Hilfe zu suchen. Für dich und nicht für deinen erwachsenen Sohn. Es bringt nichts, wenn du verdurstest und dein Sohn soll stellvertretend für dich das Wasser trinken. Du vermengst hier unglaublich viel. Du hast hier drei vollkommen unterschiedliche Baustellen auf einmal eröffnet.

wie Du, haben sogar Experten oft nur einen bestimmten Hotspot, nur einseitige Wahrnehmungen und Interssen. Von Dir kommt bisher nichts was mir und meinem Sohn weiterhelfen könnte Von Jeshu hingegen viel.



Was die Psychiater, Psychologen und Sozialarbeiter deines Sohnes dem Jeshu voraushaben, bezieht sich auf eine solide Fachausbildung. Zudem ist es ihnen möglich, eine genaue Anamnese vor dem Hintergrund der Familienhistorie zu erstellen und vor allem: sie haben persönlichen Kontakt. Und dieser persönliche Kontakt ist die Grundvoraussetzung überhaupt, eine Diagnose erstellen zu können. Alles andere ist hanebüchen.

Es ist nur eine Möglichkeit und soll hier nicht als Tatsache in den Raum gestellt werden. Aber: wer garantiert denn hier wem, dass es sich bei deinen Schilderungen nicht um eine vollkommen verzerrte Interpretation deiner rein subjektiven Wahrnehmung handelt? Hier wird behauptet, dass sämtliche Fachpersonen aus dem Bereich Psychiatrie/Psychologie und Sozialarbeit über viele Jahre hinweg, weder ein Interesse daran zeigten eine Diagnose zu erstellen, noch bereit waren, deinem Sohn zu helfen. Du verunglimpfst damit ja auch eine gesamte Berufsgruppe. Ist dir das bewusst?

Um einem Menschen in psychiatrischer Hinsicht helfen zu können, muss eine entsprechende Indikation vorhanden sein. Liegt diese Indikation nicht vor, existiert auch kein Handlungsbedarf. Zumindest nicht, was die psychiatrische Intervention anbelangt. Dein Sohn könnte auch ein vollkommen lebensverunsicherter Mensch mit labiler Charakterstruktur sein. Hinter seinen Symptomen muss sich nicht zwingend eine ernsthafte psychische Grunderkrankung verbergen. Er war bereits mehrfach in der Psychiatrie; er war bereits bei verschiedenen Ärzten und hatte verschiedene Betreuer. Dieses gesamte Szenario erstreckte sich über viele Jahre hinweg, aber keiner der Ärzte konnte je eine konkrete Diagnose erstellen. Das impliziert doch nicht zwangsläufig, dass die Ärzte inkompetent und desinteressiert sind, sondern viel mehr, dass es, mangels eindeutiger Symptome, zu solch einer Diagnose nicht gereicht hat.

Allgemeinwissen wie Co-Abhängigkeit, darüber kannst Du sicher lange reden.
Dass Du davon als Sucht-Krankheit redest, gefällt mir ganz und gar nicht.

Das macht nichts. Das verändert dennoch nicht die Tatsachen.
Es ist einfach nur eine ausweglose Situatin für Betroffene,

Es gibt diesen Ausweg aber er wird nicht akzeptiert.
Und warum werden Angehörige und Beziehungspersonen Coabhängig:

Sie sind es bereits. Es ist eine eigenständige Erkrankung, die lediglich aktiviert wird. Und eine sehr gefährliche dazu.
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Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Mi 10. Sep 2014, 14:51

Danke Patch,
Such Dir gleich einen passenderen Zuhörer als mich, mir genügen die Spezialisten,

Und "such Dir Hilfe", sieht Dir ähnlich. Ich weiß, wo ich bei Dir dran bin. Leider gibt es selten Menschen wie Jeshu.

Du verunglimpfst damit ja auch eine gesamte Berufsgruppe. Ist dir das bewusst?


Aber sicher doch. Ich weiß auch genau, woran ich bei Dir bin.

Und , ach je, Deine Gerede von Coabhängigkeit.....

Es gibt diesen Ausweg aber er wird nicht akzeptiert.

Den bist Du völlig schuldig geblieben bisher. Ich empfinde Deine art hier aufzutreten einfühlungslos, völlig Tatsachenschilderungren ignorierend und großsprecherisch. Damit möchte ich nichts zu tun haben.

Zudem ist es ihnen möglich, eine genaue Anamnese vor dem Hintergrund der Familienhistorie zu erstellen und vor allem: sie haben persönlichen Kontakt. Und dieser persönliche Kontakt ist die Grundvoraussetzung überhaupt, eine Diagnose erstellen zu können. Alles andere ist hanebüchen.

Wie wahr. Aber nach meinen Erfahrungen ist keiner Deiner Experten-Idole dazu bereit. Es geht ja auch auf die bequeme Tour. Es geht aber um Manegement einer ganzen, stark belasteten Familie. Und es kann nicht sein, dass man ständig umherirren müßte und dann mal nach Jahren auf willige "Bedienung" trifft. Wenn der Sozialarbeiter des sozialpsychatrischen Dienstes schon die völlig bequeme Tour durchzieht, anstatt einem wenigstens die prospekt-versprochene Beratung zukommen zu lassen, dann red nur weiterhin so völlig an der realen Situation vorbei.

Wie gesagt, es geht auch auf krummem , mühsamen, langjährigen Weg weiter, aber gradlinig läuft da nichts in unserem Fall. Als wir nach Jahren beim sozialpsychiatrischen Dienst waren, nahm der uns jede Hoffnung, sogar die auf einen Betreuer. Dabei war sein Zustand jahrelang vorher derselbe, der Jahre nach der Begegnung mit dem Sozialarbeiter zufällig in einem offenen Wohnheim, wohin wir ihn endlich mal hinbekammen als behandlungs- und Betreuerbedürftig erkannt wurde. Solche Irrwege dürfte es nicht geben.

Anstatt mal nachzudenken, lenkst Du stattdessen auf die krumme Tour, mich zu verdächtigen.

Sie sind es bereits (Coabhängigkeit). Es ist eine eigenständige Erkrankung, die lediglich aktiviert wird.
Und eine sehr gefährliche dazu. Gratuliere, Du bist der totale Checker.

Es ist dein Job, dich um dich zu kümmern und dir für deine persönliche Überlastungssituation Hilfe zu suchen. Für dich und nicht für deinen erwachsenen Sohn. Es bringt nichts, wenn du verdurstest und dein Sohn soll stellvertretend für dich das Wasser trinken. Du vermengst hier unglaublich viel. Du hast hier drei vollkommen unterschiedliche Baustellen auf einmal eröffnet.


Klar, von Dir kommt nichts zu dieser komplizierten Situation. Als Hausmittelchen-Psychologe genügst Du nicht, ich weiß selber viel über Psychologie-

Ich wüßte nur noch den Rat für Dich, es bei dem einen Punkt "Experten und Diagnose" belassen und zum Rest gnädig zu schweigen. Ist ja auch sehr kompliziert.

lg, oTp
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