Psychiatrie und Freiheit

Ethik, Lebensrechtsfragen
Sexualethik, Sozialethik, Wirtschaftsethik, Kreationismus / Schöpfungswissenschaft, Technik, Umwelt


Moderator: bigbird

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » Mi 28. Mär 2012, 17:14

Es ist m.E. eine sinnlose Frage (Die Frage nach dem/der/den Schuldigen!) - und auch eine, bei der man nie mit 100%iger Sicherheit die wirkliche Ursache, 'den/die richtige/n Schuldigen', ermitteln kann. Die Fachpersonen brauchen Im Hinblick auf die Ursachen der Psychose den Begriff 'multifaktoriell'. Ich bin der Meinung, dass die Zeit, wo man bei psychischen Krankheiten der Kinder, automatisch der Mutter (den Eltern) die Schuld dafür gab, endgültig vorbei sein sollten. Leider geistern immer noch ziemlich falsche Vorstellungen über die Ursachen der psychischen Krankheiten herum. Leider weist auch die Geschichte psychiatrischer Theorien über die Ursachen der psychischen Krankheiten (Schizophrenie etc.) etliche irreale und mit unheilvollen Folgen belastete Fehldeutungen auf. Es ist ganz schlimm, wenn man heute noch (unter Laien, denn keine einzige Fachperson würde dem zustimmen) die Mutter (oder die Eltern) anschuldigt, für die Krankheit ihrer Kinder verantwortlich zu sein.
Genauso abstrus ist es, von der Krankheit der Kinder auf den Gesundheits- bzw. Krankheitszustand der Eltern zu schliessen!
LG lionne
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9342
Registriert: Do 16. Aug 2007, 16:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon sugi » Mi 28. Mär 2012, 17:54

Hi lionne!

lionne hat geschrieben:Ich bin der Meinung, dass die Zeit, wo man bei psychischen Krankheiten der Kinder, automatisch der Mutter (den Eltern) die Schuld dafür gab, endgültig vorbei sein sollten.

Meine Meinung ist, dass es nicht darum geht..und hat nichts mit der Zeit zu tun..!

Leider geistern immer noch ziemlich falsche Vorstellungen über die Ursachen der psychischen Krankheiten herum. Leider weist auch die Geschichte psychiatrischer Theorien über die Ursachen der psychischen Krankheiten (Schizophrenie etc.) etliche irreale und mit unheilvollen Folgen belastete Fehldeutungen auf. Es ist ganz schlimm, wenn man heute noch (unter Laien, denn keine einzige Fachperson würde dem zustimmen) die Mutter (oder die Eltern) anschuldigt, für die Krankheit ihrer Kinder verantwortlich zu sein.

Ich denke doch, dass es Vorbelastungen gibt....und ich würde das auch von mir selbst nicht abstreiten wollen!!

Genauso abstrus ist es, von der Krankheit der Kinder auf den Gesundheits- bzw. Krankheitszustand der Eltern zu schliessen!

Ich habe Kinder...und selbst bei ihnen kommen schon Dinge zum Vorschein.... Mein 10-jähriger Sohn z.Bsp., hat seit ein paar Monaten so ne Art wie eine "Todes-Sehnsucht".. Lieber schon jetzt bei Gott sein, als Erwachsen werden..... Und das sind Worte eines Kindes..was jetzt nicht gleich heisst: Ui, weshalb hat es solche Gedanken, was habe ich falsch gemacht....!

Am Tisch sitzen und miteinander reden..über Gott und die Welt..sowie ich es genau heute mit ihm machen konnte..ohne Planung, ganz spontan, während einem Spiel..!! Kinder haben Fragen..die einen kommen raus, andere werden wieder verdrängt..!! Die einen Hinterlassen Spuren, andere nicht.........
Vertraue auf den Herrn mit deinem ganzen Herzen
und stütze dich nicht auf deinen Verstand!
Auf all deinen Wegen erkenne nur ihn,
dann ebnet er selbst deine Pfade!

Spr.3,5-6
Benutzeravatar
sugi
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 7008
Registriert: Sa 18. Aug 2007, 20:08

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » Mi 28. Mär 2012, 18:25

sugi hat geschrieben:Ich denke doch, dass es Vorbelastungen gibt....

Klar doch; das gibt es bei vielen Krankheitsbildern --> Diabetes, Bluthochdruck, Krebs, Schlaganfall,....... (Familienanamnese).
lionne
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9342
Registriert: Do 16. Aug 2007, 16:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » Mi 28. Mär 2012, 18:40

sugi hat geschrieben:
lionne hat geschrieben:Ich bin der Meinung, dass die Zeit, wo man bei psychischen Krankheiten der Kinder, automatisch der Mutter (den Eltern) die Schuld dafür gab, endgültig vorbei sein sollten.

Meine Meinung ist, dass es nicht darum geht..und hat nichts mit der Zeit zu tun..!

Doch, es geht sehr wohl darum, noch vor nicht allzu langer Zeit war das die gängige Meinung der Menschen ('Die Mutter ist schuld') Seither hat die Medizin aber auch (Riesen-)Fortschritte gemacht - glücklicherweise. Aehnlich verhielt es sich auch mit dem Krankheitsbild der 'Hysterie'.
lionne
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9342
Registriert: Do 16. Aug 2007, 16:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Mi 28. Mär 2012, 21:05

lionne hat geschrieben:Es ist m.E. eine sinnlose Frage (Die Frage nach dem/der/den Schuldigen!) - und auch eine, bei der man nie mit 100%iger Sicherheit die wirkliche Ursache, 'den/die richtige/n Schuldigen', ermitteln kann. Die Fachpersonen brauchen Im Hinblick auf die Ursachen der Psychose den Begriff 'multifaktoriell'. Ich bin der Meinung, dass die Zeit, wo man bei psychischen Krankheiten der Kinder, automatisch der Mutter (den Eltern) die Schuld dafür gab, endgültig vorbei sein sollten. Leider geistern immer noch ziemlich falsche Vorstellungen über die Ursachen der psychischen Krankheiten herum. Leider weist auch die Geschichte psychiatrischer Theorien über die Ursachen der psychischen Krankheiten (Schizophrenie etc.) etliche irreale und mit unheilvollen Folgen belastete Fehldeutungen auf. Es ist ganz schlimm, wenn man heute noch (unter Laien, denn keine einzige Fachperson würde dem zustimmen) die Mutter (oder die Eltern) anschuldigt, für die Krankheit ihrer Kinder verantwortlich zu sein.
Genauso abstrus ist es, von der Krankheit der Kinder auf den Gesundheits- bzw. Krankheitszustand der Eltern zu schliessen!
LG lionne


Das kann ich mit voller Zustimmung unterstreichen.
Und es schließt ja nicht aus, dass es sowohl von der Veranlagung mit verursacht werden kann, als auch in der Interaktion Dinge gab, die wirkten, und schädigende Ereignisse gegeben hat.

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20679
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Mi 28. Mär 2012, 22:56

Sugi,

Grundsätzlich ist Schuld offensichtlich bei gravierenden Vorkommnissen wie Mißbrauch, Gewalt oder wenn ein Elternteil trinkt-z.B.

Dann gibt es noch Verhalten, was grob schädigend sein kann,

und Verhalten wie: Zu streng, zu inkonsequent, eine angstvolle Atmosphäre-z.B.

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20679
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon sugi » Do 29. Mär 2012, 12:41

.....und nicht zu vergessen, der seelische Missbrauch..!

Mehr später......
Vertraue auf den Herrn mit deinem ganzen Herzen
und stütze dich nicht auf deinen Verstand!
Auf all deinen Wegen erkenne nur ihn,
dann ebnet er selbst deine Pfade!

Spr.3,5-6
Benutzeravatar
sugi
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 7008
Registriert: Sa 18. Aug 2007, 20:08

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon sugi » Do 29. Mär 2012, 12:59

Hi lionne :)

lionne hat geschrieben:
sugi hat geschrieben:Ich denke doch, dass es Vorbelastungen gibt....

Klar doch; das gibt es bei vielen Krankheitsbildern --> Diabetes, Bluthochdruck, Krebs, Schlaganfall,....... (Familienanamnese).

Unter anderem, ja!! Ist aber nicht so "mein" Gebiet......aber das wäre ein anderes Thema und würde hier in einem Forum über den Verstand hinaus gehen..denn das sind keine oberfläclichen Themen mehr.....................

Das "Gift" ist gestreut..überall..!!

PS: Was denkst du, welche Auswirkungen es auf die Menschen gibt was den okkultismus betrifft..! Und das verbreitet sich..... Und Zauberei gibt es seit eh und je........und ist dem Herrn ein Greuel, es gibt nicht Ihm die Ehre!! Sondern gehört zum Licht der Finsternis!!
Vertraue auf den Herrn mit deinem ganzen Herzen
und stütze dich nicht auf deinen Verstand!
Auf all deinen Wegen erkenne nur ihn,
dann ebnet er selbst deine Pfade!

Spr.3,5-6
Benutzeravatar
sugi
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 7008
Registriert: Sa 18. Aug 2007, 20:08

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon sugi » Do 29. Mär 2012, 15:38

lionne hat geschrieben:
sugi hat geschrieben:
lionne hat geschrieben:Ich bin der Meinung, dass die Zeit, wo man bei psychischen Krankheiten der Kinder, automatisch der Mutter (den Eltern) die Schuld dafür gab, endgültig vorbei sein sollten.

Meine Meinung ist, dass es nicht darum geht..und hat nichts mit der Zeit zu tun..!

Doch, es geht sehr wohl darum, noch vor nicht allzu langer Zeit war das die gängige Meinung der Menschen ('Die Mutter ist schuld') Seither hat die Medizin aber auch (Riesen-)Fortschritte gemacht - glücklicherweise.

..also mir ist das nicht so bekannt..sry!

Und die Fortschritte in der Medizin, stehe ich auch nicht nur positiv gegenüber.. Kann auch vieles kaputt gemacht werden..und Medikamentenmissbrauch ist ja nicht so unbekannt..!!
Vertraue auf den Herrn mit deinem ganzen Herzen
und stütze dich nicht auf deinen Verstand!
Auf all deinen Wegen erkenne nur ihn,
dann ebnet er selbst deine Pfade!

Spr.3,5-6
Benutzeravatar
sugi
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 7008
Registriert: Sa 18. Aug 2007, 20:08

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon sugi » Do 29. Mär 2012, 15:53

Hi oTp !!

onThePath hat geschrieben:Grundsätzlich ist Schuld offensichtlich bei gravierenden Vorkommnissen wie Mißbrauch, Gewalt oder wenn ein Elternteil trinkt-z.B.

Dann gibt es noch Verhalten, was grob schädigend sein kann,


und Verhalten wie: Zu streng, zu inkonsequent, eine angstvolle Atmosphäre-z.B.

Wenn man jemandem helfen will, und das Vertrauen vom "Hilfesuchenden" nicht vorhanden ist, kann es nicht die Hilfe annehmen..!! Es geht nicht, zu viel ist kaputt!! Es wird "gelebt"......ist nicht frei!
Vertraue auf den Herrn mit deinem ganzen Herzen
und stütze dich nicht auf deinen Verstand!
Auf all deinen Wegen erkenne nur ihn,
dann ebnet er selbst deine Pfade!

Spr.3,5-6
Benutzeravatar
sugi
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 7008
Registriert: Sa 18. Aug 2007, 20:08

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Do 29. Mär 2012, 16:08

sugi hat geschrieben:Hi oTp !!

onThePath hat geschrieben:Grundsätzlich ist Schuld offensichtlich bei gravierenden Vorkommnissen wie Mißbrauch, Gewalt oder wenn ein Elternteil trinkt-z.B.

Dann gibt es noch Verhalten, was grob schädigend sein kann,


und Verhalten wie: Zu streng, zu inkonsequent, eine angstvolle Atmosphäre-z.B.

Wenn man jemandem helfen will, und das Vertrauen vom "Hilfesuchenden" nicht vorhanden ist, kann es nicht die Hilfe annehmen..!! Es geht nicht, zu viel ist kaputt!! Es wird "gelebt"......ist nicht frei!


Bei Psychosen geht es nicht um Vertrauen. Es geht um die Unfähigkeit mit Hilfe von Anderen überhaupt da raus zu kommen.

Das kann den Tod bedeuten, bei Sucht, Magersucht, Verzweiflung, es ist wie ein Zerstörungsdrang.

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20679
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon sugi » Fr 30. Mär 2012, 16:11

Weisst du was ich denke? Weshalb kann man nicht einfach mal "Reseten", und mal alle "Diagnosen" bei Seite lassen??

Natürlich geht es um Vertrauen..!!
Vertraue auf den Herrn mit deinem ganzen Herzen
und stütze dich nicht auf deinen Verstand!
Auf all deinen Wegen erkenne nur ihn,
dann ebnet er selbst deine Pfade!

Spr.3,5-6
Benutzeravatar
sugi
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 7008
Registriert: Sa 18. Aug 2007, 20:08

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » Sa 31. Mär 2012, 09:07

sugi hat geschrieben:..also mir ist das nicht so bekannt..sry!

Und die Fortschritte in der Medizin, stehe ich auch nicht nur positiv gegenüber.. Kann auch vieles kaputt gemacht werden..und Medikamentenmissbrauch ist ja nicht so unbekannt..!!

Na dann bist du eben nicht vollumfänglich informiert....
Also bezüglich der Fortschritte in der Medizin bin ich persönlch sehr froh darüber, sonst hätte ich nämlich meine Erdenreise hier schon vorzeitig (gewaltsam) abbrechen müssen.....
lionne
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9342
Registriert: Do 16. Aug 2007, 16:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon imhotep » So 1. Apr 2012, 00:34

sugi hat geschrieben:Weisst du was ich denke? Weshalb kann man nicht einfach mal "Reseten", und mal alle "Diagnosen" bei Seite lassen??

Finde einen Betroffenen, der für dein Experiment hinhalten will. :shock:

Eine gute Diagnose ist ein entscheidender Schritt in Richtung Behandlung, Genesung oder auch bewusster, lindernder Umgang mit chronischen Leiden. Eine solche Diagnose wegzuschmeissen wäre ein Rückschritt in die Selbstdiagnose und ins Werweissen.
Selig sind die Trolle, denn ihnen gehört das Internet.
Benutzeravatar
imhotep
Abgemeldet
 
Beiträge: 757
Registriert: Sa 21. Jun 2003, 02:08
Wohnort: Ankhtowë

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon sugi » So 1. Apr 2012, 18:24

lionne hat geschrieben:
sugi hat geschrieben:..also mir ist das nicht so bekannt..sry!

Und die Fortschritte in der Medizin, stehe ich auch nicht nur positiv gegenüber.. Kann auch vieles kaputt gemacht werden..und Medikamentenmissbrauch ist ja nicht so unbekannt..!!

Na dann bist du eben nicht vollumfänglich informiert....
Also bezüglich der Fortschritte in der Medizin bin ich persönlch sehr froh darüber, sonst hätte ich nämlich meine Erdenreise hier schon vorzeitig (gewaltsam) abbrechen müssen.....
lionne

Was heisst schon Vollumfänglich..ich sehe es nur aus einer andern Perspektive..!!

Du vertittst deine Erfahrung und ich meine, ganz einfach ;)
Vertraue auf den Herrn mit deinem ganzen Herzen
und stütze dich nicht auf deinen Verstand!
Auf all deinen Wegen erkenne nur ihn,
dann ebnet er selbst deine Pfade!

Spr.3,5-6
Benutzeravatar
sugi
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 7008
Registriert: Sa 18. Aug 2007, 20:08

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon sugi » So 1. Apr 2012, 18:36

imhotep hat geschrieben:
sugi hat geschrieben:Weisst du was ich denke? Weshalb kann man nicht einfach mal "Reseten", und mal alle "Diagnosen" bei Seite lassen??

Finde einen Betroffenen, der für dein Experiment hinhalten will. :shock:

Eine gute Diagnose ist ein entscheidender Schritt in Richtung Behandlung, Genesung oder auch bewusster, lindernder Umgang mit chronischen Leiden. Eine solche Diagnose wegzuschmeissen wäre ein Rückschritt in die Selbstdiagnose und ins Werweissen.

Du nicht fein genug gefiltert, was meine Gedanken zum Ausdruck bringen wollten!
Und es ja eigentlich an oTp gerichtet ;)
Vertraue auf den Herrn mit deinem ganzen Herzen
und stütze dich nicht auf deinen Verstand!
Auf all deinen Wegen erkenne nur ihn,
dann ebnet er selbst deine Pfade!

Spr.3,5-6
Benutzeravatar
sugi
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 7008
Registriert: Sa 18. Aug 2007, 20:08

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » So 1. Apr 2012, 20:40

sugi hat geschrieben:Was heisst schon Vollumfänglich..ich sehe es nur aus einer andern Perspektive..!!

Es geht hier nicht um die Ansicht aus einer anderen Perspektive! Wenn man einen Blick auf die Geschichte der Psychiatrie wagt, wird man feststellen, dass die Ansicht, dass die Mutter für die Psychische Krankheit des Kindes/der Kinder verantwortlich gemacht wurde, gar noch nicht so lange her ist! Das sind Facts, das hat nichts mit Perspektive zu tun.
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9342
Registriert: Do 16. Aug 2007, 16:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon sugi » Mo 2. Apr 2012, 11:04

Lionne, es sind nicht alle Menschen gleich..und ich sehe es halt ganz einfach anders als du, und halt eben auch aus einer anderen Sicht..!!

Das Thema was die verantwortlichen betrifft, habe ich schon lange abgehackt.. Es ging ja unterdessen um Medikamente..
Vertraue auf den Herrn mit deinem ganzen Herzen
und stütze dich nicht auf deinen Verstand!
Auf all deinen Wegen erkenne nur ihn,
dann ebnet er selbst deine Pfade!

Spr.3,5-6
Benutzeravatar
sugi
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 7008
Registriert: Sa 18. Aug 2007, 20:08

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » Mo 2. Apr 2012, 11:43

sugi hat geschrieben:Lionne, es sind nicht alle Menschen gleich..und ich sehe es halt ganz einfach anders als du, und halt eben auch aus einer anderen Sicht..!!

Es geht gar nicht darum, dass nicht alle Menschen gleich sind. Soweit sind wir uns, glaub ich, hier alle einig. Es geht auch nicht darum, dass alle Menschen die gleiche Sache gleich sehen müssen.... ;)
Nichtsdestotrotz kommst auch du nicht um die Tatsache rum, dass es eine Zeit gab (und die ist nicht mal so lange her), da hat man für die psychische Krankheit des Kindes/der Kinder die Mutter als verantwortlich/schuldig angesehen. Glücklicherweise hat sich die Medizin in diesem Punkt weiterentwickelt......
Das war und ist meine Aussage. Nichts mehr und nichts weniger.
lionne
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9342
Registriert: Do 16. Aug 2007, 16:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon imhotep » Mo 2. Apr 2012, 15:13

lionne hat geschrieben:Nichtsdestotrotz kommst auch du nicht um die Tatsache rum, dass es eine Zeit gab (und die ist nicht mal so lange her), da hat man für die psychische Krankheit des Kindes/der Kinder die Mutter als verantwortlich/schuldig angesehen.

Allerdings kommst du auch nicht um die Tatsache herum, dass das soziale Umfeld eines Kindes und insbesondere die Elternbeziehung einen entscheidenden Einfluss auf die psychische Entwicklung hat. Das ist keine ja/nein Fage. Und ob hier im Einzelfall "Schuld" oder "Verantwortung" vorliegt, das ist keine Frage der Medizin.
Selig sind die Trolle, denn ihnen gehört das Internet.
Benutzeravatar
imhotep
Abgemeldet
 
Beiträge: 757
Registriert: Sa 21. Jun 2003, 02:08
Wohnort: Ankhtowë

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon sugi » Mo 2. Apr 2012, 15:39

imhotep hat geschrieben:
lionne hat geschrieben:Nichtsdestotrotz kommst auch du nicht um die Tatsache rum, dass es eine Zeit gab (und die ist nicht mal so lange her), da hat man für die psychische Krankheit des Kindes/der Kinder die Mutter als verantwortlich/schuldig angesehen.

Allerdings kommst du auch nicht um die Tatsache herum, dass das soziale Umfeld eines Kindes und insbesondere die Elternbeziehung einen entscheidenden Einfluss auf die psychische Entwicklung hat. Das ist keine ja/nein Fage. Und ob hier im Einzelfall "Schuld" oder "Verantwortung" vorliegt, das ist keine Frage der Medizin.

Das würde ich auch meinen..!

Lionne, zurück zur Wurzel zu gehen..sehe ich nicht als "abnormal"..und auch in Therapien geht es oft um die Vergangenheit! Und da sind nun mal auch die Eltern, sprich Mutter/Vater daran beteiligt..!

Ich muss da nicht mal weit suchen gehen..das fängt schon in den eigenen vier Wänden an.......

Ich habe zu Anfang schon mal geschrieben, dass es nicht darum gehe, einen Schuldigen zu suchen, sondern einem Menschen zu helfen... Und da scheiden sich die Vorgehensweisen bei uns..und das meinte ich auch mit dem, dass wir nicht alle gleich sind..! Es ist auch schade, dass du fast jedes mal mir schreibst, es gehe nicht darum.. Du "schiesst" mich von einem zum andern..anstatt mal bei einem Punkt zu bleiben..und da, wo wir auch stehen geblieben sind..!! Also so habe ich das empfunden.. :mrgreen:
Vertraue auf den Herrn mit deinem ganzen Herzen
und stütze dich nicht auf deinen Verstand!
Auf all deinen Wegen erkenne nur ihn,
dann ebnet er selbst deine Pfade!

Spr.3,5-6
Benutzeravatar
sugi
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 7008
Registriert: Sa 18. Aug 2007, 20:08

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » Mo 2. Apr 2012, 21:33

Für Eure Empfindungen bin ich nun also nicht zuständig. ;)
Ich habs schon weiter oben geschrieben: Die Fachpersonen brauchen Im Hinblick auf die Ursachen der Psychose den Begriff 'multifaktoriell'.
Uebrigens 'hinkt' der Hinweis auf die Elternbeziehung. Oder wie erklärt man sich dann z.B. dass von 4 Kindern eines schizophren ist, oder drogenabhängig, oder kriminell, oder....ist. Wollt ihr da den Eltern, der Mutter, dem Vater unterstellen, er oder sie hätten ein Kind weniger lieb als die andern? Man merkt, diese Gedankenspiele können ad absurdum geführt werden.
Mir geht es grundsätzlich darum, dass nicht in erster Linie die Mutter (od. der Vater/die Eltern) zur Verantwortung gezogen werden können (familiäre Vorbelastung ausgenommen), wenn ein Kind eine psychische Krankheit hat. Das ist einfach zu billig. (Selbstverständlich red ich hier nicht von Fällen von Missbrauch, Gewalt, seelischer Grausamkeit, Trunksuch der Eltern/eines Elternteils u.ä., wo es dadurch zu erheblichen Störungen in der Entwicklung des Kindes kommen kann.)
Gruss lionne
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9342
Registriert: Do 16. Aug 2007, 16:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon sugi » Di 3. Apr 2012, 14:45

lionne hat geschrieben:Für Eure Empfindungen bin ich nun also nicht zuständig. ;)

Eure? :mrgreen:

Oder wie erklärt man sich dann z.B. dass von 4 Kindern eines schizophren ist, oder drogenabhängig, oder kriminell, oder....ist. Wollt ihr da den Eltern, der Mutter, dem Vater unterstellen, er oder sie hätten ein Kind weniger lieb als die andern?

Ich sage jetzt da besser nichts dazu......


Mir geht es grundsätzlich darum, dass nicht in erster Linie die Mutter (od. der Vater/die Eltern) zur Verantwortung gezogen werden können (familiäre Vorbelastung ausgenommen), wenn ein Kind eine psychische Krankheit hat.

Verantwortung ist vllt leicht übertrieben..und wir wissen ja selbst, wie ungern ein Mensch Schuld auf sich nimmt!!
Oder sich zugesteht, ich bin daran beteiligt!! Ne ne, vorher werden andere Wege eingeleitet..... Hinhalten muss schlussendlich meist das "Opfer".....!!

Schizophrenie

Das ist einfach zu billig.

..Billig heisst: Zu einfach!

Ja, so kommt es mir manchmal beim Evangelium vor.. Zu einfach, um wahr zu sein!!!

(Selbstverständlich red ich hier nicht von Fällen von Missbrauch, Gewalt, seelischer Grausamkeit, Trunksuch der Eltern/eines Elternteils u.ä., wo es dadurch zu erheblichen Störungen in der Entwicklung des Kindes kommen kann.)

Hmmmm..
Vertraue auf den Herrn mit deinem ganzen Herzen
und stütze dich nicht auf deinen Verstand!
Auf all deinen Wegen erkenne nur ihn,
dann ebnet er selbst deine Pfade!

Spr.3,5-6
Benutzeravatar
sugi
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 7008
Registriert: Sa 18. Aug 2007, 20:08

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Fr 6. Apr 2012, 14:48

Ich muß sagen, lionnes Standpunkt ist dem meinen bisher ziemlich deckungsgleich.

Besonders beachten muß man meiner Meinung nach die Zusammenhänge von "multifaktoriell verursacht."

Wie man auf sein ganzes Umfeld reagiert hängt von sehr vielen Faktoren ab.Es geht dabei um die "Erlebnisverarbeitung". Jeder Mensch ist grundsätztlich gefährdet und anfällig für psychische Probleme.

Der Weg der Gesundung wäre dann ein sich Verändern seiner Erlebnisverarbeitung, Erlebnisbewältigung.

Nach Schuld der Eltern kann man nur soweit suchen, wie etwas deutlich negativ und schuldhaft sich ereignet hat im Umgang miteinander.

Man sollte darüber hinaus lieber davon reden, wie Eltern einem psychotischen Jugendlichen beistehen können, damit dieser von der nagativen "Bewältigung" zu einer positiven Bewältigung gelangen kann. Statt dessen davon zu reden, Elten müssten von schuldhaften Verhalten ausgehen und sich selber ändern, ist die boshafte Auslegung dieser Forderung und eine pervertierte Anschuldigung. Und stellt völlig auf den Kopf, wie breit gefächert das "normale Miteinander" ist.

Ein Mittel des Elternbeitrags ist das regelmäßige Treffen mit Eltern, die auch ein psychotisches Kind haben.

Sugi, ich war noch nie einseitig und kann mit vielen komplizierten Lebensfragen ziemlich umfassend umgehen. Und natürlich wäre Vertrauen wichtig. Vertrauen, das bis in alle Strukturen der Psyche des psychisch kranken Menschen hinein heilsam wirken kann. Doch allein das hilft ja nicht, oder nicht schnell. Es wird also Umstrukturierung stattfinden müssen und das kann nur mit der Gewißheit geschehen, Vertrauen haben zu können, geliebt zu werden, angenommen und akzeptiert zu sein.

Denn in der Psychologie geht man oft davon aus, dass psychische Störungen mit "Störungen" von Geliebt- und Akzeptiert-Sein zu tun haben. Frustrationstoleranz und Urvertrauen werden immer wieder in solchem Zusammenhang genannt.

Wir christen haben ja grundsätzlich noch die Möglichkeit, durch das Eingreifen Gottes Heilung zu bewirken, wenn "Gott mit uns" ist und seine befreiende Kraft aus dem psychischen und auch dämonischen Gefängnis freisetzt. Ich wünsche mir da mehr Zusammenarbeit dews Menschen mit Gott. Denn der Auftrag Jesu ist durch seine Macht gestützt: Setzt die Gefangenen frei!.

Ich habe ja die Kraft Gottes schon mehrfach deutlich genug miterlebt, um das zu erkennen.
Und da braucht der Christ ein enges Verhältnis zu Gott. Denn Gott macht einen Bund mit dem Gläubigen, der Gläubige lebt nach dem Wesen Gottes und Gott bestätigt die Verbindung durch Macht und Kraft. Gott suchen und sein Angesicht sehen ist die Voraussetzung dazu, selber heil zu werden und Menschen frei zu setzen von psychischen und dämonischen Problemen. Deutlicher als Gott es mir beigebracht hat, hätte er es mir nicht beibringen können.

Ich habe gelernt, Menschen auch mit massiven Problemen zu lieben und Veränderungen miterleben können.
Tun wir es Jesus gleich und geben den Menschen Liebe, die es am meisten brauchen. Nicht von oben herab sondern in inniger Verbundenheit und Gott-Verbundenheit. Als Wesensmerkmal dieser Verbundenheit mit Gott. Wir lernen dabei, "göttlicher" zu handeln und das "Gott ist mit uns" in seiner Kraft, uns und den Mitmensch zu verändern.

So will ich mich gerne verändern lassen von Gott, damit er mich gebrauchen kann, gebundene, angstvolle, verzweifelte Menschen in die Freiheit Gottes zu führen. Nicht nur meinen Sohn. Sonst würde ich Gott nur für meine Zwecke benutzen. Nein, überall wo Menschen in Nöten sind, ist der Aufttrag Gottes geboten.

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20679
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon sugi » Di 10. Apr 2012, 10:35

onThePath hat geschrieben:Sugi, ich war noch nie einseitig und kann mit vielen komplizierten Lebensfragen ziemlich umfassend umgehen. Und natürlich wäre Vertrauen wichtig. Vertrauen, das bis in alle Strukturen der Psyche des psychisch kranken Menschen hinein heilsam wirken kann. Doch allein das hilft ja nicht, oder nicht schnell.

Es soll ja nicht schnell wirken.. Aber gehört zum Aufbau!!
Vertrauen zu haben, ist so ziehmlich das wichtigste überhaupt!!
Vertraue auf den Herrn mit deinem ganzen Herzen
und stütze dich nicht auf deinen Verstand!
Auf all deinen Wegen erkenne nur ihn,
dann ebnet er selbst deine Pfade!

Spr.3,5-6
Benutzeravatar
sugi
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 7008
Registriert: Sa 18. Aug 2007, 20:08

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Mi 2. Mai 2012, 06:02

sugi hat geschrieben:
onThePath hat geschrieben:Sugi, ich war noch nie einseitig und kann mit vielen komplizierten Lebensfragen ziemlich umfassend umgehen. Und natürlich wäre Vertrauen wichtig. Vertrauen, das bis in alle Strukturen der Psyche des psychisch kranken Menschen hinein heilsam wirken kann. Doch allein das hilft ja nicht, oder nicht schnell.

Es soll ja nicht schnell wirken.. Aber gehört zum Aufbau!!
Vertrauen zu haben, ist so ziehmlich das wichtigste überhaupt!!


Sicher, Vertrauen gehört zum Aufbau. Selbst Vertrauen ist oft völlig blockiert. Und wenn Vertrauen ein Anfang ist, dann ist es auch schon eine Gnade Gottes, die Tür des Gefängnisses dieses Menschen einen Spalt zu öffnen.

Wenn der Wille völlig blockiert ist ( und das Vermögen, sich ändern zu können, auch das Vermögen, durch Vertrauen einen ersten Schritt zu tun) greift Gott bisweilen radikal ein:
Ein Pastor hat für eine Verwandte gebetet, der bescheinigt wurde, unheilbar schwer psychisch krank zu sein.
Er betete also und nach ein paar Tagen wurde sie gesund aus der Psychiatrie entlassen.

Hier hat der Pastor durch Gebet auf den unfreien Willen und das Unvermögen dieses psychisch Kranken eingewirkt.
Es war also eine Befreiung aus einer Zwangslage. Und viele psychisch Kranke haben auch ein blockiertes Vertrauen und können keinen ersten Schritt zur Normalisierung gehen.

Ihnen ihren freien Willen zu lassen klingt deshalb absolut lächerlich. Wessen Wille gelähmt ist, hat keinen freien Willen. Und es ist ein Unding, wenn die gesetzliche psychiatrische Maschinerie einen solchen willengeschädigten Menschen ihren Willen läßt und er sein Leben und das der Eltern weiter schädigen kann. Das ist unmenschlich.

Ich bin mir im Klaren, dass sogar satan verhindern möchte, dass diese unmenschlichen Zustände sich ändern.
Und sie ändern sich auch schon, wenn man durch viele zeitraubenden Mühen das System zwingt, menschlicher zu agieren. Das gelingt gegenwärtig nur mit einem Betreuer. Eltern sind da total entmachet.

Der Ruf nach unbedingter Freiheit ist pervers und menschenverachtend.
Ich sage das, weil man mir vor Kurzem dies herumdrehte. Ich sehe das auch als Angriff um gesellschaftliche Veränderungen zu behindern, um bestehende Mißverhältnisse aufrecht zu erhalten.

Auf welches Recht eines freien Willens pocht diese Einstellung ? Wenn ein freier Wille krank ist läßt man ihn trotzdem gewähren ?
Sogar Gott befreite, siehe oben, einen Mensch aus diesem Gefängnis, ohne ihn zu fragen, ob das auch sein Wille sei, psychisch gesund zu werden.

Ist es natürlich nicht, ein psychisch Kranker sieht meistens noch nicht mal ein, krank zu sein.

Hier zeigt sich noch etwas: Zwangsmedikamentisierung kann den psychisch Kranken zu einem realitätsorientierteren psychischen Zustand verhelfen. Sie kann also unmöglich grundsätzlich schlecht sein. Oder soll man den psychisch Kranken lieber in einer ausweglosen psychotischen Zwangslage lassen, nur weil es sein "freier" Wille ist ? Wo ist er denn, der freie Wille eines schwer psychisch Kranken ? Das letze Wort über Sinn und Unsinn von angeblicher Zwangsbehandlung ist noch keineswegs irrtumsfrei gesprochen.

Wo ist der freie Wille eine schwer dämonisieren Menschen, ?
Wo ist der freie Wille eines schwer Raufschgiftkranken ?

Ist es nur die Kompetenz Satans, diese Gebiete zu beherrschen ? Freier Wille kann auch als pervertierter Ruf gebraucht werden.

Bei den oben genannten Gruppen von Menschen haben wir aber einen grundsätzlich gelähmten Willen.
Da muß man sich schon mehr einsetzen als die Gesellschaft zur Meßlatte und Richtschnur macht. Laß es laufen, jeder hat einen freien Willen, das selber zu bestimmen ist nur eine billige Ausrede, die oft nur übertünchen möchte, dass man diese Menschen rücksichtslos im Stich läßt.

Gott kennt auch die Zwangslge von Süchtigen. Und es weden Süchtige frei vom Suchtdruck durch ein einziges Gebet um Gottes Hilfe. Das ist kein zwangsweise Handeln Gottes, sondern eine Befreiung des Willens vom Suchtdruck.
Ohne Gottes Eingreifen hätte der Suchtdruck weiterhin den Willen des Süchtigen gezwungen, süchtig zu bleiben.

Ebenso kann ein Mensch völlig unter satans Konrolle geraten. Ließ Gott dem Gardenser seinen angeblich feien willen ? Fragte er ihn, ob er frei sein Wollte ? Ein dämonisierter Mensch kann willentlich dermaßen unfrei sein, dass er in diesem Gefängnis bleibt, wenn nicht ein Seelsorger seinen Willen befreit durch Entmachtung des Dämons.

Zum freien Willen sollte man sich schon mehr Gedanken machen als der Gestzgeber und es die gesellschaftlichen Zustände zulassen wollen. Wenn das Pochen auf das Recht zum freien Willen nur eine ausrede ist, um sich mühevolles, zeitraubendes und kostenintensives Helfen zu ersparen ist es verlogen und menschenfeindlich gewissenlos.

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20679
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Nemo » Mi 11. Jul 2012, 14:14

Hey Rouven, .... was les ich da ?? Abgemeldet !?

Nicht mehr an Bord ? :?

Ich find, fand deine postings sehr bereichernd und wuerde mich freuen weiterhin von dir zu lesen.

Abgemeldet liesst sich im Zusammenhang mit deinem Nick wirklich nicht schoen.
Hin und Wieder kann man ja ne laengere Zeit pausieren, mach ich ja auch des oefteren, aber ganz weg braucht es doch garnicht.

Liebe Gruesse.
Benutzeravatar
Nemo
Wohnt hier
 
Beiträge: 2739
Registriert: Sa 14. Aug 2004, 18:49
Wohnort: Gottes Urknall

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Mi 26. Sep 2012, 11:57

Andreas hat dieses Jahr wieder nutzlos vertrödelt.
Nach dem Jahresanfang in der Psychiatrie nistete er sich wieder bei uns Eltern ein. Wir boten ihm Schutz dadurch, denn ein Wohnheim war eingeschaltet. Die machten später aber einen Rückzieher, lange Wartezeit vertrödelt, er war ihnen dann doch zu problematisch (nicht pflegeleicht genug).

Es wurde für ambulante Medizineinnahme-Hilfe gesorgt. Denn sein neuer Psychiater tut was er kann. Der zweite Betreuer wollte ihn fit kriegen für eine eigene Wohnung. Vor etwa drei Monaten dann der Versuch, Mittlere Reife nachzumachen, von Seite der Schule die letzte Chance für ihn.

Dann nach kurzen Wochen sein Abbruch. Jetzt verläßt er kaum sein Zimmer. Sein Geld verprasst er sinnlos am Monatsanfang auch am Spielautomat. Und seinen Verstand benutzt er zu Internetspielsucht. Der zweite Betreuer wurde deshalb vorzeitig abgezogen, obwohl sein Vertrag noch 3 Monate nützlich gewesen wäre um andere Schritte zu veranlassen. Psychiater werfen das Handtuch und die Verantwortlichkeit, sobald der Selbstzerstörungsmechanismus in Richtung Alkohol oder Drogen verläuft. Immerhin würde er dann psychisch auffällig und wäre damit würdig einer Behandlung in einer stationären Psychiatrie.

Es bliebe, Andreas der eigenen chaotischen und bedrohlichen Willkür zu überlassen, damit man etwas tuen könnte, wenn er dann die Kriterien der Gesetze erfüllen würde, dass man "etwas tuen könnte" und dürfte. Dieser Vorschlag stammt vom 2. Betreuer und man wägt Risiken schlecht ab dabei.

Wie gesagt: Es spielt keine Rolle, wenn Zeit sinnlos vertan wird, indem sich schädigende Strukturen verfestgen. Die Qual der Eltern ist dem Gestzgeber sowieso egal und dieser wichtige Faktor wird unmenschlicherweise einfach nicht beachtet. Und es spielt keine Rolle, dass wieder ein Jahr vergangen ist ohne einen Schritt weiter zu kommen. Durch die strukturelle Sturheit verschuldete man ja sowieso schon von seinem 14. Lebensjahr an durch jahrelanges Nichteingreifen eine Verfestigung der Psychose.

Gerechterweise müßte mein Sohn mit 27 Jahren nun eine Rente bekommen. Voraussichtlich macht er ja so weiter wie schon seit etwa 12 Jahren.


Entschuldigt, dass ich eine sehr schlechte Meinung von diesem verantwortungslosen öffentlichen "Netz" der Unfähigkeit habe.
In welchem Jahrhundet leben wir eigentlich ? Wem darf ich mal so richtig Dampf machen berechtigter Weise ? Aber gegen wen wehren, wenn alles so ist wie es ist ? Persönliche Freiheit als Grund dafür, sich unverantwortlich rausreden zu können aus jedem Handlungsbedarf ist eher pervers als vernünftig. Dieser Staat bekommt von mir nur noch unwillig meine Steuern und diese Gesellschaft immer weniger meine Zustimmung. Natürlich hätte ich gerne ein paar Verantwortliche Dingfest gemacht, um ihnen die Meinung zu geigen, bildlich den Tritt in ein dafür sehr geeignetes Körperteil zu geben. So kann ich nur sagen: Haltet fest an Euren unverantwortlichen, krankhaft sturen Struktuen. Ihr braucht nicht mehr nachzudenken, Eure starren Vorgaben geben Euch die Absolution vor etwaigem Handlungssbedarf gegen Unmenschlicheres (Nicht-)Handeln.

Ich als Vater darf ohnmächtig jahrelang mitleiden, indem ich erlebe, wie mein Sohn innerlich immer mehr stirbt.

Die mehr Verantwortlichen müssen lange und abwartend beobachten, um irgendwann nach Monaten oder Jahren eine Möglichkeit geboten zu bekommen, dass die gesetzliche Norm erfüllt ist, doch noch einen Weg nutzen zu können um sinnvolles Handeln starten zu können. Mit einem Rauswurf meines Sohnen könnte ich es ziemlich sicher forcieren, und da frage ich mich kopfschüttelnd, warum tut man nichts ohne diesen problematischen Umweg ?

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20679
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » So 30. Sep 2012, 15:23

onThePath hat geschrieben:Entschuldigt, dass ich eine sehr schlechte Meinung von diesem verantwortungslosen öffentlichen "Netz" der Unfähigkeit habe.

Dafür musst du dich m.E. nicht entschuldigen, es entspricht ja der Wirklichkeit! ...und wer zahlt (schlussendlich) den Preis dafür???
---> Antwort aus meiner Sicht: der kranke Mensch ...und seine Angehörigen!
Gruss lionne
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9342
Registriert: Do 16. Aug 2007, 16:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » So 6. Jan 2013, 12:21

Es gibt Dinge, die kann ich als denkender Mensch nicht akzeptieren. Zwei Beispiele davon:

Ich war vor Weihnachten zum ersten mal in einer kleinen Selbsthilfegruppe Angehöriger von psychisch Kranken.

Nun weiß ich, dass es ein Allheilmittel gibt :roll: :

In jedem Fall der Schutz der Angehörigen vor psychischer Überlastung indem man den Kranken auf die Straße setzt.

Wie schön, praktisch und einfach. :shock:
Einer gab uns noch den guten Rat, den Betreuer zu wechseln, um einen zu kriegen, der in rausschmeißt.

Die Lage ist die, dass unser Sohn Andreas uns zwingt, nach seinen völlig antisozialen Regeln bei uns wohnen bleiben zu dürfen. Unser Sohn bestimmt also für uns mit, was er tut und was nicht, was er tun darf und nicht tun muß. Er will völlige Freiheit vor allen Pflichten. Das bedeutet praktisch, er ist nur zu einer einzigen Sache zu bewegen: Seinen Saustall Zimmer dann aufzuräumen, wenn er selber merkt, dass er sich nicht mehr bewegen kann vor lauter Zigarettenkippen und Teller mit Essensresten auch auf dem Fußboden. Oder es dann aufzuräumen, wenn er uns ein postitives Beispiel seiner Gutmütigkeit zukommen lassen möchte.
Und der Betreuer hat auch keine Idee mehr, es sei denn eine deutliche Psychose wird erneut sichtbar.

Noch ein kleines Beispiel:
Er ißt was und wann er will, Selbstbedienung, am besten man kocht extra für ihn, da er fertiges Essen sowieso nicht mitißt. Und heute meinte er, alle Rechte der welt zu haben und Niemand könne daran etwas tun, dass er sich hier bei uns-unverändert seit etwa 0 Jahren breit macht ( und uns sogar die atemluft mit Zigaretten verpestet). Was meine frau überhaupt wolle, sie sei ja schließlich daran schuld, sie koche zu fett, darum habe er zugenommen.


Ich habe ein psychologisches Gutachten gelesen, in dem kamen wir Eltern weder vor als Leidtragende, auf die man Rücksicht nehmen müsse, noch haben wir die Berechtigung, es zu lesen. Mitsprache also unerwünscht.

Damit erspart man sich, die psychosozialen Bedingungen der Eltern zu berücksichtigen.
Zum Anderen merkte der Psychiater schon deutliche antisoziale Einstellungen, aber ohne sich mit uns Eltern rückzusprechen, urteilt er, das könne auch unpsychotisch sein. Immerhin erlaubt er es, unseren sohn bei akuter Psychose vom Betreuer in die Klinik einzuweisen....

Entschuldigt, aber ich habe sehr gegen scheuklappen und verantwortungslosigkeit zu kämpfen.
Man kennt nur den Rücken der Eltern als Austragungsort solchen familieren Leides.
Und eine selbsthilfegruppe, die auf diesem Scherbenhaufen sozialer Inkompetenz und familienfeindlicher Gesetze, es lebe die uneingeschränkte Freiheit des psychisch Kranken, ihre eigene Psyche und Existenz rettet, ist mir zu armselig.

Ich kann mir immerhin einen Psychiater suchen, um meinen Unmut über dieses unglaubliche Spielchen von der seele zu reden. Vielleicht ist das nützlicher als eine Selbsthilfegruppe, die keine andere Möglichkeit hat, als den Rausschmiß jedes zu sehr belastenden psychisch Kranken in der Familie. Ach ja, ich könnte noch eine Kur beantragen zur zeitweise psychischen Entlastung... Das wird meine Frau sowieso über kurz oder lang nötig haben.
Es sei denn, wir schmeißen unseren Sohn raus und vermeiden das Nachdenken über seine ungewisse Situation da draußen durch gutes Zureden einer solchen Selbsthilfegruppe. Das erspart der Gesellschaft ja auch jeden Zweifel an den üblichen Vorgehensweisen weil man dadurch eltern "ruhigstellt".

Irgendwann kehre ich dieser deutschen Gesellschaft den Rücken und hoffe dann auch, ihr keine steuern mehr zahlen zu müssen.

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20679
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Di 8. Jan 2013, 19:49

Hat zufällig Jemand für meinen Sohn gebetet ? :lol:

Nein, so überrascht wäre ich dann nicht, aber seit 10 Jahren tat sich nichts.

Ich erkläre das mal kurz:
Eine Möglichkeit ist, dass man durch Gebet erreicht, dass der Kopf Desjenigen klarer wird, wodurch er dann seine Probleme mit sich und seiner Lebensführung langsam in den Griff bekommt. Bei Umlagerung durch finstere Mächte z.B.

Die letzten Tage gab es Anzeichen dazu.
Es kann aber auch sein, weil morgen der Betreuer kommt. Aber das erklärt noch lange nicht, dass er mir eben vernunftig zuhörte, wie in den letzten Jahren noch niemals derart und ohne zuviel zu kriegen.
Feine Anzeichen bemerke ich schon seit Tagen. Mal sehen, ob das der Beginn einer Veränderung ist. Morgen ist ja der Betreuer gefordert, dass ihm was sinnvolles einfällt.

lg, oTp
Zuletzt geändert von onThePath am Di 8. Jan 2013, 19:52, insgesamt 1-mal geändert.
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20679
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon just me » Di 8. Jan 2013, 19:51

onThePath hat geschrieben:Hat zufällig Jemand für meinen Sohn gebetet :lol:

bis jetzt noch nicht, aber ich werde auf der Stelle damit anfangen :praise:
Jeremia 29.11 Denn ich weiß, was für Gedanken ich über euch habe, spricht der Herr, Gedanken des Friedens und nicht des Unheils, um euch eine Zukunft und eine Hoffnung zu geben.
Benutzeravatar
just me
Member
 
Beiträge: 125
Registriert: So 31. Okt 2010, 19:46

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Di 8. Jan 2013, 19:54

just me hat geschrieben:
onThePath hat geschrieben:Hat zufällig Jemand für meinen Sohn gebetet :lol:

bis jetzt noch nicht, aber ich werde auf der Stelle damit anfangen :praise:


Danke, verliere aber in den nächsten Jahren bitte nicht die Geduld dazu. ;)

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20679
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Schoham » Di 8. Jan 2013, 19:58

onThePath hat geschrieben:Hat zufällig Jemand für meinen Sohn gebetet ? :lol:


Mich hatten Deine Worte - im Herzen - sehr bewegt - onThePath.

Jede kleinste Veränderung zum Guten schenkt Hoffnung und Mut.

Beides Wünsche ich Dir, Deiner Frau und euch als ganze Familie.
Schoham
My home is my castle
 
Beiträge: 10305
Registriert: Di 12. Jul 2005, 14:47

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Mi 9. Jan 2013, 20:27

Schoham hat geschrieben:
onThePath hat geschrieben:Hat zufällig Jemand für meinen Sohn gebetet ? :lol:


Mich hatten Deine Worte - im Herzen - sehr bewegt - onThePath.

Jede kleinste Veränderung zum Guten schenkt Hoffnung und Mut.

Beides Wünsche ich Dir, Deiner Frau und euch als ganze Familie.


Hallo, Schoham
Danke für deine Ermutigung.

Der Zustand ist natürlich von einer ganz bösartigen Sorte. Unser Sohn kann nicht nur sich, sondern auch uns Eltern zerstören. Und ich werde nie begreifen, dass die Gesellschaft Eltern völlig in Stich läßt.


Ein Aspekt des bösartigen Zustandes:
Da unser sohn Andreas ein Feind jeder vernünftigen Lebensplanung ist, sind auch wir seine Feinde. Einigung gibt es nur, indem wir auf sämtliche Rechte, etwas von ihm zu fordern, völlig verzichten. Er beansprucht seit etwa 13 Jahren völlige Narrenfreiheit. Computer, am Tag schlafen, ablehnung der Psychopharmaka, ab und zu Alkohol und Cannabis. Sein Charakter ist ein einziges Chaos. Eigentlich kann man das Mißbrauch an uns nennen. Und er nimmt sich die Freiheit raus, ohne jede Aufgabe und Pflicht bei uns wie die Made im Speck zu wohnen.

Vor Jahren kam noch Nötigung hinzu. Und als er mal wieder Geld für Alkohol oder Cannabis haben wollte, zeigte ich ihn an. Er bekam 2 Jahre auf Bewährung. Und seit dieser Zeit hütet er sich, uns zu bedrohen.

Der zweite Betreuer hat es letzes Jahr noch nicht mal geschafft, ihm eine Wohnung zu verschaffen. Sein Benehmen sei dafür auch zu verantwortungslos. Seltsamerweise ist diese Verantwortungslosigkeit dann andererseits kein psychopathisches Erscheinungsbild. Was er tut und ob er uns damit zugrunde richtet interessiert Niemand.

Der Betreuer hat auch keine Idee mehr und das war schon spätestens vor 7 Monaten mir klar: Wohnung unmöglich, um etwas zu tun, die sinnlose Anmeldung zur Abendrealschule. Die Folge war klar: Nach etwa 2 Wochen hatte er keine Lust mehr, die Schule zu besuchen. Die letzte sinnlose Tat des Betreuers war, wir sollten zu unserem Sohn die art der Komunikation ändern. Völlig absurd, wie aus meinen Angaben hervorgeht. Es zählt nur seine Narrenfreiheit, und unsere guten Ideen absolut nicht. Da ist keinerlei guter wille.

Der Psychiater ist natürlich überhaupt nicht an uns Eltern interessiert, was sein Krankheitsbild un uns anrichtet, zählt nicht als psychiatrischer Ansatz zu irgendeinem Eingreifen. Aber ich werde ihm was aufsetzen schriftlich.

2. Versuch mit einer Selbsthilfegruppe mit Schwerpunkt Drogen folgt bald. Die andere bringt uns überhaupt nichts. Außer die ständige Aufforderung zum Rauswurf gibt es da keine Kompetenzen. Die nicht vorhandenen Möglichkeiten wurden schöngeredet, nur eine Frau hatte etwas den Schimmer, "man" tue zu wenig und lasse die Angehörigen in ihrer Not zu sehr allein.

Eine sehr belastende Situation seit vielen Jahren.

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20679
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon Schoham » Mi 9. Jan 2013, 20:43

Das tut mir sehr leid... :(

:pray:
Schoham
My home is my castle
 
Beiträge: 10305
Registriert: Di 12. Jul 2005, 14:47

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » Mi 9. Jan 2013, 21:46

Schoham hat geschrieben:Das tut mir sehr leid... :(

:pray:


Danke Dir für Dein Mitgefühl, Schoham.
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20679
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » So 3. Mär 2013, 15:58

onThePath hat geschrieben:[..xxx Unser Sohn kann nicht nur sich, sondern auch uns Eltern zerstören. Und ich werde nie begreifen, dass die Gesellschaft Eltern völlig in Stich läßt.

Ja, das ist in der Tat schwer begreiflich, ist aber so! In der Schweiz ist es nicht besser - auch hier werden die Eltern völlig allein gelassen (im Stich gelassen)! :cry:
LG lionne
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9342
Registriert: Do 16. Aug 2007, 16:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon onThePath » So 3. Mär 2013, 16:51

Hallo, lionne

Ich bin alles Andere als zufrieden mit dem System, wie man mit Psychosen und Drogenproblemen umgeht.

Für sich kann man in Selbsthilfegruppen etwas tun.
Und wenn Selbsthilfegruppen zu sehr die Eltern beruhigen, dass sie nicht mehr den gesellschaftlichen Umgang damit anprangern, dann sind sie in der Hinsicht auch bedenklich. Habe schon Verteidigungsreden für das bestehende System gehört. Aber auch zu lasten der Betroffenen. Der gute Rat war, Denjenigen raus zu schmeißen. Welch armselige riskante Lösung ! Das soll besser sein als andere Möglichkeiten ? Wer gar nicht schwimmen kann, den darf man auch nicht ins Wasser schmeißen.

Leider habe ich auch noch kein Konzept, was man tun könnte. Jedenfalls viel mehr sozaleund therapeutische Mittel einsetzen.
Die erste Hürde ist, dass die Psychiatrie meilenweit davon entfernt ist, vernünftig mit den psychischen Folgen von Sucht umzugehen.
Meiner Erfahrung nach begreifen sie noch nicht mal, wie tödlich Sucht sein kann. Aber das liegt eben an einer völligen Konzeptlosigkeit. Selbst drohender Tod ist dann kein Grund mehr, irgrendwas zu tun.

Dann lieber nichts tun und alles den nicht vorhandenen "Selbstheilungskräften", dem in Wille und Verstand geschädigten psychisch Kranken oder Süchtigen überlassen. Ansätze zu verwirklichen wäre zuviel verlangt von einer Pillen-Psychiatrie, die auch noch völlig freiwillig ist.

Nun, umsonst ist der Tod, das eigene Verderben am leichtesten, wenn alle zuschauen und nichts tun.
Fachpsychiater meine ich auch damit.
Positive Ansätze zeigen sich anscheinend nur in Portogal, wo man anders mit Süchtigen umgeht. Das bedeutet auch dort, mehr zu tun. Die USA hingegen geben wegen Drogen etwa 75% der bewilligten Mittel für die Justiz und Gefängnisse aus.....Toll, wie man mit Menschen umgeht. Was bleibt da für Prävention und Hilfe für Menschen übrig ?

Eine andere Frage taucht wieder auf, nachdem ich David Wilkersons Erlebnisse mit der Hippie-Kultur lese:
Drogenmißbrauch bewirke auch eine Kontrolle durch Dämonen. Wir haben ja auf jeden Fall durch Drogen oder spontane Psychosen ein seltsames abdriften in eine Spirale der Selbstzerstörung.

Auf jeden Fall halte ich es für sehr wichtig, dass der Geschädigte die Seiten wechselt zur Ordnung Christi hin.
Das gibt positive psychische Strukturen und besiegt -möglicherweise so ganz nebenbei- die zerstörerischen Einflüsse von Dämonen......

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20679
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 00:21
Wohnort: Köln

Re: Psychiatrie und Freiheit

Beitragvon lionne » So 3. Mär 2013, 20:12

onThePath hat geschrieben:Der gute Rat war, Denjenigen raus zu schmeißen. Welch armselige riskante Lösung ! Das soll besser sein als andere Möglichkeiten ? Wer gar nicht schwimmen kann, den darf man auch nicht ins Wasser schmeißen.

Leider habe ich auch noch kein Konzept, was man tun könnte.


Den Rat, die kranke Person rauszuschmeissen, hört man immer wieder von verschiedenster Seite - meist noch von Menschen, die keine Ahnung von der Materie haben... :roll:
Es ist aber eine sehr riskante Lösung - und mit den Konsequenzen müssen dann die Eltern, bzw. die Mutter, der Vater, (einmal mehr) selber klarkommen.... Da nimmt man dann als Eltern, als Mutter, als Vater lieber noch in Kauf, dass der kranke Sohn/die kranke Tochter im elterlichen Haushalt wohnt und die Wohnsituation der Eltern derart strapaziert, dass von einem 'normalen Zusammenwohnen' nicht mehr gesporchen werden kann...
Die Wohnung der Eltern wird zu deren 'Gefängnis' - man ist nicht mehr 'Herr im eigenen Haus'. Der/die Kranke diktiert den ganzen Tages-(Nacht-)Ablauf.

Ich habe (ausser jeden Tag weitermachen und aushalten und beten) auch noch kein Konzept, was man machen könnte.... Hilfe von Aussen (Psychiater, Kriseninterventionszentrum, Psychiatrische Klinik u.ä.) kann man vergessen!
LG lionne
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9342
Registriert: Do 16. Aug 2007, 16:45
Wohnort: Jurasüdfuss

VorherigeNächste

Zurück zu Ethik, Wissenschaft, Forschung

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast