Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

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Moderator: bigbird

Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon sugi » Sa 17. Apr 2010, 12:35

Schoham hat geschrieben:
sugi hat geschrieben:Sollte man das etwa vertuschen?!!
Verfehlungen eurer Brüder, hört sich schon krass an! Ja, Sünde ist Sünde..Denoch, es ist heftig!!


Nein, vertuschen sollte man nicht. Man sollte auch nicht sündigen. Wer im Licht lebt, dessen Werke sind vor aller Augen offenbar. Es ist ja jetzt öffentlich geworden, die Fehler von Menschen in der Kirche. Die ganze Welt spricht davon. Ist es noch nicht genug? Müssen Nachfolger Jesu noch zusätzlich ihren Brüdern eins und nochmals eins draufschlagen?

Aber das ist doch normal.. Und es wird der ganzen Welt gezeigt..denn es ist einfach Heavy!
Gott ist Gerecht.. Menschen nicht, daher kann ich das gar nicht so verharmlosen, oder eben so tun, als ob es langsam genug wäre.. Es hört ja eh nie auf!
Es wird immer Fälle geben, sie laufen auch jetzt, es ist immer!!

Was Gott alles sieht, und was Er für eine Geduld hat.. Boah eh..!!
Ich hätte schon längst ungerecht gehandelt!!

Oder sind Menschen die sündigen nicht unsere Brüder und Schwestern? Schämen wir uns - Menschen die durch den Satan zu solch triebhaftem Verhalten verführt sind - unsere Brüder zu nennen?

Ich nenne nicht so schnell jemand "mein Bruder/Schwester", da muss ich schon mehr überzeugt sein..!
Auch wenn es ein Priester ist.. Ja, bin vllt die äusserst Vorsichtige, aber das wurde an mir auch feingeschleift!


Denn weil sie alle von "einem" kommen, beide, der heiligt und die geheiligt werden, darum schämt er sich auch nicht, sie Brüder zu nennen,
Hebr. 2,11


Gehören wir zu der Sorte Mensch, die sich auf die Brust schlagen und Gott danken nicht so zu sein wie der, der in unseren Augen, ein grosser Sünder ist?

Ich gehöre Jesus.
Und muss nicht solche Fragen stellen.. Was ist schon ein grosser Sünder! Was heisst das?

Sündigen tun wir immer.. Die Gerechtfertigung durch Jesus, schenkt uns das Leben..
Vertraue auf den Herrn mit deinem ganzen Herzen
und stütze dich nicht auf deinen Verstand!
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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon Taube » Sa 17. Apr 2010, 14:15

Vielleicht einmal ein ganz aktuelles Beispiel aus einem anderen Umfeld:

Gestern sind 4 Menschen verurteilt worden, weil sie alte, demente Menschen missbraucht haben. Das ist auch richtig so. Denn es ist Missbrauch und, das ist die Parallele zu dieser Diskussion hier, Gewalt gegen Schwächere. Die individuelle Schuld kann nicht wegdiskutiert werden, die müssen die Gerichte beurteilen. Mitschuldige wie Vorgesetzte würden auch dazu gehören, was m.M. nach zu oft nicht gemacht wird.

Was aber zusätzlich dazu gehört, schon aus Achtung vor den Opfern, ist die Vorbeugung für zukünftige Fälle. Hier musste sich das Pflegeheim auch eine neue Regelung geben und weitere Massnahmen einführen. In einer Kultur, wo alte Menschen fast nur noch eine Last sind und Kostenverursacher, müssen eben auch mal weitere allgemeinere Einfüsse mitbetrachtet werden.

So ist es auch im Kindermissbrauch: Wo einzelne Christen immer noch physische Gewalt an Kindern mit der Bibel gerechtfertigt haben, was zwar zum Glück immer weniger vorkommt, aber noch nicht verschwunden ist, muss man sich nicht wundern, dass dies es auch in christlichen Institutionen vorkommt. und viele haben zu lange geschwiegen dazu, weil es ja auch in den Familien Gewalt gegeben hat.

Gruss Taube


PS
In einem mir ganz nahen bekannten Fall war es so, dass eine Frau im Familienumfeld missbraucht war, traumatisiert später dann in eine kleine christliche Gemeinde kam, wo sie lange missbraucht wurde. Selbst kam sie nicht mehr von dieser Gemeinde weg, man musste sie holen. Es ist kaum möglich, dass es in dieser kleinen Gemeinde niemandem aufgefallen ist, dass da etwas Schlimmes passiert.
Denn erschienen ist die Gnade Gottes, allen Menschen zum Heil. (Titus 2,11)
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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon Jonah » Sa 17. Apr 2010, 18:59

Schoham hat geschrieben:
Jonah hat geschrieben:
Lernt Gutes tun, trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten!
Jesaja 1,17


Darum geht es Schoham und um nichts anderes.


Mein Empfinden bei Lesen Deiner Beiträge ist, das es Dir in erster Linie darum geht - anzuklagen. Du gegen Kirche bist und es Dir eine lust bereitet ihre bereits von den Medien lang und breit offengelegten Verfehlungen zu wiederholen. Was genau ist es das dadurch den Unterdrückten hilft? Glaubst Du im ernst, auch wenn Kirche verboten würde - es nur einen Missbrauch weniger gäbe? Die Menschen würden sich in andern Gruppierungen ihre Opfer suchen...


Schoham, GENAU es ist DEIN Empfinden! Mittlerweile habe ich von Deinen Beiträgen den Eindruck, dass Du ständig am projizieren bist. Auch Deine subtilen Fragen implizieren mal mehr, mal weniger, immer wieder Unterstellungen und Anklagen! Ich lasse Dir Dein Empfinden, werde mich vor Dir auch nicht rechtfertigen, denn Gott und ich wissen, dass meine Motive nicht Deinen Auslegungen, Deinem Empfinden entsprechen. Das zu wissen genügt mir.

Grüsse Jonah

Der Name des Herrn ist eine feste Burg; der Gerechte läuft hinein und ist geschützt.
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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon Jonah » Sa 17. Apr 2010, 19:21

Taube hat geschrieben:..aber dann kannst Du Dich nicht immer nur auf die katholische Kirchen beziehen! Schaue mal hier im Forum, wie es doch noch einige gibt, welche das Schlagen der Kinder rechtfertigen mit dem Hinweis auf die Bibel! Es ist eine Doppelmoral, wenn die Gewalt nur in der RKK gesehen wird, aber hier im engsten Rahmen wird diese Problematik ausgeblendet.


Taube, weder algena, noch ich, hatten in diesem Zusammenhang uns NUR auf die RKK bezogen. Ich für meinen Teil schrieb von KIRCHEN vgl.:

Jonah hat geschrieben:Neben den sex. Missbrauchsfällen kommen auch immer mehr Fälle innerhalb der Kirchen zutage, in denen Gewalt gegenüber Kindern ausgeübt wurde.


Wieso auch die körperliche Gewalt in diesem Thread Thema wurde, ging damit einher, dass Kinder, die von Kirchenleuten sexuell missbraucht wurden, häufig auch Schläge durch sie erfahren mussten. Zumindest berichteten das viele Opfer. Einige Opfer berichten "nur" von Gewalterfahrungen in Form von Prügel. Wie es aussieht, wurden sowohl in der evangelischen, wie auch in der katholischen Kirche, Schläge ausgeteilt. Es ging den Tätern ganz offensichtlich um Machtausübung und um Unterdrückung der Opfer.

Inzwischen berichten auch evangelische Einrichtungen von gewalttätigen Übergriffen auf Kinder:

http://www.welt.de/politik/article68871 ... anten.html

Grüsse Jonah
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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon Richard3 » Sa 17. Apr 2010, 19:58

Jonah hat geschrieben:Es ging den Tätern ganz offensichtlich um Machtausübung und um Unterdrückung der Opfer.


...oder es war einfach die Anwendung biblisch empfohlener Pädagogik:

Spr 22,15 Torheit steckt dem Knaben im Herzen; aber die Rute der Zucht treibt sie ihm aus.

Spr 13,24 Wer seine Rute schont, der hasst seinen Sohn; wer ihn aber lieb hat, der züchtigt ihn beizeiten.

Gruss Richard
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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon Schoham » Sa 17. Apr 2010, 20:53

Jonah hat geschrieben:.. denn Gott und ich wissen..


Ja Jonah :praise:.
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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon Jonah » Sa 17. Apr 2010, 21:10

Richard3 hat geschrieben:
Jonah hat geschrieben:Es ging den Tätern ganz offensichtlich um Machtausübung und um Unterdrückung der Opfer.


...oder es war einfach die Anwendung biblisch empfohlener Pädagogik:

Spr 22,15 Torheit steckt dem Knaben im Herzen; aber die Rute der Zucht treibt sie ihm aus.

Spr 13,24 Wer seine Rute schont, der hasst seinen Sohn; wer ihn aber lieb hat, der züchtigt ihn beizeiten.

Gruss Richard


Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. Matthäus 25,40

Grüsse Jonah
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Beitragvon Schoham » Sa 17. Apr 2010, 21:46

Dieser Bitte kann ich nicht widerstehen...
Zuletzt geändert von Schoham am Sa 17. Apr 2010, 22:42, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon sugi » Sa 17. Apr 2010, 22:17

Jonah hat geschrieben:Wieso auch die körperliche Gewalt in diesem Thread Thema wurde, ging damit einher, dass Kinder, die von Kirchenleuten sexuell missbraucht wurden, häufig auch Schläge durch sie erfahren mussten. Zumindest berichteten das viele Opfer. Einige Opfer berichten "nur" von Gewalterfahrungen in Form von Prügel. Wie es aussieht, wurden sowohl in der evangelischen, wie auch in der katholischen Kirche, Schläge ausgeteilt. Es ging den Tätern ganz offensichtlich um Machtausübung und um Unterdrückung der Opfer.

Das sehe ich genau auch so..!!
Es geht um Macht.. Das Kind wird früh manipuliert..die Auswirkung ist ein Teufelskreis!!

Inzwischen berichten auch evangelische Einrichtungen von gewalttätigen Übergriffen auf Kinder:

Es hat mehr "schwarze" Schafe als man meint.. (weiss, dummer Spruch)
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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon Reginald 32 » Sa 17. Apr 2010, 22:26

Hallo zusammen.

Einige Worte zur Gewaltanwendung in Form von Prügel oder Schlägen:
In meiner Kindheit waren Ohrfeigen und Stockschläge von Lehrern durchaus noch üblich und auch erlaubt. Ich musste beides einstecken, mal zu Recht, aber mal auch zu Unrecht, weil ich eben zur falschen Zeit am falschen Platz gestanden hatte. Geschadet hat mir das überhaupt nichts. Von meinem Vater habe ich einmal im meinem Leben eine Tracht Prügel (aber mit seiner starken Hand) bekommen, weil ich fast den Wald in unserer Nachbarschaft angesteckt hätte. Das hatte in meinen Augen seine Richtigkeit.

Und wer Kinder im Umgang miteinander beobachtet, wird schnell feststellen, dass auch die Kinder, die von ihren Eltern nie Schläge bekommen haben, beim Streit mit anderen Kindern fleißig mit- "hauen", und das nicht nur mit den Händen.

Ich habe mich als Vater immer dann als Verlierer gefühlt, wenn trotz aller endlosen und geduldigen Diskussion von unterschiedlichen Ansichten und Streit doch in ganz, ganz wenigen Fällen mal eine " "Abreibung" nötig war. Hinterher habe ich zusammen mit den Kindern "geheult", und dann wurde nie mehr darüber gesprochen, weil die Sache ausgestanden war. Und nachtragen tun sie es mir bis heute nicht.

Aus einer benachbarten Klosterschule wurde nun in unserer Zeitung berichtet, dass es dort zwar in den 50ern noch Stockschläge gab, dass aber andere Strafen, wie z.B. 3 Monate nicht auf Wochenendurlaub nach Hause dürfen, weil man abends heimlich im nahen Ort in der Eisbude gewesen war, als viel schlimmer empfunden wurden. Oder was ist das für eine barbarische Strafe, wie in Ettal, lebende Molche herunter zu schlucken oder lebende Nacktschnecken (die dicken roten) zu essen. Dann lieber ein paar hinten drauf.

Zur Zeit meiner Eltern waren Stockschläge in den Schulen tägliche Praxis. Die Schüler präparierten sich sogar darauf, indem sie Hefte in die Hose steckten (hat mir mein Vater erzählt). Aber die Lehrer gingen auch ein gewisses Risiko dabei ein. Denn nicht alle Eltern ließen sich die Strafen ihrer Kinder gefallen und zahlten diese nicht nur gelegentlich dem Lehrer heim.

Zu den Missbrauchsfällen im familiären Umkreis ist zu vermerken, dass dies in intakten Familien wohl nicht sehr häufig vorkommt, wohl aber in den sog. Patchwork-Familien, wo jeder Ehepartner aus vorigen Ehen Kinder mitbringt. Da schaut schon mal die Mutter weg, wenn ihr neuer Ehemann Gefallen an ihrem Mädchen findet oder sexueller Missbauch in anderer Form stattfindet. Die Kinder, die sich eigentlich freuen, eine Familie zu haben, werden dann mit Argumenten, wie: Wenn ihr redet, kommt ihr alle ins Heim u. dergl. unter Druck gesetzt.

"Wahrheit" schreibt zu Recht, dass es keine Anzeigepflicht für sexuelle Übergriffe gibt. Es gibt dafür sicher auch Gründe, aber es wäre z.B. auch bei der nächsten Wahlversammlung möglich, den Kandidaten zu fragen, wie er zu diesem Thema steht. Und was er zu den lächerlichen Strafmaßen für sexuelle Übergriffe sagt.
Die Gesetze sind ja in der Überzahl von Männern gemacht worden, besonders ältere Gesetze. Und Männer empfinden auf diesem Gebiet wahrscheinlich total anders als Frauen. Solche Fälle gibt es ja schon in der Bibel.

Auch die RKK-Leitung besteht aus lauter Männern. Sie halten wahrscheinlich untereinander mehr zusammen, als das Kirchenvolk es für gut und richtig empfindet. Hinzu kommt ja noch die bis zur Stunde in der RKK gültige Ansicht, dass Kirchenrecht über dem Staatsrecht steht.

Über Schohams Kritik bin ich eigentlich mehr als enttäuscht. Dass hier keine fehler- und sündlosen Heiligen diskutieren, ist mir völlig klar. Aber wer den Sexualstraftäter beschirmt, muss auch den Dieb, den Lügner und Verleumder, den Mörder oder den Gotteslästerer beschützen. So kommt mir Deine Kritik, liebe Maria, jedenfalls vor. Letztlich müssen dann alle Gerichte abgeschafft werden, denn kein menschlicher Richter ist sündlos. Und dabei wollen wir hier im Forum doch niemand richten.

Liebe Grüße von Reginald.
Bald schon kann es sein, dass wir Gott als König sehn. Halleluja, Halleluja.
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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon sugi » Sa 17. Apr 2010, 22:34

Hi Reginald!

Reginald 32 hat geschrieben:Und wer Kinder im Umgang miteinander beobachtet, wird schnell feststellen, dass auch die Kinder, die von ihren Eltern nie Schläge bekommen haben, beim Streit mit anderen Kindern fleißig mit- "hauen", und das nicht nur mit den Händen.

Das "Böse" steckt schon im kleinen Menschlein..

Aus einer benachbarten Klosterschule wurde nun in unserer Zeitung berichtet, dass es dort zwar in den 50ern noch Stockschläge gab, dass aber andere Strafen, wie z.B. 3 Monate nicht auf Wochenendurlaub nach Hause dürfen, weil man abends heimlich im nahen Ort in der Eisbude gewesen war, als viel schlimmer empfunden wurden. Oder was ist das für eine barbarische Strafe, wie in Ettal, lebende Molche herunter zu schlucken oder lebende Nacktschnecken (die dicken roten) zu essen. Dann lieber ein paar hinten drauf.

Ui.. :shock:

Zu den Missbrauchsfällen im familiären Umkreis ist zu vermerken, dass dies in intakten Familien wohl nicht sehr häufig vorkommt, wohl aber in den sog. Patchwork-Familien, wo jeder Ehepartner aus vorigen Ehen Kinder mitbringt. Da schaut schon mal die Mutter weg, wenn ihr neuer Ehemann Gefallen an ihrem Mädchen findet oder sexueller Missbauch in anderer Form stattfindet. Die Kinder, die sich eigentlich freuen, eine Familie zu haben, werden dann mit Argumenten, wie: Wenn ihr redet, kommt ihr alle ins Heim u. dergl. unter Druck gesetzt.



Das mit den Patchworkfamilien kenne auch ein Besispiel.. Allerdings von Stiefmutter zu Stiefsohn!
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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon Jonah » So 18. Apr 2010, 07:41

Reginald 32 hat geschrieben:Einige Worte zur Gewaltanwendung in Form von Prügel oder Schlägen:
In meiner Kindheit waren Ohrfeigen und Stockschläge von Lehrern durchaus noch üblich und auch erlaubt.


Hallo Reginald,

auch wenn es mich nicht selbst betroffen hat, aber auch zu meiner Schulzeit gab es noch Ohrfeigen und Stockschläge von den Lehrern. Es war damals ein nicht selten angewandtes Erziehungsmittel, um Kindern Grenzen zu setzen. Dieser Erziehungsstil wurde meiner Beobachtung nach, jedoch auch dazu missbraucht, die eigenen Unzulänglichkeiten zu kaschieren. Erwachsene, die mit ihren eigenen Aggressionen nicht zurecht kamen, liessen sie an den Schwächern aus, den Kindern.

http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... irten.html

http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... ahren.html

Reginald 32 hat geschrieben:Ich habe mich als Vater immer dann als Verlierer gefühlt, wenn trotz aller endlosen und geduldigen Diskussion von unterschiedlichen Ansichten und Streit doch in ganz, ganz wenigen Fällen mal eine " "Abreibung" nötig war. Hinterher habe ich zusammen mit den Kindern "geheult", und dann wurde nie mehr darüber gesprochen, weil die Sache ausgestanden war. Und nachtragen tun sie es mir bis heute nicht.


Reginald, es gibt viele Eltern, die ihren Kindern schon mal einen Klaps gaben, dies macht sie sicher nicht zu schlechten Eltern. Es ist auch ein Unterschied, ob man ein Kind regelmässig verprügelt, oder ob man als Vater / Mutter in einer Ausnahmesituation einmal die Nerven verliert. Gerade an Deinen Zeilen sieht man, wie man als Eltern an persönliche Grenzen geführt werden kann und dadurch zu Massnahmen greift, die einem vielleicht hinterher leid tun. Vielleicht fordern Kinder manchmal diese Art des Grenzensetzens heraus? Dein Erleben mit Deinen Kindern könnte darauf hindeuten. Danke für Deine Offenheit.

Reginald 32 hat geschrieben:Aus einer benachbarten Klosterschule wurde nun in unserer Zeitung berichtet, dass es dort zwar in den 50ern noch Stockschläge gab, dass aber andere Strafen, wie z.B. 3 Monate nicht auf Wochenendurlaub nach Hause dürfen, weil man abends heimlich im nahen Ort in der Eisbude gewesen war, als viel schlimmer empfunden wurden. Oder was ist das für eine barbarische Strafe, wie in Ettal, lebende Molche herunter zu schlucken oder lebende Nacktschnecken (die dicken roten) zu essen. Dann lieber ein paar hinten drauf.


Die barbarischen Methoden, die Du von Kloster Ettal schilderst Reginald, sind in meinen Augen reiner Sadismus dem Schwächeren gegenüber. Was die Sache für mich brisant macht, ist, dass gerade dort, wo sexueller Missbrauch geschah, Kinder auch geschlagen wurden. Nicht jedes geschlagene Kind wurde auch sexuell missbraucht, aber dem sexuell missbrauchten Kind wurde körperliche Gewalt angetan. Was richtet dieses Martyrium in einer Kinderseele an? Kann man sich das vorstellen? Ich kann es nur erahnen.

http://www.welt.de/vermischtes/article7 ... aucht.html

Reginald 32 hat geschrieben:Zu den Missbrauchsfällen im familiären Umkreis ist zu vermerken, dass dies in intakten Familien wohl nicht sehr häufig vorkommt, wohl aber in den sog. Patchwork-Familien, wo jeder Ehepartner aus vorigen Ehen Kinder mitbringt.


Dieses Argument ist ein Teilaspekt. Den sexuellen Missbrauch in Familien gab es auch schon vor der Zeit der Patchworkfamilien, vielleicht nicht so häufig, wie in der heutigen Zeit. Die Täter sind meist die Onkel, der "nette" Nachbar, die Grossväter oder Väter und Mütter gewesen.

Reginald 32 hat geschrieben:"Wahrheit" schreibt zu Recht, dass es keine Anzeigepflicht für sexuelle Übergriffe gibt.


Taube berichtete darüber schon zu Anfang des Threads. Dass es keine Anzeigenpflicht gibt, war mir bis dahin unbekannt. Eine folgenschwere Lücke in unserer Gesetzgebung, wie man jetzt an den vielen Missbrauchsfällen innerhalb der Kirchen sieht. Für die Verantwortlichen, die fleisig beim Vertuschen der Fälle mitwirkten, der ideale Schutzraum, sich unbelangt aus der Affaire ziehen zu könnten. Wenn auch nicht rechtlich verfolgbar, so bleibt es doch moralisch gesehen ein abscheuliches Vorgehen. Darauf wollte ich hinweisen. Scheinbar wurde es missverstanden.

Reginald 32 hat geschrieben:Auch die RKK-Leitung besteht aus lauter Männern. Sie halten wahrscheinlich untereinander mehr zusammen, als das Kirchenvolk es für gut und richtig empfindet. Hinzu kommt ja noch die bis zur Stunde in der RKK gültige Ansicht, dass Kirchenrecht über dem Staatsrecht steht.


Reformen müssten dringend geschehen. Wie man in diesen Punkten eine Änderung herbeiführen könnte, bleibt fraglich. Wahrscheinlich nur durch Druck der Öffentlichkeit und aus den eigenen Reihen. Denn auch innerhalb der Kirchen gibt es Stimmen, die dazu aufrufen und umfassende Reformen wünschen.

Grüsse Jonah
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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon lea Binn » So 18. Apr 2010, 09:55

wahrheit48 hat geschrieben:
Jonah hat geschrieben:
Taube hat geschrieben:Ich glaube nicht: Nicht in religiösen Strukturen geschehen die meisten Missbräuche sondern nachweislich ist die grosse Mehrheit der Missbräuche in familiären Strukturen zu finden.


Taube, das ist richtig. Gerade im familiären Umfeld geschehen die meisten Missbräuche. Dennoch denke ich, dass die kath. und vielleicht auch ev. Kirche, Strukturen bietet, die es Kinderschändern einfacher macht, ihre Veranlagung auszuleben.

Welch ein Widerspruch:
Wenn die meisten Mißbräuche im familiären Umfeld geschehen, dann ist doch anzunehmen, daß die Familie Strukturen bietet, die es Kinderschändern einfacher macht, ihre Veranlagung auszuleben! Oder denke ich da quer? Wenn also die Familie das Umfeld für die weitaus überwiegende Zahl der Mißbräuche bietet, ist "die Familie" krank! Dann wäre m.E. nicht nur über den "Umgang der Kirche mit dem sexuellen Mißbrauch" zu diskutieren, sondern um den Umgang der gesamten Gesellschaft mit dem sexuellen Mißbrauch!
Denke, die Täter im familiären Umfeld, unterscheiden sich von den Tätern der Kirche.


Ich denke die TAeter untescheiden sich in Familie und Kirche nicht gross.Bei den einen sind die Opfer aus eigenem Fleisch und Blut bei den andern sind es familienfremde.
Sexueller Missbrauch ist nciht bloss ein Kirchenthema,es ist ein GEsellschaftsthema.
Alles gute kann zum schlechten missbraucht werden....Kirche,FAmilien,heime,betreuungsstaetten,VAeter und Muetter.

Warum das genau jetzt die Rkk grosse MEdienpraesenz hat...ob es die zutage gekommenene Missbrauchsfaelle sind..oder ob es ein geplantes medienspektakel ist? Ich weiss es nicht.....Themen welche an uns MEnschen getragen werden sind oft geplant..ausser zum Bsp. Die Islaendische RAuchwolke.....

lg lea
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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon Jonah » So 18. Apr 2010, 11:25

lea Binn hat geschrieben:Ich denke die TAeter untescheiden sich in Familie und Kirche nicht gross.Bei den einen sind die Opfer aus eigenem Fleisch und Blut bei den andern sind es familienfremde.
Sexueller Missbrauch ist nciht bloss ein Kirchenthema,es ist ein GEsellschaftsthema.
Alles gute kann zum schlechten missbraucht werden....Kirche,FAmilien,heime,betreuungsstaetten,VAeter und Muetter.


lea Binn hat geschrieben:Warum das genau jetzt die Rkk grosse MEdienpraesenz hat...ob es die zutage gekommenene Missbrauchsfaelle sind..oder ob es ein geplantes medienspektakel ist?


lea, möchte auf Deine Zeilen mit einem früheren Beitrag von mir und welchen von unseren Mitschreibern antworten. Vielleicht ergeben sich hierin mögliche Antworten auf Deine Fragen und auch neue Aspekte zu Deinen Gedanken. Grüsse Jonah

Jonah hat geschrieben:Und genau das trifft nämlich den Punkt Lichtenberg, warum immer mehr Menschen die Kirche in die Kritik nehmen und nicht mehr wegschauen möchten. Für Missbrauchsfälle, die jetzt (und zuvor) ausserhalb der Kirche aufgedeckt werden, ist die Staatsanwaltschaft zuständig. Die kath. Kirche hat sich aber bislang vorbehalten, fast ausschliesslich nur intern den Missbrauchsfällen "nachzugehen" und sie nicht zur Anzeige zu bringen. Auch daran wird jetzt gerüttelt, ich hoffe richtig.


Naqual hat geschrieben:wir haben zwei Sachverhalte, die zu trennen sind: das Verhalten der Kirche(n) als Institutionen und das Verhalten einzelner.

in Bezug auf die einzelnen hatte ich deutlich aufgeführt, dass die Mehrheit der Kirchenchristen unter diesen ganzen Skandalen leidet.
Gleichzeitig stellt man aber fest, dass die Kirchen sich wie ganz weltliche Machtapparate verhalten.
Wenn ein Lehrer in der Schule ein Kind missbraucht im öffentlichen Dienst, dann WAR er Lehrer und wird als solcher nicht mehr eingesetzt.
In der Kirche ist dem nicht so. Aber nicht als Ausnahmefall, sondern es passiert immer wieder.
Der einzelne Christ baut nun aber in seinem Glauben auf eben diese Kirche(n)! Er übernimmt von diesen die moralischen Ansprüche, dogmatische Inhalte, etc.
Deswegen tut es ihm ja auch so weh, wenn "seine" Kirche betroffen ist.
Du hattest weiter oben moniert, warum ich bei einigen Beispielen nicht die RKK konkret benannt hatte. In diesem Fall wäre es für DICH weniger belastend gewesen. Für die Katholiken ist es aber die gleiche Situation, wie für die Protestanten (oder wieder andere): das Verhalten einzelner führt die Lehre Jesu ad absurdum.
Für die Opfer ist es noch viel schlimmer: denn das, was Ihnen widerfährt, ereignet sich für sie oft im Glauben! Auch im Glauben an die Vertreter! Und zur körperlichen Schikane und Demütigung kommt für viele auch eine innere Verzweifelung, die den Glauben betrifft und sie mit Wut und Hass für viele Jahre erfüllt und zusätzlich schädigt.

Nochmal zurück, dass es die Institution Kirche(n) gibt und die Gläubigen.
Eine Kirche selbst kann nicht handeln. Sie handelt immer über ihre Amtsträger.
Insofern ist es gar nicht so verkehrt, die Institution am Verhalten ihrer Beauftragten zu messen. Was würdest Du vorschlagen? Es kann doch nicht sein, dass man immer sagt: die Kirche ist unschuldig, es war das Verhalten einzelner!

Und die Kirchen müssen aufräumen! In der kath. Kirche z.B. ist für mich nicht nachvollziehbar, warum ausgerechnet der kircheneigene Nachrichtendienst, die Glaubenskongregation, derzeit von einem Kardinal geleitet wird, dem auf breiter Ebene schon vor Jahrzehnten nachgesagt wurde, Kinderschänder mit Priesterrock zu decken!


Lichtenberg hat geschrieben:Große Tageszeitungen und die öffentlich rechtlichen Fernsehsender sprechen gezielt die Verbrechen innerhlab der katholischen Kirche an.
Das ist ein absolutes Novum in der deutschen Geschichte.


Lichtenberg hat geschrieben:Man sollte die Verbrechen der katholischen Instanzen nicht anprangern?
DIe Medien hier dann wieder einmal vorgeschoben als sensationslüsternde Horde?

Ja, wer wenn nicht sie sollte von diesen Verbrechen berichten?
Wer wenn nicht die öffentlichen Medien sollte der Bevölkerung sonst Auskunft geben?
Etwa die katholische Kirche? Zu was diese Kirche fähig ist, das wissen wir ja nun.

Wer sollte die Bevölkerung denn nun rückhaltlos aufklären, wenn nicht die Medien?
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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon Reginald 32 » So 18. Apr 2010, 16:29

Jonah schreibt:
Nicht jedes geschlagene Kind wurde auch sexuell missbraucht, aber dem sexuell missbrauchten Kind wurde körperliche Gewalt angetan. Was richtet dieses Martyrium in einer Kinderseele an? Kann man sich das vorstellen? Ich kann es nur erahnen.


Hallo, Jonah.
Meine Frau und ich haben mit unsern Kindern erlebt, wie sie Schritt um Schritt mit zunehmendem Alter (meist unbewusst) ihre Grenzen testeten. Und dabei haben wir ihnen so wenig Grenzen wie eben möglich gezogen. Wir haben lieber auf rechtzeitige Gespräche und Diskussionen gesetzt. Und da sie beide fest zusammen hielten und im Ernstfall einer für den anderen einstand (das übten sie schon mir 4 oder 5 Jahren ein), konnten wir uns auch auf sie verlassen. Mit 14 dürften sie Kommen und Gehen, wie sie wollten. Sie haben uns niemals enttäuscht. Und mit 16 waren sie beide aus dem Haus auf einem Gymnasium mit angeschlossenem Internat. Und zwar auf eigenen Wunsch, da sie von unserem damaligen Wohnort aus nur unter den allergrößten Schwierigkeiten ein Gymnasium besuchen konnten. Beide schafften sie dort ein Einser-Abi.
Sie hatten zwar von da an (schriftlich !) volle Verfügungsgewalt über ihr Geld, baten mich aber beide, bis zum Berufseintritt doch dieses Geld zu verwalten.
Und auch heute, über 20 Jahre später, haben wir gegenseitig in finanzieller Hinsicht keine Geheimnisse voreinander.

Ein paar hinten vor, wenn sie begründet und gerecht sind, nimmt kein Kind übel. Aber damit muss dann auch die "Sache" ausgestanden und bereinigt sein. Leider gibt es aber unter Lehrern und Erziehern (Mönche und Nonnen ausdrücklich eingeschlossen) auch Psychopathen, die ihre Frustationen an Schwächeren auslassen. So berichten in unserer Zeitung ehemalige Klosterschüler aus dem Kreis, dass sich die Mönch-Erzieher nur an schwächere Kinder heran trauten, die Stärkeren aber unbehelligt ließen.

Noch schlimmer wird es allerdings, wenn Erwachsene, ob nun männlich oder weiblich, ein gewisses Vertrauensverhältnis zwischen ihnen und den Schutzbefohlenen zum sexuellen Missbrauch ausnutzten. Was das für ein sensibles Kind bedeutet, lieber Jonah, brauche ich mir leider nicht vor zu stellen oder zu erahnen, sondern habe es in meiner Familie selbst mit erlebt. Wenn ich von den schrecklichen Folgen sexuellen Missbrauchs schreibe, weiß ich leider viel zu genau, von was ich schreibe. Solche Missbräuche können ein Kind lebenslang seelisch zu einem Krüppel machen und in vielen Fällen sogar in den Tod treiben.

Liebe Grüße von Reginald.
Bald schon kann es sein, dass wir Gott als König sehn. Halleluja, Halleluja.
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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon Savonlinna » So 18. Apr 2010, 16:54

Reginald 32 hat geschrieben:Ein paar hinten vor, wenn sie begründet und gerecht sind, nimmt kein Kind übel.

Das behaupten die Täter. Und was "begründet und gerecht" ist, behaupten auch die Täter.
Und es sind auch die Täter, die das für "alle Kinder" ganz grundsätzlich behaupten wollen -> "nimmt kein Kind übel".

Gesetze müssen Schutz gewähren vor denen, die als Täter immer nur ihre eigene Perspektive durchsetzen wollen.

In Deutschland ist es verboten zu schlagen, genau aus diesem Grund. Täter werden sich immer zu rechtfertigen wissen.
Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.

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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon Taube » So 18. Apr 2010, 17:18

Reginald 32 hat geschrieben:...
Ein paar hinten vor, wenn sie begründet und gerecht sind, nimmt kein Kind übel.
...

Das ist eben die Gewaltkultur! Da wundert es einem nicht mehr, dass es zu Missbräuchen kommt. Deshalb wollte ich auch immer wieder klar machen, dass das Problem ausgeweitet wird. Wenn Du schon behauptest, das das in Eurer Kirche gelöst ist, zeigt es mir, dass es eben auch nicht gelöst ist: Solange Kinder noch geschlagen werden, haben wir noch lange sexuellen Missbrauch: Gewalt und Sexualität ist nahe zusammen.

Gruss Taube
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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon Reginald 32 » So 18. Apr 2010, 18:59

Savonlinna behauptet:
Das behaupten die Täter. Und was "begründet und gerecht" ist, behaupten auch die Täter.
Und es sind auch die Täter, die das für "alle Kinder" ganz grundsätzlich behaupten wollen -> "nimmt kein Kind übel".

Und diese Verallgemeinerungen behauptet Savonlinna !

Ich bin kein Befürworter der Prügelstrafe. Und heute ist ja jede Form von "Hauen" von Kindern auch den Eltern verboten. Nur untereinander dürfen sich Kinder noch schlagen.
Ich weiß aber, im Gegensatz zu Savonlinnas Meinung, dass Kinder im Angesicht eine bestrafenswerten Tat als einfachste "Sühnung" lieber ein paar hinten vor haben wollen als z.B. 4 Wochen Fernsehverbot oder ähnliche Zwangsmaßnahmen.
Liebe Grüße von Reginald.
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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon Reginald 32 » So 18. Apr 2010, 19:03

Taube schreibt:
Wenn Du schon behauptest, das das in Eurer Kirche gelöst ist, zeigt es mir, dass es eben auch nicht gelöst ist:


Und wo habe ich das behauptet, lieber Taube?
Ich spreche nur für mich, genau so, wie Du nicht im Namen der reformierten Kirche sprichst, sondern auch nur für Dich. So habe ich Dich jedenfalls bisher verstanden.
LG Reginald.
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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon Taube » So 18. Apr 2010, 19:06

Hier siehst Du, wie die Gewalt- und Strafkultur weitergegeben wird. Sogar die Eltern sind stark berührt von ihrem Kind.

http://forum.livenet.ch/viewtopic.php?f=53&t=2079&p=33153&hilit=bernhard+kinder+bestrafen#p33136:
Die Steinigung hat Jesus in Johannes 8, 11 aufgehoben. Die Kindererziehung mit der Rute aber nicht.


Man kann noch so viel von der Liebe Gottes sprechen, wenn die Taten Körperstrafen einschliessen. Körperstrafen heute noch z.B. als Liebesakte rechtfertigen, wie es manchmal getan wird, ist schon etwas merkwürdig.

Gruss Taube
Zuletzt geändert von Taube am So 18. Apr 2010, 19:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon Taube » So 18. Apr 2010, 19:11

Reginald 32 hat geschrieben:
Taube schreibt:
Wenn Du schon behauptest, das das in Eurer Kirche gelöst ist, zeigt es mir, dass es eben auch nicht gelöst ist:


Und wo habe ich das behauptet, lieber Taube?
Ich spreche nur für mich, genau so, wie Du nicht im Namen der reformierten Kirche sprichst, sondern auch nur für Dich. So habe ich Dich jedenfalls bisher verstanden.
LG Reginald.

Kirchen und Gemeinden sollten eben nicht nur den Umgang mit sexuellem Missbrauch regeln, sondern auch sich einsetzen für eine gewaltfreie Kultur in Familie (Bsp. Erziehung) und Gesellschaft (Bsp. Militärdienst) und dabei Hilfestellung leisten. Vielleicht würdest Du dann auch nicht mehr das Argument bringen, dass ein "Füdlitätsch" nicht so schlimm sei.

Gruss Taube
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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon Reginald 32 » So 18. Apr 2010, 22:24

Lieber Taube.
Dies hier ist Jonahs Thread zum Thema: Umgang der Kirche, speziell der RKK, mit sexuellem Missbrauch. Leider konnte zu diesem Thema bisher nur Negatives entdeckt werden, was die RKK in ihrem Anspruch, die allein selig machende Kirche zu sein, arg diskreditiert.
Andere Gewaltanwendungen, wie Prügel, Kriege oder Polizeigewalt,, gehören meiner Meinung nach deshalb in einen anderen Thread. Deshalb werde ich auf Deinen letzten Beitrag auch sachlich hier nicht antworten.
Liebe Grüße von Reginald
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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon Savonlinna » So 18. Apr 2010, 23:35

Reginald 32 hat geschrieben:
Savonlinna behauptet:
Das behaupten die Täter. Und was "begründet und gerecht" ist, behaupten auch die Täter.
Und es sind auch die Täter, die das für "alle Kinder" ganz grundsätzlich behaupten wollen -> "nimmt kein Kind übel".

Und diese Verallgemeinerungen behauptet Savonlinna !


Ich habe hier nicht verallgemeinert. Nicht die Bohne.
Im Prinzip habe ich von Dir gesprochen. Hast Du das denn nicht erkannt?


Reginald 32 hat geschrieben:Ich bin kein Befürworter der Prügelstrafe.


Nein? Du hast sie doch befürwortet.


Reginald 32 hat geschrieben:Und heute ist ja jede Form von "Hauen" von Kindern auch den Eltern verboten.


Ja. Dann darf man sie natürlich nicht befürworten. Obwohl man sie doch befürwortet. Aber es ist ja verboten.


Reginald 32 hat geschrieben: Nur untereinander dürfen sich Kinder noch schlagen.


Das klingt ein bisschen bedauernd?



Reginald 32 hat geschrieben:Ich weiß aber, im Gegensatz zu Savonlinnas Meinung, dass Kinder im Angesicht eine bestrafenswerten Tat als einfachste "Sühnung" lieber ein paar hinten vor haben wollen als z.B. 4 Wochen Fernsehverbot oder ähnliche Zwangsmaßnahmen.


Woher weißt Du, was ich weiß?
Interessant finde ich hier, dass Kinder offenbar zwischen die Wahl gestellt werden: "Entweder Du kriegst 4 Wochen Fernsehverbot, oder ich scheuere Dir jetzt ein paar Mal ins Gesicht. Wähle!"
Welche sinnvolle Pädagogik. Welch gewaltfreies Denken.

Ich erzähle mal ein Beispiel, als ich noch ziemlich jung war, Anfang 20. Ich war da Gruppenleiterin in irgendeinem Kinderheim, als Job in den Sommerferien. Ein Junge meiner Gruppe - er war so 10 Jahre alt - war schwierig, störte andauernd, griff andere Kinder an und nervte rum. Ich hatte anfangs noch keinen Draht zu ihm und ließ das erst mal so.

Einmal, wir waren alle draußen auf einem Platz, liefen ein paar Kinder zu mir, die überall von Wespen gestochen waren und sagten, dieser eben genannte Junge habe in einem Wespennest gestochert, damit die anderen gestochen wurden.

Ich, fassungslos, sagte, man soll den Jungen zu mir schicken. Der kam auch, und ich stellte ihn, vermutlich sehr emotional, zur Rede.
Und da sagte er zu mir, unvergessen für mich, fast verzweifelt: "Sie müssen mir jetzt eine runterhauen!"

Das machte mich so platt, dass ich ihn in ein Gespräch verwickelte, warum er das von mir forderte.

Ich möchte mich nicht als gute Pädagogin herausstreichen, denn ich habe viel Unrecht gegenüber Erwachsenen und Kindern begangen, und mich schmerzt da heute noch so einiges.

Aber in diesem Fall habe ich eine Lösung für diesen Jungen ganz woanders gefunden, ohne dass ich mit ihm auch nur schimpfen musste. Ich spürte, dass er ungeheure Energien in sich hatte, die er nicht loswerden konnte außer so, dass er andauernd andere angrfiff.

Per Zufall entdeckte ich, dass er einen wahnsinnigen Orienteriungssinn hatte, während ich mich andauernd verirrte. Ich bat ihn, bei unseren Gruppenwanderungen von nun an die Führung zu übernehmen. Das war der Befreiungsschlag. Zum einen brachte ich unsere Gruppe jetzt immer pünktlich nach Hause, und zum anderen war der Junge von nun an kooperativ in wirklich jedem Sinn. Er hat nie wieder auch nur irgendeinem Kind was getan, sondern im Gegenteil den Gemeinschaftssinn der Gruppe gefördert. Er war einfach wie verwandelt. Und wir beide wurden dicke Freunde. Auch nach den Sommerferien hat er mich noch wer weiß wie oft besucht.

Damit will ich sagen, dass Kinder duchaus nach Prügeln verlangen können, wenn sie es so gewohnt sind, sich dadurch in die Gewalt zu bekommen.
Die Ausrede von Erwachsenen - Kinder wollen es ja so - zöge bei mir nicht.
Genauso wenig wie die Ausrede von Erwachsenen, Kinder würden Vergewaltigung durchaus in Ordnung finden, weil sie die dadurch errungenen Vorteile zu schätzen wüssten.
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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon Taube » Mo 19. Apr 2010, 06:37

Reginald 32 hat geschrieben:Dies hier ist Jonahs Thread zum Thema: Umgang der Kirche, speziell der RKK, mit sexuellem Missbrauch. Leider konnte zu diesem Thema bisher nur Negatives entdeckt werden, was die RKK in ihrem Anspruch, die allein selig machende Kirche zu sein, arg diskreditiert.
Andere Gewaltanwendungen, wie Prügel, Kriege oder Polizeigewalt,, gehören meiner Meinung nach deshalb in einen anderen Thread. Deshalb werde ich auf Deinen letzten Beitrag auch sachlich hier nicht antworten.
Liebe Grüße von Reginald

Ich denke schon, dass es Dir passen würde die Gewaltdiskussion einzuengen. Dann könnte man so schön auf die anderen zeigen, und müsste nicht mehr auf die eigenen Probleme schauen. Gewalt und sexueller Missbrauch gehören mal zusammen. Vielfach sind sind sexuelle Verfehlungen auch mit physischen Verfehlungen gekoppelt, umgekehrt sind halt auch in puren Schlägen sadistische Element enthalten: ...und Sadismus hat halt einen sexuellen Inhalt, die Lust am Leid zufügen.

...aber noch viel wichtiger in diesem Zusammenhang sind die Meldungen von sexuellem Missbrauch gewesen, in denen es ganz parallel dazu auch zu physischen Vergehen gekommen ist. Deshalb kannst Du es nicht trennen, weil die Vorfälle eben meist auch nicht getrennt waren.

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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon SunFox » Mo 19. Apr 2010, 07:42

Ich habe eigentlich keine große Lust, mich an diesem Thema allzusehr hochzuziehen, denn es ist nun einmal gegebene Tatsache das es vor allen Dingen in katholischen Einrichtungen (aber nicht nur) extreme Missbrauchfälle gegeben hat!

Auch gilt für mich gesichert, das dieses aus einem gestörten Verhältnis zur Sexualität hervorgerufen wird und zum zweiten in der Vormachtstellung der Macht zu suchen ist, also der höher Stehende (Lehrer, Erzieher etc.) missbraucht seine Macht über die Niedrigeren (Kinder) in Form von unangebrachten Züchtigungen!

Nun ist es gerade so, das in der katholischen Kirche beides zutrifft, erstes hervorgerufen wird durch unsinnige Vorschriften (unbiblischen) bezüglich der Ehe und Enthaltsamkeit und zum zweiten die gegebene Höherstellung (welche auch in anderen nichtkatholischen Einrichtungen gegeben ist) gegeben ist!

Wenn wir uns die Geschichte der letzten 1700 Jahre ansehen, dann hat sich die katholische Kirche (RKK) immer nur als ein Unrechtssystem hervor getan, es wurde schon immer Druck von oben nach unten ausgeübt, wer nicht der Kirche absoluten Gehorsam entgegen brachte, der wurde bis hin zum Tod misshandelt!

Auch davon wird vieles bestritten und in einem anderen Licht dargestellt (Verharmlosung) und das gleiche geschieht nun mit den Missbrauchsfällen gegen die Kinder in diversen Einrichtungen!

Leiurus hat geschrieben:Genau diese schwere Zeit ist ein Grund noch mehr zur heiligen Kirche Christi zu halten.


Also diese schwere Zeit gab es immer, egal gegen wen sich nun die Unterdrückung und der Missbrauch richtete! Also ich kann da nur sagen, das es sich um eine unheilige Kirche handelt, eine Kirche die kaum auf Christus zurück zu führen ist, denn diese würde in fast allen Belangen eine andere Sicht an den Tag legen, anstatt auch noch zu allem Überfluss mit Verharmlosung und Vertuschung zu arbeiten!

Liebe Grüße von SunFox
Jésus revient bientôt! Jesus viene pronto! Brehvee Jayzeus voltarah! Иисус скоро придет! Yesu ana-kuja kari-buni sana! Yesu knee me…..Kgauld….O shim-knee-dah! Yesu zhai-lie! Yesu jelldee eye-gah! Si Haysus eye ma-lahh-pit nang dumating! Ha ana ahti seriahn! Jesus kommt bald!
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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon Reginald 32 » Di 20. Apr 2010, 13:54

Hallo zusammen.
Nachfolgend ein Artikel aus der Neuen Osnabrücker Zeitung von heute über den offiziellen Umgang der RKK mir Missbrauchsfällen:

Strafen ohne Gefängnis
Von Christof Haverkamp
Osnabrück.
Wie geht die katholische Kirche vor, falls ein Priester unter Verdacht des sexuellen Missbrauchs an einem Minderjährigen steht? Die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft gehört zu den ersten Schritten. Doch auch das Kirchenrecht sieht interne Regelungen und Strafen vor, mit einem eigenen kirchlichen Gesetz, dem Codex Iuris Canonici. Und jedes Bistum hat eine Gerichtsbehörde: das Offizialat.
Seit der Vatikan im April 2001 ein neues, schärferes Recht zu Missbrauchsfällen erlassen hat, hatte das Bischöfliche Offizialat in Osnabrück bisher nicht mit Strafverfahren zu tun. Seit einigen Wochen aber steht ein Priester aus Spelle unter Verdacht, sich an einem Mädchen vergangen zu haben, und so muss auch das Kirchengericht handeln. Stefan Schweer, Kirchenrechtler und Diözesanrichter beim Bistum Osnabrück, hat daher eine Übersicht erstellt, wie vorzugehen ist.
Am Anfang steht die Vorprüfung: Ein Beauftragter des Bischofs spricht mit dem Beschuldigten und mit dem Opfer, das Hilfsangebote erhält.( an dieser Stelle könnte auch evtl. Schweigegeld ins Spiel kommen. Reginald) Der Bischof oder der Generalvikar können einen Priester bis auf Weiteres vom Amt ausschließen und ihm die Teilnahme an der heiligen Messe verbieten. Dann ernennt der Bischof einen Voruntersuchungsführer, der weitere Erkundigungen einholt. Erhärtet sich der Verdacht, werden alle Unterlagen zur Glaubenskongregation nach Rom geschickt.

Die Antwort aus dem Vatikan, so Schweer, folge meistens schnell, und die Glaubenskongregation schlage eine von zwei Möglichkeiten vor: einen gerichtlichen Strafprozess beim Offizialat – oder aber ein administratives Strafverfahren. Die zweite Möglichkeit ist der abgespeckte Weg, wenn der Sachverhalt feststeht. Dieses kirchliche Verfahren ist auch möglich, wenn die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen bereits eingestellt hat.

Das kirchliche Strafrecht, erklärt Schweer, kennt zwar auch Verjährungsfristen. Doch sonst sei es „völlig anders ausgerichtet als staatliche Gesetze“: Es versuche, Glaubensfragen und das Verhalten in Bezug auf die kirchliche Gemeinschaft zu regeln. „Wir haben kein Gefängnis“, sagt der Kirchenrechtler. Zu den Strafen gehört daher nicht die Haft, sondern die vorübergehende oder dauernde Amtsenthebung oder die Entlassung aus dem Klerikerstand.

Den Vorschlag, einem pädophilen Priester mit Exkommunikation (Ausschluss aus der vollen Gemeinschaft der Kirche) zu drohen, hält Schweer nicht für sinnvoll: „Das macht keinen Sinn, das funktioniert nicht.“ Denn wenn ein Geistlicher seine Tat bereut, schreibt das Kirchenrecht vor, die Exkommunikation wieder aufzuheben.

Insgesamt beschäftigt sich das Bischöfliche Offizialat nur selten mit Strafverfahren– in den allermeisten Fällen haben die Kirchenjuristen mit Ehenichtigkeitsverfahren zu tun.

Wie man sieht, steht der Schutz des Missetäters an oberster Stelle, auch wenn das nur verbrämt ausgedrückt wird. Es gibt fast nur "Kann"-Berstimmungen.
Liebe Grüße von Reginald.
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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon Reginald 32 » Di 20. Apr 2010, 13:57

Hallo zusammen.
Nachfolgend ein Artikel aus der Neuen Osnabrücker Zeitung von heute über den offiziellen Umgang der RKK mir Missbrauchsfällen:

Strafen ohne Gefängnis
Von Christof Haverkamp
Osnabrück.
Wie geht die katholische Kirche vor, falls ein Priester unter Verdacht des sexuellen Missbrauchs an einem Minderjährigen steht? Die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft gehört zu den ersten Schritten. Doch auch das Kirchenrecht sieht interne Regelungen und Strafen vor, mit einem eigenen kirchlichen Gesetz, dem Codex Iuris Canonici. Und jedes Bistum hat eine Gerichtsbehörde: das Offizialat.
Seit der Vatikan im April 2001 ein neues, schärferes Recht zu Missbrauchsfällen erlassen hat, hatte das Bischöfliche Offizialat in Osnabrück bisher nicht mit Strafverfahren zu tun. Seit einigen Wochen aber steht ein Priester aus Spelle unter Verdacht, sich an einem Mädchen vergangen zu haben, und so muss auch das Kirchengericht handeln. Stefan Schweer, Kirchenrechtler und Diözesanrichter beim Bistum Osnabrück, hat daher eine Übersicht erstellt, wie vorzugehen ist.
Am Anfang steht die Vorprüfung: Ein Beauftragter des Bischofs spricht mit dem Beschuldigten und mit dem Opfer, das Hilfsangebote erhält.( an dieser Stelle könnte auch evtl. Schweigegeld ins Spiel kommen. Reginald) Der Bischof oder der Generalvikar können einen Priester bis auf Weiteres vom Amt ausschließen und ihm die Teilnahme an der heiligen Messe verbieten. Dann ernennt der Bischof einen Voruntersuchungsführer, der weitere Erkundigungen einholt. Erhärtet sich der Verdacht, werden alle Unterlagen zur Glaubenskongregation nach Rom geschickt.

Die Antwort aus dem Vatikan, so Schweer, folge meistens schnell, und die Glaubenskongregation schlage eine von zwei Möglichkeiten vor: einen gerichtlichen Strafprozess beim Offizialat – oder aber ein administratives Strafverfahren. Die zweite Möglichkeit ist der abgespeckte Weg, wenn der Sachverhalt feststeht. Dieses kirchliche Verfahren ist auch möglich, wenn die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen bereits eingestellt hat.

Das kirchliche Strafrecht, erklärt Schweer, kennt zwar auch Verjährungsfristen. Doch sonst sei es „völlig anders ausgerichtet als staatliche Gesetze“: Es versuche, Glaubensfragen und das Verhalten in Bezug auf die kirchliche Gemeinschaft zu regeln. „Wir haben kein Gefängnis“, sagt der Kirchenrechtler. Zu den Strafen gehört daher nicht die Haft, sondern die vorübergehende oder dauernde Amtsenthebung oder die Entlassung aus dem Klerikerstand.

Den Vorschlag, einem pädophilen Priester mit Exkommunikation (Ausschluss aus der vollen Gemeinschaft der Kirche) zu drohen, hält Schweer nicht für sinnvoll: „Das macht keinen Sinn, das funktioniert nicht.“ Denn wenn ein Geistlicher seine Tat bereut, schreibt das Kirchenrecht vor, die Exkommunikation wieder aufzuheben.

Insgesamt beschäftigt sich das Bischöfliche Offizialat nur selten mit Strafverfahren– in den allermeisten Fällen haben die Kirchenjuristen mit Ehenichtigkeitsverfahren zu tun.

Wie man sieht, steht der Schutz des Missetäters an oberster Stelle, auch wenn das nur verbrämt ausgedrückt wird. Es gibt fast nur "Kann"-Berstimmungen.
Liebe Grüße von Reginald
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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon Savonlinna » Di 20. Apr 2010, 14:18

Und hier ist der Link zu dem zitierten Artikel.
http://www.neue-oz.de/preexport_startseite/25223199.html Datum 20.04.2010

Ohne Link darf im Internet kein Artikel zitiert werden, ist auch sinnvoll: man will selber nachlesen. :)

Ich korrigiere: ein Link ist vermutlich nicht erforderlich für die Internet-Ordnung, da die Quelle ja angegeben wurde.
Da es sich aber um einen online-Artikel handelte, ist es für die User, meine ich, notwendig, dass man ihnen den Link gibt und man ihn nicht erst suchen muss.
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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon Reginald 32 » Di 20. Apr 2010, 20:52

Danke, Savonlinna. Reginald
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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon lea Binn » Mi 21. Apr 2010, 20:23

Lieber Jonah
herzlichen Dank für deine Zusammenstellung.JA, ich bin auch der MEinung das Kircheninterne FAelle über die Staatsanwaltschaft geregelt werden sollten.
Wobei,vertuscht,verdunkelt,verdreht wird überall. Leider...

lg lea
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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon Gnu » Do 22. Apr 2010, 05:08

Jonah hat geschrieben:Bischof Mixa schliesst mittlerweile nicht mehr aus, in der Vergangenheit Schläge an Kinder ausgeteilt zu haben. Leider kam sein Erinnerungsvermögen nur durch erheblichen Druck der Presse und der Missbrauchsopfer zustande.

:arrow: Soeben kam in den Nachrichten von DRS1 die Meldung, Bischof Mixa habe dem Papst seinen Rücktritt angeboten.
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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon Jonah » Do 22. Apr 2010, 12:01

Gnu hat geschrieben: :arrow: Soeben kam in den Nachrichten von DRS1 die Meldung, Bischof Mixa habe dem Papst seinen Rücktritt angeboten.


Danke Gnu für den Hinweis. :comeon:

Hier noch der Link von Gestern, Mixas Bitte um Verzeihung:

http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/30/ ... 46,00.html

Und dann heute das Rücktrittsangebot von Bischof Mixa:

http://www.tagesschau.de/inland/mixa140.html

Fragt sich, wie der Papst darauf reagieren wird. Wenn er Grösse hätte, würde er seinen Rücktritt gleich mitankündigen. Aber das wird er nicht tun, Macht, Geld und Ansehen sind das Wichtigste in Rom. Für sein eigenes Fehlverhalten scheint er keinerlei Einsicht zu zeigen.

Ein neues Kirchenoberhaupt, wie z.B. der kath. Mönch Anselm Grün aus dem Kloster von Münsterschwarzach, das wäre in meinen Augen die richtig Lösung. Er erscheint mir vertrauenswürdig und auch die Lehre Jesu Christi umzusetzen.

Allerdings hat der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Stephan Ackermann, bei der Behandlung der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche Fehler eingeräumt.

http://www.jesus.de/blickpunkt/detailan ... raten.html

Grüsse Jonah
Christus spricht: Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.
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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon Reginald 32 » Do 22. Apr 2010, 17:17

Hallo, Jonah.
Ein Bischof kann nicht zurück treten. Er wird vom Papst ernannt, und nur der Papst kann ihn auch entlassen. Seine Bischofsweihe gilt aber für sein ganzes Leben bis zum Tod. LG Reginald
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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon Taube » Do 29. Apr 2010, 14:18

Kaum mehr Meldungen in der Presse, schon ist es still hier im Thread. Ist also das Problem aufgearbeitet, wenn die Zeitungen weniger über das Thema berichten?
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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon Lichtenberg » Do 29. Apr 2010, 14:47

Taube hat geschrieben:Kaum mehr Meldungen in der Presse, schon ist es still hier im Thread. Ist also das Problem aufgearbeitet, wenn die Zeitungen weniger über das Thema berichten?


Doch, doch, die Presse meldet jeden Tag neue Verbrechen innerhalb der christlichen Kirche. Nur geht es jetzt mehr auf die Ebene der ganz persönlichen Bedingtheiten, soll heißen - die lokale Presse spricht die Verbrechen der christlichen Priester gezielter an.
Hier dann einige Beispiele:

Und wieder ein neues Verbrechen eines christlicher Priesters an einem wehrlosen Kind:

http://www.schwaebische.de/lokales/rave ... 90404.html

Und wieder...

http://www.schwaebische.de/lokales/ehin ... 83466.html

Jetzt, wo auch die lokale Presse vermehrt von den Verbrechen der christlichen Priester an Kindern berichtet, wird die ganze Angelegenheit noch verschlimmert, denn Otto - Normalverbraucher hält sich die großen Tageszeitungen nicht. Im allgemeinen liest man doch mehr die "ortsansässigen" Lokalblätter.
Somit erreicht die Welle dieser ungeheuerlichtsten Verbrechen auch die bis danhin etwas Abseits stehenden, oder die noch nicht so gut Unterrichteten.
Und für nichts ist die Öffentlichkeit so sensibiliert, wie für die perversesten Vergewaltigungsorgien der christlichen Moralwächter, oder die sadistische Quälerei an Kindern. Und Kindern, als "Strafe" dann Molche, ja Molche "essen" zu lassen, das grenzt schon an einer faschistoiden Denkweise. Hier dann:

http://www.welt.de/vermischtes/article7 ... essen.html

Übrigens ist man bis jetzt, also bis jetzt und allein in Deutschland bei rund 1600 (eintausendsechshundert) gemeldeten Missbrauchsfällen.
Das braucht man nicht zu kommentieren, das kommentiert sich selbst. Für alle Zukunft.
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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon Taube » Do 29. Apr 2010, 16:04

Dass ich diesen Thread wieder aufnehmen wollte, hat folgenden Grund:

Es ist noch keine Woche her, dass die kirchliche Opferschutz-Beauftragte Waltraud Klasnic ihr Team präsentiert hat. Doch die Nähe der Politikerin zur katholischen Kirche sorgt weiter für Unbehagen mancher Opfer von sexuellem Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen. Vor Vertretern der fünf Parlamentsparteien hat die Plattform "Betroffene Kirchlicher Gewalt" eine kirchenunabhängige Untersuchung. "Die Betroffenen fühlen sich von der Republik im Stich gelassen", erklärte Philipp Schwärzler, Psychologe im Wiener Kinderschutzzentrum.
Quelle: http://diepresse.com/home/panorama/reli ... n/index.do

Wenn Skandale nationale oder sogar internationale Ausmasse annehmen, sieht man immer wieder, dass die grossen Institutionen, wie Politik, Wirtschaft und Kirche miteinander stark verbunden sind. Ich sehe darin eine Gefahr, dass zu vieles wieder unter den Teppich gekehrt wird.

So zeigt sich auch, dass die Strukturen im Staate ähnlich sind wie in den Kirchen. Schuldig ist z.B. immer der einzelne Täter, allfällige Mitverantwortliche auf höherer Ebene sind ganz schwer zur Rechenschaft zu ziehen, weil dann der Staat auch haftpflichtig wird. Aussichtsorgane in Heimen oder Schulen stellen sich deshalb lieber mit den Heim- und Schulleitungen gut, als dass sie vertieft schauen.

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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon Lichtenberg » Do 29. Apr 2010, 16:31

Taube hat geschrieben:Dass ich diesen Thread wieder aufnehmen wollte, hat folgenden Grund:

Es ist noch keine Woche her, dass die kirchliche Opferschutz-Beauftragte Waltraud Klasnic ihr Team präsentiert hat. Doch die Nähe der Politikerin zur katholischen Kirche sorgt weiter für Unbehagen mancher Opfer von sexuellem Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen. Vor Vertretern der fünf Parlamentsparteien hat die Plattform "Betroffene Kirchlicher Gewalt" eine kirchenunabhängige Untersuchung. "Die Betroffenen fühlen sich von der Republik im Stich gelassen", erklärte Philipp Schwärzler, Psychologe im Wiener Kinderschutzzentrum.
Quelle: http://diepresse.com/home/panorama/reli ... n/index.do

Wenn Skandale nationale oder sogar internationale Ausmasse annehmen


Das hat schon lange, lange internationale Ausmaße angenommen, Taube. Jetzt geht es auch quer durch Latein und Südamrika.
Ein wahres Monster muss der Gründer der Legionäre Christi, Marcial Maciel, gewesen sein. Diese Kreatur schändete nicht nur Knaben, auch kleine Mädchen, Frauen... Hier dann das Unglaubliche und Ungeheuerliche aus Mexiko:

http://www.spiegel.de/panorama/gesellsc ... 71,00.html

Mexiko und Chile sind auch keine EInzelfälle mehr. Hier dann, Katholische Kirche in Lateinamerika, Schläge vor der Kathedrale:

http://www.spiegel.de/panorama/gesellsc ... 71,00.html

Was ist das für ein abartiges und menschenfeindliches System?
Und ich kann, ehrlich gesagt, die Menschen nicht verstehen, die sich mit diesem System auch weiterhin identifizieren.
Christentum und Glaube haben eine andere Basis, als die sadistischen Perversitäten, denen diese, nun ja - Christen ungestört und ungestraft schon seit langer, langer Zeit nachgehen konnten.
Richtig.
Aber auch und gerade Christentum und Kirchen machten es möglich, das sich die Täter seit Jahrzehnten ungestaft an diesen Kindern vergehen konnten. Geschützt von einem übermächtigen Beamtenklüngel, der bis in die Spitzen der Kirche selbst reicht.

Im Gespräch mit Christen höre ich immer wieder das Wort vom - Gottesgericht, das jetzt über diese Kirchen hereinbricht.
Hoffen wir dann, das es so ist.
Wenn ich an diese christliche Kirche denke, an diese "Art" von Christentum denke, dann habe ich nur noch eine Antwort, einen Gedanken - sie logen. Sie logen schon immer und haben niemals aufgehört zu lügen.
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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon Lichtenberg » Do 29. Apr 2010, 16:36

Und wenn man denn das hier liest:

Kardinal Tarcisio Bertone ist der wichtigste Mitarbeiter des Papstes. In den 1990er Jahren ließ er Milde gegen einen pädophilen Priester walten, der 200 taubstumme Kinder missbraucht hat.

Hier dann der vollständige Artikel:

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitges ... uch-kirche

dann wendet man sich nur noch angewidert und voller Ekel ab.
Dieses System ist krank, in sich völlig verdorben und zutiefst verkommen. Und das, das hat dieses System vor der Welt, vor der ganzen Welt selbst offenbart.
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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon Leiurus » Do 29. Apr 2010, 17:02

Natürlich kann man immer Links von irgendwelchen Journalisten oder irgendwelchen Zeitungen reinstellen........ :roll:
Spätestens jetzt sollte man aber merken das es nur ein Ziel gibt, gab und immer geben wird
Dem Papst und der heiligen Kirche zu schaden.
....denn anscheinend scheinen sonstoge Missbräuche den dummen Pöbel wie er vielerorts herrscht weniger zu interessieren

Glücklicherweise gibt es doch noch Adressen die einem zum Nachdenken anregen, um die Sache etwas,.....wie soll ich sagen....."intelligenter" angehen zu können.
Natürlich steht es jedermann frei zu ob er Sachlichkeit erträgt, oder eben eher einfach auf irgendwelche Behauptungen einstimmt.

Gruss Sascha
http://www.kath.net/detail.php?id=26291
JESUS ich vertraue auf DICH!
Maria mit dem Kinde lieb, uns allen deinen Segen gib!
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Re: Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch

Beitragvon Taube » Do 29. Apr 2010, 17:18

Überall werden heute die Scharia Gesetze abgelehnt in den nichtislamischen Staaten. Da ist vor allem auch in der Schweiz eine grosse Angst vor Parallelrechtssystemen.

Aber:

Wir sehen, dass solche Parallelrechtssysteme schon da sind, nämlich das Kirchenrecht der RKK, welches gerade diese Missbrauchsfälle immer intern aburteilen wollten. Wahrscheinlich, weil schon Paulus in 1 Kor 6 sagte:

1 Wie kann jemand von euch wagen, wenn er einen Streit hat mit einem andern, sein Recht zu suchen vor den Ungerechten und nicht vor den Heiligen?
2 Wisst ihr nicht, dass die Heiligen die Welt richten werden? Wenn nun die Welt von euch gerichtet werden soll, seid ihr dann nicht gut genug, geringe Sachen zu richten?
3 Wisst ihr nicht, dass wir über Engel richten werden? Wie viel mehr über Dinge des täglichen Lebens.
4 Ihr aber, wenn ihr über diese Dinge rechtet, nehmt solche, die in der Gemeinde nichts gelten, und setzt sie zu Richtern.
5 Euch zur Schande muss ich das sagen. Ist denn gar kein Weiser unter euch, auch nicht einer, der zwischen Bruder und Bruder richten könnte?
6 Vielmehr rechtet ein Bruder mit dem andern, und das vor Ungläubigen!
...
Also keine Prozesse vor Heiden! Das kommt also ein Parallelrecht zum Vorschein. ...und dies gibt es lange nicht nur in der RKK, sondern auch in abgeschwächter Form in den protestantische Kirchen. Die Berufung auf die Korinther Stelle lässt sich aber nicht so leicht halten, wenn man den Text sorgfältig auslegt, - nur wurde das nicht immer gemacht.


Gruss Taube


PS
Für mich war es deshalb immer wichtig in diesem Thread, auch die generellen alle Kirchen betreffende Gründe anzuschauen, warum solche Missbräuche lange nicht entdeckt werden wollten.
Denn erschienen ist die Gnade Gottes, allen Menschen zum Heil. (Titus 2,11)
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