Organspende in der Schweiz

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Organspende in der Schweiz

Beitragvon lionne » Mi 25. Okt 2017, 19:13

Am vergangenen Dienstag, 17.10.2017, wurde das Thema im allwöchtentlichen Club diskutiert >>> https://www.srf.ch/play/tv/club/video/h ... a6cb02b686
Wer sich nicht weigert, wird automatisch zum Organspender. Das will eine neue Initiative, welche die sogenannte Widerspruchslösung propagiert. Die Initianten hoffen, dass so in der Schweiz endlich mehr Organe gespendet werden. Die Gegner jedoch warnen: Der Staat soll sich nicht einmischen.

Die Bewegung Jeune Chambre Internationale (JCI) Riviera hat eine eidgenössische Volksinitiative zur Förderung der Organspenden in der Schweiz lanciert. Jede verstorbene Person soll zum potenziellen Spender werden, wenn sie dies zu Lebzeiten nicht ausdrücklich ablehnt.
>>> http://www.20min.ch/schweiz/news/story/ ... n-10728186

Nun kommt noch ein weiterer Punkt dazu: Ich lese im heutigen 20 min. Printausgabe Bern folgenden Artikel:
>>> http://www.20min.ch/schweiz/bern/story/23819712
Langsam kann einem der Kragen platzen, ob solchen Forderungen!
Wir hatten in der Familie eine Person (Onkel), die den Leichnam der Rechtsmedizin der Uni Bern für Forschungszwecke zur Verfügung gestellt hat. Gut, das war sein Wunsch, der respektiert wurde. Und so ist es auch in Ordnung.
Dass nun Rechtsmediziner Leichen von der Kremierung untersuchen wollen (wohlverstanden ohne vorherige Einwilligung der verstorbenen Person, bzw. deren Angehörigen) finde ich echt ein Affront. Und die Begründung höchst fragwürdig! Wenn eine Person beispielswise in der Wohnung tot aufgefunden wird (schon auch persönlich erlebt!) wird von Amtes wegen sowieso die Todesursache abgeklärt (ob es Fremdeinwirkung gab), noch bevor der Leichnam freigegeben wird.
Von daher finde ich die Forderung der Rechtsmediziner unerhört.
LG lionne

Was hält ihr davon:
a) Organspende
b) Leichenuntersuchung vor Kremation? (was ist mit denen die erdbestattet werden? :oops: )
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Re: Organspende in der Schweiz

Beitragvon Fellow » Mi 25. Okt 2017, 20:35

Hallo lionne
ich habe nur eine Meinung zu a. Ohne den Artikel gelesen zu haben (ich habe mich seit ca. einem halben Jahr von diesem Medium 20 Min. getrennt, distanziert, App gelöscht, da in meinen Augen sehr viel reisserisches darin geschrieben steht), hätte ich persönlich überhaupt keine Probleme, wenn ich nach meinem Ableben salopp gesagt "asugeweidet" würde. Mir ist allerdings klar, dass dies wohl eher zum Problem für die Hinterbliebenen werden könnte. Wie auch immer, mir wäre es egal, wenn nach meinem irdischen Tod mein Herz in einer anderen Brust weiterschlägt (ohaaa, das beisst sich mit einem anderen Thread der Erdverbundenheit, aber ihr versteht mich sicher) ;)

Lieber Gruss
Fellow
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Du bist mehr, als ich je meinte!
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und Bejubler des Designs,
das in mir erschaffen ist!
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Re: Organspende in der Schweiz

Beitragvon Jure » Mi 25. Okt 2017, 22:12

lionne hat geschrieben:Was hält ihr davon:
a) Organspende
Wenn ich es mit einem Wort ausdrücke: Nichts!

In meiner Patientenverfügung habe ich festgelegt, dass ich weder Organe spende noch Organe empfangen will. In der Brieftasche ein knallrotes Kärtchen mit der Fettgedruckten Aufschrift "Kein Organspender". Zugegeben, mit über sechzig Gips da nicht mehr so viel, was da gebraucht werden kann, das meiste hab' ich schon selbst kaputtbekommen. Mir ist natürlich bewusst, dass das ein emotional ziemlich aufgeladenes Thema ist, dewegen will ich auch gar nicht weiter darüber diskutieren. Der Grund ist, dass es nun einmal nicht möglich ist, ein totes Organ zu verpflanzen. Es muss noch leben und so lange muss der freiwillige oder unfreiwillige Spender maschinell am "Leben" gehalten werden. Dazu bin ich nicht bereit.
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Re: Organspende in der Schweiz

Beitragvon Nela » Do 26. Okt 2017, 00:21

Fellow hat geschrieben:Mir ist allerdings klar, dass dies wohl eher zum Problem für die Hinterbliebenen werden könnte.

Ja, das habe ich letztens so erlebt. In meiner Institution ist jemand gestorben und die Angehörigen konnten sich noch nicht mal richtig verabschieden. Sie haben ihren Besuch auf den nächsten Morgen angekündigt. Wegen der Organspende standen die zuständigen Personen aber dann mehr oder weniger mitten in der Nacht vor dem Patientenzimmer. Für die Angehörigen war das sehr schwierig.

Ich selber bin nicht ganz sicher, wie ich zum Thema "Organspende" stehe. Die Vorstellung, dass ich da "ausgenommen" würde, ist für mich in der jetzigen Situation sehr schwer vorstellbar. Wenn ich aber plötzlich in die Situation käme, dass ich auf eine Spende angewiesen wäre, würde ich mir wahrscheinlich auch wünschen, dass mehr Menschen sich für eine Spende bereit erklären und somit meine Chancen damit erhöhen würden.
Was bleibt, sind Glaube, Hoffnung und Liebe. Von diesen dreien aber ist die Liebe das Grösste. (1. Korinther 13, 13)
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Re: Organspende in der Schweiz

Beitragvon lionne » Do 26. Okt 2017, 06:56

Nela hat geschrieben:Ja, das habe ich letztens so erlebt. In meiner Institution ist jemand gestorben und die Angehörigen konnten sich noch nicht mal richtig verabschieden. Sie haben ihren Besuch auf den nächsten Morgen angekündigt. Wegen der Organspende standen die zuständigen Personen aber dann mehr oder weniger mitten in der Nacht vor dem Patientenzimmer. Für die Angehörigen war das sehr schwierig.

Ich nehme an, dass die verstorbene Person demnach einen Organspendeausweis hatte; wie das Zeitfenster genau ist bei Organspende weiss ich (jetzt) noch nicht, nehme jedoch an: eben ziemlich klein....
LG lionne
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Re: Organspende in der Schweiz

Beitragvon lionne » Do 26. Okt 2017, 08:22

Hier noch ein link zum Thema "Forschung gegen Bestatter"
>>> http://www.telebaern.tv/158-show-fokus/ ... -bestatter
Ich finde die Argumente der Rechtsmediziner ziemlich fadenscheinig; die beanstanden sozusagen die Arbeit ihrer Kollegen (Hausärzte, Spitalärzte, etc.), welche den Tod festgestellt haben. Wie gesagt, wenn Zweifel im Hinblick auf die Todesursache bestehen, geht eine ganze 'Maschinerie' los.., um eventuelle Dritteinwirkung auszuschliessen. Das genügt m.E. absolut, um nicht natürliche Todesursachen von natürlichen zu unterscheiden (Dunkelziffer Problem in der Schweiz! :roll: ). Wie kommen die bloss auf die Idee für ihr Forschungsprojekt (Hypothese der hohen Dunkelziffer bei natürlichen Todesfällen in der CH).
LG lionne

Mod: Vielleicht Titel des Threads anpassen?
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Re: Organspende in der Schweiz

Beitragvon Gnu » Do 26. Okt 2017, 11:22

Ich bin dagegen, Organe zu verpflanzen. Der Empfänger wehrt das fremde Organ ab, d.h. sein Immunsystem läuft im roten Bereich. Mittels chemischer Tricks wird das Immunsystem übertölpelt und dadurch ist die Türe sperrangelweit geöffnet für andere Angriffe. Das Ganze ist ein riesiges Geschäft für die systemtreue sogenannte Schulmedizin, d.h. das Pharmakartell. Der Patient ist das Versuchskaninchen. Bezahlen tun wir das mit den exorbitanten Krankenkassenprämien, wobei letzteres Argument das geringste ist. Heutzutage sollte es technisch möglich sein, künstliche Ersatzorgane herzustellen. Gegen Prothesen hätte ich keine Einwände.
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Re: Organspende in der Schweiz

Beitragvon lionne » Do 26. Okt 2017, 16:18

Danke vorerst mal für die Rückmeldungen....
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Re: Organspende in der Schweiz

Beitragvon lionne » Mi 23. Mai 2018, 20:02

Ich muss mich bezüglich "Organspende in der Schweiz" wieder auf den neuesten Stand bringen..... (>>> automatisch Organspender, wenn nichts geschrieben!), auch und vor allem damit ich entsprechend 'vorsorgen' kann...
Hier ein Artikel zum Thema, auf den ich gerade gestossen bin... (ist zwar schon ein bisschen alt, aber trotzdem lesenswert).
>>> http://www.kath.net/news/42914
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Re: Organspende in der Schweiz

Beitragvon lionne » Do 31. Mai 2018, 18:21

Im heutigen 20 Minuten ein Artikel zum Thema!

Gemäss einer Umfrage befürwortet eine Mehrheit der Schweizer die automatische Organspende. Das hiesse, dass jeder zum Spender wird, der nicht zeitlebens ausdrücklich widersprochen hat.
>>> http://www.20min.ch/schweiz/news/story/ ... e-16984198

Das finde ich halt nun wieder mal so eine Sache..... gemäss einer Umfrage..... :roll:
Was bitte ist das für eine Umfrage? Wer wurde da gefragt? :oops:

(Zitat) Für die Ethikerin und Theologin Ruth Baumann-Hölzle der Stiftung Dialog Ethik nehme das Vorgehen der Widerspruchslösung eine gravierende Persönlichkeitsverletzung in Kauf: «Man geht das Risiko ein, jemanden Organe zu entnehmen, der dies gar nicht gewollt hat.» In einem demokratischen Staat sollte der Staat die Integrität seine Bürger eigentlich schützen. Mit der Widerspruchslösung passiere aber genau das Gegenteil. «Grundsätzlich lässt sich ein solches Vorgehen nicht mit den schweizerischen Grundwerten
vereinbaren.» (Zitat Ende)
Das sehe ich genauso!
Auf jeden Fall heisst es aufmerksam sein und da genau die Weiterentwicklung in dieser Sache verfolgen (nicht dass es dann da Ueberraschungen gibt.... wenn der Ernstfall eintritt)!
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Re: Organspende in der Schweiz

Beitragvon lionne » Fr 1. Jun 2018, 18:38

Ein Artikel, der mich nun doch ein wenig erstaunt, wenn man gestern noch gelesen hat, wie positiv die Schweizer offenbar der Organspende gegenüberstehen...

Erst gut 20'000 Unterschriften gesammelt
Organspende-Initiative kommt nicht vom Fleck
>>> https://www.blick.ch/news/politik/erst- ... 90749.html

P.S. Wer mehr über die Regelung bez. Organspende wissen will, kann sich mal hier durchlesen >>> https://de.wikipedia.org/wiki/Organspende
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Re: Organspende in der Schweiz

Beitragvon Columba » Fr 1. Jun 2018, 19:41

Die beiden Artikel zeigen keinen Widerspruch.

1. Die Umfrage wurde von einem professionellen und grossen Institut vorgenommen und dürfte mit den normalen Fehlerquoten von +/- 2 bis 3 % repräsentativ sein.

2. Ohne grosse Parteien oder starken Gruppierungen und Verbänden, die aktiv (auch finanziell) mithelfen, sind Initiativen heute meist schwierig zum Erfolg zu führen. Der Artikel sagt ja auch, dass die Sammler zuerst etwas naiv starteten. Zum Beispiel holte man früher die meisten Unterschriften vor Abstimmungslokalen.

Ich befürchte, dass Organentnahme mit der Widerspruchslösung sich bald durchsetzen wird. Auf lange Zeit ist die jetzige Löung leider nicht mehr zu halten. Besser jetzt schon z.B. daran arbeiten, dass die Anforderungen an die Feststellung des Todes verschärft werden.

Grüße Columba
Johannes 8,8 Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.
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Re: Organspende in der Schweiz

Beitragvon lionne » So 22. Jul 2018, 14:50

Hier das "Nachtcafé" mit dem Thema "Organspende - von Zweifel und Hoffnung".
Stelle es mal hier rein (bis wann verfügbar, weiss ich nicht); werde es mir heute Abend anhören...… obwohl ich (für mich) meine Entscheidung hinsichtlich Organspende, bzw. Organ erhalten, definitiv bereits getroffen habe.
https://www.ardmediathek.de/tv/NACHTCAF ... d=54365820
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Re: Organspende in der Schweiz

Beitragvon lionne » So 4. Nov 2018, 10:00

Der Begriff 'hirntot' ist ja auch so ein Begriff, der kontrovers diskutiert/interpretiert wird.
Hier ein Link zum Thema >>> https://www.focus.de/gesundheit/ratgebe ... GESUNDHEIT

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Re: Organspende in der Schweiz

Beitragvon lionne » Mi 2. Jan 2019, 14:06

Für mich persönlich ist das Thema abgeschlossen; ich bleibe aber 'am Ball', damit ich immer auf dem neusten Stand der Dinge bleibe.
Ich habe mich (auch) über die 'eigentliche Organspende-Prozedur' informiert und dazu muss ich sagen: Das will ich auf gar keinen Fall! Mit mir bitte nicht!
Von daher ist es (für mich) wichtig, genau informiert zu sein (eben z.B. bezüglich der sogenannten Widerspruchslösung (die ja in vielen Ländern bereits die Norm ist), in der Schweiz aber m.W. noch nicht, wobei Bestrebungen in diese Richtung gehen.

P.S. Ein leidiges Problem ist auch der internationale Organhandel. Weltweit boomt der meist illegale Handel mit menschlichen Organen. Weit hat es die Menschheit gebracht!
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Re: Organspende in der Schweiz

Beitragvon lionne » Di 2. Apr 2019, 15:13

Am vergangenen Montag bei "Hart aber fair" die Diskussion um die sog. Widerspruchslösung: Wer nicht ausdrücklich Nein sagt, ist Organspender!
(In gewissen Ländern schon die Regel.)
Habe es mir noch nicht angehört, werde es jedoch gelegentlich noch nachholen (Mediathek), obwohl ich in dieser Frage schon meine Meinung habe!
LG lionne
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Re: Organspende in der Schweiz

Beitragvon Oiner » Di 2. Apr 2019, 23:41

Servus!

Vorab: Ich lebe nicht in der Schweiz sondern in Deutschland.
Schon seit mehr als 30 Jahren führe ich einen Organspendeausweis mit mir - und das aus Berechnung.
Wenn ich mehr oder weniger unrettbar "kaputt" bin - beispielsweise nach einem heftigen Autounfall, dann ist es mir lieber, wenn sie mich als tot erklären und mit der Organentnahme endgültig umbringen, als daß sie mich als Fleischklumpen mit langsam erlöschenden Lebenzeichen dank der Apparatemedizin noch wochen-, monate- oder jahrelang am Sterben hindern. Ich weiß, wo ich hingehe. Meine einzige Befürchtung ist, daß mit fortschreitendem Alter der Nutzen meiner Organe immer geringer wird - für diesen Fall habe ich meine Patientenverfügung.

Gruß,
Oiner
Der erste Schluck aus dem Becher der Wissenschaft führt zum Atheismus, aber auf dem Grund wartet Gott.
(Werner Heisenberg)
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Re: Organspende in der Schweiz

Beitragvon lionne » Do 4. Apr 2019, 12:09

Jens Spahns Organspendegesetz, das er gemeinsam mit dem SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach, dem CSU-Abgeordneten Georg Nüßlein sowie der Linkspartei-Abgeordneten Petra Sitte vorgestellt hat, ist zur Zeit ein Thema Nr. 1 in Deutschland.
Das Gesetz besagt: Alle sind, wenn sie denn nicht widersprechen, für Organspende.
Ich bin nach wie vor dafür, dass eine Organspende eine freiwillige Sache sein muss, für die sich der Spender selbst entscheiden muss.
Ich bin allerdings auch dafür, dass jemand, der sich dagegen entscheidet, auch kein Organ bekommt, wenn er eins brauchen würde. Soviel Konsequenz muss sein!
In der Schweiz sind wir noch nicht ganz so weit, aber der Weg ist genau der Gleiche!
In vielen europäischen Ländern gilt die sog. Widerspruchslösung. Es lohne sich also auf jeden Fall, sich mit dem Thema Organspende auseinander zu setzen!
LG lionne

>>> https://www.krankenkassen.de/ausland/organspende/
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Re: Organspende in der Schweiz

Beitragvon lionne » Do 18. Apr 2019, 18:48

Berlin (idea) – Der frühere Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU, Neuss) hat den Plan seines Nachfolgers Jens Spahn (CDU) kritisiert, bei der Organspende die sogenannte Widerspruchslösung einzuführen. Danach würde zunächst jeder als Organspender gelten – es sei denn, er selbst oder Angehörige widersprechen. Derzeit ist eine Entnahme nur möglich, wenn eine Zustimmung vorliegt (sogenannte Entscheidungslösung). "Eine Spende verlangt immer eine freiwillige Entscheidung", schrieb Gröhe dazu auf der Internetseite der CDU. Der Politiker ist auch Beauftragter für Kirchen und Religionsgemeinschaften der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag.
Quelle: idea.de
Wir haben ja in der Schweiz (noch) nicht die sog. Widerspruchslösung, wobei die Bestrebungen in diese Richtung gehen.... In Oesterreich gilt bereits die Widerspruchslösung.
Ich bin (nach wie vor) für die sog. "Entscheidungslösung", wie Hermann Gröhe!
Diejenigen, die Organe spenden wollen, sollen sich (rechtzeitig) eine Organs-spende-Karte/einen Organspende-Ausweis zulegen!
(Diese liegen vielerorts auf, z.B. Arztpraxen, Apotheken....).
LG lionne
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Re: Organspende in der Schweiz

Beitragvon lionne » Do 25. Apr 2019, 09:21

Frau erwacht nach 27 Jahren aus Wachkoma
In einer Klinik in Bad Aibling ist eine Frau nach 27 Jahren aus dem Wachkoma erwacht.
Sie war bei einem Unfall mit einem Bus schwer verletzt worden.
Die Frau ist auf Pflege angewiesen, kann aber wieder kommunizieren.
>>> https://www.blick.ch/news/ausland/chefa ... 88490.html
Wunder gibt es immer wieder.... :praise:
LG lionne

"Es ist eher ein ungewöhnlicher Fall, aber er spricht für die gute Qualität der Versorgung", sagt auch der Bundesvorsitzende der Deutschen Wachkoma Gesellschaft, Armin Nentwig. Nach seiner Schätzung liegen in Deutschland rund 7000 Patienten im Wachkoma. :shock: Der Verlauf sei oft schwer einzuschätzen. "Der Mensch hat ein Recht auf Leben und Rehabilitation", betont Nentwig.
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Re: Organspende in der Schweiz

Beitragvon Columba » Do 25. Apr 2019, 10:39

Interessanter Artikel in der Schweiz. Ärztezeitung:

Fünf Gründe für das Verbot von Organspenden am Lebensende

1. Organspender sind zum Zeitpunkt der Organentnahme nicht tot. Sie sind am Sterben und werden durch die Entnahme getötet.
.....

Quelle/Link: Organspenden am Lebensende nicht vertretbar


Grüsse Columba


PS
Der obenerwähnte Artikel erwähnt den Verein "ÄPOL Ärzte und Pflegefachpersonen gegen Organspende am Lebensende". https://www.aepol.net/
Johannes 8,8 Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.
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Re: Organspende in der Schweiz

Beitragvon Gnu » Do 25. Apr 2019, 10:45

Ich hoffe, dass ich auf meiner Patientenverfügung, welche ich demnächst mit einem Arzt ausfüllen werde, auch eine Rubrik Wachkoma finden werde. Dort werde ich angeben, dass man so etwas mit mir nicht machen darf, denn immerhin geht es doch maximal um diesen Leib des Todes, den wir laut Paulus bereits verloren haben. (Übergang Römer 7 zu Römer 8).
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Re: Organspende in der Schweiz

Beitragvon lionne » So 28. Apr 2019, 11:28

Gnu hat geschrieben:Ich hoffe, dass ich auf meiner Patientenverfügung, welche ich demnächst mit einem Arzt ausfüllen werde, auch eine Rubrik Wachkoma finden werde. Dort werde ich angeben, dass man so etwas mit mir nicht machen darf, (...xx....)

Weiss jetzt nicht, ob eine solche Rubrik besteht; die Befürchtung, dass man dich so lange 'am Leben' erhält ist m.E. ziemlich klein, schliesslich hast du nicht eine saudische Familie im Rücken.... ;) Eine Gefahr dafür wäre dann höchstens noch, wenn du ein spektakulärer medizinischer Fall sein solltest... ;)
Gruss lionne
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Re: Organspende in der Schweiz

Beitragvon bigbird » So 28. Apr 2019, 13:23

lionne hat geschrieben:
Gnu hat geschrieben:Ich hoffe, dass ich auf meiner Patientenverfügung, welche ich demnächst mit einem Arzt ausfüllen werde, auch eine Rubrik Wachkoma finden werde. Dort werde ich angeben, dass man so etwas mit mir nicht machen darf, (...xx....)

Weiss jetzt nicht, ob eine solche Rubrik besteht; die Befürchtung, dass man dich so lange 'am Leben' erhält ist m.E. ziemlich klein, schliesslich hast du nicht eine saudische Familie im Rücken.... ;) Eine Gefahr dafür wäre dann höchstens noch, wenn du ein spektakulärer medizinischer Fall sein solltest... ;)
Gruss lionne

@ Gnu!
unabhängig von bestehenden oder nicht bestehenden Rubriken kannst du jederzeit alles anfügen, was du möchtest.

Die Pro Senectute hat übrigens sehr ausführliche Patientenverfügung - inkl. andere Anordnungen für den Todesfall.

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Re: Organspende in der Schweiz

Beitragvon lionne » Do 30. Mai 2019, 15:20

Kampf gegen Organmangel weckt ethische Bedenken
Medizin Eine Initiative will, dass alle, die sich nicht aktiv dagegen entscheiden, als Organspender gelten. Damit soll der Organmangel bekämpft werden. Ethiker warnen vor Grenzüberschreitungen.
Wer seine Organe spenden will, kann sich in dem nationalen Organspende-Register eintragen lassen, das die Stiftung Swisstransplant betreibt. Wer dort nicht registriert ist und auch keine Spenderkarte auf sich trägt, gilt als Nicht-Spender.
Das Komitee für die Volksinitiative "Organspende fördern - Leben retten", die im März eingereicht wurde, will nun die sogenannte "Widerspruchslösung" einführen.
Künftig gälten grundsätzlich alle Menschen als Organspender, es sei denn, sie haben sich dagegen entschieden und dies im Spenderregister festgehalten. In anderen Ländern wie Oesterreich, Frankreich, Italien, Spanien oder Polen ist diese Regelung bereits in Kraft.


Viel zu wenig Spenderorgane
Die Initiative kommt frühestens 2022 vor das Volk, wenn sie nicht vorher zurückgezogen wird. Dazu könnte es kommen, wenn der Bundesrat auf die zentrale Forderung (der Initiative) eintritt und mit einer neuen Rechtsgrundlage den Organnotstand bekämpft. Obwohl im letzten Jahr ein neuer Spendenrekord erreicht wurde, stehen immer noch zu wenig Organe zur Verfügung. Ende 2018 standen über 1400 Patienten und Patientinnen auf der Warteliste.
Quelle. Pfarrblatt reformiert "saemann" Nr. 6, Juni 2019

Ich bin ja nach wie vor dafür, dass diejenigen, die spenden wollen, sich ins Organspende-Register eintragen lassen sollen! Das finde ich eine gute Lösung!
>>> Jeder Mensch hat das Recht auf körperliche Integrität - im Leben und im Sterben. Hat jemand zuvor nicht ausdrücklich zugestimmt, darf er nicht zur Ressourse (Ersatzteillager) für verwertbare Organe werden. Der tote Körper darf/soll nicht zum 'staatlichen Eigentum' werden, was sich mit einer liberalen Grundhaltung nicht vereinbaren lässt!
Es laufen ja in dieser Sache (Organspende) verschieden Kampagnen, welche die Oeffentlichkeit auf die ganze/umfassende Problematik aufmerksam machen sollen.... Die moralisch hochgerüsteten Organspendekampagnen würden zunehmend den Eindrück vermitteln, der tote Körper gehöre der Gemeinschaft, kritisiert der Ethiker Frank Mathwig….
Wie gesagt, finde ich es die beste Lösung, wenn diejenigen, die spenden wollen, sich ins Organspende-Register eintragen lassen. Jene die es nicht machen, bzw. verpassen, sich mit der Frage "Organspende ja oder nein" zu Lebzeiten auseinander zu setzen, sollen nicht automatisch zu Organspendern werden (>>> sog. Widerspruchslösung).
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Re: Organspende in der Schweiz

Beitragvon Gnu » Fr 31. Mai 2019, 11:37

Es braucht keine Organspenden, diese Industrie gehört schlicht verboten.
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Re: Organspende in der Schweiz

Beitragvon lionne » Fr 31. Mai 2019, 11:55

Gnu hat geschrieben:Es braucht keine Organspenden, diese Industrie gehört schlicht verboten.

Hallo Gnu! Sag das mal den über 1400 Patienten und Patientinnen (Stand Ende 2018) auf der Warteliste für ein Organ.
In der ganzen Diskussion über Organspende kann man sich schon (auch) fragen, ob da wirklich immer ein Organ verpflanzt werden soll; ich habe oft den Eindruck, dass der heutige Mensch einfach nicht mehr sterben kann/will.
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Re: Organspende in der Schweiz

Beitragvon lionne » Fr 31. Mai 2019, 14:49

Thema Organspende: Heute wieder gross in allen Medien (sogar in unserem "Provinzblatt"....)

Am Mittwoch präsentierte der für das Geschäft zuständige Gesundheitsminister Alain Berset (SP) in der Sitzung des Bundesrates ein Aussprachepapier, in welchem er sich dezidiert für die Widerspruchslösung ausspricht. Der Bundesrat müsse sich in dieser Frage klar positionieren, argumentierte er.... Doch in dieser Sache ist der BR nicht einig!
Es besteht offenbar eine Diskrepanz zwischen der Spendenbereitschaft laut Umfragen und den effektiv Spendewilligen!
Also liebe Leute, die ihr eine Organspende/Organspenden befürworten: Macht endlich Nägel mit Köpfen und lasst euch als potentielle Organspender und Organspenderinnen registrieren! :x

>>> Mehr dazu: https://www.ref.ch/news/bundesraete-bei ... ar-uneins/
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