Rente Quo Vadis

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Rente Quo Vadis

Beitragvon Joggeli » Di 23. Nov 2004, 08:18

Seit Jahren rede ich davon, dass ich wohl in zwanzig Jahren kaum pensioniert werde, sondern noch weitere 5 Jahre arbeiten müsste (sofern noch eine Stelle vorhanden) um dann mit 70 endlich in Rente gehen zu können. Wenn ich dann Glück habe, kann ich das Rentenalter noch ein paar Jahre geniessen...

Die Realität holt mich langsam ein:

Der Arbeitgeber-Verband fordert eine Erhöhung des Rentenalters auf 66 Jahre für Mann und Frau

Dazu Peter Hasler:
Peter Hasler ist bekannt für präzise Analyse und mutige Worte. Wenn er jetzt das Rentenalter 66 für alle fordert, weiss er genau, dass es sich um einen unpopulären Vorschlag handelt, der - würde heute darüber abgestimmt - beim Volk tatsächlich keine Chance hätte. Mit dem Schuss übers machbar scheinende Ziel hinaus zielt der Arbeitgeberverband indes auf eine Bewusstseinsänderung im helvetischen Ego. Die Demografie lässt sich leider nicht zurechtbiegen. Im Jahr 2040 werden noch 2,2 Arbeitnehmer einen Rentner finanzieren müssen, heute sind es immerhin 3,7 Aktive. Die AHV-Kosten werden in 35 Jahren 10,8 Prozent des Inland-produkts ausmachen, das entspricht einer Steigerung von über 50 Prozent (!).


Da die Ehefrau oft einige Jahre jünger ist, aber kaum noch eine Arbeitsstelle im Altern finden wird, bleibt dem Ehepaar neben einer Einzelrente dann einfach noch der Gang zum Sozialamt, da die Zusatzleistungen ja auch noch gekürzt werden sollen.

Wen wundert es, dass wir immer mehr IV-Empfänger haben im alter ab 40-50 Jahren?

Im Weiteren sollen die BVG Mindestzinssätze und der Rentenumwandlungssatz noch weiter gekürzt werden.

Tipp (nicht ganz ernst zu nehmen):

Nicht an morgen denken - lebe heute, morgen kannst du immer noch zum Sozialfall werden!
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Re: Rente Quo Vadis

Beitragvon erdbeeri » Di 23. Nov 2004, 13:03

Original von Joggeli
Seit Jahren rede ich davon, dass ich wohl in zwanzig Jahren kaum pensioniert werde, sondern noch weitere 5 Jahre arbeiten müsste (sofern noch eine Stelle vorhanden) um dann mit 70 endlich in Rente gehen zu können. Wenn ich dann Glück habe, kann ich das Rentenalter noch ein paar Jahre geniessen...

Tipp (nicht ganz ernst zu nehmen):

Nicht an morgen denken - lebe heute, morgen kannst du immer noch zum Sozialfall werden!


:D :D :D

genau das denk ich mir auch immer wieder. jedoch müsste ich noch 40 jährchen arbeiten :D . wahrscheindlich kommt es aber sowiso vorher zum kolaps. unser tolles sozialsystem unterstütz immer mehr menschen, jedoch immer weniger arbeiten und zahlen ein. glücklich sind die, die in der zukunft ihr eigenes gärtchen haben und wenigstens ein bisschen gemüse zum knabern haben. ;)

Lukas 12
22 Er sprach aber zu seinen Jüngern: Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen sollt, auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen sollt.
23 Denn das Leben ist mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung.
ff

...Gott sei dank!

gruss erdbeeri 8-)

Original von Joggeli
Seit Jahren rede ich davon, dass ich wohl in zwanzig Jahren kaum pensioniert werde, sondern noch weitere 5 Jahre arbeiten müsste...


ja, genau das kannst du wahrscheindlich in fünf jahren wieder sagen :D wenn du 90ig jahre alt bist, und endlich in pension, kannst du sagen,´ich habs ja gesagt!´ :D
Baruch ha ba B´shem Adonai

:praise:

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Re: Rente Quo Vadis

Beitragvon Yasha » Di 23. Nov 2004, 16:29

dass ich eine Rente noch erlebe... das ist bei mir nur ein vorsichtiger Gedanke.

Mit meinen 20 Jahren bin ich in einem System aktiv, bei dem der Trend dahin geht, das der Mensch sogar noch arbeitend stirbt. Wenn er es sich leisten kann zu sterben. Wenn ich mir z.T. die Kosten anschaue die für die Hinterbliebenen entstehen, ist leben zwar teuer, sterben aber auch ...

Was will man machen? ich habe keine Lust bis an mein Lebensende zu krüppeln, ich könnte aber auch nicht sagen wie das Ganze zu finanzieren sei. Ausserdem scheint mir das System ein Trugschluss, das Sozialsystem wird nicht durch ein höheres Rentenalter entlastet. Die AHV, ja. Der Rest nicht. Durch die längeren Arbeitsjahre wird es in den jüngeren Bereichen mehr Arbeitslosigkeit geben, die dem Staat auf der Tasche liegen müssen (jetzt schon sind mehr als die Hälfte der Leute die ich kenne zwischen 20-30 sind arbeitslos... aber keineswegs aufgrund von Faulheit oder "will keinen Job"!) Durch das längere Arbeiten würde wohl auch die IV stärker beansprucht.

Es ist also mehr eine Verlagerung der KOsten, glaube ich. Zahlen muss das sowieso jemand ....
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Re: Rente Quo Vadis

Beitragvon Yehudit » Di 23. Nov 2004, 20:21

Tja, und wer will schon noch einen 60jährigen einstellen??? :?
Ist es den Menschen überhaupt noch vergönnt, einen arbeitsfreien Lebensabend geniessen zu dürfen nach so vielen Jahren z.T. harter Arbeit?

Mein Vater wurde dieses Jahr pensioniert. Erst hatten wir etwas Bedenken, wie das wohl werden würde, da mein Vater ein workaholiker war. Aber er geniesst es zusammen mit meiner Mutter. Er durfte eine Reise machen, die schon seit x-Jahren sein sehnlichster Wunsch war. Viele Menschen können das aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr tun (Vati könnte es evt. auch nicht mehr, wenn er noch lange arbeiten müsste). Sollen sie ihre Pension am Stock, im Spital oder im Pflegeheim verbringen müssen? Ich denke dabei grad an die körperlich schweren Berufe wie Maler, Maurer, Zimmermann, usw.

Grüessli Yehudit
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