Braucht die reformierte Kirche Bischöfe?

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Braucht es reformierte Bischöfe?

Ja
349
53%
Nein
307
47%
 
Abstimmungen insgesamt : 656

Braucht die reformierte Kirche Bischöfe?

Beitragvon beatus » Di 14. Sep 2004, 11:54

Katholiken und Methodisten haben bereits ihre Bischöfe. Um in der Öffentlichkeit besser wahrgenommen zu werden, prüft jetzt auch der Kirchenbund die Einführung von Bischöfen. Braucht es diese, was ist Ihre Meinung?


Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK) sucht nach neuen Wegen, um in der Öffentlichkeit besser wahrgenommen zu werden. Dabei wird auch an die Ernennung von Bischöfen gedacht. Derzeit hat in der Schweiz jede evangelisch-reformierte Kantonalkirche ihre eigene Stimme.

Lanciert wurde die Idee von Gottfried Locher, dem Leiter Aussenbeziehungen im SEK. Innerhalb des Kirchenbundes werde nach wie vor über diesen Vorschlag diskutiert, erklärte SEK-Sprecher Simon Weber. Der Kirchenbund bemühe sich um einen besseren Auftritt, weil er in der Schweizer Öffentlichkeit besser wahrgenommen wolle.

Lochers zu Jahresbeginn lancierter Vorschlag, das Bischofsamt in der evangelischen Kirche einzuführen, habe vor allem in der deutschsprachigen Schweiz zu vielen Reaktionen auf Leserbriefseiten und in Zeitungsartikeln geführt, berichtet Weber.


Keine offizielle SEK-Position
Diesen Herbst ist die Debatte mit einem Interview der Genfer Zeitung "Le Temps" auch in die Westschweiz hinübergeschwappt. Simon Weber betont, das Zeitungsinterview mit Locher habe in Absprache mit dem SEK stattgefunden. Vom Kirchenbund gebe es jedoch zum Vorschlag von evangelischen Bischöfen keine offizielle Stellungnahme. Dieser habe aber grosses Interesse an einer breiten Diskussion, "weil die Frage nach der besseren Wahrnehmung unserer Kirche gestellt wird".

Zur Debatte stehe auch der Föderalismus in der evangelisch-reformierten Kirche, betont Weber: "Der Kirchenbund besteht aus 26 zusammengeschlossenen evangelischen Kirchen." Auf nationaler Ebene werde er als SEK-Sprecher aber immer wieder gefragt, was die Reformierten in der Schweiz über dieses und jenes dächten.


Auch Bischöfinnen
Aus der Sicht des SEK würde das Bischofsamt in der reformierten Kirche nicht einem Weihe- oder Lehramt entsprechen. Der Bischof wäre vielmehr "geistlicher Gewährsmann". Auch Frauen könnten dieses Amt übernehmen. Der Auftritt von Bischöfen würde aber in der Öffentlichkeit sicher besser wahrgenommen als jener der Präsidenten der kantonalen Synodalräte oder der Kirchenräte.


Rückkehr zum Katholizismus?
Bedeutet der Vorschlag von Gottfried Locher eine Rückkehr zum Katholizismus? Im Interview mit "Le Temps" verneint er diese Frage. Das Amt eines Bischofs sei "kompatibel" mit dem Protestantismus. Im Ausland gebe es bereits bei einigen evangelischen Kirchen Bischöfe. Dies sei der Fall in Ungarn und Rumänien. Auch die Lutheraner und Anglikaner kennen Bischöfe.

Locher ist der Ansicht, es fehle eine geistliche Stimme, die in der Schweiz im Namen der ganzen reformierten Kirche sprechen könne und nicht nur auf Kirchgemeinde-Ebene. Die Präsidenten und Präsidentinnen der Synodalräte müssten ja vorrangig Verwaltungs- und Führungsaufgaben wahrnehmen.

Im Unterschied zu diesen würden Bischöfe als "geistliche Führer" auftreten. Nehme man heute das Wort Bischof in den Mund, denke jedoch alle Welt zuerst an katholische Amtsträger.


Gewählte geistliche Autorität
Ein wichtiger Unterschied zur katholischen Kirche sei es, so Locher im Interview weiter, dass im Fall der Einführung von Bischöfen in der evangelisch-reformierten Kirche auch Frauen dieses Amt ausüben könnten. Der Bischof oder die Bischöfin würden "demokratisch" gewählt. Die Wahl würde entweder durch die Gläubigen oder durch die Kirchenparlamente vorgenommen. Die Person im Bischofsamt wäre eine geistliche Autorität. Sie könnte aber keine persönliche Macht ausüben.

Das Bischofsamt in der reformierten Kirche der Schweiz würde auf nationaler Ebene zu einem besseren Gleichgewicht im ökumenischen Dialog führen. Zur Zeit müsse der Präsident des SEK, Pfarrer Thomas Wipf, diese Rolle übernehmen. "Faktisch verfügt er aber über kein Mandat, um im Namen der Mitgliedkirchen zu sprechen", bemerkt Locher.

Locher beklagt, dass die Stimme der reformierten Kirche in der nationalen Diskussion kaum mehr gehört werde. Das gelte sowohl für politische wie für spirituelle Themen. Sie könne sich auch nicht sichtbar machen.


Heutige Strukturen hinterfragen
Würde das Bischofsamt eingeführt, so wäre klar, "dass unsere Strukturen nicht zeitgemäss sind. Es hat zu viele kleine Kirchen mit verschiedenen Strukturen." Locher ist überzeugt, dass die Trennung von Kirche und Staat sich überall in der Schweiz durchsetzen werde. Es sei dies nur eine Frage der Zeit.

quelle: Kipa
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Re: Braucht die reformierte Kirche Bischöfe?

Beitragvon Taube » Di 14. Sep 2004, 12:31

Rückkehr zum Katholizismus?
Bedeutet der Vorschlag von Gottfried Locher eine Rückkehr zum Katholizismus? Im Interview mit "Le Temps" verneint er diese Frage. Das Amt eines Bischofs sei "kompatibel" mit dem Protestantismus. Im Ausland gebe es bereits bei einigen evangelischen Kirchen Bischöfe. Dies sei der Fall in Ungarn und Rumänien. Auch die Lutheraner und Anglikaner kennen Bischöfe.



Auch unsere Freikirche EMK kennt das Bischofsamt: Bischof Heinrich Bolleter hat seine Büros im Zürich und ist für 14 Länder verantwortlich. Bischofssitz am Stauffacher: http://www.umc-europe.org/address_e.php

Also nichts Aussergewöhnliches und nichts Widersprüchliches. Aber ob sich das durchsetzen wird in den typisch evangelisch-reformierten Kirchen? Ist dort doch die demokratische Struktur noch stark verwurzelt, basierend auf den Ortsgemeinden und den Kantonalkirchen.



Gruss Taube


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Re: Braucht die reformierte Kirche Bischöfe?

Beitragvon Kaleko » Mi 15. Sep 2004, 08:18

Salü mitenand

Bischöfe für die reformierte Kirche, das wäre eine gute Möglichkeit um in der Öffentlichkeit mehr wahrgenommen zu werden, eine Intension die ich befürworten könnte.
In vielen Gegenübersetzungen der katholischen und reformierten Vertretern in gerade nationalen, öffentlichen Gesprächen, wirken die katholischen Vertreter durch ihr Amt, ihr Mandat innerhalb der Kirche stärker, gegenüber der reformierten Vertretern, die nicht das gleiche oder überhaupt ein ähnliches Mandat innerhalb der Kirche haben, um in Stellvertretung dieser nach aussen wirken zu können.

Um was ich mich sorge dabei, ist die Kirche, die durch die Einführung von Bischöfen und Bischöfinnen :] dann nur noch über diese einzelnen Vertreter wahr genommen wird und nicht mehr über die Menschen in der reformierten Kirche. Dass der Blick von den Menschen weg auf die Amtsinhaber wechselt.

Und wie Taube schon auf die demokratische Struktur hinweist, die dürfte bei der Einsetzung von Bischöfen nicht verlustig gehen.

Dies meine ersten Gedanken, es Grüessli, Kaleko
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Gott braucht keine Beamte

Beitragvon Marvin » Mi 15. Sep 2004, 11:12

Es gilt, wegzukommen von all diesen seit jeher falschen und überkommenen Ideen der Vergangenheit. Bischöfe, Kirchen- und Sektentümlerei, Orden, Priesterämter... das sind alles Dinge, die heute noch viel mehr obsolet sind als früher schon. Der Herr braucht keine Beamte. Jene Menschen, die Er erwählt, die beruft Er Sich Selbst.

Ein vom Herrn Berufener ist unübersehbar. Da ist dann auch gar keine Rede mehr davon, so jemand könne sich womöglich nicht gegen bloß von Menschen ermächtigten Kirchenoberhäupter durchsetzen. Ganz im Gegenteil. Da wird man die Nichtigkeit solcher Beamtenschaft nur umso deutlicher erkennen.

Worin liegt der Sinn, ein noch größerer Teufel zu werden, um so einen anderen Teufel zu übertrumpfen? Der Überwundene wird noch ärgere Mittel und Wege finden, um sich wieder über seine Feinde erheben zu können. Oder ein kleiner Teufel zu werden, um dem viel mächtigerem zuwenigst etwas abtrotzen zu können? Das sind Wege der Welt und sie führen alle ins Verderben.
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Re: Gott braucht keine Beamte

Beitragvon Such_Find » Mi 15. Sep 2004, 15:12

Wenn ein Mensch einen äußeren "Stand" einnimmt der er innerlich nicht ist, ist der ***** vorprogrammiert.
Dieser Stand muß dann auch äußerlich gehalten/verteidigt werden(mit bekannten Mitteln).
Was soll ein Nicht-Seiendes Wesen bewirken, was kann es schon von Gott erwarten?


Christen und Wahrhaftigkeit...:cry:
«Andererseits frage ich mich seit langem, woher diese Unfähigkeit stammt, den Geist Gottes als das zu sehen, was er ist, nämlich als das Leben, Wesen, Bewußtsein und Sein Gottes.»
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Re: Gott braucht keine Beamte - ER nicht, aber...

Beitragvon Taube » Mi 15. Sep 2004, 15:42

Man darf es sich auch nicht zu einfach machen. Es geht ja nicht um Beamtentum in der Ausgangsfrage!

Beispiel:

EMK Schweiz besteht aus:

81 Bezirken (1 davon in Österreich)
ca. 13´000 Mitglieder und Freunde
143 Pastoren und Gemeindemitarbeiter (43 davon im Ruhestand)

Quelle: Homepage von EMK Schweiz.


Immer wieder gibt es Anlass gemeinsam aufzutreten. Wer soll aber jetzt sprechen? z.B. zu Trennung Staat-Kirche in Zürich, zu Abstimmungsfragen in Abtreibung etc. etc. Schon die EMK in der Schweiz, eine nicht allzu grosse Kirche, hat 143 Pastoren! Soll jeder nach seinem Sinne Verlautbarungen veröffentlichen oder ist vielleicht eine Stimme wirkungsvoller, um der Gemeinde eine Stimme zu geben? Darum geht es doch.

Ja Gott braucht keine Beamte, aber unsere Gemeinden vielleicht eine Verwaltung, wo Aufgaben geteilt werden, wie dies schon in den "Urgemeinden" der Fall gewesen ist.


Gruss Taube







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Re: Gott braucht keine Beamte - ER nicht, aber...

Beitragvon Harmagedon » So 24. Okt 2004, 16:20

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Re: Braucht die reformierte Kirche Bischöfe?

Beitragvon Cantore48 » Di 26. Okt 2004, 10:17

Ich ärgere mich darüber, was für kuriose Ideen-Blüten immer wieder geboren werden. Nach Jahrhunderten des bescheidenen in sich gekehrten Wirkens in den reformierten Kirchen merken die Exponenten wieviel Immage in der Zwischenzeit durch diese Haltung abhanden gekommen ist. Nach der reformierten Identität wird gerufen. Die Katholiken haben es da in dieser Beziehung leichter. An der Spitze sitzt in Rom der Bischof aller Bischöfe, der Papst. Und dazu ist er eben auch ein Staatsoberhaupt, weil der Vatikan völkerrechtlich als Staat gilt. Und wie jeder andere Staat auch, ist der Vatikan durch Botschafter mit der ganzen Welt vernetzt, sie haben also einen ganz andern Zugang zu Regierungen und können Einfluss nehmen. Den Reformierten fehlt solches, was besonders dann schmerzlich bewusst wird, wenn sie auf politischer Ebene eine Rolle spielen möchten.
Dass nun aber die Gedanken und Vorschläge dahin gehen, man müsste auch auf reformierter Seite einen Bischof, bzw. eine bischöfliche Struktur aufbauen um mit den andern gleich zu sein, dünkt mich doch sehr abstrus. Dann könnten wir Schweizer auch gleich das Königtum mit entsprechender Hofhaltung einführen. Vielleicht kommt diese Idee bei vielen Miteidgenossen an, lesen doch sehr viele die Hofberichte in den einschlägigen "Heftlis" und bekommen glänzende Augen, wenn sie via Fernseher an einer fürstlichen Hochzeit teilnehmen dürfen.
Das Spezielle bei den reformierten Schweizer Kirchen ist ja, dass sie auf einer eminent demokratischen Basis aufgebaut sind. Ich behaupte, dass die jahrhundertalte reformierte Kultur wesentlich zum heutigen Demokratieverständnis, wie wir es leben, beigetragen hat. Für die Reformierten sind demokratische Gesellschaftsstrukturen eine Selbstverständlichkeit.
Offenbar sind sich die Exponenten der Reformierten Kirche (z.B. Schweiz. Evang. Kirchenbund) selbst nicht klar darüber nicht mehr im Klaren. Ein Schweizer Bischof! man stelle sich das vor. Eine alte, verstaubte Mythra und ein Krummstab findet man sicher noch in einem Museum.
Damit wäre auch das Bild der heutigen Reformierten Kirche gegeben: Alt und verstaubt.
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Re: Braucht die reformierte Kirche Bischöfe?

Beitragvon nereid88 » So 31. Okt 2004, 21:52

Bischöfe sind auch nicht heiliger als andre, wozu sollte es sie dann geben?!
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Re: Braucht die reformierte Kirche Bischöfe?

Beitragvon Kaleko » Mi 10. Nov 2004, 19:57

Original von Cantore48

Das Spezielle bei den reformierten Schweizer Kirchen ist ja, dass sie auf einer eminent demokratischen Basis aufgebaut sind. Ich behaupte, dass die jahrhundertalte reformierte Kultur wesentlich zum heutigen Demokratieverständnis, wie wir es leben, beigetragen hat. Für die Reformierten sind demokratische Gesellschaftsstrukturen eine Selbstverständlichkeit.
Offenbar sind sich die Exponenten der Reformierten Kirche (z.B. Schweiz. Evang. Kirchenbund) selbst nicht klar darüber nicht mehr im Klaren. Ein Schweizer Bischof! man stelle sich das vor. Eine alte, verstaubte Mythra und ein Krummstab findet man sicher noch in einem Museum.
Damit wäre auch das Bild der heutigen Reformierten Kirche gegeben: Alt und verstaubt.
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Salü Cantore48

Willkommen im Forum!

Die reformierte (evangelische) Kirche will die Demokratie nicht aufheben, sondern ergänzend Vertreter Ihrer Kirche in der Öffentlichkeit:

Aus der Sicht des SEK würde das Bischofsamt in der reformierten Kirche nicht einem Weihe- oder Lehramt entsprechen. Auch Frauen könnten dieses Amt übernehmen. Der Auftritt von Bischöfen würde aber in der Öffentlichkeit sicher besser wahrgenommen als jener der Präsidenten der kantonalen Synodalräte oder der Kirchenräte.

Locher ist der Ansicht, es fehle eine geistliche Stimme, die in der Schweiz im Namen der ganzen reformierten Kirche sprechen könne und nicht nur auf Kirchgemeinde-Ebene . Die Präsidenten und Präsidentinnen der Synodalräte müssten ja vorrangig Verwaltungs- und Führungsaufgaben wahrnehmen.Im Unterschied zu diesen würden Bischöfe als "geistliche Vertreter" auftreten.

Doch ich kann Deine Haltung gut nachvollziehen, denn nimmt man/frau heute das Wort Bischof in den Mund, denkt alle Welt zuerst an katholische Amtsträger.

Weiss eigentlich Jemand ob und was in dieser Hinsicht weiter thematisiert wird?

Es Grüessli vo de Kaleko
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Re: Braucht die reformierte Kirche Bischöfe?

Beitragvon Enggi » Mi 10. Nov 2004, 20:18

Sind "Bischöfe" nicht eigentlich Älteste? Die hat doch jede Ortsgemeinde, wenn es überhaupt noch neutestamentlich her und zu geht. Aber mit Christbaum und Kindertaufe hat wohl definitiv der Gott dieser Welt Einzug gehalten.
Unser Geist geht nicht weiter als wir unseren Körper bringen. Oswald Chambers

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Re: Braucht die reformierte Kirche Bischöfe?

Beitragvon Albi » Mo 6. Dez 2004, 07:57

Hallo,
da hier leider nur ja und nein als Antwort möglich war muss ich wohl noch einen kleinen Text schreiben um meine Meinung (ein klares ja) zu erklären.
Zu Beginn eine Stelle aus dem Neuen Testament:

Wer das Amt eines Bischofs anstrebt, der strebt nach einer grossen Aufgabe. Deshalb soll der Bischof ein Mann ohne Tadel sein, nur einmal verheiratet , nüchtern, besonnen, von würdiger Haltung, gastfreundlich, fähig zu lehren; er sei kein Trinker und kein gewalttätiger Mensch, sondern rücksichtsvoll; er sei nicht streitsüchtig und nicht geldgierig....Wer seinem eigenen Hauswesen nicht vorstehen kann, wie soll der für die Kirche Gottes sorgen?

Kleine Anmerkung, von und für mich zu dieser Stelle aus dem NT. Da die meisten Bibelübersetzungen wohl auf dem basieren, was Luther übersetz hatte, kann man , meines Erachtens , für Mann auch Frau einsetzen. Martin Luther war ja nicht gerade Frauenfreundlich.

Bischöfe sollen Gemeindevorsteher sein, die sich um die Belange der Gemeinde kümmern sollen, nach Innen wie nach Aussen, also halte ich dieses "Amt" für überaus wichtig.
Allerdings müssen wir uns immer wieder vor Augen halten, der Name an sich bedeutet nichts, die Person die ein Amt ausübt gibt ihm den Namen und erfüllt es mit Leben.

Um noch mehr vom Thema abzukommen (t´schuldigung) sehr interessant finde ich noch eine andere Stelle des NT zum Bischofsamt:

Der Geist sagt ausdrücklich: In späteren Zeiten werden manche vom Glauben abfallen; sie werden sich betrügerischen Geistern und den Lehren von Dämonen zuwenden, getäuscht von heuchlerischen Lügnern, deren Gewissen gebrandmarkt ist. Sie verbieten die Heirat und den verzicht auf bestimmte Speisen, die Gott doch dazu geschaffen hat, dass die, die zum Glauben und zur Erkenntniss der Wahrheit gelant sind, sie mit Danksagung zu sich nehmen.

Nachlesen kann man das im Timotheus 3+4.
Wer glaubt ohne zu verstehen, ist wie ein Esel der Bücher trägt.
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Re: Braucht die reformierte Kirche Bischöfe?

Beitragvon finststroem » Sa 15. Jan 2005, 23:28

Es trifft wohl zu, dass die schweizerischen evangelisch-reformierten Kirchen seit der Reformation den Titel "Bischof" oder "Bischöfin" nicht kennen. Aber die Kompetenzen des "Antistes", des obersten Pfarrers einer reformierten Kantonalkirche, bis Ende des 19. Jahrhunderts wären mindestens so stark wie diejenigen eines lutherischen Landesbischofs. Und auch ein kantonaler Kirchenratspräsident hat ähnliche Funktionen wie ein lutherischer Bischof.
In dem Sinne verstehe ich das Aufschreien vieler Reformierter beim Gedanken an die Ernennung von Bischöfen nicht. Entscheidend ist, welche Kompetenzen einem solchen eingeräumt werden.

Ich sehe im Bischofsamt bzw. im Einführen des Titels "Bischöfin" oder "Bischof" eine Chance: Die Leitung einer Landeskirche oder auch des SEK wird klarer persönifiziert. Herr Wipf, zum Beispiel, wäre dann nicht mehr nur der nette, farblose reformierte Pfarrer, der jeweils bei gemeinsamen Auftritten der katholischen und der reformierten Kirchenleitungen auch noch neben dem Präsidenten der römiscfh-katholischen Bischofskonferenz sitzen und einige brave Worte sprechen darf, ohne jedoch weiter aufzufallen. Er wäre eben der reformierete Bundesbischof und damit auch im Bewusstsein von Journalisten und Öffentlichkeit auf ungefähr gleicher Ebene
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Re: Braucht die reformierte Kirche Bischöfe?

Beitragvon gehirnathlet » Mo 14. Feb 2005, 22:41

Es braucht keine neue Bischöfe auch braucht es keine neue Priester oder Pfarrer oder sonst irgendwelche Glaubensvertreter irgendeiner Weltreligion.

Was es braucht ist eine neue Reformation aller Kirchen untereinander.
Es braucht den Zusammenschluss aller Religionen zu einem gemeinsamen Ziel.
Nur das neue Ziel aller Religionen wird das Böse besiegen können.

Es braucht neue Gebote, obschon die doofen Menschen es nicht einmal schaffen die 10 Gebote Moses einzuhalten, bin ich überzeugt das es neue Gesetzte braucht, die alles bisherige da gewesene und veraltete unterordnet.

Nur die Verankerung der Umweltschutzgesetze in allen heiligen Lehrbüchern, bringt den Frieden.

Wenn sich alle Gläubige für die Beschützung der Mutter Natur einsetzen werden, wird das Böse innert kürzester Zeit von der Welt vertrieben sein.

Wenn alle Weltreligionen und Ihre Anhänger, das sind nicht wenige, sich für eine Welt ohne Kriegsmaterial und derer Bediener verteidigen, wird es nur wenige Jahre dauern und anstatt Panzer und Düsenjets und Kriegsschiffe und Atombomben, werden wieder mehr Objekte des Friedens entstehen.

Wenn alle Gläubige sich wehren gegen den Militarismus, werden die Soldaten und derer Befehlshaber von einer absoluten Übermacht in den Boden zerstampft und in die Hölle geschickt.

Doch solange sich die Gläubige fragen ob Sie neue Bischöfe brauchen und ob es angebracht ist das Reformierte in Katholische Messen gehen dürfen, wird es nie und nimmer Frieden geben auf der Welt.

Darum braucht es mich als euer neuer Papst, der euch auf den richtigen Weg führt und allen die neuen Umwelt-, und Zivilschutzgesetze aufzeigt, die durch Logik und Wissen, zu einer Gewaltfreien und vom Bösen befreiten Welt führen.

So viele von euch beten zu Gott, dass er eure Sünden und eure Fehlbarkeit verzeihen soll und alles vergeben damit Ihr in den Himmel kommt.
Doch warum Betet niemand so.
„ Liebe Umwelt, liebste Mutter Natur wir helfen dir damit wir und unsere Kinder überleben können und wir uns weiterhin an deinem Busen laben können“ Amen

Muter Natur.
Geheiligt werde deine Nahrung.
Deine Ernte komme.
Deine Lebewesen gedeihen, wie in den Wolken so auf Erden und in den Wassern.
Unser tägliches Brot gib uns heute und auch noch Morgen.
Und vergib uns nicht unseren Umweltschmutz, den auch wir vergeben nicht den Umweltverschmutzern.
Und führe uns nicht in Versuchung der Kaufhausfaulheit, sondern zeige uns wie wir dich bebauen und hegen und pflegen.
Denn dein ist die Reinheit des Lebens, das Essen und Trinken und die Herrlichkeit auf Erden.

Amen


Es braucht eine einzige neue heilige Schriften, die alles zusammenführt und nicht viele verschiedene alte Schriften die alle Völker der glaubhaftigkeit wegen untereinander verfeinden.

Neue Ziele einer neuen Reformation braucht es.
Verankerung der neuen Umweltschutzgesetze in den alten Schriften, Weg vom Glauben und Hin zum Wissen über die bebauung der Mutter Natur.

Umwelt-, und Zivilschutzreformation aller Gläubigen Menschen untereinder braucht es und nur so wird die Menschheit das nächste Jahrzehnt überleben.


Ganz sicher braucht es keine neuen Bischöfe.


Der Gehirnathlet der sich als neuer Papst reformiert.
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