Faschismus ab Jahr 1919

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Faschismus ab Jahr 1919

Beitragvon George P » So 15. Sep 2019, 19:59

Faschismus ab Jahr 1919


Was waren die Faschisten und was haben die Faschisten gemacht.

Eine Geschichte fängt mit ein Anfang an.
Wo hat der Faschismus angefangen?

In Triest ist ein Denkmal für den italienischen Dichter Gabriele D’Annunzio aufgestellt worden. Einige der Anwesenden trugen faschistische Schwarzhemden. Im benachbarten Kroatien sorgte nicht nur das für Empörung.

Die Errichtung eines Denkmals in Triest hat einen diplomatischen Eklat zwischen Kroatien und Italien nach sich gezogen. In scharfen Worten protestiert Kroatien dieser Tage nicht allein gegen das Monument für den italienischen Dichter und Revolutionär Gabriele D’Annunzio, sondern auch gegen das Datum seiner Einweihung. Denn die Enthüllung hatte am vergangenen Donnerstag stattgefunden, am 12. September. Das war das 100. Jubiläum des Tages, an dem D’Annunzio 1919 an der Spitze einer Schar freischärlernder Glücksritter in die Stadt Fiume, das heutige kroatische Rijeka, einmarschiert war. Die Herrschaft D’Annunzios und seiner Spießgesellen dauerte kaum 16 Monate, war aber weltgeschichtlich bedeutsam. Der Historiker Oliver Jens Schmitt bezeichnet Fiume in dieser Zeit als „proto-faschistischen Freistaat“, der sich zu einem „Laboratorium der faschistischen Machtergreifung“ entwickelt habe.


Michael Martens

Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.


In Kroatien hat die Staatsführung geschlossen gegen die Vorgänge in Norditalien protestiert. „In schärfster Form verurteilt Kroatien die Entscheidung der Stadt Triest, am 100. Jahrestag der Besetzung von Rijeka ein Denkmal für Gabriele D’Annunzio zu errichten“, heißt es in einer Mitteilung des Außenministeriums in Zagreb, die freilich auch erkennen lässt, dass man die Angelegenheit nicht zur Eskalation treiben will. Denn ausdrücklich wird hervorgehoben, dass der Ärger nicht etwa vom Staat Italien, sondern von der Stadt Triest ausgehe. Allerdings verurteilte das kroatische Außenamt auch die Gedenkfeiern zum 12. September, die in einigen italienischen Städten stattgefunden hatten.

Vor einem Jahrhundert hatte das Regime D’Annunzios für viele Einwohner der Stadt nichts Glorioses – vor allem, wenn sie nicht der relativen italienischen Bevölkerungsmehrheit angehörten. Der Alltag war vielmehr von Nahrungsmangel, Enteignungen und Plünderungen geprägt. Vor dieser Kulisse inszenierte der selbsternannte Dichterfürst in Fiume mit Aufmärschen, Fackelzügen und viel rhetorischem Bombast eine ästhetische Generalprobe für das, was bald darauf Benito Mussolini in Italien und Adolf Hitler in Deutschland aufführen sollten. „Er hat in Fiume jene Ästhetisierung der Massen vorweggenommen, die die faschistische und nationalsozialistische Herrschaft später für die Organisation der Massenaufmärsche einsetzte“, schreibt Maria Gazzetti, eine italienische Biografin D’Annunzios.

In Kroatien ist der berüchtigte Dichter allerdings weniger als Vordenker des Faschismus denn als Besatzer Rijekas verpönt. Denn die extreme Rechte Kroatiens tut sich bis heute schwer damit, die faschistische Vergangenheit des eigenen Landes nicht zu bagatellisieren. Einer der Adepten, die D’Annunzios Ästhetik übernahmen und das System durch Massenmorde radikalisierten, war der kroatische Faschistenführer Ante Pavelić, der in Kroatien von 1941 bis 1945 mit deutscher und anfangs auch italienischer Hilfe ein Terrorregime installierte. Vielleicht bietet das kommende Jahr einen Anlass zur Entspannung. Im Januar übernimmt Kroatien die EU-Ratspräsidentschaft – und Rijeka wird europäische Kulturhauptstadt.

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Ein solches Gedenken schade nicht nur den Beziehungen zwischen Italien und Kroatien, es stehe auch „in krassem Gegensatz zu europäischen Werten“. Außenminister Grlić Radman ließ dem italienischen Botschafter in Zagreb eine Protestnote übermitteln und sagte, für jene, die überkommene Ideologien propagierten, gebe es keinen Platz in der EU. Die Staatspräsidentin Kolinda Grabar-Kitarović, gebürtig aus Rijeka, twitterte, ihre Heimatstadt bleibe „ein stolzer Teil Kroatiens“ und nannte das Denkmal „skandalös“. Sie schränkte aber ebenfalls ein, die kroatisch-italienische Kooperation gründe heute auf Werten, die in vollkommenem Gegensatz zu allem stünden, was „die Person“ verkörpert habe, die man in Triest ehre.
Faschistische Schwarzhemden bei der Enthüllung des Denkmals

Die Empörung in Kroatien wurde noch gesteigert durch den Umstand, dass einige Teilnehmer an der Enthüllung des Denkmals faschistische Schwarzhemden mit der Aufschrift „Fiume oder Tod“ getragen hatten. Unter diesem Motto hatte die italienische Okkupation der Stadt 1919 gestanden. Dass zudem eine Gruppe italienischer Neofaschisten in Rijeka eine Flagge des Königreichs Italien am Zaun des Gouverneurspalastes befestigte, machte die Sache nicht besser, obwohl die Fahne von der Polizei rasch entfernt wurde und die Täter in Gewahrsam kamen.
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Re: Faschismus ab Jahr 1919

Beitragvon George P » So 15. Sep 2019, 20:09

Viele katholische Geistliche (wenngleich bei weitem nicht alle) sympathisierten mit der faschistischen Ustascha-Bewegung. – Kroatiens Staatsführer Ante Pavelic mit Kardinal Alojzije Stepinac, der 1998 von Papst Johannes Paul II als Märtyrer selig gesprochen wurde. Stepinac unterstütze grundsätzlich das Regime Ante Pavelics, trat aber entschieden für die verfolgten Juden und Serben ein. 1946 wurde er von einem jugoslawischen Gericht zu 16 Jahren Gefängnis mit Zwangsarbeit verurteilt, nach 6 Jahren Haft freigelassen und bis zu seinem Tod im Jahre 1960 unter Hausarrest gestellt.

http://www.neue-ordnung.at/index.php?id=1111

"Ante Pavelić ließ einen planmäßigen Völkermord an Serben, Juden, Roma, orthodoxen Christen sowie kroatischen und muslimischen Systemgegnern (häufig Kommunisten) durchführen. Das größte kroatische Konzentrationslager befand sich in Jasenovac, wo nach Angaben des Simon-Wiesenthal-Zentrums 85.000, nach Angaben des United States Holocaust Memorial Museum insgesamt etwa 56.000 bis 97.000 Serben, Juden, Roma und kroatische Oppositionelle umgebracht wurden. Es gab mehrere Todestransporte von hier nach Auschwitz. "



Ante Pavelić unterstützt von (jetzt heilig) Kardinal Alojzije Stepinac haben nur in Gebiet von damals Kroatien 750.000 orthodoxen Christen= Serben ermordet.


Deutsche Soldaten hatten in Rest-Jugoslawien den Auftragt, für jeden getötete deutsche Soldat 10.000 orthodoxen Christen = Serben zu erschießen.
So haben die deutsche Soldaten 1.000.000 orthodoxen Christen in Rest-Jugoslawien ermordet.



"Die Herrschaft D’Annunzios und seiner Spießgesellen dauerte kaum 16 Monate, war aber weltgeschichtlich bedeutsam."

Ist D’Annunzios, in Stadt Fiume, der Vater von Fascismus?


Grüße,
George.
George P
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