Vatikanische Vorbehalte gegen "synodalen Weg" in Deutschland

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Vatikanische Vorbehalte gegen "synodalen Weg" in Deutschland

Beitragvon George P » Fr 13. Sep 2019, 19:46

Vatikanische Vorbehalte gegen "synodalen Weg" in Deutschland

Nach dem Papst haben sich nun auch die zuständigen Vatikan-Behörden kritisch zu bestimmten Aspekten des geplanten "synodalen Wegs" geäußert und Nachbesserungen gefordert.

Das Vorhaben der deutschen Bischöfe und des Katholiken-Dachverbands ZdK müsse "effektiv und im Einklang mit der Weltkirche beschritten werden", heißt es in einem Brief des Leiters der vatikanischen Bischofskongregation, Kardinal Marc Ouellet, an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, der der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) vorliegt."

https://www.domradio.de/themen/reformen ... eutschland



"Böser Brief aus Rom
Vatikan weist Deutsche Bischofskonferenz in ihre Schranken

13.09.2019,

Nach dem Missbrauchsskandal will sich die katholische Kirche in Deutschland reformieren. Doch jetzt funkt der Vatikan dazwischen – mit einer sehr klaren, fast spöttischen Botschaft.

Angeredet wird Reinhard Marx von seinem römischen Kardinalskollegen Marc Ouellet aus dem Vatikan gestelzt-höflich mit "Eure Eminenz". Aber dann hagelt es Kritik. Trefft keine deutschen Entscheidungen, am Ende entscheidet Papst Franziskus, katholische Kirche ist keine Demokratie – mit so schroffen Feststellungen bügelt Rom den Wunsch in Deutschland nach mehr innerkirchlicher Offenheit ab. In dem Gutachten lässt der Vatikan kaum ein gutes Haar am geplanten Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland.
Das ist der Konflikt

Worum geht es? Der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Kleriker hat das Vertrauen in die Kirche erschüttert. Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) – die Vertretung der Gläubigen – sind sich deshalb einig: Jetzt muss etwas geschehen. Sonst ist der Schaden irreparabel.

Deshalb wollen sie einen Reformprozess einleiten, den "synodalen Weg". Es geht darin um vier Punkte: den Umgang der Kirche mit Macht, die kirchliche Sexualmoral, die umstrittene Ehelosigkeit von Priestern (Zölibat) und die Position von Frauen in der Kirche. All diese Punkte haben nach Expertenmeinung strukturell dazu beigetragen, dass der Missbrauch über so lange Zeit ungestraft stattfinden konnte.
Erster Warnschuss kam vom Papst

Die große Frage zum geplanten Reformprozess ist: Dürfen die deutschen Katholiken sowas überhaupt? Schließlich sind sie nur ein Teil der viel größeren Weltkirche, und an deren Spitze steht der Papst. Einen ersten Warnschuss aus Rom gab's schon im Sommer: Da warnte Papst Franziskus die deutschen Glaubensbrüder und -schwestern in einem Brief vor Alleingängen. Weil er seine Aussagen aber in eine blumig theologische Betrachtung verpackte, blieb alles so unscharf, dass der DBK-Vorsitzende Reinhard Marx das Schreiben sogar als "Ermutigung" werten konnte.

Das jetzt veröffentlichte Schreiben des Vatikans lässt dagegen keinen Spielraum mehr für Interpretationen. Die deutsche Teilkirche könne nicht über Themen wie die Position der Frauen entscheiden, weil diese die ganze Weltkirche beträfen, heißt es darin klipp und klar. Und die Nicht-Kleriker vom ZdK haben demnach schon mal gar kein Recht, mitzuentscheiden – schließlich sei die Kirche "nicht (...) demokratisch strukturiert".
Woelki warnt vor Abspaltung

Der Kirchenrechtsexperte Thomas Schüller ist in seiner Bewertung eindeutig: "Der 'synodale Prozess' kann damit nicht wie geplant durchgeführt werden", folgert er. "Eine kleine Minderheit der Bischöfe unter Führung von Kardinal Woelki hat es – durch gute Kontakte nach Rom – geschafft, den ganzen Reformprozess zu konterkarieren." Der in Kirchenfragen erzkonservative Rainer Maria Woelki aus Köln hatte kürzlich sogar gewarnt, es drohe eine Abspaltung der deutschen Katholiken von der Weltkirche, wenn der Reformprozess weitergehe.

ZdK-Präsident Thomas Sternberg zeigt sich dagegen entschlossen, den "synodalen Weg" weiterzugehen. Er sieht das Schreiben offenbar als Einschüchterungsversuch, von dem er sich aber nicht beeindrucken lassen will: "Glaubt irgendjemand, man könne in einer solchen Krise der Kirche das freie Gespräch, das nach Ergebnissen und notwendigen Reformschritten sucht, unterdrücken?"
Schreiben klingt fast spöttisch

Doch Experte Schüller ist pessimistisch: "Die Vorstellung, die Laien könnten auf Augenhöhe mitentscheiden, ist illusorisch in einem hierarchischen System, in dem letztlich immer die Bischöfe und der Papst entscheiden." Grund für seine Annahme gibt auch das Schreiben aus Rom: Das ZdK wolle nur am "synodalen Weg" teilnehmen, solange die Verbindlichkeit der Beschlüsse gewährleistet sei, zitierten die Vatikanexperten aus dem Protokoll. Fast spöttisch schoben sie nach: "Wie kann eine Teilkirche verbindliche Beschlüsse fassen, wenn die behandelten Themen die Weltkirche betreffen?"

Tatsächlich rudern die deutschen Katholiken schon zurück: Wie verlautet, soll in wichtigen Fragen beim "synodalen Weg" allein das Votum der Bischöfe ausschlaggebend sein. Kardinal Marx will in der kommenden Woche nach Rom reisen. Es gehe darum, etwaige "Missverständnisse" auszuräumen, erklärte die Bischofskonferenz. Demnach sind frühere Vorschläge für den "synodalen Weg" schon abgeändert.

"Das schöne Reden von Papst Franziskus, der immer von Stärkung der Kirche vor Ort spricht, ist Makulatur", stellt Schüller fest. Es gelte vielmehr der streng zentralistische Kurs der römischen Kurie, des päpstlichen Regierungs- und Verwaltungsapparats. Kardinal Marx werde von der Kurie "wie ein Bär am Nasenring durch die Manege geführt". Für den Experten steht fest: "Die Maske des Reformers fällt Franziskus vom Gesicht."

Für die katholische Kirche in Deutschland könnte das alles fatale Folgen haben, befürchtet er: "Die Letzten, die noch bereit waren, ernsthaft mitzudiskutieren, werden sich frustriert abwenden."

https://www.t-online.de/nachrichten/pan ... anken.html



Eine interessante Thema.

An die online Frage:
Muss die katholische Kirche sich grundlegend reformieren?

Haben fast 23.000 geantwortet, 83% mit Ja, und 7% mit Nein.


Planen die Katholiken in Deutschland ein "Staatsstreich"?
Entschuldigung, eine Reform nur für Deutschland

Grüße,
George
George P
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Re: Vatikanische Vorbehalte gegen "synodalen Weg" in Deutsch

Beitragvon George P » Fr 13. Sep 2019, 20:08

"Eine kleine Minderheit der Bischöfe unter Führung von Kardinal Woelki hat es – durch gute Kontakte nach Rom – geschafft, den ganzen Reformprozess zu konterkarieren." Der in Kirchenfragen erzkonservative Rainer Maria Woelki aus Köln hatte kürzlich sogar gewarnt, es drohe eine Abspaltung der deutschen Katholiken von der Weltkirche, wenn der Reformprozess weitergehe.

sagte Kirchenrechtsexperte Thomas Schüller.


Ich verstehe die Gegner der Reform haben sich zu Bischof Rainer Maria Woelki aus Köln gesammelt.

Köln liegt in Franken-Gebiet.



Überraschend die Reform-Befürworten sind unter Leitung von Bischof aus Bayern, Kardinal Marx.

Süd-Deutsche gelten, besonders die aus Bayern sehr konservativ.

"Angeredet wird Reinhard Marx von seinem römischen Kardinalskollegen Marc Ouellet aus dem Vatikan gestelzt-höflich mit "Eure Eminenz". Aber dann hagelt es Kritik. Trefft keine deutschen Entscheidungen, am Ende entscheidet Papst Franziskus, katholische Kirche ist keine Demokratie – mit so schroffen Feststellungen bügelt Rom den Wunsch in Deutschland nach mehr innerkirchlicher Offenheit ab.


"ZdK-Präsident Thomas Sternberg zeigt sich dagegen entschlossen, den "synodalen Weg" weiterzugehen. Er sieht das Schreiben offenbar als Einschüchterungsversuch, von dem er sich aber nicht beeindrucken lassen will: "Glaubt irgendjemand, man könne in einer solchen Krise der Kirche das freie Gespräch, das nach Ergebnissen und notwendigen Reformschritten sucht, unterdrücken?""



Es sind zwei Parteien?

1- Vatikan mit aus original Franken-Gebiet Bischof Woelki aus Köln.
2- Bischof aus Bayern, Kardinal Marx gemeinsam mit aufständischen Nicht-Priestern, ZdK.


Oder es ist ein Aufstand der Süd-Deutsche?


Grüße,
George.
George P
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Re: Vatikanische Vorbehalte gegen "synodalen Weg" in Deutsch

Beitragvon George P » Fr 13. Sep 2019, 20:48

Es geht darin um vier Punkte:


1. den Umgang der Kirche mit Macht,
2. die kirchliche Sexualmoral,
3. die umstrittene Ehelosigkeit von Priestern (Zölibat)
4. und die Position von Frauen in der Kirche.




Frage 3. die umstrittene Ehelosigkeit von Priestern (Zölibat)

A1. Priestermangel

"https://de.wikipedia.org/wiki/Priestermangel#Deutschland

Deutschland

In Deutschland sank im Zeitraum 1990–2018 die Zahl der Priester von 19.707 auf 13.285[5][6][7][8][9] Davon waren 8.549 im aktiven Dienst und 6.672 in der Pfarrseelsorge eingesetzt.[6][9][10]

Die Zahl der Katholiken pro Priester in Deutschland stieg im Zeitraum 1969 bis 2018 von 992 auf 1.731. Die Zahl der Katholiken pro aktivem Pfarrseelsorger liegt bei 3447. Die Zahl der Neupriester, die in den Priesterseminaren der 27 deutschen Bistümer ausgebildet worden sind, ging in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zurück und liegt seit 2008 unter 100 pro Jahr.



Jahr 1962 1970 1980 1990 2000 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Priester 26.089 25.063 19.707 17.129 15.527 15.367 15.136 14.847 14.636 14.490 14.404 14.087 13.856 13.560 13.285
Neupriester
ohne Orden 557 303 211 295 154 93 99 81 86 76 98 75 58 77 74 60"


Es wird 60 Priester für 25.000.000 Katholiken ausgebildet.

Und wird von diesen Priestern verlangt das höchste Preis: Sie sollen kein Zukunft (Persönlich) mehr haben.

Die Priestern sollen auf einen Persönlichen Zukunft, eigene Kindern, verzichten, trotzdem in eine Welt geprägt von Familien mit Kindern leben.


In Kommunismus wann ein Mensch dagegen war, wurde er in Konzentrationslager geschickt.
Er wurde manchmal dort ermordet, großteil durch Kälte und Krankheit.

Aber die Frau und Kinder haben die Kommunisten zu Hause gelassen, diese Kinder haben die Schule besucht und oft Akademikern geworden. Somit war ein weiterkommen der Beschuldigte gewährleistet. Er lebte weiter durch seine Kinder.




A2. Wir leben wieder der Zeit von Bauern und Priestern-Aufstand gegen das Zölibat und Abführung des Zehnten.


"Absalon von Lund



Absalon (* 1128 in Fjenneslev; † 21. März 1201 in Sorø auf Seeland in Dänemark) war ein Bischof von Roskilde und Erzbischof von Lund (heute Schweden), Kirchen- und Klostergründer, Heerführer und Berater der Dänenkönige Waldemar I. der Große (1157–1182) und Knut VI. (1182–1202). Der Erzbischof ist auch als Axel von Lund bekannt und als eine der bedeutendsten Gestalten der dänischen Kirchengeschichte des Mittelalters in die Annalen eingegangen. Er trieb die dänischen Machtansprüche im Ostseeraum voran.




Als Erzbischof Eskil 1177 sein Amt niederlegte, bestimmte er Absalon gegen dessen Willen zu seinem Nachfolger. Absalon fürchtete, seine Machtbasis in Seeland zu verlieren. Deshalb erlaubte ihm der Papst, neben seinem Erzbischofsamt weiterhin Bischof von Roskilde zu bleiben.[4]

Sein Drängen auf Abführung des Zehnten und strenge Durchführung des Priesterzölibats führte 1181 zum Bauern- und Priesteraufstand in Schonen und u. a. zur „Schlacht an der Dösjebro“.

Seine Reiterstatue steht auf dem Højbro Platz in Kopenhagen. Sein Nachfolger (1201–1222) in Lund wurde Andreas Sunononis (dän. Suneson)."



1181 kämpften die mutige Menschen in Dänemark und Schweden in Bauern- und Priesteraufstand in Schonen und u. a. zur „Schlacht an der Dösjebro“ gegen das Franken-Reich.

Die Sieger haben dann Reiterstatue bekommen.
Die Besiegten wurden versklavt.



Die tapfere, damals noch Orthodoxen-Christen aus Dänemark und Süd-Schweden, haben mindestens versucht, gegen die Katholizismus sich zu widersetzen.

Ja, Dänemark uns Schonen waren nach Regeln Orthodoxen Christen, weil de kein Zehntel sammelten und auch kein Zölibat der Priestern hatten.

Auch Finnland war damals von orthodoxen Christen bewohnt.
Um die orthodoxen Christen aus Finnland zu unterwerfen haben später die katholische Schweden 33 Kreuzzüge veranlasst.


Grüße,
George.
George P
Hat sich eingelebt
 
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Registriert: Do 7. Mär 2019, 15:27


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