Warum kann es keinen Frieden geben?

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Warum kann es keinen Frieden geben?

Beitragvon tiktak » Sa 16. Mai 2009, 13:15

Ich dachte grade so bei mir,es kann irgendwie auf dieser Erde keinen Frieden geben und es hat sicher nicht damit zu tun das "Satan" der Fürst dieser Welt ist!
Es ist unser "Fleisch"! Darum kann es keinen Frieden geben!
Unter "Fleisch" meine ich unsere Begierden,unsere Gedanken , Ansichten,Meinungen,Reaktionen...und Glaubensansichten!
Wir bekriegen uns schon wegen Kleinigkeiten! Freundschaften, Beziehungen und Ehen gehen deswegen auseinander! Wie soll das dann in Bereichen wie Politik oder anderen Dingen klappen?
Jeder versucht den anderen seinen Glauben oder seine Sichtweise aufzudrängen,will aber von anderem nichts annehmen! Jeder lebt in seiner Realität und wenn da verschiedene zusammen stossen, kracht es!
Wie kann man selber dazu beitragen, dass es anders wird?
Ich denke, jeder von uns sollte sich das mal selber fragen und versuchen, mal das Gegenüber mit anderen Augen zu betrachten und verstehn!
Wir machen uns oft ein Bild von einer Person anhand was sie sagt oder tut,aber sehn wir mal hinter die Kulisse, verstehn wir den anderen? Wie oft versuchen wir andere zu ändern oder auf etwas hinweisen, üben Kritik und sehn den Balken im eigenen Auge nicht? Ich bin da keine Ausnahme aber versuche mich zu ändern, obwohl es manchmal gar nicht einfach ist, weil auch ich oft nur meine Sicht sehe, aber nicht die des anderen!
Ps 45,5 Es möge dir gelingen in deiner Herrlichkeit. Zieh einher für die Wahrheit / in Sanftmut und Gerechtigkeit, so wird deine rechte Hand Wunder vollbringen.
Epheser 4 , 2 in aller Demut und Sanftmut, in Geduld. Ertragt einer den andern in Liebe3 und seid darauf bedacht, zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens


Schönes Wochenende wünsch ich allen :umarm:
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Re: Warum kann es keinen Frieden geben?

Beitragvon pirate23 » Sa 16. Mai 2009, 14:15

tiktak hat geschrieben:Jeder lebt in seiner Realität und wenn da verschiedene zusammen stossen, kracht es!

Man nennt sowas Rangkämpfe - der Stärkere von beiden wird am Ende gewinnen und seinen Willen durchsetzen. Das sorgt dafür, dass sich am Ende nur solche Individuen fortpflanzen, die sich und ihre Nachkommen erfolgreich gegen Umwelteinflüsse verteidigen können. Jemand, der sich ständig durch andere beeinflussen lässt, hat nämlich ganz einfach eine geringere Überlebenschance.

Wie kann man selber dazu beitragen, dass es anders wird?

Man kann sich den Stärkeren unterordnen, wenn man die dadurch entstehenden Selektionsnachteile akzeptieren kann...

Wir machen uns oft ein Bild von einer Person anhand was sie sagt oder tut,aber sehn wir mal hinter die Kulisse, verstehn wir den anderen?

Man versteht immer nur sich selbst. Sogar das, was wir mit den Augen von der anderen Person sehen, ist in Wirklichkeit nur unser eigenes Bild...

Ich bin da keine Ausnahme aber versuche mich zu ändern, obwohl es manchmal gar nicht einfach ist, weil auch ich oft nur meine Sicht sehe, aber nicht die des anderen!

Wenn du jemanden findest, dessen Sicht du für richtig hältst, dann dürftest ja kein Problem damit haben, dich ihm unterzuordnen.
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Re: Warum kann es keinen Frieden geben?

Beitragvon LordAlm » Sa 16. Mai 2009, 14:25

tiktak hat geschrieben:Ich dachte grade so bei mir,es kann irgendwie auf dieser Erde keinen Frieden geben und es hat sicher nicht damit zu tun das "Satan" der Fürst dieser Welt ist!
Es ist unser "Fleisch"! Darum kann es keinen Frieden geben!

Zu Hause muss beginnen was leuchten soll im Vaterland. Von Gottfried Keller. Du in Österreich und ich in der Schweiz dürfen nicht klagen, loben wir Gott und lieben unsere Mitmenschen, damit diese Liebe Frucht trägt. LG LA
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Re: Warum kann es keinen Frieden geben?

Beitragvon tiktak » Sa 16. Mai 2009, 15:33

pirate23 hat geschrieben:
tiktak hat geschrieben:Jeder lebt in seiner Realität und wenn da verschiedene zusammen stossen, kracht es!

Man nennt sowas Rangkämpfe - der Stärkere von beiden wird am Ende gewinnen und seinen Willen durchsetzen. Das sorgt dafür, dass sich am Ende nur solche Individuen fortpflanzen, die sich und ihre Nachkommen erfolgreich gegen Umwelteinflüsse verteidigen können. Jemand, der sich ständig durch andere beeinflussen lässt, hat nämlich ganz einfach eine geringere Überlebenschance.

Wie kann man selber dazu beitragen, dass es anders wird?

Man kann sich den Stärkeren unterordnen, wenn man die dadurch entstehenden Selektionsnachteile akzeptieren kann...

Wir machen uns oft ein Bild von einer Person anhand was sie sagt oder tut,aber sehn wir mal hinter die Kulisse, verstehn wir den anderen?

Man versteht immer nur sich selbst. Sogar das, was wir mit den Augen von der anderen Person sehen, ist in Wirklichkeit nur unser eigenes Bild...

Ich bin da keine Ausnahme aber versuche mich zu ändern, obwohl es manchmal gar nicht einfach ist, weil auch ich oft nur meine Sicht sehe, aber nicht die des anderen!

Wenn du jemanden findest, dessen Sicht du für richtig hältst, dann dürftest ja kein Problem damit haben, dich ihm unterzuordnen.

Siehst du Pirat,du siehst es ganz anders als ich,wobei ich jetzt nicht nachvollziehn kann, warum du es so siehst-weil du nur in kurzen Sätzen wiedergibst!
Was könnten wir machen -um das du mich besser verstehn kannst und ich dich?

Darüber reden! Da liegt schon oft das Problem, das viele Menschen einfach nicht mehr reden wollen und können!
Dann gibt es die andere Variante,die zuviel reden!
Ich dachte manchmal bei mir,was wir Menschen oft für sinnfreies oder sinnlose Blabla von sich geben :respekt: Aber manchmal muss man das einfach erdulden-weil der andere einfach ein Mitteilungsbedürfniss hat (oder einen Sachverhalt klären möchte), um was los zu werden und sich danach erleichtert fühlt!
Das miteinader fordert einfach Toleranz und Respekt anderen gegenüber, zuhören und verstehn wollen und versuchen eine gemeinsame akzeptable Lösung für alle beteiligten zu finden,das aber Regeln bedarf, da der Mensch scheinbar ohne Regeln nicht auskommt, weil er egoistisch ist :mrgreen:
Man kann doch nicht einfach nach dem Prinzip handeln -der stärkere gewinnt , das machen Italiener im Verkehr :mrgreen:
Wenn das jeder so machen würde,und tut ja im Prinzip heute schon jeder,kann es nicht funktionieren
Freiheit ist gut-kann aber der Gemeinschaft schaden und dem einzelnen auch,also muss man sich einfach gewissen Dingen und Regeln unterordnen
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Re: Warum kann es keinen Frieden geben?

Beitragvon pirate23 » Sa 16. Mai 2009, 18:07

tiktak hat geschrieben:Was könnten wir machen -um das du mich besser verstehn kannst und ich dich?

Wenn jemand von "Frieden" redet, ergibt sich folgendes Problem: Jeder Mensch auf dieser Welt will "Frieden", aber es hat jeder seine eigene Vorstellungen davon, wie dieser "Frieden" denn aussehen soll. Gewinnen wird am Ende der Stärkste - notfalls mit Gewalt :) Und der wird dann seine Spitzenposition genau so lange halten, bis er eben nicht mehr der Stärkste ist.

Da liegt schon oft das Problem, das viele Menschen einfach nicht mehr reden wollen und können!

Ich glaube sie können es nicht, selbst wenn sie es wollen würden. Weil eben jeder Mensch in seiner eigenen Realität lebt, und da hat man bloß zwei Möglichkeiten: Entweder man setzt seine eigene Realität gegen alle anderen durch und bleibt der Stärkste, oder man ordnet sich einem Stärkeren unter und übernimmt dann dessen Realität.

Ich dachte manchmal bei mir,was wir Menschen oft für sinnfreies oder sinnlose Blabla von sich geben

Ich denke ernsthaft, dass wir niemals irgendeinen Menschen verstehen können. Wir hören den Anderen nicht mal wirklich. Wir hören nur das, was unser Nervensystem aus dem macht, was der Andere gesagt hat. Im Grunde ist die andere Person unsere eigene Schöpfung, da wir zu jeder Zeit ausschließlich unsere eigene Realität wahrnehmen.

Man kann doch nicht einfach nach dem Prinzip handeln -der stärkere gewinnt

Das ist irrelevant, weil der Stärkste immer gewinnt. Seine Stärke liegt ja gerade darin, dass er eben gewonnen hat, und der andere muss der Schwächere sein, weil er eben verloren hat. Nur ist der Schwächere natürlich selten damit einverstanden, dass der Stärkere gewonnen hat, und versucht dann selbst wieder der Stärkere zu sein. Das ist Evolution.

Natürlich kann sich der Schwächere auch mit seiner Lage abfinden, also aufgeben, und eben nicht mehr versuchen der Stärkere zu sein. Vielleicht kann er mit den Nachteilen ja leben... Das wirkt zwar der Evolution entgegen, wird aber von den Religionen scheinbar für die bessere Lösung gehalten. Wenn das allerdings jeder so machen würde, dann würde die Menschheit bald aussterben :mrgreen:
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Re: Warum kann es keinen Frieden geben?

Beitragvon Such_Find » Sa 16. Mai 2009, 18:59

pirate23 hat geschrieben:Ich denke ernsthaft, dass wir niemals irgendeinen Menschen verstehen können. Wir hören den Anderen nicht mal wirklich. Wir hören nur das, was unser Nervensystem aus dem macht, was der Andere gesagt hat. Im Grunde ist die andere Person unsere eigene Schöpfung, da wir zu jeder Zeit ausschließlich unsere eigene Realität wahrnehmen.

Ja, wir hören nur was wir hören wollen, wir sehen nur was wir sehen wollen. Erst wenn man sich selbst in dem Anderen erkennen kann sehen wir ..... den Anderen und damit wieder uns selbst.

Nur wer mit dem eigenen unzufrieden ist, der ist offen für etwas was nicht zu einem selbst gehört.

pirate23 hat geschrieben:Natürlich kann sich der Schwächere auch mit seiner Lage abfinden, also aufgeben, und eben nicht mehr versuchen der Stärkere zu sein. Vielleicht kann er mit den Nachteilen ja leben... Das wirkt zwar der Evolution entgegen, wird aber von den Religionen scheinbar für die bessere Lösung gehalten.

Wenn da der Stärkste sein Leben wie ein Brot bricht, also das was ihn zu dem macht was er ist, dann ist das nutzen dieses Lebens (und damit das Eins-werden mit diesem Höchsten) schon ein streben nach Macht, und zwar der Allerhöchsten.

"Ihr habt die Herrschaft angetreten - ohne uns. Ach hättet ihr es wirklich schon getan, dann könnten wir ja mit euch herrschen."
Paulus, 1.Korinther 4:8


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Re: Warum kann es keinen Frieden geben?

Beitragvon Jonathan9 » Mo 22. Jun 2009, 23:07

Weil es auf unserem Planeten immer noch fanatische Menschen gibt, die meinen Außerwählt worden zu sein
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Re: Warum kann es keinen Frieden geben?

Beitragvon Lamdil » Di 23. Jun 2009, 02:08

tiktak hat geschrieben:Jeder lebt in seiner Realität und wenn da verschiedene zusammen stossen, kracht es!

Hier sollte man unterscheiden, ob jemand anderen seine Sicht aufdrängen möchte, oder ob er nur seine Sicht verteidigt. Das eine ist aktiv, das andere passiv. Wenn man manche Leute einfach in Frieden leben ließe, hätte man mit ihnen keinen Konflikt.



tiktak hat geschrieben:Ich denke, jeder von uns sollte sich das mal selber fragen und versuchen, mal das Gegenüber mit anderen Augen zu betrachten und verstehn!

Ja, das ist schwer, da man immer von seinen eigenen Erfahrungen und Werten bestimmt wird. Meiner Meinung nach ist es hilfreich, wenn man sich informiert und sich mit anderen austauscht, um sie besser zu verstehen.



tiktak hat geschrieben:Ich bin da keine Ausnahme aber versuche mich zu ändern, obwohl es manchmal gar nicht einfach ist, weil auch ich oft nur meine Sicht sehe, aber nicht die des anderen!

Damit bist Du auch mir ein Vorbild. Viel Erfolg! :applause:





pirate23 hat geschrieben:Jemand, der sich ständig durch andere beeinflussen lässt, hat nämlich ganz einfach eine geringere Überlebenschance.

Das sehe ich anders. Jemand, der in der Lage ist, verschiedene Einflüsse aufzunehmen und sich Stärken zu eigen zu machen und gleichzeitig eigene Schwächen zu erkennen, wächst dadurch.



pirate23 hat geschrieben:Man versteht immer nur sich selbst. Sogar das, was wir mit den Augen von der anderen Person sehen, ist in Wirklichkeit nur unser eigenes Bild...

Das ist einerseits richtig - denn man bleibt immer man selbst. Aber man selbst kann wachsen, indem man sich mit den Bedürfnissen und Vorstellungen anderer auseinandersetzt. Wenn man versucht, sich in einen anderen hineinzuversetzen, wird man nicht der andere Mensch. Aber man ist danach auch nicht mehr der gleiche, man ist größer, als man zuvor war.



pirate23 hat geschrieben:Wenn du jemanden findest, dessen Sicht du für richtig hältst, dann dürftest ja kein Problem damit haben, dich ihm unterzuordnen.

Dein hierarchisches Denken sehe ich als Deine Achillesferse. Im Leben geht es nicht darum, eine feste Überzeugung zu haben und gegen alles andere durchzuboxen. Im Leben geht es meiner Meinung nach darum, sich immer weiter zu entwickeln. Und wenn es jemandem gelingt, mich zu überzeugen, dann ordne ich mich ihm nicht unter, sondern schließe mich ihm an. Da ich mich aber für verschiedene Ansichten interssiere und meine Kenntnisse stets erweitere, muss man schon gute Argumente haben, um mich zu überzeugen.





tiktak hat geschrieben:Da liegt schon oft das Problem, das viele Menschen einfach nicht mehr reden wollen und können!

Bei einigen liegt es daran, dass sie nur reden und nicht zuhören wollen. Sie wollen andere überzeugen, sind aber nicht bereit, sich selbst überzeugen zu lassen. Kommunikation ist aber keine Einbahnstraße. Wer nicht bereit ist auf andere zuzugehen, steht immer allein.



tiktak hat geschrieben:Aber manchmal muss man das einfach erdulden-weil der andere einfach ein Mitteilungsbedürfniss hat (oder einen Sachverhalt klären möchte), um was los zu werden und sich danach erleichtert fühlt!

Eine Zeit lang war ich auch der Seelenmülleimer für einige Freunde. Eine Zeit lang geht das auch gut und hilft ihnen, weil sie sich dabei befreien können und ihre Gedanken ordnen können und es hilft mir, weil ich die Freunde dabei besser kennen lerne. Aber irgendwann kommt der Punkt, wo sich diese Leute selbst entscheiden müssen, welchen Weg sie gehen möchten.

Ich habe die Erfahrung gemacht: Es ist anstrengend und hilfreich, zuzuhören. Aber wer Probleme hat, muss sie letztlich selbst lösen. Man kann dabei beratend oder helfend zur Seite stehen, aber man kann ihm die Lösung nicht abnehmen.


tiktak hat geschrieben:... da der Mensch scheinbar ohne Regeln nicht auskommt, weil er egoistisch ist :mrgreen:

Es gibt auch Menschen, die ohne Regeln nicht egoistisch handeln, einfach, weil sie es für richtig und besser halten, ihren Nächsten zu lieben. Ich wünsche Dir, dass Du viele dieser Menschen kennen lernst und selbst so ein Mensch sein kannst. Egoismus macht einen nur kaputt!



tiktak hat geschrieben:Man kann doch nicht einfach nach dem Prinzip handeln -der stärkere gewinnt , das machen Italiener im Verkehr :mrgreen:
Wenn das jeder so machen würde,und tut ja im Prinzip heute schon jeder,kann es nicht funktionieren

Es ist auch nicht richtig, dass nur der Stärkere gewinnt. Man kann seine Schwächen ausgleichen und auch als kleine Kraft großes bewirken. Sei es durch Taktik, Überzeugungskraft oder einfach Nächstenliebe und Vertrauenswürdigkeit.

Wem stehst Du bei? Dem der Stärker ist oder dem, dem Du vertraust? ;) Sicher dem, dem Du vertraust. Und zu zweit seid ihr vielleicht schon beständiger als einer, der nur Stärke hat und weiter nichts.



tiktak hat geschrieben:Freiheit ist gut-kann aber der Gemeinschaft schaden und dem einzelnen auch,also muss man sich einfach gewissen Dingen und Regeln unterordnen

Man muss erkennen, was Freiheit bedeutet. Freiheit ist gut, wenn sie jedem einzelnen die Möglichkeit lässt, sich im Rahmen der Gesellschaft zu entfalten. Solange der Nutzen für den einzelnen nicht einen größeren Schaden für die Gemeinschaft bedeutet, ist Freiheit auf jeden Fall gut.

Wenn ich mich frei fühle, meine Haare grün zu färben, gibt es nur ein paar Spießer, die davon irritiert sind. Damit müssen sie klar kommen, es entsteht kein wirklicher Schaden. Also könnte ich das machen.

Aber in einer Gesellschaft hat keiner die Freiheit, anderen körperliche, seelische oder auch materielle Schäden zuzufügen (Gewalt, Mobbing, Diebstahl).





pirate23 hat geschrieben:Ich denke ernsthaft, dass wir niemals irgendeinen Menschen verstehen können. Wir hören den Anderen nicht mal wirklich. Wir hören nur das, was unser Nervensystem aus dem macht, was der Andere gesagt hat. Im Grunde ist die andere Person unsere eigene Schöpfung, da wir zu jeder Zeit ausschließlich unsere eigene Realität wahrnehmen.

Dem würde ich zustimmen, doch jeder kann durch zuhören und beobachten seine eigene Realität und seinen Horizont erweitern. Die meisten von uns sind lernfähig. ;)



pirate23 hat geschrieben:Nur ist der Schwächere natürlich selten damit einverstanden, dass der Stärkere gewonnen hat, und versucht dann selbst wieder der Stärkere zu sein. Das ist Evolution.

Das ist falsch. Evolution ist keine Frage von Einverständnis oder Streben nach dem Sieg. Evolution ist ein komplexer Prozess, der über Jahrmillionen dauert. Dieser Thread ist nicht der richtige, das Thema auszubreiten, aber hier im Forum gibt es schon einiges, was dazu geschrieben wurde. Xandro hat dazu äußert qualifizierte Beiträge geschrieben. Du kannst ja einen passenden Thread wiederbeleben.





Such_Find hat geschrieben:Nur wer mit dem eigenen unzufrieden ist, der ist offen für etwas was nicht zu einem selbst gehört.

Ts ts ts ... ausgerechnet Du vergisst die Neugier? ;) Man muss nicht unzufrieden sein, um zu suchen, es reicht, wenn man einfach den Drang hat sich umzusehen und neues zu entdecken, zu suchen und zu finden.



Such_Find hat geschrieben:Kein Friede den Ohn-Macht-igen!

Jetzt auch noch ein schlechte Wortspiel ... ts ts ts. :D

Friede den Hütten! Es scheint fast so, als würden einige meinen, man könnte sich nur im Konflikt weiter entwickeln. Natürlich braucht man Anhaltspunkte dafür, wo und was man verbessern möchte. Aber dafür braucht man keinen Feind. Ich habe das Ziel besser zu werden in dem, was ich tue. Dafür habe ich Vorbilder, aber keine Feinde. Dafür erkunde ich meine Schwächen, um zu erkennen, wo ich mich selbst überwinden kann.

Es gibt auch Entwicklung ohne Konflikt. Um auf das Thema zurückzukommen "Warum kann es keinen Frieden geben?" - es kann Frieden geben! Es ist nur unheimlich schwer, alle davon zu überzeugen. Aber es lohnt sich, dafür einzutreten!





Jonathan9 hat geschrieben:Weil es auf unserem Planeten immer noch fanatische Menschen gibt, die meinen, außerwählt worden zu sein

Das ist auch ein Grund. Aber das ist nur einer unter vielen.

Aber genau dies ist vielleicht ein guter Ansatz, dem Frieden näher zu kommen.



Was wäre, wenn alle annehmen würden, dass sie nicht besser sind, als ihr Nächster. Wenn sie ihrem Gegenüber nicht belehrend und von oben herab gegenüber treten würden, sondern ihn anhören und sich mit ihm austauschen. Was wäre, wenn es nicht mehr darum ginge, ob der eine oder der andere gewinnt, wenn man sich zusammen schließen würde und von beiden Seiten die Stärken fördert, damit alle gewinnen.

Es gibt schon genug Leute, die damit angefangen haben. Diese sollten wir uns zum Vorbild nehmen.






Ich diskutiere hier manchmal auch etwas verbissen, wenn jemand versucht, seine Meinung anderen aufzudrücken und andere Meinungen verteufelt. Da kann ich schon mal ziemlich gehässig werden. Aber ich bin immer wieder beeindruckt, wenn jemand unbeirrt aber tolerant seine Meinung vertritt, ohne dabei über andere zu richten. Menschen, die nicht nur Macht und Vermögen suchen, sondern Freiheit von diesen oberflächlichen Werten. Menschen, die bedeutenderes und größeres suchen als weltliche Macht und Reichtum. Solche Menschen nehme ich mir zum Vorbild. Jeder sollte sie sich zum Vorbild nehmen, denn dann wird es Frieden geben.

Fang selbst damit an. Egal, wie Du heißt, woher Du kommst oder was Du gelernt hast. Es liegt in Deiner Hand! Kämpfe nicht mehr gegen andere, sondern arbeite mit den anderen. Kämpfe nicht mehr nur für Dich sondern für alle. Dann bist Du nicht allein und Du wirst nicht nur sinnlose Siege haben, sondern ertragreiche Erfolge.

Entscheidend ist nicht, was man vernichtet, entscheidend ist, was man erschafft. Nur dann kann man sein Leben gestalten. Alles andere ist Barberei.
Die Macht des Wortes bezwingt das Chaos.

Dem heiligen Gna!(Müslischnitzel.)
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Re: Warum kann es keinen Frieden geben?

Beitragvon tiktak » Di 23. Jun 2009, 03:19

Eine Zeit lang war ich auch der Seelenmülleimer für einige Freunde. Eine Zeit lang geht das auch gut und hilft ihnen, weil sie sich dabei befreien können und ihre Gedanken ordnen können und es hilft mir, weil ich die Freunde dabei besser kennen lerne. Aber irgendwann kommt der Punkt, wo sich diese Leute selbst entscheiden müssen, welchen Weg sie gehen möchten.

Ich habe die Erfahrung gemacht: Es ist anstrengend und hilfreich, zuzuhören. Aber wer Probleme hat, muss sie letztlich selbst lösen. Man kann dabei beratend oder helfend zur Seite stehen, aber man kann ihm die Lösung nicht abnehmen.

Hallo Lamdil!
Da stimme ich völlig mit dir überein und habe die selbe Erfahrung gemacht wie du!
Manchmal hatte ich Zeiten,wo ich jedem helfen wollte, mitgelitten habe und versucht habe, irgendwie eine Lösung für die Probleme anderer zu finden, was mich aber dann selber so eingenommen hat, das es zu "meinem" Problem wurde und mich gedanklich so beschäftigte, das es mich dermasen eingenommen hat und mich psychisch als auch körperlich so runterzog , das ich lernen musste-damit um zu gehn und auch einsehen zu können, dass man auch gewisse Dinge loslassen muss und nicht helfen kann, vor allem wenn es um geistige oder psychische Dinge geht!
Ratschläge geben und dann loslassen!
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Re: Warum kann es keinen Frieden geben?

Beitragvon Schoham » Di 23. Jun 2009, 08:39

Guten Morgen Tiktak

Bei der Frage warum es keinen Frieden geben kann müssen wir nicht weit gehen. Wir dürfen uns fragen ob wir Frieden in uns haben - mit uns selbst. Ob sich dieser Friede - ein bleibender Friede auf unsere Umgebung ausbreitet. Oder kennen wir einen Menschen mit dem wir in unfrieden leben oder uns auseinandergelebt haben von unserer Seite aus? Dann dürfen wir zu ihm hingehen und uns mit ihm versöhnen wenn er es zulässt und auch will. Da gibt es so viel zu tun und zu lernen. Wenn wir dann mit allen Menschen mit denen wir täglich in Berührung kommen Frieden haben so viel an zu liegt - so viel wir uns um Frieden bemüht haben - dann können wir anfangen zu fragen warum es keinen Weltfrieden gibt. Vorher müssen wir nicht so weit ausschau halten. Um Frieden zu haben mit Menschen muss man auf sein Recht oft verzichten. Das Unrecht des andern er tragen. Die Liebe schenkt Kraft und deckt viele kleine Mängel des andern zu.

Kein Streit zu haben ist nocht kein wunderbarer Friede. Obeflächlich zu plaudern um dem andern ja nicht zu nahe zu treten auch nicht. Friede mit einem Menschen ist etwas herrliches doch leider oft nicht bleibendes weil wir noch gespalten sind in unserem Herzen.

Immer wenn das alte sich vordrängt ist es vorbei mit dem Frieden.
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Re: Warum kann es keinen Frieden geben?

Beitragvon Grasy » Di 23. Jun 2009, 21:23

Lamdil hat geschrieben:Wenn man manche Leute einfach in Frieden leben ließe, hätte man mit ihnen keinen Konflikt.


Das mag bei manchen Leuten sicher stimmen. Wenn ich aber meinen Nachbarn einfach in Frieden verhungern lasse und dem der Kragen platz wenn er sein Kind sterben sieht brauche ich mich nicht wundern. Zudem sind Menschen ja noch komplizierter als daß sie mit Nahrung allein schon erfüllt wären. Ich denke anhaltender Frieden ist vor der Widerkunft Jesu zwar wünschenswert und so viel es an einem selbst liegt sollte man auch zusehen in Frieden mit anderen zu leben. Aber ich denke auch daß er ein Wunsch bleibt. Wir haben die Welt vollgepackt mit Waffen und Zäunen und Mauern, tolerieren Lieblosigkeit, Ungerechtigkeit und Kälte und wenden viel Kraft für Nichtigkeiten auf, die jemand oder wir selbst für wesentlich erklärt hat.
Ich weiß noch als ich mal von 'nem Aufstand in 'nem Zwangsarbeiterlager in Russland laß. Die haben es tatsächlich geschafft die Aufseher zu überwältigen. Das war nicht ohne. So weit ich mich recht erinnere wurde das von politisch Gefangenen angezettelt und lief sogar ohne viel Blutvergießen. Eine große Zahl an Menschen war dann "frei". Auch Christen die einfach nicht passiv sein wollten und den Mund über Jesus nicht halten konnten landeten in solchen Zwangsarbeiter-lagern. Ein einfaches nicht verleugnen vor Gericht brachte da schon mal 25 Jahre Zwangsarbeit ein. Aber nicht nur Christen landeten dort sondern auch welche die dem Regime halt im Weg waren. Interessant fand ich's wie's weiter ging. Was brachte der Aufstand? Sie waren in der Steppe. Die Parole war also verhandeln. Einfach davon laufen war offensichtlich nix. Letztlich musste das bisschen Gewalt daß offenbar einen kleinen Sieg errungen hat der längst etablierten und bedeutend mächtigeren staatlichen Gewalt (die darauf hin mit Panzern anrückte) weichen und das Los von so manchem Verbleibenden war die Kupfermiene (also schlimmer als zuvor). Das ist alles längst Geschichte. Ich denke nicht daß die Menschen seither so viel anders wurden oder denken. Ich würde vielleicht nicht mal mir selbst unter einem angeommenen zweiten Grasy all zu sehr vertrauen. Aber Jesus vertraue ich.


"Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Ihr wisset, daß die weltlichen Fürsten herrschen und die Obersten haben Gewalt. So soll es nicht sein unter euch. Sondern, so jemand will unter euch gewaltig sein, der sei euer Diener; und wer da will der Vornehmste sein, der sei euer Knecht, gleichwie des Menschen Sohn ist nicht gekommen, daß er sich dienen lasse, sondern daß er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele." (Mt 20:25-28 - Lut1912)


Mfg,
Grasy
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