Einschulung bereits mit vier Jahren

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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon sugi » Fr 6. Jun 2008, 08:12

Ein deutlicher Widerspruch sehe ich darin:
Im Säuglingsalter beteuern sie hochlaut in den gescheiten Büchern, dass man sich keine Gedanken oder Sorgen machen muss, wenn das Nachbarskind mit 6 Mt. schon alleine sitzen kann und mein 9Mt. Tochter nicht!

Doch wenn sie älter werden und zur Schule kommen zählt das nicht mehr....im Gegenteil! Da muss jeder mitziehen, jeder mit dem Tempo mitgehen, wo es ein anderes Kind mit einer Leichtigkeit macht..die Schere geht einfach auseinander, egal ob ein Kind drunter kommt oder nicht!! Sie müssen einfach mitziehen!!

Die Lehrperson meines Sohnes sagte uns mal bei einem Gespräch, dass er so ein verspieltes Kind sei!! Andere befinden sich schon in der Pupertät..

Ist das nicht eine frechheit?? Ein Kind darf kein Kind sein?! Mit neun Jahren? Mein Mann und ich haben schon oft miteinander diskutiert.. Hoffentlich spielt er..das ist um alltägliches zu verarbeiten..auszuspielen..durchleben..etc.

Doch schlimm wurde es, als ich anfing an mir zu zweifeln..und mir fragen stellte, habe ich zu viel mit ihm gespielt? Doch ich konnte den Gedanken wieder schnell auf die Seite schieben..und überliess es einmal mehr Gott!!

Ich habe in mir einfach eine Ruhe...ich fange jetzt nicht noch an mit Psychologen..denn diese haben wir auch zu genüge..die Kinder sind die reinsten Testversuche..so kommt es mir vor! Und ich sehe immer mehr in das rein!


Nein nein, nur negatives hat es nicht! Mein Sohn geht sehr gerne zur Schule, es macht ihm Freude! Und das ist das wichtigste..über das andere kann man reden..und da ist auch schon viel geholfen..Das ist dann das zuhause!! Der Boden! Das Fundament! Und das ist Gott!!



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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Mondwolfi » Fr 6. Jun 2008, 08:15

huhu

Der Kindergarten war auch mal freiwillig und trotzdem hast du nichts gegen ihn heute wo er Pflicht ist!?

Und was machst du dann mit den Kindern, die nicht freiwillig früher mit der Schule starten? Hinken die den anderen dann einfach im Stoff hinterher?

Naja, wir hätten echt grössere Probs in unserem System als das Alter bei der Einschulung.

zB Hatte der Kanton Zürich ein neues Englischbuch. Leider hat er gemerkt, dass es nicht gut ist und was geschieht? Der Kanton Thurgau kauft dem Kanton Zürich das Englischbuch ab!!!

Macht endlich mal einen Plan für die ganze Schweiz... das wäre doch viel wichtiger.

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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Mustikka » Fr 6. Jun 2008, 08:27

Original von sugi
Ist das nicht eine frechheit?? Ein Kind darf kein Kind sein?! Mit neun Jahren?

:shock:
Das finde ich aber heftig! Ich habe mit neun Jahren auch noch ganz normal gespielt, wie ein Kind eben. Eigentlich (fast) alle Kinder, die ich kenne.


Und aus mir ist schließlich auch noch was geworden, kann also nicht schaden ;)
Was manche Menschen sich selber vormachen, das macht ihnen so schnell keiner nach. (Gerhard Uhlenbruck)
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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Robby » Fr 6. Jun 2008, 08:30

Original von Mondwolfi
Und was machst du dann mit den Kindern, die nicht freiwillig früher mit der Schule starten? Hinken die den anderen dann einfach im Stoff hinterher?


Es gibt auch heute schon die Möglichkeit, für besonders entwickelte/begabte, eine Stufe zu überspringen.
Es kann nicht angehen, dass Kinder, die noch das Nest der Familie brauchen gezwungen werden, dieses noch früher zu verlassen, um für den "Wettbewerb" besser gerüstet zu sein. Diesen Kindern fehlt es dann an Nestwärme was sich negativ auf die Leistung auswirken kann.
Ich habe hier schon geschrieben, dass es für mich katastrophal gewesen wäre, ein Jahr früher zu starten. Ich war als Kind ein "Spätzünder" und brauchte die Familienwärme enorm. Ein Jahr in diesem Alter ist enorm viel!


Lieber Gruss
Robby


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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon sugi » Fr 6. Jun 2008, 08:38

Original von Mustikka
Original von sugi
Ist das nicht eine frechheit?? Ein Kind darf kein Kind sein?! Mit neun Jahren?

:shock:
Das finde ich aber heftig! Ich habe mit neun Jahren auch noch ganz normal gespielt, wie ein Kind eben. Eigentlich (fast) alle Kinder, die ich kenne.

Mustikka, vergleichen mit uns, wie es bei uns war, kannst du vergessen, die Zeiten haben sich geändert!!

Schau dir den Konsum an..wir waren draussen am spielen..heute hocken die Kids mit einem Handy in der Hand......die Medien haben zugeschlagen!!

Wer die Offenbarung kennt, der weiss, dass das der Lauf der Zeit ist!!

Also kommt vieles auf die eigenen vier Wände an, da wo das Leben eines Kindes abspielt, da wo Geborgenheit, Liebe, Freude, Tränen etc. gelebt und ausgelebt werden kann!!


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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Savonlinna » Fr 6. Jun 2008, 09:31

Die Kinder in den Kindergarten zwingen zu wollen, wäre eine Abartigkeit hochsten Grades, gegen die man auf die Barrikaden gehen sollte und vermutlich auch gehen wird.

Es gab auch mal die Ansicht, dass man alles, was man mit Kindern machen kann, auch machen soll. So kann man zum Beispiel super den Babies das Daumenlutschen abgewohnen, wenn man den Babies immer auf den Daumen haut, wenn sie daran nuckeln wollen. Das halt die Verhaltensforschung rausgefunden. Also tat man den Babies halt weh, und das Daumenlutschen hörte auf.

Heute aber ist die Verhaltensforschung nicht mehr so in mit ihren Vorschlagen, weil man begriffen hat, dass der Mensch nicht mittels Dressur zu einem gesunden Individuum heranreift.

Ähnlich die Sache mit dem Kindergarten. Es ist eine Milchmädchenrechnung, dass es einem Kind gut tue, wenn man ihm die Kindheit wegnimmt, damit es möglichst früh an das Nützlichkeitsdenken angepasst wird. Spätestens, wenn unsere Wirtschaft zusammenkracht, weil ihre Träger durch mangelnde Kindheit keine Kreativität mehr haben, wird man umdenken. Ich denke, man wird schon früher umdenken.
Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.

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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon F.R.O.G » Fr 6. Jun 2008, 11:00

Original von Mondwolfi
Der Kindergarten war auch mal freiwillig und trotzdem hast du nichts gegen ihn heute wo er Pflicht ist!?
Ja, er ist genau ab dem Schuljahr 2007/2008 Pflicht - wurden wir je zu diesem Entscheid befragt? 8-) ich wäre bestimmt nicht dafür gewesen......

Und was machst du dann mit den Kindern, die nicht freiwillig früher mit der Schule starten? Hinken die den anderen dann einfach im Stoff hinterher?
Die gehen doch einfach ein Jahr später, mit den nächsten Jahrgang - wo sollte hier ein Problem sein?

Naja, wir hätten echt grössere Probs in unserem System als das Alter bei der Einschulung.
Ja, das haben wir........ :(

zB Hatte der Kanton Zürich ein neues Englischbuch. Leider hat er gemerkt, dass es nicht gut ist und was geschieht? Der Kanton Thurgau kauft dem Kanton Zürich das Englischbuch ab!!!
.....nein, ich bin keine Thurgauerin..... :D

Macht endlich mal einen Plan für die ganze Schweiz... das wäre doch viel wichtiger.
Wäre wichtig, ja - hat aber mit der jetztigen Diskussion hier im Thread nichts zu tun....


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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon valdes » Fr 6. Jun 2008, 11:09

mir ist gerade ein gedanke durch den kopf gegangen: klar sind nicht alle kinder im gleichen alter gleich weit (deswegen sollten ja auch basistufen eingeführt werden). kann es aber nicht auch sein, dass häufig eltern das gefühl haben, ihr kind sei noch nicht reif für kindergarten und schule? und zwar nicht unbedingt, weil dem tatsächlich so ist, sondern weil sie ihr kind gerne noch ein jahr länger "für sich" hätten.

ich möchte das nicht verallgemeinert verstanden wissen und den eltern auch nicht unterstellen, dass sie "bewusst" so denken, sondern eher unterbewusst ihre kinder länger zu hause haben möchten und dafür begründungen suchen.
zu sagen: "hier herrscht freiheit" ist immer ein irrtum, oder auch eine lüge, denn freiheit herrscht nicht. erich fried
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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Robby » Fr 6. Jun 2008, 11:40

Original von valdes
ich möchte das nicht verallgemeinert verstanden wissen und den eltern auch nicht unterstellen, dass sie "bewusst" so denken, sondern eher unterbewusst ihre kinder länger zu hause haben möchten und dafür begründungen suchen.


Das kann ich mir schon vorstellen, aber dem gegenüber ist ein Obligatorium für alle "das Kind mit dem Bade ausschütten".


Lieber Gruss
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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Oiner » Fr 6. Jun 2008, 12:09

Servus!

Ihr habt ja sooo recht.

Meine Meinung:
Nehmt den Eltern die Kinder doch gleich bei Geburt schon weg! Es reicht doch, wenn die Eltern für die Kinder zahlen, bis diese volljährig sind und selber Steuern für den Staat entrichten können ...

... bzw. für die Politiker.

Das einzige Argument, welches für eine frühere Einschulung spricht: Die degenerierten Eltern von heute, welche sich nicht mehr um ihre Gören kümmern.

...oder sich kümmern wollen.

Meine Befürchtung geht dahin, dass hier Menschen noch früher an die Kandarre genommen werden, um einfach zu funktionieren (Funktionieren im Sinne des Staates/der Wirtschaft) ...

exakt!

Die kleinen Racker müssen so früh wie möglich von den Eltern weggenommen und für die Anforderungen des Kapitals konditioniert werden.

Ach wirklich? Wie kommst du denn da drauf :D ?

Zu viele Eltern haben gar kein Interesse ihren Kindern etwas beizubringen. Die parken ihre Gören vor dem Fernseher und kümern sich nicht weiter.
Manche Eltern haben auch selbst gar nicht die Kenntnisse, ihren Kindern was beizubringen. Dazu gehört nämlich auch Geduld und Einfühlungsvermögen und ein gewisses Maß an Intelligenz.
Wenn Eltern nicht in der Lage sind, ihren Kindern die wichtigsten Grundlagen für einen Schulstart zu vermitteln, dann sollten die Kinder diese Grundlagen im Kindergarten lernen. Spielerisch und ohne Druck.

Wer nicht Geduld, Einfühlungsvermögen und ein gewisses Maß an Intelligenz mitbringt, sollte m.E. keine Kinder in die Welt setzen. Will ich ein Auto fahren, muß ich einen Führerschein machen, will ich eine Familie gründen, dann brauche ich nur im Standesamt ein Papier unterschreiben. Sicherlich kann ich mit einem Auto immensen Schaden anrichten - aber mit Dummheit kann ich genausogut Leben schädigen oder vernichten.

Gedanken wie in den Zitaten gingen und gehen mir immer noch durch den Kopf, wenn ich Aussage höre wie "Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz ab dem 1. Lebensjahr" (wohne in Deutschland). Meine Mutter fragte mich(!) 5-jährigen, ob ich in den Kindergarten gehen wolle, die gleichaltrige Tochter unseres Hausherren ging ja auch dorthin, aber ich wollte lieber mit meinen Freunden draußen spielen. So habe ich als Kind nie einen Kindergarten von innen gesehen - und das hat mir auch keinesfalls geschadet, weder später in der Schule/im Beruf noch im Privatleben!
Aber so scheint es heute (also ungefähr 40 Jahre später) nicht mehr zu gehen; ein Kind darf keine Kindheit (Freiheit) mehr haben. Es endet ja nicht mit der frühen Einschulung, nein, da fängt es erst an. Englisch ab der ersten Klasse (oder - noch besser - schon im Kindergarten), mindestens 3 Fremdsprachen, neben der Schule Fußballverein, Klavierstunden, Reiten, (Nachhilfe?), im Studium dann möglichst viele Auslandssemester - und wenn man schließlich seinen Rentenbescheid in Händen hält, sollte man möglichst sofort vor Schreck tot umfallen. So kommt man wenigsten nicht in Versuchung auch mal sein Gehirn zum Nachdenken zu benutzen.
Manchmal glaube ich, die Welt wird verrückt...

Gruß,

Oiner
Der erste Schluck aus dem Becher der Wissenschaft führt zum Atheismus, aber auf dem Grund wartet Gott.
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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon origo » Fr 6. Jun 2008, 13:15

Original von Robby
Es gibt auch heute schon die Möglichkeit, für besonders entwickelte/begabte, eine Stufe zu überspringen.

Es kann nicht angehen, dass Kinder, die noch das Nest der Familie brauchen gezwungen werden, dieses noch früher zu verlassen, um für den "Wettbewerb" besser gerüstet zu sein. Diesen Kindern fehlt es dann an Nestwärme was sich negativ auf die Leistung auswirken kann.
Ich stimme dir zu, Robby.
Wer früher dran ist, soll weitergehen können, und wer es braucht, später anfangen. Man sollte mehr die Entwicklung des Einzelnen im Auge haben.

Viele Eltern können das relativ gut, allerdings beurteilen sie auch nach den eigenen Erfahrungen. Bei den Kindergärtnerinnen ist das aber auch nicht anders, die sehen es auch aus ihrer Sicht, nicht aus der des Kindes oder der Schule.
Unser Erster begann schon mit 3 selber allein zu rechnen - natürlich eine absolute Ausnahme - ohne Anstoss wohlgemerkt. Er war extrem lernbegierig, deshalb schickten wir ihn mit 5 in die Schule. Die Kindergärtnerin hätte ihn aber lieber noch ein Jahr behalten - das wäre definitiv falsch gewesen. Der Jüngere aber ging dann mit 6.

Es sollten also unabhängige Berater sein, die die Eltern da beraten würden. Und die Eltern sollen entscheiden.
Das widerspricht natürlich dem Staatsapparat, der will klare Abläufe, die für alle gelten.

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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Lamdil » Fr 6. Jun 2008, 17:23

Original von Robby
Es gibt auch heute schon die Möglichkeit, für besonders entwickelte/begabte, eine Stufe zu überspringen.

Es kann nicht angehen, dass Kinder, die noch das Nest der Familie brauchen gezwungen werden, dieses noch früher zu verlassen, um für den "Wettbewerb" besser gerüstet zu sein. Diesen Kindern fehlt es dann an Nestwärme was sich negativ auf die Leistung auswirken kann.

Allerdings sollte man dann darauf achten, dass die Kinder nicht im Nachhinein benachteiligt sind. Wenn ein Kind mit 6 Jahren noch zu jung für die Vorschule war, dann sollte man es nicht mit 7 Jahren zusammen mit allen anderen einschulen, sondern erstmal in die Vorschule gehen lassen. Ansonsten ist es weniger gut auf die Schule vorbereitet als alle anderen und hat wahrscheinlich mehr Probleme mit den Herausforderungen.

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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Wolfi » Sa 7. Jun 2008, 05:55

Sicher: Wenn die Kinder den Eltern bereits mit 4 Jahren Bekanntschaft mit dem ausserfamiliären System machen, so kann man dadurch das Kind vor vielen Erziehungsschwächen der Eltern bewahren. Man könnte dann auch leichter auf eine kollektive Gleichschaltung in gewissen Bereichen des Lebens Einfluss nehmen.
Wenn Eltern je länger je weniger durch ihr sein und tun benötigt werden, worin mag dann noch die Motivation liegen, überhaupt Kinder zu kriegen?-
Schöne Zukunft: Mutter funktioniert noch als Gebärmaschine und Vater als Quelle für Finanzen. Denn Alltag verbringen die Kinder ja dann in irgendwelchen Institutionen (je nach finanziellen Verhältnissen in sogenannt besseren oder schlechteren ...).
Wenn wir die Kinder der Kindheit (des Kind seins) berauben, wird sich dies mit Garantie gesellschaftlich dereinst negativ ausdrücken. Deshalb: Mit 6 Jahren ist immer noch früh genug. Für ganz aufgeweckte 5-jährige, die von sich aus früher Interesse zeigen, könnte ja ein Vorkindergartenjahr eine Option sein ...
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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon mumi » Sa 7. Jun 2008, 08:05

Guten Tag

Habe noch etwas zum Thema "Erziehung" gefunden:


Die Kampagne „Stark durch Erziehung“ des Schweizerischen Bundes für Elternbildung (SBE) soll das Thema Erziehung vermehrt an die Öffentlichkeit tragen sowie die Eltern zur Erziehung ihrer Kinder ermutigen und ihnen dabei Unterstützung geben. Kantonale Eltern- und Jugendfachstellen, aber auch private Elternvereine sollen zudem mehr Bekanntheit erlangen, damit Eltern bei Erziehungsproblemen wissen, an wen sie sich wenden können. Schliesslich sollen auch Lücken in der Elternbildung ermittelt und mit entsprechenden Angeboten geschlossen werden.

Dahinter steckt laut einem Bericht in der Aargauer Zeitung die Überzeugung, dass elterliche Kompetenzen nicht angeboren sind. „Erziehungskompetenzen müssen erlernt und erworben werden“, ist SBE-Präsident Urs Abt überzeugt. „Elternbildung kann einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Kinder und zur Verbesserung der Chancengleichheit leisten“, meint Jürg Krummenacher, Direktor der Caritas Schweiz und Präsident der Eidgenössischen Koordinationskommission für Familienfragen (EKFF). Elternbildung sei eben auch Teil einer zukunftsweisenden Familienpolitik, begründet er das Engagement der EKFF. Nicht nur familienergänzende Betreuungs- und Bildungseinrichtungen und Kinderzulagen seien für die Familienpolitik von Bedeutung, sondern auch „eine gute, qualitativ hochstehende Elternbildung“.

Finanziert wird die Kampagne, die gestern in Bern den Medien vorgestellt wurde, durch privates Sponsoring sowie Bundes- und Kantonsbeiträge. Eine farbenfrohe Broschüre mit acht Erziehungsgrundsätzen bildet das Kernstück der Kampagne, die von den Kantonen weitergetragen wird. Die Broschüre enthält auch Informationen über regionale und private Beratungs- und Bildungsangebote. Durch ihr eigenes Engagement sollen diese Institutionen besser vernetzt werden und so bei den Eltern mehr Bekanntheit erlangen.

Mehr zur Kampagne: www.e-e-e.ch

Autor: Fritz Imhof / Quelle: SSF. Schweiz. Stiftung für die Familie Datum: 05.09.2006



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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Lamdil » So 8. Jun 2008, 17:37

Original von Wolfi
Sicher: Wenn die Kinder den Eltern bereits mit 4 Jahren Bekanntschaft mit dem ausserfamiliären System machen, so kann man dadurch das Kind vor vielen Erziehungsschwächen der Eltern bewahren.

Ganz genau richtig! (Ich weiß, dass du das ironisch gemeint hast, aber ich meine es ernst.)

Guck dir doch mal die Leute an, die Kinder bekommen. Und da meine ich nicht unbedingt die gebildeten Menschen mit Eigenverantwortung und Fürsorge fürs Kind. Ich habe da eher je jungen Elten im Blick, die zu blöd zum Verhüten waren und für die Kindererziehung erst recht völlig ungeeignet sind. Da ist es sicher hilfreich, wenn deren Erziehung von der Gesellschaft begleitet wird, sonst wissen die später nicht mal ihren eigenen Namen.

Leider lässt es sich ja nicht umsetzen, dass Menschen sich erst vermehren dürfen, wenn sie ihre Qualifikation zur Erziehung von Kindern bewiesen haben. Wäre ein Elternführerschein notwendig, könnte man sicher vermeiden, dass Kinder in einem Umfeld aufwachsen, in dem sie von Anfang an zu unterprivilegierten heranwachsen.


Oder politisch unkorrekt
Man muss sich nur mal die Assi-Viertel angucken und die Brut, die da heranwächst. Besser die kommen jetzt in staatliche Obhut, sonst kommen die später sowieso alle in den Knast! Noch ist da was zu retten.

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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon mumi » Mo 9. Jun 2008, 06:02

@ Lamdil

Der Schluss deines Posts tönt zynisch. Gehe davon aus, dass das nicht deine eigene, sondern z.T. öffentliche Meinung ist.

Wir haben auch ein Assi-Viertel. Dort geh´ ich ab und zu einkaufen, auf den Spielplatz oder zu Besuch.

Bisher habe ich dort nur Menschen angetroffen.

mumi


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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon origo » Mo 9. Jun 2008, 08:16

Original von Lamdil
Oder politisch unkorrekt
Man muss sich nur mal die Assi-Viertel angucken und die Brut, die da heranwächst. Besser die kommen jetzt in staatliche Obhut, sonst kommen die später sowieso alle in den Knast! Noch ist da was zu retten.
Hallo Lamdil

was meinst du genau mit "Assi"?
Was ich gefunden habe unter diesem Wort:
assi bezeichnet einen a-sozialen, also jemanden der "zu wenig" zur gesellschaft beiträgt oder umgekehrt "zu viel" von ihr nimmt. der begriff wurde in deutschland in den jahren des wiederaufbaues sehr geläufig und stand und steht für sozialhilfeempfänger und dergleichen.

Mumi, meinst du auch das?
Oder das:
Thun-Assi teilt Bett mit Hund
THUN - In einem kleinen Gästezimmer im Souterrain verbringt Thuns Trainer René van Eck seine Nächte in Niederstocken (BE). Manchmal ist auch sein Assistent Christian Brand da - und schläft mit Hündin Jame (9) auf dem Sofa.

LG origo
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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon mumi » Mo 9. Jun 2008, 13:20

hi hi, lieber origo

Ich habe jedenfalls an das erstere gedacht.

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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Lamdil » Mo 9. Jun 2008, 16:19

Original von mumi
Der Schluss deines Posts tönt zynisch. Gehe davon aus, dass das nicht deine eigene, sondern z.T. öffentliche Meinung ist.

Wir haben auch ein Assi-Viertel. Dort geh´ ich ab und zu einkaufen, auf den Spielplatz oder zu Besuch.

Bisher habe ich dort nur Menschen angetroffen.

Natürlich sind das Menschen. Aber jetzt mal auf die Höflichkeit verzichtet: Dort gibt es viele (nicht alle) Menschen, deren gesamtes Interesse sich darauf beschränkt, Handyklingeltöne zu bestellen, Talkshows zu gucken und über ihre Freunde abzulästern, die alle als Schlampen und Idioten bezeichnet werden, wenn sie nicht zugegen sind.

Und diese Leute werden Eltern. :shock:

Natürlich ändern sich viele auch, wenn sie Kinder bekommen. Aus ungebildeten, prolligen Drogenkonsumenten wird nicht automatisch ein gutes Vorbild, nur weil jetzt ein Kind da ist.




Ist es wirklich sinnvoll, wenn solche Leute Kinder erziehen? Weißt du wie bei denen die Kindererziehung aussieht? Die Kleinen werden vor dem Fernseher geparkt und ab und zu mal gefüttert. Wenn die Kinder laufen können, werden die mehr oder weniger zum Selbstversorger. Aber sie bekommen keine Bildung und kein Wissen mit auf ihren Weg, der sie dann oft in die gleiche gesellschaftliche Sackgasse führt.



Ja, wenn dann wieder ein Kind zu tode misshandelt wurde oder in der Wohnung verhungert ist, dann denken wieder alle: Warum hat der Staat da nicht eingegriffen.

Es gibt eben nicht nur die perfekten Eltern und deshalb bin ich für staatlich begleitete Erziehung.

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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Such_Find » Mo 9. Jun 2008, 18:08

Original von Lamdil

Weißt du wie bei denen die Kindererziehung aussieht? Die Kleinen werden vor dem Fernseher geparkt und ab und zu mal gefüttert.

Ich kenne nur wenige Kinder deren Alltag nicht von diversen Bildschirmen beherrscht wird.
Ist ja auch so gewollt, bei dir in D hat ja jeder ein Recht auf eine Glotze, gehört zur sozialen Grundausstattung. Um sich zu informieren/bilden finde ich TV eine Katastrophe(von einigen Perlen mal abgesehen).

Aber sie bekommen keine Bildung und kein Wissen mit auf ihren Weg, der sie dann oft in die gleiche gesellschaftliche Sackgasse führt.

Wer sagt denn was "Bildung" ist, was für einen Menschen wichtiges Wissen ist?
Ist das was Menschen NICHT "in die gesellschaftliche Sackgasse" führt Bildung? Ist diese Gesellschaft also Maßstab für Lebendigkeit und menschlichen Werten, so daß deren vermittelte Bilder(>Bildung) Kindern "mit auf den Weg" gegeben werden sollte?

Es gibt eben nicht nur die perfekten Eltern und deshalb bin ich für staatlich begleitete Erziehung.

Der Staat in dem du lebst ist für mich nur noch ein Diener des Kapitals, Diener der wirklichen Herrscher: Banken/Mega-Firmen, die staatliche Erziehung würde nur darauf hinauslaufen das diese Kinder gut für diese vermarktbar/verwertbar sind. Ich habe keinerlei Vertrauen mehr in diese Art Staat, Null. Und das System der Banken/Corporations taugt für mich eher als Feindbild, aber nicht etwas in dem ich irgendeine Zukunft für Menschen sehe...
«Andererseits frage ich mich seit langem, woher diese Unfähigkeit stammt, den Geist Gottes als das zu sehen, was er ist, nämlich als das Leben, Wesen, Bewußtsein und Sein Gottes.»
Zitat von William Penn
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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Grasy » Mo 9. Jun 2008, 20:37

Original von Lamdil
Wenn ein Kind mit 6 Jahren noch zu jung für die Vorschule war, dann sollte man es nicht mit 7 Jahren zusammen mit allen anderen einschulen, sondern erstmal in die Vorschule gehen lassen.


Das würde ich so pauschal nicht festlegen wollen. Es kommt schon vor daß ältere Kinder im Kiga das letzte Jahr mal Langeweile schieben. Ich wäre da eher für ´ne individuelle Lösung wobei der Altersunterschied in meinen Augen auch nicht zu groß ausfallen sollte.

Mfg,
Grasy
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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Grasy » Mo 9. Jun 2008, 20:49

Original von Lamdil
Ich habe da eher je jungen Elten im Blick, die zu blöd zum Verhüten waren und für die Kindererziehung erst recht völlig ungeeignet sind.


Ich halte von der Aussage gelinde gesagt nicht viel. Das kannst du aufgrund vom Alter nie und nimmer festlegen. Was wäre mit Eltern die bis ins hohe Alter beide berufstätig sich um die Karriere drehen und dann mal eben wo ein Kind reinflicken das bei der Oma? Sind die eher geeignet weil sie älter sind? Wären sie mit fortgeschrittenem Alter ungeeigneter wenn sie sich hingegen vornehmen die Karriere bewusst zurückzusetzen um auch langfristig für das Kind da zu sein? Das Alter ist hier pauschal in meinen Augen weder Vor noch Nachteil. Ich bin jedenfalls der Meinung daß Eltern für die Kinder da sein sollten - egal mit welchem Alter und daß man das auch fördern sollte.


Mfg,
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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Lamdil » Mo 9. Jun 2008, 21:06

Original von Grasy
Original von Lamdil
Wenn ein Kind mit 6 Jahren noch zu jung für die Vorschule war, dann sollte man es nicht mit 7 Jahren zusammen mit allen anderen einschulen, sondern erstmal in die Vorschule gehen lassen.


Das würde ich so pauschal nicht festlegen wollen. Es kommt schon vor daß ältere Kinder im Kiga das letzte Jahr mal Langeweile schieben. Ich wäre da eher für ´ne individuelle Lösung wobei der Altersunterschied in meinen Augen auch nicht zu groß ausfallen sollte.

So pauschal hatte ich es nicht geschrieben. Mir ging es darum, dass ich es für sinnvoll erachte, dass Kinder entweder in die Vorschule gegangen sind oder wenigstens die nötigen Kenntnisse haben. Wenn aber ein Kind nicht zur Vorschule gehen konnte, weil es nicg nicht mal seinen eigenen Namen wusste und dann nach einem Jahr eingeschult werden soll, obwohl es immer noch nicht seinen Namen weiß, dann halte ich das für einen Fehler.

Vielleicht habe ich es auch noch nicht oft genug geschrieben, was ich konkret meine: Man sollte keine Kinder einschulen, die auf die Herausforderung der Schule nicht vorbereitet sind. Um sie vorzubereiten halte ich die Vorschule für angemessen.

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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Lamdil » Mo 9. Jun 2008, 21:09

Original von Grasy
Original von Lamdil
Ich habe da eher je jungen Elten im Blick, die zu blöd zum Verhüten waren und für die Kindererziehung erst recht völlig ungeeignet sind.


Ich halte von der Aussage gelinde gesagt nicht viel. Das kannst du aufgrund vom Alter nie und nimmer festlegen....

[Bla bla etc.]

Jetzt hängst du dich an dem Wort jünger auf? Dann streiche es. Entscheidend war, dass Frauen, die sich auf einer Party ein Kind machen lassen und dann erst in einer Talkshow erfahren, welcher von den Proll-Typen der Vater ist, kaum die idealen Eltern sind. Aber diese Leute setzen Kinder in die Welt und zum Wohl der Kinder und der Gesellschaft, sollte der Staat da die Erziehung begleiten, weil sie sonst in die Hose geht.


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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Wolfi » Di 10. Jun 2008, 05:59

Guten Morgen Lamdil

Das würde ich so pauschal nicht festlegen wollen.

Wenn Du festlegst, ab wann Kinder eingeschult werden sollen, dann legst Du so was aber eben auch pauschal fest.

So pauschal hatte ich es nicht geschrieben. Mir ging es darum, dass ich es für sinnvoll erachte, dass Kinder entweder in die Vorschule gegangen sind, oder wenigstens die nötigen Kenntnisse haben. Wenn aber ein Kind nicht zur Vorschule gehen konnte, weil es noch nicht mal seinen eigenen Namen wusste und dann nach einem Jahr eingeschult werden soll, obwohl es immer noch nicht seinen Namen weiß, dann halte ich das für einen Fehler.
In solchen individuellen Fällen kann ein Kind ja auch heute um ein Jahr zurück gestellt werden. Wir reden hier über eine Massnahme, die allgemein gültig im ganzen Land für alle Kinder geändert werden soll. Da geht´s nicht um die Spezialfälle, welche Dir via Privatsender präsentiert werden. Sollten solche Erscheinungsbilder in der Gesellschaft mal schon fast die Regel werden, dann könnte ich mich für die Idee einer früheren Einschulung erwärmen. So schlimm sieht es aber gottseidank bei uns in der Schweiz (noch? :shock: ) nicht aus.

Vielleicht habe ich es auch noch nicht oft genug geschrieben, was ich konkret meine: Man sollte keine Kinder einschulen, die auf die Herausforderung der Schule nicht vorbereitet sind. Um sie vorzubereiten, halte ich die Vorschule für angemessen.

Ich betrachte es als ungemein wertvoll, was ich, bis ich mit 6 Jahren in den KG durfte, zu Hause miterleben, erfahren und lernen durfte. Ich hatte bis dahin noch gar nicht das Bedürfnis nach einem regelmässigen (befohlenen) Treffen mit all den anderen Kindern. Mir wurde in der Zeit zu Hause beigebracht, dass man stets ein Taschentuch in der Hose hat, wenn man das Zuhause verlässt, dass die Fingernägel keine dunklen Trauerränder aufwiesen und die Schuhe geputzt zu sein hatten, wenn man das Haus verliess. Rückblickend waren es solche Dinge, welche zwar einerseits genervt, andererseits jedoch viel Positives bewirkt haben. Und warum sollte dies in so jungem Alter denn schon bei fremden Leuten abzulaufen haben?- Bloss weil die Eltern von heute keine Zeit für ihre Kinder mehr haben?- Nix da!
Bei Eltern, welche aus klar bestimmten Gründen aus der Norm des Elternbildes fallen (Drogenkonsum, Alter, Verwahrlosung, ...), da soll der Staat ein Auge drauf haben sollen und zwar ein strenges, aber klar definiertes. Ihm jedoch Kinder auszuliefern, die gerade mal erst anfangen, ihre Aussenwelt bewusst wahrzunehmen, setzt schon ein hohes Mass an Vertrauen in einen Staat voraus. Die Wurzeln zum Staat würden so wohl stärker wachsen, als jene zum Elternhaus. Ob so was sinnvoll ist?- Ich kann mich dafür, trotz aller berechtigten Überlegungen dazu, nach wie vor nicht anfreunden.
lg, wolfi
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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon mumi » Di 10. Jun 2008, 07:42

@ lamdil

Ich weiss, dass das in unserem Assi-Viertel vielfach auch so abläuft :cry:


@ wolfi

Bei Eltern, welche aus klar bestimmten Gründen aus der Norm des Elternbildes fallen (Drogenkonsum, Alter, Verwahrlosung, ...), da soll der Staat ein Auge drauf haben sollen und zwar ein strenges, aber klar definiertes.

Ihm jedoch Kinder auszuliefern, die gerade mal erst anfangen, ihre Aussenwelt bewusst wahrzunehmen, setzt schon ein hohes Mass an Vertrauen in einen Staat voraus. Die Wurzeln zum Staat würden so wohl stärker wachsen, als jene zum Elternhaus. Ob so was sinnvoll ist?



Das sehe ich auch so.

Mumi

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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Mustikka » Di 10. Jun 2008, 08:17


Bei Eltern, welche aus klar bestimmten Gründen aus der Norm des Elternbildes fallen (Drogenkonsum, Alter, Verwahrlosung, ...), da soll der Staat ein Auge drauf haben sollen und zwar ein strenges, aber klar definiertes

Und wer definiert die Norm des Elternbildes?

Überhaupt halte ich es für schwierig, pauschal festzulegen, welche Eltern nun Hilfe brauchen und welche nicht. Wie oft hört man von misshandelten Kindern, wo jeder sagt "das waren ganz anständige Leute, das hätte ich denen nie zugetraut".
Was manche Menschen sich selber vormachen, das macht ihnen so schnell keiner nach. (Gerhard Uhlenbruck)
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Re: Obligatorische Einschulung bereits mit 4 Jahren

Beitragvon Wolfi » Di 10. Jun 2008, 15:11

Hallo Mustikka
Und wer definiert die Norm des Elternbildes?

Die Norm wird durch die Mehrheit der betreffenden Gesellschaft definiert; schön demokratisch ...

Überhaupt halte ich es für schwierig, pauschal festzulegen, welche Eltern nun Hilfe brauchen und welche nicht.

Jedes Gesetz ist Pfusch, wenn Du´s auf gewisse Einzelfälle bezogen betrachtest. Und selbst wenn es eine solche (wie oben vorgeschlagene) Regelung geben würde, könnte man damit nicht jegliche Misshandlung von Kindern ausschliessen. Wir Menschen können stets bloss versuchen, das Bestmögliche umzusetzen. Miemals dürfen wir meinen, dass es nicht noch was Besseres geben könnte ...
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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon Zorro » So 28. Sep 2008, 12:28

Das ist ein Wunder!

http://www.hispeed.ch/News___Wetter/Inland/2089/20899304.html?entryId=779623

Der Staat greift nach unseren Kindern und das Stimmvolk in Luzern verhindert dies! Gott sei Dank!
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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon Grasy » Mo 29. Sep 2008, 17:47

Sehr interessant! Finde ich jedenfalls gut. :))
Danke für den Link Zorro!

Mfg,
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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon bigbird » Mo 29. Sep 2008, 19:40

Zorro hat geschrieben:Der Staat greift nach unseren Kindern und das Stimmvolk in Luzern verhindert dies! Gott sei Dank!
ZORRO
Ach was, der Staat greift doch nicht nach den Kindern ...

Zum Beispiel im Kanton Bern besuchen sowieso die meisten Kinder zwei Jahre Kindergarten. Nach HarmoS können die Eltern, die den Eindruck haben, dass ihre Zwerge noch zu klein sind (zu unreif), die Einschulung (in den Kindergarten) verschieben. Und weil man jetzt Kindergarten zur Schule zählt, sind es elf Jahre - aber alles in allem kommts doch meistens auf dasselbe raus.

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Zur Sklavenzeit in den USA hat eine schwarze Köchin in höherem Alter mit Eifer lesen gelernt, um die Bibel selber lesen zu können. Sie wurde gefragt, was sie mache, wenn sie etwas nicht verstehe.
Ihre Herzensantwort: „Dann sage ich Halleluja und lese weiter, bis was kommt, das ich verstehe!“
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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon Zorro » Mo 29. Sep 2008, 20:06

bigbird hat geschrieben: Ach was, der Staat greift doch nicht nach den Kindern ...


Das ist leider genau das, was passiert. Aus dem Harmos-Verdikt:
Art. 5 Einschulung
Absatz 1 setzt die Einschulung auf das vollendete 4.Altersjahr fest: Jene Schülerinnen
und Schüler werden eingeschult, die am 31. Juli das 4. Altersjahr erreicht haben. Das
Stichdatum 31. Juli kann von den Kantonen – dies im Gegensatz zur Regelung gemäss
Schulkonkordat 1970 – nicht mehr um vier Monate nach vorn oder nach hinten verschoben
werden.
Die Vorverlegung des Schuleintrittsalters hat zur Folge, dass die Kindergartenjahre
in den Regel-Ausbildungsverlauf integriert und für die entsprechende Dauer
obligatorisch werden. In den meisten Kantonen werden heute zwei Kindergartenjahre
angeboten, einige wenige kennen nur ein Jahr


Es wird obligatorisch. Zwei Jahre. Einschulung mit 4 Jahren. Der Kanton Luzern kannte bisher ein Jahr Kindergartenpflicht, die Eltern konnten also wählen. Sollte Harmos doch noch erzwungen werden (bei 2/3 aller Kantone), so muss Luzern neu 2 Jahre obligatorisch erklären. Das heisst ein Jahr frühere Einschulung (KG wird neu zur Schule gezählt) und vor allem keine Flexibilität mehr für die Eltern was Urlaub betrifft, was Entwicklung der Kinder betrifft.

Es soll nicht bloss das Einschulungsalter vorverlegt, sondern zugleich die Einschulung
– verstanden als ein Prozess und nicht lediglich als ein punktueller Vorgang
– im Sinn der individuellen Förderung flexibilisiert werden.


Was die wirklichen Beweggründe von Harmos waren/sind, liest sich ebenfalls im zitieren Pamphlet:
Die Entwicklungen im Arbeitsmarkt, die vermehrte ausserfamiliäre Berufstätigkeit
der Frauen und das gewandelte Verständnis der Rollen von Mann und Frau in Familie
und Kindererziehung führen zu einem grösseren Bedarf an familienexterner Betreuung,
zur Forderung nach Tagesstrukturen und Blockzeiten.


Wer also auf Einkommen verzichtet, indem sie/er die Kinder zu Hause betreut, wird weiter ausgegerenzt. Wer die Kinder nicht mit 4 Jahren in den KG geben will, sieht sich mit einem Obligatorium konfrontiert, welches kaum zu umgehen ist.

Quelle: http://www.lu.ch/download/gr-geschaefte/2007-2011/b_027.pdf


Darum nein zu Harmos.
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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon Grasy » Mo 29. Sep 2008, 20:28

bigbird hat geschrieben:aber alles in allem kommts doch meistens auf dasselbe raus.


Und was ist mit denen welche nicht in Muster-X reinpassen? Ich denke es ist schon ein Unterschied ob das dann noch die Eltern entscheiden dürfen oder ob das dann auf's Auge gedrückt wird. Wenn es Pflicht ist dann liegt's eben nicht mehr in deiner Hand. Da fragt dich als Elternteil dann keiner mehr. Ich bin gegen den obligatorischen Kindergarten. Ich bin für die Schulpflicht. Trotz dessen daß meinem Kind erst vermittelt wurde die Biene sei vielleicht gar kein Insekt. Auch anderes strömt dann auf die Kinder ein und so manches mal heißt es dann auch als Elternteil etwas zu unternehmen. Und darunter verstehe ich nicht die Kinder von allem abzuschotten. Wir leben schließlich in der Welt. Ich will als Elternteil aber doch bitte erst mal auch entscheiden dürfen wem ich wann meine Kinder anvertraue? Das Bedürfniss hört theoretisch nicht mal im Schulalter auf. Jedoch wird die Wahl da geringer und daß die Kindlein nicht immer Kindlein bleiben und dann Verantwortung und eine (gar nicht immer so verständnisvolle oder ruhige) Arbeitswelt wartet ist auch klar. Es macht auch keinen Sinn hier den Kindern vorzumachen sie würden im Himmel leben. Aber bis zu einem gewissen Grad will ich auch dem Bedürfniss meiner Kinder nachkommen. Wie soll ich denn daß wenn ich gar nicht mehr gefragt werde? Der Kamm über den die Kinder geschert werden kommt in der Regel so wieso früher oder später. Ich muss ja nicht noch extra überall ja sagen um mir so selbst mein Mitspracherecht noch früher abzuschneiden? Nachdem es hier noch um kleine Kinder geht bin ich definitiv nicht für einen verpflichtenden Kindergarten.


Mfg,
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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon Thelonious » Mo 29. Sep 2008, 22:05

Nicht aus der Sicht eines Lehrers, sondern eines direkt betroffenen Vaters: lasst die "Knirpse" so lange Kind sein (spiele lassen usw.), wie es irgend geht. Nicht gleich "auf Leistung trimmen"! Sondern "Rumdödeln" (okay, norddeutsche Bezeichnung - korrekter wäre: Spaß, Spaß, Spaß!) wie es irgend geht.

Gruß
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Wir sehen nirgends so tief ins Herz Gottes wie auf Golgatha.
(Benedikt Peters )
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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon valdes » Di 30. Sep 2008, 06:29

im kindergarten wird doch nicht auf leistung getrimmt! entweder hat sich der total verändert, oder ihr malt den teufel an die wand.

im kindergarten haben wir ein bisschen gespielt, etwas gemalt und sind dann im kreis gesessen und haben uns eine geschichte angehört. das einzige, das man da "lernen" muss, ist mal eine halbe stunde ruhig zu sitzen und ein bisschen soziale interaktion mit gleichaltrigen. in meinem kanton gab es damals kein kindergartenobligatorium und ein kind, das nicht im kindergarten war, kam zu uns in die erste klasse. dieses kind konnte das, was wir "gelernt" hatten, nicht und musste es erst in der schule lernen. war weder für die lehrerin, noch für das kind lustig. wir lernten lesen, schreiben und rechnen und er ruhig sein und normal mit anderen kindern reden. lag wohl nicht nur daran, aber die schulischen defizite hat er nie ganz aufgeholt.

verstehe die aufregung um dieses eine kindergartenjahr nicht. wenn man bedenkt, mit welchen problemen lehrerinnen und lehrer heue konfrontiert sind, verstehe ich den wunsch, kinder ordentlich auf die schule vorzubereiten. auch aus sicht der chancengleichheit kann es nur wünschenswert sein, wenn nicht die einen kinder zum schulbeginn schon lesen können und die anderen nicht mal richtig deutsch (müssen nicht nur ausländerkinder sein) und überhaupt kein sozialverhalten aufweisen.
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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon Taube » Di 30. Sep 2008, 07:01

Thelonious hat geschrieben:Nicht aus der Sicht eines Lehrers, sondern eines absolut betroffenen Vaters: lasst die "Knirpse" so lange Kind sein (spiele lassen usw.),....

Nur wie weit ist die Sichte eines Vaters relevant, wie weit relevant im Vergleich zur Sicht des Kindes? Auch bei meinen Kindern habe ich gesehen, dass schon kleine Kinder wissbegierig sind und auch lernbegierig. Sie lernen sehr schnell, meist schneller als es den Eltern lieb ist. Meine Kinder sind jetzt schon gross, aber erst kürzlich habe ich erstaunt wieder gesehen, wie motiviert schon kleinere Kinder sind bei Lernaufgaben, wie sie intensiv forschend lernen wollen. Was der Vater mit der Zeitung macht, möchten sie schnell nachmachen. Bei Vorlesebüchern interessieren Kinder nicht nur die Bilder, auch was die komischen Zeichen sind. Soll man da die Kinder abblocken?

Das Problem scheint mir eher anderswo zu liegen: Wie kann man kindgerecht und altersgerecht in Kindergarten und Schule mit den Kindern umgehen? Wie kann die kindliche Lernbereitschaft erfüllt werden, ohne dass es nur in Leistungsstress mündet? Wie können die Entwicklungsunterschiede bei Kindern berücksichtigt werden? Einige sind wirklich noch zu jung für Kindergarten mit vier Jahren. Sind dann die Eltern bereit, auf den Entwicklungsstand des Kindes einzugehen oder haben sie sofort Angst, das Kind bleibe zurück.

Gruss Taube
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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon valdes » Di 30. Sep 2008, 07:13

das ist ja auch ein bisschen der witz bei den harmos-gegnern. die gleichen leute, die keine "gleichmacherei" wollen und die kinder, kinder sein lassen wollen, lamentieren dann über kuschelpädagogik und wollen noten und prüfungen wieder ab der ersten klasse. das modell der "leistungsschule", in dem jedes kind gemessen wird, alle den gleichen stoff in der gleichen zeit zu absolvieren haben und kein raum für spielerisches lernen ist, verträgt sich meiner meinung nach nicht damit, gegen einen obligatorischen kindergarten zu sein.
ich will ein ausbildungssystem, dass auf die bedürfnisse der kinder eingeht - so früh wie möglich.
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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon Taube » Di 30. Sep 2008, 08:08

valdes hat geschrieben:das ist ja auch ein bisschen der witz bei den harmos-gegnern. die gleichen leute, die keine "gleichmacherei" wollen und die kinder, kinder sein lassen wollen, lamentieren dann über kuschelpädagogik und wollen noten und prüfungen...


Allen voran Toni Brunner mit einer queren Einstellung zur Schule:

Präsident Toni Brunner sagt: «Die Bildung wird zu einem Schlüsselthema der Opposition.» So steht es im Tagesanzeiger! Will die SVP jetzt neu auch die Kinder missbrauchen nur für die Oppositionspolitik. Es geht also nicht mehr um Sachpolitik. Im Wortlaut von Brunner geht es bei diesen Sachen um Oppositionspolitik. Da kommt es erst gar nicht mehr darauf an, was da Schlüer sagt: «Der Lehrer ist eine Führungsperson und nicht ein Coach» im Tagesanzeiger. Nein, der Lehrer soll nicht Führungsperson werden sondern Pädagoge sein und bleiben.

Die SVP instrumentalisiert also hier die Kinder für ihre Oppositionspolitik. Das ist ein Missbrauch der Kinder.

Quelle in Berner Zeitung


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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon Zorro » Di 30. Sep 2008, 08:18

Taube hat geschrieben:Wie können die Entwicklungsunterschiede bei Kindern berücksichtigt werden? Einige sind wirklich noch zu jung für Kindergarten mit vier Jahren. Sind dann die Eltern bereit, auf den Entwicklungsstand des Kindes einzugehen oder haben sie sofort Angst, das Kind bleibe zurück.

Gruss Taube

Die zentrale Frage!!! Und die Antwort, die Harmos gibt, ist ein Obligatorium mit dem (momentan) frühstmöglichen Alter. Ist das kindgerecht? Das zeigt doch, wie sehr diese Vorlage reine Zwangsgleichmacherei betreibt und nicht auf das allgemeine Kindswohl eingehen will. Ein weiterer Faktor ist, dass durch die Intergration in die Schulpflicht, die Flexibilität der Eltern in Bezug auf Ferien, Urlaub, Dispensationen etc. eine klar strengere Gangart eingeführt wird, was viele familiären Anlässe verunmöglicht. Dies in einem Alter von 4, 5 Jahren.

Weitere Punkte von Harmos (Auszug aus Weltwoche Ausgabe 39/08):
- Die Kantone müssen «Kurse in heimatlicher Sprache und Kultur» für «Schüler mit Migrationshintergrund» unterstützen (wobei sich «heimatlich» nicht etwa auf die Schweiz bezieht, sondern auf die diversen Herkunftsländer).
- Eine erste Fremdsprache ist «spätestens» ab dem fünften Schuljahr zu unterrichten, eine zweite spätestens ab dem siebten.

Synergien sollte man nutzen, die Lernsysteme der Kantone sollten aufeinander abgestimmt sein, keine Frage. Was aber Harmos will, zielt meilenweit darüber. Es greift in die Rechte der Eltern und der Kinder ein.
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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon Zorro » Di 30. Sep 2008, 08:28

Taube hat geschrieben: Die SVP instrumentalisiert also hier die Kinder für ihre Oppositionspolitik. Das ist ein Missbrauch der Kinder.

Gruss Taube


Die SVP ist doch nicht das Thema. Auch in Luzern hat die SVP keine offizielle Parole gegen Harmos abgegeben, auch wenn einige sich den Erfolg nun auf die Fahne schreiben wollen.

Auszug Weltwoche:
Die SVP wollte nicht mitmachen
Kopf des buntscheckigen Luzerner Referendumskomitees ist Anian Liebrand, 19-jähriges Mitglied der Jungen SVP. Wenn die Volkspartei sich heute auf diesem Gebiet als Oppositionspartei zu profilieren sucht, täuscht das: Der Widerstand ging von einzelnen Bürgern aus, sowohl die Junge SVP wie Fraktion und Leitung der Mutterpartei wollten von einem Referendum nichts wissen. Selbst für den Druck der Inserate wollte die Partei keinen Rappen spenden, schliesslich machte sie ganze tausend Franken locker.

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