Einschulung bereits mit vier Jahren

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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon Pilgrim » Do 9. Okt 2008, 02:01

valdes hat geschrieben:......
was meiner meinung nach bei aller freiheit der schulwahl etc. nicht geht, ist dass nicht alle kinder gleich lange die volksschule besuchen müssen. denkt man das zu ende, kommen plötzlich eltern, die finden meine kinder brauchen nach der primarschule nicht mehr zur schule zu gehen, die sollen im haushalt helfen.

Und wie steht es mit den Kindern denen der staatliche Schullehrgang nicht herausfordernd genug ist, sie aber trotzdem dem gesetzten Tempo Folge leisten muessen? Das ist ein wichtiger Grund zur Heimschulung.
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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon origo » Do 9. Okt 2008, 08:46

Grasy hat geschrieben:
Marc.Jost hat geschrieben:Schon heute besuchen mehr als zwei Drittel der Kinder freiwillig zwei Jahre den Kindergarten. In der Regel sind sie etwa fünfjährig, wenn sie beginnen.

Dann versteh ich nicht wozu es obligatorisch werden soll? Funktioniert das restliche Drittel nicht richtig? Muss der Staat in die Familie eingreifen damit kleine Kinder dort landen wo sie sollen? Damit erzwingt man eine Gesellschaftsform. Ich sehe hier immer noch keinen plausiblen Grund, außer man will Gender-Mainstreaming forcieren, einen obligatorischen Kindergarten festzulegen.

Ich war auch zwei Jahre im Kindergarten. Und jetzt? Sind alle wie ich? Kein Mensch ist gleich. Ich hab 5 Kinder und so wie es aussieht wird jedes mit 4 Jahren den Kindergarten besuchen. Ich halten den Kindergarten wirklich für eine gute Sache und die Person welche meine (kleinen Kinder) betreut(e) hat mein Vertrauen. Daß ich persönlich den Kindergarten gut finde ist aber nicht der springende Punkt. Wenn die freiwillige Basis entzogen wird dann wird die Basis zum Widerspruch geschwächt. Das sehe ich nicht ein. Die Schulbildung gibt es ja ohnehin.

Ist mir auch überhaupt nicht einsichtig, warum der Kiga obligatorisch werden muss. Ich bin mit Grasy voll einig.
Ausserdem ist das mit den obligatorischen 11 Jahren Schulbildung Quatsch. Was ist denn mit sehr aufgeweckten Kindern, die das zweite Jahr Kiga auslassen wie unser einer Sohn, oder irgendeine Klasse überspringen? Müssen die dann am Ende der Schulpflicht das 11. Jahr nachsitzen?

Man hat hier wieder eine neue bürokratische Regelung ausgearbeitet, statt das Wesentliche zu regeln, nämlich, dass nicht jeder Kanton ein anderes Schulsystem hat und es darum bei Kantonswechsel Schwierigkeiten geben kann. Doch so riskiert man nur, dass das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wird! Der Kiga kann so freiwillig bleiben wie immer, damit gab es nie Probleme.

LG Origo
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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon Zorro » Do 9. Okt 2008, 09:43

origo hat geschrieben: Man hat hier wieder eine neue bürokratische Regelung ausgearbeitet, statt das Wesentliche zu regeln, nämlich, dass nicht jeder Kanton ein anderes Schulsystem hat und es darum bei Kantonswechsel Schwierigkeiten geben kann. Doch so riskiert man nur, dass das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wird!


:!: Da muss man sich fragen, welche Motivation denn dahinter steckt. Wenn man die Befürworter-Pamphlete liest, so ist das mit Gender-Mainstreaming und die Lösung des Demografieproblems auf den Schultern der Frauen und damit vielen Familien als Ziel?
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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon valdes » Do 9. Okt 2008, 10:21

sag mir doch bitte, was du unter gender-mainstreaming verstehst und was du daran schlecht findest.
zu sagen: "hier herrscht freiheit" ist immer ein irrtum, oder auch eine lüge, denn freiheit herrscht nicht. erich fried
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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon Zorro » Do 9. Okt 2008, 10:46

valdes hat geschrieben:sag mir doch bitte, was du unter gender-mainstreaming verstehst und was du daran schlecht findest.


Die ganze Genderdiskussion würde hier wahrscheinlich zu weit OffTopic führen.

Harmos:
Die Entwicklungen im Arbeitsmarkt, die vermehrte ausserfamiliäre Berufstätigkeit
der Frauen und das gewandelte Verständnis der Rollen von Mann und Frau in Familie
und Kindererziehung
führen zu einem grösseren Bedarf an familienexterner Betreuung,
zur Forderung nach Tagesstrukturen und Blockzeiten.

Dass du das begrüsst ist mir klar. Dass Angebote für arbeitende Mütter geschaffen werden, kein Problem. Aber nicht verbunden mit Obligatorien beim Kindergarten und damit der Schulpflicht.
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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon Marc.Jost » Do 9. Okt 2008, 16:27

origo hat geschrieben:
Grasy hat geschrieben:
Marc.Jost hat geschrieben:Schon heute besuchen mehr als zwei Drittel der Kinder freiwillig zwei Jahre den Kindergarten. In der Regel sind sie etwa fünfjährig, wenn sie beginnen.

Dann versteh ich nicht wozu es obligatorisch werden soll? Funktioniert das restliche Drittel nicht richtig? Muss der Staat in die Familie eingreifen damit kleine Kinder dort landen wo sie sollen? (...)

Ich war auch zwei Jahre im Kindergarten. Und jetzt? Sind alle wie ich? Kein Mensch ist gleich. Ich hab 5 Kinder und so wie es aussieht wird jedes mit 4 Jahren den Kindergarten besuchen. Ich halten den Kindergarten wirklich für eine gute Sache und die Person welche meine (kleinen Kinder) betreut(e) hat mein Vertrauen.(...) Die Schulbildung gibt es ja ohnehin.

Ist mir auch überhaupt nicht einsichtig, warum der Kiga obligatorisch werden muss. Ich bin mit Grasy voll einig.
Ausserdem ist das mit den obligatorischen 11 Jahren Schulbildung Quatsch. Was ist denn mit sehr aufgeweckten Kindern, die das zweite Jahr Kiga auslassen wie unser einer Sohn, oder irgendeine Klasse überspringen? Müssen die dann am Ende der Schulpflicht das 11. Jahr nachsitzen?

Man hat hier wieder eine neue bürokratische Regelung ausgearbeitet, statt das Wesentliche zu regeln, nämlich, dass nicht jeder Kanton ein anderes Schulsystem hat und es darum bei Kantonswechsel Schwierigkeiten geben kann. Doch so riskiert man nur, dass das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wird! Der Kiga kann so freiwillig bleiben wie immer, damit gab es nie Probleme.

LG Origo


Ich probiere kurz auf einige Fragen einzugehen:

- Wer harmonisieren will, muss sich entscheiden, was er alles vereinheitlichen will und was er vielfältig und freiwillig belassen will. Dabei sind weit verbreitete Modelle (Kindergarten) von besonderer Bedeutung. Ich bin auch der Meinung, dass Harmos grundsätzlich ohne Kindergartenobligatorium möglich wäre. Aber dabei gilt es folgendes zu bedenken: Es gibt viele Familien (oder ähnliche Formen des Zusammenlebens), in denen ein Kind keine Idealen Voraussetzungen für die Schule erhalten kann (sozial schwächer gestellte Personen, aus wirtschaftlicher Sicht zur Erwerbstätigkeit gezwungene Mütter/ Eltern, mit der Erziehung schlicht überforderte Zeitgenossen). Entscheiden sich jene Erziehungsberechtigten heute, ihr Kind nicht in den Kindergarten zu schicken, ist das eindeutig ein Nachteil für das Kind. Um hier etwas mehr Chanchengleichheit für die Kinder zu erhalten, haben sich die Erziehungsdirektoren fürs Kindergartenobligatorium entschieden. Dieser Entscheid ist nicht unproblematisch (Schulwege, Geschwisterkonstellationen, verantwortungsbewusste Eltern, die ihre Erziehungsarbeit vorbildlich wahrnehmen würden usw.). Zudem hätte man auch einfach 1 Jahr für obligatorisch erklären können. Aber weil eine grosse Mehrheit heute schon 2 Jahre den KG besucht, kam es zu diesem Entscheid. Ich finde ihn OK, wenn die Eltern wie gesagt unbürokraisch den Eintritt um ein Jahr aufschieben können.

- betreffend 11 obligatorische Schuljahre: Es ist schon heute so, dass einzelne Schuljahre übersprungen werden können und dass die obligatorische Schulzeit (relativ leicht) nach unten oder oben angepasst werden kann. Ich gehe davon aus, dass an dieser Flexibilität (in unserer immer individualistischer werdenden Gesellschaft) nichts verändert wird.
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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon Zorro » Do 9. Okt 2008, 16:52

Marc.Jost hat geschrieben: Aber weil eine grosse Mehrheit heute schon 2 Jahre den KG besucht, kam es zu diesem Entscheid. Ich finde ihn OK, wenn die Eltern wie gesagt unbürokraisch den Eintritt um ein Jahr aufschieben können.


Du weisst doch sicher Marc, wie "unbürokratisch" dies dann vor sich gehen wird. Ich weiss nicht, ob du Militärdienst geleistet hast, aber wenn du dort den Dienst verschieben musstest, so war von "unbürokratisch" nicht die Rede. Im Gegenteil, Beamtenschimmel und Beharren auf "Pflichten" noch und nöcher. Wieso kehrt man den Regelfall um und zwingt Eltern in die Bittschuld, anstatt flexible Lösungen zu suchen? Eine Familie, wo beide Partner arbeitstätig sind, wird wohl meistens froh sein, wenn sie ihre Kinder in einen Kindergarten geben können, somit sollte das in wenigen Fällen ein Problem sein. Und diejenigen, welche die Kinder in diesem Alter zu Hause betreuen, haben keine bürokratischen Hürden zu nehmen.

Also Paket zurück an den Absender und Bitte um Überarbeitung.
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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon Grasy » Do 9. Okt 2008, 22:48

valdes hat geschrieben:meinst du das mit der gleichberechtigung der frauen in der ddr? falls ja: was hat das mit gender-mainstreaming zu tun?


Unter Gender-Mainstreaming verstehe ich durchaus nicht Gleichberechtigung oder gleiches Geld für gleiche Arbeit sondern zwanghafte Gleichgestaltung der Geschlechter. Oder anderes ausgedrückt den Versuch den Unterschied von Mann oberflächlich auszuradieren bzw. die Gesellschaft, Stück für Stück, nach dem unbiblischem Schema aktiv umzukrempeln. Vielleicht vergleichbar mit 'nem Förderband daß erst mal alles in die gleiche Form stanzt und dann neu aufteilt. Wenn in gewissen Schlüsselpositionen am Ende nicht (mindestens) 50% rosa Klötze platziert werden wo vorher blaue standen wird so lange aktiv eingeriffen und nachgeholfen bis die Zahl stimmt. Ob's den Klötzen jetzt danach ist oder nicht ist kurzfristig vielleicht relevant - auf lange Frist muss das Ergebnis der neuen Aufteilung stimmen. Damit es aber kurzfristig passt wird weniger Druck ausgeübt und mehr und mehr ein Umfeld geschaffen daß eine solche Entwicklung fördert oder dazu drängt. Am besten wäre es wohl überhaupt vielleicht die Klötze wären in den Köpfen der Menschen alle grau und nur mal auf Bedarf (bei halbnackter Werbung oder so) wahlweise farbig. Mit Berechtigung hat das nicht mehr wirklich viel zu tun. Ein Obligatorium ist keine Berechtigung die Kinder in den Kindergarten geben zu dürfen sondern ein Zwang. Darum kann man es auch aus der Perspektive beleuchten. Wenngleich ein obligatorischer Kindergarten allein bei weitem noch nicht Gendermainstreaming bedeutet und man das durchaus nicht nur aus der Perspektive sehen kann ist der Trend damit wohl dennoch dezent fortgesetzt. Absichtlich herbeigeführt oder nicht sehe ich diese Entwicklung in dem Sinne von Gendermainstreaming zumindest nicht ganz ungelegen. Auf der anderen Seite steht dann natürlich auch durchaus der Aspekt von sozialen Kontakten und der Integration der Kinder bzw. eine Vorbereitung auf die Schule im Raum. Hierin ist der Kindergarten sicher überwiegend eine positive Sache. Die Frage um die es sich hier ja aber in erster Linie dreht ist ob es mit 4 Jahren obligatorisch sein muss.


Mfg,
Grasy
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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon Zorro » Do 6. Nov 2008, 20:41

58% der Schweizer lehnen die Einschulung mit 4 Jahren laut aktuellen Umfragen ab. Es gibt für die Harmos-Gegner also Hoffnung, dass am 30. November die Harmos-Vorlage an den Absender zurückgeschickt wird und von der Zwängerei der Einschulung befreit wird:

http://www.blick.ch/news/schweiz/mit-vier-in-den-chindgsi-nicht-mit-uns-104539
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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon origo » Do 6. Nov 2008, 23:38

Hier noch die Umfrage im Detail, im Presseportal der sda-Tochter news aktuell schweiz, im Auftrag von Behörden, Organisationen und Unternehmen:
http://www.presseportal.ch/de/pm/100010243/100572745/iha_gfk_ag/

Dabei kommt raus, dass eigentlich die Meisten mit den Zielen von HarmoS einverstanden sind - wäre da nicht der obligatorische Eintritt in Kindergarten / Grundstufe mit 4 Jahren.

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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon Zorro » Mo 1. Dez 2008, 09:21

Leider hat der Kanton Zürich sich mit über 62% Ja-Stimmen für Harmos entschieden.
Interessant dabei ist nun die Reaktion der Befürworter auf die bereits 5,5 Stände, die Nein gesagt haben:

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Schulharmonisierung-nicht-mehr-zu-stoppen-sagen-Befuerworter/story/27593378

Alle vier Befürworter glauben, jene Kantone, die Harmos nicht beitreten, würden die wichtigen Bestimmungen im Rahmen ihrer Volksschulgesetze doch einführen. Die Verfassung verpflichtet die Kantone zu einheitlichen Schulsystemen. «Nun ist es an den ablehnenden Kantonen aufzuzeigen, wie sie dieser Pflicht nachkommen», sagt Chassot.
Seltsames Demokratieverständnis.
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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon valdes » Mo 1. Dez 2008, 11:05

jetzt schauen wir mal, wieviele kantone am schluss bei harmos dabei sind.

dass sich die anderen kantone etwas einfallen lassen müssen, find ich allerdings klar. diese verfassungsbestimmung gilt. ich denke aber, dass man niemanden zum harmosbeitritt wird zwingen können. das ist auch gut so.
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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon Zorro » Mo 1. Dez 2008, 14:04

valdes hat geschrieben: dass sich die anderen kantone etwas einfallen lassen müssen, find ich allerdings klar. diese verfassungsbestimmung gilt. ich denke aber, dass man niemanden zum harmosbeitritt wird zwingen können. das ist auch gut so.


Gute Einstellung. :applause:
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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon valdes » Mo 1. Dez 2008, 14:17

Zorro hat geschrieben:
Gute Einstellung. :applause:
ZORRO



ist ja auch die gesetzliche regelung: dem konkordat müssen 18 kantone beitreten, bevor es vom parlament allgemeinverbindlich erklärt werden kann. das wird wohl nicht passieren.

die anderen kantone müssen aber definitiv etwas machen. immerhin haben 2006 über 80% der stimmberechtigten dem bildungsartikel zugestimmt. wenn sie keine vom bund verordnete lösung wollen, müssen sie jetzt ein wenig kreativ werden.

dem konkordat sind übrigens mittlerweile 8 kantone beigetreten. diese 8 kantone vereinigen 40% der bevölkerung auf sich. bern wird wohl auch beitreten (referendum läuft harzig). dann fehlt noch ein kanton, damit es in kraft treten kann. die beigetretenen kantone sind auf der sicheren seite. irgendwann werden dann wohl auch die anderen kantone beitreten. das ist im moment aber nicht so zentral. die bevölkerungsreichen zentren sind dabei und können den anderen zeigen, dass das system gut funktioniert.
in der schweiz geht halt alles ein wenig länger. dafür ist es dann breit abgestützt.
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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon Zorro » Mo 1. Dez 2008, 14:21

valdes hat geschrieben:ist ja auch die gesetzliche regelung:


Ich meinte dein Einschub:
ich denke aber, dass man niemanden zum harmosbeitritt wird zwingen können. das ist auch gut so.

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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon valdes » Mo 1. Dez 2008, 14:26

Zorro hat geschrieben: das ist auch gut so.


damit meinte ich nur, dass es sehr stossend wäre, diesen kantonalen willen zu missachten. würde nichts zur akzeptanz von harmos beitragen. der schweizer ist ziemlich stur, was seinen demokratischen willen angeht. (das ist natürlich auch gut so)

in der sache ändert das nicht viel. die anderen kantone müssen dann halt autonom nachvollziehen. die frage ist nur wie viel von harmos sie umsetzen müssen, wenn sie nicht beitreten.
ich denke, das umstrittene einschulungsalter wird man nicht übernehmen müssen. die schülerInnen der harmosfreien kantone werden dann halt ein jahr später in die schule gehen und ein jahr älter sein, wenn sie aus der schule kommen.
wäre ein gut schweizerischer kompromiss.
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Re: HarmoS Schulharmonisierung undemokratisch!

Beitragvon origo » Mo 1. Dez 2008, 15:36

Ich sehe das auch so: Die Schulharmonisierung soll und wird weitergehen.
Gut ist dabei die Vereinheitlichung der Schulstufen, Lernziele und Lehrmittel.

Aber das Problem von HarmoS ist nicht nur der frühere Schulbeginn (den man wohl auch hinausschieben kann, wenn wichtige Gründe vorliegen).
Sondern problematisch ist, dass das Volk wesentliche Kompetenzen aus der Hand gegeben hat. Die Schuldirektoren können jetzt am grünen Tisch ihre z.T. humanistischen, psychologistischen oder technokratischen Vorstellungen in allgemein verbindliche Regelungen umsetzen, ohne das wir oder die Parlamente dazu etwas zu sagen haben.
Wenigstens das fakultative Referendum sollte dabei gelten.

Es ist immer viel schwieriger, etwas zurückzugewinnen, wenn man es einmal aus der Hand gegeben hat. :( :shock: Zudem wird hier die Gewaltentrennung aufgeweicht. Bestimmen sollen nicht dieselben, die es auch umsetzen. Genau das gleiche Problem wie bei der Europäischen Kommission!

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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon origo » Mo 1. Dez 2008, 15:39

valdes hat geschrieben:ich denke, das umstrittene einschulungsalter wird man nicht übernehmen müssen. die schülerInnen der harmosfreien kantone werden dann halt ein jahr später in die schule gehen und ein jahr älter sein, wenn sie aus der schule kommen.
wäre ein gut schweizerischer kompromiss.

Das muss nicht so sein.
Wer ein Jahr später in den Kindergarten / Grundstufe kommt, muss nicht zwangsläufig gleich lange bleiben. D.h. ein Kind konnte auch nach einem Jahr Kindergarten in die erste Klasse, wieso nicht?
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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon Dunkelheit » Di 30. Dez 2008, 17:13

Für was braucht es 2 Jahre Kindergarten?
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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon origo » Di 30. Dez 2008, 22:56

Die meisten gehen 2 Jahre, manche aber nur 1 Jahr.
Na und? Soviel Flexibilität sollte man doch noch erwarten können.

Und im Berg- oder Hügelgebiet, wo die Schulwege länger sind, gehen die Kinder halt nur 1 Jahr in den Kindergarten und das halt erst mit 5 Jahren.
Wieso denn nicht?

Sollen die Behörden doch die wichtigen Dinge auf einander abstimmen, statt ein grosses Büro aufzumachen.
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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon Dunkelheit » Fr 2. Jan 2009, 00:25

Hmm, mir ist es neu, das man 2 Jahre in den Kindergarten geht, ich dachte es sei normal, das es nur ein Jahr ist. ^^ Naja wieder was dazugelernt.
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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon bigbird » Fr 2. Jan 2009, 00:37

Dunkelheit hat geschrieben:Hmm, mir ist es neu, das man 2 Jahre in den Kindergarten geht, ich dachte es sei normal, das es nur ein Jahr ist. ^^ Naja wieder was dazugelernt.


Darum gehts ja, dass es ändern soll ... offenbar sind es schon vielerorts zwei Jahre!

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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon Taube » Fr 2. Jan 2009, 13:33

bigbird hat geschrieben:.. offenbar sind es schon vielerorts zwei Jahre!


Die grosse Mehrheit der Schweizer Kinder (etwa 85%) besucht zwei Jahre den Kindergarten. In vier Kantonen sind 2 Jahre sogar obligatorisch, im Kanton Tessin gehen rund 65% der Kinder 3 Jahre in den Kindergarten und 35% 2 Jahre.
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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon origo » Sa 3. Jan 2009, 01:10

Es würde aber darum gehen, dass das flexibel gehandhabt würde, nach den Bedürfnissen und Fähigkeiten des Kindes und der jeweiligen Gesellschaft (Region, Kanton).
Und nicht zu einem starren Dogma erhoben wird.

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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon valdes » Sa 3. Jan 2009, 14:07

origo hat geschrieben: der jeweiligen Gesellschaft (Region, Kanton).


dass eben nicht mehr jeder kanton einfach wurstelt, wie er es gerade gut findet und wir 26 verschiedene bildungssysteme haben, ist ja gerade die grosse errungenschaft von harmos.

und kein kind wird mit vier jahren in den kindergarten gezwungen. es gab schon immer und wird wohl immer kinder geben, die ein jahr später eingeschult werden.
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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon Taube » Sa 3. Jan 2009, 14:31

origo hat geschrieben:Es würde aber darum gehen, dass das flexibel gehandhabt würde, nach den Bedürfnissen und Fähigkeiten des Kindes ...


Hier wäre zu fragen, wer dass die Bedürfnisse und Fähigkeiten des Kindes beurteilen soll. Eltern sind vielfach nicht dazu in der Lage, weil sie zu nahe beim Kind stehen. Überbehüten oder abschieben, überfordern oder unterfordern kann nicht im Sinne des Kindes sein.

Gruss Taube
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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon origo » Sa 3. Jan 2009, 21:40

Taube hat geschrieben:
origo hat geschrieben:... dass das flexibel gehandhabt würde, nach den Bedürfnissen und Fähigkeiten des Kindes ...

Hier wäre zu fragen, wer die Bedürfnisse und Fähigkeiten des Kindes beurteilen soll. Eltern sind vielfach nicht dazu in der Lage, weil sie zu nahe beim Kind stehen. Überbehüten oder abschieben, überfordern oder unterfordern kann nicht im Sinne des Kindes sein.

Richtig. Überforderung oder Unterforderung findet aber genauso oft in der Schule statt.
Kindergärtnerinnen und Lehrer sind ebenfalls nicht objektiv. Eltern und Lehrer sollen halbjährlich zusammensitzen und reden, ihre Erfahrungen und Beobachtungen einbringen und dann entscheiden. Schwierig wird es, wenn sie sich nicht einigen können.

Eine Möglichkeit wäre, einen neutralen Mediator als 'Anwalt' des Kindes beizuziehen.
Oder mehr standardisierte Tests durchführen, doch da sind Kinder mit Prüfungsangst im Nachteil.

Dennoch bleibt die Anforderung der Durchlässigkeit an das System. Man kann nicht starre Normen von 11 Jahren obligatorischer Schulzeit (inkl. Kindergarten/Vorschule) festschreiben, die dann jeder absitzen muss.
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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon Grasy » Do 8. Jan 2009, 02:07

Taube hat geschrieben:Hier wäre zu fragen, wer dass die Bedürfnisse und Fähigkeiten des Kindes beurteilen soll. Eltern sind vielfach nicht dazu in der Lage,


Aber fremde Leute wären das? :shock: Warum ist's nicht seit der Schöpfung jeher so daß man erst einen Test ausfüllen muss bevor man Kinder bekommen kann? Warum bekommen denn die Eltern die Kinder und warum bekommt nicht die Frau vom Direktor der Schule Milch wenn in der Stadt irgendwo ein Säugling geboren wird? Warum darf man die dann nicht anrufen wenn sich das Kind mit 'ner Bauchgrippe übergibt und die Chance nicht gering ist daß der welcher den Mist als erstes wegputzt der erste ist der als nächstes kotzt? Wo sind diese Leute denn wenn's ans zahlen der Rechnungen geht oder ans erziehen wenn es lügt oder dem Schwesterchen weh tut oder man keinen Nerv mehr hat und nicht schlafen kann wenn ein's einfach nicht einschlafen will oder der Schlaf fehlt weil's krank ist und die Ärzte leider nicht wissen was dem Kind fehlt? Nimm es mir bitte nicht übel wenn das etwas komisch klingt. Ich will dich damit nicht nerven. Aber greift man mit deiner Frage nicht nach der Ordnung daß die Eltern Kinder kriegen und für sie sorgen und Verantwortung übernehmen sollen? Dann fragt man sich doch warum Mann und Frau Kinder kriegen? Wir leben doch bitte in einem kapitalisitchem System, nicht in einem wo das was am meisten liebevoll und am besten ist am meisten belohnt, gewürdigt und gefördert wird. Wir leben nicht in einer Welt wo die welche es am besten meinen und sich am meisten bemühen auch am meisten von der Welt oder der Regierung belohnt und honriert und unterstützt werden. Wenn man nach absolut kapitalistischen Kritierien Eltern aussuchen würde dann würden doch nur noch reiche studierte Menschen als Eltern in Frage kommen oder?

"Aber je mehr sie das Volk drückten, je mehr es sich mehrte und ausbreitete. Und sie hielten die Kinder Israel wie einen Greuel." (2.Mo 1:12 - Lut1912)

Warum braucht man in der Regel Mann und Frau daß ein Kind entsteht. Ich denke es gibt nicht nur einen guten Grund warum eine Ehe nicht gebrochen werden soll. Natürlich machen Eltern auch Fehler (!) aber wenn wir nicht mehr davon ausgehen daß Eltern gut für Kinder sind und eine fremde Mehrheit hier besser wäre dann ist's wirklich traurig, sehr traurig um uns bestellt. Und wenn wir Familienprobleme darin kompensieren wollen indem wir die Kinder einfach früher zwangsweise in irgend ein staatliches System bringen kann's einem schon fast frösteln. Das funktioniert vielleicht aber es wird im Grunde doch weder auf die Bedürfnisse der Eltern noch auf die der Kinder Kinder liebevoll eingegangen, wenn das die Antwort auf "aber Eltern schätzen's vielleicht falsch ein" sein soll. Ja wenn die Eltern nur noch hin und her gescheucht werden damit irgend jemand ein noch dickeres Auto fahren kann ist doch der Staat in diesem Belang blind? Und wenn die Mama einfach keinen frohen Gedanken mehr fassen kann, weil der Papa mit der jungen Nachbarin "neu durchstarten" will und dieses Chaos von vielen Staaten immer weniger kritisiert, sondern so etwas und anderes eigentlich eher geschützt wird, sieht er doch um keinen deut besser? Und der soll's dann lösen? Da sehe ich das Problem aber weniger bei den Eltern sondern vielmehr ein tiefgehendes Problem im System. Offensichtlich dachte sich Gott schon daß Eltern gut für Kinder sind.

"So denn ihr, die ihr doch arg seid, könnt dennoch euren Kindern gute Gaben geben, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel Gutes geben denen, die ihn bitten!" (Mt 7:11 - Lut1912)

"den Alten sage, daß sie nüchtern seien, ehrbar, züchtig, gesund im Glauben, in der Liebe, in der Geduld; den alten Weibern desgleichen, daß sie sich halten wie den Heiligen ziemt, nicht Lästerinnen seien, nicht Weinsäuferinnen, gute Lehrerinnen; daß sie die jungen Weiber lehren züchtig sein, ihre Männer lieben, Kinder lieben, sittig sein, keusch, häuslich, gütig, ihren Männern untertan, auf daß nicht das Wort Gottes verlästert werde." (Tit 2:2-5 - Lut1912)

Vielleicht sollte man also auch zusehen daß man das fördert? Von Kindertagesstätten lese ich da nämlich nichts. Daß es darüber hinaus auch Schule (lernen) und den Kontakt zu anderen (Kinder) braucht steht hier ja gar nicht zur Diskussion oder?
Alle meine Kinder besuchten oder besuchen den Kindergarten und bisher eigentlich jedes das damit fertig ist mehr als 2 Jahre. Ich halte also sehr viel vom Kindergarten aber sehr wenig von einen Zwang in diesem Belang.


Mfg,
Grasy
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Re: Einschulung bereits mit vier Jahren

Beitragvon Zorro » So 19. Jul 2009, 12:38

Wunderbar. Das neue Volksschulgesetz büsst nun Eltern:

http://www.20min.ch/news/zuerich/story/Kind-fehlte---Eltern-gebuesst-25222821

Wie krank für Kindergärtner, die "unerlaubt" beim Spielen fehlen, Bussen zu verteilen. Der Staat erhebt seinen "Anspruch" auf unsere Kinder bereits.
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