Der Mensch im Christentum - Frage

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Der Mensch im Christentum - Frage

Beitragvon uli89 » Mo 15. Okt 2007, 13:24

Hallo an alle!!!

ich arbeite grad an einem sehr umfangreichen Project (im Rahmen meiner Ausbildung)
in dem es unter anderem um das Christentum geht.
Wir sollen erfragen, welche Menschenbilder es in dieser Religion gibt, und welche rolle Behinderte menschen dabei spieen.

Ich, als nichgläubige, kann diese Frage natürlich schlecht beantworten und ich würde mich daher freuen, wenn ihr (die, die interessiert sind) mal eure Gedanken dazu aufschreiben könntet.

hier nochmal die genaue Fragestellung:
"... Befragen Sie si, welche Menschenbilder in ihrer Religion herrschen. Setzen Sie sich dabei insbesondere mit der Frage nach der Stellung des Behinderten Menschen ind der Religion bzw. in dem Religiösen Gedankengut auseinander."

Ich hoffe ihr könnt mir helfen ...
uli89
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Re: Der Mensch im Christentum - Frage

Beitragvon Pilgrim » Mo 15. Okt 2007, 15:47

Original von uli89
Menschenbilder

Meine christliche Glaubensgemeinde lehrt:

Der Mensch wurde direkt und augenblicklich von Gott in Seinem Ebenbild und Seiner Ähnlichkeit erschaffen. Der Mensch war frei von Sünde, mit einer vernünftigen Natur, Intelligenz, Willen, Selbstbestimmung und moralischer Verantwortung zu Gott erschaffen.

Gottes Vorsatz in der Schöpfung des Menschen war, dass der Mensch Gott verherrlichen, Gottes Kameradschaft und sein Leben in Gottes Wille leben und dadurch Gottes Zweck für den Menschen in der Welt erfüllen sollte.

In der Sünde des Ungehorsam von Adam zum offengelegten Willen und Wort Gottes hat der Mensch seine Unschuld verloren, sich die Strafe des geistlichen und körperlichen Todes zugezogen, wurde Gottes Zorn unterworfen und wurde von Natur aus korrupt und schlichtweg unfähig, getrennt von Gottes Gnade, das was Gott gefällig ist zu wählen oder tun. Ohne stärkende Kräfte um sich selbst zu erholen ist der Mensch nun völlig verloren. Des Menschen Errettung ist dadurch total in Gottes Gnade durch die erlösende Tat unseres Herrn Jesus Christus.

Weil alle Menschen in Adam sind, wurde auf alle Menschen aller Zeiten ein Wesen durch die Sünde von Adam korrumpiert übertragen, wobei Jesus die einzige Ausnahme ist. Alle Menschen sind demnach Sünder von Natur aus, durch Entscheidung und durch göttlichen Ratschluss.
Be careful how you spend your time: Spend your time in nothing which you know must be repented of. —Richard Baxter
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Re: Der Mensch im Christentum - Frage

Beitragvon bLaurent » Mo 15. Okt 2007, 17:40

ich bin auch kein gläubiger, aber ich glaube ich habe etwas in der bibel dazu gefunden:
3. buch mose, kapitel 21, ab vers 16 ff. :

16 Und der HERR redete mit Mose und sprach: 17 Sage zu Aaron: Wenn einer deiner Nachkommen in künftigen Geschlechtern einen Fehler hat, der soll nicht herzutreten, um die Speise seines Gottes zu opfern. 18 Denn keiner, an dem ein Fehler ist, soll herzutreten, er sei blind, lahm, mit einem entstellten Gesicht, mit irgendeiner Missbildung 19 oder wer einen gebrochenen Fuß oder eine gebrochene Hand hat 20 oder bucklig oder verkümmert ist oder wer einen weißen Fleck im Auge hat oder Krätze oder Flechten oder beschädigte Hoden hat. 21 Wer nun unter Aarons, des Priesters, Nachkommen einen Fehler an sich hat, der soll nicht herzutreten, zu opfern die Feueropfer des HERRN; denn er hat einen Fehler. Darum soll er sich nicht nahen, um die Speise seines Gottes zu opfern. 22 Doch essen darf er die Speise seines Gottes, vom Heiligen und vom Hochheiligen. 23 Aber zum Vorhang soll er nicht kommen noch zum Altar nahen, weil ein Fehler an ihm ist, damit er nicht entheilige mein Heiligtum; denn ich bin der HERR, der sie heiligt. 24 Mose aber sagte dies zu Aaron und zu seinen Söhnen und zu allen Israeliten.

Ich weiss nicht ob ich das richtig interpretiere, aber es scheint so als ob gott persönlich zu moses sagt, aaron soll keine behinderten in die nähe des altars lassen. Ich weiss zwar nicht ob Jesus was anderes dazu sagt, aber ich dachte ich poste das trotzdem mal, weil das mal wieder zeigt wie nett dieser Gott (des AT) ist :)
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Re: Der Mensch im Christentum - Frage

Beitragvon Grasy » Mo 15. Okt 2007, 20:54

Original von bLaurent
ich bin auch kein gläubiger, aber ich glaube ich habe etwas in der bibel dazu gefunden:
3. buch mose, kapitel 21, ab vers 16 ff. :

16 Und der HERR redete mit Mose und sprach: 17 Sage zu Aaron: Wenn einer deiner Nachkommen in künftigen Geschlechtern einen Fehler hat, der soll nicht herzutreten, um die Speise seines Gottes zu opfern. 18 Denn keiner, an dem ein Fehler ist, soll herzutreten, er sei blind, lahm, mit einem entstellten Gesicht, mit irgendeiner Missbildung 19 oder wer einen gebrochenen Fuß oder eine gebrochene Hand hat 20 oder bucklig oder verkümmert ist oder wer einen weißen Fleck im Auge hat oder Krätze oder Flechten oder beschädigte Hoden hat. 21 Wer nun unter Aarons, des Priesters, Nachkommen einen Fehler an sich hat, der soll nicht herzutreten, zu opfern die Feueropfer des HERRN; denn er hat einen Fehler. Darum soll er sich nicht nahen, um die Speise seines Gottes zu opfern. 22 Doch essen darf er die Speise seines Gottes, vom Heiligen und vom Hochheiligen. 23 Aber zum Vorhang soll er nicht kommen noch zum Altar nahen, weil ein Fehler an ihm ist, damit er nicht entheilige mein Heiligtum; denn ich bin der HERR, der sie heiligt. 24 Mose aber sagte dies zu Aaron und zu seinen Söhnen und zu allen Israeliten.

Ich weiss nicht ob ich das richtig interpretiere, aber es scheint so als ob gott persönlich zu moses sagt, aaron soll keine behinderten in die nähe des altars lassen.


Hier geht es nicht um irgendwelche Menschen sondern um Aarons Nachkommen. Aaron war kein normaler Israelit - er war Hohepriester. Das AT war ein Schatten auf das was durch Jesus Erfüllung findet (Heb 10:1). Jesus ist der vollkommene Hohepriester (Heb 8-10).

Im Grunde ist es Vergleichbar mit dem hier:
"In einem Hause soll man´s essen; ihr sollt nichts von seinem Fleisch hinaus vor das Haus tragen und sollt kein Bein an ihm zerbrechen." (2.Mose 12:46 - Lut1912) -> AT

"Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht;" (Joh 19:33) -> NT

Rein vom Fleisch her wäre auch das Passahlamm mit zerbrochenen Beinen gewiss essbar gewesen - aber das Gleichnis zu Jesus hätte nicht mehr gestimmt. Das Augenmerk liegt hier nicht daran Opfer zu "diskriminieren" die gebrochene Beine haben, sondern das Opfer überhaupt als Gleichnis im Bezug zum NT zu stellen. Ohne den Bezug auf Jesus wäre hier das ganze Passahlamm in Frage gestellt worden. Das schlachten von irgendwelchen Lämmern nützt nämlich nichts wenn hier nicht die Erfüllung im NT (in Jesus) gefolgt wäre. Wenn also die Beine gebrochen würden wäre das Gleichnis somit falsch dargestellt.
Ein Schaf ist nur ein Gleichnis und kann an sich keine Sünden nehmen. Doch das Gleichnis soll auf das zukünftige hinweisen und das (wenn es auch selbst nicht vollkommen ist) zumindest nach dem wie es geboten wurde.



Ich weiss zwar nicht ob Jesus was anderes dazu sagt, aber ich dachte ich poste das trotzdem mal, weil das mal wieder zeigt wie nett dieser Gott (des AT) ist :)


Der Gott des AT ist der selbe wie im NT.

"Und es kam zu ihm ein Aussätziger, der bat ihn, kniete vor ihm und sprach: Willst du, so kannst du mich wohl reinigen.
Und es jammerte Jesum, und er reckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich will´s tun; sei gereinigt!
Und als er so sprach, ging der Aussatz alsbald von ihm, und er ward rein." (Mk 1:40-42)

Jesus rührte den Mann an vor dem wohl der normale Mensch aus Angst davon gelaufen wäre.

Es ist nicht so daß Jesus hier anderes ist:
"Ich und der Vater sind eins." (Joh 10:30)

"Glaubst du nicht, daß ich im Vater bin und der Vater in mir? Die Worte, die ich zu euch rede, die rede ich nicht von mir selbst. Der Vater aber, der in mir wohnt, der tut die Werke." (Joh 14:10)

"Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und verkündiget Johannes, was ihr gesehen und gehört habt: die Blinden sehen, die Lahmen gehen, die Aussätzigen werden rein, die Tauben hören, die Toten stehen auf, den Armen wird das Evangelium gepredigt; und selig ist, wer sich nicht ärgert an mir." (Luk 7:22-23)

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