Wehrhaftigkeit der Schweiz

Über aktuelles in der Gesellschaft

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Wehrhaftigkeit der Schweiz

Beitragvon Wolfi » Fr 28. Sep 2007, 05:55

Schon länger wurde nun in der Schweiz darüber diskutiert, ob der Schweizer Wehrmann seine Militärwaffe noch zu Hause haben soll, oder ob diese in Zivilschutzhäusern deponiert werden müsste. Jetzt hat man sich typisch schweizerisch zu einem Kompromiss durchgerungen: Die Waffe darf der Schweizer Soldat weiterhin bei sich zu Hause hüten; die dazugehörige Munition jedoch wird nun unter staatlich kontrollierter Obhut aufbewahrt.

Wie ist Eure Meinung zu diesem Thema?- Ist in der heutigen Zeit der Schweizer Armee tatsächlich ein Vorteil dadurch gegeben, dass der Schweizer Soldat seine Waffe zu Hause aufbewahrt?- Gibt es vielleicht andere Gründe, welche dieses eigenartige Tun eines Volkes irgendwie rechtfertigen/erklären könnten?-
Was haltet Ihr davon, dass ein kleiner Staat, wie die Schweiz, sich diesbezüglich so anders verhält, als alle anderen Staaten rundum?-
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Re: Wehrhaftigkeit der Schweiz

Beitragvon pneumatikos » Fr 28. Sep 2007, 07:53

Die Schweiz verhält sich ja konsequent anders, auch mit den Wiederholungskursen wird versucht, eine kontinuierliche Ausbildung zu erreichen - oder zumindest eine Auffrischung dessen, was man mal gelernt hat ...

Ich selber finde die Waffe zu hause absolut unnötig aus dem Aspekt der Verteidigung und Wehrhaftigkeit. Kriege passieren nicht von heute auf morgen, man redet von mindestens 6 Monaten Vorbereitung ... Und würden sie tatsächlich von heute auf morgen passieren, was wäre der einzelne Wehrmann denn schon ... Insofern unterstütze ich jeden Versuch, dies zu ändern.

Hingegen sehe ich das Problem beim Obligatorischen. Der Aufwand jedes einzelnen, vor dem Schiessen auch noch die Waffe im Zeughaus holen zu müssen, wäre unsinnig. Die Waffe nicht mehr zu hause haben würde also bedeuten, die obligatorische Schiesspflicht abzuschaffen - eine heilige Kuh des Schweizerischen Militärs und somit scheitert jeglicher Versuch.

Als ehemaliger Füsilier, welcher später in eine "technische" Nichtkampftruppe umgeteilt wurde ist es mir persönlich ein Anliegen, dass jemand, der eine Waffe hat, auch wirlklich damit umgehen kann - vorallem, was die Sicherheitsaspekte angeht. Er muss wissen, was seine Waffe für Schaden anrichten kann und er muss wissen, wie er verantwortlich mit seiner Waffe umgehen muss, er muss sie beherrschen - meine Eindrücke bei der "technischen" Einheit waren diesbezüglich schockierend - bis zu dem "grünen" WK, wo 2 Wochen lang Ausbildung gemacht wurde :)

Insofern wäre ich sogar für eine Verschärfung beim Obligatorischen, wo auch gezeigt werden müsste, dass man sicher entladen, laden und die Waffe behandeln kann. Denn was man da zum Teil sieht, ist mehr als nur gefährlich.

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Re: Wehrhaftigkeit der Schweiz

Beitragvon F.R.O.G » Fr 28. Sep 2007, 08:09

26.11.1989: Hätten wir doch damals die Initiativer der GSoA
mit Mehrheit angenommen (immerhin 35,6% JA-Stimmen), dann wäre das heute kein so müssiges Thema mehr....... 8-) :D

Ich war damals dafür...... :)
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Re: Wehrhaftigkeit der Schweiz

Beitragvon pneumatikos » Fr 28. Sep 2007, 08:10

Schon ... :) ;)

Nun ja, und was hälst du vom eigentlichen Problem, welches Wolfi fragt ;)
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Re: Wehrhaftigkeit der Schweiz

Beitragvon Krummi » Fr 28. Sep 2007, 08:20

Bin sehr ähnlicher Meinung wie Pneumatikos: die Waffe zu Hause zu haben ist einfach eine pragmatische Lösung.

Wenn man für das Milizsystem ist, dann ist die logische Konsequenz das obligatorische Schiessen. Das wiederum macht es sinnvoll, die Waffe zu Hause zu haben.

Wenn also die Wehrmänner die Waffe nicht mehr zu Hause haben dürfen, wäre das eine schleichende Abschaffung des Milizsystems, denn der Aufwand des obligatorischen Schiessens wäre dann unverhältnismässig hoch.

Dann ist es aber ehrlicher, die GSoA Initiative neu zu lancieren.

Gruss
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Re: Wehrhaftigkeit der Schweiz

Beitragvon Enggi » Fr 28. Sep 2007, 12:11

Ich hatte einen ketzerischen Gedanken, den ich euch zur Erheiterung nicht vorenthalten möchte:

Es geht ja eigentlich um dreierlei[list=1][*]Gewehr
[*]Munition
[*]Ehefrau[/list=1]
Wie wäre es, wenn man die Ehefrau im Zeughaus abgibt, und dafür Gewehr und Munition zu Hause behält?
Unser Geist geht nicht weiter als wir unseren Körper bringen. Oswald Chambers

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Re: Wehrhaftigkeit der Schweiz

Beitragvon F.R.O.G » Fr 28. Sep 2007, 12:13

Original von Enggi
Ich hatte einen ketzerischen Gedanken, den ich euch zur Erheiterung nicht vorenthalten möchte:

Es geht ja eigentlich um dreierlei[list=1][*]Gewehr
[*]Munition
[*]Ehefrau[/list=1]
Wie wäre es, wenn man die Ehefrau im Zeughaus abgibt, und dafür Gewehr und Munition zu Hause behält?
Hkmmmm, und wo bleibt bitteschön die Erheiterung?

...oder ist das ein Insiderwitz unter Männer.....? 8-)

To topic: Mir ist es eigentlich egal, wo das Sturmgewehr steht und verstaubt......bei uns hats auf jeden Fall keins im Haus, da Thunderbird dienstbefreit ist........
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Re: Wehrhaftigkeit der Schweiz

Beitragvon gfc » Fr 28. Sep 2007, 20:57

Was unsere Politiker - mal wieder - total verplant haben: was ist mit den Leuten, die KEIN STGW zu Hause haben WOLLEN?

Ich mein nichts gegen die Argumentation des Misstrauensvotums gegen die Wehrmänner, aber ich hasse die Waffe und will sie nicht im Hause haben. Aber mir verwehrt man das Recht, diese abzugeben. Ich werd explizit gezwungen, diese Stück Sch.eiss-Metall zu Hause zu haben.

So sehr ich mit der SP nicht übereinstimme, aber ich hoffe, die Vorlage kommt vors Volk. Mein Ja haben sie. Die Dreckswaffe gehört verwahrt.
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Re: Wehrhaftigkeit der Schweiz

Beitragvon Genussdenker » Sa 29. Sep 2007, 01:18

Da sind wir uns ja thematisch alle einig.

Auch ich wäre für ein JA über die Abgabe des StGw nach Dienst.
Dem Militär stehe ich skeptisch gegenüber. Und zwar nicht ob wir eines haben, sondern wie.
Ich wäre für eine Verlagerung vom Milizsystem zum Berufsmilitär. Nicht nur das eine oder andere, sondern etwa je zur Hälfte. Oder ein drittel.

Weil die Spezialisierung sehr fortgeschritten ist, und das Ideal des trainiertten/geübten Soldaten immer weniger der Realität entspricht.
Meine erste Abstimmung die ich damals zu bewältigen hatte, war die "F18"-Abstimmung. Ich stimmte gegen den Kauf.
Mit diesen Flugi´s sind sie in fünf Minuten über die Schweiz geflogen und mit den nächsten in 3 Minuten :roll: .

Mit den alten Mirage´s häten die Piloten dafür noch etwas vom Land das sie überfliegen, gesehen. Damit sie wüssten, was sie schützen . . . :)
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Re: Wehrhaftigkeit der Schweiz

Beitragvon Grasy » So 30. Sep 2007, 21:41

Original von gfc
Aber mir verwehrt man das Recht, diese abzugeben.


Was verspricht man sich da überhaupt davon? Einen potentiellen Zeitgewinn falls die Russen oder die Amis (aus Versehen) auf den roten Knopf drücken? Man stell sich vor man müsste dann erst Munition UND Waffe holen gehen um die ankommenden Dinger dann von der Luft runterzuballern. ;)

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Re: Wehrhaftigkeit der Schweiz

Beitragvon Zorro » Mo 1. Okt 2007, 12:15

Original von Krummi
Wenn man für das Milizsystem ist, dann ist die logische Konsequenz das obligatorische Schiessen. Das wiederum macht es sinnvoll, die Waffe zu Hause zu haben.

Dann ist es aber ehrlicher, die GSoA Initiative neu zu lancieren.


Meine Rede! Milizsystem = Waffe zu Hause. Wenn man das Milizsystem nicht mehr will (wäre ich ja dabei, Berufsmilitär), dann braucht es grundsätzliche Abstimmungen zu diesem Thema. Oder stimmen wir nächstens darüber ab, ob das Bajonett auch ins Zeughaus muss?
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Re: Wehrhaftigkeit der Schweiz

Beitragvon Wolfi » Do 11. Okt 2007, 08:05

@ Zorro :

Milizsystem = Waffe zu Hause. Wenn man das Milizsystem nicht mehr will (wäre ich ja dabei, Berufsmilitär), dann braucht es grundsätzliche Abstimmungen zu diesem Thema.


Ich denke, die Schweiz wäre zu klein, um eine Berufsarmee auf die Beine stellen zu können. Von daher gebe ich Deinem diesbezüglichen Gedankengang keine Chance.

Oder stimmen wir nächstens darüber ab, ob das Bajonett auch ins Zeughaus muss?

Klar; zusammen mit den langen Küchenmessern und dem Holzbeil... ;)

Die Wehrhaftigkeit der Schweiz hängt m.E. in der heutigen Zeit nicht davon ab, ob wir nun die Waffe zu Hause oder gesammelt in Zeughäusern aufbewahren. Es ist nun mal aber eine Tatsache, dass (selten zwar, aber trotzdem) der Eine oder Andere im Affekt seine Dienstwaffe holt und damit irreparable Schäden anrichtet. Wenn also dieses Risiko durch das Entfernen der Waffe aus dem Privathaushalt eliminiert werden kann, so bin ich dafür, dass dies auch so gemacht wird. Mit dem Abgeben der Munition sehe ich das Risiko jedoch auch schon aus dem Weg geräumt.

Nun aber noch ein Gedanke zur Wehrhaftigkeit: Was wären denn heute für reale Bedrohungsszenarien denkbar?- Wäre es denkbar, dass einer unserer Nachbarstaaten wieder mal Amok laufen würde?- Diese Wahrscheinlichkeit scheint mir derzeit bei Null Komma irgendwas zu liegen. Was also wollen wir eigentlich mit all den Sturmgewehren noch?- Denn diese wären ja höchstens im Kampf von Mann gegen Mann ein "taugliches" Mittel.
Und unsere Kampfjets: Könnt Ihr Euch denn vorstellen, dass sie in der Realität jemals einen Luftkampf über der Schweiz zu führen hätten?- Also ich sehe diese Dinger höchstens im Verbund mit anderen Nationen irgendwo im Einsatz. Dies jedoch widerspricht ganz klar dem Neutralitätsgedanken, wie er in der Schweiz immer noch festgelegt ist. Erinnert Ihr Euch noch an die Schlacht von Marignano?- Sie liegt zwar schon 500 Jahre zurück. Aber da kam es dazu, dass Schweizer im Verbund mit Anderen in die Schlacht zogen. Das Dumme dabei war nur, dass die Einen in diesem Verbund und der Rest im anderen kämpfte. Schlussendlich kämpften also Schweizer gegen Schweizer...
Nie mehr dürfe dies passieren, hiess es damals und man verbot Schweizern, für fremde Armeen Dienst zu leisten. Die vielgepriesene Neutralität der Schweiz war damit begründet worden. Diese Neutralität war es auch, welche uns Gott sei Dank während den bisherigen Weltkriegen viel Kummer, Leid und Zerstörung erspart hat. Heute jedoch, wo wir uns ebenfalls zu den "Global Players" zählen müssen, denn noch einen realen Wert besitzt und ob sie sich überhaupt noch rechtfertigen lässt?-
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Re: Wehrhaftigkeit der Schweiz

Beitragvon pneumatikos » Do 11. Okt 2007, 12:34

Original von gfc
Was unsere Politiker - mal wieder - total verplant haben: was ist mit den Leuten, die KEIN STGW zu Hause haben WOLLEN?

Ich mein nichts gegen die Argumentation des Misstrauensvotums gegen die Wehrmänner, aber ich hasse die Waffe und will sie nicht im Hause haben. Aber mir verwehrt man das Recht, diese abzugeben. Ich werd explizit gezwungen, diese Stück Sch.eiss-Metall zu Hause zu haben.

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Und warum machst du nicht waffenlosen Dienst oder Zivildienst oder verweigerst das Militär? Warum diese inkonsequente Haltung?

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Re: Wehrhaftigkeit der Schweiz

Beitragvon gfc » Do 11. Okt 2007, 15:42

Original von pneumatikos
Und warum machst du nicht waffenlosen Dienst oder Zivildienst oder verweigerst das Militär? Warum diese inkonsequente Haltung?



Das Militär kann ich nicht mehr verweigern, da ich bereits meine RS und einige WKs abgehockt habe. Nicht, ohne zu lügen. Denn Körperlich bin ich fit und psychische Schäden verursacht mir das Militär auch nicht.

Dasselbe beim Waffenlosen Dienst: Das erhält man sofort, ausser, man ist ehrlich. :roll:
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Re: Wehrhaftigkeit der Schweiz

Beitragvon pneumatikos » Fr 12. Okt 2007, 06:04

Hallo gfc

Kommt mir bekannt vor ... Füsilier-RS, einige WK und immer wieder der Wunsch, doch mal auf Waffenlos zu gehen oder in den Zivildienst... doch wie, nach dieser Zeit... Und am Ende sich dem Schicksal ergeben, die Zeit absitzen und dann endlich den Bettel hinschmeissen können... war vor 3 Jahren... endlich.

Im Prinzip geht es trotzdem, auch ohne zu lügen. Da sich ein Mensch verändern kann, muss dies auch eine Kommission respektieren. Je nach dem, wieviel Militär du noch machen musst, kann sich der Schritt noch lohnen. Die Frage ist, wie du es bisher erlebt und gehandhabt hast... denn wenn dich die Waffe bislang nicht wirklich belastet hat, wird die Begründung schwierig ohne zu lügen...


Ach... das Militär kannst du immer noch verweigern ... die Konsequenzen sind vermutlich noch immer die gleichen ... Gefängnis ;) Da spielt es keine Rolle, ob du die RS verweigerst oder den WK. Ob es aber Sinn macht ist die andere Frage - und es ist ein anderes Thema....


Wobei ... das Thema ist die Wehrhaftigkeit... Sind wir eigentlich mit all den Männern, die das Militär be***en finden, unmotiviert sind wirklich wehrhaftig? Alle, die da widerwillig die WKs absolvieren, sich mehr schlecht als recht ausbilden lassen und meistens die Dinge eh 2 Minuten später wieder vergessen haben? Wenn wir die Kriege so anschauen, dann ist es oftmals dasselbe Muster... ein erster harter Schlag, welcher die Truppen des Gegners zersprengt, danach kommt eine Art Guerillia-Krieg... kleine und kleinste Einheiten, welche den Gegner aufzuhalten versuchen... nichts mehr mit grossen Manövern, Kommunikation und Hierachie. Und ob da unsere Männer eine Chance haben in der Beherrschung der Grundlagen der Deckung und der Waffe, um gegen ausgebildete und motivierte Gegener zu kämpfen... ich wage zu zweifeln. In diesem Zusammenhang können wir zwar den Kopf schütteln über die durchgeknallten Grenadiere... aber ich denke, in einem solchen Szenario haben wenigstens sie eine Überlebenschance ...

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Re: Wehrhaftigkeit der Schweiz

Beitragvon gfc » Fr 12. Okt 2007, 07:03

Original von pneumatikos
Kommt mir bekannt vor ... Füsilier-RS, einige WK und immer wieder der Wunsch, doch mal auf Waffenlos zu gehen oder in den Zivildienst... doch wie, nach dieser Zeit... Und am Ende sich dem Schicksal ergeben, die Zeit absitzen und dann endlich den Bettel hinschmeissen können... war vor 3 Jahren... endlich.


Die Minenspicker haben´s da nicht leichter ;) Wobei ich es momentan relativ gut getroffen habe, wurde im WK umgeteilt und die Aufgaben da sind - sofern vorhanden - relativ angenehm.

Trotzdem: Das System krankt. Ich kenne in meiner Umgebung niemanden, der a) gerne in den WK geht und vorallem b) sich nicht endlos langweilt, weil er in 90% der Zeit nichts zu tun hat. Die meisten Wk-Soldaten der Schweiz üben sich höchstens in einem: Dem Kampf-Jassen und dem Wett-Trinken.

Die Armee 21 hat die Diensttage des gemeinen Soldaten immerhin von 300 auf 260 gesenkt, trotzdem ein idiotischer Wert angesichts der Langweile, die Vorherrscht. Lieber würde man die aktiven Truppen um die hälfte bis 2/3 senken und den Rest in die Reserve einteilen.

Wäre auch - bei den riesen Kosten, die diese Misswirtschaft verursacht - auch nötig. Man denke alleine an die vielen Unternehmen, die 3 Wochen lang auf Ihre Arbeitskraft verzichten müssen..

Im Prinzip geht es trotzdem, auch ohne zu lügen. Da sich ein Mensch verändern kann, muss dies auch eine Kommission respektieren.


Im Prinzip gehts, in Realität kaum ohne Arztzeugnis. Sei es vom Psychiater oder sei es von nem Hausarzt. Und es gibt mehr als genug, die das ausstellen, ohne weitere Fragen zu stellen. Trotzdem läufts bei den Kommissionen halt darauf hinaus, dass man sich die Hucke abjammert, wie schlimm das ganze ist und dass man demnächst von der Brücke springt. Und das wäre bei mir an der Realität vorbei.

Ach... das Militär kannst du immer noch verweigern ... die Konsequenzen sind vermutlich noch immer die gleichen ... Gefängnis ;)


Ich hatte da eher Zivildienst drunter verstanden..

Wobei ... das Thema ist die Wehrhaftigkeit... Sind wir eigentlich mit all den Männern, die das Militär be***en finden, unmotiviert sind wirklich wehrhaftig? Alle, die da widerwillig die WKs absolvieren, sich mehr schlecht als recht ausbilden lassen und meistens die Dinge eh 2 Minuten später wieder vergessen haben?


Du musst unterscheiden zwischen der Motivation zum WK und der Motivation, das Land zu verteidigen. Denn zumeist ist man angesch.issen von der Umsetzung, nicht von der Idee. Denn ich z.b. liebe dieses Land, aber halte aktuell die Schweizer Armee für einen lächerlichen Verein, dessen jämmerliche Organisation eine Schande für die Schweiz darstellt.

Aber im Falle eines Krieges wäre die Sache eine andere, alleine schon deshalb, weil sich da die Spreu vom Weizen trennen würde (war oft zu beobachten) und vieles vollkommen ineffiziente gestrafft würde.
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Re: Wehrhaftigkeit der Schweiz

Beitragvon SunFox » Fr 12. Okt 2007, 20:28

Wofür hat die Schweiz überhaupt eine Armee?

Um den Feind an der Grenze so lange aufzuhalten, bis richtiges Militär kommt! :D

Scherz beiseite, denn die Frage ist, ob die Schweiz überhaupt eine Armee braucht, weil sie befürchten muß, das ein anderes Land ihren Neutralitätsstatus mißachten könnte?

Und das gleichzeitig alle anderen Länder dieses hinnehmen würden!

Ich denke wohl kaum!

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Re: Wehrhaftigkeit der Schweiz

Beitragvon pneumatikos » Fr 12. Okt 2007, 21:12

Die Schweiz in sich ist nicht so furchtbar interessant, aber ihre Lage... Als Zentrum und Verbindung der Nord-Südachse hat sie strategischen Wert. Mal eben durch die Schweiz marschieren, wie es anno dazumal mit Holland passiert... ist aber alleine schon aufgrund der geografischen Besonderheiten von Seen und Bergen relativ schwierig.

Die Schweiz einfach so anzugreifen käme wohl niemandem in den Sinn... wir geben uns ja alle Mühe, nirgends anzuecken :)

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