auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Moderator: bigbird

Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon Wolfi » Fr 10. Dez 2004, 06:51

Guten Morgen Scardanelli
Ich wehre mich also gegen den mich liebenden Gott. Schließlich will ich ja ein gelehriger Schüler sein und im Glauben wachsen.

Bist Du denn der Ansicht, dass der Lerneffekt ein geringerer wäre, wenn Du vom Lehrmeister geliebt wirst?-
Hmm... Also ich bleib bei meinem Bild des liebenden Gottes (oder meinetwegen auch der liebenden Götter), da ich darin bisher keine Behinderung/Einschränkung meines Verstandes zu erkennen vermag.
lg, wolfi
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon Wolfi » Fr 10. Dez 2004, 06:55

@Scardanelli :
@jeig,
Und wenn Gott selber die Liebe ist?
Das macht keinen Sinn, weil die Liebe immer zwei erfordert und Gott ist einer.

Die Liebe erfordert 2?- Warum das denn?- Ich kann doch auch lieben, ohne dass meine Liebe erwidert wird?!- Ja, der/das von mir Geliebte braucht es noch nicht mal zu erfahren, dass dem so ist...
lg, wolfi
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon Scardanelli » Fr 10. Dez 2004, 09:23

@Wolfi,
wenn ich aus meiner Erfahrung nicht ganz genau weiß, was ein Begriff bedeutet, worauf er im Verhalten deutet, dann enthalte ich mich allem, bis auf den kühlen Verstand und dann habe ich eine exakte Idee von dieser Sache.
Nicht jede Art von Zuneigung ist gut, aber Liebe muss durch und durch gut sein. So kann eine Abhängigkeitsverhältnis nicht gut sein.
Wenn die Liebe frei machen soll, dann darf Freiheit nicht mit einer gewissen Abhängigkeit gleichgesetzt werden. Es ist durchaus widersinnig, in einer Abhängigkeit Freiheit entdecken zu wollen.

Ich weiß wohl nicht was Gott ist, aber ich weiß ganz genau was Liebe ist. Also kann nicht Gott mein Maß sein, sondern das Nächste zu Gott, was göttlich ist und das ist die Liebe. Ich bin also unbedingt dem Begriff der Liebe streng, denn das ist es, was ich genau von Gott erkennen kann ohne ihn selbst erkannt zu haben.

So gesehen ist die Liebe mein Götze, denn ich setze sie an die Stelle Gottes. Die Liebe ist mein Gottesbild, das ich anzubeten bereit bin. Ich sehe dagegen keinen Sinn darin, etwas zu verehren, was ich nicht erkannt habe, denn dann kann ich unmöglich das verehren, was ich gehofft habe. Ich verehre also Gott nicht, denn den kenne ich ja gar nicht.
Die Liebe erfordert 2?- Warum das denn?- Ich kann doch auch lieben, ohne dass meine Liebe erwidert wird?!- Ja, der/das von mir Geliebte braucht es noch nicht mal zu erfahren, dass dem so ist...
Nein, das kannst du nicht! Wenn du wirklich liebst, ohne das du in diesem Akt auf das visierte Ziel getroffen hast, dann führt die Liebe in dir nicht zum Leben, sondern zum Tot - das ist Jesus passiert. Nur ein kaltes Herz kann derlei unbeschadet überstehen. Die Liebe kann es nicht ertragen.
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon soleil » Fr 10. Dez 2004, 11:12

oh je...Scarda...dann müsste ich ja schon lange tot sein!
Denn meine Liebe wurde noch nie erwidert, aber sie geht mir trotzdem nicht aus und meine Gefühle sind alles andere als tot!!!

gruss, soleil
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon Scardanelli » Fr 10. Dez 2004, 14:06

@soleil,
oh je...Scarda...dann müsste ich ja schon lange tot sein!
Nicht unbedingt – das hängt von deinem Anspruchsniveau ab. Wenn du unterhalb der ganzen Welt die Grenze deines Niveaus nicht annehmen willst, dann wärst du sozusagen schon tot. Es gibt Menschen, denen reicht schon ein weiterer Mensch um seine Wirksamkeit im Leben genießen zu können. Jesus hatte ein immens hohes Anspruchsniveau und da hätte ihm eigentlich jeder sagen können, dass er daran zugrunde gehen wird. Das, was Vollkommenheit anstrebt, wird am Unvollkommenen zerbrechen. Wer dagegen in der Lage ist, kleine Brötchen zu backen, der wird leben.
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon soleil » Fr 10. Dez 2004, 16:57

Sag´ mal Scardi..hast Du eine geraucht? :D

Woran soll denn Jesus zerbrochen sein?

soleil
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon Scardanelli » Fr 10. Dez 2004, 17:38

@Soleil,
Woran soll denn Jesus zerbrochen sein?
Er wurde zu den Juden geschickt um das Reich Gottes zu verkünden und wurde von dem Judentum nicht anerkannt. Jesus sagt ja zumindest im Jh.ev., das Reich Gottes sei jetzt gekommen. Er wollte sozusagen das Judentum revolutionieren und er ist an dieser Aufgabe zerbrochen, weil diese Aufgabe ja seine Annahme vorausgesetzt hätte, die er ja nicht von dem visierten Ziel bekommen hat.

Man kann sich aber so einigermaßen ausmalen, was passiert wäre, hätte man ihn angenommen. Du brauchst dir da nur ein Volk vorzustellen, welches nach den Grundsätzen der Bergpredigt lebt. Die Juden würden also nach Jesu Verkündigung heute alle mit einem Heiligenschein durch die Geschichte laufen und vermutlich in Erdlöchern wohnen, oder als ein Volk von Wandermissionaren die Welt beglücken. Du würdest sie an ihrem Säckchen erkennen, das sie geschulter mit auf ihrem Weg genommen hätten, mit all ihren Habseligkeiten darinnen, um eifrig Schätze im Himmel zu sammeln.

Jesus ist ja nicht mit einem fertigen Resultat auf dieses Erdenrund gekommen, sondern mit etwas, was sich erst entfalten muss und es hat sich nicht entfaltet und daran zerbricht man eben. Heute können Christen nur tief durchatmen, dass die Juden Jesus nicht angenommen haben.

Der Witz an Jesus ist der, dass er eigentlich gar nicht gelebt haben kann, denn Jesus ist nicht das, was einer erlebt hat, sondern was er am Ende darstellt. „Jesus“ ist die exakte Einhaltung eines ganz bestimmten Drehbuches, also nichts Reales.
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon cori » Fr 10. Dez 2004, 21:04

Original von soleil
Denn meine Liebe wurde noch nie erwidert,


Hallo soleil
ich hoffe, dass das nicht ganz so stimmt, wie es da steht, denn das wäre ja furchtbar :cry:
Oder hab ich dich falsch verstanden? Erzähl doch bitte...

Gruss
cori
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon Wolfi » Fr 10. Dez 2004, 22:12

@Scardanelli :
wenn ich aus meiner Erfahrung nicht ganz genau weiß, was ein Begriff bedeutet, worauf er im Verhalten deutet, dann enthalte ich mich allem, bis auf den kühlen Verstand und dann habe ich eine exakte Idee von dieser Sache.

Okay, das handhabe ich eigentlich auch so. Nur: Was ist eine "exakte Idee"?- Ist diese Exaktheit nicht begrenzt auf den persönlichen Erfahrungshorizont?- ;)

Nicht jede Art von Zuneigung ist gut, aber Liebe muss durch und durch gut sein.

Ja, Liebe muss durch und durch gut sein; sonst wär´s ja keine Liebe. Eine manchmal ziemlich knifflige Aufgabe, das so hin zu kriegen...
Von wegen Zuneigung: Meinst Du denn, wir hätten das Recht, uns auszusuchen, wem wir unsere Zuneigung zukommen lassen und wem nicht?- Ist es nicht eher so, dass wir die Zuneigung Demjenigen entgegen zu bringen hätten, den uns das Leben beschert?- Hmm...

So kann eine Abhängigkeitsverhältnis nicht gut sein.

Also langsam frag ich mich auch wie Soleil: Hey, Scardanelli: Alles okay?-
Hast Du ein Problem mit Abhängigkeiten?- Wenn nicht grundsätzlich, dann vielleicht in spezifischen Bereichen?- Woran machen wir denn unsere "Freiheiten" fest, wenn nicht an irgendwelchen Abhängigkeiten?- ;)

Wenn die Liebe frei machen soll, dann darf Freiheit nicht mit einer gewissen Abhängigkeit gleichgesetzt werden.

Warum sollte die Liebe frei machen?- Wovon sollte sie uns denn frei machen?- Und warum sollte man Freiheit mit einer gewissen Âbhängigkeit gleichsetzen? :? Kannst Du mir mal verraten, wo Du dieses Gras her hattest (eine PN genügt; sonst gibt´s am Ende noch Lieferschwierigkeiten... )? :D

Es ist durchaus widersinnig, in einer Abhängigkeit Freiheit entdecken zu wollen.

Ich habe wirklich den Eindruck, dass Dir die Abhängigkeiten irgendwie auf den Keks gehen... Offen gesagt: Mir ja auch, nur gewisse Abhängigkeiten liebe ich auch total und ich wüsste nicht, wie ich ohne sie zurecht kommen würde? Hmm... ;)

Ich weiß wohl nicht was Gott ist, aber ich weiß ganz genau was Liebe ist.

Komisch, aber ich glaub´s Dir sogar... :)
Also kann nicht Gott mein Maß sein, sondern das Nächste zu Gott, was göttlich ist und das ist die Liebe.

Soso?- Das hiesse ja dann, wenn man Dir in Liebe begegnet, dann wären alle Türen offen?- Hmmm... :?

Ich bin also unbedingt dem Begriff der Liebe streng, denn das ist es, was ich genau von Gott erkennen kann ohne ihn selbst erkannt zu haben.

Dass Du der Liebe ein solches Gewicht beimisst, macht Dich für mich sehr sympathisch. Erlaubst Du eine Frage zwischendurch: Woher kommt denn Deine Neugier danach, Gott zu erkennen?- Und: Was gäbe es denn noch für Möglichkeiten nebst der Liebe, Dinge von "Gott" erkennen zu können?-

So gesehen ist die Liebe mein Götze

Bingo! Aber immerhin ein sehr sympathischer. Ehrlich gesagt, weiss ich nicht, wieviel mehr ich von Menschen darüber hinaus noch erwarten sollte? ;) :)

denn ich setze sie an die Stelle Gottes

Fast komme ich in Versuchung "Hallo Bruder" zu sagen. Wären da nicht meine Erfahrungen... ;)

Die Liebe ist mein Gottesbild, das ich anzubeten bereit bin.

Und selbst dann, wäre "anbeten" für Dich wohl eher ein aktiver Prozess, als bloss ein Niederknien und die Gedanken wieder mal sammeln... :)

Ich sehe dagegen keinen Sinn darin, etwas zu verehren, was ich nicht erkannt habe, denn dann kann ich unmöglich das verehren, was ich gehofft habe.

Lieber Scardanelli: Du setzt die Liebe als Deinen Götzen. Indem Du dies machst, gibst Du preis, dass auch Du daran glaubst, dass es noch was darüber hinaus gibt... Was mich fasziniert, ist, dass uns dieses über den Menschen hinaus ragende derart zu faszinieren (und eben auch je nachdem zu fesseln) vermag...
Eine zweite schüchterne Frage zwischendurch: Könnte es sein, dass Du Mühe hast, einfach an etwas zu glauben?- Weisst Du, wie ein 4-jähriges Kind an den Weihnachtsmann zum Beispiel... (die Erwachsenen verlagern dieses Bedürfnis dann halt auf andere Ebenen... ;) )

Ich verehre also Gott nicht, denn den kenne ich ja gar nicht

Du kennst ihn nicht?- Da bin ich mir nicht so sicher... Wenn wir ihn nun mal umschreiben würden: Gott hat eine Qualität, wie sie zu Lebzeiten von einem Menschen niemal (ohne gekreuzigt zu werden) erreicht werden kann, ... ;)

.
Die Liebe erfordert 2?- Warum das denn?- Ich kann doch auch lieben, ohne dass meine Liebe erwidert wird?!- Ja, der/das von mir Geliebte braucht es noch nicht mal zu erfahren, dass dem so ist...
Nein, das kannst du nicht!

Soso, kann ich das nicht?- Hmm...

Wenn du wirklich liebst, ohne das du in diesem Akt auf das visierte Ziel getroffen hast, dann führt die Liebe in dir nicht zum Leben, sondern zum Tod - das ist Jesus passiert.

Das sehe ich etwas anders: Jesus hat getroffen mit seiner Liebe. Und wie! So, dass die davon Getroffenen nicht anders wussten, als diesen Sender zu vernichten. Dies taten sie allerdings, ohne über die sich daraus eventuell ergebenden Konsequenzen nachzudenken...
Nur ein kaltes Herz kann derlei unbeschadet überstehen. Die Liebe kann es nicht ertragen.

Es muss nicht ein Herz aus Stein sein; ein gestältes Herz würde dies auch ertragen und könnte dabei noch wachsen und reifen... :) Ein Beispiel: Die Liebe Deines Lebens ist Dir begegnet. Du weisst es, dass sie es war. Sie allerdings lebt am anderen Ende der Welt und ist zudem auch schon seit Jahrzehnten in einer festen und funktionierenden Partnerschaft. Die wahre Liebe wird Dich nun daran hindern, mit Deiner Liebe einen direkten Treffer zu landen. Du wirst Dich öffnen, um einer lebbaren Liebe Raum zu schaffen. Nun ja, sagen wir, im positiven Fall jedenfalls... ;)
lg, wolfi
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon Wolfi » Fr 10. Dez 2004, 22:36

@Scardanelli :
Er wurde zu den Juden geschickt um das Reich Gottes zu verkünden und wurde von dem Judentum nicht anerkannt.

Wen wundert´s?- Neue Ideen haben´s immer schwer...

Er wollte sozusagen das Judentum revolutionieren und er ist an dieser Aufgabe zerbrochen, weil diese Aufgabe ja seine Annahme vorausgesetzt hätte, die er ja nicht von dem visierten Ziel bekommen hat.

Tja, den bestimmenden Juden damals war´s halt nicht um´s Diskutieren über neue Ideen...

Man kann sich aber so einigermaßen ausmalen, was passiert wäre, hätte man ihn angenommen. Du brauchst dir da nur ein Volk vorzustellen, welches nach den Grundsätzen der Bergpredigt lebt. Die Juden würden also nach Jesu Verkündigung heute alle mit einem Heiligenschein durch die Geschichte laufen und vermutlich in Erdlöchern wohnen, oder als ein Volk von Wandermissionaren die Welt beglücken. Du würdest sie an ihrem Säckchen erkennen, das sie geschulter mit auf ihrem Weg genommen hätten, mit all ihren Habseligkeiten darinnen, um eifrig Schätze im Himmel zu sammeln.

Spontan musste ich grinsen, als ich das las. Dann aber dachte ich nochmal etwas tiefer darüber nach... Trotzdem bin ich der Meinung, dass auch das Judentum schwer gelitten hat und eine damalige Revolution bestimmt nicht so falsch gewesen wäre. Tja, offensichtlich hatte Jesus den falschen Ton erwischt... Aber da gab´s ja auch noch Andere in der Menschheitsgeschichte, denen es so ziemlich ähnlich ergangen ist...

Jesus ist ja nicht mit einem fertigen Resultat auf dieses Erdenrund gekommen, sondern mit etwas, was sich erst entfalten muss und es hat sich nicht entfaltet und daran zerbricht man eben.

Ein fertiges Resultat in einem Kontinuum?- Wer möchte denn so was ausser ein paar Unzufriedenen/Frustrierten vielleicht?-

Heute können Christen nur tief durchatmen, dass die Juden Jesus nicht angenommen haben.

Wieso?- Wer weiss, ob wir heute nicht Alle miteinander darüber lachen könnten, wenn er damals Erfolg gehabt hätte?- Der "Schwindel" wäre doch schon viel früher aufgeflogen... Und solange noch Menschen dran glauben, dass es eine gute Sache war, dass Jesus am Kreuz verbluten musste, so lange wird sein Blutvergiessen auch nicht sinnlos gewesen sein... (auch wenn ich persönlich diese Art Blutvergiessen eher in die Kategorie Unsinn oder Wahnsinn schmeisse)

Der Witz an Jesus ist der, dass er eigentlich gar nicht gelebt haben kann, denn Jesus ist nicht das, was einer erlebt hat, sondern was er am Ende darstellt. „Jesus“ ist die exakte Einhaltung eines ganz bestimmten Drehbuches, also nichts Reales.

Halt, halt! Ich denke schon, dass Jesus mal gelebt hat. Und vielleicht unterordnete er sein Leben ja tatsächlich vollkommen einer Idee, einer Vision?- Sicher aber wurde eine Person für die Religion geschliffen, wo wenig über den realen Jesus preisgegeben werden kann. Was würde denn sonst aus der ganzen Mystik, welche um diese Perosn entstanden ist?-
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon Scardanelli » Sa 11. Dez 2004, 01:19

@Wolfi,
Spontan musste ich grinsen, als ich das las.
Das ist auch was zum grinsen, denn es ist eine Ironie des Schicksals, die Jesus erspart geblieben ist. Und Jesus ist deshalb nicht real, weil sein Leben nur ein Prolog seines Todes mit der Auferstehung gewesen ist. Das Leben Jesu als solches ist wertlos, ohne Sinn, weshalb er keine reale Persönlichkeit sein kann. Sinnvoll wird Jesus mit seinem Tod und seiner Auferstehung. Was aber erst mit dem Tod sinnvoll wird, das ist durchaus irreal, denn der Tod hat keinen Sinn.

Sollte Jesus gepredigt haben, wie es überliefert worden ist und nicht hingerichtet worden sein, was durchaus möglich gewesen wäre, wäre er eine reale Person gewesen, dann wäre er irgendwann auf natürliche Weise gestorben. Was wäre dann aus seiner Botschaft geworden? Glaubst du, dass sich irgendeiner dieser feinen Menschen hier, die sich Christen nennen und behaupten ihm nachzufolgen, einen Pfifferling auf Jesu Botschaft geben würden, wenn dieser ganze Bombast mit dem Tod und der Auferstehung nicht gefolgt wären?
Glaubst du, dass irgendeiner dieser feinen Menschen für Jesus eintreten würde, seine Botschaft in den Himmel heben würde? Wohl kaum!
Wer würde Jesu Botschaft nachfolgen, die ja angeblich Wort Gottes sei, wenn Jesus nicht gekreuzigt und nicht auferständen wäre. Keiner würde sie für Wort Gottes halten.
Jesu Botschaft wurde erst durch seinen Tod zu Wort Gottes und das ist völlig irreal.
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon Wolfi » Sa 11. Dez 2004, 07:05

@Scardanelli :
Jesus ist deshalb nicht real, weil sein Leben nur ein Prolog seines Todes mit der Auferstehung gewesen ist. Das Leben Jesu als solches ist wertlos, ohne Sinn, weshalb er keine reale Persönlichkeit sein kann.

Bloss weil Vieles aus dem Leben Jesu ausgeblendet wurde, macht doch sein Leben nicht einfach wertlos? Bestimmt hatte es zu seiner Zeit auch seinen Wert. Ob sein Leben jedoch ohne diesen effektvollen Abgang eine derartige Wichtigkeit für die Nachwelt erhalten hätte, wage ich auch zu bezweifeln...
Sinnvoll wird Jesus mit seinem Tod und seiner Auferstehung

Tod und Auferstehung haben wohl eine ganz spezielle Qualität. Jedoch betrachte ich Aussagen, die von ihm stammen sollen, durchaus auch schon als sinnvoll. Er war m.E. ein Vorkämpfer für die Menschenrechte und deshalb kann ich in seinem Leben durchaus einen Sinn erkennen ohne seinen spektakulär inszenierten Tod.
Was aber erst mit dem Tod sinnvoll wird, das ist durchaus irreal, denn der Tod hat keinen Sinn.

Du übersiehst da m.E. etwas, wenn Du behauptest, dass sein Leben erst mit seinem Tod sinnvoll gewesen wäre...
Wenn der Tod keinen Sinn haben soll, dann ist dies wohl mit der Geburt das Gleiche?- Der Tod hat m.E. sehr wohl einen Sinn: Er rundet unser Leben ab, stellt somit die Vollendung unseres Lebens dar. Soll das sinnlos sein?-

Sollte Jesus gepredigt haben, wie es überliefert worden ist und nicht hingerichtet worden sein, was durchaus möglich gewesen wäre, wäre er eine reale Person gewesen, dann wäre er irgendwann auf natürliche Weise gestorben.
Was wäre dann aus seiner Botschaft geworden? Glaubst du, dass sich irgendeiner dieser feinen Menschen hier, die sich Christen nennen und behaupten ihm nachzufolgen, einen Pfifferling auf Jesu Botschaft geben würden, wenn dieser ganze Bombast mit dem Tod und der Auferstehung nicht gefolgt wären?

:) Es wäre wohl käumlich so populär geworden; das Kultige wäre dann vielleicht dem Gehalt seiner Worte nicht so in die Quere gekommen und so hätte wohl viel ungerechtes Blutvergiessen vermieden werden können...

Glaubst du, dass irgendeiner dieser feinen Menschen für Jesus eintreten würde, seine Botschaft in den Himmel heben würde? Wohl kaum!

Tja, sie wäre dann vielleicht nicht in den Himmel gehoben worden und hätte dadurch u.U. stärker hier unter uns Menschen wirken können...

Wer würde Jesu Botschaft nachfolgen, die ja angeblich Wort Gottes sei, wenn Jesus nicht gekreuzigt und nicht auferständen wäre. Keiner würde sie für Wort Gottes halten.
Jesu Botschaft wurde erst durch seinen Tod zu Wort Gottes und das ist völlig irreal.


Mit dem Wort Gottes hausieren zu gehen, betrachte ich eh als etwas Unwürdiges. Viele seiner Botschaften können jedoch da stehen auch ohne das Wort Gottes sein zu müssen, um einen Sinn zu ergeben. Nur: Er wäre dann halt wohl wirklich nur ein Revoluzzer unter Vielen geblieben...
lg, wolfi
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon Such_Find » Sa 11. Dez 2004, 15:58

@soleil - hi

Hmm...dann wundert´s mich aber gar nicht mehr, dass ausgerechnet soviele Christen an Krebs erkranken. Denn wenn man seine Wut, Angst, Hassgefühle einfach runterschluckt oder ganz verleugnet, ist dies höchst ungesund!

Also ich würde dran zugrunde gehen!!!


Meine Feinde sind z.B. diese Reichen, die ganze Waldstücke und Golfplätze für sich pachten. Da habe ich leider die private Tafel nicht gesehen und schon stand so ne abstossende alte Kuh mit x-mal renovierter Fassade vor mir und brüllte mich an! Ganz ehrlich, ich hätte diese Krähe am liebsten angespuckt und zusammengeschlagen.
Mir wurde vor lauter Ekel und Wut speiübel!!!


Der vollkommene Gott:
"Jakob habe ich geliebt, aber Esau habe ich gehaßt."
Maleachi 1:2+3, Römer 9:13

Wie kann man denn etwas/jemanden lieben, wenn man den Gegenpart dazu nicht haßt?

Du kannst auf (teilweise auf ihre Art und Weise abstoßende) Arme zugehen(wie du berichtet hast) weil du die Auswüchse des reich-seins haßt. Würdest du diesen Haß verdrängen oder irgendwie ablegen können würdest du auch öfters an Armen vorbeigehen [können].

Es muß immer 2 Seiten geben.

Ich verachte/verabscheue/hasse das Nicht-Sein tief, nur aus dem Grund kann ich das Sein hoch achten/wertschätzen/lieben.


Psalm 15(Wen nimmt Gott an?)
Ein Psalm Davids. HERR, wer darf weilen in deinem Zelt? Wer darf wohnen auf deinem heiligen Berge?
Wer untadelig lebt und tut, was recht ist, und die Wahrheit redet von Herzen, wer mit seiner Zunge nicht verleumdet, wer seinem Nächsten nichts Arges tut und seinen Nachbarn nicht schmäht; wer die Verworfenen für nichts achtet, aber ehrt die Gottesfürchtigen; wer seinen Eid hält, auch wenn es ihm schadet; wer sein Geld nicht auf Zinsen gibt und nimmt nicht Geschenke wider den Unschuldigen. Wer das tut, wird nimmermehr wanken.


Man kann nicht ehren wenn man nicht den Gegenpart für-nichts-achtet.


ciao + lg
«Andererseits frage ich mich seit langem, woher diese Unfähigkeit stammt, den Geist Gottes als das zu sehen, was er ist, nämlich als das Leben, Wesen, Bewußtsein und Sein Gottes.»
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon kleinsterplanet » Sa 11. Dez 2004, 16:15

Original von soleil
Hmm...dann wundert´s mich aber gar nicht mehr, dass ausgerechnet soviele Christen an Krebs erkranken. Denn wenn man seine Wut, Angst, Hassgefühle einfach runterschluckt oder ganz verleugnet, ist dies höchst ungesund!


Aber, aber, das ist doch ein sehr wichtiger Zauber der geistigen Macht, weil das Vergeben- an das Vergessen-Können der Menschen gebunden wird und es keine Schuld mehr zu finden und bewältigen gibt.
Muß die merkwürdige Sonne mit ihren Gefühlen wieder alles auf den Kopf stellen? 8-)

"Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus."
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon pneumatikos » Sa 11. Dez 2004, 19:50

@such_find

Ich denke nicht, dass dies mit den Gegensätzen so stimmt. Etwas zu lieben heisst nicht unbedingt, das gegenteil davon hassen zu müssen.

Ausserdem fällt es bei dem erwähnten Bibelzitat schwer, denn wenn wir sogar unsere Feinde lieben sollen - wen sollen wir dann noch hassen?


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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon Such_Find » Sa 11. Dez 2004, 20:06

@pneumatikos

Ausserdem fällt es bei dem erwähnten Bibelzitat schwer, denn wenn wir sogar unsere Feinde lieben sollen - wen sollen wir dann noch hassen?

Die Feinde des alten äußerlichen Lebens!
Das geistliche Leben hat andere Feinde, geistliche.
Andere Dimensionen, andere Feinde.

Die "alten" Feinde liebe.
Schau dir deine Signatur an, der alte natürliche(seelische) Mensch und der neue geistliche.

Die alten Feinde sind in dem neuen Leben keine Feinde mehr. Das neue Leben hat andere Widersacher.


ciao
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon pneumatikos » Sa 11. Dez 2004, 20:23

Soweit sogut, dann komme ich nicht auf den Zusammenhang zu soleils Post...

Pneumatikos
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon Such_Find » Sa 11. Dez 2004, 20:26

@pneumatikos

Nachschlag:

Die alten Kriege möchte ich Stellvertreterkriege nennen.
Beispiel: Hinter Israel stande JHWH, hinter den Amalekitern der Widersacher JHWHs.

Wenn du ein Pneumatikos bist dann stellst du nicht mehr stellvertretend irgendeinen Geist dar, nein, du selbst bist der Geist. Also hast du auch mit den anderen Geistern zu tun, direkt.

Die Amalekiter(...) sind nicht mehr die Feinde!


ciao
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon Such_Find » Sa 11. Dez 2004, 20:39

Soweit sogut, dann komme ich nicht auf den Zusammenhang zu soleils Post...

Pneumatikos

Das etwas-hassen wird als ungöttlich gesehen, was einen von Gott trennt(weil Gott ja nur lieben, nicht hassen soll).

An dem nur lieben muß man aber zerbrechen, weil es das nicht gibt.

Zitat von soleil
Wenn ich so hohe Anforderungen an mich selbst stelle, gehe ich doch daran zugrunde? Jedenfalls ist das meine Erfahrung und die vieler andern Menschen.


Nur Licht existiert nicht. Finsternis muß her.

Kein sichtbarer Christus bevor der Anti-Christus sichtbar wurde!


ciao
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