auch wenn ich nicht vollkommen bin....

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auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon soleil » Mi 8. Dez 2004, 12:48

werde ich von Gott geliebt, bzw. darf ich mich selbst so akzeptieren wie ich bin? Die meisten Christen und Nichtchristen werden mir auf diese Frage vermutlich mit einem klaren JA antworten.

Warum seid Ihr Euch da eigentlich so sicher? Weil das jeder "vernünfige Psychologe" sagt?
Jesus sagt aber zu seinen Jüngern: "ihr sollt vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel".

Nix von ihr seid schon gut so, wie ihr seid!

Wie soll ich das verstehen?

gruss, soleil
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon jeig » Mi 8. Dez 2004, 13:00



Hallo soleil

Stimmt, Jesus sagt "Seid vollkommen wie euer Vater im Himmel" Wir sollen es also sein, und nicht erst werden. Wenn du die Stelle im Zusammenhang gelesen hast, wirst du verstehen was Jesus meint.

Ausserdem sagt Jesus wir sollen Ihm folgen, und von neuem geboren werden. Also stimmt das nicht, dass er sagt, "Ich liebe dich so wie du bist".

Be blessed

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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon pneumatikos » Mi 8. Dez 2004, 13:01


Die Tatsache, dass Du von Gott geliebt bist, hat nichts mit Dir zu tun. Er liebt dich einfach. Das bedeutet aber nicht, dass er mit allem einverstanden ist, was Du tust. Und es bedeutet auch nicht, dass er Sünde einfach unter den Tisch wischen kann. Aber er liebt dich ...

Das mit der Akzeptanz Deiner selbst ist immer so eine Geschichte.

Vielleicht so: Ich bin von Gott geliebt. Aber gerade weil er mich liebt, hat er grosses Interesse daran, mich ihm ähnlicher zu machen. Das heisst, ich muss nicht so bleiben wie ich bin (denn wer von uns ist schon perfekt), sondern darf mit der Korrektur Gottes aussetzen.

Wir hatten vor fast zwei Jahren das Bild mit dem "TransAm Gottes", mal sehen, ob ich denk Link nach dem Mittagessen noch finde ... Da habe ich versucht, das n bisschen genauer zu erklären.

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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon pneumatikos » Mi 8. Dez 2004, 13:04

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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon Yasha » Mi 8. Dez 2004, 13:06

Original von soleil
werde ich von Gott geliebt, bzw. darf ich mich selbst so akzeptieren wie ich bin? Die meisten Christen und Nichtchristen werden mir auf diese Frage vermutlich mit einem klaren JA antworten.

Warum seid Ihr Euch da eigentlich so sicher? Weil das jeder "vernünfige Psychologe" sagt?
Jesus sagt aber zu seinen Jüngern: "ihr sollt vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel".

Nix von ihr seid schon gut so, wie ihr seid!

Wie soll ich das verstehen?

gruss, soleil


Also meine Nichtchristliche Antwort darauf ist:

Sich selbst zu mögen ist ein enorm wichtiger Schritt zum Glücklichsein, und ein Schritt Richtung Perfektion. Aus meiner persönlichen Erfahrung weiss ich aus meinen Zeiten ohne Selbstvertrauen, dass wenn an mir Fehler bemerkt wurden dass das meist nur in Frust oder Wut geendet hat, aber schlussendlich nichts gebracht hat.

Nachdem ich angefangen habe mich selber zu mögen kann ich bei meinen Fehlern sagen "tja, seis drum, ich bin trotzdem ein wertvoller Mensch" Sobald mich die Fehler nicht mehr frustriert haben, konnte ich sie objektiv ansehen und auch an ihnen arbeiten.

Sich selbst mögen heisst nicht dass man perfekt ist, oder nicht mehr an sich arbeiten muss. Für mich ist es ein Schritt in Richtung persönliche Perfektion (die ich wahrscheinlich nie erreichen werde, aber versuchen kann mans).

Wichtig ist einfach, dass man bei der ganzen Sache das an sich arbeiten nicht vergisst :D

Liebe Grüsse
Yasha

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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon soleil » Mi 8. Dez 2004, 13:07

Hallo Jeig

Nein, ich verstehe es eben nicht. Vielleicht kannst Du es mir erklären?

gruss, soleil


Hallo pneumatikos

Da bin ich mal gespannt! Also wenn Gott mich liebt und lieben heisst für mich soviel wie "jemanden so annehmen wie er ist...mit Stärken und Schwächen", warum MUSS ich mich denn ändern oder ändern lassen???

Das ist doch paradox???

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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon pneumatikos » Mi 8. Dez 2004, 13:09

Lies das Beispiel und melde Dich nochmals... Ich geh jetzt endlich mal was essen.

Bis später.
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon soleil » Mi 8. Dez 2004, 13:12

Hallo Yasha

Das wäre dann aber ein Weg der SElbsterkenntnis und ein "Werden", nicht ein "Sein", wie jeig zur Recht bemerkt hat! :? :? :?

Was Du beschreibst ist der Weg von der erkannten Unvollkommenheit zum angestrebten Ziel der Vollkommenheit.

"Seid vollkommen" ist schon was anderes als "Werdet vollkommen".

gruss, soleil
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon jeig » Mi 8. Dez 2004, 13:15

Original von soleil
Nein, ich verstehe es eben nicht. Vielleicht kannst Du es mir erklären?


Ja, das kann ich:

Mat. 5.43

43Ihr habt gehört, daß gesagt ist: «Du sollst deinen Nächsten lieben» (3. Mose 19,18-) und deinen Feind hassen. 44Ich aber sage euch: aLiebt eure Feinde und bbittet für die, die euch verfolgen, 45damit ihr cKinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er läßt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und läßt regnen über Gerechte und Ungerechte. 46Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner? 47Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden? 48Darum sollt ihr dvollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.

Wie du unschwer erkenne kannst sagt Jesus da, dass wir unsere Feinde lieben sollen und für sie beten. Gerecht sein wie Gott der Sonne über Gute und Böse aufgehen lässt. Wir sollen nicht nur lieb zu denen sein die lieb zu uns sind, das wäre zu einfach.

Eigentlich logisch, nicht?

Gruss

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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon Yasha » Mi 8. Dez 2004, 13:23

Original von soleil
Hallo Yasha

Das wäre dann aber ein Weg der SElbsterkenntnis und ein "Werden", nicht ein "Sein", wie jeig zur Recht bemerkt hat! :? :? :?

Was Du beschreibst ist der Weg von der erkannten Unvollkommenheit zum angestrebten Ziel der Vollkommenheit.

"Seid vollkommen" ist schon was anderes als "Werdet vollkommen".

gruss, soleil


Darauf kann ich nicht antworten, ich habe ja lediglich meine persönlich Sicht zum Thema "sich mögen-Vollkommenheit" geschildert.


Ich glaube aber nicht dass jemand einfach aus dem Stehgreif vollkommen sein kann... kann eigentlich jemand "vollkommen" sein? Ich glaube jeder sieht in vollkommen andere Dinge, und wie will man wissen was Gott darunter versteht?
Also, wie ist man vollkommen.... Deine Frage scheint mir ja doch noch einige Rätsel aufzugeben :)

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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon jeig » Mi 8. Dez 2004, 13:26

Original von Yasha
und wie will man wissen was Gott darunter versteht?


Hallo Yasha, lies mal ein Post zurück und dann hast du es auch im Zusammenhang, eigentlich einfach zu verstehen.

Gruss

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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon Wolfi » Mi 8. Dez 2004, 13:26

Ich find´s schön, wie Dir (und wohl noch vielen Anderen) so arg daran gelegen zu sein scheint, dass Gott Dich (Euch) liebt. Warum dem wohl so sein mag, wenn nicht aus eigennützigen Motiven heraus?- ;)

Klar liebt Dich Gott/die Götter auch in Deiner Unvollkommenheit. Denn: Macht uns nicht der Tod erst wirklich vollkommen? ;)

Aber von wegen "Gottesliebe" mal anders rum: Wie verhält es sich mit unserer Liebe zu Gott?- Ich gehe mal davon aus, dass sie bei Gläubigen stärker ist, als ihre Liebe zu Partner/in, Kindern oder sonstigen Mitmenschen. Dient die Gottesliebe uns vielleicht dafür, unsere Schwächen in der Liebesfähigkeit im irdischen Leben zu entschuldigen? ;)
lg, wolfi

Der Glaube versetzt Berge, aber der Unglaube zerbricht Ketten.
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon soleil » Mi 8. Dez 2004, 13:47

Lieber Jeig

Also doch der ganz klare Aufruf, besser und besonders sein zu müssen! Ich kenne aber keinen einzigen Menschen, der diese hohe Anforderung erfüllt! Tut er das nicht, erfüllt er das Hauptgebot nicht ! Klar, man kann sich bemühen.

Wenn ich so hohe Anforderungen an mich selbst stelle, gehe ich doch daran zugrunde? Jedenfalls ist das meine Erfahrung und die vieler andern Menschen.

Letzten Sonntag hatte ich mal wieder so ein Erlebnis, wieviel Hass doch immer noch in mir drin steckt. Meine Feinde sind z.B. diese Reichen, die ganze Waldstücke und Golfplätze für sich pachten. Da habe ich leider die private Tafel nicht gesehen und schon stand so ne abstossende alte Kuh mit x-mal renovierter Fassade vor mir und brüllte mich an! Ganz ehrlich, ich hätte diese Krähe am liebsten angespuckt und zusammengeschlagen.
Mir wurde vor lauter Ekel und Wut speiübel!!!

Ich wäre in diesem Fall also niemals im Stande gewesen für diese geldgeile Frau zu beten! Niemals!!!!!!!!!!!!!!!

gruss, soleil
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon WeißesLicht » Mi 8. Dez 2004, 13:55

Liebe soleil

Original von soleil
werde ich von Gott geliebt, bzw. darf ich mich selbst so akzeptieren wie ich bin? Die meisten Christen und Nichtchristen werden mir auf diese Frage vermutlich mit einem klaren JA antworten.

Warum seid Ihr Euch da eigentlich so sicher? Weil das jeder "vernünfige Psychologe" sagt?
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Wie soll ich das verstehen?

gruss, soleil


vorerst nur eine einzige Frage an dich:

Wirst du von Gott geliebt, weil du gut bist oder weil du bist?

gby

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Denn die Gnade Gottes ist erschienen, um alle Menschen zu retten. (Titus 2,11)

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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon pneumatikos » Mi 8. Dez 2004, 14:00

Ich weiss nicht, ob ich es gekonnt hätte (zumindest in der Situation wohl eher nicht, vielleicht so ein zwei Stunden später), aber extakt das ist es, was Jesus von uns fordert ...

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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon soleil » Mi 8. Dez 2004, 14:05

Hallo Yasha

Wenn ihr Eure Feinde liebt und für sie betet, seid ihr vollkommen ...das steht da wirklich... :?

Man könnte sich nun noch fragen, was genau mit "Lieben" gemeint ist? So, wie das da beschrieben wird, gehe ich aber schon davon aus, dass es was mit "wohlgesinnt sein oder noch mehr" zu tun hat!!!

gruss, soleil
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon soleil » Mi 8. Dez 2004, 14:14

Hi Pneumatikos

Danke für Deine Ehrlichkeit ! :) Hmm...dann wundert´s mich aber gar nicht mehr, dass ausgerechnet soviele Christen an Krebs erkranken. Denn wenn man seine Wut, Angst, Hassgefühle einfach runterschluckt oder ganz verleugnet, ist dies höchst ungesund!

Also ich würde dran zugrunde gehen!!!

ciao, soleil


Hallo WL

Das ist eigentlich genau meine Frage an Euch !!!
Liebt mich Gott, weil ich bin (und ich bin gut und schlecht) oder nur, wenn ich gut oder gar vollkommen bin???
Das heisst, ich müsste alles Negative verleugnen?

gruss, soleil
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon pneumatikos » Mi 8. Dez 2004, 14:30

Denn wenn man seine Wut, Angst, Hassgefühle einfach runterschluckt oder ganz verleugnet, ist dies höchst ungesund!


Exakt darum geht es eben nicht. Es geht nicht darum, Wut und Ärger einfach herunterzuschlucken, sondern sie bei Gott zu deponieren - und glaub mir, ich kenne keinen besseren Ort.

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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon Yasha » Mi 8. Dez 2004, 14:38

Original von jeig
Original von Yasha
und wie will man wissen was Gott darunter versteht?


Hallo Yasha, lies mal ein Post zurück und dann hast du es auch im Zusammenhang, eigentlich einfach zu verstehen.

Gruss
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Hallo Jeig.

Interessant, aber... Sind das die einzigen Forderungen von Jesus Christus an seine Gemeinde zur Vollkommenheit? "Nur" die Feinde lieben? Dass das eine riesige Aufgabe ist, das ist mir klar. Aber es scheinen mir ein bisschen wenig Auflagen zu sein, um als Anleitung für einen in jeder Hinsicht vollkommenen Menschen zu gelten...

Ausserdem gibt es ja immer noch dieses Wörtchen sein. Wenn man "nur" versucht seine Feinde zu lieben, wenn man erst daran arbeitet vollkommen zu werden, aber noch nicht vollkommen ist, was ist dann?

Ausserdem habe ich etwas Mühe mit folgendem Satz:


Die Tatsache, dass Du von Gott geliebt bist, hat nichts mit Dir zu tun. Er liebt dich einfach.


Wenn Liebe einfach da ist, als pauschales Etwas und nicht als etwas, dass um meinetwillen da ist, weil ich so bin wie ich bin. Welchen Wert hat Liebe dann noch?
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon Scardanelli » Mi 8. Dez 2004, 14:49

@soleil,
werde ich von Gott geliebt, bzw. darf ich mich selbst so akzeptieren wie ich bin?
Kaum wirst du von Gott geliebt, das kann man jeden Tag feststellen. Du wurdest von Gott geliebt, als du eins warst. Als Gott aber aus eins, zwei gemacht hat, war es mit der Gottesliebe vorbei, denn jetzt musst du von dem von dir abgespaltenen Teil geliebt werden. Das ist dein Schicksal. Mit der Trennung von einem Menschen in den Menschen, der aus zwei Teilen besteht, kam die Liebe in die Welt.

Weil du geteilt bist, solltest du dich niemals so akzeptieren wie du bist, denn damit würdest du diese Teilung akzeptieren, und das ist nicht gut bekömmlich.
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon jeig » Mi 8. Dez 2004, 14:58

Original von Yasha
Ausserdem habe ich etwas Mühe mit folgendem Satz:

Die Tatsache, dass Du von Gott geliebt bist, hat nichts mit Dir zu tun. Er liebt dich einfach.



Tja, was soll ich da sagen? Woher kommt denn dieser Satz?

Was hier passiert, yasha, ist folgendes: soleil bringt einen Bibelvers, ohne den Zusammenhang. Als ich den noch reinposte, ergeben sich weitere Fragen. Wenn ich jetzt diese beantworte, was glaubst du passiert? Eine verständliche Kettenreaktion möchte ich doch meinen.
Meine Antworten würden aus der Bibel kommen, davon sprechen wir doch jetzt, daher empfehle ich dir doch selber dort lesen, da kannst du dir selber ein Bild machen. ;)

Gruss

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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon soleil » Mi 8. Dez 2004, 15:01

Hi Scarda

Was meinst Du mit dem Zweitgeteilten Menschen? Körper und Geist ? Oder Mann und Frau? Oder göttlicher Teil und menschlicher Teil? :?
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon pneumatikos » Mi 8. Dez 2004, 15:47

Kaum wirst du von Gott geliebt, das kann man jeden Tag feststellen.


Wenn Du das erfährst, tust Du mir sehr sehr leid. Ich erlebe es exakt umgekehrt ...

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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon soleil » Mi 8. Dez 2004, 16:00

Hallo Pneumatikos

Wie erlebst Du denn diese Liebe?

Noch was zum "Abgeben". Du sagst , dass Du Deinen Zorn bsp. bei Gott deponierst. Ich habe das auch immer so gemacht, bis ich krank wurde und mir ein Licht aufging, dass da was nicht stimmen konnte!

Diese negativen Gefühle wie Zorn, Aerger, Eifersucht ect. sind scheinbar nicht bei Gott deponiert worden sondern in meinem Unterbewusstsein. Von dort aus konnten und können sie nämlich in ähnlichen Situationen immer wieder aufflammen oder eben sich psychosomatisch in den verschiedensten Schmerzen und Funktionsstörungen ausdrücken! Deshalb frage ich Dich jetzt mal ganz direkt:
"Bist Du seelisch und körperlich gesund?"

gruss, soleil
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon kleinsterplanet » Mi 8. Dez 2004, 16:53

Original von soleil

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Diese Frau war der Auslöser aber wohl kaum die Ursache der
starken Wut, oder kennt man wirklich alles von ihr und seiner Wut?
Falls ja, dann hat man auch die erste Wut im Leben wiedergefunden und wird sie als Liebe erkennen.

"Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus."
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon Scardanelli » Mi 8. Dez 2004, 16:54

@Soleil,
ja, der Mensch in Mann und Frau geteilt. Es ist durchaus wichtig zu sehen, dass Gott zumindest im zweiten Bericht der Erschaffung des Menschen, diesen alleine erschaffen hat und alleine ist er zeugungsunfähig, oder gar kein Mensch, wie wir ihn kennen. Gott hat also mit Eva nicht nur eine Frau geschaffen, sondern damit zugleich aus dem Menschen einen Mann gemacht.
In seinem Bilde mag er wohl den Menschen geschaffen haben, aber dieses Bild entspricht nicht mehr dem geteilten Menschen in Mann und Frau. Was also Gott in seinem Bilde als Mensch geschaffen hat, kennen wir gar nicht, oder wir können es erkennen, wenn aus beiden Teile wieder einer würde.
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon Scardanelli » Mi 8. Dez 2004, 16:58

@pneumatikos,
Wenn Du das erfährst, tust Du mir sehr sehr leid. Ich erlebe es exakt umgekehrt ...
Meine Frau liebt mich, zum Glück! Ich verstehe aber auch, warum dies grundsätzlich möglich ist. Es ist möglich, weil Gott den Menschen zerteilt hat und dies ist der Grund, warum wir uns überhaupt lieben können. Gott selbst ist aber nicht zerteilt, weshalb weder ich ihn, noch er mich liebt. Gott ist heilig!
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon jeig » Do 9. Dez 2004, 12:37



Komm Scardanelli, so was kannst du jetzt echt nicht behaupten, Gott liebt die Menschen nicht...so was aber auch :roll:

Ich zitiere hier den wohl bekanntesten Vers aus der Bibel:

Denn also hat Gott die Welt geliebt , daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

Joh. 3.16

Und um das jetzt nicht als Theorie und simple Buchstaben abstempeln zu lassen, ich habe die Liebe Gottes selber erlebt, und ich weiss dass er mich liebt, deine Teilungstheorie hin oder her, ehrlich gesagt ich kann nicht sehr viel damit anfangen. ;)

Gott mit dir

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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon pneumatikos » Do 9. Dez 2004, 13:08

Original von soleil
Hallo Pneumatikos

Wie erlebst Du denn diese Liebe?


Verschieden. Einerseits ist es ein tragfähiges Wissen, etwas, dass bei mir anscheinend tief im Bewusstsein verankert ist - wofür ich Gott sehr dankbar bin.

Weiter erlebe ich es an vielen kleinen Details, von welchen Du vielleicht sagen würdest, es seien Zufälle oder halt normale Situationen. Ich hingegen erkenne in vielem den liebevollen Pinselstrich eines Künstlers, der mein Leben und mein Umfeld kennt.

Ich erlebe es an positiven Dingen, Situationen, die sich zu meinen Gunsten wenden, wo vorher kein Ausweg zu sehen war.

Ich erlebe es aber auch an negativen Dingen, dann aber meist erst eine gewisse Zeit später. Ich erlebe es darin, wie Gott mich auch immer wieder korrigiert, mir den Spiegel vorhält oder mir durch andere Menschen, durch Situationen oder durch Stellen in der Bibel Dinge aufzeigt, Sünden bewusst macht oder Fehlverhalten aufdeckt.


Noch was zum "Abgeben". Du sagst , dass Du Deinen Zorn bsp. bei Gott deponierst. Ich habe das auch immer so gemacht, bis ich krank wurde und mir ein Licht aufging, dass da was nicht stimmen konnte!

Diese negativen Gefühle wie Zorn, Aerger, Eifersucht ect. sind scheinbar nicht bei Gott deponiert worden sondern in meinem Unterbewusstsein. Von dort aus konnten und können sie nämlich in ähnlichen Situationen immer wieder aufflammen oder eben sich psychosomatisch in den verschiedensten Schmerzen und Funktionsstörungen ausdrücken!


Das ist schon so. Die Gefahr besteht. Bei Gott abgeben ist eine genial Sache, wenn wir es wirklich dort deponieren können. Für ich bedeutet das, dass ich mir immer wieder Zeit nehmen muss. Jetzt zum Beispiel nehme ich sie mir nicht und spüre, wie sich da viele Dinge anstauen. Wenn ich mir aber Zeit mit Gott nehme, im Gebet, im Bibelstudium, durch Busse und Bekenntnis, im Lobpreis und in der Anbetung, dann fällt vieles ab. Vieles, das meiste kann ich Gott in solchen Zeiten hinlegen, kann für mich um Vergebung bitten bzw. betroffenen Personen vergeben, kann Verletzungen heilen lassen - das funktioniert. Und ich kenne eine Menge Leute, bei denen Gott das genauso macht. Aber sie haben alle zwei Dinge gemeinsam: Sie suchen die Nähe Gottes - und sie nehmen sich Zeit.

Immer wieder kommt es auch vor, dass Gott mir beim Aufräumen zeigt, wo ich konkret noch bei Menschen Dinge in Ordnung bringen muss, wo ich entschuldigungen anbringen muss etc. Das gehört mit zum ablegen - und ist der schwierigste Teil.


Etwas, wo ich mich am schnellsten aufregen kann ist der Strassenverkehr. Als Velofahrer bekomme ich vieles hautnah mit, nicht schön abgeschirmt durch ein paar hunder Kilo Blech. Ich kann mich extrem aufregen über Autofahrer, die mir knapp die Vorfahrt wegnehmen, die grob Fahrlässig sind und mich oder andere gefährden. Solche Situationen können mich auch lange noch beschäftigen. Wenn ich aber diese Situationen im Gebet Gott hinlege und danach für diese Personen bete, dann passiert viel - und es flieht tatsächlich.


Deshalb frage ich Dich jetzt mal ganz direkt:
"Bist Du seelisch und körperlich gesund?"


Ein klares und direktes JA...

Körperlich gehöre ich zur glücklichen Kategorie Menschen, die sozusagen keine ernsthaften Verletzungen erlebt haben (ein Gelenkkapselriss am Finger, ein gebrochener Zeh, eine Platzwunde am Kopf und Kinn sowie leicht angerissene Bänder in 33 Jahren betrachte ich nicht als ernsthaft...) obwohl ich genügend Gelegenheit dazu hatte. Ich bin Biken gegangen, bin Sportkletterer und war einige Jahre Alpinist, habe Judo gemacht (von dort der gebrochene Zeh :) )... Ich habe keine Behinderungen, keine wirklichen Mängel und höre und sehe sehr gut ... und ich bin sehr selten krank. Das ist nicht mein verdienst und ich bin Gott für diese Gnade sehr dankbar. Es könnte auch anders sein.

Seelisch kann ich schlecht beurteilen. Im Prinzip ja, ich habe keine Depressionen und ähnliches, wie man vermutlich merkt leide ich nicht unbedingt an Minderwertigkeit, bin glücklich und geborgen in meinem Gott.

Was will ich mehr?

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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon Scardanelli » Do 9. Dez 2004, 14:06

@jeig,
Teilungstheorie hin oder her, ehrlich gesagt ich kann nicht sehr viel damit anfangen.
Gut, dann nenne ich es anders. Es sei dann eine Theorie des Mangels. Jeder, der liebt, hat einen Mangel erfahren und die Liebe ist das ausgezeichnete Mittel, den Mangel zu beheben.
Es ist überhaupt nicht schwer, im Sinne der Liebe im Menschen einen Mangel zu finden. Es ist aber zweifelhaft, ob auch Gott einen Mangel hat.
Denn also hat Gott die Welt geliebt , ...
Die erste Frage ist hier nicht, wer das gesagt hat oder wo es steht, sondern die erste Frage ist die, was Liebe ist. Wenn Gott die Welt liebt, dann ist er ein Mangelwesen, so ist es nun mal. In dem Falle wäre Gott unter den Bestimmungen der Liebe gebunden, die Liebe also mehr als er selbst. Weiterhin wäre Gott so in der Liebe gebunden und hier unvollkommen, weil eine vollkommene Liebe immer mind. zwei braucht. Wenn ich also nicht will, setze ich den liebenden Gott damit matt. Gott würde so nur die Liebe anstreben, aber nicht an mir erfüllen können, Gott also ein unerfülltes Wesen sein. Der liebende Gott ist ein Phänomen des Gemütes und zwar des menschlichen und es geht über das menschliche nicht hinaus, also nicht bis zu Gott selbst. Der liebende Gott ist ein Mensch als Gott mit dem Gemüt gemodelt.
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon Scardanelli » Do 9. Dez 2004, 14:19

@jeig,
habe die Liebe Gottes selber erlebt, und ich weiss dass er mich liebt,
Diese Erfahrung habe ich auch gemacht und ich finde mich nach wie vor von Gott geliebt. Das ist mein voller Ernst.
Der Monotheismus ist allerdings eine Kopfreligion, eine Religion, die den Gottesbegriff gegen das Gemüt erzwingt. Den Israeliten wurde diese Religion auch in die Köpfe gehämmert und diese teilweisen sonderbaren, restriktiven Gebote dienen der Zucht: Gott ist einer! Was glaubst du wohl, warum Israel in den ersten Jahrhunderten immer wieder in den sog. Götzendienst zurückgefallen ist. Der heilige, unnahbare Gott ist eben nichts fürs Gemüt.
So weiß auch mein Gemüt, dass Gott mich liebt, aber mein Verstand nimmt mich hier in die Zucht. Klammheimlich meine ich aber dennoch, dass Gott mich liebt. ;) Ich schreibe nur selbst um meiner selbst Willen so oft wie möglich dagegen an. Ich wehre mich also gegen den mich liebenden Gott. Schließlich will ich ja ein gelehriger Schüler sein und im Glauben wachsen.
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon jeig » Do 9. Dez 2004, 14:23

Original von Scardanelli
Die erste Frage ist hier nicht, wer das gesagt hat oder wo es steht, sondern die erste Frage ist die, was Liebe ist.


Und wenn Gott selber die Liebe ist?

Gruss

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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon Scardanelli » Do 9. Dez 2004, 15:04

@jeig,
Und wenn Gott selber die Liebe ist?
Das macht keinen Sinn, weil die Liebe immer zwei erfordert und Gott ist einer. Gott könnte nur mit mir, mit uns die Liebe sein und dann wäre er als die Liebe niemals mehr, als ich es bin.
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon jeig » Do 9. Dez 2004, 15:14



Mein Lieber, bei Gott macht halt für uns Menschen nicht alles einen Sinn. Solange du Gott mit deinem Verstand ergründen willst, wirst du auf Widerstand stossen.

Ausserdem dass es 2 um zu lieben braucht...du schreibst doch von Paulus. Unter anderem sagt er dass es ihm pers. lieber wäre wenn Männer nicht an Frauen gebunden (verheiratet), und umgekehrt wären, so könnten wir uns an den Dienst an Gott voll konzentrieren. Wenns mich nicht täuscht, 1.Kor. 6 oder 7.
Und Paulus weiss sehr wohl was Liebe ist, siehe 1. Kor. 13

Gruss

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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon Scardanelli » Do 9. Dez 2004, 18:11

@jeig,
bei Gott macht halt für uns Menschen nicht alles einen Sinn. Solange du Gott mit deinem Verstand ergründen willst, wirst du auf Widerstand stossen.
Sagen wir ein mal, der Monotheismus sei die hohe Schule der Religion. Wenn dem so wäre, würde ich dir zustimmen. Ich stoße also auf Widerstände, wenn ich Gott mit dem Verstand ergründen will. Das sehe ich auch so. Was ich aber nicht sehe, ist, aus Sinnlosigkeit einen Sinn zu modeln. Wenn ich also einen Begriff an Gott anlege und irgendwann merke, dass ich mit diesem Begriff Gott gar nicht beschreiben kann, dann lass ich halt die Finger davon, statt einen Sinn in die Sinnlosigkeit hineinzwängen zu wollen.

Wusstest du, dass das Judentum keine Theologie betreibt, jedenfalls keine systematische. Das hat eben seinen Grund darin, das Gott dem Verstand widersteht, wenn er der Eine ist. Aber im Gegensatz zum Judentum ist das Christentum angefüllt von systematischer Theologie, was also schon ein Hinweis darauf ist, dass das Christentum in die Gemütlichkeit des Polytheismus zurückgefallen ist.

Wenn Christen sagen, Gott widerstehe dem Verstand, dann meinen sie damit, einem aktuellen, aber dem Verstand des NT würde er nicht widerstehen. Das ist schon sehr seltsam um nicht zu sagen, inkonsequent. Wenn Gott dem Verstand widersteht, dann widersteht er jedem Verstand, auch dem, der sich im NT breit macht.

Wenn ich sage, Gott liebt nicht, dann sage ich damit nichts weiter, als das Gott dem Verstand widersteht, denn liebte Gott, dann wäre er etwas für den Verstand, diesem also nicht widerstrebend.

Wer sagt, Gott liebt, der hat hier seinen Verstand benutzt und wer es als Schreiber im NT sagt, kann es auch nur mit dem Verstand sagen, denn Liebe ist ein Begriff. Ich kann also nicht gleichzeitig sagen, Gott entziehe sich dem Verstand und Gott liebt.

Es ist nur dem Gemüt unerträglich, wenn Gott nicht lieben sollte, wie es den vormaligen Menschen unerträglich war, nur einen Gott vorzustellen. Oder glaubst du, es habe sich hier zu damals etwas grundlegendes geändert?
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon Scardanelli » Do 9. Dez 2004, 18:22

So gesehen schafft also die Bibel dem Menschen den Freiraum, den Verstand doch an Gott anzulegen, denn die Bibel ist angefüllt mit Verstandesbegriffen. So hat man dann eine gewisse Macht über Gott selbst, denn wenn man schon nicht frei den Verstand walten lassen will, dann lässt man die Bibel diese Arbeit verrichten. Das ist ein Taschenspielertrick.
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon soleil » Do 9. Dez 2004, 18:40

Die Unergründlichkeit Gottes fängt bei gewissen Christen dort an, wo man die Widersprüchlichen Aussagen der verschiedenen Bibelschreiber nicht mehr unter einen Hut bringt! :roll: ;) :roll: Aber ansonsten erfassen sie ihren Gott ganz und gar mit ihrem Verstand, der ziemlich beschränkt ist und nur schwarz/weiss registriert! Dieses einfache Modell vom Guten Vater löst in ihnen dann diesen Gemütlichkeits-und Geborgenheitseffekt aus und nicht zuletzt schützt er sie vor dem grossen bösen TEufel!

gruss, soleil
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon Yasha » Do 9. Dez 2004, 19:21

Original von jeig
Original von Yasha
Ausserdem habe ich etwas Mühe mit folgendem Satz:

Die Tatsache, dass Du von Gott geliebt bist, hat nichts mit Dir zu tun. Er liebt dich einfach.



Tja, was soll ich da sagen? Woher kommt denn dieser Satz?

Was hier passiert, yasha, ist folgendes: soleil bringt einen Bibelvers, ohne den Zusammenhang. Als ich den noch reinposte, ergeben sich weitere Fragen. Wenn ich jetzt diese beantworte, was glaubst du passiert? Eine verständliche Kettenreaktion möchte ich doch meinen.
Meine Antworten würden aus der Bibel kommen, davon sprechen wir doch jetzt, daher empfehle ich dir doch selber dort lesen, da kannst du dir selber ein Bild machen. ;)

Gruss

jeig


Hallo Jeig :)

Der Satz kam von Pneumatikos, ich habe auch eher von ihm eine Antwort von ihm erwartet, er hat sich dazu aber nicht geäussert. Tut mir leid, da habe ich wohl meinen Posting unübersichtlich und missverständlich gestaltet.

Tut mir leid :umarm:
Lasst euch nicht vertrösten!
Ihr habt nicht zu viel Zeit!
Lasst Moder den Erlösten
Denn das Leben ist am Grössten:
Es steht nicht mehr bereit

Berthold Brecht; Gegen Verführung; Vers 3
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon kleinsterplanet » Do 9. Dez 2004, 19:55

Original von soleil

Wenn ihr Eure Feinde liebt und für sie betet, seid ihr vollkommen ...das steht da wirklich... :?

Man könnte sich nun noch fragen, was genau mit "Lieben" gemeint ist? So, wie das da beschrieben wird, gehe ich aber schon davon aus, dass es was mit "wohlgesinnt sein oder noch mehr" zu tun hat!!!


Man braucht mit dem Sinn oder dem Unsinn der Feidesliebe und dem Für-Sie-Beten doch nicht erst im größten Moment des eigenen Leidens beginnen, sondern kann das ja hoffentlich schon viel früher ausprobieren und Schritt für Schritt in Erfahrung bringen. Jesus ist ja auch nicht als Kreuz auf die Welt gekommen und hatte gleich eine Dornenkrone auf dem Kopf.
"Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus."
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Re: auch wenn ich nicht vollkommen bin....

Beitragvon pneumatikos » Do 9. Dez 2004, 20:07

Sorry, Yasha, das habe ich übersehen ...

Also...
Wenn Liebe einfach da ist, als pauschales Etwas und nicht als etwas, dass um meinetwillen da ist, weil ich so bin wie ich bin. Welchen Wert hat Liebe dann noch?


Es ist um deinetwillen da... Gott liebt Dich, weil er dich erschaffen hat. Du bist sein Geschöpf, darum liebt er dich. Er kennt dich, besser als irgendjemand sonst. Er weiss sogar, wieviele Haare Du auf dem Kopf hast.

Er liebt Dich, weil Du Du bist und weil Du sein Geschöpf bist.

Was aber ist das Problem an pauschaler Liebe? In einer Welt, in der Liebe verdient werden muss, in der Liebe scheinbar nur bei Gegenliebe existiert, geniesse ich Orte, wo ich einfach sein kann, und einfach geliebt werde, ohne mich zu produzieren, zu verstellen, anzubiedern oder anzupassen. Wieviele solcher Orte kennst Du, wo Du einfach bedingungslos geliebt wirst, egal, was du ausgefressen hast? Ich hoffe, meine Tocher wird mindestens zwei solcher Orte kennen... ihren Gott und ihre Eltern.

Ist das nun verständlicher?

Pneumatikos
Bei alledem ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen könnt!

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