Hypothese: Warum Gott unbeweisbar ist

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Re: Hypothese: Warum Gott unbeweisbar ist

Beitragvon lotswi » Mi 13. Okt 2004, 17:54

Warum ist Gott unbeweisbar?

Ich bin weder Agnostikter noch Theologe. Einige Philosophen haben versucht Gott zu beweisen, wie zum Beispiel Descartes. Ich sehe seine Beweisführung nicht als letzten Schluss an, sondern für mich beweist er damit, dass eine Existenz Gottes durchaus möglich ist. Vermutlich wird diese Thema zu philosophisch angepackt. Vielleicht sollten wir uns mit folgender Antwort zufrieden geben:

Gott ist unbeweisbar, weil wir ihn nicht richtig erfassen können und weil er auch nicht genau definiert ist.

Wenden wir uns der Praxis zu: Wie gehen wir vor, wenn wir hier auf Erden etwas beweisen möchten?
Wir suchen Indizien und Beweise. In unserem Fall wären das also Wunderberichte, Erscheinungen, Exorzisten, die Bibel. Wir würden vermutlich einige Leute finden, die berichten, dass Gott ihnen erschienen ist und müssten dann Fragen wie glaubwürdig diese Zeugen und diese Berichte sind. Zu was für einem Schluss würden wir wohl kommen...

Tom
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Re: Hypothese: Warum Gott unbeweisbar ist

Beitragvon Scardanelli » Mi 13. Okt 2004, 18:25

@rejo,
So groß ist diese Vernunftleistung der Juden nicht.
Das denke ich nicht. Es ist ein Verdienst der Juden, in Gott den Geist entdeckt zu haben, der gleich dem Geist der Mensch ist.
Liest man dazu auch noch die Mythen zum Beispiel der Griechen, dann wird deutlich, dass so platt nicht gedacht wurde, wie das oft im AT dargestellt wird.
Dies ist allerdings ein richtiger Hinweis und die Juden haben nicht alle wichtigen Errungenschaften der Religion um sie herum aufgehoben, sondern diese zerstört. Das AT will weismachen, dass diejenigen, welche vor Statuen niedergefallen sind, gemeint hätten, dass diese Statuen gleich dem Gott sei, der verehrt wurde. Das haben diese Gläubigen aber nie angenommen, als vielmehr, dass dieser Gott in dieser Statue anwesend sei und zwar eben vermehrt.
Komischerweise glauben aber Juden noch heute der Form nach exakt dasselbe, dass Gott bestimmte Orte hat, wo er vermehrt anwesend ist. Vom Tempel absteigend über Jerusalem in ganz Israel und mehr noch als ein schwacher Schatten auf der übrigen Welt.

Das AT verunglimpft in anderen Religionen dasselbe, was es seinen Gläubigen selbst anempfohlen hat: „Mach mir ein Zelt und du wirst mich hier finden“, ist nichts anderes, als eine Statue zu kreieren und den Gott dort als anwesend zu erkennen. Nur mit dem Unterschied, dass dort das Bild im Kopf ist und dort eben sinnlich für die Augen.

Was aber im Judentum und anschließend im Christentum verloren gegangen ist, das ist der, der Schöpfung allmächtige Gott, der von den Griechen verehrt wurde und von dem Paulus die Inschrift auf einem Tempel gefunden hat, wo stand, dem unsichtbaren Gott.
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Re: Hypothese: Warum Gott unbeweisbar ist

Beitragvon Enggi » Fr 15. Okt 2004, 17:09

Römer 1,18-23:

Denn es wird geoffenbart Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten, weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar ist, denn Gott hat es ihnen geoffenbart. Denn sein unsichtbares [Wesen], sowohl seine ewige Kraft als auch seine Göttlichkeit, wird von Erschaffung der Welt an in dem Gemachten wahrgenommen und geschaut, damit sie ohne Entschuldigung seien; weil sie Gott kannten, ihn aber weder als Gott verherrlichten noch ihm Dank darbrachten, sondern in ihren Überlegungen in Torheit verfielen und ihr unverständiges Herz verfinstert wurde. Indem sie sich für Weise ausgaben, sind sie zu Narren geworden und haben die Herrlichkeit des unverweslichen Gottes verwandelt in das Gleichnis eines Bildes vom verweslichen Menschen und von Vögeln und von vierfüßigen und kriechenden Tieren.

Gott wird durch seine Kraft wahrgenommen, die sich in der Schöpfung und in Wirkungen des heiligen Geistes manifestiert. Angenommen, der heilige Geist sagt mir, ich solle einem Kranken die Hände auflegen, ich gehorche, und der Kranke wird gesund, so ist das für mich Gottesbeweis genug.
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Re: Hypothese: Warum Gott unbeweisbar ist

Beitragvon Lamdil » Fr 15. Okt 2004, 20:24

Das setzt aber voraus, dass du eine Stimme hörst und diese auch Gott zuordnen kannst. Damit kann ich schon mal nicht dienen. Ist also Gott nur für den beweisbar, dem er sich offenbart?

Oder ist Gott durch die beweisbar, denen er sich offenbart? Da wäre jedoch sehr schwach, weil das an die Bedingung geknüpft ist, dass alle den Beweis auf jemanden stützen, der Stimmen hört. Wir alle wissen, dass solche Menschen keinen guten Leumund in der Gemeinde genießen.


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Re: Hypothese: Warum Gott unbeweisbar ist

Beitragvon Enggi » So 31. Okt 2004, 16:08

Original von Lamdil
Das setzt aber voraus, dass du eine Stimme hörst und diese auch Gott zuordnen kannst. Damit kann ich schon mal nicht dienen. Ist also Gott nur für den beweisbar, dem er sich offenbart?

Oder ist Gott durch die beweisbar, denen er sich offenbart? Das wäre jedoch sehr schwach, weil das an die Bedingung geknüpft ist, dass alle den Beweis auf jemanden stützen, der Stimmen hört. Wir alle wissen, dass solche Menschen keinen guten Leumund in der Gemeinde genießen.
Das ist eine Eigenart des christlichen Glaubens, dass Gott zu seinen Kindern spricht und sie ihn verstehen können. Er redet meistens nicht mit einer hörbaren Stimme, obwohl z.B. der Prophet Samuel Gott so kennen lernte, und auch nirgendwo geschrieben steht, dass Gott zu den Propheten unhörbar geredet hätte. Der Prophet hört, was Gott zu ihm sagt. Dass du kein Prophet bist, muss dich nicht erstaunen, da du ja auch kein Christ bist, wenn ich dich bisher richtig verstanden habe.

Und trotzdem redet Gott zu allen Menschen, nur wollen es die meisten nicht wahr haben. Das Echo der Stimme Gottes ist das Gewissen. Wenn du beginnst, dein Gewissen zu befragen, so kommst du früher oder später auf die Idee, mal Gott persönlich zu fragen, ob er sich dir nicht beweisen könnte. Und dann kann es durchaus geschehen, dass du eine Stimme hörst, die nur du hörst, der oder die neben dir aber hört nichts.

Dass Propheten keinen guten Leumund in der Gemeinde haben, spricht eher gegen die Gemeinde als gegen die Propheten. Du denkst dabei aber wohl eher an schizophrene Leute, die Stimmen hören, was es ja auch geben soll.
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Re: Hypothese: Warum Gott unbeweisbar ist

Beitragvon Dschinny » Mo 1. Nov 2004, 19:23

Original von Enggi
Und trotzdem redet Gott zu allen Menschen, nur wollen es die meisten nicht wahr haben. Das Echo der Stimme Gottes ist das Gewissen.


Das wusste ich nicht. Kann es also heute noch Propheten geben? Gibt es eine Bibelstelle die sowas aussagt?


Dass Propheten keinen guten Leumund in der Gemeinde haben, spricht eher gegen die Gemeinde als gegen die Propheten. Du denkst dabei aber wohl eher an schizophrene Leute, die Stimmen hören, was es ja auch geben soll.


Es kann ja gut sein, dass es keine echten Propheten gibt oder jemals gab sondern immer nur Schizophrene.

@lotswi: Eine derartige Erklärung ist doch etwas unbefriedigend um sie als solche zu bezeichnen. Es gibt viele ziemlich klare Definitionen von Gott, die wir aufgrund der schlichten Realität aufgrund ihrer Plausibilität untersuchen können.

Der Zweifel ist kein angenehmer Zustand. Gewißheit aber ist ein lächerlicher Zustand.

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Re: Hypothese: Warum Gott unbeweisbar ist

Beitragvon Enggi » Mo 1. Nov 2004, 20:45

Original von Dschinny
Das wusste ich nicht. Kann es also heute noch Propheten geben? Gibt es eine Bibelstelle die sowas aussagt?
Es ist, wie so häufig in der Bibel, kaum eine einzige Stelle, die wörtlich aussagt, dass es Propheten geben wird, bis Jesus wiederkommt. Aber wenn man das ganze neue Testament liest, stösst man hin und wieder auf solche Stellen, wie 1. Korinther 12,28.29; 1. Korinther 14,29.32.37; Epheser 4,1 und 1. Johannes 4,1. welche andeuten, dass es in der Gemeinde fünf Schlüsseldienste gibt: Apostel, Propheten, Lehrer, Hirten, Evangelisten. Es steht auch nirgendwo geschrieben, dass das einmal aufhören wird, bevor die Vollendung gekommen sein wird. Gemeinde ist ein Prozess, kein Zustand. Und wo gebaut wird, braucht es Begabungen zum Bauen und Wächter, weil der Feind das Bauen behindern will.

Hier noch einige Zückerchen:

Apostelgeschichte 2,17-21: Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, daß ich von meinem Geist ausgießen werde auf alles Fleisch, und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, und eure Jünglinge werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden Traumgesichte haben; und sogar auf meine Knechte und auf meine Mägde werde ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie werden weissagen. Und ich werde Wunder tun oben am Himmel und Zeichen unten auf der Erde: Blut und Feuer und Rauchdampf; die Sonne wird verwandelt werden in Finsternis und der Mond in Blut, ehe der große und herrliche Tag des Herrn kommt. Und es wird geschehen: jeder, der den Namen des Herrn anrufen wird, wird errettet werden.

1 Korinther 14,1-5: Strebt nach der Liebe; eifert aber nach den geistlichen [Gaben], besonders aber, daß ihr weissagt. Denn wer in einer Sprache redet, redet nicht zu Menschen, sondern zu Gott; denn niemand versteht es, im Geist aber redet er Geheimnisse. Wer aber weissagt, redet zu den Menschen [zur] Erbauung und Ermahnung und Tröstung. Wer in einer Sprache redet, erbaut sich selbst; wer aber weissagt, erbaut die Gemeinde. Ich möchte aber, daß ihr alle in Sprachen redet, mehr aber [noch], daß ihr weissagt. Wer aber weissagt, ist größer, als wer in Sprachen redet, es sei denn, daß er es auslegt, damit die Gemeinde Erbauung empfange.

1 Johannes 3,21-4,4: Geliebte, wenn das Herz [uns] nicht verurteilt, haben wir Freimütigkeit zu Gott, und was immer wir bitten, empfangen wir von ihm, weil wir seine Gebote halten und das vor ihm Wohlgefällige tun. Und dies ist sein Gebot, daß wir an den Namen seines Sohnes Jesus Christus glauben und einander lieben, wie er es uns als Gebot gegeben hat. Und wer seine Gebote hält, bleibt in ihm, und er in ihm; und hieran erkennen wir, daß er in uns bleibt: durch den Geist, den er uns gegeben hat. Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind; denn viele falsche Propheten sind in die Welt ausgegangen. Hieran erkennt ihr den Geist Gottes: Jeder Geist, der Jesus Christus, im Fleisch gekommen, bekennt, ist aus Gott; und jeder Geist, der nicht Jesus bekennt, ist nicht aus Gott; und dies ist der [Geist] des Antichrists, von dem ihr gehört habt, daß er komme, und jetzt ist er schon in der Welt. Ihr seid aus Gott, Kinder, und habt sie überwunden, weil der, welcher in euch ist, größer ist als der, welcher in der Welt ist.

1 Johannes 2,27.28: Und ihr! Die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr habt nicht nötig, daß euch jemand belehre, sondern wie seine Salbung euch über alles belehrt, so ist es auch wahr und keine Lüge; und wie sie euch belehrt hat, so bleibt in ihm. Und nun, Kinder, bleibt in ihm, damit wir, wenn er geoffenbart werden wird, Freimütigkeit haben und nicht vor ihm beschämt werden bei seiner Ankunft.
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Re: Hypothese: Warum Gott unbeweisbar ist

Beitragvon Lamdil » Di 2. Nov 2004, 13:24

Original von Enggi
Dass Propheten keinen guten Leumund in der Gemeinde haben, spricht eher gegen die Gemeinde als gegen die Propheten. Du denkst dabei aber wohl eher an schizophrene Leute, die Stimmen hören, was es ja auch geben soll.


Es spricht für die Gemeinde nicht jedem zu glauben, der sich von Gott inspiriert fühlt. Denn nicht nur die sogenannten "Verrückten", die ihre eigene Wirre für göttlich halten, sondern auch die Betrüger muss man bedenken. Nicht wenige sind bereit, sich die Leichtgläubigkeit anderer zu nutze zu machen.

Letztlich lässt sich nichts von allem beweisen oder widerlegen und wenn jemand sagt, er erhielte Botschaften von Gott, dass ist es so, wie es immer ist.

Man glaubt, dass es stimmt,
oder man glaubt, dass es nicht stimmt
oder man zweifelt.


Alle Propheten warnen vor falschen Propheten. Auch die falschen.

;)

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Re: Hypothese: Warum Gott unbeweisbar ist

Beitragvon Adler » Do 4. Nov 2004, 19:49

Alle Propheten warnen vor falschen Propheten. Auch die falschen.


Und trotz dem man kann die Wahrheit erkennen wenn man nur will!
Adler
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Re: Hypothese: Warum Gott unbeweisbar ist

Beitragvon Lamdil » Do 4. Nov 2004, 22:33

Ja, ich will die Wahrheit erkennen.

Und ich habe auch etwas erkannt, das mir bisher noch nicht als unwahr nachgewiesen wurde.

Aber, lieber Adler, lass mich mit deiner privaten Wahrheit in Ruhe, ich denke global.
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Re: Hypothese: Warum Gott unbeweisbar ist

Beitragvon Enggi » Do 4. Nov 2004, 22:42

Original von Lamdil

Es spricht für die Gemeinde nicht jedem zu glauben, der sich von Gott inspiriert fühlt. Denn nicht nur die sogenannten "Verrückten", die ihre eigene Wirre für göttlich halten, sondern auch die Betrüger muss man bedenken. Nicht wenige sind bereit, sich die Leichtgläubigkeit anderer zu nutze zu machen.

Letztlich lässt sich nichts von allem beweisen oder widerlegen und wenn jemand sagt, er erhielte Botschaften von Gott, dass ist es so, wie es immer ist.

Man glaubt, dass es stimmt,
oder man glaubt, dass es nicht stimmt
oder man zweifelt.


Alle Propheten warnen vor falschen Propheten. Auch die falschen.
Wenn ich mich an die Bibel halte, so finde ich darin ganz klare Anweisungen, wie ich echte von falscher Prophetie unterscheiden kann. Du sagst ganz richtig, dass es für die Gemeinde spricht, nicht jedem zu glauben, der sich von Gott inspiriert fühlt. Es geht nicht um ein Gefühl, sondern um klare Botschafen, die sich an der Wahrheit messen lassen. Wenn z.B. ein Prophet aufdeckt, dass einer der Gemeindeältesten eine geheime Sünde praktiziert, so weiss der Älteste genau, dass der Prophet die Wahrheit spricht. Oder wenn ein Prophet einen Kranken heilt oder einen gestorbenen wieder ins Leben zurückholt, so sind das Beweise der Kraft des Geistes, der durch ihn wirkt.

Die Leichtgläubigkeit, die du ansprichst, ist wohl eher gegenüber falschen Lehrern und Lehren gefährlich, und von denen wimmelt es geradezu. Propheten werden viel kritischer beurteilt, als falsche Heilsverkündiger. Du schreibst deshalb ganz richtig: «Nicht wenige sind bereit, sich die Leichtgläubigkeit anderer zu nutze zu machen.» Auf Irrlehrer (Scharlatane) angewandt stimmt das.

Im neuen Testament werden die Ämter Lehrer und Prophet säuberlich getrennt. Wir hatten mal eine Eselsbrücke zu den fünf Schlüsselämtern

Daumen = Apostel
Zeigefinger = Prophet
Mittelfinger = Lehrer
Ringfinger = Hirte
Kleiner Finger = Evangelist

Habe ich dir nicht schon geschrieben, dass du nicht weit vom Reich Gottes entfernt bist?
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Re: Hypothese: Warum Gott unbeweisbar ist

Beitragvon Lamdil » Do 4. Nov 2004, 23:31

Danke, danke, du bringst mich wiederholt in Verlegenheit. Aber ich glaube, ich habe schon zu vielen den Lehrer (Bild ) gezeigt, es liegt noch ein Weg zwischen mir und dem Reich.

:D



Aber im ernst. Natürlich lassen die übernatürlichen Ereignisse die wahre Natur des Propheten erkennen. Doch wenn der Prophet die Verkommenheit der Gesellschaft offenbart, dann bringt er den Bequemen schlechte Botschaft. Wie geht der Mensch mit den Überbringern schlechter Botschaften um? Der kann froh sein, nur als Lügner bezeichnet zu werden.

Ich wohnte aber noch keiner Wunderheilung bei. Mir wurde nich keine neue Wahrheit berichtet. Egal ob bequem oder unbequem: Bevor ich mich entscheide, muss ich davon überzeugt sein. Dafür bedarf es keines Propheten, der von der nächsten Welt spricht. Das Diesseits muss sich auch an unserer Welt beweisen lassen!

Es bedarf keines Propheten, wenn uns ein Weiser die Wahrheit erklären kann.

Ich selbst erkenne meine Schwächen an und ich gestehe sie auch. Sie abzulegen ist schwieriger, doch ich stehe zu meiner eigenen Verantwortung. Mit dem Rauchen habe ich schon aufgehört. Ein weiteres Laster soll noch folgen. Doch selbst dann gibt es noch Menschen, die mir Sünde vorwerfen. Manchen Indern esse ich zuviel Rind, manchen Moslems bin ich zu ungläubig und manchen Christen bin ich zu freizügig. Obwohl ich nicht mal in die Sauna gehe. (Bin etwas verklemmt.)


Doch bei all dem bleibt ein fader Beigeschmack: Um diese Welt zu erklären, bedarf es keines Gottesbildes. Im Zweifelsfall kann man Fragen auch offen lassen. Keine naturwissenschaftliche Theorie konnte Gott widerlegen, aber auch keine hat ihn mit einbezogen.

Die wahren Propheten zu erkennen ist wahrscheinlich schwerer, als Gott selbst zu erkennen. Beweise gibt es aber nicht. Somit bleibt das Thema offen. :D


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Re: Hypothese: Warum Gott unbeweisbar ist

Beitragvon Adler » Fr 5. Nov 2004, 10:22

QUOTE]Aber, lieber Adler, lass mich mit deiner privaten Wahrheit in Ruhe, ich denke global.


???????????????????????????????? :?


Ich habe dir nichts Privates erzählt. Eigentlich habe ich mit dem Satz nicht speziell dich gemeint.

Mich wundert nur deine Position ein bisschen:
"Ich bin eine Harte Nuss :oops: Ihr müsst mir schon beweisen dass einen Gott gibt, oder dass euer Gott der wahre Gott ist."
Du musst Gott suchen. Du brauchst ihn. Es nutzt nichts dir von irgend etwas zu erzählen, wenn du nur den Stinkefinger zeigst.
Ich weiß wo ich dran bin. Jeder muss sich selbst mühe machen um die Wahrheit zu erkennen. Und das jeden Tag. Wenn du Hilfe brauchst kann ich dir mitteilen was ich weiß. Du kannst es annehmen oder nicht. Aber ich habe nicht nötig das mir irgend jemand den Finger zeigt. Es ist dein Leben und ist dir von Gott gegeben daraus zu machen was du willst.
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Re: Hypothese: Warum Gott unbeweisbar ist

Beitragvon Lamdil » Fr 5. Nov 2004, 11:45

Hallo Adler,

entschuldige bitte, ich war etwas entnervt und da schlug mir dein Post aufs Gemüt.

Es klang wieder einmal nach der hohlen christlichen Lobpreisung, die auch gerne zur Missionierung gebraucht wird. Eine unbegründete und trotzdem unanfechtbare Behauptung, dass allein Gott Wahrheit ist und ein Christ die Wahrheit erkennt, weil er sich Gott zugewendet hat. Ich wollte nur ausdrücken, dass diese Meinung nicht die Meinung aller ist.


Ich kenne dich aus anderen Threads und glaube deshalb, dass du von der Wahrheit ein gutes Stück entfernt bist. Wahrscheinlich denkst du ebenso über mich. Doch wir beide können es nicht wissen und über den Glauben zu diskutieren macht keinen Sinn, wenn man nur über losgelöste Axiome reden will. Da einigt man sich besser auf ein wechelseitiges: "Ich habe Recht" und jeder bleibt auf seiner Postion. Sie werden sich nicht ändern, solange keine Argumente kommen oder Beweise vorgelegt werden.


P.S. Was muckierst du dich denn so über den "Lehrer"? ich habe niemandem hier den Mittelfinger gezeigt. War doch sowieso nur ein Spaß. Ich wollte nur ausdrücken, dass ich zu oft auch Dinge mache, die ich selbst nicht für richtig halte und deshalb noch ein Weg zwischen mir und dem Reich liegt. Du scheinst mir heute aber etwas dünnhäutig.



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Re: Hypothese: Warum Gott unbeweisbar ist

Beitragvon Adler » Fr 5. Nov 2004, 22:18

Zitat Lamdil

Es klang wieder einmal nach der hohlen christlichen Lobpreisung, die auch gerne zur Missionierung gebraucht wird. Eine unbegründete und trotzdem unanfechtbare Behauptung, dass allein Gott Wahrheit ist und ein Christ die Wahrheit erkennt, weil er sich Gott zugewendet hat.


Hallo Lamdil

Tut mir Leid dass du so einen Eindruck über das Christentum hast. Trotzdem, kann ich gut verstehen. Wenn mir jemand vor Jahren gepredigt hätte, hätte ich wahrscheinlich auch nicht fiel davon gehalten. Heute stehe ich auf der anderen Seite. Und Leute halten mich für verrückt, wenn ich sage das Gott eine sehr reale Person ist.
Ich muss zugeben, dass ich auch ziemlich oft Heuchler unter den Christen erlebe. Nicht desto trotz ist dass, was die Bibel schreibt, war.
Ich habe mir nicht die Aufgabe gestellt hier, in diesem Forum, jemanden von Gott zu überzeugen. Es ist nur eine Diskussion
Und trotzdem kann man die Wahrheit erkennen, wenn man nur will!


dass allein Gott Wahrheit ist


Ich bin absolut überzeugt, dass die Wahrheit gar nicht schwer zu finden ist. Gott ist die Wahrheit. Lüge ist ein Zeichen der Schwäche. Das Gott die Wahrheit ist, ist eine Sache der Logik und nicht des Glaubens. Wenn ich die Ganze Macht in meiner Hand halte, habe ich es nicht nötig zu lügen. Gott ist eine absolute Machtperson.

Man kann den Wesen Gottes nach seiner Schöpfung beurteilen.

Doch gibt es da eine Unstimmigkeit. Wenn ich die wunderschöne Schöpfung sehe und dann diesen grässlichen Kampf ums überleben beobachte, dann ist es so, als ob etwas nicht ins Bild passt. Wenn Gott sich so fiel Mühe gibt um einen Schmetterling schön zu gestalten. Und keine Details auslässt, um diese Welt noch schöner zu machen, dann versteht man nicht: was soll dieser grässlicher und qualvoller Tod?
In der Bibel finden wir die Antwort dazu. Die Welt war nicht so von Anfang an. Menschen und Tiere waren Vegetarier. Es gab keinen Tod.
„.. vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon darfst du nicht essen; denn an dem Tag , da du davon isst , musst du sterben!“
„keineswegs werdet ihr sterben!“, - sagte der Satan. Und wirklich, es schien so als ob die Schlange die Wahrheit gesprochen hat. Adam aß von der Frucht. Und ist nicht sofort gestorben. Und doch hat Gott die Wahrheit gesagt. Ab dem Tag wirkte der Tod in unseren Leibern. Wir müssen nicht sofort sterben, aber wenn du einen graues Haar auf deinem Kopf siehst, oder deine Zähne werden von Karies betroffen, es ist die Wirkung des Todes in deinem Körper. So auch die ganze Schöpfung leidet unter der Herrschaft des Todes und der Sünde, weil der Mensch Sklave der Sünde geworden ist.

„Denn die Schöpfung ist der Nichtigkeit unterworfen worden – nicht freiwillig, sondern durch den der sie unterworfen hat – auf Hoffnung hin, dass auch selbst die Schöpfung von der Knechtschaft der Vergänglichkeit freigemacht werden wird zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung zusammen seufzt und zusammen in Geburtswehen liegt bis jetzt.“


A.
Adler
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Re: Hypothese: Warum Gott unbeweisbar ist

Beitragvon Lamdil » Fr 5. Nov 2004, 22:53

Original von Adler
Tut mir Leid dass du so einen Eindruck über das Christentum hast.


Nein, Adler, es ist der Eindruck, den ich von dir habe. Dieses Post hat meinen Eindruck bestärkt.

Ich habe mit dem Christentum noch gar keine Erfahrungen gemacht, nur mit Christen. Und die waren so verschieden, wie Menschen nun mal sind.



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Re: Hypothese: Warum Gott unbeweisbar ist

Beitragvon Adler » Sa 6. Nov 2004, 07:54

Zitat Lamdil
Nein, Adler, es ist der Eindruck, den ich von dir habe. Dieses Post hat meinen Eindruck bestärkt.


Gut! Wir machen so: du liest meine Beiträge nicht mehr.


A.
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