Gottes Existenz widerlegen. Warum?

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Re: Gottes existenz wiederlegen. Warum?

Beitragvon rejo » Do 8. Jul 2004, 23:13

Hallo Marita,

ich habe mir noch einmal unsere letzten Posts angeschaut, und stelle fest, dass sich eine weitere Diskussion wohl erübrigt.

1. Du konntest meine Argumente wider die Trinitätslehre nicht widerlegen, noch jene Textstellen aus der Bibel angeben, die sie angeblich belegen sollen.

2. Du konntest meine Argumente gegen das Aristotelische Logion nicht widerlegen; trotzdem baut Deine ganze Argumentation zu sogenannten Gottesbeweisen darauf auf.

3. Dazu ignorierst du die Aussage des Gedichtes. In ihm werden zwei widersprüchliche Aussagen zu derselben Sache gemacht. Beide Aussagen sind zutreffend. Daran erkennt man, dass in solchen Erfahrungsbereichen Aristotelische Logik irren kann und daher nicht zur Wahrheitsfindung führt.
Worauf auch schon Cusanus hingewiesen hat. Das Ganze ist also nicht nur meine verquere Denkweise, sondern wird durch anerkannte Philosophen, Wissenschaftler und deren Aussagen belegt.

Gruss

Rejo
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Re: Gottes existenz wiederlegen. Warum?

Beitragvon Florian T » Fr 9. Jul 2004, 08:45

Hallo Marita,

wenn Du mir bitte aufzeigen könntest, wo ich Fakten verdreht habe, anstatt das immer nur zu behaupten... und da Du mir schon ein paar Mal eine unredliche Handlung unterstellt hast, ohne auch nur den Versuch zu machen, dies zu belegen, fällt mein Ton jetzt ein wenig klarer aus:

"Hmmm…es gibt halt Dinge die wahr sind nur darum schon weil das Gegenteil nicht möglich ist."

Mir scheint, Du willst immer noch auf den ersten Beweger hinaus, nach der Methode: Es ist unmöglich, dass das Universum von selber geschaffen wurde, also muss es Gott geben. Dieses Argument ist aber offensichtlich falsch.

a) Du konstruierst ein falsches Dilemma. Dieses Universum könnte auch von völlig anderen Entitäten als einem Gott geschaffen worden sein. Das Gegenteil von "Gott hat das Universum geschaffen" ist nicht "Es gibt keinen Gott". Wie eigentlich schon die Sprache deutlich macht, sondern: "Gott hat das Universum nicht geschaffen". Es könnte ja auch der Satan gewesen sein, eine Intelligenz außerhalb unseres Universums... ad infinitum

b) Fakt ist, dass Energie unzerstörbar ist (zumindest Stand Physik heute). Damit ist aber logisch ein unendlich in die Vergangenheit zurückreichendes Universum ebenso möglich, wie ein unendlicher Gott.

c) Ich schlage Dir vor, Du machst Dich mal ein wenig schlau. Dein Wissen über Logik und Zahlentheorie ist offensichtlich grob unvollständig (vor allem, wenn Du auf diesem Wissen zu endgültigen Schlüssen kommen willst) und eine innere Stimme sagt mir, dass Du von den Erkenntnissen der modernen Physik auch keine Ahnung hast. Eine Selbstschaffung des Universums ist durchaus möglich und verletzt nicht ein physikalsisches Gesetz. Als Vorschlag: "Eine kurze Geschichte der Zeit" von Hawking und "Zeitreisen durch Einsteins Universum" von Richard Gott. Lies die beiden mal in Ruhe, ebenso wie das Buch über Zahlentheorie, das ich Dir empfohlen habe, melde Dich, wenn Du Fragen hast, aber versuch wenigstens, nicht völlig ahnungslos von etwas zu reden und dann auch noch groß von "Wahrheit" zu tönen. Völlig ahnungslos absolute Wahrheiten zu verkünden wirkt meist eher peinlich.

d) Selbst wenn ich Dir die Punkte a-c wegnehmen würde, dann hättest Du immer noch erst bewiesen, dass Gott das Universum geschaffen hat. Du hättest aber nicht bewiesen, dass er immer noch existiert.

e) Und bis heute ist die Frage: "Und wer hat dann Gott geschaffen?" Immer noch nur durch den widerlogischen Abbruch "Gott ist zeitlos" beantwortet worden, was logisch äquivalent zu dem "Energie ist zeitlos" ist. Deine Argumentation widerlegt sich also selber.

Wobei die Widerlegung über die Punkte a, d und e bereits mehrere Jahrhunderte alt ist, die über b immerhin noch ein Jahrhundert und die über c auch schon fast ein Jahrzehnt. Du siehst, was Du uns hier verkaufst, und dann noch mit dem Anspruch der "Wahrheit" ist als falsche Logik schon lange erkannt worden.

Ich warte auch immer noch auf Antwort, wie Du das Fehlen eines freien Willen erkennen würdest.

Florian

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Re: Gottes existenz wiederlegen. Warum?

Beitragvon Florian T » Fr 9. Jul 2004, 08:53

Hallo Marita,

ich stelle nebenbei auch noch fest, dass Deine Unkenntnis in der Philosophiegeschichte wohl auch ziemlich profund ist:

"Wie ich sehen kann, wird weiss Gott was alles als möglichen Grund angebracht im Versuch Ihn wegzudenken..."

Tut mir leid, die Widerlegung des von Dir versuchten Gottesbeweises ist so alt, dass Du dies kaum als Versuch bezeichnen kannst, Gott wegzudenken. Sie wurde widerlegt von Menschen, die erkannt haben, dass man mit schlechten Beweisen der Sache schadet, die man beweisen will, die aber an Gott geglaubt haben und ehrlicherweise und im Sinne der eigenen Integrität nach besseren Beweisen gesucht haben.

Dies mal als sachliche Korrektur.

Florian


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