Nietzsche über Religion

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Nietzsche über Religion

Beitragvon Prosecutor » Mi 18. Jun 2003, 09:59

Es giebt nüchterne und gewerbstüchtige Leute, denen die Religion wie ein Saum höheren Menschenthums angestickt ist: diese thun sehr wohl, religiös zu bleiben, es verschönert sie. - Alle Menschen, welche sich nicht auf irgend ein Waffenhandwerk verstehen - Mund und Feder als Waffen eingerechnet - werden servil: für solche ist die christliche Religion sehr nützlich, denn die Servilität nimmt darin den Anschein einer christlichen Tugend an und wird erstaunlich verschönert. - Leute, welchen ihr tägliches Leben zu leer und eintönig vorkommt, werden leicht religiös: dies ist begreiflich und verzeihlich, nur haben sie kein Recht, Religiosität von Denen zu fordern, denen das tägliche Leben nicht leer und eintönig verfließt.

aus "Menschliches, Allzumenschliches 115 - Erster Band/Drittes Hauptstück - Das Religiöse Leben"



sehe ich genauso. was sagt ihr dazu?
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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon Salzstreuer » Mi 18. Jun 2003, 10:49

Wenn wir von religiösität reden, dann entspreche ich dieser Meinung auch.

Was ist aber mit den Gläubigen?

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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon Scardanelli » Mi 18. Jun 2003, 10:56

Hallo Prosecutor,
Menschen, die in der christlichen Religion befangen sind, die haben vielleicht nicht das Recht, aber die Notwendigkeit ihre persönliche Leere mit allen anderen Menschen zu teilen, denn das Einzige, was an dieser Religion für Wahrheit bürgt, ist die schiere Masse an Gläubigen.
Es gehört nämlich eine ungeheure Portion an Quantität dazu, wenn man Irrationales in Qualität wandeln will.
Gäbe es nur die Bibel und keinen Anhänger, dann würde ein Einzelner diesen Glauben niemals exakt so begreifen, wie er sich in der Geschichte dieses Glaubens herausgeschält hat.

Was diesem Glauben aber im höchsten Maße widerspricht, dass sind Menschen, die ohne diesen Glauben ein erfülltes Leben, leben und dabei als angenehme Zeitgenossen auftreten. Nach der christlichen Lehre ist dies nämlich unmöglich. Sollen diese Menschen missioniert werden, dann muss ihnen ihr Unglück erst aufgeschwatzt werden. Dies geht sicher nur damit, dass ihnen ihr Unglück erst in einem anderen Dasein prophezeit wird, also als eine leere Drohung, denn im Hier und Jetzt ist sie völlig inhaltslos.

Das überkommene Christentum hat gar kein Instrumentarium, warum ein zufriedener Mensch Christ werden sollte und so ist diese Religion gar nicht für alle Menschen tauglich.
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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon Prosecutor » Mi 18. Jun 2003, 10:57

@salzstreuer
willst du sagen du bist gläubig, aber nicht religiös? das ist doch korinthenkackerei. ersetz halt das wort religiös durch gläubig und lies es nochmal.

salzstreuer, du benimmst dich wie ein kleingeist.
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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon Salzstreuer » Mi 18. Jun 2003, 11:04

Prosecutor, Du bist beleidigend.

Du scheinst zwischen religiösität und glauben nicht unterscheiden zu können, was mich bedenklich stimmt.

religiös: die Religion betreffend, auf ihr beruhend

gläubig: drückt in Bildungen mit Substantiven aus, dass die beschriebene Person od. Sache fest dem Glauben verhaftet ist, dass (in Bezug auf eine bestimmte Sache) das Heil o. Ä. von dem im Bestimmungswort Genannten ausgeht, abhängt:


Im allgemeinen Sprachgebrauch wird religiös als äusserliche Sache betrachtet, also in der Erscheinung, während gläubig als innere Festigkeit verstanden wird.

soweit die Unterscheidung.

-salzstreuer

Der klar sagt, er ist gläubig und nicht religiös.
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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon Prosecutor » Mi 18. Jun 2003, 11:12

Original von Prosecutor
ersetz halt das wort religiös durch gläubig und lies es nochmal.
!!!!!!!

im übrigen bist du religiös. denn du trägst deine religion, deinen glauben (ja ich setze das hier gleich) nach aussen. zumindest hier in diesem forum, ich denke auch deinem individuelle umfeld ist dein glaube nicht unbekannt.

im übrigen ist auch in dem letzten post nix beleidigendes drin. hast du heute einen besonders sensiblen tag salzstreuer? ich sage nur, du hälst dich mit unwesentlichem auf.

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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon Salzstreuer » Mi 18. Jun 2003, 11:19

(1) ersetze ich nicht ein Wort, das der Verfasser wohl wissentlich gewählt hat. Wir diskutieren über ein Zitat, oder nicht?

(2) Was bei einem gläubigen von Innen her nach aussen tritt, würde ich nicht als religiös bezeichnen.

Religiös wird dann verwendet, wenn hinter diesem Tun nichts steht, nicht, dass man nach aussen etwas sieht. So meine Definition zumindest.

Gläubig ist, wenn etwas dahinter steht, bei dem, was sichtbar ist. Es kann, muss aber nicht sichtbar sein. Laut der Bibel sollte aber unser Glauben sichtbar sein, sie nennt das dann "Licht der Welt sein".

-salzstreuer

(3)Beleidigen: Du willst nicht wirklich eine Antwort darauf, oder? Ausserdem halte ich mich nicht mit unwesentlichem auf, denn als Mod soll ich auf auf solche Dinge achten, ob sie nun mich oder andere angehen. Wäre ich sensibel, hätte ich diese Posts gelöscht. Die Tatsache, dass ich sie stehen lasse, sollte dich eines besseren belehren. Nur habe ich, ausser Wortklaubereien, von dir noch nichts anderes gehört.
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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon Prosecutor » Mi 18. Jun 2003, 11:26

Original von Salzstreuer
(1) ersetze ich nicht ein Wort, das der Verfasser wohl wissentlich gewählt hat. Wir diskutieren über ein Zitat, oder nicht?


dieser kommentar zeigt nur, was keine grosse überraschung ist, nämlich dass du keine ahnung von nietzsche hast. nietzsche warnt in seinen werken selbst vor der ´verführung der worte´ und sagt selbst ´sprache ist lüge´.
wir diskutieren nicht über ein zitat, sondern über eine meinung. christen scheint es besonders schwer zu fallen sich von worten zu lösen ...

(2) Was bei einem gläubigen von Innen her nach aussen tritt, würde ich nicht als religiös bezeichnen.


ich schon.

Religiös wird dann verwendet, wenn hinter diesem Tun nichts steht, nicht, dass man nach aussen etwas sieht. So meine Definition zumindest.


der letzte satz sagt doch schon alles. du gehst mit deinen definitionen an texte von anderen ran? klar kommt da nix bei rum. bemerkst du deine fehler den nicht?

Gläubig ist, wenn etwas dahinter steht, bei dem, was sichtbar ist. Es kann, muss aber nicht sichtbar sein. Laut der Bibel sollte aber unser Glauben sichtbar sein, sie nennt das dann "Licht der Welt sein".


laut bibel sollst du auch deinen nachbarn erschlagen wenn er er seine frau während ihrer periode berührt.

(3)Beleidigen: Du willst nicht wirklich eine Antwort darauf, oder? Ausserdem halte ich mich nicht mit unwesentlichem auf, denn als Mod soll ich auf auf solche Dinge achten, ob sie nun mich oder andere angehen. Wäre ich sensibel, hätte ich diese Posts gelöscht. Die Tatsache, dass ich sie stehen lasse, sollte dich eines besseren belehren. Nur habe ich, ausser Wortklaubereien, von dir noch nichts anderes gehört.


ich würde eher sagen, du hast nioch nichts anderes verstanden.
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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon Crom » Mi 18. Jun 2003, 12:23

Ich teile die, von Nietzsche beschriebene, Ansicht.

Ich bin auch der Meinung, dass eine Unterscheidung von "Gläubigkeit" und "Religiösität" hier fehl am Platz ist.

Das Bestreben vieler Christen, sich von bestimmten Ausdrücken wie "Religiösität" frei zu sprechen ist offensichtlich. Redet man vom Christentum als Religion, so bekommt man oft genug zu hören, dass es sich dabei nicht einfach um eine Religion, sondern um den Glauben handele.
Dieses Verhalten drückt für mich ganz einfach aus, dass Christen zum einen Versuchen sich höher zu stellen als andere Religion (die "nur" Religionen sind) und zum andern versuchen Abstand zum Bild der kirchlichen Religiösität zu bekommen, die mit vielen Missständen konfrontiert wird.

Alles in allem soll wohl ausgedrückt was Salzstreuer sagte:
Glauben ist mehr als Religiösität.
Doch das ist meiner Meinung nach, Selbstbetrug und übertriebene Wortspielerei.
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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon Salzstreuer » Mi 18. Jun 2003, 12:34

Nun ja, Crom, Deine Meinung erstaunt mich nicht.

Wir können lange Wortklaubereien und Haarspalterei betreiben, dass wird nicht viel ändern.

Dass die Christen der Meinung sind, Ihr Gott sei der einzig wahre Gott, ist hinlänglich bekannt und ebenso von der Welt bestritten. Ob sie es ist, wird sich am Ende der Zeit zeigen.

Dass sie einen Unterschied zwischen Sein und Schein machen, liegt vieleicht auch daran, dass Jesus dies vorgelebt und aufgedeckt hat.

Von den Pharisäern und Schriftgelehrten seiner Zeit konnte man alles sagen - nur nicht, dass sie nicht religiös waren. Doch wurde ihnen zum Verhängnis, dass sie die Einhaltung der (z.t. eigenen) Gesetze über den Glauben stellen. Wir finden viele Beispiele, wo Jesus dies aufgedeckt hat und es tut gut, wenn wir uns diesen aussetzen und unser Denken und Handeln als Christ überprüfen - zu schnell kann es passieren, dass hinter unserem Handeln gewohnheit und nicht Überzeugung steht.

Doch Jesus zeigt auch auf, dass durch Handeln alleine niemand zum Vater kommt. Er sagt nicht: Befolgt alle Gesetze, dann ist gut. Oder geht regelmässig zur Kirche, dann kommt ihr in den Himmel.

Seine Botschaft war klar: Nur, wer an ihn, den Sohn, glaubt, kommt zum Vater. Und was dies für Konsequenzen hat, lässt sich in den Evangelien nachlesen.

Es soll nicht nur so ausgedrückt werden, es ist eine Tatsache:

Glauben ist mehr als Religiosität

Gruss
-salzstreuer
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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon Salzstreuer » Mi 18. Jun 2003, 12:39

Was mir zum Text noch auffällt ...

servil, als bedeutung wohl "unterwürfig" zu verstehen, wird hier als Problem dargestellt. Nun ja, der Humanismus hat damit ja auch ein Problem, stellt er doch den Stolz auf ein ziemlich hohes Podest.

Doch ich persönlich finde unterwürfig, zweifellos als negatives Wort verstanden, zu übertrieben. Unterordnung wäre für mich passender...

Gehen wir aber durch die Bibel, so zeigt sich, dass der Mensch vor allem daran krankt, dass er eben (zu) stolz ist.

Und ich bin überzeugt, mit weniger Stolz in unserer Gesellschaft wäre einiges erträglicher, ob als Christ oder nicht ...

BTW wird wohl der "Nationalstolz" vieler Länder es wohl verhindern, dass die EU wirklich mal eine Gemeinschaft wird und nicht der Versuch eines Zweckbündnisses bleibt.

Gruss
-salzstreuer
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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon Prosecutor » Mi 18. Jun 2003, 12:53

so, hab die definition nachgeschaut:

Religion [lat.], zusammenfassende Bez. für eine Fülle historischer erscheinungen, denen ein spezif. Bezug zw. dem überweltl., transzendenten heiligen in personaler gestalt einer oder meherer gottheiten einerseits und den menschen andererseitsin einer deren verhalten normativ bestimmenden weise zugrunde liegt.


das christentum ist also ene religion.

religiös [lat.-frz.], im handeln und denken vom glauben an eine göttliche macht geprägt.


also bist du religiös, salzstreuer.

q.e.d.

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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon Scardanelli » Mi 18. Jun 2003, 12:58

für solche ist die christliche Religion sehr nützlich, denn die Servilität nimmt darin den Anschein einer christlichen Tugend an und wird erstaunlich verschönert.
Womit wird die Unterwürfigkeit verschönert: mit Stolz. Stolz, im Gegensatz zu den anderen, dem wahren Gott zu dienen. „Erstaunlich verschönert“, weil das Eigentümliche dieses Gottes nicht sein Allgemeines ist, sondern sein Individuelles. Er vermittelt nicht etwa eine allgemeine Liebe, sondern eine individuelle. Alles, was an Gott angebetet wird, ist das, was Gott gar nicht sein kann, etwas Besonderes. Dies ist wirklich erstaunlich.
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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon Prosecutor » Mi 18. Jun 2003, 12:59

und was genau hat unbeschränktes denken und angebrachte kritik mit stolz zu tun?
ausserdem ist es auch kein stolz wenn ich mich nicht vor deinem glauben beuge. ich betrachte ihn nämlich nicht so wie du. für mich ist der glaube ein festlegung, die wir menschen in unserer fehlbarkeit uns wirklich nicht leisten können.
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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon parepidimos » Mi 18. Jun 2003, 13:04

@Salzi: Nietzsche mag zwar "religioes" sagen, er meint damit aber vor allem "christlich". Der Hass des Christentums war seine Triebfeder, er nannte es den "Schandfleck der Menschheit". Andernorts hat er sogar geschrieben, dass die Haende waschen muesse, wenn er mit einem religioesen Menschen (Christen) in Kontakt komme.

Nietzsche war letztlich genauso religioes wie seine Opfer. Er glaubte einfach vor allem an sich selber. Seine "Erfuellung" fand er im Hass des Christentums. Wenn sein Leben tatsaechlich "erfuellt" war, so verdankt er dies nicht zuletzt dem Christentum.

Nietzsche: Gott ist tot.
Gott: Nietzsche ist tot.

Gruss - P
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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon Prosecutor » Mi 18. Jun 2003, 13:08

tut mir leid, aber das vorhergehende post ist inhaltlich falsch, pathetisch und vollkommen irreleitend. das kann ja nichtmal ne persönliche meinung sein, da der autor des posts nietzsche offensichtlich nichtmal kennt.

ich möchte die mods bitten das vorige, und dann natürlich auch dieses post zu löschen. danke.
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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon Scardanelli » Mi 18. Jun 2003, 13:12

Nietzsche: Gott ist tot.
Gott: Nietzsche ist tot.
Nietzsche ist als ein sinnliches Wesen tot. Dies trifft aber auch auf Gott zu oder kannst du uns Gott sinnlich vorstellen? Geistig lebt aber Nietzsche weiter, wie man hier unschwer sehen kann. Geistig lebt aber auch Gott. Und durch wen leben beide?
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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon Prosecutor » Mi 18. Jun 2003, 13:17

beruhigend dass mich einige doch verstehen.
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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon parepidimos » Mi 18. Jun 2003, 13:25

das vorhergehende post ist inhaltlich falsch, pathetisch und vollkommen irreleitend.

Das meiste ist ja bereits aus dem einleitenden Zitat ersichtlich. Widerlegs doch lieber statt dich derart aufzuregen.

Gruss - P
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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon Prosecutor » Mi 18. Jun 2003, 13:30

nein, ich erklärs dir nochmal: wenn du was behauptest, musst du es belegen. ansonsten bitte ich dich den mund zu halten.
alles was du einfach nur so in den raum stellst ist inhaltloses leeres geschwätz.

lies nietzsche und denk darüber nach. dann komm zurück und rede drüber.
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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon Zio » Mi 18. Jun 2003, 13:33

Original von Salzstreuer
Was mir zum Text noch auffällt ...

servil, als bedeutung wohl "unterwürfig" zu verstehen, wird hier als Problem dargestellt. Nun ja, der Humanismus hat damit ja auch ein Problem, stellt er doch den Stolz auf ein ziemlich hohes Podest.

Doch ich persönlich finde unterwürfig, zweifellos als negatives Wort verstanden, zu übertrieben. Unterordnung wäre für mich passender...



Was mir bei dir auffält:
Wie kannst du etwas unverblendet und objektiv sehen, wenn du die Wertung der Bibel ohne jegliche Hinterfragung adaptierst?
Wie willst du jemals bestimmen, was für dich richtig ist und was falsch?

Und was ist an unterfürfig übertrieben?
Du wählst einfach ein Wort das für dich weniger abwertend klingt, aber Wahrheit bleibt unverändert.


Zum Thema:
Wie fast immer, bin ich auch hier mit Nietzsche einverstanden. Religion (oder Glaube, wie auch immer) gibt denn Menschen das Gefühl, eine Bedeutung zu haben, geliebt zu werden. Religiöse Leute sind oft diejenigen, welche ohne Lebenssinn nicht existieren können, oder die Ungewissheit unseres Ursprung nicht ertragen. Es liegt in der unausweichlichen Natur einiger Menschen, alles wissen zu müssen, ob dieses Wissen gelogen ist oder nicht, spielt oft keine grosse Rolle. Von diesem Gefül wird man früher oder später abhängig, desshalb verteidigen Christen mit aller Hartnäckigkeit ihren Standpunkt, egal wie lächerlich dieser teilweise sein mag.


Ideologien haben dich infiziert,
siehst nur noch eine Sicht der Dinge
Hältst deinen Kopf bis zum senilen Ende
in der enger werdenden Schlinge.
Warum lebst du?


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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon parepidimos » Mi 18. Jun 2003, 13:35

Prosecutor, gilt das auch fuer dich, wenn du Zeugs wie dieses behauptest:

Original von Prosecutor
laut bibel sollst du auch deinen nachbarn erschlagen wenn er er seine frau während ihrer periode berührt.


Oder gilt es vielleicht nur fuer Meinungen, die sich nicht mit deiner vertragen?
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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon Prosecutor » Mi 18. Jun 2003, 13:38

@zio
word. :D

@christen
im übrigen kann man es auch so sehen: wir nicht-gläubigen ziehen zumindest due möglichkeit in betracht dass ihr recht haben könntet (ich zumindest). ihr dagegen habt die eingeschränkte perspektive.
und nun stellt euch mal vor morgen würde die frage nach gottes existenz beantwortet.
wenn ich unrecht habe, is das nicht schlimm, ich ziehe in betracht mich zu irren, davon abgesehen, dass ich garnicht behaupte etwas zu wissen.
wenn ihr jedoch unrecht habt, seid ihr leer, der sinn ist weg. ihr braucht den glauben, nicht der glaube euch.

@P
damit wollte ich nur in einem anderen zusammenhang verdeutlichen, was für ein mist in der bibel steht. vielleicht liest du dich ein bissel ein, bevor du sachen aus dm zusammenhang reisst.
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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon Scardanelli » Mi 18. Jun 2003, 13:55

und nun stellt euch mal vor morgen würde die frage nach gottes existenz beantwortet.
wenn ich unrecht habe, is das nicht schlimm, ich ziehe in betracht mich zu irren, davon abgesehen, dass ich garnicht behaupte etwas zu wissen.
wenn ihr jedoch unrecht habt, seid ihr leer, der sinn ist weg. ihr braucht den glauben, nicht der glaube euch.
Hi Prosecutor,
die Frage nach der Existenz Gottes ist hinreichend beantwortet, denn er existiert als das, was er nur sein kann, als ein geistiges Wesen. Er existiert sogar als ein allgemein geistiges Wesen, denn er ist das Resultat eines allgemeinen Geistes, dem Geist der Gläubigen. Jede allgemeine Idee einer Gruppe ist ihr Geist und als solcher verselbständigt er sich stets. Gott existiert also immer, es fragt sich nur, ob er auch unabhängig vom Geist der Gläubigen existiert und diese Frage können alleine die Gläubigen selbst beantworten. Für Außenstehende mag es möglich sein, zwischen dem Geist der Gruppe und dem Geist der Gruppe als eine unabhängige Größe zu unterscheiden. Wer aber innerhalb der Gruppe ist, der kann diesen Unterschied unmöglich feststellen, denn wenn er ihn festgestellt hat, gehört er nicht mehr dieser Gruppe an.
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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon parepidimos » Mi 18. Jun 2003, 14:00

Original von Prosecutor
word. :D

*****. "Laut Bibel sollst du ..." ist Prosecutors Interpretation eines Gesetztextes, der vor 2600 Jahren dem Volk Israel gegeben wurde.

im übrigen kann man es auch so sehen: wir nicht-gläubigen ziehen zumindest due möglichkeit in betracht dass ihr recht haben könntet (ich zumindest). ihr dagegen habt die eingeschränkte perspektive.

Wir ueberzeugen uns also beide davon, auf der "besseren Seite" zu stehen. Schoen, ich kann damit leben. Du bist derjenige, der sich so furchtbar ueber meine Meinung zu Nietzsche aufregt.

und nun stellt euch mal vor morgen würde die frage nach gottes existenz beantwortet. wenn ich unrecht habe, is das nicht schlimm. wenn ihr unrecht habt, seid ihr leer. ihr braucht den glauben, nicht der glaube euch.

Ich kann das aus deiner Sicht nachvollziehen. Aber stell dir vor, morgen wuerde die Existenz des biblischen Gottes beantwortet. Wenn ich unrecht habe ist das zwar tragisch, denn ich kann mir den Himmel abschminken. Ich bin aber nicht schlechter dran als du. Wenn ich hingegen recht habe, dann ist der Unterschied zwischen uns Gemeinschaft mit Gott ("Himmel";) und Trennung von Gott ("Hoelle";).
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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon Prosecutor » Mi 18. Jun 2003, 14:01

@scardi
nun, das bedeutet, es gibt definitiv die "idee gott". aber ob es gott gibt kann nicht hinreichend geklärt werden. das widerspricht meinen ansichten nicht. oder war das nicht beabsichtigt? :?
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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon Prosecutor » Mi 18. Jun 2003, 14:13

@P
1. das ist keine interpretation, das steht so in der bibel.

2. ich stehe auf keiner seite, es ist mir auch recht egal.

3. du verdrehst da ein paar sachen: 1. was gott mit mir macht ist seine sache. 2. du bist vielleicht nicht schlechter dran als ich,aber dein leben ist auf einmal vollkommen sinnentleert.
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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon Scardanelli » Mi 18. Jun 2003, 14:14

Hallo Prosecutor,
es ist unmöglich, dass sich Gott dem Menschen zeigt, denn in diesem Moment erscheint er als ein Mensch. Immer dann, wenn Gott im AT den Menschen erschienen ist, ist er ein Mensch gewesen, indem er immer menschliche Attribute gezeigt hat. Selbst im Brennende Busch ist Gott so zu einem Menschen geworden. So sind die Attribute Gottes, mit denen er zuweilen den Menschen erschienen ist, an Gott selbst lächerlich, eben menschlich. Gott als eifersüchtig hinzustellen, ist bodenlos naiv.
Selbst dann, wenn Gott sein Äußerstes geben wollte, könnte er sich nicht als das erweisen, was er ist und so bleibt im Grunde nur die Idee Gottes und diese ist hinlänglich bewiesen.
Mit Jesus hat Gott sozusagen aus der Not eine Tugend gemacht, indem er diese Beschränkung aufgehoben hat und sich selbst als Jesus ganz menschlich gemacht hat. Dies nenne ich konsequent und damit schon wieder göttlich. Der konsequente, monotheistische Gott ist ein Mensch, also Jesus und damit der Höhepunkt Gottes und des Menschen in einem, als der Höhepunkt des Humanismus.
Menschen, denen das nicht gefällt und davon gibt es viel zu viele, die bringen ihrem Gottesbild neben diesem Gottmenschen wieder die alten archaischen Momente bei.
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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon Scardanelli » Mi 18. Jun 2003, 14:16

Jesus sagt ja, wer mich sieht, der sieht den Vater, also ist Gott in Wahrheit ein Mensch und der rechte Glauben sieht in Gott einen Menschen. Eine eindeutigere, humanistische Botschaft von Religion gibt es gar nicht.
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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon parepidimos » Mi 18. Jun 2003, 14:32

Original von Prosecutor
1. das ist keine interpretation, das steht so in der bibel.

Ich bestreite nicht dass es in der Bibel steht (Leviticus?). Du bist aber darueber hinausgegangen und hast eine Verhaltensregel fuer die Gegenwart postuliert ("laut Bibel sollst du...";). Und das ist eben Interpretation.

3. du verdrehst da ein paar sachen: 1. was gott mit mir macht ist seine sache. 2. du bist vielleicht nicht schlechter dran als ich,aber dein leben ist auf einmal vollkommen sinnentleert.

Ich verdrehe nicht Sachen, sondern anerkenne deine Sicht und stelle meine daneben. Warum musst du immer gleich ein Werturteil abgeben? Sollte nicht ich derjenige sein, der sich im Besitz der Wahrheit waehnt?

3.1 Hab ich was anderes behauptet?
3.2 Ok, mein Leben mag ploetzlich sinnentleert sein. Aber ist das deines nicht auch?
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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon Prosecutor » Mi 18. Jun 2003, 14:43

@P
1. die bibel gibt nunmal klare handlungsanweisungen. da gibts nichts zu interpretieren.

2. habe ich kein werturteil abgegeben.

3. du hast behauptet ich käme in die hölle.

4. mein leben ist nicht sinnentleert, sonst würde ich nichtmehr leben.
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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon parepidimos » Mi 18. Jun 2003, 15:00

Original von Prosecutor
1. die bibel gibt nunmal klare handlungsanweisungen. da gibts nichts zu interpretieren.

Du gibst mir zu denken, Prosecutor. Wenn das alles ist, was du von Textkritik verstanden hast - wie willst du dich da mit Nietzsche auseinandersetzen?

2. habe ich kein werturteil abgegeben.

Du hast mir "Verdrehung" vorgeworfen. Du gibst ein Werturteil ab, indem du meine Aussage als falsch bezeichnest.

3. du hast behauptet ich käme in die hölle.

Das stimmt so wieder nicht. Ich habe (genau wie du) meine Sichtweise dargelegt: Wenn der christliche Glaube sich als wahr erweist, dann ist die Konsequenz, dass jene die Gott ablehnen sich selbst ueberlassen werden. Wo liegt das Problem? So kompliziert (wie zB. Nietzsche) drueck ich mich doch nicht aus?

4. mein leben ist nicht sinnentleert, sonst würde ich nichtmehr leben.

Wahrscheinlich reden wir nicht von der gleichen Idee von "Sinn". Koenntest du ein Beispiel geben fuer einen "Sinn", der einem Christen verschlossen ist?
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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon Nataraja » So 22. Jun 2003, 00:29

Könnten wir zu Nietzsche zurückkommen?
Eigentlich eine sehr weise Sache: Religion als Lebenssinn einer decadenten Menschheit. Unterwürfigkeit, Schwachheit, Gehorsam.... Wo ist da das Leben, die Stärke, der Wille zur Macht? Nietzsche hat sein verhasstes Volk der Juden doch irgendwie geliebt, wenn er ihnen in seinem Buch "Der Antichrist" immerhin Zähheit und Stärke zusprach, und ihren Gott Jahwe als einen starken Kriegsgott hinstellte. Da war das Volk noch fit und eigentlich Mensch. Doch was dann kam, bezeichnet er mit Realitätsverachtern sprich Christen.
Nietzsche geht es eigentlich gar nicht darum Gott total abzuschaffen. Sein Zarathustra ist ja auch noch irgendwie religiös. Was er aber abschaffen möchte ist ein Gott und eine Religion des kleinen Geistes, der Schwachheit und der Unterwürfigkeit.
Stolz ist in der Tat etwas, was zum Leben gehört. Es war der Stolz der Brahmanen und Kshatriyas aus Indien, den Nietzsche geachtet hat, es war aber das Chandalatum der Christen, das er verachtet hat.
Zum Sinn des Lebens nur so viel. warum muss es denn überhaupt einen Sinn geben? Ausserdem wäre es korrekter, wenn man den Sinn des Lebens auch als das bezeichnet, was er eigentlich ist: Als die Frage nach dem Sinn von Sein! So wie sie Heidegger gestellt hat.

Grußß

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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon erfahrung5 » So 22. Jun 2003, 09:19

Hallo

Apropos Sinn.

Es ist schon Jahre her, da wollte ich mit aller Gewalt wissen, was Sein und Dasein eigentlich ist. Worin unterscheidet sich Sein und Dasein? (Ursache/Wirkung).
Ich habe mich richtiggehend in diese Fragen verbissen. Tag und Nacht.
Eines Tages hat Gott persönlich zu mir gesprochen und folgendes gesagt:
Höre auf der Stelle auf darüber nachzudenken, weil schon viele andere darüber nachgedacht haben und sind dabei verrückt geworden.
Da ich diese Stimme schon kannte, habe ich sofort Schluß gemacht.
Sein und Dasein(Existenz) ist eins, aber unterschiedlich. Wie Vater und Sohn z.B.
Die Bibel sagt, Gott ist nicht ein zweieiniger Gott sondern ein Dreieiniger Gott.
Sein und Dasein habe ich niemals mehr versucht aufzudröseln. Geht nicht, weil es außer diesen zwei (Ursache und Wirkung) noch eine dritte fehlende Komponente geben muß, nämlich der Sinn oder der Nutzen. Sein und Dasein haben einen Sinn. Nichts ist sinn-oder nutzlos geschaffen oder ein Gott ohne Tat ist keiner. Daher werden wir auch als Kinder dieses Gottes an unseren Werken(Taten, Nutzen)) gemessen werden, weil sich darin eben die Kindschaft feststellen lässt.
In der Kürze liegt die Würze, daher ist jetzt Schluß.
Gruß
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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon Scardanelli » So 22. Jun 2003, 09:47

Hallo erfahrung5,
über „Sein“ und „Dasein“ haben in der Tat auch schon viel nachgedacht. Mir ist aber nicht ein Fall bekannt, wo einer dieser Denker an diesem Denkstück verrückt geworden wäre.

Im Übrigen denkt wohl jeder Mensch über diese Beiden nach, aber nicht alle Menschen gehen an diesem Denken zu Grunde.

Ich kann dir aber versichern, dass „Sein“ und „Dasein“ nicht eins sind. Wären sie eins, dann hättest du niemals über diese nachdenken können, oder ein Denken hätte gar keine Existenz.

Das Mysterium der Trinität kann der nicht lösen, der sich mit Zähnen und Klauen an alten Zöpfen festhält. Die schneidende Wahrheit in der Botschaft des NT ist wohl aber sicherlich die Trinität. Die Wahrheit liegt aber nicht darin, dass man die Trinität als wahr abnickt, sondern das man sie vollkommen begreift.
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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon erfahrung5 » So 22. Jun 2003, 13:00

Hallo Scardanelli,

Ich kenne Nietzsche nicht, er soll jedoch in geistiger Umnachtung gestorben sein. Ob vom Grübeln über Sein und Dasein, weiß ich nicht.

Ich habe nicht gesagt, dass alle Menschen zugrunde gehen.

Über die Trinität und Gott nachzudenken ist niemals verkehrt. Wir sind sozusagen ein Gedankenprodukt Gottes. Außerdem setzt Nachdenken ein Vordenken voraus. Nur was bereits gedacht worden ist, kann nachgedacht werden, dh. wir können eigentlich überhaupt nicht Denken, sondern nur Nachdenken.

Sein und Dasein gehören unauflöslich zusammen wie Ursache und Wirkung.
Wenn etwas ist, ist es auch da. Du kannst ja auch nur nachdenken, weil Du existierst. Eine Wirkung getrennt von der Ursache ist sinnlos. Du kannst nicht über einen Gedanken nachdenken, der nicht ist.
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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon Scardanelli » So 22. Jun 2003, 16:03

Hallo erfahrung5,
Nietzsche ist an den Folgen einer Infektionskrankheit gestorben, deren letztes Stadium die Verblödung ist.

Streng genommen ist der Mensch für sich selbst auch ein Gedankenprodukt. Was wir sind, sind wir nur durch unsere Bewusstsein und Selbstbewusstsein. Am Ende jeder Beweiskette steht das Bewusstsein und nach diesem kommt nichts mehr, also sind wir am Ende das Resultat unseres eigenen Denkens. Es liegt deshalb auf der Hand, dass alles, was ist, durch Denken sei, denn genau dies ist auch das Ende unserer Vermögen.

Es wird dir aber nicht möglich sein, dass „Sein“ als die Ursache des Daseins auszuweisen, weil das „Sein“, „Nichts“ ist.
Möglicherweise ist es aber richtig, dass wir nur nachdenken können, wir denken aber immer nur das nach, was einmal sinnlich war. Das Denken ist also dem Nachdenken nicht vorweg, vorweg ist nur das Sinnliche, aber aus dem Sinnlichen kann der Mensch in der Tat Denken, also erfinden.
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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon erfahrung5 » So 22. Jun 2003, 16:51

Hallo Scardanelli,

Nebenbei: Wenn Du keinen Fall kennst, da einer durch Grübeln verrückt geworden ist, heißt das noch lange nichts.

Der Mensch für sich selbst ist ein Gedankenprodukt innerhalb der Gedankenwelt Gottes. Ja, langsam wirds was.

Das Sein als Ursache ist zwingend, da es ein Nichts nicht gibt und ein Nachdenken über das Nichts zu nichts führt.
Dass etwas ist, das nicht da ist, ist nicht möglich

Wenn etwas ist muss es auch da sein und einen Sinn/Zweck/Nutzen haben.
Das war das Resultat meines Nachdenkens über Gott und die Dreieinigkeit.

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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon Scardanelli » So 22. Jun 2003, 18:32

Hallo erfahrung
Reines Sein ist ohne jede Bestimmung; es ist nur mit sich selbst gleich. Es hat in sich noch außer sich eine Verschiedenheit. Durch irgend eine Bestimmung oder Inhalt, der in ihm unterschieden, oder wodurch es als unterschieden von einem Anderen gesetzt würde, würde es nicht in seiner Reinheit festgehalten. Es ist reine Unbestimmtheit und Leere. Es ist nichts in ihm anzuschauen, oder es ist nur dieses leere Anschauen selbst. Es ist nichts in ihm zu denken, oder es ist dieses reine leere Denken. Das Sein, das unbestimmte Unmittelbarkeit ist, ist in der Tat Nichts, und nicht mehr oder weniger als Nichts.

Nichts ist einfache Gleichheit mit sich selbst, vollkommen Leerheit, Bestimmungs- und Inhaltslosigkeit. Nichts Anschauen und nichts Denken, ist leeres Anschauen und leeres Denken. Nichts ist somit dieselbe Bestimmung oder vielmehr Bestimmungslosigkeit und damit überhaupt dasselbe, was das reine Sein ist.

Wovon du sprichst, ist Dasein. Dieses ist bestimmtes Sein durch etwas anderes, als eine Qualität. Durch diese Qualität ist etwas gegen ein Anderes.

(Hegel, Logik)

P. S. Hegel ist übrigens nicht wahnsinnig geworden.
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Re: Nietzsche über Religion

Beitragvon erfahrung5 » So 22. Jun 2003, 18:58

Sag bloß Du verstehst das.
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