lässt gott das zu?

Moderator: bigbird

Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Robby » Di 16. Aug 2011, 18:34

Revoluzzer hat geschrieben: Dann "jammert" Gott da oben rum und kann das alles nicht mitansehen, wenn kleine Kinder umgebracht werden?


Damit du einen eigenen Willen hast. Der Preis dafür, dass Menschen keine ferngesteuerten Maschinen sind, ist, dass sie sich selber entscheiden können. Gegen Gott und auch dafür, Gewalt an Unschuldigen auszuüben. Die Schuld tragen die Menschen, die sich nicht an die Gebote Gottes halten. Und dafür wird jeder Mensch zur Rechenschaft gezogen.

Im Gegensatz dazu hat er dann aber Zeit, sich irgendwelchen "Heiligen" zu zeigen und Ihnen zu erzählen, was sie tun soll(t)en?


ER zeigt sich allen Menschen.Aber nicht alle wollen die Vergebung in Jesus Christus annehmen.


Lieber Gruss
Robby
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon rouven » Mi 17. Aug 2011, 18:25

Kann es sein, dass sich Gott auf unsere Kosten amüsiert und sich alles ansieht und ihm vorkommen muss wie ein billiger, stumpfsinniger Kriegsfilm?



Ein stumpfsinniger Kriegsfilm ist das hier zum Teil ganz sicher auf der Erde. Das Chaos nimmt zu, Gewaltausschreitungen, Seuchen, Katastrophen, Gräueltaten, all diese Dinge grassieren hier in zunehmendem Maße. Ob sich Gott darüber amüsieren mag, das wage ich zu bezweifeln. Auch, dass Gott das einfach so billigt, dass hier kleine Kinder getötet werden. Jedoch abgerechnet wird immer erst am Ende und nicht mittendrin.

Ich will dich hier nicht mit Bibelsprüchen nerven, aber Jesus sagte am Ende seiner Tage: „Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun!“

Diese Aussage trifft die Sache sehr gut. Kaum einer weiß, warum er tut, was er tut. Wir sind so blind und hilflos in dem gefangen, was uns Schmerzen bereitet und worunter wir leiden. Wir sind so verletzt, dass wir um uns schlagen, wenn uns etwas weh tut. Wir haben den Anspruch gute Menschen zu sein, aber wenn es uns an den Kragen geht, dann geht die Retourkutsche in Richtung Vendetta ab, dass es nur so kracht. Wir finden keinen Schutz in der Welt. Und wenn Gott das Chaos zulässt, den Schmerz, das Leid, die Not, dann kann er uns anscheinend nicht beschützen. Das sind die voreiligen Schlüsse die man zieht, weil man Gott gar nicht kennt.

Man sollte vielleicht erst einmal das ganz persönliche Gottesbild klären. Wer ist Gott in meinem Leben? Wie sehe ich ihn? Bevor man sich auf Gott einlässt, ist Gott ja in erster Linie eine Projektionsfläche der eigenen Vorstellung. Deine Vorwürfe oder negativ ausgerichteten Fragen kommen ja nicht von ungefähr. Vielleicht wurde dir in deinem Leben übel mitgespielt und du warst den Dingen einfach nur schutzlos ausgeliefert und denkst nun, dass Gott dabei von Wolke Leck mich Faktor 10 desinteressiert zugesehen hat.

Es braucht Aufmerksamkeit, um Gott wahrzunehmen. Wenn du mit deinen Vorwürfen beschäftigt bist, dann kann Gott sich dir ja nicht mitteilen. Vorwürfe sind grob und haben ein geprägtes Bild. Man braucht aber eine Haltung der Offenheit, um etwas erfahren zu können. Und offen ist man nicht, wenn man Gott bereits in ein Verhaltenskorsett gepresst hat. Das macht ja total dicht. Man müsste vielleicht auch klären, ob man sich nicht erst einmal mit Jesus beschäftigen möchte. Jesus ist der Inbegriff der Liebe. Jesus kann den Einstieg sehr erleichtern. Er ist viel näher und greifbarer. Er war auch Mensch und mit ihm kann man sich leichter identifizieren. Er kannte all das, worunter wir auch zu leiden haben. Und er kann zeigen, wie und wodurch es uns besser gehen kann. Er zeigt dir den Weg zu Gott.

Du hast vielleicht Lust, erst mal so richtig abzulästern, um dein Mütchen zu kühlen. Ich denke aber, dass du dir dadurch nur unnötig das Leben schwer machst. Wenn du das brauchst, dann wirst du das tun. Du hast dir ja den Namen Revoluzzer verpasst und bist damit in ein christliches Forum gekommen. Vielleicht willst du hier etwas Stress verbreiten oder deinen Unwillen ausdrücken. Einfacher wäre der Weg aber, wenn du deine inneren Stolpersteine nehmen würdest, um durch sie erkennen zu können, woran es wirklich hapert. Du willst ja etwas von Gott. Auch wenn es im ersten Moment darum geht, deinen Frust über ihn raus zu lassen. Selbst eine schlechte und vorwurfsvolle Beziehung, ist eine Beziehung. Da reibt sich ja etwas. Reibung erzeugt auch Energie die man nutzen kann. Jesus hat zu dieser Aufreibung auch etwas im Angebot. „Kommt zu mir, die ihr mühselig um beladen seid. Ich will euch erquicken.“ Das klärt erst einmal nicht die großen Fragen des Lebens, aber es klärt in dir etwas und lässt dich zur Ruhe kommen.


Alles Gute, Revoluzzer.

Gruß

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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Revoluzzer » Do 18. Aug 2011, 10:30

rouven hat geschrieben:
...Du hast vielleicht Lust, erst mal so richtig abzulästern, um dein Mütchen zu kühlen...

Geht wohl hier zu nach:
Und wo einer fremd ist, darf er sein Maul nicht auftun..
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rouven hat geschrieben:
...Du willst ja etwas von Gott...

Wüsste nicht was... :?:
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon rouven » Do 18. Aug 2011, 12:04

Du wirst dich Gott gar nicht annähern können, wenn du nicht rauslassen darfst, was an Vorbelastungen oder Zerrbildern in dir ist. Es ist immer nur die Frage, wie man das macht.

Du hast ja ein bestimmtes Bild von Gott. Du fragst danach, ob er sich wohl auf unsere Kosten amüsiert. Du schreibst, du willst nichts von Gott, setzt dich mit ihm aber auseinander. Du sprichst von Gott auch als Person. Er ist also keine kosmische Masse oder gar nichts, sondern er existiert als Wesen. Du gehst also konkret von der Existenz Gottes aus. Jemand, der nicht existent ist, könnte sich nicht amüsieren.

Da ist ein Gott, den man nicht versteht und da ist ein Revoluzzer, der in einer Rüstung steckt. Warum hast du denn nicht Che Guevara genommen? Er war auch Revoluzzer. Er stand mit seiner gesamten Person für seine Gesinnung ein. Jeder kannte und erkannte ihn. Warum hast du denn die Rüstung gewählt? Wenn man sich schon rüsten muss, um gegen einen Gott anstinken zu können, dann muss er aber von Unterbewusstsein her sehr mächtig sein. Man darf nur blinkendes Blech zeigen, das als Schutzpanzer dienen soll.

Revoluzzer, wir machen nie etwas ohne Grund und Gott auch nicht.

Du schreibst, du wüsstest nicht, was du von Gott willst. Du willst ihn zumindest nicht so, wie du ihn verstehst. Wenn du schreibst, wieso beschützt er keine Kinder, dann möchtest du ja einen Gott, der sich einmischt und Kinder beschützt. Du möchtest einen Gott, der nicht einfach nur zusieht, sondern aktiv eingreift. Für mich sieht es so aus, als wäre da jemand, der eine ganze Menge von Gott will. Es ist ihm nur noch nicht so ganz bewusst.


Alles Gute, Revoluzzer.

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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Revoluzzer » Do 18. Aug 2011, 12:12

rouven hat geschrieben:Du gehst also konkret von der Existenz Gottes aus. Jemand, der nicht existent ist, könnte sich nicht amüsieren.


Hoi rouven

Das ist nicht meine Ansicht, ich versuche mich nur in eure denkweise zu versetzen. Je mehr ich es versuche, desto weniger kann ich mich damit anfreunden oder verstehen. Die Bibel und die Interpretationen davon sind so widersprüchlich. Nur schon die Tatsache, dass man etwas so oder so deuten kann, ist für mich nicht nachzuvollziehen.

Mir käme es ehrlich gesagt nicht in den Sinn, ein Harry Potter-Buch zu hinterfragen und nach diesem zu leben. Auch die Bibel hat sterbliche Autoren wie Joanne K. Rowling eine ist.

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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon rouven » Do 18. Aug 2011, 16:49

Hi Revoluzzer,


bei Harry Potter geht es um einen Zauberer und in der Bibel geht es um einen Gott. Ich würde auch nicht Donald Duck oder Clever und Smart hinterfragen. Wozu? Harry Potter als Vergleich zur Bibel scheint in der letzen Zeit irgendwie populär geworden zu sein. Davon habe ich schon häufiger gelesen. Ich würde mich davon aber nicht beeinflussen lassen, weil der Vergleich einfach zu sehr hinkt. So sehe ich das zumindest.

Wenn du jetzt rein über die Bibel diskutieren möchtest, dann wäre es sinnvoller, das mit den Moderatoren zu tun. Ich bin nicht Bibelfest und interpretiere die Bibel teilweise nach ihrem Symbolgehalt. Ich übernehme Aussagen auch nicht unbedingt wörtlich. Die Bibel ist für mich ein Buch, das nie zu Ende gelesen werden kann, da sich gemäß der inneren Entwicklung auch das Verstehen verändert und zu ganz anderen Einsichten kommen lässt. Manchmal erhascht mich ein Erkenntnisblitz und ich bin total sprachlos und staune und manchmal sträuben sich mir die Nackenhaare, weil ich denke, das geht mir jetzt aber reichlich zu weit.

Eines weiß ich aber, mit der Bibel wird die Welt nie fertig werden. Dahinter steckt eine Dimension, die unglaublich ist. Du kennst ja sicherlich die Geschichte von Josef dem Traumdeuter, der als Sklave nach Ägypten verkauft wurde und die Träume des Pharaos über die sieben fetten und die sieben mageren Kühe deutete. Die sieben mageren Kühe kamen aus dem Nil gestiegen und fraßen die fetten Kühe auf. Danach folgten die sieben dicken Ähren, die die leeren Ähren auffraßen. Josef deutete den Traum so, dass die Nilüberschwemmungen für Schwemmland sorgten und das Land fruchtbar mach. Dann folgten die sieben mageren Jahre, wo der Nil nicht genug Wasser trug und für eine Dürreperiode und Hungersnot sorgte.

Es ist noch gar nicht so lange her, da entdeckten Forscher einen Siebenjahrszyklus der Nilwasserstände, wie er in der Bibel durch den Traum des Pharaos beschrieben steht. Die Wissenschaftler führen diesen Zyklus auf die Nordatlantische Oszillation zurück. Das ist unglaublich, dass man etwas in der Bibel zu lesen bekommt, es quasi wie ein nettes Geschichtchen überfliegt und später dann erfährt, dass es mit dem Traum allein gar nicht getan ist. Dass da ganz andere Dinge mit verbunden sind. Das muss man sich mal im Kopf parat machen. Das funktioniert aber nur, wenn man sich davon berühren lässt - sich einlässt.

Wenn du sagst, dass es für dich nicht nachvollziehbar ist, dass es verschiedene Auslegungen gibt, dann sagt das ja auch, dass du ein sehr gradliniger und ernsthafter Mensch bist, der klare Strukturen bevorzugt. Du möchtest eine aufrichtige und saubere Linie. Das spricht ja sehr für dich. Du bist kein Schwarmgeist, der sich einfach und oberflächlich in etwas hineinstürzt und wie ein Papagei alles nachplappert, sondern du strebst das Wahrhaftige an. Das ist schön.

Falls du das möchtest, könntest du die Widersprüche benennen, damit die Bibelkenner dir dabei behilflich sein können, Missverhältnisse aufzuklären. Was Bibelkenntnisse anbelangt, bin ich hier im Forum so ziemlich das blinkende Schlusslicht. Für mich geht es um den Kontakt zu Gott, der sich in erster Linie durch Gebet und Hinwendung erreichen lässt. Nur mit der Schrift allein ist es ja nicht getan. Ich zum Beispiel bin ohne Bibel an Gott gekommen. Die kam erst viel später.

Es wäre natürlich sehr schade, wenn du dich davon abhalten ließest, einen guten Bezug zu Gott zu bekommen, weil es Widersprüche in der Bibel gibt. Für jedes Problem gibt es meistens auch eine Lösung.

Herzliche Grüße

Rouven
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Sandra73- » Fr 19. Aug 2011, 21:45

rouven, Deine Postings gefallen mir sehr gut.
Schade dass Revoluzzer kaum darauf eingegangen ist.
Aber ich denke, dass irgendwann irgendwer hier darüberstolpern wird und es ihn oder sie abholen wird, denn es ist ein Same, der ausgestreut ist und den Jesus wachsen lassen kann.
Danke Dir dafür :))

Und auch wenn Du Dich nicht als bibeltreu bezeichnest und es wohl auch nicht in dem Sinne bist - so wie Du geschrieben hast: Nie wird die Welt mit der Bibel "fertig" werden, und auch Du kannst noch sehr viel entdecken, Aha-Erlebnisse haben und Deinen Frieden damit finden, auch gerade da, wo es Dir Mühe macht. Gerade in dieser Beziehung durfte ich in den letzten zwei Jahren sehr viel lernen und neu einordnen, verstehen lernen.
Letztlich macht sehr viel mehr Sinn oder geht sehr viel mehr tatsächlich auf, als es den Anschein haben mag.

Liebe Grüsse,
Sandra
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon rouven » Sa 20. Aug 2011, 21:11

Liebe Sandra,

deine Beiträge sind immer wohlwollend und freundlich formuliert. Ich glaube, dass du ein sehr lieber Mensch bist.

Es ist nicht wirklich schade, dass Revoluzzer nicht näher darauf eingegangen ist. Er wird es ja sicherlich gelesen haben. Und nur weil jemand stiller und verhaltener ist, heißt es ja nicht, dass er kein reichhaltiges Innenleben hat und sich mit den Dingen nicht auseinandersetzt. Das muss ja nicht öffentlich geschehen. Für alles gibt es auch den richtigen Moment. Gott wird schon den genauen Zeitpunkt kennen.

Was meinen Austausch mit der Bibel anbelangt, so lese ich hier sehr viel und denke darüber nach. Ich starte immer einen Abgleich, wie sich das in mir anfühlt - ob ich das annehmen und leben kann. Es gibt drei großen Themen für mich, die werde ich nie annehmen können. Da will ich auch gar nicht mehr dran arbeiten, da ich das bereits hinter mir habe.

Schönes Wochenende.

Gruß

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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon SolaScriptura » Fr 9. Jan 2015, 13:09

gott lässt kriege, morde etc. pp zu weil er uns liebt.

danke gott <3 :praisegod:
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