lässt gott das zu?

Moderator: bigbird

Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » Do 21. Jul 2011, 11:32

Sandra73- hat geschrieben:So einen Gott hast Du, so wie mir scheint, noch nie erlebt, ist wirklich ausserhalb Deines Erfahrungshorizontes.

Das ist unmöglich. Du kannst immer nur diese Sonne erleben, die dort oben. Du kannst dir nicht aussuchen, welche Sonne du erlebst.

Die Christen erleben sich ja auch als Sünder, nur deuten sie das anders.

Was du erlebst, das steht fest, nur was du darüber denkst, das kann sich unterscheiden.
Ich kann nicht einen anderen Gott erleben als du, denn Gott ist unabhängig von uns.

Du kannst nur alles, was du erlebst zusammentragen und daraus eine stimmige Interpretation herstellen.

Wenn ich ein Gottesbild hätte, bei dem die Frage auftaucht: warum lässt Gott das zu, dann weiß ich eigentlich, dass dieses mein Gottesbild nicht mit der Realtität übereinstimmt. Ein Gott der etwas zulässt, das kann nicht Gott sein.
Wenn Gott etwas zulässt, dann brauchen wir einen zweiten Gott, der das, was zugelassen wurde, verantwortet.

Gott lässt gar nichts zu. Es würde in diesem Fall nur deine Interpretation von Gott nicht stimmig sein.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » Do 21. Jul 2011, 12:25

Sandra73- hat geschrieben:Das Gleichnis hinkt nicht, Scardanelli, sondern der Kontext, in den wir es vielleicht setzen ;)

Also wir, unser Leben, das ist der Kontext, in den wir es stellen. Ich bin nie von Gott fort gegangen, du etwa?
Ich bin dort nie gewesen.
Der Verlorene Sohn hat beim Vater gelebt und sich entschieden, von dort wegzugehen.

Eva und Adam haben bei Gott gelebt und sind von dort fort geschickt worden.

Der Sohn aus dem Gleichnis ist also ein Mensch, den es real nicht gibt, es ist der Mensch der wie Eva und Adam bei Gott gewohnt hat.

Dieses Gleichnis trifft unser Leben nicht auf den Punkt.

Weil dieses Gleichnis nicht mit unserem Leben übereinstimmt, kann es uns auch nicht sagen, was wir tun sollen, denn wir haben nicht getan, was dort behauptet wird, wir sind nicht vom Vater gegangen.

Ich bin nicht vom Vater weg gegangen. Ich bin im Schweinestall zu Bewusstsein gekommen. Ich habe nicht beim Vater begonnen, sondern im Schweinestall. Für mich müsste es eine Religion sein, die mein Leben genau beschreibt.
Das Gleichnis von Jesus ist schon ganz gut, aber es beschreibt mein Leben nicht richtig.

Jesus hat vielleicht beim Vater gelebt und ist dann von dort weggegangen. Weil Jesus aber kein richtiger Mensch ist, betrifft mich das dann auch nicht. Ich, der ich richtiger Mensch bin, ich bin im Schweinestall groß geworden.
Ich brauche einen Gott, der sich auch im Schweinestall auskennt, oder Gott kennt sich auch dort aus.
Das ist aber nicht der Gott der Christen, denn der ist heilig, also rein, der weiß nichts vom Schmutz, nichts von mir.
Der Gott der Christen ist mehr für diejenigen, die sich als Gutmenschen verstehen, die also immer saubere Kleidung tragen.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Schoham » Do 21. Jul 2011, 13:09

Es ist ein Gleichnis. Der Mensch ist auch kein Schaf und keine verlorene Münze. Der eine erkennt sich als Sünder und steigt vom Baum und ordnet sein Leben. Ein anderer war einmal beim Vater und ist dann von seiner ersten Liebe abgefallen, eigene Wege gegangen und dann kommt er zur Besinnung, erinnert sich, tut Busse und kehrt um. Wir können uns in Gleichnissen erkennen und aus ihnen lernen. Doch kein Gleichnis ist die Geschichte eines Menschenlebens 1:1.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » Do 21. Jul 2011, 14:00

Sandra73- hat geschrieben:So einen Gott hast Du, so wie mir scheint, noch nie erlebt, ist wirklich ausserhalb Deines Erfahrungshorizontes.
Deshalb die ganzen Logikschlaufen.
Ich wünsche es mir sehr, dass Du diesem Gottbegegnen darfst, der ausserhalb dieser Aussichtslosigkeit steht-und genau deshalb mittendrin, um sie zu durchbrechen.

Also Glauben ist Glauben und nicht alles, was du dem Glauben auflädst.
Zu glauben ist nicht zu erleben.

Du kannst einem Menschen begegnen, aber du kannst nicht Gott begegnen. Wenn du meinst, du wärst Gott begegnet, dann unterscheidest du etwas von dir und das nennst du dann die Gottesbegegnung.
Du kannst einem Menschen begegnen, weil ein Mensch begrenzt ist. Es ist zur Begegnung die Begrenztheit notwendig.
Du kannst dem Ewigen nicht begegnen es sei denn, er ist Mensch.

Wenn du Gott begegnen willst, dann musst du erstmal die Möglichkeit dazu erkunden und prüfen, ob das nun wirklich so wäre.
Eine unvermittelte Begegnung zwischen einem Menschen und Gott ist schier unmöglich, weil ein Mensch endlich, Gott aber ewig ist. Das passt einfach nicht. Wenn du mir also von deiner Begegnung mit Gott berichtest, dann werde ich glauben, du interpretierst ein Erlebnis mit dir als eines mit Gott.

Weil der Mensch Gott nicht begegnen kann, deshalb wurde Gott Mensch. Damit kann ich etwas anfangen, das halte ich für logisch und insofern realisierbar.

Du kannst nicht sagen, du könntest Gott nicht beweisen, aber du wärst dem, was du nicht beweisen kannst, begegnet.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » Do 21. Jul 2011, 14:45

Sandra73- hat geschrieben:
Ich wünsche es mir sehr, dass Du diesem Gottbegegnen darfst, der ausserhalb dieser Aussichtslosigkeit steht-und genau deshalb mittendrin, um sie zu durchbrechen.

Der nur geglaubte Gott lebt durch den Glauben vieler. Je mehr an den geglaubten Gott glauben, desto realer erscheint er.
Es ist natürlich leicht, mal ein Gebet anzustrengen und schon steht die Verbindung.

Dem Menschen zu begegnen ist dagegen viel schwerer, aber ich fürchte, das ist der Weg, der einzige.

Jesus sagt: versöhne dich zuerst mit deinem Nächsten und dann tritt vor Gott.

Das ist es und nur das und wenn das mit der Versöhnung nicht klappt, dann hast du Pech.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon onThePath » Do 21. Jul 2011, 16:30

Scardi,

Der Wahrheit Gottes und der Bibel kommst Du nur als Tuender auf die Spur. Als darüber philosophierender hingegen bleibst Du auf jeden fall auf der Strecke ohne das Wesentliche zu finden.

Viel Gerede gleich wenig Wahrheit.
Tun und Sein sind das Wichtigere.

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Schoham » Do 21. Jul 2011, 16:36

Scardanelli hat geschrieben:Weil dieses Gleichnis nicht mit unserem Leben übereinstimmt, kann es uns auch nicht sagen, was wir tun sollen, denn wir haben nicht getan, was dort behauptet wird, wir sind nicht vom Vater gegangen.


Zum Volk Israel sprach Jesus dieses Gleichnis. Und Gott nannte Sein Volk, Seinen Sohn. Das Volk Israel gehörte Gott. Sie waren Seine Kinder als ganze Nation, nicht aber als ein einzelner.

Der Vater im Gleichnis hatte zwei Söhne. Jesus sprach zu Leuten die bei den Schweinen lebten, indem sie Betrüger waren so wie Zachäus. Jesus sprach aber auch zu Leuten die so waren wie der erste Sohn im Gleichnis. Menschen die religiös sich verhielten und dachten sie würden zu Gott gehören, obwohl sie Ihm im Herzen fern waren. Alle beide, der erste und der zweite Sohn müssen sich als verloren erkennen, ohne eine persönliche Beziehung zu Gott.

Wir gehören nicht zu dem Volk Israel, der Nation, zu der Jesus damals sprach. Zu uns spricht der Heidenapostel, zu uns, die wir fern vom Vaterhaus waren und er tut es im Geiste von Jesus Christus.

Man kann sagen, dass wir alle fern von Gott sind, ob bei den Säuen oder in der Selbstgerechtigkeit verbleibend, solange wir nicht zu Gott umkehren und Busse tun und den Nächsten lieben. Wer liebt, gehört dem einzig gezeugten Sohn Gottes im Geiste und so zu Israel, dem, der überwunden hat und zu der einen Herde.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Sandra73- » Do 21. Jul 2011, 17:03

Scardanelli hat geschrieben:Das ist unmöglich. Du kannst immer nur diese Sonne erleben, die dort oben. Du kannst dir nicht aussuchen, welche Sonne du erlebst.


Das stimmt. Jedoch:
Sieht die selbe Sonne nicht immer gleich aus....je nach Ort auf der Erde siehst Du sie als aufgehend, untergehend, am Mittagshorizont....erlebst Du ihr Licht hell und frisch wie die Morgensonne, heiss und brennend, unerbittlich wie die Mittagshitze, oder mild und freundlich wie die Abendsonne.
Und obwohl die Sonne da ist, siehst Du sie nicht, wenn Wolken dazwischen stehen.
Und obwohl sie da ist, siehst Du Nacht und Dunkel um Dich, je nach Uhrzeit und Ort auf der Erde.
Dennoch ist es die selbe Sonne.

Scardanelli hat geschrieben:Die Christen erleben sich ja auch als Sünder, nur deuten sie das anders.


Ich habe eine Bitte: Ich möchte nicht immer nur pauschal als "die Christen" betitelt werden.

Scardanelli hat geschrieben:Was du erlebst, das steht fest, nur was du darüber denkst, das kann sich unterscheiden.
Ich kann nicht einen anderen Gott erleben als du, denn Gott ist unabhängig von uns.


Du erlebst auch nicht einen anderen Gott.
So wie ich das wahrnehme, erlebst Du gar keinen Gott, sondern denkst über Gott nach. Aber erleben in dem Sinne tust Du ihn nicht. Und das wollte ich eigentlich ausdrücken mit meinem Satz.

Scardanelli hat geschrieben:Du kannst nur alles, was du erlebst zusammentragen und daraus eine stimmige Interpretation herstellen.


Genau so verhält es sich aber auch bei Dir.
Auch das, was Du als "so ist es nun mal und nicht anders" oder "die Logik beweist es" zusammenträgst, denkst und hier schreibst, verhält sich so. Etwas Anderes ist ja laut Deiner eigenen Logik gar nicht möglich.

Scardanelli hat geschrieben:Wenn ich ein Gottesbild hätte, bei dem die Frage auftaucht: warum lässt Gott das zu, dann weiß ich eigentlich, dass dieses mein Gottesbild nicht mit der Realtität übereinstimmt. Ein Gott der etwas zulässt, das kann nicht Gott sein.


Warum kann ein Gott, der etwas zulässt, nicht Gott sein?
Das ist nun keine rhetorische Frage, sondern eine ganz echte Frage. Weil ich Deine Überlegung dazu (noch) nicht verstehe.

Scardanelli hat geschrieben:Wenn Gott etwas zulässt, dann brauchen wir einen zweiten Gott, der das, was zugelassen wurde, verantwortet.


Warum?
Wer etwas tut, der muss es auch verantworten. Das ist sowohl bei den Menschen so, wie auch bei Gott.
Was ist Deine Überlegung, weshalb das bei Gott nicht stimmig sein kann?
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Schoham » Do 21. Jul 2011, 17:10

Scardanelli hat geschrieben:Dem Menschen zu begegnen ist dagegen viel schwerer, aber ich fürchte, das ist der Weg, der einzige.


Dem Menschen kann nur mit einem neuen Geist und einem neuen Herzen begegnet werden. Und es ist der einzige Weg. Alle andern Wege scheitern früher oder später an Mangel von Liebe, Ausdauer und Geduld.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon onThePath » Do 21. Jul 2011, 17:15

Schoham hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:Dem Menschen zu begegnen ist dagegen viel schwerer, aber ich fürchte, das ist der Weg, der einzige.


Dem Menschen kann nur mit einem neuen Geist und einem neuen Herzen begegnet werden. Und es ist der einzige Weg. Alle andern Wege scheitern früher oder später an Mangel von Liebe, Ausdauer und Geduld.


Kann dem Christ genauso passieren, wenn er Christus nur als Ruhebank auf dem Weg betrachtet.

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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Sandra73- » Do 21. Jul 2011, 17:28

Scardanelli hat geschrieben:Der nur geglaubte Gott lebt durch den Glauben vieler. Je mehr an den geglaubten Gott glauben, desto realer erscheint er.


Ja. Jedoch funktioniert das bei jedem Glaubenskonstrukt.
Ich nehme an, das ist es, was Du damit ausdrücken willst?

Gott hält sich daran aber nicht.
Er ist der er ist.
Es ist der Mensch, der sich oft lieber einem Glaubenskonstrukt zuwendet oder daran festhält, obwohl Gott ihm als der Andere begegnen will.

Scardanelli hat geschrieben:Es ist natürlich leicht, mal ein Gebet anzustrengen und schon steht die Verbindung.


Natürlich, wenn dem so wäre.
Nur - was ist Gebet? Wieso anstrengen? Was bedeutet "steht die Verbindung"?
Dieser Satz oder diese Sicht oder Vorstellung, hat mit dem Evangelium nicht viel zu tun. Es ist bestenfalls Dogmatik.

Scardanelli hat geschrieben:Dem Menschen zu begegnen ist dagegen viel schwerer, aber ich fürchte, das ist der Weg, der einzige.


Dem Menschen begegnen....darum kommen wir nicht herum.
Auch wenn wir uns von jedem Menschen um uns herum abschotten würden - zumindest uns selbst müssen wir begegnen.
Ja, und dann passiert eventuell das, was Du meinen könntest?
Es ist schwer. Warum? Weil wir dem von Gott getrennten Menschen begegnen. In uns selbst, im Anderen, begegnen wir den Tiefen und Auswüchsen, dem Schmutz, dem Dunklen.
Aber auch der Sehnsucht nach dem Licht, nach der Liebe.

Scardanelli hat geschrieben:Jesus sagt: versöhne dich zuerst mit deinem Nächsten und dann tritt vor Gott.

Das ist es und nur das und wenn das mit der Versöhnung nicht klappt, dann hast du Pech.


Hier ist es zuallererst notwendig, nachzuschauen, in welchem Kontext Jesus diesen Satz gesagt hat! Erst dann können wir etwas darüber aussagen, ob dies der Weg sei. So "freischwebend" hat das noch kein Hand und Fuss.

Ich nehme an, dass Du mit dem zitierten Satz folgenden Vers gemeint hast:

Mt 5,23-24: "Wenn du während des Gottesdienstes ein Opfer bringen willst und dir fällt plötzlich ein, daß dein Bruder etwas gegen dich hat, dann laß dein Opfer liegen, gehe zu deinem Bruder und versöhne dich mit ihm. Erst danach bringe Gott dein Opfer."

Es geht hier nicht darum, dass nur Kontakt mit Gott aufnehmen darf, werr sich zuerst mit seinen Nächsten versöhnt hat.
Also, dass nur der zu Jesus kommen darf, um die Vergebung seiner Sünden bitten darf, wer sich zuerst mit allen Nächsten versöhnt hat.
Sondern hier geht es eindeutig darum, dass bereits Gläubige, die Gott opferten im Tempel (in jüdischen Kontext), dies nicht tun sollen wie die Pharisäer, die Jesus gescholten hat: Keine Heuchler zu sein.
Also, vorzugeben, Gott zu dienen, aber den Nächsten schmähen, unversöhnlich sein, ihm zürnen usw.

Alles Andere wäre ja absurd und würde keinen Sinn machen.
Wenn Du krank bist oder verletzt, und zum Arzt gehst, dann sagt der ja auch nicht: Kommen Sie bitte wieder, wenn Sie gesund sind...vorher kann ich da nichts machen."
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » Do 21. Jul 2011, 18:38

Sandra73- hat geschrieben:Ich wünsche es mir sehr, dass Du diesem Gottbegegnen darfst, der ausserhalb dieser Aussichtslosigkeit steht-und genau deshalb mittendrin, um sie zu durchbrechen.

Es ist wie es ist und wenn es aussichtslos ist, dann ist es so. Ich glaube nicht, dass Gott die Aussichtslosigkeit zulässt, sondern das sie ist, wenn das einen Sinn macht.

Die Frage nach dem Zulassen Gottes gründet sich auf der Sünde, denn hier erscheint das Zulassen Gottes immer an vereinzelten Interessen, und die sind, weil sie die Form der Vereinzelung tragen, sündig.

Sollte es jetzt aussichtstlos sein, dann ist es gut, wenn so genommen wird.

Es kann gut sein, das es für uns jetzt aussichtslos ist. Du kannst dir die Zuwendung Gottes nicht erarbeiten. Wenn der Plan von Gott für dein Leben in der Aussichtslosigkeit besteht, dann kannst du sowieso nichts daran ändern.

Die Aussichtslosigkeit basiert auf dem einzelnen Menschen, also auf dem Sünder. Und das ist gut so, sonst würde sich der einzelne zu Gott aufschwingen und das wäre für deinen Nächsten schlecht.
Meine Aussicht ist schlecht, das hat aber gute Gründe.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Sandra73- » Do 21. Jul 2011, 18:43

Dass ich mir die Zuwendung Gottes nicht erarbeiten kann, ist wahr. Das habe ich aber auch niemals behauptet.
Zu dem, was Du hier noch geschrieben hast, muss ich mir erst Gedanken machen.

Was genau ist für Dich aussichtslos?
Und wieso ist der Plan für mein Leben Aussichtslosigkeit? Wie würde das konkret aussehen?
"Aussichtslosigkeit" an sich beisst sich in meinen Augen bereits mit "Plan".
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Sandra73- » Do 21. Jul 2011, 22:25

Scardanelli, hier sind wir schon ziemlich nahe am Knackpunkt, worum das alles tatsächlich geht.

So müssen wir, wenn wir von "Sünde" reden, erst einmal klar stellen, wovon wir genau reden.

1. Die Sünde, die wir tun, weil wir sündig sind im Wesen.
2. Die Sünde, in der wir hineingeboren werden, weil wir nach dem Wesen von Adam und Eva geschaffen sind.
Vor allem also Punkt 2 wird hier relevant, denn darum geht das Evangelium.

Sehr häufig wird gesagt, dass wir alle nach Gottes Ebenbild geschaffen seien.
Das ist aber nicht ganz richtig. Das stimmt so nicht.
Denn wir sind nach Adam und Evas Ebenbild geschaffen, und somit ist jeder Mensch bereits im Kern eben nach dem sündigen Wesen geschaffen, das nie bei Gott war, so wie Adam und Eva bei Gott waren, bevor sie aus dem Paradies ausgewiesen worden sind.

1. Mose 3,20

(In 1. Mose 4,19 übrigens nimmt zum ersten Mal ein Nachkomme Kains zwei Frauen - da kam es zum 1. Mal zur Polygamie, die nie angeordnet wurde von Gott, sondern bereits eine zwar praktizierte Sache wurde, ohne aber von Gott angeordnet oder ausgedacht zu sein.)

1. Mose 5,1-3 in Beachtung von Vers 3:
"Und Adam war 130 Jahre alt und zeugte einen Sohn, ihm gleich und nach seinem Bilde, und nannte ihn Set."

Wir sind also nach dem Bilde Adams geschaffen, so wie er nach dem Sündenfall war.
Um sich in diesen Riss zu stellen, ist Jesus Christus gekommen, und in diesen Riss ist er getreten, als er am Kreuz starb udn danach auferstand.

Dies mehr zur "Einleitung". Zum Eigentlichen Eingehen auf Dein Post, Scardanelli, komme ich dann morgen, da ich nun ins Bett muss.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » Do 21. Jul 2011, 23:00

Sandra73- hat geschrieben:Ich habe aber nicht gesagt, dass es mir im Allgemeinen egal sei, was die Anderen denken. Und auch nicht, dass meine Sicht, die Bibel zu verstehen, für mich als Einzige zählt.
Das widerum wäre Deine eigene Interpretation.
Aber vielleicht gelingt es mir dann auf der konkreten Logikebene, oder der Dialogebene, besser, rüberzubringen, wie ich es wirklich gemeint habe.

Bevor du etwas meinst, wäre es von Interesse, was überhaupt vorliegt.
Das bist du, das sind die anderen und die Bibel.
Meinst du, du würdest so zu Bibel stehen, wie du zu ihr stehst, ohne die anderen?

Mit welcher Begründung stellen sich denn Menschen so gegen die anderen, als wenn es keine Abhängigkeit gäbe?

Meinst du, du hättest eine eigene Sicht, die Bibel zu interpretieren?
Glaubst du, du hättest überhaupt etwas eigenes?
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » Do 21. Jul 2011, 23:05

Sandra73- hat geschrieben:Aber vielleicht gelingt es mir dann auf der konkreten Logikebene, oder der Dialogebene, besser, rüberzubringen, wie ich es wirklich gemeint habe.

Eigentlich geht es darum, zeigen zu können, was man meint.
Wenn gemeint wird, Jesus habe die Sünde besiegt, dann möchte ich keine mehr sehen. So einfach ist das. Also immer zeigen, was behauptet wird.
Ich möchte keine Erklärungen, warum das, was behauptet wird, nicht gezeigt werden kann, aber trotzdem sein sollte.
Das ist wohl nicht zu viel verlangt.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » Do 21. Jul 2011, 23:13

Metropolis79 hat geschrieben:Hast du schon erkannt, was Liebe ist?
Mich würde interessieren, was für dich Liebe ist!
Manchmal kommt mir so vor, du hast deine eigene Philosophie irgendwie in Worte gefasst, weist aber auch nicht wirklich damit was anzufangen ? ;)

Alles was ist muss aus einem erklärt werden. Du musst also Liebe aus Eins herleiten. Wenn du das nicht kannst, dann weißt du nicht, was Liebe ist.
Eine eigene Philosophie, so etwas gibt es nicht. Entweder ist etwas schlüssig, passend, logisch, oder eben nicht.

Die Bibel weiß z. B. nicht, was Liebe ist, denn es ist da keiner der Autoren, der sie aus Eins entwickelt hat.
Die Bibel behauptet nur die Liebe Gottes, aber sie weiß nicht, was das ist.
Die Bibel überlässt es jedem ihrer Leser, selbst sich auszumalen, was Liebe wäre.

Du siehst, offenbar hat Gott keine Probleme es zuzulassen, dass die Bibel eigentlich gar nicht weiß, worum es geht.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » Do 21. Jul 2011, 23:23

kingschild hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:Deshalb halten sich Menschen ja an Gott, denn der denkt all das, was du auch denkst. Gott stimmt immer mit deinem Denken überein.


Das trifft höchstens zu wenn Du deinen Geist als Gott betitelst ;)

Wenn dies nicht der Fall ist so wirst Du dann spüren, wo er nicht gleich denkt wie Du und dies wird auch Auswirkungen haben.

Der Gegensatz zwischen Gott und Christ ist nicht vorgesehen. Selbst dort, wo er beschrieben wird, hat er keine Durchschlagskraft.
Jesus selbst bringt sich in einen Gegensatz zum Vater, was kein Christ ernst nimmt.
So fühlt sich jeder Christ auch im Gegensatz zu Gott mit ihm dennoch einig. Mit der absoluten Positivität zur Bibel fühlt sich jeder Christ mit Gott eines Geistes.
Die Bibelfestigkeit des Christen ist frei von jeder Schuld, sie ist lupenrein, eben heilig, sie ist wie Gott selbst, rein.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » Fr 22. Jul 2011, 06:58

kingschild hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:Deshalb halten sich Menschen ja an Gott, denn der denkt all das, was du auch denkst. Gott stimmt immer mit deinem Denken überein.

Das trifft höchstens zu wenn Du deinen Geist als Gott betitelst ;)

Die Übereinstimmung geschieht durch Positivität. Durch die unbedingte, nicht reflektierte Annahme.
Wenn ein Mensch sich als absolut zugeneigt vorstellt, dann fängt er in diesem Haus an zu tun, was er will.
So interpretieren Christen die Bibel ohne Scheu, weil sie sich selbst als ihr gegenüber positiv eingestellt erleben. Sie meinen deshalb ein Recht auf Wahrheit zu haben.
Sie sagen, sie würden nur die Schrift zum Sprechen bringen und das ist ihnen auch zu glauben, alleine, geht das gar nicht, denn jeder Mensch vermischt sein Leben mit der Bibel. Aber das wird von der Positivität nicht mehr erkannt.

Gott lässt es zu, dass es Menschen gibt, die meinen, mit ihm überein zustimmen. Menschen meinen, ihre Positivität würde sie vor dem Irrtum schützen.

Die Positivität schützt ihre Einheit mit Gott, indem sie Unklarheiten nicht mehr auslebt, sondern verschluckt.
Wenn etwas nicht verstanden wird, dann wird das nicht erlebt, sondern einfach neutral gestellt. Die Bibel irre sich nie, bedeutet einfach, die Angst, die Einheit mit Gott zu verlieren.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » Fr 22. Jul 2011, 07:06

Schoham hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:Das Gleichnis vom Verlorenen Sohn ist zwar ein Highlight der Verkündigung Jesu, aber nicht überragend, weil es nicht genau auf das Leben des Menschen passt.

Es zeigt auch, wie der Vater darauf reagiert, wenn der Sohn einsieht, wo er ohne den Vater liegt. Und dann haben wir noch das Gleichnis vom verlorenen Schaf wo der Hirte es suchen geht und zurückbringt. Gott hat viele Möglichkeiten das Herz eines Menschen zu erreichen. Er wartet, Er geht, Er schickt eines seiner Kinder...

Wenn du etwas ansiehst, dann musst du genau hinsehen und alles sehen, was gezeigt wurde.
Du siehst als Christ nur das, was in dein Christendasein passt. Du siehst z. B. die Rolle des Bruders nicht, denn die passt nicht in das Christendasein. Der Bruder ist im Paradies geblieben, also in dem Zustand, welchen der Mensch nach der Christenlogik nie hätte verlassen sollen. Schau dir das Gleichnis an, dann siehst du, wie irrtümlich diese Ansicht ist. Aus diesem Grund gibt es nicht eine einzige Interpretation des Bruders von christlicher Seite. Die Rolle des Bruders wird einfach verschwiegen. Es wird verschwiegen, dass der Bruder nicht in die verbotene Frucht gebissen hat, wie der Verlorene Sohn.

Menschen interpretieren alles, was ihnen unterkommt, nach ihrem Verständnis. Deshalb ist die Positivität leer.
Die Beteuerung mit der Bibel übereinzustimmen, kannst du gar nicht einlösen.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Fee » Fr 22. Jul 2011, 07:53

Scardanelli hat geschrieben:Wenn gemeint wird, Jesus habe die Sünde besiegt, dann möchte ich keine mehr sehen. So einfach ist das. Also immer zeigen, was behauptet wird.

Die biblische Aussage stimmt gleichwohl - nur nicht im Auge mancher Betrachter.
Jesus hat die Sünde besiegt, also sündigt er (Jesus) nicht mehr.
Ein Christ sündigt. Also hat er (Christ) die Sünde nicht besiegt.
Jesus kann aber nicht stellvertretend die Sünde besiegen, für jemanden der weiter sündigt.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Robby » Fr 22. Jul 2011, 08:48

Scardanelli hat geschrieben:Die Bibel weiß z. B. nicht, was Liebe ist, denn es ist da keiner der Autoren, der sie aus Eins entwickelt hat. Die Bibel behauptet nur die Liebe Gottes, aber sie weiß nicht, was das ist.


Hi Scardi

Du hast bestimmt schon 1. Korinther 13 gelesen. Eine treffende Beschreibung göttlicher Liebe habe ich nur da gefunden.

Die Liebe – größer als alle Gaben
1 Wenn ich in Sprachen rede, die von Gott eingegeben sind – in irdischen Sprachen1 und sogar in der Sprache der Engel2 –, aber keine Liebe habe, bin ich nichts weiter als ein dröhnender Gong oder eine lärmende Pauke3.
2 Wenn ich prophetische Eingebungen habe, wenn mir alle Geheimnisse enthüllt sind und ich alle Erkenntnis besitze, wenn mir der Glaube im höchsten nur denkbaren Maß gegeben ist4, sodass ich Berge versetzen kann – ´wenn ich alle diese Gaben besitze,` aber keine Liebe habe, bin ich nichts.
3 Wenn ich meinen ganzen Besitz an die Armen verteile5, wenn ich sogar bereit bin, mein Leben zu opfern und mich bei lebendigem Leib verbrennen zu lassen6, aber keine Liebe habe, nützt es mir nichts.
4 Liebe ist geduldig, Liebe ist freundlich7. Sie kennt keinen Neid8, sie spielt sich nicht auf, sie ist nicht eingebildet.
5 Sie verhält sich nicht taktlos, sie sucht nicht den eigenen Vorteil, sie verliert nicht die Beherrschung9, sie trägt keinem etwas nach10.
6 Sie freut sich nicht, wenn Unrecht geschieht, aber wo die Wahrheit siegt, freut sie sich mit11.
7 Alles erträgt sie12, in jeder Lage glaubt sie, immer hofft sie, allem hält sie stand.
8 Die Liebe vergeht13 niemals. Prophetische Eingebungen werden aufhören14; das Reden in Sprachen, ´die von Gott eingegeben sind,` wird verstummen; die ´Gabe der` Erkenntnis wird es einmal nicht mehr geben15.
9 Denn was wir erkennen, ist immer nur ein Teil des Ganzen, und die prophetischen Eingebungen, die wir haben, enthüllen ebenfalls nur einen Teil des Ganzen.16
10 Eines Tages aber wird das sichtbar werden, was vollkommen ist. Dann wird alles Unvollkommene ein Ende haben.17
11 Als ich noch ein Kind war, redete ich, wie Kinder reden, dachte, wie Kinder denken18, und urteilte, wie Kinder urteilen. Doch als Erwachsener19 habe ich abgelegt, was kindlich ist.
12 Jetzt sehen wir alles nur wie in einem Spiegel und wie in rätselhaften Bildern20; dann aber werden wir ´Gott` von Angesicht zu Angesicht sehen21. Wenn ich jetzt etwas erkenne, erkenne ich immer nur einen Teil des Ganzen22; dann aber werde ich alles so kennen23, wie Gott mich jetzt schon kennt24.
13 Was für immer bleibt25, sind Glaube, Hoffnung und Liebe, diese drei. Aber am größten von ihnen ist die Liebe.


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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Robby » Fr 22. Jul 2011, 08:54

Scardanelli hat geschrieben:Du siehst als Christ nur das, was in dein Christendasein passt. Du siehst z. B. die Rolle des Bruders nicht, denn die passt nicht in das Christendasein. Der Bruder ist im Paradies geblieben, also in dem Zustand, welchen der Mensch nach der Christenlogik nie hätte verlassen sollen. Schau dir das Gleichnis an, dann siehst du, wie irrtümlich diese Ansicht ist. Aus diesem Grund gibt es nicht eine einzige Interpretation des Bruders von christlicher Seite. Die Rolle des Bruders wird einfach verschwiegen. Es wird verschwiegen, dass der Bruder nicht in die verbotene Frucht gebissen hat, wie der Verlorene Sohn.


Da liegst du aber falsch, Scardanelli. Schon Spurgeon hatte die Gedanken des Bruders aufgenommen, die übrigens Sünde waren. Darum musste ihn der Vater auch tadeln. Wenn ein Verlorener zuürckkehrt zum Vater, dann ist das pure Freude und keine Missgunst oder "ich bin doch besser als der". Das wäre rein fleischlich gesinnt und mitnichten "paradiesisch" oder eben heilig.

Ch.Spurgeon "Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und hatte Erbarmen, lief, fiel ihm um den Hals und küßte ihn." Lukas 15,20
Wenn der verlorene Sohn gewußt hätte, was der ältere Bruder von ihm dachte und sagte, so würde ich mich nicht gewundert haben, wenn er davongelaufen und nie wiedergekommen wäre. Er wäre vielleicht in die Nähe des Hauses gekommen und hätte sich dann, wenn er den älteren Bruder gehört hätte, wieder fortgeschlichen. Aber ehe es soweit kam, hatte ihm der Vater die vielen Küsse gegeben.
Junger Mann, vielleicht hast du vor kurzem den Heiland gefunden. Es mag sein, daß du mit einem älteren Bruder sprechen möchtest und er sich fürchtet, mit dir zu reden. Ich wundere mich nicht, wenn er vorsichtig ist, denn du bist noch nicht jemand, mit dem man gern spricht. Aber wenn du deines Vaters viele Küsse empfangen hast, wird es dich nicht umwerfen, wenn dein älterer Bruder etwas hart gegen dich auftritt.
Gelegentlich hörte ich von jemand, der sich einer Gemeinde anschließen wollte, sagen: "Ich wandte mich an die älteren Brüder, und einer von ihnen ging ziemlich grob mit mir um. Dahin werde ich nicht noch einmal gehen."
Ist es nicht die Pflicht der Brüder, einige von euch etwas hart anzufassen, damit ihr euch nicht über euren wahren Zustand täuscht? Wir wünschten nichts mehr, als euch in Liebe zu Christus zu bringen; aber wenn wir befürchten müssen, daß ihr nicht wahrhaft zu Gott zurückgekehrt seid, so müssen wir es euch als ehrliche Menschen doch sagen.
Junge Christen werden oft erschreckt, wenn sie mit jemand zusammentreffen, der wegen eines natürlichen Geistes der Vorsicht oder vielleicht auch aus Mangel an geistlichem Leben diejenigen nur kalt aufnimmt, denen der Vater so viel Liebe erwiesen hat. Beachte solche strengen älteren Brüder gar nicht. Vielleicht wird uns gerade deshalb mitgeteilt, daß der Vater den verlorenen Sohn oftmals küßte, weil ihn der ältere Bruder so kalt behandelte und es ablehnte, an der Feier teilzunehmen.


Quelle: http://www.life-is-more.at/life/predigten/bibel_andachten_v02464.php

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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » Fr 22. Jul 2011, 09:23

Schoham hat geschrieben:Es ist ein Gleichnis. Der Mensch ist auch kein Schaf und keine verlorene Münze. Der eine erkennt sich als Sünder und steigt vom Baum und ordnet sein Leben.

Weißt du, warum das alles leere Sprüche sind? Ich zeige dir, warum das leer ist. Zeige mir nur einen Menschen, der sein Leben geordnet hat! Zeige mir einen Menschen, der ordentlich lebt!
Weil du keinen eizigen zeigen kannst, sind das leere Sprüche. Leer bedeutet, du kannst deine Behauptung nicht mit dem füllen, was du behauptest.
Ich kann dir sagen, warum du mit leeren Sprüchen kommst, weil du an sich keinen einzigen Menschen kennst, keinen, der sich als Sünder erkannt hat.
Jeder, der sündigt, der lebt in einem Leben voller Unordnung.
Ein anderer war einmal beim Vater und ist dann von seiner ersten Liebe abgefallen, eigene Wege gegangen und dann kommt er zur Besinnung, erinnert sich, tut Busse und kehrt um.

Auch dieser Spruch ist eine inhaltsleere Behauptung, denn es gibt keinen einzigen Menschen, der bei Gott gelebt hat und dann von ihm gegangen wäre.
Selbst Christen warten noch auf den Tag an dem sie das allererste Mal bei Gott sein werden. Selbst unser Paulus kennt nur einen Menschen, der bis in den dritten Himmel vorgedrungen ist und was hat er dort erlebt? Er kann es gar nicht sagen.
Wir können uns in Gleichnissen erkennen und aus ihnen lernen. Doch kein Gleichnis ist die Geschichte eines Menschenlebens 1:1.

Das klingt nett, aber wer soll das sein, der daraus gelernt hat? Ich finde es sehr merkwürdig, was du daraus gelernt haben willst.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » Fr 22. Jul 2011, 09:35

Robby hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:Die Bibel weiß z. B. nicht, was Liebe ist, denn es ist da keiner der Autoren, der sie aus Eins entwickelt hat. Die Bibel behauptet nur die Liebe Gottes, aber sie weiß nicht, was das ist.


Hi Scardi

Du hast bestimmt schon 1. Korinther 13 gelesen. Eine treffende Beschreibung göttlicher Liebe habe ich nur da gefunden.

[i]Die Liebe – größer als alle Gaben
1 Wenn ich in Sprachen rede, die von Gott eingegeben sind – in irdischen Sprachen1 und sogar in der Sprache der Engel2 –, aber keine Liebe habe, bin ich nichts weiter als ein dröhnender Gong oder eine lärmende Pauke3.
2 Wenn ich prophetische Eingebungen habe, wenn mir alle Geheimnisse enthüllt sind und ich alle Erkenntnis besitze, wenn mir der Glaube im höchsten nur denkbaren Maß gegeben ist4, sodass ich Berge versetzen kann – ´wenn ich alle diese Gaben besitze,` aber keine Liebe habe, bin ich nichts.

Weil Paulus die Liebe nicht herleitet, nicht aus Eins entwickelt, bemerkt er nicht, dass er von sich selbst redet.
Die Liebe hat ein Mensch nicht, wenn er sie für sich beansprucht. Die Liebe hat, der sie sich wie Gott erarbeitet, denn Gott hat sie aus Eins erarbeitet.
Paulus scheint der Meinung zu sein, er würde lieben, weil er von Gott angestrahlt würde.
Die Briefe des Paulus sind wie ein dröhnender Gong eines herrschsüchtigen Menschen. Der Mensch kann sich die Liebe nicht anglauben, sich nicht dazu entscheiden, jetzt zu lieben.
Das ist nur meine Meinung.
Es ist notwendig zu begreifen, wie aus Eins die Liebe entwickelt wird.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » Fr 22. Jul 2011, 09:39

onThePath hat geschrieben:Scardi,

Der Wahrheit Gottes und der Bibel kommst Du nur als Tuender auf die Spur. Als darüber philosophierender hingegen bleibst Du auf jeden fall auf der Strecke ohne das Wesentliche zu finden.

Viel Gerede gleich wenig Wahrheit.
Tun und Sein sind das Wichtigere.

Wie willst du denn die Bibel sein? Wenn du die Bibel tun würdest, dann würdest du strafrechtlich verfolgt werden und all deine Brüder im Herrn würden das verstehen. Es ist bei uns nicht erlaubt, auch auf den Befehl Gottes hin, Menschen zu töten.
Ich hüte mich, die Dinge zu tun, welche die Bibel sagt.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » Fr 22. Jul 2011, 09:42

Gott lässt es zu, dass wir nicht lieben und das auch nicht können. Du kannst rund um die Uhr in der Bibel forschen, du wirst daraus keine Liebe gewinnen.
Du musst die Liebe aus dir erarbeiten. Und weil das so ist, lässt Gott die Lieblosigkeit einfach zu.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Robby » Fr 22. Jul 2011, 10:03

Scardanelli hat geschrieben:Weil Paulus die Liebe nicht herleitet, nicht aus Eins entwickelt, bemerkt er nicht, dass er von sich selbst redet.


Das glaube ich definitiv nicht. Denn wenn ich hier von mir ausgehe, dann sehe ich, dass ich absolut nicht in der Lage bin, diese Liebe immer 1:1 zu leben. Und ich bin auch überzeugt, dass Paulus dies nicht immer konnte. Das ist Agape, göttliche Liebe, die nur Gott schenken kann. Der Mensch kann sie nicht aus sich produzieren, da seine gefallene Natur (ja, ich weiss dieser Ausdruck gefällt dir nicht) nicht dazu in der Lage ist.

Paulus scheint der Meinung zu sein, er würde lieben, weil er von Gott angestrahlt würde.


Ein Mensch kann diese Agape nur dann leben, wenn er von Gott dazu ermächtigt und ausgestattet wird.
Die Briefe des Paulus sind wie ein dröhnender Gong eines herrschsüchtigen Menschen.


Ich sehe in den Briefen Paulus' derart viele Kostbarkeiten, dass mich deine Formulierung schmerzt.

Es ist notwendig zu begreifen, wie aus Eins die Liebe entwickelt wird.


Das Eins mit Gott?

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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Schoham » Fr 22. Jul 2011, 10:31

Scardanelli hat geschrieben: Es wird verschwiegen, dass der Bruder nicht in die verbotene Frucht gebissen hat, wie der Verlorene Sohn.


Unversöhnlichkeit gegenüber dem reuigen Bruder zeigt, dass er selbst vom Gift der Frucht durchsäuert war.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Schoham » Fr 22. Jul 2011, 10:50

Scardanelli hat geschrieben:Ich kann dir sagen, warum du mit leeren Sprüchen kommst, weil du an sich keinen einzigen Menschen kennst, keinen, der sich als Sünder erkannt hat.


Einen kenne ich und Du kennst ihn auch und wir würden Dich gerne besuchen kommen :)) .

Scardanelli hat geschrieben:Auch dieser Spruch ist eine inhaltsleere Behauptung, denn es gibt keinen einzigen Menschen, der bei Gott gelebt hat und dann von ihm gegangen wäre.


Es gibt Menschen die mit Gott gelebt haben. Er Ist das Leben. Menschen, die Gott in ihr Herz aufnamen und dann von dieser Liebe sich wieder entfernten.

Aber ich habe gegen dich, dass du die erste Liebe verlässt...
Off. 2,4


Scardanelli hat geschrieben:.. wer soll das sein, der daraus gelernt hat?

Wir können uns in beiden Söhnen wiedererkennen, wenn wir anfangen uns kennenzulernen, wie wir sind. Wir können glauben, dass der Vater uns mit offenen Armen empfängt, noch mit dem Geruch des Schweinestalls. Das wir so zu Ihm kommen dürfen, wie wir sind und das Er es Ist, der uns alles schenkt.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Metropolis79 » Fr 22. Jul 2011, 14:49

Scardanelli hat geschrieben:
Metropolis79 hat geschrieben:Hast du schon erkannt, was Liebe ist?
Mich würde interessieren, was für dich Liebe ist!
Manchmal kommt mir so vor, du hast deine eigene Philosophie irgendwie in Worte gefasst, weist aber auch nicht wirklich damit was anzufangen ? ;)

Alles was ist muss aus einem erklärt werden. Du musst also Liebe aus Eins herleiten. Wenn du das nicht kannst, dann weißt du nicht, was Liebe ist.

Scardanelli, ich kann dir in deiner abstrakten Denkweise nicht folgen :?
Es klingt für mich so, als wäre für dich zuerst das Wort Liebe gewesen, und dann versuchte der Mensch heraus zu finden, was Liebe ist!
Aber es ist doch genau umgekehrt, dass zuerst ein Zustand/Gefühl/Subjekt da war, dem man dann ein gewisses Wort zuordnete, es eben benannte.
Du fängst ja auch nicht an, darüber zu philosophieren, was denn nun wirklich der Begriff "Traurigkeit" bedeutet.

Üblicherweise bezeichnet der Mensch die stärkste Zuneigungsempfindung zu einem Menschen oder zu etwas, als Liebe und diese Liebe bedarf keiner Erwiderung.
Und diese Liebe ist dann eine Antriebskraft zum handeln, sowie auch Hass oder andere Gefühle eine Antriebskraft zu handeln sein kann.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » Sa 23. Jul 2011, 11:28

Robby hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:Weil Paulus die Liebe nicht herleitet, nicht aus Eins entwickelt, bemerkt er nicht, dass er von sich selbst redet.

Das glaube ich definitiv nicht. Denn wenn ich hier von mir ausgehe, dann sehe ich, dass ich absolut nicht in der Lage bin, diese Liebe immer 1:1 zu leben. Und ich bin auch überzeugt, dass Paulus dies nicht immer konnte. Das ist Agape, göttliche Liebe, die nur Gott schenken kann. Der Mensch kann sie nicht aus sich produzieren, da seine gefallene Natur (ja, ich weiss dieser Ausdruck gefällt dir nicht) nicht dazu in der Lage ist.

Was du kannst und was nicht, das erfährst du nur, wenn du es willst. Wenn du etwas willst, aber es trotzdem nicht kannst, dann bist du dazu nicht in der Lage.

Du setzt dein Vertrauen in einen Gott, der die Liebe nicht schenkt, denn sie wurde in den letzten 2000 Jahren auf dieser Welt nicht beobachtet.

Weil du also dein Vertrauen in einen Gott setzt, der das gar nicht kann, jedenfalls nicht in den letzten 2000 Jahren gezeigt hat, ist dein Wunsch, Lieben zu können, wenig glaubhaft.

Ich verstehe nicht, warum Menschen in einen Gott ihr Vertrauen setzen, der das, was er soll, gar nicht zeigt?

Du sagst, nur Gott könne das schenken. Schön - nur warum tut er es dann nicht?

Ich glaube nicht, dass Gott das kann und was bisher zu erkennen war, so deckt sich meine Glaube mit der Erfahrung.

Es ist einfach schwer zu verstehen, warum Menschen wie du etwas glauben, was nicht nur nicht stattfindet, sondern das Gegenteil davon real vorliegt?
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Fee » Sa 23. Jul 2011, 12:40

Metropolis79 hat geschrieben:Es klingt für mich so, als wäre für dich zuerst das Wort Liebe gewesen, und dann versuchte der Mensch heraus zu finden, was Liebe ist!
Aber es ist doch genau umgekehrt, dass zuerst ein Zustand/Gefühl/Subjekt da war, dem man dann ein gewisses Wort zuordnete, es eben benannte.

Natürlich ist zuerst etwas da, das dann mit einem Begriff belegt wird.
Aber das Setzen eines Begriffs erfordert einen klare Vorstellung, was gemeint ist.
Gerade beim Begriff "Liebe" meint jeder was anderes, und es ist eines der meist missbrauchten Worte überhaupt. Inflationär und diffus.

Üblicherweise bezeichnet der Mensch die stärkste Zuneigungsempfindung zu einem Menschen oder zu etwas, als Liebe und diese Liebe bedarf keiner Erwiderung.
Und diese Liebe ist dann eine Antriebskraft zum handeln, sowie auch Hass oder andere Gefühle eine Antriebskraft zu handeln sein kann.
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Bereits Deine Beschreibung von Liebe ist Philosophie. Mehr nicht.
Es ist unmaßgeblich, ob es für Dich so eindeutig ist. Aber gerade in der vermeintlichen Klarheit wird oft Wichtiges übersehen.

Wäre Liebe nur ein Gefühl, z.B. der Zuneigung, dann könnte - ein extremes Beispiel genommen wegen der Klarheit - ein Sklavenhalter seinem Sklaven zugeneigt sein. Er ist nützlich für ihn und deswegen die Zuneigung.
Die angebliche "Liebe" gründet darauf, dass der andere nützliches Objekt eigener Interessen ist. Das ist schlicht keine Liebe.

Liebe heißt ein Subjekt behandelt einen anderen als gleichrangiges Subjekt und ordnet ihn nicht als Objekt den eigenen Interessen unter.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Metropolis79 » Sa 23. Jul 2011, 13:36

Fee hat geschrieben:Die angebliche "Liebe" gründet darauf, dass der andere nützliches Objekt eigener Interessen ist.

Woher stammt diese "deine" Erkenntnis?

Liebe heißt ein Subjekt behandelt einen anderen als gleichrangiges Subjekt und ordnet ihn nicht als Objekt den eigenen Interessen unter.


Ein "Subjekt"? :D
Und das ist Liebe? Oder eben deine Philosophie davon ;)
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Fee » Sa 23. Jul 2011, 14:44

Metropolis79 hat geschrieben:Woher stammt diese "deine" Erkenntnis?

Letztlich von Gott, der mir Vernunft gab. - Nimmst Du den Geist Gottes für Dich in Anspruch, aber der widerspricht der Vernunft? Das wäre ein eigenartiger "Geist".

Liebe heißt ein Subjekt behandelt einen anderen als gleichrangiges Subjekt und ordnet ihn nicht als Objekt den eigenen Interessen unter.

Ein "Subjekt"? :D
Und das ist Liebe? Oder eben deine Philosophie davon ;)

Inhaltlich lässt Du Dich nicht darauf ein. Versuche es mal mit "Geist" anzugehen. Also vernünftig.

Subjekt ist: der/die/das Wahrnehmende/Handelnde/Denkende/Entscheidungenherbeiführende, etc.
Objekt: mit diesem wird "gehandelt", bloßer Gegenstand des Handelns bzw. Wahrnehmens anderer.

Es ist keine Schande, von Philosophie wenig zu wissen. Aber Du könntest Dich ja bemühen. Ich helfe Dir.

P.S. Wenn Du nichts von Philosophie halten solltest, warum schreibst Du dann unter "Philosophieren über Gott und die Welt"?
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Metropolis79 » Sa 23. Jul 2011, 15:00

Fee hat geschrieben:P.S. Wenn Du nichts von Philosophie halten solltest, warum schreibst Du dann unter "Philosophieren über Gott und die Welt"?

Da ich nicht bemächtigt bin, den Threadtitel zu ändern ;)
Passender wäre ja " Diskutieren über Gott und die Welt"

Woher entnimmst du eigentlich, dass ich von philosophieren nichts halte?
Unterstellst du mir da jetzt nicht etwas?
Ist Philosophie etwas Nützliches? Wenn ja, wofür nützlich? Erschwert einem Philosophie nicht das Leben oder ist gar hinderlich? Wenn Nicht, wie begründest du dann deine Ansicht?

Warum lässt Gott es zu, dass Menschen philosophieren und nicht einfach leben, wie seine Liebe es möchte?
Wenn Gott Liebe ist, warum lässt er uns dann nicht einfach sein, wie wir sein wollen?
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » Sa 23. Jul 2011, 15:28

Robby hat geschrieben:Wenn ich in Sprachen rede, die von Gott eingegeben sind – in irdischen Sprachen1 und sogar in der Sprache der Engel2 –, aber keine Liebe habe, bin ich nichts weiter als ein dröhnender Gong oder eine lärmende Pauke3.

Diese Aussage ist wahr, oder ich könnte sie verteidigen.

Es ist immer nur das Ganze das Wahre. Teile vom Ganzen sind nicht das Wahre.
Die Liebe ist auch immer nur als die Ganze. Es ist die Liebe Gottes und die Liebe des Menschen. Wenn du beides nicht hast, nutzt dir eins davon auch nichts.

Hier schreibt Paulus, wenn er von Gott alles hätte, aber keine Liebe, dann wäre er ein dröhnender Gong.
Wir wissen ganz sicher, dass er nun ein dröhnender Gong ist, denn ihm fehlt zum Ganzen die Liebe der Menschen.
Paulus mag von Gott geliebt werden, aber gewiss nicht von seinem Nächsten, also hat Paulus die Liebe nicht, denn er hat sie nur dann, wenn sie ganz ist.

Im Grund rede ich von nichts anderem, ich rede von der Allversöhnung, davon, dass sich die Menschen untereinander versöhnen und solange das ausbleibt, solange kann Gott uns auch nicht helfen.

Allversöhnung ist, wenn alles versöhnt ist, insbesondere der Mensch mit dem Menschen.
Die Allversöhnung beginnt mit der Versöhnung der Menschen untereinander, und dann, erst dann kommt die Versöhnung mit Gott.

Liebe ohne Allversöhnung ist absolut unmöglich. Das ist ganz leicht zu beweisen.

Und Christen sind Menschen, die meinen, auch mit der halben Liebe, nur mit der Liebe von Gott würden sie durchkommen, aber das ist ein Irrtum. Das haben nicht zuletzt die letzten 2000 Jahre gezeigt.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Schoham » Sa 23. Jul 2011, 16:11

Scardanelli hat geschrieben:Liebe ohne Allversöhnung ist absolut unmöglich.


Ohne Allversöhnung ist es unmöglich in Frieden zu leben. Wer sich nicht durch den Sohn Gottes mit Gott versöhnen lassen will, schliesst sich selbst von der Liebe aus und bleibt mit seinem Nächsten unversöhnlich und fern von Gottes ewigem Friedensreich.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » Sa 23. Jul 2011, 17:42

Robby hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:Die Bibel weiß z. B. nicht, was Liebe ist, denn es ist da keiner der Autoren, der sie aus Eins entwickelt hat. Die Bibel behauptet nur die Liebe Gottes, aber sie weiß nicht, was das ist.

Du hast bestimmt schon 1. Korinther 13 gelesen. Eine treffende Beschreibung göttlicher Liebe habe ich nur da gefunden.
Wenn ich meinen ganzen Besitz an die Armen verteile5, wenn ich sogar bereit bin, mein Leben zu opfern und mich bei lebendigem Leib verbrennen zu lassen6, aber keine Liebe habe, nützt es mir nichts.
4 Liebe ist geduldig, Liebe ist freundlich7. Sie kennt keinen Neid8, sie spielt sich nicht auf, sie ist nicht eingebildet.

Ich weiß durch dein Zeugnis, dass du alles völlig ungeprüft von der Bibel ableitest. Merkst du nicht, dass darin dann kein Ernst ist?

Ich frage dich nach der Liebe und natürlich lieferst du einen Bibeltext. Merkst du nicht, dass dies nur ein Reflex ist, wenn du immer nur die Bibel ungeprüft vorlegst?

Wenn du von Eins ausgehst, dann muss sich Eins teilen, denn Liebe braucht zwei. Eins liebt nicht, denn es ist in Eins kein Grund dazu. Die Liebe macht vollständig, aber Eins ist das bereits.

Was Paulus hier beschreibt, das ist sicher alles nett und gut gemeint, aber es ist eben nicht gründlich.

Paulus unterlässt es, den Schmerz darzustellen, der mit der Liebe einhergeht, weil die Trennung notwendig ist. Ohne die Trennung keine Liebe. Paulus liefert euch nur einen rosaroten Wattenbausch voller Süßigkeit, damit ihr euch in eurer Positivität nicht gestört fühlt.
Wenn du etwas Distanz zur Bibel hättest, dann könntest du das sehen. Distanzlosigkeit macht blind. Wenn du deinen Kopf gegen eine Wand presst, wie du deine Urteilskraft in die Bibel drückst, dann kannst du die Wand nicht mehr sehen, weil dein ganzes Sehen nur diese Wand wäre.

Was Paulus über die Liebe schreibt, das ist sie nicht in ihrem Wesen, sondern das sind Erscheinungen der Liebe und dann nur ihre positiven. Das Negative der Liebe, die Trennung, das lässt Paulus weg.

Aber diese Trennung ist gegenwärtig, denn Gott lässt sie zu. Wir sind alle von Gott getrennt, denn auch die Christen hoffen auf eine innigere Beziehung und das geht nur, wenn jetzt Trennung ist.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » Sa 23. Jul 2011, 17:50

Schoham hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:Liebe ohne Allversöhnung ist absolut unmöglich.


Ohne Allversöhnung ist es unmöglich in Frieden zu leben. Wer sich nicht durch den Sohn Gottes mit Gott versöhnen lassen will, schliesst sich selbst von der Liebe aus und bleibt mit seinem Nächsten unversöhnlich und fern von Gottes ewigem Friedensreich.

Wenn es nur so einfach wäre. Es ist aber extrem kompliziert. Wenn dich dein Nächster nicht liebt, dann bist du unvollständig. Du entscheidest nicht über die Liebe. Es gibt keine Entscheidung, kein Verhalten, das du zeigen könntest, das dich heilt. Du bist absolut von der Nächstenliebe abhängig.
Du kannst Tag und Nacht beten, Tag und Nacht mit deinem Jesus verbringen - wenn dich dein Nächster nicht liebt, dann bist du verloren.

Christen reden oft darüber, dass sie sich nicht selbst helfen können. Das ist wahr. Du kannst nichts tun, absolut nichts. Diese Aussichtslosigkeit deines eigenen Tuns, die erfährst du in der Abhängigkeit von deinem Nächsten.
Du musst deinen Nächsten dazu bringen, geliebt zu werden. Du musst etwas Unmögliches tun. Das und nur das zeigt, wie wenig ein Mensch wirklich tun kann.

Es gibt nichts, was du selbst tun kannst, um dich zu retten. Auch dein Glaube an was auch immer, wird dich nicht retten. Nur die Liebe rettet.
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