lässt gott das zu?

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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Sandra73- » Sa 16. Jul 2011, 23:16

Ja, Scardi. Das wäre tatsächlich so, wie Du es beschreibst.
Wenn nicht das hier wäre:

"Weisst Du nicht, dass dich Gottes Güte zur Busse leitet?" (Römer 2,4)

"Es kann niemand zu mir kommen, es sei denn, ihn ziehe der Vater, der mich gesandt hat, und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage." (Johannes 6,44)

Da die Tatsachen so stehen, wie Du beschrieben hast, greift Gott da ein, wo er sieht, dass jemand bereit wäre zur Busse, aber aufgrund der von Dir ausgeführten Fakten nach dem Gesetz der Logik nicht Busse tun wollen würde.
Und dann will jemand auch seine Sünden bekennen.

Hast Du noch nie den Drang, den brennenden Wunsch empfunden, etwas zu bekennen?
Und noch nie die Erleichterung, das Wohlgefühl, die Freude darüber, dass es ausgesprochen ist?
Ich habe es gefühlt und erlebt.

In Epheser 5 heisst es, was ans Licht kommt, verliert seine Macht über uns, die es hat, solange es im Dunkeln verborgen bleibt.
Ein gutes Beispiel für diese Dynamik sind die sogenannten "Familiengeheimnisse".
"Werfet Euer Vertrauen nicht weg, welches eine grosse Belohnung hat."
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » So 17. Jul 2011, 00:07

Sandra73- hat geschrieben:Ja, Scardi. Das wäre tatsächlich so, wie Du es beschreibst.
Wenn nicht das hier wäre:

"Weisst Du nicht, dass dich Gottes Güte zur Busse leitet?" (Römer 2,4)

Das eine ist eine Aussage der Bibel und das andere bist du. Beides ist nicht dasselbe.
Die Bibel ersetzt für den Christen das Leben des Christen. Ein Christ schaut nicht bei sich selbst nach, wenn er fragt, was er tut, nein, er forscht in der Bibel. Nicht das Leben des Christen entscheidet, sondern was die Bibel als dieses Leben behauptet.

Da die Tatsachen so stehen, wie Du beschrieben hast, greift Gott da ein, wo er sieht, dass jemand bereit wäre zur Busse,

Der Mensch ist nicht bereit zur Buße. Menschen achten peinlich genau darauf, dass ihre Sünden nicht bekannt werden, weil das Sündenbekenntnis schmerzhaft bis unerträglich ist.
Menschen sind nur dann bereit ihre Sünden zu bekennen, wenn sie dabei die Kontrolle behalten, also genau vorhersagen können, was als nächstes geschieht.

Der Katholik sagt seine Sünden nur einem Menschen und der Evangele gar keinem mehr. Beide suchen einen geschützten Raum auf, damit ihre Sünden nicht bekannt werden. Hier ist also weit und breit kein Bekenntnis, sondern eine Verheimlichung und deshalb ist hier auch keine Buße.

Der Kathole sagt noch 10 Vater Unser auf aber der Evangele bestimmt die Bußaufgaben selbst, heißt, es findet gar keine praktische Buße mehr statt.

Die Buße ist also durch die Bank weg wohl nicht mehr als ein Ritual.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Sandra73- » So 17. Jul 2011, 00:20

Scardanelli, mit was für Menschen hast Du Kontakt?
Ist es für Dich vorstellbar, dass es Menschen gibt, die ausserhalb Deines Erfahrungshorizontes agieren können, oder erleben können?
Mich dünkt manchmal, dass etwas für Dich unbedingt jedem Menschen übergezogen werden muss, nach Deiner Logik. Und dass für Dich etwas, das nicht restlos und absolut jedem Menschen gleich gilt, für Dich etwas einfach Unvorstellbares ist und damit dann also unwahr.

Es steht dann aber Wort gegen Wort: Wenn ich Dir sage, ja, ich will meine Sünden bekennen, auch wenn es schmerzhaft ist.....und Du sagst mir: Nein, das bildest Du Dir ein, das willst Du gar nicht, weil es nach der Logik des Menschen nicht gehen kann....was machen wir da?
Ist das nicht irgendwie ein bisschen absurd?

Das mit der Schmerzvermeidung ist logisch, ja.
Dennoch kann dieses Bedürfnis nach Schmerzvermeidung zurückgestellt werden, wenn die Einsicht da ist, dass ich mit einer anderen Handlungsweise den Schmerz nicht nur verdrängen kann (wie bei der Vermeidung), sondern dass die Wunde geheilt werden kann.

Wenn dies derart unmöglich wäre, dann wäre es auch unmöglich, dass jemand beim Arzt eine Wunde desinfizieren lässt oder sich eine Wunde säubern lässt, einen Verbandswechsel zulässt, einen Zahn ziehen lässt usw.
Dass dies aber nicht unmöglich ist, sondern dass Menschen dies praktizieren, ist eine beweisbare Tatsache.
Diese Art Einsicht ist also ebenfalls im Menschen da.
Zuletzt geändert von Sandra73- am So 17. Jul 2011, 00:24, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » So 17. Jul 2011, 00:22

Niemand sagt dir, was die Buße ist, niemand bestimmt sie, auch Gott lässt die Buße einfach zu, denn die Buße ist ein organischer Inhalt des Bekenntnisses.
Wenn du deinen Sünden wahrhaft bekennst, dann wirst du die Buße am eigenen Leib spüren, denn wenn du deine Sünden bekannt hast, dann sind sie bekannt und dann musst du das aushalten und das, exakt das ist die Buße.
Deshalb ist die Buße so schwer, ja unerträglich und deshalb ist die Buße auch so selten.

Wer seine Sünden bekennt, der erlebt die Buße. Bekennen bedeutet, dass jetzt nicht nur die Sünde bekannt ist, sondern auch, wer dafür verantwortlich ist.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Sandra73- » So 17. Jul 2011, 00:25

Ja, Scardanelli, so ist es.

Nun denn, Busse ist ein Oberbegriff für einen variierenden Inhalt. Natürlich. Ich versuche mit "Busse" die Vorgehensweise zu beschreiben, nicht den Inhalt.

Das ist Busse, ja.
Natürlich heisst das, dass sowohl die Sünde wie auch der Verantwortliche nun bekannt ist, also ich mich meinem Tun sowohl mir selbst als Verantwortliche dieses Tuns stelle.
Ist es für Dich so jenseits Deines Horizontes, dass jemand das tatsächlich tut? :?:
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » So 17. Jul 2011, 08:06

Wenn du ertappt wirst, dann bist du zwangsläufig in Buße, weil du gezwungen wirst zu büßen. So etwas ist unangenehm.

Du kannst dich aber auch selbst offenbaren, selbst deine Schuld bekennen und das wäre dann deine freie Entscheidung.

Menschen tun nicht, was für sie unangenehm ist. Menschen suchen in Religion auch nicht das Unangenehme, sondern eine Gotteserfahrung, ein Wohlgefühl.

Menschen werden nicht religiös, weil es ihnen um Wahrheit geht, sondern weil sie sich wohl fühlen wollen. Menschen werden religiös, weil sie damit ihren egoistischen Interessen folgen. Sünder werden religiös und Sünder haben die Interessen von Sündern. Was hast du denn gedacht?

Der Zweck der Religion ist das Wohlgefühl des Egoisten und dem wird alles untergeordnet, meint, es wird instrumentalisiert. Das lässt sich beweisen.

Die Religion des Wohlgefühls ritualisiert alle unangenehmen Sachverhalte, aus unangenehmen Gefühlen. Ein Ritual neutralisiert Inhalte.

Die Buße ist nicht nur im Christentum ein Ritual. Menschen meinen, sie müssten irgendetwas tun und das wäre dann die Buße, wie zwanzig Gebete aufsagen. Das ist aufgesetzt, denn bei der Buße musst du gar nichts tun, denn die käme von ganz alleine.

Wenn du bekennst, dann wird auf dich die Buße kommen, weil sich deine Umwelt gemäß deiner Handlungen zu dir verhalten wird. Wenn du deinem Ehepartner den Seitensprung bekennst, dann hängt der Haussegen schief und das ist die Buße. Es werden künstliche Beschwernisse als Buße aufgetragen, weil ja nicht wahrhaft bekannt wurde.
Die wahre Buße, die käme von ganz alleine, weil sie Teil des Bekenntnisses ist.

All das, all diese unberechenbaren Gefahren aus dem wahren Leben, die hat die Religion eingefangen und in einem Ritual verarbeitet, damit auf den Gläubigen keine Gefahr mehr kommt.

Durch das Ritual bauen Religionen riesigen Leugnungsmechanismen auf. Der evangelische Christ, der bildet sich seine Buße nur noch ein. Er liest sie in der Bibel und von dort stellt er sie sich vor, wobei er weit davon entfernt ist, seine Sünden zu bekennen.
Der geht in die Stille, erzählt seine Sünden Gott und von dem weiß er, dass er nichts büßen muss.
Wir aber, wir erfahren von der Verantwortung für Sünden gar nichts, weil genau das, das Unangenehme wäre und nur das die Buße bedeuten würde.

Und all das lässt Gott zu, weil jeder selbst in die Buße finden muss.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » So 17. Jul 2011, 08:17

Sandra73- hat geschrieben:Es steht dann aber Wort gegen Wort: Wenn ich Dir sage, ja, ich will meine Sünden bekennen, auch wenn es schmerzhaft ist.....und Du sagst mir: Nein, das bildest Du Dir ein, das willst Du gar nicht, weil es nach der Logik des Menschen nicht gehen kann....was machen wir da?
Ist das nicht irgendwie ein bisschen absurd?

Der Mensch sündigt, weil er das will. Wenn ich sündigen will, dann will ich nicht gleichzeitig meine Sünden bekennen.
Das wäre ja pervers.
Ich würde dir eine Perversion unterstellen, wenn ich dir glauben würde, dass du, der du zuerst die Sünde wolltest, sie dann plötzlich nicht mehr willst.
Ich bin nicht hier, um dich zu beleidigen, oder um mich über dich lustig zu machen.

Bevor du deine Sünden bekennen kannst, musst du erst mal in Erfahrung bringen, warum du sündigen willst, sonst spaltest du deine Persönlichkeit in zwei sich widersprechende Absichten.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Schoham » So 17. Jul 2011, 15:02

Scardanelli hat geschrieben:Bevor du deine Sünden bekennen kannst, musst du erst mal in Erfahrung bringen, warum du sündigen willst, sonst spaltest du deine Persönlichkeit in zwei sich widersprechende Absichten.


Von Einem muss ich abhängig werden, damit ich frei werde.

Frei, einzusehen dass ich sündige. Frei, den Wunsch zu bekommen nicht mehr sündigen zu müssen. Frei den Willen zu haben nicht mehr zu sündigen. Aufhören zu sündigen. Durch die eine Abhängigkeit wird der Mensch von allen seinen Süchten frei. Im Buch steht es geschrieben. Im realen Leben erfährt es derjenige der sich auf das Wort Gottes einlässt, es glaubt und daraus lebt.

Unsere Persönlichkeit ist gespalten. Gott will den Menschen eins machen, so dass er das tut was er will und es im Einklang ist mit Gott, dem Gewissen und den Mitmenschen, Mitgeschöpfen, so viel an ihm liegt, es ihm möglich ist.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon jes_25913 » Mo 18. Jul 2011, 07:26

Scardanelli hat geschrieben:Warum kopierst du meinen Text, der unmittelbar über deinem steht, noch mal über den deinen?
Welchen Sinn macht diese Verdoppelung?
Lenkst Du jetzt ab, weil Du Dich getroffen fühlst?
Es führt dich nicht auf den richtigen Weg, wenn du den falschen ablehnst. Du musst, um wieder umkehren zu können, den Sinn in der Freiheit verstehen, warum du den falschen Weg gehst.

Ich gehe keinen falschen Weg mehr. Das habe ich stark genug gefühlt, dass der ins Verderben führt.

Es ist für das Heil absolut notwendig zu begreifen, warum der Mensch das Paradies verlassen musste.
Habe ich begriffen. Der Mensch musste allerdings nicht das Paradies um eines bestimmten Zweckes Willen verlassen, sondern das ergab sich aus der Wesenheit des Geschaffenen im Angesicht des Unerschaffenen.
Im Christentum wird immer wider nur mit erhobenem Zeigefinger vor dem falschen Weg gewarnt, anstatt sich mal dort zu befinden. Wer den falschen Weg nicht geht, der wird nicht zurück gehen können, weil er sich selbst verleugnet.
Es ist ja richtig, dass gewarnt wird auf dem falschen Weg weiterzugehen bis die Frucht des falschen Weges eintritt: Das Gefangensein im Leid, aus dem man nicht mehr herausfindet.
"Ich bin ein Sünder" das muss erlebt werden. Sünder haben nicht beleidigt auf ihr Dasein zu reagieren: "ich doch nicht". Du musst als Sünder lernen die Schmach deiner Sünden zu ertragen. Der Weg des Sünders liegt in der Scham und nicht in einem erhobenen Haupt, weil du nun frei gesprochen wurdest.

Gut, Du meinst, das Sündenbewusstsein, das viele Menschen haben, ist zu oberflächlich. Demzufolge gehen sie auch nur oberflächlich den richtigen Weg.
Einiges ist "schwer zu verstehen, was die Unwissenden und Leichtfertigen verdrehen, wie auch die andern Schriften, zu ihrer eigenen Verdammnis." (2Petr 3,16)
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon jes_25913 » Mo 18. Jul 2011, 07:40

Scardanelli hat geschrieben:
jes_25913 hat geschrieben: Nun ist es an alle, die bisher noch nicht umgekehrt sind, dies zu tun und den richtigen Weg zu gehen.

Durch Glauben wird keine Umkehr eingeleitet, weil der falsche Weg in der Praxis als Praxis sich zeigt.
Umkehr ist Praxis und nicht daran zu denken und sich einem Sollen positiv zu stellen.
Wenn jemand zum Glauben kommt - und wenn dieser Glaube echt ist - dann ist es doch so, dass jemand zu einer gewissen Einsicht gekommen ist. Wenn also jemand zur Einsicht gekommen ist, der bisherige Weg war falsch, jetzt kenne ich den richtigen und gehe diesen, so ist eine Umkehr eingeleitet. Das ist Praxis. Ob er nun allerdings zielstrebig auf dem neuen Weg geht ist eine andere Frage..
Diese Welt sieht so aus, dass gar keiner umgekehrt ist, nicht einer.
Diese Welt sieht deshalb so aus, wie sie aussieht, weil immer nur relativ wenige Menschen umkehren und weil eben nur wenige nahe genug ans Ziel kamen. Da wird nämlich erst der Segen des richtigen Weges unübersehbar deutlich.
Die blanke Abwehr der Christen gegen das Böse führt dazu, dass sie sich ihre eigene Umkehr einbilden. Das Böse und das Falsche lässt sich nicht wegdenken, nicht wegglauben.
Der echte Christ identifiziert sich mit seiner neuen Natur. Solange er in dieser noch nicht vollendet ist - sich also noch in der Wachstumsphase befindet -muss er noch seine alte Natur ertragen und nicht wegblenden. Die Konzentration aber auf seine neue Natur, lässt diese wachsen.
Wer das Böse das er ist, nicht aushalten kann, der kann auch nicht umkehren. Lade deine Schuld nicht auf Jesus, sondern lerne sie erst mal kennen.

Sündenerkenntnis ist ein Bestandteil jeder Umkehr. Sie sollte allerdings zur Selbsterkenntnis vertieft werden.
Du hast recht, dass viele Christen nur oberflächlich ihre Sünden erkennen, sie kurz bekennen und zur Tagesordnung übergehen. So wird aber nicht die Sünde an der Wurzel erkannt. Man muss erkennen, wie werde ich zu etwas verführt, das ich als sündig erkenne und dem ich immer wieder unterliege. Dazu gehört Selbstbeobachtung.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » Mo 18. Jul 2011, 09:40

Schoham hat geschrieben:Frei, einzusehen dass ich sündige. Frei, den Wunsch zu bekommen nicht mehr sündigen zu müssen.

Dir fehlt dabei die Erkenntnis, warum du in Freiheit sündigst.
Du willst sündigen und das veruchst du vehement auszublenden.
Du musst zuerst Gott erklären, warum du sündigen willst.
Warum ist es dein Wunsch, zu sündigen?

Solange du so tust, du dich selbst täuschst, dass du eigentlich ganz anders wärst, aber nicht dazu kämst, solangen wird das nichts werden, mit der Sündenbefreiung.

Du bist dieser typische Christ, der verkündet: ich will nicht sündigen.

Und das ist deine Täuschung, denn du willst sündigen. Solange du das nicht einsiehst, wirst du weiterhin leugnen, dass du ein Sünder bist.

Christen sind Menschen, die behaupten, das nicht zu wollen, was sie wollen.

Christen bekennen sich nur dann als Sünder, wenn sie gleich erklären können, dass sie das eigentlich nicht wollen, Sünder zu sein.
Das stimmt aber nicht. Der Mensch ist, was er will. Wenn ein Mensch sündigt, dann will er das, dann ist das sein Wunsch.
Du müsstest zuerst dein Leugnen, Sünder zu sein, bearbeiten.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » Mo 18. Jul 2011, 09:44

jes_25913 hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:Warum kopierst du meinen Text, der unmittelbar über deinem steht, noch mal über den deinen?
Welchen Sinn macht diese Verdoppelung?
Lenkst Du jetzt ab, weil Du Dich getroffen fühlst?

Wenn dir das wichtig erscheint ...?
Ich möchte das tortzdem wissen - warum tust du das? Glaubst du sonst, deine Leser würden den Faden verlieren?
Ich meine, der von dir kopierte Text stand unmittelbar darüber. Durch deine Aktion war er nun direkt hintereinander zweimal vorhanden. Was soll das?
Das hast du ja getan, nicht ich.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon onThePath » Mo 18. Jul 2011, 09:52

Christen bekennen sich nur dann als Sünder, wenn sie gleich erklären können, dass sie das eigentlich nicht wollen, Sünder zu sein.
Das stimmt aber nicht. Der Mensch ist, was er will. Wenn ein Mensch sündigt, dann will er das, dann ist das sein Wunsch.


Scardi, das ist ja das Problem des Menschen.
Die Sünde hat ja eine Macht über den Menschen. Wenn der Christ die Sünde in sich ausmerzen will, ist das nicht leicht.
Oder ist es leicht, Unordnung in Ordnung umzuwandeln ? Nicht mehr das Falsche zu wollen, es nicht mehr zu tun ? Jede Sünde und jeder Wille dazu bringt den Mensch in Unordnung. Die Psyche des Menschen ist in großer Unordnung.

Der Mensch soll das Gute wollen und deshalb es sein lassen, die Sünde zu wollen. Er soll zum Überwinder der Sünde werden, er soll sich zum reifen Christen entfalten.
Das das nicht ohne Kampf in der Psyche geschehen kann, ist ja klar. Es ist ein ständiges Ringen.

lg, oTp
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Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » Mo 18. Jul 2011, 09:53

jes_25913 hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben: Es führt dich nicht auf den richtigen Weg, wenn du den falschen ablehnst. Du musst, um wieder umkehren zu können, den Sinn in der Freiheit verstehen, warum du den falschen Weg gehst.

Ich gehe keinen falschen Weg mehr. Das habe ich stark genug gefühlt, dass der ins Verderben führt.

Was hier geht, ist eine Illusion. Liebe bedeutet, es gehen mindestens zwei. Wenn du alleine gehst, dann gehst du schon aus formalen Gründen den falschen Weg.
Es müssen schon deshalb mindestens zwei gehen, weil einer sich verirren wird.

Wenn du den richtigen Weg zeigst, dann musst du mindestens zwei zeigen, die den gehen. Ein Mensch ist nur ein Teil und Teile können niemals richtig sein.

Ein Stück Kuchen ist niemals der ganze Kuchen. Was du da von dir behauptest, ist prinzipiell unmöglich.
Das macht im Falle des einzelnen Menschen aber nichts, denn jeder einzelne Mensch vergeht und mit ihm vergehen dann seine Illusionen, Täuschungen.

Das gehört zur praktischen Seite der Schöpfung, dass mit ihr auch jeder vereinzelte geistige Müll gleich entsorgt wird. Egal wie groß der jeweilige menschliche Irrtum auch ist, er geht mit dem Einzelnen dann auch unter.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » Mo 18. Jul 2011, 10:01

onThePath hat geschrieben: Die Sünde hat ja eine Macht über den Menschen. Wenn der Christ die Sünde in sich ausmerzen will, ist das nicht leicht.

Christen können die Sünden nicht ausmerzen, das haben schon die letzten 2000 Jahre gezeigt.
Christen können das aus methodischen Gründen nicht. Was du nicht an dich heranlässt, das wirst du nicht ausmerzen können.

Weil Christen die Sünde nur unterscheiden, aber sich nicht damit identifizieren, können sie die Sünde niemals ausmerzen.
Oder ist es leicht, Unordnung in Ordnung umzuwandeln ? Jede Sünde und jeder Wille dazu bringt den Mensch in Unordnung. Die Psyche des Menschen ist eine große Unordnung.

Dann lass das mal an dich herantreten. Diese Unordnung erkenne ich an dem Umgang der Christen mit der Sünde.
Was ich sehe, ist die Leugnung der Sünde im Christentum auf hohem Niveau, weil Christen nicht für die Sünde verantwortlich sein wollen. Christen meinen, die Ursache der Sünde könne in Ketten gelegt werden. Für mich ist das ein Ausdruck erhöhter Unordnung der Psyche.

Der Mensch soll das Gute wollen und deshalb es sein lassen, die Sünde zu wollen.
Das das nicht ohne Kampf in der Psyche geschehen kann, ist ja klar.

Die Sünde erscheint als das Gute und weil Christen das ablehnen, sehen sie die Sünde noch nicht einmal.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Sandra73- » Mo 18. Jul 2011, 22:38

Scardanelli hat geschrieben:Ich würde dir eine Perversion unterstellen, wenn ich dir glauben würde, dass du, der du zuerst die Sünde wolltest, sie dann plötzlich nicht mehr willst.
Ich bin nicht hier, um dich zu beleidigen, oder um mich über dich lustig zu machen.


Scardanelli, das weiss ich doch, dass Du nicht hier bist, um mich zu beleidigen oder Dich über mich lustig zu machen. Im Gegenteil. Ich fühle mich in diesem Dialog momentan sogar sehr ernst genommen.

Scardanelli hat geschrieben:Der Mensch sündigt, weil er das will. Wenn ich sündigen will, dann will ich nicht gleichzeitig meine Sünden bekennen.
Das wäre ja pervers.


Das scheint so, ja.
Und mit der Perversität liegst Du gar nicht so daneben. Ich würde es aber andersrum formulieren : Es ist pervers, dass der Mensch, der seine Sünden bekennen will, gleichzeitig sündigen will.
Dies ist die Perversität dieses in der Sünde versklavten menschlichen Wesens.
Und hier geht es nicht um die tätliche Sünde, sondern das sündige Wesen des Menschen an sich, diese Trennung von der Heiligkeit Gottes dadurch.

Schau, in eben diesem Zwiespalt dieser Perversität zeigt sich besonders gut die Kluft zwischen der ursprünglichen Heimat udn Bestimmung des Menschen bei Gott und dem durch die Sünde versklavten Wesens des Menschen.

Es ist unlogisch, dennoch eine Tatsache:
Ich habe Sehnsucht nach dem Bekennen meiner Sünden (das Sehnen, das Urwissen meiner eigentlichen bestimmung als Mensch) und gleichzeitig will ich die Sünde (das versklavte Wesen des sündigen Menschen):

Römer 7,14-25
Denn wir wissen, daß das Gesetz geistlich ist; ich bin aber fleischlich, unter die Sünde verkauft. Denn ich weiß nicht, was ich tue. Denn ich tue nicht, was ich will; sondern, was ich hasse, das tue ich. So ich aber das tue, was ich nicht will, so gebe ich zu, daß das Gesetz gut sei. So tue ich nun dasselbe nicht, sondern die Sünde, die in mir wohnt. Denn ich weiß, daß in mir, das ist in meinem Fleische, wohnt nichts Gutes. Wollen habe ich wohl, aber vollbringen das Gute finde ich nicht. Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich. So ich aber tue, was ich nicht will, so tue ich dasselbe nicht; sondern die Sünde, die in mir wohnt.
So finde ich mir nun ein Gesetz, der ich will das Gute tun, daß mir das Böse anhangt. Denn ich habe Lust an Gottes Gesetz nach dem inwendigen Menschen. Ich sehe aber ein ander Gesetz in meinen Gliedern, das da widerstreitet dem Gesetz in meinem Gemüte und nimmt mich gefangen in der Sünde Gesetz, welches ist in meinen Gliedern. Ich elender Mensch! wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes? Ich danke Gott durch Jesum Christum, unserm HERRN. So diene ich nun mit dem Gemüte dem Gesetz Gottes, aber mit dem Fleische dem Gesetz der Sünde.


In diesen Zwiespalt hinein kommt dann eben Gottes Hilfe, da es ansonsten keinen Ausweg gibt aus dieser Perversität:

"Weisst Du nicht, dass dich Gottes Güte zur Busse leitet?" (Römer 2,4)

"Es kann niemand zu mir kommen, es sei denn, ihn ziehe der Vater, der mich gesandt hat, und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage." (Johannes 6,44)

Scardanelli hat geschrieben:Bevor du deine Sünden bekennen kannst, musst du erst mal in Erfahrung bringen, warum du sündigen willst, sonst spaltest du deine Persönlichkeit in zwei sich widersprechende Absichten.


Ich muss meine Persönlichkeit gar nicht spalten, denn sie ist bereits in diese zwei widersprüchlichen Realitäten/Absichten gespalten. Deshalb gibt es daraus nur durch Gottes Eingreifen einen Ausweg.

Warum ich sündigen will, muss ich nicht in Erfahrung bringen, denn ich weiss, dass es sich um die Versklavung unter die Sünde allgemein handelt.
Etwas Anderes ist allerdings, in Erfahrung zu bringen, weshalb ich gerade dieses Bestimmte sündige Etwas tun will. Also in Erfahrung bringen, welcher innere Antreiber mich zu einer spezifischen Tatsünde ziehen.
Dies ist dann vor allem für die Umkehr relevant.
Denn Busse heisst auch Umkehr.
Also etwas Konkretes dafür tun, diesen Antreiber künftig zu entlarven und ihm keine Nahrung mehr geben, sich von dieser tätlichen Sünde fernzuhalten.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon jes_25913 » Di 19. Jul 2011, 07:19

Scardanelli hat geschrieben:
jes_25913 hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben: Es führt dich nicht auf den richtigen Weg, wenn du den falschen ablehnst. Du musst, um wieder umkehren zu können, den Sinn in der Freiheit verstehen, warum du den falschen Weg gehst.

Ich gehe keinen falschen Weg mehr. Das habe ich stark genug gefühlt, dass der ins Verderben führt.

Was hier geht, ist eine Illusion. Liebe bedeutet, es gehen mindestens zwei. Wenn du alleine gehst, dann gehst du schon aus formalen Gründen den falschen Weg.
Es müssen schon deshalb mindestens zwei gehen, weil einer sich verirren wird.
Das ist Unsinn. Ich kann einen Menschen lieben, ohne von ihm wiedergeliebt zu werden. Also bin ich allein in meiner Liebe zu ihm. Ich kann "mein" Auto lieben (ih persönlich habe keines). Ich kann aber auch die Wahrheit lieben...
Wenn du den richtigen Weg zeigst, dann musst du mindestens zwei zeigen, die den gehen. Ein Mensch ist nur ein Teil und Teile können niemals richtig sein.

Ein Stück Kuchen ist niemals der ganze Kuchen. Was du da von dir behauptest, ist prinzipiell unmöglich.
Das macht im Falle des einzelnen Menschen aber nichts, denn jeder einzelne Mensch vergeht und mit ihm vergehen dann seine Illusionen, Täuschungen.
In welcher Hinsicht vergeht der einzelne Mensch? - Er wandelt sich. Bzw. er kommt, je länger er lebt, seinem Zentrum immer näher. Entweder der Angst, die die Grundlage seiner Identifikation mit dem Leiblichen ist, oder aber der Freude, des Friedens, die aus der Identifikation mit dem Ewigen entspringen.
Einiges ist "schwer zu verstehen, was die Unwissenden und Leichtfertigen verdrehen, wie auch die andern Schriften, zu ihrer eigenen Verdammnis." (2Petr 3,16)
"Ist jemand ein Amt gegeben, so diene er. Ist jemand Lehre gegeben, so lehre er"(Röm 12,7)
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » Di 19. Jul 2011, 08:44

Sandra73- hat geschrieben: Es ist pervers, dass der Mensch, der seine Sünden bekennen will, gleichzeitig sündigen will.
Dies ist die Perversität dieses in der Sünde versklavten menschlichen Wesens.

Es ist Positivität vom Willen zu unterscheiden. Im Wille sind Subjekt und Objekt zwar unterschieden aber doch eins, wobei die Positivität einseitig ist. Beim Willen stimmen Subjekt und Objekt überein, bei der Positivität nicht.
Wenn du nur positiv bist, dann denkst du dich nur, ohne es zu sein.

Der Mensch will seine Sünden nicht bekennen. Menschen, die vorgeben, ihre Sünden zu bekennen, die wollen das nicht, sondern etwas anderes.

Etwas zu wollen, bedeutet, dies als das Ziel zu haben. Christen wollen in den Himmel und dazu instrumentalsieren sie das Sündenbekenntnis.
Sie tun dann etwas, was sie nicht wollen, sondern meinen, zu müssen.

Wenn du etwas willst, dann stimmst du damit überein.

Ich glaube, hier ist nicht klar, was der Wille ist, das wundert aber nicht, denn im Glauben ist noch kein Wille und deshalb werden Christen das wohl nie begreifen, weil sie sich in ihrem Glauben aufgegeben haben.
Mit Glauben ist kein Durchkommen zum Willen.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Schoham » Di 19. Jul 2011, 09:37

Scardanelli hat geschrieben:Der Mensch will seine Sünden nicht bekennen.


Der verlorene Sohn, schon :)).
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Sandra73- » Di 19. Jul 2011, 10:58

Scardanelli hat geschrieben:Es ist Positivität vom Willen zu unterscheiden. Im Wille sind Subjekt und Objekt zwar unterschieden aber doch eins, wobei die Positivität einseitig ist. Beim Willen stimmen Subjekt und Objekt überein, bei der Positivität nicht.
Wenn du nur positiv bist, dann denkst du dich nur, ohne es zu sein.

Der Mensch will seine Sünden nicht bekennen. Menschen, die vorgeben, ihre Sünden zu bekennen, die wollen das nicht, sondern etwas anderes.

Etwas zu wollen, bedeutet, dies als das Ziel zu haben. Christen wollen in den Himmel und dazu instrumentalsieren sie das Sündenbekenntnis.
Sie tun dann etwas, was sie nicht wollen, sondern meinen, zu müssen.

Wenn du etwas willst, dann stimmst du damit überein. Ich glaube, hier ist nicht klar, was der Wille ist, das wundert aber nicht, denn im Glauben ist noch kein Wille und deshalb werden Christen das wohl nie begreifen, weil sie sich in ihrem Glauben aufgegeben haben.
Mit Glauben ist kein Durchkommen zum Willen.


Lieber Scardanelli,

ich habe bereits geschrieben, dass der entscheidende Unterschied in dieser Diskussion darin liegt, dass ich etwas Anderes meine als "Christen meinen...tun...sagen...denken...." usw.
Was "ein Christ meint" ist nicht der Kern meiner Sicht. Sondern das, was ich aus dem Evangelium, und in der Bibel, verstehe. Ich verstehe mich auch nicht als "Christ" in diesem Sinne.
Ich werde Dir aber noch auf dieses Post antworten, ich muss darüber zuerst nachdenken, wie ich es am sinnvollsten formuliere.

Liebe Grüsse,
Sandra
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Metropolis79 » Di 19. Jul 2011, 11:33

jes_25913 hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:Es ist für das Heil absolut notwendig zu begreifen, warum der Mensch das Paradies verlassen musste.
Habe ich begriffen. Der Mensch musste allerdings nicht das Paradies um eines bestimmten Zweckes Willen verlassen......

Doch! Es gab einen Zweck:

1.Mose 3
22 Und Gott der HERR sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist.
Nun aber, dass er nur nicht ausstrecke seine Hand und breche auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich!
23 Da wies ihn Gott der HERR aus dem Garten Eden, dass er die Erde bebaute, von der er genommen war.
24 Und er trieb den Menschen hinaus und ließ lagern vor dem Garten Eden die Cherubim mit dem flammenden, blitzenden Schwert, zu bewachen den Weg zu dem Baum des Lebens.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Sandra73- » Di 19. Jul 2011, 11:38

Ja, das ist sehr gut auf den Punkt gebracht, danke!
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » Mi 20. Jul 2011, 08:01

Schoham hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:Der Mensch will seine Sünden nicht bekennen.

Der verlorene Sohn, schon :)).

Das Gleichnis vom Verlorenen Sohn ist zwar ein Highlight der Verkündigung Jesu, aber nicht überragend, weil es nicht genau auf das Leben des Menschen passt.
Keiner von uns hat beim Vater gelebt. Keiner von uns hat das Leben beim Vater aufgegeben. Wir haben nicht dort angefangen, wo Jesus angefangen hat. Wir haben im Schweinestall angefangen und daran krankt dieses Gleichnis.

Weil wir im Schweinestall leben und nicht glücklich beim Vater gelebt haben, unterscheiden sich die Menschen. Die einen meinen, das Leben im Schweinestall sei schon das beim Vater gewesen von dem sie nun wohin auch immer umkehren wollen und die anderen haben es sich in dem Schweinstall gemütlich eingerichtet.

Und all das lässt Gott zu und das muss Gründe haben.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » Mi 20. Jul 2011, 08:23

jes_25913 hat geschrieben: Das ist Unsinn. Ich kann einen Menschen lieben, ohne von ihm wiedergeliebt zu werden. Also bin ich allein in meiner Liebe zu ihm. Ich kann "mein" Auto lieben (ih persönlich habe keines). Ich kann aber auch die Wahrheit lieben...

Wenn du erkennst, was Liebe ist, dann wirst du erkennen, dass dies unmöglich ist.

In der Liebe sind zwei geteilt, die füreinander nicht geteilt sind. Ganz sind sie nur in Einheit, aber Teile, wenn sie getrennt sind.

Ein Teil ist ohne das andere Teil nicht ganz. Teile können niemals das leisten, was das Ganze zu leisten im Stande ist.

Wir Menschen haben noch nie das Ganze erfahren, kein einziger von uns. Weil noch keiner von uns die Liebe erfahren hat, reden wir über etwas Theoretisches, wenn wir über die Liebe reden.
Wenn wir über die Liebe reden, dann rede Sünder über die Liebe.
Das ist so, als wenn Dämonen über die Welt der Engel reden würden.

Du wurdest noch nie wahrhaft geliebt, wie keiner von uns, aber du willst hier erklären, dass du das nun könntest, was du nur können kannst, wenn du ganz wärst.

Das ist doch unmöglich, was du hier anbietest. Meinst du nicht auch?

Die Liebe ist es, die ganz macht. Liebe ist, wenn das, was eins ist und doch getrennt, sich liebt.
Es gehört zur Täuschung des Sünders, es ist Täuschung der Sünder, die erklärt, ein Mensch wäre schon der ganze Mensch. Das ist eine Täuschung der Sünde.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » Mi 20. Jul 2011, 08:29

jes_25913 hat geschrieben: Ich kann einen Menschen lieben, ohne von ihm wiedergeliebt zu werden. Also bin ich allein in meiner Liebe zu ihm. Ich kann "mein" Auto lieben (ih persönlich habe keines). Ich kann aber auch die Wahrheit lieben...

Die Wahrheit ist, dass du nicht gut funktionierst. Du bist wie ich, wie wir alle, krank. Wir alle brüten kranke Vorstellungen aus.
Rechne einfach damit. Bezweifle alles, was du denkst, denn wenn du denkst, dann denkt die Sünde. Es dürfte so gut wie nichts von dem, was du denkst, wahr sein, weil du Sünder bist.

Du kannst gar nicht gut funktionieren, weil du nicht geliebt wirst.

Du bist von der Nächstenliebe abhängig und zwar absolut. Wenn du die nicht bekommst, dann funktionierst du sozusagen auf Notstrom.

Menschen, die so nur funktionieren, die meinen, es wäre möglich ein Auto zu lieben.
Du kannst dein Auto begehren aber nicht lieben.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » Mi 20. Jul 2011, 08:36

Keine Ahnung, ob Gott das hier weiter zulassen wird, aber du solltest das Begehren von der Liebe unterscheiden.
Du kannst auch deine Ehefrau begehren und dabei nicht lieben. Du würdest dich in diesem Fall täglich an deiner Ehefrau versündigen.

Sünder sollten sich so einige Grundsätze zu eigen machen, sozusagen als Trockenübung.
Wenn du das intus hast, dann wirst du die Zahl deiner täglichen Sünden nicht mehr zählen können.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » Mi 20. Jul 2011, 08:47

jes_25913 hat geschrieben: In welcher Hinsicht vergeht der einzelne Mensch? - Er wandelt sich. Bzw. er kommt, je länger er lebt, seinem Zentrum immer näher. Entweder der Angst, die die Grundlage seiner Identifikation mit dem Leiblichen ist, oder aber der Freude, des Friedens, die aus der Identifikation mit dem Ewigen entspringen.

Der einzelne Mensch vergeht nicht, er ist schon vergangen. Das Einzelne ist nur ein Schein. Wir alle sind nur ein Schein, aber wir erscheinen. Wir erscheinen in Wahrheit, oder der Schein ist unsere Wahrheit. Es passiert mit uns, was in Wahrheit mit jedem Schein geschieht, wir werden abgetragen und dann wird geschaut, was übrig bleibt.

Es bleibt von uns nur die Liebe übrig. Wenn du nicht von deinem Nächsten geliebt wirst, dann wird von dir auch nichts übrig bleiben.

Du kannst als Teil noch nicht mal etwas dagegen tun, auch Gott nicht. Du kannst dich mit deinem Gott verbünden, bis du schwarz wirst, ohne die Liebe durch deinen Nächsten bist du, als was du jetzt erscheinst. Du bist verloren, oder nichts, eben tot.

Menschen, die nicht geliebt werden, sind wesentlich tote Menschen. Sie erscheinen lebendig, aber sie sterben alle.

Etwas anderes ist hier noch nicht geschehen und etwas anderes macht auch keinen Sinn, meint, es lässt sich nicht herleiten.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Sandra73- » Mi 20. Jul 2011, 10:20

Scardanelli hat geschrieben:
Schoham hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:Der Mensch will seine Sünden nicht bekennen.

Der verlorene Sohn, schon :)).

Das Gleichnis vom Verlorenen Sohn ist zwar ein Highlight der Verkündigung Jesu, aber nicht überragend, weil es nicht genau auf das Leben des Menschen passt.
Keiner von uns hat beim Vater gelebt. Keiner von uns hat das Leben beim Vater aufgegeben. Wir haben nicht dort angefangen, wo Jesus angefangen hat. Wir haben im Schweinestall angefangen und daran krankt dieses Gleichnis.

Weil wir im Schweinestall leben und nicht glücklich beim Vater gelebt haben, unterscheiden sich die Menschen. Die einen meinen, das Leben im Schweinestall sei schon das beim Vater gewesen von dem sie nun wohin auch immer umkehren wollen und die anderen haben es sich in dem Schweinstall gemütlich eingerichtet.

Und all das lässt Gott zu und das muss Gründe haben.


Das Gleichnis hinkt nicht, Scardanelli, sondern der Kontext, in den wir es vielleicht setzen ;)
Ich werde Dir dazu dann noch schreiben, auch warum es Gott zulässt.
Du hast Recht: Gott lässt es zu, udn das hat Gründe.

Liebe Grüsse,
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Sandra73- » Mi 20. Jul 2011, 10:22

Scardanelli hat geschrieben:
jes_25913 hat geschrieben: Das ist Unsinn. Ich kann einen Menschen lieben, ohne von ihm wiedergeliebt zu werden. Also bin ich allein in meiner Liebe zu ihm. Ich kann "mein" Auto lieben (ih persönlich habe keines). Ich kann aber auch die Wahrheit lieben...

Wenn du erkennst, was Liebe ist, dann wirst du erkennen, dass dies unmöglich ist.

In der Liebe sind zwei geteilt, die füreinander nicht geteilt sind. Ganz sind sie nur in Einheit, aber Teile, wenn sie getrennt sind.

Ein Teil ist ohne das andere Teil nicht ganz. Teile können niemals das leisten, was das Ganze zu leisten im Stande ist.

Wir Menschen haben noch nie das Ganze erfahren, kein einziger von uns. Weil noch keiner von uns die Liebe erfahren hat, reden wir über etwas Theoretisches, wenn wir über die Liebe reden.
Wenn wir über die Liebe reden, dann rede Sünder über die Liebe.
Das ist so, als wenn Dämonen über die Welt der Engel reden würden.

Du wurdest noch nie wahrhaft geliebt, wie keiner von uns, aber du willst hier erklären, dass du das nun könntest, was du nur können kannst, wenn du ganz wärst.

Das ist doch unmöglich, was du hier anbietest. Meinst du nicht auch?

Die Liebe ist es, die ganz macht. Liebe ist, wenn das, was eins ist und doch getrennt, sich liebt.
Es gehört zur Täuschung des Sünders, es ist Täuschung der Sünder, die erklärt, ein Mensch wäre schon der ganze Mensch. Das ist eine Täuschung der Sünde.


Ich denke, dass ich nun doch den Thread über die Ehe/Zölibat/Vielehe versuchen werde, denn da hab ich Dir noch eine Antwort ob und dies hier passt ganz wunderbar dahin!
Du hast hier so Tiefe und wichtige Dinge angeklungen, auf die ich gerne eingehen möchte.
Und Du hast das ausserordentlich gut in Worte gefasst!

Liebe Grüsse,
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » Mi 20. Jul 2011, 10:28

jes_25913 hat geschrieben: In welcher Hinsicht vergeht der einzelne Mensch? - Er wandelt sich. Bzw. er kommt, je länger er lebt, seinem Zentrum immer näher. Entweder der Angst, die die Grundlage seiner Identifikation mit dem Leiblichen ist, oder aber der Freude, des Friedens, die aus der Identifikation mit dem Ewigen entspringen.

Die Wahrheit ist bitter und sie wird nicht besser, wenn du sie siehst.

Du kannst dich an Gott oder an deinen Nächsten wenden.
Gott ist lieb, aber der Nächste ist störrisch. Du kannst Gott um deinen Finger wickeln, aber nicht deinen Nächsten.

Es ist einfach Gott zu beeinflussen aber schwer, deinen Nächsten.

Menschen gehen immer den einfachsten, den leichten Weg, sie nehmen den Weg mit Gott, denn der macht, was man selbst will.

Es ist in diesem Forum noch kein einziger Mensch gewesen, der einen anderen nach seinem Willen beeinflusst hat.

Der Ansatz, dass sich ein Mensch aufmacht zu Gott, der ist grundsätzlich falsch. Hier spielt die Religion keine Rolle. Diesen Weg geht aber jede Religion, ob Christentum oder Buddhismus. Dieser Ansatz ist ganz verkehrt, das kann nichts werden.

Das bedeutet, dass eigentlich ganz vorne neu zu beginnen wäre.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » Mi 20. Jul 2011, 10:35

Sandra73- hat geschrieben:ich habe bereits geschrieben, dass der entscheidende Unterschied in dieser Diskussion darin liegt, dass ich etwas Anderes meine als "Christen meinen...tun...sagen...denken...." usw.
Was "ein Christ meint" ist nicht der Kern meiner Sicht. Sondern das, was ich aus dem Evangelium, und in der Bibel, verstehe. Ich verstehe mich auch nicht als "Christ" in diesem Sinne.
Ich werde Dir aber noch auf dieses Post antworten, ich muss darüber zuerst nachdenken, wie ich es am sinnvollsten formuliere.

Das ist bestimmt gut gemeint, nur führt das zu nichts, denn jeder Protestant sieht es anders als es die Christen meinen.
Das ist doch das Wesen des Protestantismus, dass ein Einzelner sich aufmacht und die Wahrheit gefunden hat.
Es ist hier keiner gleich dem anderen Protestanten. Ein Protestant ist wie einer, der rennt und als erster den Siegeskranz gewonnen hat.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Sandra73- » Mi 20. Jul 2011, 10:39

Scardanelli hat geschrieben: Du kannst Gott um deinen Finger wickeln, aber nicht deinen Nächsten.

Es ist einfach Gott zu beeinflussen aber schwer, deinen Nächsten.

Menschen gehen immer den einfachsten, den leichten Weg, sie nehmen den Weg mit Gott, denn der macht, was man selbst will.


:?: :?: :?:

Das wäre höchstens das Bild, das eine Religion zeigt....aber das ist niemals Gott!!!
Denn bei Gott verhält es sich genau umgekehrt dazu.
Und dies ist der Grund, weshalb echte Busse so selten ist, wie Du hier einmal geschrieben hast.
Weil genau dies dann, was Du hier beschreibst, was je nach dem den Kern von "Religion" ausmachen kann - NICHT mehr funktioniert.
Sondern dann haben wir einen gerechten, heiliugen, unbestechlichen Gott, der sich nicht davon beirren lässt von dem, was wir wollen, wenn es nicht das ist, was "richtig" ist.

So einen Gott hast Du, so wie mir scheint, noch nie erlebt, ist wirklich ausserhalb Deines Erfahrungshorizontes.
Deshalb die ganzen Logikschlaufen.
Ich wünsche es mir sehr, dass Du diesem Gottbegegnen darfst, der ausserhalb dieser Aussichtslosigkeit steht-und genau deshalb mittendrin, um sie zu durchbrechen.

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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Sandra73- » Mi 20. Jul 2011, 10:41

Scardanelli hat geschrieben:
Sandra73- hat geschrieben:ich habe bereits geschrieben, dass der entscheidende Unterschied in dieser Diskussion darin liegt, dass ich etwas Anderes meine als "Christen meinen...tun...sagen...denken...." usw.
Was "ein Christ meint" ist nicht der Kern meiner Sicht. Sondern das, was ich aus dem Evangelium, und in der Bibel, verstehe. Ich verstehe mich auch nicht als "Christ" in diesem Sinne.
Ich werde Dir aber noch auf dieses Post antworten, ich muss darüber zuerst nachdenken, wie ich es am sinnvollsten formuliere.

Das ist bestimmt gut gemeint, nur führt das zu nichts, denn jeder Protestant sieht es anders als es die Christen meinen.
Das ist doch das Wesen des Protestantismus, dass ein Einzelner sich aufmacht und die Wahrheit gefunden hat.
Es ist hier keiner gleich dem anderen Protestanten. Ein Protestant ist wie einer, der rennt und als erster den Siegeskranz gewonnen hat.


Die Begriffe "Protestant" oder "Christ" sind für mich diesbezüglich aber nicht relevant,
Und was ein "Christ" sagt oder ein "Protestant" diesbezügflich, ist mir eigentlich wurscht.
Denn darum geht es mir nicht.
Und das versuche ich mit jedem Post aufs Neue auszudrücken, nur scheint das irgendwie kaum jemand zu begreifen :?
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » Mi 20. Jul 2011, 11:32

Sandra73- hat geschrieben: Die Begriffe "Protestant" oder "Christ" sind für mich diesbezüglich aber nicht relevant,
Und was ein "Christ" sagt oder ein "Protestant" diesbezügflich, ist mir eigentlich wurscht.
Denn darum geht es mir nicht.
Und das versuche ich mit jedem Post aufs Neue auszudrücken, nur scheint das irgendwie kaum jemand zu begreifen :?

Hierbei handelt es sich um unser Problem. Es ist uns wurscht, was die anderen denken oder sagen.
Deshalb halten sich Menschen ja an Gott, denn der denkt all das, was du auch denkst. Gott stimmt immer mit deinem Denken überein. Deine Mitmenschen, die stimmen nicht mit deinem Denken überein. Das ist ein Grund für den Erfolg des Protestantismus.

Ein Protestant liest in der Bibel lauter Dinge, mit denen er völlig übereinstimmt. Deshalb vertraut ein Protestant auch nicht auf Menschen, sondern auf Gott.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Sandra73- » Mi 20. Jul 2011, 11:38

Ich habe aber nicht gesagt, dass es mir im Allgemeinen egal sei, was die Anderen denken. Und auch nicht, dass meine Sicht, die Bibel zu verstehen, für mich als Einzige zählt.
Das widerum wäre Deine eigene Interpretation.
Aber vielleicht gelingt es mir dann auf der konkreten Logikebene, oder der Dialogebene, besser, rüberzubringen, wie ich es wirklich gemeint habe.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Metropolis79 » Mi 20. Jul 2011, 11:56

Scardanelli hat geschrieben:Wenn du erkennst, was Liebe ist, dann wirst du erkennen, dass dies unmöglich ist.

Hast du schon erkannt, was Liebe ist?
Mich würde interessieren, was für dich Liebe ist!
Manchmal kommt mir so vor, du hast deine eigene Philosophie irgendwie in Worte gefasst, weist aber auch nicht wirklich damit was anzufangen ? ;)
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon kingschild » Mi 20. Jul 2011, 13:05

Scardanelli hat geschrieben:Deshalb halten sich Menschen ja an Gott, denn der denkt all das, was du auch denkst. Gott stimmt immer mit deinem Denken überein.


Das trifft höchstens zu wenn Du deinen Geist als Gott betitelst ;)

Wenn dies nicht der Fall ist so wirst Du dann spüren, wo er nicht gleich denkt wie Du und dies wird auch Auswirkungen haben.

God bless
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Schoham » Mi 20. Jul 2011, 19:22

Scardanelli hat geschrieben:Das Gleichnis vom Verlorenen Sohn ist zwar ein Highlight der Verkündigung Jesu, aber nicht überragend, weil es nicht genau auf das Leben des Menschen passt.


Es zeigt auch, wie der Vater darauf reagiert, wenn der Sohn einsieht, wo er ohne den Vater liegt. Und dann haben wir noch das Gleichnis vom verlorenen Schaf wo der Hirte es suchen geht und zurückbringt. Gott hat viele Möglichkeiten das Herz eines Menschen zu erreichen. Er wartet, Er geht, Er schickt eines seiner Kinder...
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » Do 21. Jul 2011, 08:07

Sandra73- hat geschrieben:Das Gleichnis hinkt nicht, Scardanelli, sondern der Kontext, in den wir es vielleicht setzen ;)
Ich werde Dir dazu dann noch schreiben, auch warum es Gott zulässt.
Du hast Recht: Gott lässt es zu, udn das hat Gründe.

Ein Gleichnis hinkt aus systematischen Gründen immer, denn ein Gleichnis ist nicht dasselbe, worauf es sich bezieht.

Die Verteidugung der Bibel und insbesondere die von Jesus, die erfolgt von christlicher Seite reflexartig.
Ein Reflex ist aber automatisch, nicht reflektiert und daher nicht geistvoll.
Geistvoll ist nur das, was reflektiert ist, dies zwischen Subjekt und Objekt.

Das Gleichnis ist nicht die Realität sondern eine Beschreibung. Deshalb hinkt jedes Gleichnis hinterher.
Der Kontext ist hier die Wahrheit, nicht das Gleichnis. Der Kontext muss sich niemals dem Gleichnis anschmiegen, sondern das Gleichnist dem Kontext.

Und so weit ist das Christentum eben gekommen. Die Realität wird anhand der Bibel beurteilt und wenn es nicht passt, dann wird die Realität verbogen, bis sie in die Bibel hineingezwängt werden kann.
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Re: lässt gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » Do 21. Jul 2011, 08:22

Sandra73- hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:Menschen gehen immer den einfachsten, den leichten Weg, sie nehmen den Weg mit Gott, denn der macht, was man selbst will.

Das wäre höchstens das Bild, das eine Religion zeigt....aber das ist niemals Gott!!!
Denn bei Gott verhält es sich genau umgekehrt dazu.
Und dies ist der Grund, weshalb echte Busse so selten ist, wie Du hier einmal geschrieben hast.
Weil genau dies dann, was Du hier beschreibst, was je nach dem den Kern von "Religion" ausmachen kann - NICHT mehr funktioniert.
Sondern dann haben wir einen gerechten, heiliugen, unbestechlichen Gott, der sich nicht davon beirren lässt von dem, was wir wollen, wenn es nicht das ist, was "richtig" ist.

Gott lässt eben noch mehr zu, als es hier gefragt wurde. Gott lässt alles zu, weil Gott sehen will, was du aus eigener Kraft tust.
Die Schöpfung macht gar keinen Sinn, wenn Gott dir unter die Arme greift. Das ist für Gott nur langweilig.

Gott lässt auch jedes Bild zu, das du dir von ihm machst. Das ist auch kein Problem, weil nur das wahre Bild Gottes funktioniert. Die anderen funktionieren alle nicht.

Wenn du ein Schloss hast und den Schlüssel dazu anfertige musst, dann wirst du nicht bestraft, wenn du den falschen Schlüssel gemacht hast, nein, du kommst nur eben nicht rein.

Niemand wird bestraft. Wozu sollte das gut sein? Wenn du nicht den rechten Weg gehst, dann bist du gestraft.

Gott öffnet dir die Tür nicht, du musst sie selbst öffnen und wenn du das nicht kannst, dann bleibt die Tür verschlossen. Gott muss weder etwas tun oder zulassen. Gott zeigt dir nur den Weg und den gehst du oder du lässt es.
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