Rechtes Gedankengut in Gemeinde

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Rechtes Gedankengut in Gemeinde

Beitragvon Rattenfreundin » Do 1. Mär 2018, 20:25

Hi,
ich besuche seit einiger Zeit eine Pfingstgemeinde. Fühle mich dort an und für sich auch sehr wohl, ich bin auf gutem Wege dort Freunde zu finden. Sind auch recht viele Farbige dort. Ich habe schon mitbekommen, dass der ein oder andere dort nicht ganz dicht ist. Einer hört die Stimme Gottes, der andere hält sich für einen Propheten, etc. Das finde ich soweit aber harmlos, stört mich daher nicht weiter.

Was ich nun aber mitbekommen habe erschüttert ehrlich gesagt meinen Glauben in die Gemeinde.

Ein Gemeindemitglied ist "höheres" AfD-Mitglied, also kein 0815-Mitglied, sondern schon jemand der in den Landestag einziehen möchte, dementsprechend in der Presse und im Internet aktiv ist. Dieser Mensch hetzt bei Twitter und Co ganz massiv gegen Homosexuelle und Muslime und leugnet den Holocaust. Auch seine Frau und Kinder, welche ebenfalls die Gemeinde besuchen sieht man auf zahlreichen Demos neben ihm.

Trotzdem leitet dieser Menschen zusammen mit dem Pastor einen Hauskreis und sein Frau hilft bei den Kindergottesdiensten mit.

Ich weiß nicht, ob ich vielleicht übertreibe. Aber darf sowas wirklich in einer christlichen Gemeinde sein? Ich würde erwarten, dass man so jemanden aus der Gemeinde ausschließt oder zumindest von der aktiven Gemeindearbeit, stattdessen wird das Ganze vom Pastor und der Gemeinde stillschweigend ignoriert.

Ich überlege nun die Gemeinde zu verlassen. Wie denkt ihr über sowas?

MfG
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Re: Rechtes Gedankengut in Gemeinde

Beitragvon Thelonious » Do 1. Mär 2018, 22:27

Hallo Rattenfreundin,

insgesamt sollte man natürlich erst einmal politische Einstellungen und Glaubensdinge absolut trennen. Jemandem das Christsein per se abzusprechen ist auch mehr als schwierig.

Trotzdem ist für mich klar, dass sich rechtes/braunes Gedankengut und Christsein ausschließt. Ich meine das erst einmal garnicht personenbezogen sondern als Feststellung. Wer (z.B.) gegen Minderheiten pöbelt, Hilfesuchende verleumdet, gegen das Volk des ersten Bundes agitiert, die Shoa leugnet und so 'n Zeugs, hat zumindest den christlichen Wertekanon noch nicht einmal ansatzweise begriffen bzw. steht konträr zu dem, was Jesus lehrt / was jesuanische Nachfolge bedeutet.

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Re: Rechtes Gedankengut in Gemeinde

Beitragvon Helmuth » Fr 2. Mär 2018, 13:46

Rattenfreundin hat geschrieben:Ich würde erwarten, dass man so jemanden aus der Gemeinde ausschließt oder zumindest von der aktiven Gemeindearbeit, stattdessen wird das Ganze vom Pastor und der Gemeinde stillschweigend ignoriert.

Welches Vergehen hat sich derjenige gegenüber der Gemeinschaft des Leibes zu Schulden kommen lassen, das einen Ausschluss rechtfertigt?

Rattenfreundin hat geschrieben:Ich überlege nun die Gemeinde zu verlassen. Wie denkt ihr über sowas?

Du fragst, wie andere darüber denken. Gut, dann sage ich das ohne Umschweife. Du spielst dich m.E. zum Richter über diese Person auf und verstößt damit gegen das Wort Jesu aus Mt. 7,1-2.
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Re: Rechtes Gedankengut in Gemeinde

Beitragvon Rattenfreundin » Fr 2. Mär 2018, 15:56

Welches Vergehen hat sich derjenige gegenüber der Gemeinschaft des Leibes zu Schulden kommen lassen, das einen Ausschluss rechtfertigt?


Gar keines. Ich rede ja nicht von Ausschluss. Aber wenn auf der Homepage der Gemeinde ein bekannter Rechter namentlich als Gemeindemitglied genannt wird und es niemanden interessiert dann bringt das die gesamte Gemeinde in Verruf und vergrault Leute wie mich.
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Re: Rechtes Gedankengut in Gemeinde

Beitragvon Helmuth » Fr 2. Mär 2018, 17:11

Rattenfreundin hat geschrieben:Gar keines.

Dann gibt es für dich keinen Anlass die Gemeinde zu verlassen.

Rattenfreundin hat geschrieben:Ich rede ja nicht von Ausschluss.

Doch, das hast du gesagt, lies nochmals. Aber es ist gut, wenn du das nicht länger forderst.

Rattenfreundin hat geschrieben:Aber wenn auf der Homepage der Gemeinde ein bekannter Rechter namentlich als Gemeindemitglied genannt wird und es niemanden interessiert dann bringt das die gesamte Gemeinde in Verruf und vergrault Leute wie mich.

Und das ist deine Angelegenheit und nicht zuerst die der Ältesten der Gemeinde? Was sagen die dazu? Hast du sie gefragt? Kennst du ihre Position?

Wir müssen alle zuerst lernen eine neue Gesinnung untereinander zu haben (Römer 12.1-2). Die alten Denkweisen von der Welt nicht weiter übernehmen. In Christus haben wir andere Maßstäbe und sie sind weitaus gerechter und räumen Gnade und Vergebung zuallerst jedermann ein.

Andere stehen neben dir im Gemeindesaal, sind vielleicht die ärgsten Hurer, aber du weißt es bloß nicht. Gibst ihnen die Hand, umarnst sie, weil du es eben nicht weißt. Und hier stellt dir der Teufel einfach ein Falle. Gib diesem Impuls also nicht nach.

Ich geb auf das alles nichts, was die Welt macht, über uns urteilt und wie sie über uns denkt. Erst wenn sich wirklich jemand an mir persönlich versündigt, wirklich persönlich, dann ziehe ich entsprechende Konsequenzen. Zuallererst steht aber das Gebet und das Gespräche mit der Person.
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Re: Rechtes Gedankengut in Gemeinde

Beitragvon Rattenfreundin » Fr 2. Mär 2018, 18:19

Zu den älteren Leuten in der Gemeinde habe ich keinen Kontakt bzw. sind fast nur junge Leute da.

Andere stehen neben dir im Gemeindesaal, sind vielleicht die ärgsten Hurer, aber du weißt es bloß nicht.


Das ist ja wohl ein Unterschied, ob jemand zu einer Prostituierten geht oder öffentlich Gaskammern für Muslime und Homosexuelle fordert.

Ich geb auf das alles nichts, was die Welt macht, über uns urteilt und wie sie über uns denkt.


So denken viele. Und genau deswegen werden die rechten Parteien in Europa auch immer stärker.
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Re: Rechtes Gedankengut in Gemeinde

Beitragvon Thelonious » Fr 2. Mär 2018, 19:18

Hallo Rattenfreundin,

eine gre Bitte: bei Zitaten den Zitierten miterwähnen. Dann weiss jeder gleich, wer bzw. ob man selbst angesprochen ist. Wenn Du die Zitatfunktion nutzt, dann kommt das automatisch so wie z.B.

Rattenfreundin hat geschrieben:Zu den älteren Leuten in der Gemeinde habe ich keinen Kontakt bzw. sind fast nur junge Leute da.
.

Rückfragen gern!

VG
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Re: Rechtes Gedankengut in Gemeinde

Beitragvon Johelia » Fr 2. Mär 2018, 22:19

Rattenfreundin hat geschrieben:Das ist ja wohl ein Unterschied, ob jemand zu einer Prostituierten geht oder öffentlich Gaskammern für Muslime und Homosexuelle fordert.
(Unterstreichung von Johel)

Liebe Rattenfreundin

Das ist extrem heftiger Tuback!
(Ohne jetzt irgendeine Seite zu beziehen!)

Hast du Beweise dafür dass dieser Herr das forderst was du ihm unterstellst.

Äs Grüessli
Johel :praise:
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Re: Rechtes Gedankengut in Gemeinde

Beitragvon Helmuth » Sa 3. Mär 2018, 00:24

Rattenfreundin hat geschrieben:Zu den älteren Leuten in der Gemeinde habe ich keinen Kontakt bzw. sind fast nur junge Leute da.

Noch ein Grund mehr sich hier nicht zu sehr einzumischen.

Rattenfreundin hat geschrieben:Das ist ja wohl ein Unterschied, ob jemand zu einer Prostituierten geht oder öffentlich Gaskammern für Muslime und Homosexuelle fordert.

Nur für den Fall, dass das auch wahr wäre. Meinst du ehrlich eine solche Seele könnte sich auch nur eine Woche im Kreise Gerechter bewegen? Das halte ich für undenkbar. Dann wäre es ja keine Gemeinde sondern eine Dämonenzusammenkunft und das will ich unbelegt daher nicht annehmen.

Rattenfreundin hat geschrieben:So denken viele. Und genau deswegen werden die rechten Parteien in Europa auch immer stärker.

Rechte Parteien haben heute wesentlich mehr christliche Gesinnung als linke. Nicht dass ich alles billige, aber ich erachte sie als das kleinere Übel. Das wage ich generell zu behaupten, ohne Beweise vorlegen zu müssen. Es ist meine ehrliche Meinung aufgrund mittlerweile jahrelanger Erfahrung.

Und je mehr sie zu etwas Biblischen stehen umso heftiger werden sie öffentlich angegriffen. Siehe Trumps Verlegung der Botschaft nach Jerusalem. Ebenso ist er ein Gegner von Abtreibung.

Aber das tut nichts zur Sache. Ich befinde dein Herz nicht in rechter Haltung. Derart hefitge Anschuldigungen darf man nicht grundlos behaupten, weshalb Joehlia dafür zurecht auch einen Beweis einfordert.
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Re: Rechtes Gedankengut in Gemeinde

Beitragvon Rattenfreundin » Sa 3. Mär 2018, 12:47

@Johelia:
Klar habe ich Beweise dafür. Der Mensch steht für seine Aussagen ja heftig in der öffentlichen Kritik. Er schreibt sowas bei Facebook und Co.

@Helmuth:

Meinst du ehrlich eine solche Seele könnte sich auch nur eine Woche im Kreise Gerechter bewegen?


Genau das schockiert mich ja. Das legt ja den Verdacht nahe, dass die Gemeinde auch so tickt.
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Re: Rechtes Gedankengut in Gemeinde

Beitragvon Columba » Sa 3. Mär 2018, 14:27

Mir wäre es nicht wohl in einer solchen Gemeinde.

Ja, was in dieser Partei alles läuft, sieht man ja gut auf Facebook oder Twitter; man sieht, wie viel Antisemitismus zB aus den Reihen der AfD kommt. Man muss nicht mal lange suchen, bis man fündig wird: Wenn der politisch nicht unbekannte User @LutzUrbanczyk (aus der AfD) auf Twitter am 2. März schrieb
Warum stellt sich diese DDR Jüdin denn nicht einmal selbst hinter einen der Tresen und bedient ihre geladenene Gäste ?
Chef der Tafeln: „Wir lassen uns nicht von der Kanzlerin rügen“ welt.de/politik/deutsc… via @welt

...dann gibt es ja kaum noch Argumente, warum das kein Antisemitismus ist.

Die jüdische Antwort kommt dann auch promt:

Der User אליהו ריכטר @EliDerWanderer meint
Mit seiner Bezeichnung »DDR Jüdin« outen er sich bewusst als lupenreiner Antisemit; außerdem ist Fr. Dr. #Merkel ja keine Jüdin. Jedenfalls steht diese Hetze archetypisch für den deutsch-nationalen #Antisemitismus, der innerhalb der #AfD wuchert. #noAfD #LuegenAfD #FCKAfD #FCKNZS

Quelle: https://twitter.com/EliDerWanderer/stat ... 7104571392


Es gibt viele Berichte über offenen und versteckten Ansisemitismus in der AfD, Hier ein Artikel:

Der Sozialwissenschaftler verweist auf den baden-württembergischen Landtagsabgeordneten Wolfgang Gedeon, der sich immer wieder antisemitisch äußerte, und dennoch nicht aus der Partei ausgeschlossen worden sei.


http://www.dw.com/de/antisemitismus-vie ... a-42793480

Also aufgepasst, wer in der Gemeinde was lehrt!

Grüsse Columba
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Mein sind die Jahre nicht, die etwa möchten kommen.
Der Augenblick ist mein, und nehm ich den in acht;
So ist der mein, der Jahr und Ewigkeit gemacht.

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Re: Rechtes Gedankengut in Gemeinde

Beitragvon Gnu » Sa 3. Mär 2018, 19:40

Rattenfreundin hat geschrieben:@Johelia:
Klar habe ich Beweise dafür. Der Mensch steht für seine Aussagen ja heftig in der öffentlichen Kritik. Er schreibt sowas bei Facebook und Co.

Facebook ist kein Beweis, dass er das auch wirklich selbst geschrieben hat. Wer die Informatik kennt, der kann so etwas mit Leichtigkeit fälschen. Um ganz sicher zu gehen, musst du seine eindeutigen Facebook Beiträge auf Papier drucken, ihm vorlegen und ihn fragen, ob er das geschrieben habe. Wenn er es bestätigt, musst du dich vergewissern, ob du ihn richtig verstanden hast. Dann kannst du ihm sagen, dass du nicht seiner Meinung bist.
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Re: Rechtes Gedankengut in Gemeinde

Beitragvon Helmuth » Sa 3. Mär 2018, 20:36

Rattenfreundin hat geschrieben:Genau das schockiert mich ja. Das legt ja den Verdacht nahe, dass die Gemeinde auch so tickt.

Gut, ich akzeptiere deine Stellungnahme. Aber Davonrennen war noch selten eine göttliche Tugend. Hast du demnach klare Belege, dann konfrontiere die Gemeinde mit dieser Sache. Wie überlasse ich dir bzw. möge Gott dir Weiseheit geben.

Bedenke mal Folgendes: Vielleicht hat Gott gerade dich geschickt Sünde aufzudecken, zu bereinigen, um Menschen in der Gnade Gottes zu bewahren.

Somit nix weg, sondern voll rein und Gott am Arbeiten zusehen wir er wirkt. Wenn man das dann annimmt, hast du große Ehre und Lob von Gott verdient und auch de Menschen werden dir danken.

Wenn man dich aufgrunddessen rausekelt, dann weißt du, dass dort nicht dein Platz ist. Lob und Ehre Gottes bleibt dir aber, denn du hast Gott gedient.

Ich würde das so machen.
Zuletzt geändert von Helmuth am Sa 3. Mär 2018, 20:41, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Rechtes Gedankengut in Gemeinde

Beitragvon Rattenfreundin » Sa 3. Mär 2018, 20:37

Facebook ist kein Beweis, dass er das auch wirklich selbst geschrieben hat.


Sollte jemand über einen Zeitraum von 2 Jahren mit einem gefälschten Twitter- und Facebookaccount in meinem Namen und sogar mit meinem Foto und Fotos meines Ehegatten und Kindern solche Sachen schreiben, mich per Fotomontage auf Bilder von rechten Kundgebungen drucken, dies auch noch regelmäßig in der Tageszeitung veröffentlichen und mein Bild auf AfD-Wahlplakate drucken dann hätte ich dazu längst schon Stellung genommen und etwas dagegen getan. Das tut dieser Mensch aber nicht. Also kann man davon ausgehen, dass es sich hierbei nicht um eine weitreichende Verschwörung gegenüber einer einzelnen Person handelt.
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Re: Rechtes Gedankengut in Gemeinde

Beitragvon Gnu » Sa 3. Mär 2018, 22:25

Rattenfreundin hat geschrieben:Das ist ja wohl ein Unterschied, ob jemand zu einer Prostituierten geht oder öffentlich Gaskammern für Muslime und Homosexuelle fordert.

Ja, in Deutschland ist das erstere legal, das letztere illegal. Hätte er das gemacht, würde er jetzt im Knast schmoren. Hat er es aber nur im Internet geschrieben, würden seine Konten gesperrt. Es dürfte somit schwierig werden, ihm nachzuweisen, dass er es getan hat.
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Re: Rechtes Gedankengut in Gemeinde

Beitragvon Thea » So 4. Mär 2018, 19:36

Rattenfreundin hat geschrieben:Hi,
ich besuche seit einiger Zeit eine Pfingstgemeinde. Fühle mich dort an und für sich auch sehr wohl, ich bin auf gutem Wege dort Freunde zu finden. Sind auch recht viele Farbige dort. Ich habe schon mitbekommen, dass der ein oder andere dort nicht ganz dicht ist. Einer hört die Stimme Gottes, der andere hält sich für einen Propheten, etc. Das finde ich soweit aber harmlos, stört mich daher nicht weiter.

Was ich nun aber mitbekommen habe erschüttert ehrlich gesagt meinen Glauben in die Gemeinde.

Ein Gemeindemitglied ist "höheres" AfD-Mitglied, also kein 0815-Mitglied, sondern schon jemand der in den Landestag einziehen möchte, dementsprechend in der Presse und im Internet aktiv ist. Dieser Mensch hetzt bei Twitter und Co ganz massiv gegen Homosexuelle und Muslime und leugnet den Holocaust. Auch seine Frau und Kinder, welche ebenfalls die Gemeinde besuchen sieht man auf zahlreichen Demos neben ihm.

Trotzdem leitet dieser Menschen zusammen mit dem Pastor einen Hauskreis und sein Frau hilft bei den Kindergottesdiensten mit.

Ich weiß nicht, ob ich vielleicht übertreibe. Aber darf sowas wirklich in einer christlichen Gemeinde sein? Ich würde erwarten, dass man so jemanden aus der Gemeinde ausschließt oder zumindest von der aktiven Gemeindearbeit, stattdessen wird das Ganze vom Pastor und der Gemeinde stillschweigend ignoriert.

Ich überlege nun die Gemeinde zu verlassen. Wie denkt ihr über sowas?

MfG


Liebe Rattenfreundin,
ich würde mich dort auch nicht wohlfühlen. Auf der anderen Seite kann es ja sein, dass es dort noch mehr Menschen gibt, die das auch nicht in Ordnung finden, und einige, die das gar nicht in der ganzen Dimension mitbekommen haben, weil sie z.B. nicht auf Facebook aktiv sind.
Wenn die Situation es zulässt und Du es Dir zutraust, wäre es sicher gut, zunächst innerhalb der Gemeidne dagegen Stellung zu beziehen und mal zu schauen, ob Du da Mitstreiter findest für echte christliche Positionen. Leicht ist das nicht unbedingt, aber wir brauchen ja gerade gegen diese rechten und populistischen Positionen Menschen, die differenziert und an Fakten orientiert und auf der Basis von echten christlichen Werten Stellung beziehen. Das Feld zu räumen macht es der anderen Seite ja auch sehr leicht, das einfach so weiter zu vertreten. Und alle über die da gehetzt wird, fühlen sich natürlich auch deutlich eher unterstützt, wenn jemand gegen die Hetze und für sie die Stimme erhebt. Jesus ist ja auch da ein sehr gutes Vorbild......
Wenn das aber nicht geht aus irgendwelchen Gründen, würde ich auch die Gemeinde verlassen.

Lieben Gruß,
Thea
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Re: Rechtes Gedankengut in Gemeinde

Beitragvon Dreieck » Di 6. Mär 2018, 17:27

Helmuth hat geschrieben:
Rattenfreundin hat geschrieben:Gar keines.

Dann gibt es für dich keinen Anlass die Gemeinde zu verlassen.

Rattenfreundin hat geschrieben:Ich rede ja nicht von Ausschluss.

Doch, das hast du gesagt, lies nochmals. Aber es ist gut, wenn du das nicht länger forderst.

Rattenfreundin hat geschrieben:Aber wenn auf der Homepage der Gemeinde ein bekannter Rechter namentlich als Gemeindemitglied genannt wird und es niemanden interessiert dann bringt das die gesamte Gemeinde in Verruf und vergrault Leute wie mich.

Und das ist deine Angelegenheit und nicht zuerst die der Ältesten der Gemeinde? Was sagen die dazu? Hast du sie gefragt? Kennst du ihre Position?

Wir müssen alle zuerst lernen eine neue Gesinnung untereinander zu haben (Römer 12.1-2). Die alten Denkweisen von der Welt nicht weiter übernehmen. In Christus haben wir andere Maßstäbe und sie sind weitaus gerechter und räumen Gnade und Vergebung zuallerst jedermann ein.

Andere stehen neben dir im Gemeindesaal, sind vielleicht die ärgsten Hurer, aber du weißt es bloß nicht. Gibst ihnen die Hand, umarnst sie, weil du es eben nicht weißt. Und hier stellt dir der Teufel einfach ein Falle. Gib diesem Impuls also nicht nach.

Ich geb auf das alles nichts, was die Welt macht, über uns urteilt und wie sie über uns denkt. Erst wenn sich wirklich jemand an mir persönlich versündigt, wirklich persönlich, dann ziehe ich entsprechende Konsequenzen. Zuallererst steht aber das Gebet und das Gespräche mit der Person.

Schön argumentiert! :)
Dreieck
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