Warum lässt Gott das zu?

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Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon Bernhard » Do 16. Jan 2003, 10:01

Hallo

Hast du dich auch schon gefragt: «Warum lässt Gott die Ungerechtigkeiten, die Kriege, die Katastrophen und die Krankheiten zu?»

Vielleicht erlebst du im Moment selber grosse Nöte und fragen verzweifelt: «Gibt es überhaupt einen allmächtigen und liebenden Gott?»

Ich bin gespannt auf deine Antworten…

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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon ich » Do 16. Jan 2003, 10:31

Auf dieser Erde ist Satan der Fürst. Er hat das Sagen.
Natürlich kann er nicht alles mache, es gibt schon Dinge, wo Gott stop sagt.

Aber fast alle Menschen strecken den Mittelfinger zu Gott und sagen ihm: Wir brauchen dich nicht, verpiss dich.
Und da Gott ein Gentleman ist, zieht er sich zurück, denn er will sich nicht aufdrängen.

Gott hat den Menschen den freien Willen gegeben, damit sie selber entscheiden können.
Und sie haben sich halt gegen Gott entschiden und somit hat Satan das Sagen. Er verursacht all die Kriege usw.

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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon osterhaas » Do 16. Jan 2003, 10:41

Besten Dank bo & bigbird für euren vielsagenden Beitrag ;)

Bernhard-

ich weiss, dass Gott nicht engeht, was auf Erden geschieht. Es ist ihm auch nicht gleichgültig :) Jedoch haben wir Menschen katastrophen vielfach selbst verschuldet. Unsere Welt wird vom schlechten beiinflusst in einer weise, wie wir sie täglich in den Zeitungen lesen können.

Doch denke ich, kann Gott diese Situationen "gebrauchen", zum guten wenden. Vielmals merken wir erst dann, wenn das Schicksal uns hart trifft, dass wir an Dingen festgehalten haben, die in jenen Geschehnissen kein Fels waren, auf dem wir stehen konnten.

& dass allein Jesu genügt :]
Das Herz, das gelernt hat, mit Christus zu sterben, wird mit Ihm auferstanden sein, und alle Nachstellungen der Welt können den hohen Freudenton heiligen Jubels nicht zum Schweigen bringen, der in der Seele aufbricht, die eine Wohnung des Hlg.Geistes geworden ist!
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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon bigbird » Do 16. Jan 2003, 10:46

Hallo Osterhaas

Ich dachte halt einfach, ich lass mal die Signaturen sprechen, die allein geben schon eine Antwort auf die Frage ...
bb
Zur Sklavenzeit in den USA hat eine schwarze Köchin in höherem Alter mit Eifer lesen gelernt, um die Bibel selber lesen zu können. Sie wurde gefragt, was sie mache, wenn sie etwas nicht verstehe.
Ihre Herzensantwort: „Dann sage ich Halleluja und lese weiter, bis was kommt, das ich verstehe!“
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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon Pumi » Do 16. Jan 2003, 20:33

Ich hab vor einiger Zeit mal über diese Frage nachgedacht.
Meinen Versuch einer Antwort findest du hier: Gott ist gut
Gott hat uns tüchtig gemacht zu Dienern des neuen Bundes,
nicht des Buchstabens, sondern des Geistes.
Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig
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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon cori » Fr 17. Jan 2003, 07:23

Warum lässt Gott es zu? Ich hab mich schon gefragt, warum Gott es zugelassen hat, dass Kain seinen Bruder erschlagen hat. Er hätte ihm doch helfen können, sich zu wehren oder zu fliehen.
Aber es war Gott nicht egal. Er hat Kain vorher gewarnt, und nachher auch zur Rechenschaft gezogen.
Ich denke, wenn er alles verhindern würde, dann wüssten wir gar nicht, welche furchtbaren Folgen die Sünde hat.
Vor dem Sündenfall hatten die Menschen den Unterschied zwischen Gut und Böse nicht gekannt, weil sie das Böse noch nicht gekannt hatten. Dann hatten sie das Böse kennengelernt, sowohl als Täter als auch als Opfer, und seitdem weiß jeder Mensch, warum er sich für das Gute und gegen das Böse entscheiden soll.

Ich persönlich glaube auch, dass Krankheiten und Naturkatastrophen irgendwie eine Folge des Sündenfalls sind, auch wenn ich das nicht beweisen kann.

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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon Bernhard » Fr 17. Jan 2003, 08:24

Hallo bigbird

Deine Antwort

«Ich sage: Du, Gott, bist meine Zuflucht; du gibst mir alles, was ich im Leben brauche!»

ist gut und sicher auch richtig.

Aber sind solche oder ähnliche Fragen nicht auch berechtigt, wenn sie ehrlich gemeint sind?

Auch Jesus Christus schrie am Kreuz: «Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?» (Markus 15,34).

Gottes Segen

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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon Bernhard » Sa 18. Jan 2003, 17:09

Hallo Pumi

Ich habe deinen Vortrag zum Thema «Gott ist gut» mit Interesse gelesen.

Ich bin auch davon überzeugt, dass Gott gut ist.

Die erste Stropfe vom Gedicht «Nie einen Fehler» heisst:

Erscheinen mir die Wege Gottes seltsam, rätselhaft und schwer,
und gehen meine Wünsche still unter im Sorgenmeer.
Will trüb und schwer der Tag mir scheinen, der mir nur Qual und Schmerz gebracht
dann will ich mich auf eins besinnen, dass Gott nie einen Fehler macht.

Das Gedicht ermutigt mich immer wieder, mein Vertrauen auf Gott zu setzten und zu glauben, dass Gott nie einen Fehler macht.


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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon Pumi » Sa 18. Jan 2003, 17:31

Was tut Gott gegen das Elend?

"Auf der Straße traf ich ein kleines frierendes Mädchen, zitternd in einem dünnen Kleid, die Haare zerzaust, ein Flackern in den Augen, ohne Hoffnung, etwas Warmes zu essen zu bekommen. Ich wurde zornig und sagte zu Gott: »Wie kannst Du das zulassen? Warum tust Du nichts dagegen?« Eine Zeit lang sagte Gott nichts. Aber in der Nacht antwortete er ganz plötzlich: »Ich habe wohl etwas dagegen getan. Ich habe Dich geschaffen.«
Eine kleine Geschichte, eine Traumszene. Der persische Dichter und Mystiker Sa´adi hat sie aufgeschrieben, vor 750 Jahren, in seinem »Gôlistan«, zu deutsch: »Rosengarten«..."

(Pfarrer Roland Spur am 16.1. im SWR)
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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon Harry » Sa 18. Jan 2003, 21:24

Wie konnte Gott das zulassen?

In der TV-Sendung The Early Show in den Vereinigten Staaten wurde Anne Graham (Tochter von Billy Graham) bezüglich der Terrorangriffe auf das WTC vom 11.Sept. 2001 die Frage gestellt: "Wie konnte Gott das zulassen?"

Anne äusserte sich wie folgt:

"Ich glaube, dass Gott durch diesen Angriff tief betrübt worden ist, genauso wie wir alle auch - aber während Jahren haben wir Gott gebeten, unsere Schulen zu verlassen, unsere Regierung zu verlassen - einfach, unsere Leben mit seiner Gegenwart nicht mehr zu behelligen. Und weil Er ein Gentleman ist hat er sich ganz still zurückgezogen. Wie können wir erwarten, dass Gott uns seinen Segen und Schutz gibt, wenn wir ihn bitten, uns gefälligst in Ruhe zu lassen?

Im Blick auf die hinter uns liegenden Ereignisse (Terroristen-Attacken, Schiessereien in Schulen etc.) müssen wir uns folgende Tatsachen vor Augen halten:

Madeline Murray Q´Hare (sie wurde später ermordet aufgefunden) beklagte sich, dass in Schulen gebetet würde und wir sagten ok.

Dann kam ein anderer, der sagte, dass die Bibel in den Schulen keinen Platz mehr haben dürfe ... Gottes Wort, das uns sagt: du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, liebe deinen Nächsten, wie dich selbst etc. - und wir sagten ok.

Dann trat Dr. Benjamin Spock auf, der uns riet, die Kinder nicht zu disziplinieren, auch nicht zu schlagen, wenn sie sich ungezogen aufführen, weil so ihre zarte Persönlichkeit beschädigt und ihre Individualität in Mitleidenschaft gezogen würde (Dr. Spocks Sohn hat Selbstmord begangen!).

Wir erklärten, dass es Dr. Spock als Fachmann wohl wissen müsse und wir sagten ok.

Andere Leute wiederum traten auf und gaben die Devise heraus, dass Lehrer und Vorsteher ihre Schüler nicht disziplinieren dürften, wenn sie sich ungezogen benähmen. Viele schlossen sich dem an, aus Angst, in Misskredit zu geraten oder gar verklagt zu werden. (Zur Beachtung: es besteht ein grosser

Unterschied zwischen disziplinieren und dreinschlagen, erniedrigen, Fusstritte verteilen etc.) Wir schlossen uns auch diesem Urteil an und sagten ok.

Wiederum andere sagten: Lass unsere Töchter ihre Kinder abtreiben, wenn sie wollen; die Eltern brauchen darüber nicht informiert zu werden. Auch hier sagten wir ok.

Leiter von Schulen äusserten sich: da Jungs nun mal Jungs sind und sie sowieso tun, was sie wollen, lasst uns ihnen Kondome verteilen, so dass sie all ihre Begehrlichkeiten ausleben können. Natürlich wird Eltern gegenüber verschwiegen, dass solches an unseren Schulen geschieht. Wir sagten ok.

Einige unserer Regierungsbeamten waren der Ansicht, dass es keine Rolle spiele, was Menschen im privaten Bereich tun, solange sie ihre Arbeit gut verrichten. Damit drückten wir aus: es ist einerlei, wie Menschen ihr Privatleben gestalten - dies betrifft auch unseren früheren Präsidenten (Monica Lewinsky) wenn ich nur meinen Job habe und die Wirtschaft rund läuft. Wieder andere sagten: Lasst uns Illustrierte drucken mit Bildern nackter Frauen und lasst uns dies ´Ganzheitlichkeit´ nennen als ´Würdigung´ des wohlgeformten weiblichen Körpers - und wir sagten ok.

In der Folge wurden Bilder nackter Kinder publiziert, die sogar über Internet verfügbar wurden - und wir sagten ok.

Dann wurde der Gedanke verbreitet, dass die Redefreiheit in keinster Weise einzuschränken sei. Die Unterhaltungsindustrie setzte diesen Gedanken in die Tat um, indem sie verkündigte: Lasst uns TV- Shows machen, die Eitelkeiten, Gewalt und unerlaubten Sex darstellen. Dazu sollen geeignete Klänge gespielt werden, die Szenen wie Vergewaltigung, Drogen, Mord, Selbstmord und satanische Themen musikalisch untermalen. Wir meinten dabei selbstgefällig: es gehe nur um Unterhaltung, von der keine schädliche Wirkung ausgeht und keiner der Zuschauer das Dargebotene wirklich ernst nimmt – also lasst es uns tun.

Betroffen fragen wir uns, warum unsere Kinder keine Gewissensbisse mehr haben, warum sie nicht mehr zwischen Gut und Böse unterscheiden können und warum es ihnen nichts mehr ausmacht, Menschen zu töten, ihre Klassenkameraden kaltblütig umzubringen und dazu auch noch sich selbst.

Wenn wir wirklich darüber nachdenken dämmert uns plötzlich, dass diese Ereignisse sehr viel mit der Erkenntnis zu tun haben: "Was der Mensch sät, wird er auch ernten."

"Lieber Gott, warum hast du dieses kleine Mädchen, welches im Klassenzimmer getötet wurde, nicht gerettet? - hochachtungsvoll: ein sehr betroffener Student." Dann die Antwort: "Lieber betroffener Student - es ist mir nicht erlaubt, in den Klassenzimmern anwesend zu sein – hochachtungsvoll: Gott".

Eigenartig, wie Menschen Gott leichtfertig ´entsorgen´ und sich im Nachhinein wundern, warum die Welt zur Hölle geht. Eigenartig, wie wir unseren Zeitungen Glauben schenken, jedoch hinterfragen, was die Bibel sagt. Eigenartig, dass jedermann in den Himmel kommen will, ohne an Gottes Wort zu glauben oder so zu denken, zu reden oder zu handeln, wie es in der Bibel geschrieben steht. Eigenartig, wie jemand sagen kann "Ich glaube an Gott" und immer noch Satan folgt, der - beiläufig bemerkt – auch an "Gott glaubt". Eigenartig, wie schnell wir über andere urteilen, ohne uns selbst unter das Urteil zu stellen. Eigenartig, wie man tausend Spässe über E-mail verbreiten kann, die wie ein Feuer um sich greifen, aber wenn es um Gott geht zweimal darüber nachdenkt, ob man dies auch in Bezug auf IHN tun sollte.

Eigenartig, wie das Laute, Brutale, Vulgäre und Obszöne frei durch den Cyberspace fliesst, die öffentliche Diskussion über Gott jedoch an allen Orten - ob Schule oder Arbeitsplatz – unterdrückt wird. Eigenartig, wie jemand am Sonntag über Christus ´begeistert sein kann, jedoch unter der Woche ein unscheinbares Christsein lebt. Denkst du, dies sei zum Lachen?

Eigenartig, wenn du diese Botschaft nur einigen deiner Bekannten zukommen lässt, weil du nicht weißt, was sie glauben oder von dir halten. Eigenartig, wie ich viel besorgter darüber bin, was die Leute von mir denken als was Gott über mich denkt. Merkst du etwas?

Verbreite diese Gedanken, wenn du meinst, dass sie es wert sind; wo nicht, wirf alles beiseite ... niemand würde es merken! Allerdings: solltest du diese Überlegungen verwerfen, höre auf, dich zurückzulehnen und darüber zu klagen, in welch erbärmlichem Zustand unsere Welt sich befindet.
Ihr sucht die Wahrheit,
finden aber wollt ihr sie nur dort,
wo es euch beliebt.
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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon Bernhard » Mo 20. Jan 2003, 07:42

Hallo Harry

Vielen Dank für den Bericht von Anne Graham. Ich habe mich darüber sehr gefreut. Ihre Worte haben sicher viele zum Nachdenken angeregt.

Dass es auf der Welt viel Böses und grosses Leid gibt, bedeutet nicht, dass es keinen allmächtigen Gott geben kann. Viele fantastische Kulturdenkmäler und Bauwerke wurden im Krieg durch Bombenexplosionen zerstört. Doch an den stehengebliebenen Pfeilern und den erhaltenen Torbögen kann man die Genialität des Baumeisters immer noch erkennen. Betrachtet man eine Blume mit ihren kunstvoll und farblich harmonisch angeordneten Blütenblättern, so muss man einen vollkommenen Schöpfer voraussetzen.

Gott hat das Böse nicht geschaffen, aber er hat es auch nicht verhindert. Vor der Erschaffung des Menschen lehnte sich Luzifer, ein Engelfürst, mit einer grossen Schar Engel gegen Gott auf. Gott hat ihn dann mit seinen Anhängern von seiner Herrlichkeit ausgeschlossen. Luzifer verführte auch die ersten Menschen, wodurch die Wegnahme der Vollkommenheit wie eine Bombenexplosion in die Welt kam.

Gott segne dich!

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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon Salzstreuer » Mo 20. Jan 2003, 08:15

Will ja niemandem zu nahe treten, aber ist dieser Artikel von Anne Graham nicht einer der Fakes, die in christlichen Kreisen so herumschwirren? Versuchte mal, ihn nachzuvollziehen, gelang mir aber nicht ...

Aber zum Thema:

Ich denke, die ganze Thematik läuft uns gegen den Sinn. Einerseits der grosse, gütige, liebevolle Gott, dem wir es nicht zutrauen können, dass er all das Leid zulassen kann. Und auf der anderen Seite erleben wir all das Leid...

Gestern abend in der Predigt habe ich, eher in einem Nebensatz erwähnt, wiedermal eine Bibelstelle vernommen. Jesus sagt dort, dass kein Spatz vom Himmel fällt, ohne dass Gott es zulässt. Und da gingen meine Gedanken auf die Reise...

Anscheinend ist es so, dass Gott in allem die Übersicht behält. Er weiss, wann was wo passiert und passieren wird, so auch die ganz grossen Dinger, wie z.B. das WTC. Doch anscheinend lässt er es auch zu. Wieso? Er hätte doch die Macht, das zu verhindern.

Da fällt mir auf, dass Gott uns einen eigenen Willen geschenkt hat. Wir können also jederzeit (!) etwas tun, dass Gott nicht gefällt. Und so wie das aussieht, passiert das auch zu genüge.

Ich meine, neben den grossen Dingen erlebe ich das doch tagtäglich. Ich behandle meine Frau nicht so, wie es eigentlich gut wäre (nicht dass ich sie schlagen würde, aber es genügen ja schon ein paar verletzende Worte...), ich bin nicht so ehrlich im Geschäft, wie ich gerne wäre, alles in allem bringe ich es ja selber nicht fertig, mich an Gottes Wille zu halten.

Und da ist der Schlüssel. Er will uns dabei helfen, uns an seine Gebote zu halten. Wenn wir uns ihm anvertrauen, hilft er uns. Nur ist das ein tägliches Anvertrauen. Und es klappt... Doch in einer Welt, die Gott höchstens noch als unbedeutende Randfigur erlebt, kann es nicht erstaunen, wenn niemand auch nur versucht, nach seinen Geboten zu leben.

Und so muss Gott zuschauen, wie wir die schrecklichsten Verbrechen begehen, nur, weil wir nichts mit ihm zu tun haben wollen.

Warum sollte er auch eingreifen, wenn wir uns dafür entscheiden?

Gruss
-salzstreuer
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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon bo » Mo 20. Jan 2003, 08:46

Original von cori
Ich persönlich glaube auch, dass Krankheiten und Naturkatastrophen irgendwie eine Folge des Sündenfalls sind, auch wenn ich das nicht beweisen kann.


Nö, das sind die Folgen der unglaublichen Blödheit der Menschen!
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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon Shadow » Mo 20. Jan 2003, 09:26

bo: Was der Sündenfall ja an und für sich auch ist. Immerhin haben die beiden sich ihr Paradies verscherzt, weil "das Gras auf der anderen Seite des Zauns irgendwie grüner aussah".
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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon bo » Mo 20. Jan 2003, 09:29

Dann könnte man auch sagen, das Gott selber schuld ist. Was erfindet der auch so doofe Menschen... :D
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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon Joggeli » Mo 20. Jan 2003, 09:51

@bo

wenn er dies nicht getan hätte, könnten wir ja auch nicht hier im forum miteinander diskutieren, wäre ja schade. :D

J.

(dann gäbe es ja keine Menschen, um nicht falsch vertanden zu werden ;) )
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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon Shadow » Mo 20. Jan 2003, 09:55

Tjaja der Mensch ist halt schon ein dummes Tier... :)
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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon Salzstreuer » Mo 20. Jan 2003, 10:12

Dummes Tier - eben, aber auf eine sehr eigentümliche Art und Weise.

Er ist eines der wenigen Geschöpfe, welches es fertigbringt, sich selber zu zerstören und Leid zu bringen. Keine Maus käme auf die Idee, ne Mausefalle zu basteln.

Aber der Mensch bringt es fertig, immer genialere Methoden zu finden, sich selber zu zerstören.

ich weiss nicht, mit Dummheit hat das für mich wenig zu tun. Da steckt was anderes dahinter. Stolz, Machthunger, Ergeiz und sonst noch so n paar "menschliche" Eigenschaften.

Schade eigentlich, aber dafür Gott verantwortlich zu machen, ich weiss nicht ...

-salzstreuer

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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon bo » Mo 20. Jan 2003, 10:22

Original von Salzstreuer
Schade eigentlich, aber dafür Gott verantwortlich zu machen, ich weiss nicht ...


Ironie, die; -, kMz. 1. feiner Spott, leise, humorvolle Kritik, bei der das Gegenteil des Gesagten gemeint ist 2. in der Wendung ,I. des Schicksals, durch ein überraschendes, zufälliges Ereignis, das bisherige Bemühungen als nichtig erscheinen lässt, herbeigeführte Situation

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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon ich » Mo 20. Jan 2003, 10:38

Aber es ist schon typisch Mensch.
Wenn es einem gut geht, dann, weil man halt selber gut ist.
Sobald es aber einem Schlecht geht, ist Gott Schuld.
Sobald der Mensch Sch*** baut, schiebt er die Schuld auf Gott ab.

Wie kann man es auf Gott abschieben, wenn mehrer Menschen einen Anschlag auf ein Gebäude machen?

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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon cepheii » Mo 20. Jan 2003, 11:30

Original von ich
Sobald es aber einem Schlecht geht, ist Gott Schuld.
Sobald der Mensch Sch*** baut, schiebt er die Schuld auf Gott ab.



Falsch, das tun die Christen, ich nicht. Und ich rechne mich durchaus auch zu den Menschen. ;)

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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon ich » Mo 20. Jan 2003, 11:56

Seit wann geben wir Christen Gott die Schuld, dass es Krieg auf der Erde hat.
Sind es nicht die Nicht-Gläubigen, die immer die Frage stellen, warum das Gott zulässt?

Wenn es mir schlecht geht, liegt es nie an Gott. Denn er liebt mich und würde nie etwas tun, das mir schadet.

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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon bo » Mo 20. Jan 2003, 12:01

Original von ich
Wenn es mir schlecht geht, liegt es nie an Gott. Denn er liebt mich und würde nie etwas tun, das mir schadet.
ich


Das Widerspricht sich jetzt aber ganz gewaltig!
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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon Ainu Elfe » Mo 20. Jan 2003, 12:22

Hallo ich,

warum sollten Nicht-Gläubige alle Schuld auf etwas schieben, an dessen Existenz sie nicht glauben?

grüsse Ainu
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auch der schönste sommer wird
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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon cepheii » Mo 20. Jan 2003, 13:31

Original von Ainu Elfe
Hallo ich,

warum sollten Nicht-Gläubige alle Schuld auf etwas schieben, an dessen Existenz sie nicht glauben?


Exakt! Zumal es Bernhard war, der fragte und der ist, nach seiner Sig zu urteilen, ein Christ.


@Bo
Welcher Widerspruch? :? Ich seh da in dem Satz keinen.

[Edit]
Frage zurück, habs kapiert. :)

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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon osterhaas » Mo 20. Jan 2003, 13:55

bravo, äs zwänzgerli isch doch no abägheit bi eusem Suz ;)

Ainu, die "nicht-gläubigen" nehmen dies als Indiz, indem sie Gott auf die Anklagebank werfen und somit meinen, bewiesen zu haben, dass es dieser unser liebende Gott nicht geben kann. Oder "ich"?

Naja, was sein "Widerspruch" betrifft:

Wenn es mir schlecht geht, liegt es nie an Gott. Denn er liebt mich und würde nie etwas tun, das mir schadet.


Der Mensch schadet sich selber. Es ist sein Fleisch, dass ihn dazu verführt. Wenn Gott jmd. in eine "schlechte Situation" führt, dann nur um seiner heilung Willen :D
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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon cepheii » Mo 20. Jan 2003, 14:04

Original von osterhaas ;-)
bravo, äs zwänzgerli isch doch no abägheit bi eusem Suz ;)

Ainu, die "nicht-gläubigen" nehmen dies als Indiz, indem sie Gott auf die Anklagebank werfen und somit meinen, bewiesen zu haben, dass es dieser unser liebende Gott nicht geben kann. Oder "ich"?


Na bei dir offenbar noch nicht, was? ;)
Der Fragesteller war hier wohl ein Christ. Somit wurde er nicht von einem "Nicht-Gläubigen" auf die Anklagebank geworfen.

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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon bo » Mo 20. Jan 2003, 14:06

Original von osterhaas ;-)
Naja, was sein "Widerspruch" betrifft:

Wenn es mir schlecht geht, liegt es nie an Gott. Denn er liebt mich und würde nie etwas tun, das mir schadet.


Der Mensch schadet sich selber. Es ist sein Fleisch, dass ihn dazu verführt. Wenn Gott jmd. in eine "schlechte Situation" führt, dann nur um seiner heilung Willen :D


Da wirst du wohl recht haben. Aber mit der Aussage "nur um seiner Heilung Willen" bricht die Aussage von "ich" natürlich in sich zusammen.
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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » Mo 20. Jan 2003, 14:08

Hallo Ainu,
wenn Menschen sagen, sie glauben nicht an Gott, weil es auf dieser Welt so grausam zugeht, dann geben sie für ihren Unglauben einen Grund an, der dann im umgekehrten Fall zum Glauben an Gott führen müsste. Dieser Unglaube setzt deshalb die Existenz Gottes möglicherweise als eine negative voraus.
Rein psychologisch könnte dies dann auch als eine Anklage gegen Gott verstanden werden, als eine Herausforderung an Gott, diese schlimmen Zustände abzuändern.
Jede Stellung, die ein Mensch einnimmt und die den Begriff oder die Prämisse Gott beinhaltet, setzt Gott in dieser Argumentation als wirklich, positiv oder negativ. So ist in der negativen Position auch ein Gottesbild vorausgesetzt, eben das eines Gottes, der so nicht vorgehen kann.
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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon osterhaas » Mo 20. Jan 2003, 14:40

hmpf suz. Scho weiss wurde die Diskussion von einem Christen ins Rollen gebracht. Dennoch gibt es Menschen, die diesen Gedankengut hegen obwohl sie nicht an Gott glauben - zum Trotz. Deshalb auch der Ausruf "oh Gott", der ja soviel bedeutet wie: "Helfe doch - wenn du kannst, bzw. wenn es dich überhaupt geben sollte" oder etwa nicht :P

BO: die Aussage von "ich" bricht nicht zwingend zusammen. Je nach dem, wie er es meint.

Entweder es geht ihm schlecht weil er die Situation nicht als *von Gott* ansieht und/oder er lässt sich nicht von Gott tragen. Was mir zwar in beiden fällen ein Rätsel ist.

"ich"?
Das Herz, das gelernt hat, mit Christus zu sterben, wird mit Ihm auferstanden sein, und alle Nachstellungen der Welt können den hohen Freudenton heiligen Jubels nicht zum Schweigen bringen, der in der Seele aufbricht, die eine Wohnung des Hlg.Geistes geworden ist!
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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon Florian T » Mo 20. Jan 2003, 14:57

Hallo zusammen,

ich denke, man muss sich erst einmal überlegen, was man mit "das" meint.

1. Krieg etc. Hier lautet die klassische Theodizee, dass es der Mensch mit seinem freien Willen ist, der "das" ja erst verursacht. Diese Argumentation führt an zwei Punkten zu einem Problem. Einmal müsste dann mal jemand diesen freien Willen zeigen, oder plausibel machen, dass es ihn überhaupt gibt. Dann stellt sich die Frage, warum wir bei der Wahl zwischen gut und böse so eine große Auswahl an zum Teil sehr verlockendem "Böse" haben. (nicht den Teufel anführen, denn der wurde ja durch Gott geschaffen).

2. Krankheiten etc. Ein Problem für die Christen, die an eine Flut vor 4500 Jahren glauben, denn dann muss Gott auch die Krankheiten aktiv erschaffen haben, ja, er muss heute noch Resistenzen hervorrufen. Die Christen, die ein altes Universum akzeptieren können dies als zwangsläufig betrachten.

3. Naturkatastrophen. Siehe 2. allerdings mit dem Unterschied, dass hier ein teil wieder durch 1 als mitverursacht gilt.

Wenn die Christen also meinen, ihr Gott wäre allgut, dann ist die Frage, wie die Schaffung von Krankheiten zu "allgut" passt.

"Ich", dann sei mal froh, dass Du nicht Hiob heißt 8-)

Zu dem Brief von Frau Graham: Der Autor des Briefes und die Attentäter wären sich in der Beurteilung der Zustände in Amerika bis auf das i-Tüpfelchen einig gewesen. Die Menschen, die dort tausende ermordet haben, glaubten mit Sicherheit an Gott, waren mit Sicherheit für strenge Erziehung, gegen freie Rede, gegen Kondome an den Schulen.... Nicht Liberale in den USA, Nein tiefst religiöse Menschen mit Anschauungen, die sich in gesellschaftspolitischen Fragen zu 100% mit denen des Schreibers decken haben diese Morde begangen.

Und jetzt weiß mir mal einer nach, warum diese Leute nicht im Auftrag Gottes gehandelt haben, Joshua es aber getan haben soll.

Und rein persönlich finde ich es ziemlich geschmacklos, eine solche Suada als Antwort auf das Leid und Entsetzen von Menschen loszulassen.

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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon Ainu Elfe » Mo 20. Jan 2003, 15:13

Hallo Scardanelli, und Osterhaas

ich gebe euch recht, dass ein Nichtgläubiger vielleicht so agieren würde, dass er Gott als bewiesen Nicht-existent ansieht, wegen allem schlechten auf der Welt. Aber dann muss die Fragestellung auch anders sein, denn ein Nichtgläubiger würde, wenn er sich fragt, warum soviel Unglück auf der Welt ist, sicherlich nicht Gott dafür verantwortlich machen. Denn in seinem Weltbild agiert ja kein christlicher Gott, dem er etwas in die Schuhe schieben könnte.

grüsse Ainu
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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon cepheii » Mo 20. Jan 2003, 15:25

Original von osterhaas ;-)
hmpf suz. Scho weiss wurde die Diskussion von einem Christen ins Rollen gebracht. Dennoch gibt es Menschen, die diesen Gedankengut hegen obwohl sie nicht an Gott glauben - zum Trotz.


Oho, immer die Trotzchöpfli, hä? ;)


Original von osterhaas ;-)
Deshalb auch der Ausruf "oh Gott", der ja soviel bedeutet wie: "Helfe doch - wenn du kannst, bzw. wenn es dich überhaupt geben sollte" oder etwa nicht :P


Naja, ich hab das noch nie gedacht, wenn ich oh Gott gesagt hab. (allerdings sage ich das nicht allzuoft)


Original von osterhaas ;-)
BO: die Aussage von "ich" bricht nicht zwingend zusammen. Je nach dem, wie er es meint.


Doch, sie zerbricht. Wenn "ich" sagt, "Gott würde mir nie schaden" und du sagst, "wenn Gott jmd. in eine "schlechte Situation" führt" dann bedeutet das, dass Gott offenbar doch jemandem Schaden würde.

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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon Scardanelli » Mo 20. Jan 2003, 16:02

Hallo Ainu,
ich vermute, dass ein Mensch Gott gar nicht, nicht denken kann. So denkt jeder Mensch irgendwie immer zumindest implizit, könnte für dies und das ein Gott verantwortlich sein. So unterstelle ich jedem Menschen ein Gottesbild, welches er an der Wirklichkeit misst und je nach seinen Schlussfolgerungen, wird er dieses Gottesbild dann für real nehmen oder nicht.
Auf dieser Weise existiert Gott in jedem menschlichen Bewusstsein.
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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon osterhaas » Mo 20. Jan 2003, 16:06

neinei. Wenn Gott jmd. in eine "schlimme situation" führt, geht er mit Ihm, somit die Situation 1.nur noch halb so schlimm ist und 2.das Licht am Ende des Tunnels erkennbar ist weil ich 3.weiss, dass Gott etw. mit dem bezwecken will= Einen Schritt weiter an der vollkommenen Braut :D

zu Florian:

..warum wir bei der Wahl zwischen gut und böse so eine große Auswahl an zum Teil sehr verlockendem "Böse" haben.

Jede gute Seite kann man/frau in´s schlechte wenden.

denn dann muss Gott auch die Krankheiten aktiv erschaffen haben

eher passiv? Denke die Krankheiten sind eine folge vom Sündenfall, weiter auch z.T. selbstverschuldet durch zerstörung von Mechanismen? :?

Und jetzt weiß mir mal einer nach, warum diese Leute nicht im Auftrag Gottes gehandelt haben, Joshua es aber getan haben soll.

Vergleiche mit dem Wesen Gottes :]

Und rein persönlich finde ich es ziemlich geschmacklos, eine solche Suada als Antwort auf das Leid und Entsetzen von Menschen loszulassen

Ach ja, genauso wie vor 3000 jahren, als die leute nur auf (falsche) Propheten hörten, weil sie ihnen nach dem Mund redeten, Jeremia aber nach dem Leben trachteten, weil er sagte, was sie nicht hören wollten :shock:

grüsse, hase
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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon Mathi » Mo 20. Jan 2003, 20:39

Es muss ja gar nicht so sein, dass alles, was Gott zulässt oder eben nicht, sofort nachvollziehbar sein muss. Viele Dinge kann man sich erst nach langem Überlegen erklären und zum Teil muss man einfach Zeit vergehen lassen um den Grund des Geschehenen zu begreifen. Auch wenns im ersten Moment unlogisch und ungerecht erscheint hat alles seine positive Seite und eine Berechtigung.

liebe Grüsse, Mathi
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wer sucht, der findet;
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Mt. 7.8

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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon Marita » Mo 20. Jan 2003, 22:25

Wenn Gott im Alten Testament als Zwangsvollstreckung eine Katastrophe benützte, wissen wir, dass sein Urteil hinter dem katastrophalen Geschehen war, weil wir den Nutzen der geschriebenen Offenbarung haben, die uns erklärt, dass das Gottes Hand in der Geschichte war. Wenn wir aber in unserem Leben sehen wie Nationen Katastrophen erleiden und Elend die Menschen befällt, denke ich, kennen wir den Zusammenhang zwischen den Katastrophen und Gottes Urteil nicht eigentlich.

Die Bibel sagt uns, wenn wir schuldig sind, kann Gott Sein Urteil auf später zurück halten oder wir können es gerade jetzt kriegen. Wir wissen nie ganz sicher ob das Elend, das wir als Einzelne erfahren eine direkte Verurteilung ist oder nicht. Das zählt auch für Nationen, kein Volk ist je von Gottes Urteil ausgeschlossen.

So long...
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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon bo » Di 21. Jan 2003, 08:09

Original von osterhaas ;-)
neinei. Wenn Gott jmd. in eine "schlimme situation" führt, geht er mit Ihm, somit die Situation 1.nur noch halb so schlimm ist und 2.das Licht am Ende des Tunnels erkennbar ist weil ich 3.weiss, dass Gott etw. mit dem bezwecken will= Einen Schritt weiter an der vollkommenen Braut :D



Da magst du wohl recht haben. Aber die Aussage von "ich" erscheint mir in diesem Kontext mehr als blauäugig und zeugt von einem etwas kindlichen Charakter: Alles gute kommt von Gott, alles schlechte nicht...
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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon Bernhard » Di 21. Jan 2003, 08:47

Dein erster Beitrag Salzstreuer, hat mir gut gefallen.

Vielleicht könnte nun jemand fragen: «Wenn Gott allmächtig ist, warum hat er dann zugelassen, dass Engel und Menschen sich für das Böse entscheiden können?»

Du hast recht! Gott als Schöpfer hat das Sagen und nicht wir. Er hat uns zu seinen Geschöpfen gemacht und nicht zu seinen Ratgebern. Gott ist nicht schuld am Leid der Menschen.

Gott ist allmächtig und kann alles, aber er tut nicht alles, weil er den Menschen einen freien Willen geben wollte. Jeder kann sich freiwillig Gott unterordnen oder sich von ihm abwenden. Würde Gott in allem wirken, so gäbe es keine freie Willensentscheidung und wir wären wie Roboter, die willenlos und automatisch funktionieren.

Bernhard
Ich sehe mir gerne die mutmachenden Berichte von www.hofmithimmel.de an.
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Re: Warum lässt Gott das zu?

Beitragvon Shadow » Di 21. Jan 2003, 09:03

Der Mensch hat aber keinen freien Willen. Gott macht den Menschen. Er gibt ihm seine Fähigkeiten, seine Sinne, mit denen er die Welt erfassen kann... Gott ist verantwortlich für die Art und Weise, wie der Mensch sich entwickelt. Und weil Gott im Voraus schon weiss, ob sich ein Mensch mal von ihm abwendet ist auch Gott alleine chuld daran, wenn wir ihn nicht erkennen. Es liegt nicht etwa an uns, weil wir nicht glauben, sondern an ihm, weil er uns so geschaffen hat, dass wir nicht glauben.
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