Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Moderator: bigbird

Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon Kimi » Di 19. Jul 2011, 10:41

Liebe Forengemeinde!

Mich würde mal interessieren, was Ihr Christen, Nicht-Christen bzw. Andersgläubige, Atheisten, Agnostiker...denkt über die Frage, ob es sich mit oder ohne einen Glauben "leichter" bzw. "schwerer" lebt? Ich meine jetzt hier nicht speziell den christlichen Glauben sondern allgemein einen Glauben zu haben. Wie ist das bei Euch? Welcher Weg ist der Einfachere?

Bei mir ist es so, dass ich manchmal die Menschen beneide, die an etwas glauben. Weil ein Glaube auch ein Halt sein kann im Leben.

Ich bin auf Eure Antworten gespannt!

Kimi
MIA SAN MIA

Paulus' Botschaft != Jesu Botschaft
Benutzeravatar
Kimi
Member
 
Beiträge: 418
Registriert: Mi 15. Jun 2011, 09:16

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon Sandra73- » Di 19. Jul 2011, 11:53

Hallo Kimi,

ich würde ganz spontan sagen, dass das auch auf die Wahrnehmung des jeweiligen Menschen ankommt, ob etwas einfacher oder schwerer fällt.
Selbstverständlich empfindet es ein Gläubiger einfacher, gläubig zu sein, und ein Nichtgläubiger empfindet es dann eben leichter, nicht an einen Gott zu glauben, sonst würde er es eventuell ja tun.

Jedoch bin ich der Meinung, dass das gar nicht relevant ist.
Denn das Ziel eines Glaubens, jedenfalls das Ziel des Glaubens und des Lebens mit Jesus...das Ziel des Evangeliums, ist ja keineswegs, dass "es sich leichter leben möge"!
Und daran scheiden sich dann auch Jene, die Jesus einfach als Freund und Begleiter und "Sündenträger" mit in ihr altes Leben hineinnehmen, und Jene, die ihm ihr altes Leben ganz bewusst überlassen haben und im neuen Leben um des Evangeliums Willen und um der Mitmenschen Willen lediglich andere Herausforderungen und Schwierigkeiten zu meistern haben.

Liebe Grüsse,
Sandra
"Werfet Euer Vertrauen nicht weg, welches eine grosse Belohnung hat."
Hebräer 10,35 ( cori, 5. Oktober 09 )

"Defrommiert!" 30.10.2011
Benutzeravatar
Sandra73-
Abgemeldet
 
Beiträge: 8233
Registriert: Mo 13. Aug 2007, 17:39
Wohnort: Zürcher Oberland

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon viper187 » Di 19. Jul 2011, 12:01

Schlussendlich glauben wir alle an irgendetwas. Ein jeder von uns glaubt schlussendlich an irgendetwas was sich nicht zweifelsfrei beweisen/wiederlegen lässt, sei es Gott, Satan, das Spaghettimonster, eine Urknalltheorie oder sonst was.

Deshalb wage ich es zu behaupten: Völlig ohne Glauben ist keiner. Auch der Atheismus definiert sich als "Glauben an keinen Glauben".

Ich persönlich sehe den rational-menschlichen Weg als den vernünftigsten. Zumindest als Wegweiser und Führer durchs Leben. Klar ist auch träumen und fantasieren erlaubt, solange man schlussendlich wieder realistisch wird, warum sollte ich mir selber was dauerhaft vorgaukeln?! - Macht keinen Sinn, höchstens als psychischer Schutzmechanismus aufgrund von traumatischen Erlebnissen, welche ich aber nicht habe.
Auch sehe ich nicht ein, warum ich mir ein Leben nach dem Tode o.Ä. einreden sollte. Wenns so kommt, ja dann hab ich bestimmt nichts dagegen, aber warum sollte ich mir oder anderen Hoffnung machen, dass dies tatsächlich so geschieht, obwohl es kein Indiz dafür gibt?

Schlussendlich muss jeder selber wissen mit welcher Einstellung er am Besten zurecht kommt. Ein jeder sollte dies für sich entscheiden, ganz unabhängig jeglicher Religion oder Wissenschaft, wenns für ihn stimmt und funktioniert, ja dann ist doch in Ordnung.
Ich denke es gibt keine Pauschalaussage was einfacher oder schwieriger ist.
Das Problem beim Atheismus ist: Wenn wir recht haben, werden wir es niemals erfahren.
Benutzeravatar
viper187
Wohnt hier
 
Beiträge: 1722
Registriert: Mi 10. Dez 2008, 15:33

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon Kimi » Di 19. Jul 2011, 12:08

Liebe Sandra!

Vielen Dank für Deine Antwort :) .

Mir geht es so, dass ich das Leben als Nicht-Gläubiger als eher schwer oder mitunter schwierig empfinde. Weil mir teilweise die Antworten fehlen auf diverse Fragen. Aber genau aus dem Grund, den Du angesprochen hast...

Sandra73- hat geschrieben:Denn das Ziel eines Glaubens, jedenfalls das Ziel des Glaubens und des Lebens mit Jesus...das Ziel des Evangeliums, ist ja keineswegs, dass "es sich leichter leben möge"!
Und daran scheiden sich dann auch Jene, die Jesus einfach als Freund und Begleiter und "Sündenträger" mit in ihr altes Leben hineinnehmen


...könnte ich nun nicht einfach nur mal so an Jesus glauben (wobei ich auf jeden Fall glaube, dass Jesus existierte und mich Vieles von ihm anspricht!), nur damit es sich leichter leben lässt. Über dieses "Ziel des Evangeliums" bin ich mir im Unklaren. Wenn es nicht das ist, leichter zu leben und auch nicht das ist, einmal in einen Himmel oder in eine Hölle zu kommen, was ist es dann? Ich sehe aber an manchen Gläubigen (Christen), dass diese eine gewisse Kraft und auch Zuversicht, Trost, Sinn...usw. für ihr tägliches Leben aus ihrem Glauben schöpfen, also leben sie doch auf eine Art "leichter", oder was meinst Du?

Viele Grüße!

Kimi
Zuletzt geändert von Kimi am Di 19. Jul 2011, 12:20, insgesamt 1-mal geändert.
MIA SAN MIA

Paulus' Botschaft != Jesu Botschaft
Benutzeravatar
Kimi
Member
 
Beiträge: 418
Registriert: Mi 15. Jun 2011, 09:16

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon Kimi » Di 19. Jul 2011, 12:15

Auch Dir, viper, vielen Dank für Deine Gedanken :) !

viper 168 hat geschrieben:Schlussendlich muss jeder selber wissen mit welcher Einstellung er am Besten zurecht kommt. Ein jeder sollte dies für sich entscheiden, ganz unabhängig jeglicher Religion oder Wissenschaft, wenns für ihn stimmt und funktioniert, ja dann ist doch in Ordnung.
Ich denke es gibt keine Pauschalaussage was einfacher oder schwieriger ist.


Das stimmt auf jeden Fall!

Funktioniert es bei Dir, viper? Oder ist da nicht doch in Dir manchmal so eine Sehnsucht oder Hoffnung, dass da doch mehr sein könnte und dass es doch die eine große Antwort gibt und man sie nur noch nicht gefunden hat?

Ich persönlich komme mal mehr und mal weniger gut damit zurecht, nicht zu glauben, bzw. an Nichts zu glauben. Wobei - es stimmt schon, was Du geschrieben hast, wahrscheinlich gibt es das gar nicht, dass man an absolut Nichts glaubt.

Viele Grüße

Kimi
Zuletzt geändert von Kimi am Di 19. Jul 2011, 12:16, insgesamt 1-mal geändert.
MIA SAN MIA

Paulus' Botschaft != Jesu Botschaft
Benutzeravatar
Kimi
Member
 
Beiträge: 418
Registriert: Mi 15. Jun 2011, 09:16

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon Metropolis79 » Di 19. Jul 2011, 12:15

viper187 hat geschrieben:... warum sollte ich mir selber was dauerhaft vorgaukeln?! - Macht keinen Sinn.....

Aber tun das nicht die meisten Menschen, sich etwas"vorgaukeln"?
Machen sich vor, in diesem oder jenen Aktivitäten Erfüllung zu finden, machen sich vor nur mit einem gewissen Partner Erfüllung zu finden und machen sich somit "abhängig",weil nur diese bestimmte Person ihnen das geben kann, was sie ansonsten enbehren müssten etc....
Ob Gläubiger oder Atheist, man gaukelt sich im Leben so Vieles vor, weil einem dadurch das Leben erträglicher "scheint" oder eben Hoffnung erzeugt, man sich an etwas klammert oder festhält, das einem trägt.Also macht es vielleicht doch Sinn.
Alles was du hast,... hat irgendwann dich
Metropolis79
Abgemeldet
 
Beiträge: 555
Registriert: So 23. Jan 2011, 02:07

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon viper187 » Di 19. Jul 2011, 13:25

Metropolis79 hat geschrieben:Aber tun das nicht die meisten Menschen, sich etwas"vorgaukeln"?
Machen sich vor, in diesem oder jenen Aktivitäten Erfüllung zu finden, machen sich vor nur mit einem gewissen Partner Erfüllung zu finden und machen sich somit "abhängig",weil nur diese bestimmte Person ihnen das geben kann, was sie ansonsten enbehren müssten etc....
Ob Gläubiger oder Atheist, man gaukelt sich im Leben so Vieles vor, weil einem dadurch das Leben erträglicher "scheint" oder eben Hoffnung erzeugt, man sich an etwas klammert oder festhält, das einem trägt.Also macht es vielleicht doch Sinn.


Jeder gaukelt sich schlussendlich irgendwo irgendwas vor. Aber nichts was seinem Glaubenssystem im Wege steht.
Ich persönlich sage immer: Ich weiss es nicht! Es ist meiner Meinung nach die ehrlichste Antwort auf Fragen wie: "Wie entstand das Leben?" - "Wie entstand das Universum?" - "Was kommt nach dem Tod?" - "Existiert ein Schöpfer?" - "Gibt es einen Gott?" (Nein, Schöpfer und Gott sind für mich nicht gezwungenermassen dasselbe) uvm. Aber ich habe meine favorisierten Theorien zu diesen Fragen.
Ob es wirklich so ist?! Keine Ahnung. Spielt das für mich eine Rolle? Nicht wirklich. Warum nicht? Bin ich nicht fähig mein Leben zu leben wenn ich nicht weiss wie es entstand? - Wohl kaum...
Bin ich nicht fähig durchs Universum zu "gehen" oder es zu erforschen wenn ich nicht weiss wie es entstand? - Nicht wirklich...
Werde ich dem Tod entgehen wenn ich weiss was danach kommt? - Sonst noch Wünsche?!...
Also warum sollte ich mir grossartig einen Kopf darum machen? Es kommt so wies kommen muss, ich kann daran nicht wirklich was ändern.

Wie gesagt, ich bin Realist. Klar habe ich meine entsprechende Meinung zu gewissen Dingen, aber schlussendlich muss auch ich bei vielem offen und ehrlich zugeben: "Ich weiss es nicht!"

Kimi hat geschrieben:Funktioniert es bei Dir, viper? Oder ist da nicht doch in Dir manchmal so eine Sehnsucht oder Hoffnung, dass da doch mehr sein könnte und dass es doch die eine große Antwort gibt und man sie nur noch nicht gefunden hat?

Eigentlich ja. Klar hab ich auch immer mal wieder Fragen oder "Was wäre wenn..." Vorstellungen, aber da ich fest davon überzeugt bin, dass alles Leben dasselbe Schicksal teilt (vereinfacht: Geburt - Leben - Tod - ?) kanns mir grundsätzlich einfach nur egal sein ob da noch was ist. Ich bin davon überzeugt mit uns allen passiert dasselbe nach dem Tod. Was das ist? Keine Ahnung. Aber ich wage stark zu bezweifeln, dass es ein Auswahl- oder Qualifikationsverfahren dafür gibt, was "danach" passiert. - Ebenfalls bezweifel ich, dass irgendwem irgendwelche ultratollen mystischen Kräfte/Geister/Götter/Engel/Jesus/Satan/Spaghettimonster/verstorbene Verwandte/usw. im Leben helfen oder beistehen. Entweder man hat lebende Freunde/Verwandte/Bekannte welche einem helfen und beistehen, oder eben keine.


Aber wie gesagt: Das ist meine Einstellung. Sie funktioniert (bis jetzt) für mich. Und sollte sie mal nicht mehr funktionieren, dann hindert mich ja nix daran diese Einstellung zu revidieren.
Das Problem beim Atheismus ist: Wenn wir recht haben, werden wir es niemals erfahren.
Benutzeravatar
viper187
Wohnt hier
 
Beiträge: 1722
Registriert: Mi 10. Dez 2008, 15:33

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon bigbird » Di 19. Jul 2011, 15:40

Kimi hat geschrieben:Liebe Forengemeinde!

Mich würde mal interessieren, was Ihr Christen, Nicht-Christen bzw. Andersgläubige, Atheisten, Agnostiker...denkt über die Frage, ob es sich mit oder ohne einen Glauben "leichter" bzw. "schwerer" lebt? Ich meine jetzt hier nicht speziell den christlichen Glauben sondern allgemein einen Glauben zu haben. Wie ist das bei Euch? Welcher Weg ist der Einfachere?

Bei mir ist es so, dass ich manchmal die Menschen beneide, die an etwas glauben. Weil ein Glaube auch ein Halt sein kann im Leben.

Ich bin auf Eure Antworten gespannt!

Kimi


Ich grüble darüber nach, welchen Sinn diese Frage macht. Der Grund dafür: Ist es denn der Sinn des Lebens, es möglichst leicht darin zu haben?

bigbird
Zur Sklavenzeit in den USA hat eine schwarze Köchin in höherem Alter mit Eifer lesen gelernt, um die Bibel selber lesen zu können. Sie wurde gefragt, was sie mache, wenn sie etwas nicht verstehe.
Ihre Herzensantwort: „Dann sage ich Halleluja und lese weiter, bis was kommt, das ich verstehe!“
Benutzeravatar
bigbird
Administrator
 
Beiträge: 45931
Registriert: Do 7. Mär 2002, 08:25
Wohnort: Raum Bern

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon Kimi » Di 19. Jul 2011, 15:47

bigbird hat geschrieben:
Kimi hat geschrieben:Liebe Forengemeinde!

Mich würde mal interessieren, was Ihr Christen, Nicht-Christen bzw. Andersgläubige, Atheisten, Agnostiker...denkt über die Frage, ob es sich mit oder ohne einen Glauben "leichter" bzw. "schwerer" lebt? Ich meine jetzt hier nicht speziell den christlichen Glauben sondern allgemein einen Glauben zu haben. Wie ist das bei Euch? Welcher Weg ist der Einfachere?

Bei mir ist es so, dass ich manchmal die Menschen beneide, die an etwas glauben. Weil ein Glaube auch ein Halt sein kann im Leben.

Ich bin auf Eure Antworten gespannt!

Kimi


Ich grüble darüber nach, welchen Sinn diese Frage macht. Der Grund dafür: Ist es denn der Sinn des Lebens, es möglichst leicht darin zu haben?

bigbird


Wenn ich manche Christen so höre, scheint es mir so zu sein. Also dass man es mit Jesus schön hat, dass er immer da ist, einem hilft usw. und als Extra-Bonus gibt es dann noch das Himmelreich dazu. Dies alles haben ja Nicht-Christen oder Ungläubige nicht. Sie müssen irgendwie allein durchs Leben....

Ich denke die Frage macht/gibt den Sinn, den man ihr gibt. Über den "Sinn des Lebens" wollte ich hier nicht diskutieren.

Oftmals wird ja behauptet, man mache es sich einfach, nicht (an Jesus) zu glauben. Die Frage ist: Ist es wirklich so?
MIA SAN MIA

Paulus' Botschaft != Jesu Botschaft
Benutzeravatar
Kimi
Member
 
Beiträge: 418
Registriert: Mi 15. Jun 2011, 09:16

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon bigbird » Di 19. Jul 2011, 15:52

Kimi hat geschrieben:Wenn ich manche Christen so höre, scheint es mir so zu sein. Also dass man es mit Jesus schön hat, dass er immer da ist, einem hilft usw. und als Extra-Bonus gibt es dann noch das Himmelreich dazu. Dies alles haben ja Nicht-Christen oder Ungläubige nicht. Sie müssen irgendwie allein durchs Leben....
Ja, das ist so ... wenn du es etwas salopp ausdrücken willst.

Als Christ hat man umgekehrt aber keine Garantie, dass man immer gesund ist, dass man im Leben keinem Leid begegnen würde oder immer genug von allem Nötigen hat.

Wichtig ist, das Leben zu Gottes Ehre zu leben und aus seiner Gnade heraus.

bigbird
Zur Sklavenzeit in den USA hat eine schwarze Köchin in höherem Alter mit Eifer lesen gelernt, um die Bibel selber lesen zu können. Sie wurde gefragt, was sie mache, wenn sie etwas nicht verstehe.
Ihre Herzensantwort: „Dann sage ich Halleluja und lese weiter, bis was kommt, das ich verstehe!“
Benutzeravatar
bigbird
Administrator
 
Beiträge: 45931
Registriert: Do 7. Mär 2002, 08:25
Wohnort: Raum Bern

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon Savonlinna » Di 19. Jul 2011, 16:06

Kimi hat geschrieben:Bei mir ist es so, dass ich manchmal die Menschen beneide, die an etwas glauben. Weil ein Glaube auch ein Halt sein kann im Leben.


Hallo Kimi!

Ich habe einen Freund, der eine ganz ähnliche Frage hat wie Du. Auch er wünscht sich diesen Halt, ohne ihn doch wirklich finden zu können und ohne sich dabei Selbstbetrug vorwerfen zu müssen.

Ich selber habe diese Frage nicht. Ich bin im landläufigen Sinn ja besonders ungläubig, da ich dazu neige, jegliche Theorie, die man mir über den Sinn des Liebens etc. vorsetzen will, auf ihr Menschliches Allzumenschliches hin abzuklopfen.

Glaube, so hat hier mal ein User geschrieben, ist sowas wie ein Sprung vom Fünfmeterbrett. Man müsse es einfach wagen. Sozusagen das Opfer des Verstandes bringen.

Mit fast haargenau den gleichen Worten hat einmal ein Verschwörungstheoretiker, ein Atheist, das beschrieben, als er plötzlich "glaubte". Er glaubte, dass unser Weltgeschehen eine Wiederholung ist, die Außerirdische in der Zukunft bereits designt haben. Und dass man diese Wiederholung stoppen könne, wenn man die Erde aus einer Zeitschleife heausholen könne.

Dieser Mench beschrieb seinen Glauben genau so: es müsse ein Sprung sein, und dann ginge es ganz leicht. Auch da war es ein Opfer des Verstandes.

Selten ist mir so klar geworden, was "Glaube" ist. Ich habe das auch einmal bei mir erlebt, als ich ein Erlebnis nicht ertragen konnte und dann die Erlösung, die Befreiung kam: ich hatte den Sprung gemacht - fast physisch wahrnehmbar - und "glaubte" nun nicht mehr, dass dieses Erlebnis wahr war. Es war Selbstbetrug, ja. Aber ein rettender.

Ist aber jeder Glaube Selbstbetrug?
Meine - momentane - Antwort: Wenn er diesen "Sprung" voraussetzt: ja.
Dann glaubt man einer Theorie und verbietet sich mit allen Regeln der Kunst, darüber noch nachzudenken. Das ist denn dieses Opfer des Verstandes.


Kimi hat geschrieben:Mir geht es so, dass ich das Leben als Nicht-Gläubiger als eher schwer oder mitunter schwierig empfinde. Weil mir teilweise die Antworten fehlen auf diverse Fragen.


Der sogenannte Nichtgläubige kann auch Antworten finden, ohne dass er auf Theorien zurückgreifen muss, die er in ihrem Wortlaut glauben möchte.


Kimi hat geschrieben:Über dieses "Ziel des Evangeliums" bin ich mir im Unklaren. Wenn es nicht das ist, leichter zu leben und auch nicht das ist, einmal in einen Himmel oder in eine Hölle zu kommen, was ist es dann?


Wenn ich selber etwas dazu sagen darf, es ist meine persönliche Wahrnehmung:
Dieses "Evangelium", diese Frohe Botschaft ist für alle Menchen dieser Erde bestimmt. Darin ist etwas enthalten, was jeder von uns wissen kann, weil wir es letztendlich bereits wissen. Wir müssen dies nur aller Theorien entkleiden und zu dem Kern kommen.

Da ist kein Opfer des Verstandes erforderlich, sondern im Gegenteil: der theoretische Teil - also das Eingekleidetsein in feste Lehrsätze - muss abgeblättert werden. Man muss sozusagen Röntgenaugen bekommen, um hinter diese allzumenschlichen Formulierungen hindurchzugucken und zu sehen, was da eigentlich ausgesagt ist.


Kimi hat geschrieben:Ich sehe aber an manchen Gläubigen (Christen), dass diese eine gewisse Kraft und auch Zuversicht, Trost, Sinn...usw. für ihr tägliches Leben aus ihrem Glauben schöpfen, also leben sie doch auf eine Art "leichter"


Der Kern des Christentums ist auch etwas unglaublich Befreiendes. Ich vermute bei einigen Christen - die so, wie Du schreibst, tatsächlich 'erlöster' aussehen -, dass sie diesen Kern verstanden haben und gar nicht merken, dass ihre Theorien damit gar nicht unbedingt identisch sind.

Im Direktgespräch kann man sehr gut erkennen, ob jemand etwas mit seinen eigenen Worten sagt, was jetzt zum Beispiel mit dem, was ein sogenannter Ungläubiger wahrnimmt, von der inneren Wahrnehmung her identisch ist.

Der "Kern" ist vor aller Formulierung. Für mich ist er erahnbar in der Kunst, vor allem in der Musik. Aber nicht nur. Da war es nur zuerst für mich erahnbar.

Die Musik zum Beispiel zeigt eine Dimension auf, in der andere Gesetze gelten. Diese Dimension ist also auch in uns, und in der können wir uns aufhalten. Wir können sie sehen oder nicht sehen.

Eine Pfarrerin sagte beim letzten Kirchentag, dass wir hier mitarbeiten, am "Reich Gottes". Sie nahm diese Dimension offenbar wahr.

Diese Wahrnehmung ist an keine Religion gebunden, aber man kann sie in einer Relgiion finden.
Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.

Rumi (1207-1273)
Savonlinna
Abgemeldet
 
Beiträge: 2972
Registriert: Di 26. Feb 2008, 10:20
Wohnort: Hamburg

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon Maroni » Di 19. Jul 2011, 16:34

Kimi hat geschrieben:Liebe Forengemeinde!

Mich würde mal interessieren, was Ihr Christen, Nicht-Christen bzw. Andersgläubige, Atheisten, Agnostiker...denkt über die Frage, ob es sich mit oder ohne einen Glauben "leichter" bzw. "schwerer" lebt?


Ich antworte dir dann aus meiner Warte eines Panentheisten aus:

Nein.

Ein Leben zwischen Wein, Weib und Gesang mag am Anfang ja recht lustig sein, aber um daran ein Leben lang gefallen zu finden, da muss man entweder etwas bloede sein, oder man hat an Stelle eines Gewissens dann einen luftleeren Raum. Es muss da noch etwas anderes geben, etwas dem Leben gemäß sinnhaftes, unser Leben erfüllendes, unser Leben wertvoll gestaltendes.

Und so stellt sich jeder Mensch, nun gut, fast jeder Mensch, wenn nicht schon in einem religiösen Umfeld geboren, dann früher oder später die Urfragen der Menschheit überhaupt; woher komme ich, wohin gehe ich?

Wie, auf welche Weise, bekomme ich auf diese Fragen nun eine Antwort? Von wem, und wie?
Was muss ich überhaupt tun, um eine Antwort auf diese Urfragen der Menschheit zu bekommen?

Und damit hast du dann das Rad der Erkenntnis angestoßen, und glaube mir Kimi, es dreht sich, dreht sich ununterbrochen weiter und lässt dich nie mehr los. Es wird dem Menschen immer Antwort gegeben, nur, ja, der liebe und doch so egoman umtriebige Mensch hört immer und allzu gern auf die lauten Stimmen, die leise Stimme der Demut und der Liebe in sich selbst, die überhört er nur allzu oft, und ich selbst spreche da aus besten "Erfahrungen", soll heißen, der Mensch ist oft ein eitler Tropf, gefangen in seinem gut gefütterten Ich.

Ich sehe gerade..., irgendwie schwiff ich ab..., oder holte zu weit aus..., also weiter zum Thema hin:

Ein Leben ohne Glauben, ein Leben ohne Sinn und Ziel, ohne ein "Sichaufdenwegmachen", dieses Leben ist leer, ist traurig, ist geprägt und wird beherrscht von tausenderlei Dämonen, die dir immer unerklärbar bleiben.
Ein Leben mit einem Glauben, ein Leben geführt im Kampf und Ringen um einen Glauben, in selbstloser Wahrheitsfindung, in der bedingungslosen Ehrlichkeit zu sich selbst, das ist niemals ein leichtes Leben (jetzt hab ich doch die Themenkurve gekriegt), aber es ist ein sinnvolles Leben, voller einmalig schöner Momente, die auf ewig und immer dein sind, dir helfend den Weg weisen, dich irgendwann führen zum einzig wahren Licht.

Aber ein leichtes Leben, das ist ein Leben mit einem Glauben, in einem Glauben, sicherlich nicht.
(Geschrieben im Denken und Dank, in der universellen Lehre des friedfertigen Menschensohnes, an Dich, gute Sandra).
Maroni
Gesperrt
 
Beiträge: 68
Registriert: Di 14. Jun 2011, 17:25

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon Gnu » Di 19. Jul 2011, 16:48

Ich weiss gar nicht, was ich schreiben soll. Die Leichtigkeit des Lebens hängt meiner Meinung nach nicht davon ab, ob man glaubt oder nicht, sondern wie erfolgreich man im Leben ist. Und auch da gibt es verschiedene Ebenen. Einer, der es durch Weisheit und Fleiss zum Milliardär gebracht hat, lebt finanziell leichter, als einer der wegen Burnout nicht mehr weiter arbeiten kann. Ob der Milliardär glücklicher ist, ist die andere Ebene, jene des psychischen Wohlergehens.

P.S. Ich werde eventuell noch auf die Frage eingehen.
Benutzeravatar
Gnu
My home is my castle
 
Beiträge: 11306
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 17:19
Wohnort: Salorino

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon Kimi » Di 19. Jul 2011, 17:11

Liebe Savonlinna!

Herzlichen Dank für Deine wertvolle Antwort und für die Impulse, die darin enthalten sind.

Savonlinna hat geschrieben:Glaube, so hat hier mal ein User geschrieben, ist sowas wie ein Sprung vom Fünfmeterbrett. Man müsse es einfach wagen. Sozusagen das Opfer des Verstandes bringen.


Gutes Bild. Setzt dieser "Sprung" Mut voraus, was glaubst Du? Warum wagen manche Menschen diesen Sprung und Andere nicht? Ich glaube, dass manche Menschen einfach nicht glauben können, nicht springen können. Vielleicht weil sie nicht bereit sind, das Opfer (des Verstandes) zu bringen?

Wenn ich selber etwas dazu sagen darf, es ist meine persönliche Wahrnehmung:
Dieses "Evangelium", diese Frohe Botschaft ist für alle Menchen dieser Erde bestimmt. Darin ist etwas enthalten, was jeder von uns wissen kann, weil wir es letztendlich bereits wissen. Wir müssen dies nur aller Theorien entkleiden und zu dem Kern kommen.


Das gefällt mir. Das muss jetzt aber nicht unbedingt "nur" und auschließlich das christliche Evangelium sein, oder was glaubst Du?

Da ist kein Opfer des Verstandes erforderlich, sondern im Gegenteil: der theoretische Teil - also das Eingekleidetsein in feste Lehrsätze - muss abgeblättert werden. Man muss sozusagen Röntgenaugen bekommen, um hinter diese allzumenschlichen Formulierungen hindurchzugucken und zu sehen, was da eigentlich ausgesagt ist.


Ich glaube, es sind diese festgezimmerten Lehrsätze - in allen Religionen - die mich "stören". Diese empfinde ich als eigentliches Hindernis, den Sprung zu wagen. Vielleicht.

@Maroni

Auch Dir lieben Dank für Deine Antwort :)

Maroni hat geschrieben:Ein Leben ohne Glauben, ein Leben ohne Sinn und Ziel, ohne ein "Sichaufdenwegmachen", dieses Leben ist leer, ist traurig, ist geprägt und wird beherrscht von tausenderlei Dämonen, die dir immer unerklärbar bleiben.


Diese Empfindung kann ich nachvollziehen. Sehr sogar. Daher entschloss ich mich, diesen Thread zu eröffnen. Bei mir ist es so: Glauben kann ich nicht, aber ohne möchte ich auch nicht.

Ein Leben mit einem Glauben, ein Leben geführt im Kampf und Ringen um einen Glauben, in selbstloser Wahrheitsfindung, in der bedingungslosen Ehrlichkeit zu sich selbst, das ist niemals ein leichtes Leben


So wie Du es beschrieben hast, dieses Ringen, der Kampf, das Suchen, das "sich auf den Weg machen", dies alles ist nicht leicht. Im Gegenteil. Ein beschwerlicher Weg.

Aber - wenn man hier jetzt mal diesen Glauben betrachtet, wie er er "landläufig" verkündigt wird, als etwas, das man nur anzunehmen hat oder Ja zu sagen hat zu Jesus, und wenn man mit diesem Jesus lebt also, der Jesus, der immer da ist und Antwort und Trost gibt und Halt, dann scheint es mir damit einfacher zu sein. Mein Eindruck von manchen Christen ist der, dass diese nicht unbedingt um Wahrheit ringen. Das ist nicht bös gemeint jetzt! Diese sind ziemlich sicher, diese Wahrheit bereits gefunden zu haben. Man bräuchte sie "nur" anzunehmen.

Heute las ich einen Artikel in der Zeitung über das neue Buch von Martin Walser "Muttersohn". Es sei ein Glaubensroman. In einem Interview sagte er: "Genesis ist schöner als der Urknall". Dieser Satz hat mich beeindruckt und hat etwas mit mir gemacht. Mir scheint, er möchte sagen, dass der Glaube etwas Wertvolles und etwas Schönes ist.

Viele Grüße

Kimi
Zuletzt geändert von Kimi am Di 19. Jul 2011, 17:42, insgesamt 2-mal geändert.
MIA SAN MIA

Paulus' Botschaft != Jesu Botschaft
Benutzeravatar
Kimi
Member
 
Beiträge: 418
Registriert: Mi 15. Jun 2011, 09:16

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon Kimi » Di 19. Jul 2011, 17:13

Gnu hat geschrieben:Ich weiss gar nicht, was ich schreiben soll. Die Leichtigkeit des Lebens hängt meiner Meinung nach nicht davon ab, ob man glaubt oder nicht, sondern wie erfolgreich man im Leben ist. Und auch da gibt es verschiedene Ebenen. Einer, der es durch Weisheit und Fleiss zum Milliardär gebracht hat, lebt finanziell leichter, als einer der wegen Burnout nicht mehr weiter arbeiten kann. Ob der Milliardär glücklicher ist, ist die andere Ebene, jene des psychischen Wohlergehens.

P.S. Ich werde eventuell noch auf die Frage eingehen.


Ich würde mich auf jeden Fall darüber freuen! :)
MIA SAN MIA

Paulus' Botschaft != Jesu Botschaft
Benutzeravatar
Kimi
Member
 
Beiträge: 418
Registriert: Mi 15. Jun 2011, 09:16

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon Maroni » Di 19. Jul 2011, 17:43

Kimi hat geschrieben:
Aber - wenn man hier jetzt mal diesen Glauben betrachtet, wie er er "landläufig" verkündigt wird, als etwas, das man nur anzunehmen hat oder Ja zu sagen hat zu Jesus, und wenn man mit diesem Jesus lebt also, der Jesus, der immer da ist und Antwort und Trost gibt und Halt, dann scheint es mir damit einfacher zu sein.


Versuche und prüfe es selbst. Du wirst die Antworten in dir finden. Und lasse die Menschen dann sein, wie die Menschen dann sind, das soll dich auf deinen Wegen nicht stören.

Mein Eindruck von manchen Christen ist der, dass diese nicht unbedingt um Wahrheit ringen. Das ist nicht bös gemeint jetzt! Diese sind ziemlich sicher, diese Wahrheit bereits gefunden zu haben.


Du wirst im realen Leben dann Christen treffen, die ein Charisma der Liebe ausstrahlen, so das du diesen Menschen dann keine Fragen mehr stellst, auch ich verstumme in Gegenwart dieser tief religiösen Menschen und was allein bleibt ist Achtung und Ehrfurcht vor dem, was sie vorleben. Du bekommst von ihen Antwort ohne ein Wort zu fragen.
Du triffst diese Menschen in jeder Religion, selten, ja, aber sie schenken dir den Beweis, das Alles, Alles ganz anders ist und kommt und sein wird, als es dir viele Menschen in ihrem religiösen Egoismus so gerne weismachen möchten.
Lerne, stolpere, lerne weiter, falle hin und stehe immer wieder auf und lerne weiter.
Du bist nicht allein, niemals allein, das ist immer EINER, der dir aufhilft.
Maroni
Gesperrt
 
Beiträge: 68
Registriert: Di 14. Jun 2011, 17:25

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon Schoham » Di 19. Jul 2011, 20:19

Dem reichen, schönen Jüngling geht es ohne Glauben gut in der Welt.
Dem Ungläubigen, armen, unbedeutenden geht es ohne Glauben schlecht.
Dem Gläubigen geht es so, wie es einem geht, der sein Kreuz trägt.
Schoham
My home is my castle
 
Beiträge: 10305
Registriert: Di 12. Jul 2005, 15:47

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon kingschild » Di 19. Jul 2011, 21:01

Kimi hat geschrieben:Liebe Forengemeinde!

Mich würde mal interessieren, was Ihr Christen, Nicht-Christen bzw. Andersgläubige, Atheisten, Agnostiker...denkt über die Frage, ob es sich mit oder ohne einen Glauben "leichter" bzw. "schwerer" lebt? Ich meine jetzt hier nicht speziell den christlichen Glauben sondern allgemein einen Glauben zu haben. Wie ist das bei Euch? Welcher Weg ist der Einfachere?

Bei mir ist es so, dass ich manchmal die Menschen beneide, die an etwas glauben. Weil ein Glaube auch ein Halt sein kann im Leben.

Ich bin auf Eure Antworten gespannt!

Kimi


Kimi

Auf diese Frage möchte ich mit folgenden Psalm einsteigen:

Ps 23:6 Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HErrn immerdar.

Wenn ein Mensch erfährt was Gutes ist und Ihm Barmherzigkeit wiederfährt und er weiss was es heisst im Hause des Herrn zu sein immerdar und er dies packen und ergreifen kann mit Leib, Seele und Verstand und ein Mensch von dem Herrn dieses Hauses ergriffen wird, so wird es dieser Mensch sicher einfacher haben in gewisser Hinsicht. Denn er bekam Einblick auf eine Kraft die nie vergehen wird.

Soviel zum leichter haben.

Wenn ein Mensch sich aber entscheidet in diesem Hause leben zu wollen, so wird er es nicht immer einfacher haben in dieser Welt. Denn er wird erkennen, er lebt zur Zeit an einem Ort, der mit diesem Haus nichts zu tun hat.

Diese Feststellung beinhaltet auch das man sich plötzlich auch wie jemand auf der Durchreise fühlen kann und auf dieser Durchreise als zeitweise Heimatloser bist Du dann als Reisender voll und ganz den Gegebenheiten des Reisegebietes ausgesetzt und du erfährst in aller Härte, was für Mächte dieses Gebiet besetzt halten. In diesen Augenblicken sich Bewusst zu werden, welche Heimat/Zuflucht man gefunden hat, ist nicht immer leicht. Zu wissen das man als Durchreisender auch gewissen Strapazen ausgesetzt ist die ein Heimatloser gar nie sehen kann ist auch nicht immer einfach.

Schon nur bei diesem Anblick kann es manch einem Gläubigen schon fast wieder Angst und Bange werden, die Zusage des Herrn und das eintreten in sein Haus gibt aber soviel Kraft und Stärke, das man weiss nichts und gar nichts wird mich je wieder trennen können von dieser seiner Liebe und Kraft.

Das Leben ist immer ein Kampf Kimi, ob gläubig oder nicht, der eine meistert es einfacher, der andere hat mehr Mühe damit, je nachdem was einem wiederfährt im Leben.

Der starke glaubt alles aus eigener Kraft zu schaffen und sagt es geht Ihm leicht und der schwache sucht Hilfe bei Gott, ihm Glauben, bei Freunden und sagt auch es geht leichter. Somit bewegt jeder glauben etwas.

Ich glaube das wenn jemand im Hause des Herrn Eingang hat, er es einfacher hat, obschon dann die Kämpfe um eine vielfaches zunehmen werden, während seiner Zeit hier auf Erden. Die Stürme werden vielleicht sogar heftiger als vorher ohne Glauben aber die Hütte des Herrn hat Bestand auch in diesen Stürmen und die Verheissung steht fest, das Sie nicht nur hier auf Erden Bestand haben wird.

Was den Weltlichen Glauben anbelangt da würde ich sagen, dieser kann einem kurzfristig oder auch längerfristig weiterhelfen hier auf Erden aber irgend wann wird sich dieser in Luft auflösen und dieses auflösen wird einem dann unsanft an den Ort bringen, wo man erkennt auf was man sich stützte. Daselbe Schicksal wird auch denn treffen, der nur an sich selbst glaubte. Hier wird früher oder später auch mal die Feststellung kommen, ohne Fundament taugt aller Glauben nichts. Es wird aller Weltliche Glauben das gleiche Schicksal treffen auch wenn er kurzfristig oder längerfristig das Leben leicher erscheinen liess. So gesehen glaube ich nicht das solcher Glauben es leichter macht obschon dieser Schein entsteht und durchaus auch beständig erscheinen kann.

Wer hier das Haus des Herrn nicht kennt und keine Eingang hat, der wird es sehr schwer haben, im Vergleich zu dem der dieses Haus kennt und auch weiss wo der Eingang ist.

Fazit: Meine Erfahrung ist, der Welt Glauben kann einem kurz oder längerfristig des Leben leichter machen aber irgendwann platzt dieser meist und man steht mit nichts da.

Glauben an Gott den Allmächtigen, bedeutet für mich kurzfristig hier auf Erden nicht immer leichter zu haben, als ein Mensch ohne Glauben oder mit Weltlichem Glauben aber der Zugang zum Hause des Herrn erquickt so das ich dem Psalmist beipflichten kann.

God bless
Kingschild
Benutzeravatar
kingschild
Senior-Moderator
 
Beiträge: 6208
Registriert: Mo 13. Aug 2007, 11:23
Wohnort: Schweiz

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon Kimi » Di 19. Jul 2011, 22:06

Kingchild hat geschrieben:Auf diese Frage möchte ich mit folgenden Psalm einsteigen:

Ps 23:6 Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HErrn immerdar.


Lieber Kingchild!

Auch Dir möchte ich für Deine Gedanken danken!

Dieser 23ste Psalm, speziell auch dieser Vers, ist sehr schön! Ich kann diesen Psalm und noch den 1. sowie den 91sten Psalm auswendig. Es war mir mal wichtig vor sehr vielen Jahren, diese drei Psalmen im Kopf zu haben.

Da es jetzt spät ist, werde ich morgen auf Deinen Beitrag eingehen.

Bis dahin, viele Grüße!

Kimi
MIA SAN MIA

Paulus' Botschaft != Jesu Botschaft
Benutzeravatar
Kimi
Member
 
Beiträge: 418
Registriert: Mi 15. Jun 2011, 09:16

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon Jeffrey mc » Di 19. Jul 2011, 23:29

Womit man leichter lebt?

Glaube: Ich für meinen Teil will die Grenzen die uns Gott gegeben hat einhalten so gut ich kann. Das bedeutet, dass ich alles tun und lassen kann, was ich will, innerhalb dessen, was das Gebiet des Guten ist (also auf Gottes Wegen gehen). Auf den Weg immer gottgerechter zu werden, stehen wir vor so mancher Herausforderung und das wird so bleiben, bis zum Tode.

Ohne Glaube: da kann man doch eigentlich frei entscheiden, was man machen möchte, denn es gibt für diese nicht Gott. Das was einem ohne Glauben entgegensteht, ist dann ein Gegenüber in Form von Andersdenkenden, Gesetzen und so, was auch Herausforderungen sein können bzw. sind, denen man gegenüber steht, bis auch hier der Tod ein Ende setzt.

Jeder steht Herausforderungen gegenüber. Wer aus Gut und Böse wählt, weil in diesem Fall ohne Glauben gelebt wird, kann mind. denken was er will, denn es gibt für diese keine wirklichen Grenzen. Wer im Glauben lebt, lehnt das ab, was Menschen ohne Glauben machen können: nämlich das Böse zu begehen so ca. (und das z.T. noch mit Überzeugung). Menschen können Gott traurig machen oder nicht, ob sei an Gott glauben oder nicht. Doch der Gläubige vermeidet das, was Menschen ohne Glauben nicht zwangsläugig vermeiden: Gott traurig zu machen oder so. Gott ist dem Teufel unendlich überlegen. Der Gläubige und der ohne Glauben gehen unterschiedliche Wege, was Konfrontation mit sich bringen kann und sehr anstrengend sein kann.

Der Gläubige hat Halt in Gott und so.
Der ohne Glaube lebende, wird Gott ersteinmal Gott nicht als "Ansprechpartner" und so haben und kann sich somit einsam und alleine fühlen, selbst wenn mind. kein anderer Mensch da ist.

Bestimmt gibt es zum einen Gläubige, die (relativ) leicht durchs Leben kommen und zum anderen Gläubige, die (relativ) "schwer" durchs Leben kommen. Mit den Menschen ohne Glauben müsst das genauso sein. Herausforderungen hat jeder.

Nur mal so: Menschen mit Glauben, können untereinander auch Stress machen, was bei Menschen untereinander ohne Glauben auch zutreffen kann.

Wer jetzt leichte lebt... mmmhhh: Ist vielleicht situationsabhängig oder so.

Das ist mir zu diesem Thread eingefallen!

Es lebt Gott, der da die 3-Einigkeit ist!
:praisegod:
Jeffrey mc
Abgemeldet
 
Beiträge: 3605
Registriert: Do 28. Apr 2011, 19:38

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon Schoham » Mi 20. Jul 2011, 08:07

Einsam, kann sich der nicht an Gott glaubende, alleine, aber auch unter Menschen, fühlen. Ein sam fühlt sich der Glaubende, weil er mit Jesus Eins ist, und das ist heil sam. Alleine zu sein, auch mal ohne andere Menschen und ohne Programm und Betrieb ist für den Glaubenden etwas anderes als für den, der nicht glaubt. Dem einen fehlt etwas und der andere weiss sich erfüllt, durch das alleine sein mit Gott. Von Gott erfüllt ist der Mensch der liebt und lieben tun Menschen weil sie von der Liebe erfüllt sind. Nicht wer es allein mit Worten bekennt. Wer es täglich lebt, ist der, der glaubt.
Schoham
My home is my castle
 
Beiträge: 10305
Registriert: Di 12. Jul 2005, 15:47

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon Kimi » Mi 20. Jul 2011, 09:12

Hallo Kingchild!

Kingchild hat geschrieben:Was den Weltlichen Glauben anbelangt da würde ich sagen, dieser kann einem kurzfristig oder auch längerfristig weiterhelfen hier auf Erden aber irgend wann wird sich dieser in Luft auflösen und dieses auflösen wird einem dann unsanft an den Ort bringen, wo man erkennt auf was man sich stützte


Welchen Ort meinst Du jetzt genau?

Wenn ich jetzt mal zusammenfasse was bisher gesagt wurde, dann scheint es doch so zu sein, dass es Gläubigen wie Nichtgläubigen, Atheisten, Pantheisten usw. ebenso gut wie auch schlecht gehen kann auf Erden. Keiner hat es leichter oder schwerer. Jeder hat seine Kämpfe, wie auch immer sie geartet sind. Das Leben ist kein Ponyhof.

Christen jedoch empfinden die Perspektive einer Ewigkeit bei und mit Gott als ermutigend und als etwas, an das man sich auch in schweren Zeiten festhalten kann.

Menschen, die das nicht glauben, für die nach dem Tod definitiv schluss ist, haben diese Stütze der "Ewigkeitsperspektive" nicht. Insofern würde ich sagen, dass sie es schwerer haben vielleicht. Sie haben nur dieses eine Leben.
MIA SAN MIA

Paulus' Botschaft != Jesu Botschaft
Benutzeravatar
Kimi
Member
 
Beiträge: 418
Registriert: Mi 15. Jun 2011, 09:16

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon NEM » Mi 20. Jul 2011, 10:03

Kimi hat geschrieben:Wenn ich jetzt mal zusammenfasse was bisher gesagt wurde, dann scheint es doch so zu sein, dass es Gläubigen wie Nichtgläubigen, Atheisten, Pantheisten usw. ebenso gut wie auch schlecht gehen kann auf Erden. Keiner hat es leichter oder schwerer. Jeder hat seine Kämpfe, wie auch immer sie geartet sind. Das Leben ist kein Ponyhof.

Christen jedoch empfinden die Perspektive einer Ewigkeit bei und mit Gott als ermutigend und als etwas, an das man sich auch in schweren Zeiten festhalten kann.

Menschen, die das nicht glauben, für die nach dem Tod definitiv schluss ist, haben diese Stütze der "Ewigkeitsperspektive" nicht. Insofern würde ich sagen, dass sie es schwerer haben vielleicht. Sie haben nur dieses eine Leben.


Hallo Kimi
Eine gute Zusammenfassung, dedoch finde ich, dass im Leben eines Gläubigen noch ein weiterer Aspekt von Wichigkeit ist. (Bei mir ist es jedenfalls so.)

Wie Du schriebst, "das Leben ist kein Ponyhof", dem kann ich zustimmen. Ich bin zwar schon früh zum Glauben gekommen, (mit 16 im Meer getauft), doch wirklich "durchgestartet" bin ich erst ein paar Jahre später.

In der Zwischenzeit habe ich sehr "weltlich" gelebt und die Freuden und Leiden der Pupertät und anfang Zwanziger voll ausgelebt. Diese Zeit hat mir jedoch keine wirklichen Antworten auf den "Sinn des Lebens" gegeben. Diese Zeit zeigt mir jedoch, dass sehr vieles was wir Menschon so betreiben eigentlich "sinnlos" ist.

Erst eine Vertiefung in die Bibel zeigte mir, dass "Leben" schon sehr lange immer wieder nach ähnlichen Schemata abläuft und dass das Ziel des Lebens Gott ist. Heute bin ich der Auffassung, dass alles auf Gott ausgerichtet ist und in unserem Leben der Weg das Ziel ist. Diese Realisation hat mir die Ruhe, Freude und Liebe zu unserem Leben und unserem Herrn Jesus Christus und Gott gezeigt.

Das Leben eines Christen darf nicht nur aus egoistischen Überlegungen und der Hoffnung auf eine Ewigkeit bestehen oder ausgerichtet sein. Das ist der Falsche Weg!
Vielmehr soll unser Leben ein Licht in der Dunkelheit sein und die Ehre Gottes ausstrahlen.

Daher meine Antwort auf das Threadthema. "Mein Leben macht NUR in und mit Glauben auch wirklich Sinn".

Lg NEM
NEM
Abgemeldet
 
Beiträge: 1435
Registriert: Mo 7. Sep 2009, 20:16

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon Columba » Mi 20. Jul 2011, 10:18

Kimi hat geschrieben:Wenn ich jetzt mal zusammenfasse was bisher gesagt wurde, dann scheint es doch so zu sein, dass es Gläubigen wie Nichtgläubigen, Atheisten, Pantheisten usw. ebenso gut wie auch schlecht gehen kann auf Erden. Keiner hat es leichter oder schwerer. Jeder hat seine Kämpfe, wie auch immer sie geartet sind. Das Leben ist kein Ponyhof.
...


...um mit der bibel zu sprechen hier nun, was der melancholische und etwas depressive prediger spricht:


    Prediger 9, 1bAuch über Liebe und Hass bestimmt der Mensch nicht; alles ist vor ihm festgelegt. 2 Es begegnet dasselbe dem einen wie dem andern: dem Gerechten wie dem Gottlosen, dem Guten und Reinen wie dem Unreinen; dem, der opfert, wie dem, der nicht opfert. Wie es dem Guten geht, so geht's auch dem Sünder. Wie es dem geht, der schwört, so geht's auch dem, der den Eid scheut. 3 Das ist das Unglück bei allem, was unter der Sonne geschieht, dass es dem einen geht wie dem andern. Und dazu ist das Herz der Menschen voll Bosheit, und Torheit ist in ihrem Herzen, solange sie leben; danach müssen sie sterben.

    deshalb

    7 So geh hin und iss dein Brot mit Freuden, trink deinen Wein mit gutem Mut; denn dies dein Tun hat Gott schon längst gefallen. 8 Lass deine Kleider immer weiß sein und lass deinem Haupte Salbe nicht mangeln. 9 Genieße das Leben mit deiner Frau, die du lieb hast, solange du das eitle Leben hast, das dir Gott unter der Sonne gegeben hat; denn das ist dein Teil am Leben und bei deiner Mühe, mit der du dich mühst unter der Sonne. 10 Alles, was dir vor die Hände kommt, es zu tun mit deiner Kraft, das tu; denn bei den Toten, zu denen du fährst, gibt es weder Tun noch Denken, weder Erkenntnis noch Weisheit.



Grüße Columba
Johannes 8,8 Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.
Benutzeravatar
Columba
Wohnt hier
 
Beiträge: 3346
Registriert: Di 30. Nov 2010, 11:24

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon Kimi » Mi 20. Jul 2011, 10:31

Hallo NEM! :)

NEM hat geschrieben:Diese Zeit hat mir jedoch keine wirklichen Antworten auf den "Sinn des Lebens" gegeben. Diese Zeit zeigt mir jedoch, dass sehr vieles was wir Menschon so betreiben eigentlich "sinnlos" ist.


Das kann ich nachvollziehen. Ich habe auch oft den Gedanken, dass im Grunde alles sinnlos ist, was man hier auf Erden so treibt. Nur, warum denke ich so? Oder - warum denkt man so? Kürzlich hatte ich diesbezüglich eine Unterhaltung mit einem Freund, ein sehr kluger Zeitgenosse und Atheist, den fragte ich, was für ihn der Sinn des Lebens ist. Er konnte mit dieser Frage wenig anfangen. Er meinte, dass der Sinn im Leben der ist, den wir unserem Leben eben geben. Wir müssen unserem Leben den Sinn einhauchen, so in etwa meinte er es. Also selbst bestimmen, was wir für sinnvoll erachten und was nicht. Es gibt keinen allgemeingültigen von Oben bestimmten Sinn, meinte er.

...und dass das Ziel des Lebens Gott ist. Heute bin ich der Auffassung, dass alles auf Gott ausgerichtet ist und in unserem Leben der Weg das Ziel ist. Diese Realisation hat mir die Ruhe, Freude und Liebe zu unserem Leben und unserem Herrn Jesus Christus und Gott gezeigt.


Dass der Weg das Ziel sein soll, finde ich gut. Damit kann ich etwas anfangen, mehr als damit, das Leben herumzubringen bis man endlich die Ewigkeit erreicht hat.

Ich kann mir schon vorstellen, dass so eine Ausrichtung auf Gott einem Ruhe und Freude und Liebe zu unserem Leben schenken kann. Aber funktioniert das nur in Bezug auf den Gott der Christen? Ich könnte mir vorstellen, dass auch Gläubige anderer Religionen Ähnliches berichten könnten, oder was meinst Du? Tatsächlich glaube ich, dass ein Glaube Großes leisten kann auch. Aber sollte das nur einem exclusiven Glauben möglich sein? Ich denke, dass in jedem wie auch immer gläubigen Menschen im Innern ähnliche Dinge ablaufen.

Viele Grüße
Kimi
Zuletzt geändert von Kimi am Mi 20. Jul 2011, 10:45, insgesamt 2-mal geändert.
MIA SAN MIA

Paulus' Botschaft != Jesu Botschaft
Benutzeravatar
Kimi
Member
 
Beiträge: 418
Registriert: Mi 15. Jun 2011, 09:16

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon Kimi » Mi 20. Jul 2011, 10:35

aus dem Buch prediger hat geschrieben:...denn bei den Toten, zu denen du fährst, gibt es weder Tun noch Denken, weder Erkenntnis noch Weisheit.


An diesem Vers bin ich schon des Öfteren hängen geblieben. Hieraus kann ich keine Ewigkeit bzw. kein Weiter-Leben nach dem Tode ersehen.
MIA SAN MIA

Paulus' Botschaft != Jesu Botschaft
Benutzeravatar
Kimi
Member
 
Beiträge: 418
Registriert: Mi 15. Jun 2011, 09:16

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon Sandra73- » Mi 20. Jul 2011, 11:18

Wobei das Buch Prediger eben in seiner Ganzheit udn seinem Kontext zu verstehen ist, und nicht ein Vers drauspicken alles zu erfassen vermag ;)
"Werfet Euer Vertrauen nicht weg, welches eine grosse Belohnung hat."
Hebräer 10,35 ( cori, 5. Oktober 09 )

"Defrommiert!" 30.10.2011
Benutzeravatar
Sandra73-
Abgemeldet
 
Beiträge: 8233
Registriert: Mo 13. Aug 2007, 17:39
Wohnort: Zürcher Oberland

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon viper187 » Mi 20. Jul 2011, 11:33

Columba hat geschrieben:Prediger 9, 1bAuch über Liebe und Hass bestimmt der Mensch nicht; alles ist vor ihm festgelegt. 2 Es begegnet dasselbe dem einen wie dem andern: dem Gerechten wie dem Gottlosen, dem Guten und Reinen wie dem Unreinen; dem, der opfert, wie dem, der nicht opfert. Wie es dem Guten geht, so geht's auch dem Sünder. Wie es dem geht, der schwört, so geht's auch dem, der den Eid scheut. 3 Das ist das Unglück bei allem, was unter der Sonne geschieht, dass es dem einen geht wie dem andern. Und dazu ist das Herz der Menschen voll Bosheit, und Torheit ist in ihrem Herzen, solange sie leben; danach müssen sie sterben.

viper187 hat geschrieben:Also warum sollte ich mir grossartig einen Kopf darum machen? Es kommt so wies kommen muss, ich kann daran nicht wirklich was ändern.


Columba hat geschrieben:7 So geh hin und iss dein Brot mit Freuden, trink deinen Wein mit gutem Mut; denn dies dein Tun hat Gott schon längst gefallen. 8 Lass deine Kleider immer weiß sein und lass deinem Haupte Salbe nicht mangeln. 9 Genieße das Leben mit deiner Frau, die du lieb hast, solange du das eitle Leben hast, das dir Gott unter der Sonne gegeben hat; denn das ist dein Teil am Leben und bei deiner Mühe, mit der du dich mühst unter der Sonne. 10 Alles, was dir vor die Hände kommt, es zu tun mit deiner Kraft, das tu; denn bei den Toten, zu denen du fährst, gibt es weder Tun noch Denken, weder Erkenntnis noch Weisheit.

viper187 hat geschrieben:ich fest davon überzeugt bin, dass alles Leben dasselbe Schicksal teilt (vereinfacht: Geburt - Leben - Tod - ?) kanns mir grundsätzlich einfach nur egal sein ob da noch was ist. Ich bin davon überzeugt mit uns allen passiert dasselbe nach dem Tod.



Also soweit ich dieses Predigerdingens verstehe: Leb dein Leben, respektiere deine Mitmenschen, bau keinen gröberen Schei.ss, dann passt das schon, sterben wirst du sowiso, danach ist Feierabend! - Das bestätigt mich sogar mal in meinem "Glaubenskonstrukt", und das funktioniert sogar ohne die Notwendigkeit eines Gottes oder sonstigem Hokus-Pokus...

Gut, man kanns auch alternativ deuten und:
Columba hat geschrieben:denn bei den Toten, zu denen du fährst, gibt es weder Tun noch Denken, weder Erkenntnis noch Weisheit.

Als Konsequenz dieses Handelns sehen, erscheint mir aber reichlich weit hergeholt, denn sonst würde:
Columba hat geschrieben:7 So geh hin und iss dein Brot mit Freuden, trink deinen Wein mit gutem Mut; denn dies dein Tun hat Gott schon längst gefallen.

Keinen Sinn ergeben, es sei denn wir gehen von einen schadenfreudigen Gott aus...
Das Problem beim Atheismus ist: Wenn wir recht haben, werden wir es niemals erfahren.
Benutzeravatar
viper187
Wohnt hier
 
Beiträge: 1722
Registriert: Mi 10. Dez 2008, 15:33

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon Kimi » Mi 20. Jul 2011, 11:45

Sandra73- hat geschrieben:Wobei das Buch Prediger eben in seiner Ganzheit udn seinem Kontext zu verstehen ist, und nicht ein Vers drauspicken alles zu erfassen vermag ;)


Wie ist denn der Kontext Deiner Meinung nach?

Ich erlese aus dem gesamten Buch Prediger, dass der Verfasser überhaupt nicht an irgendwelche Auferstehungen nach dem Tode glaubt bzw. auf solche hofft. Er rät, das Leben im Jetzt zu genießen, denn danach ist endgültig schluss und kommt auch nichts mehr. Wobei das nicht heissen soll, dass er nicht an Gott glaubt.
MIA SAN MIA

Paulus' Botschaft != Jesu Botschaft
Benutzeravatar
Kimi
Member
 
Beiträge: 418
Registriert: Mi 15. Jun 2011, 09:16

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon kingschild » Mi 20. Jul 2011, 13:38

Kimi hat geschrieben:
Kingchild hat geschrieben:Was den Weltlichen Glauben anbelangt da würde ich sagen, dieser kann einem kurzfristig oder auch längerfristig weiterhelfen hier auf Erden aber irgend wann wird sich dieser in Luft auflösen und dieses auflösen wird einem dann unsanft an den Ort bringen, wo man erkennt auf was man sich stützte


Welchen Ort meinst Du jetzt genau?


Wenn der Glauben an Dich selbst zerplatzt oder der Glaube an eine Religion, der Glaube an einen Götzen, der Aberglauben, der Glaube an einen falschen Freund usw. dann findet sich der Mensch meist an einem Ort des Trümmerfeldes wieder, einem Ort des nichts. Die einen stecken es Weg mit erneuter Suche nach dem Leben, andere zerbrechen an diesem nichts völlig. Wenn der grosse Tag des Herrn kommt und der Mensch erkennen wird auf was er sich gestützt hat so prophezeit die Bibel das der Mensch in einem desolaten Zustand sein wird, so desolat das er sich sogar einen schrecklichen Tod selber wünscht. Ich selber glaube an diese Prophezeiung und durfte Weltlich gesehen schon erfahren was es heisst im Trümmerfeld des nichts zu erwachen.


Wenn ich jetzt mal zusammenfasse was bisher gesagt wurde, dann scheint es doch so zu sein, dass es Gläubigen wie Nichtgläubigen, Atheisten, Pantheisten usw. ebenso gut wie auch schlecht gehen kann auf Erden. Keiner hat es leichter oder schwerer. Jeder hat seine Kämpfe, wie auch immer sie geartet sind. Das Leben ist kein Ponyhof.


Ja jeder hat Höhen und Tiefen die er meistern muss. Derjenige der aber Zuflucht hat im Hause der Herrn wird jeden Sturm unbeschadet überstehen. Sicher empfinden auch nicht alle Menschen gleich, diese Höhen und Tiefen, die einen zerbrechen an kleinen Dingen und andere fühlen sich stark genug auch grosse Dinge zu meistern.

Wer in das Haus des Herrn eintreten darf dem gilt folgendes:

Joh 10:11 Ich bin kommen, daß sie das Leben und volle Genüge haben sollen.


Christen jedoch empfinden die Perspektive einer Ewigkeit bei und mit Gott als ermutigend und als etwas, an das man sich auch in schweren Zeiten festhalten kann.


Christen leben in der Gegenwart Gottes und das ermutigt sie an Ihm fest zu halten. Ich weiss nicht ob das blosse Festhalten einer Perspektive genügt um alle Zeiten zu meistern, mir persönlich würde das nicht reichen. Das eingehen zu Gott, die Bezieung zu Gott, die Lebendigkeit Gottes ist es was einem hilft hier auf Erden. Die Verheissung Gottes ohne Gott selbst, ohne Wiedergeburt, ohne Beziehung wäre wohl höchstens der Glaube an ein Stück Papier mit Druckerschwärze.

Menschen, die das nicht glauben, für die nach dem Tod definitiv schluss ist, haben diese Stütze der "Ewigkeitsperspektive" nicht. Insofern würde ich sagen, dass sie es schwerer haben vielleicht. Sie haben nur dieses eine Leben.


Es geht nicht darum das Sie diese Stütze nicht haben, es geht darum das Sie Gott nicht kennen und nicht von neuem geboren sind, dadurch haben Sie es schwerer den sie werden das was Ihnen zusteht nicht sehen. Sowohl für das sein auf dieser Erde ist es tragisch wenn man von Gott getrennt existieren muss. Dies kann man aber nur wissen wenn man weisst was es heisst nicht von Gott getrennt zu leben. Somit ist es aus der Sicht des Wiedergeborenen eine absolute Tragödie und ein nicht Wiedergebornener kann sich dann trotzdem einigermassen mit dem arrangieren was er kennt. Erst wenn die richtigen Tiefen kommen wird sich zeigen ob Du Dich mit Dir selber gut arrangiert hast oder mit Gott und was das dann auch für Auswirkungen hat.

Joh 6:54 Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am Jüngsten Tage auferwecken.

Ohne Geist, ohne Wiedergeburt, ohne Gott wird das keine Stütze sein die Dich durch alle Tiefen hindurch bringen wird.

God bless
Kingschild
Benutzeravatar
kingschild
Senior-Moderator
 
Beiträge: 6208
Registriert: Mo 13. Aug 2007, 11:23
Wohnort: Schweiz

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon kingschild » Mi 20. Jul 2011, 13:49

Kimi hat geschrieben:
Sandra73- hat geschrieben:Wobei das Buch Prediger eben in seiner Ganzheit udn seinem Kontext zu verstehen ist, und nicht ein Vers drauspicken alles zu erfassen vermag ;)


Wie ist denn der Kontext Deiner Meinung nach?

Ich erlese aus dem gesamten Buch Prediger, dass der Verfasser überhaupt nicht an irgendwelche Auferstehungen nach dem Tode glaubt bzw. auf solche hofft. Er rät, das Leben im Jetzt zu genießen, denn danach ist endgültig schluss und kommt auch nichts mehr. Wobei das nicht heissen soll, dass er nicht an Gott glaubt.


Die Hauptsumme des Prediges nach allen seinen Worten zum Leben hier und Leben danach ist:

Prediger 12.13 ¶ Laßt uns die Hauptsumma aller Lehre hören: Fürchte GOtt und halte seine Gebote; denn das gehöret allen Menschen zu.
14 Denn GOtt wird alle Werke vor Gericht bringen, das verborgen ist, es sei gut oder böse.

Er wusste sehr wohl das es eine Auferweckung geben wird nach dem Tod. Er meinte aber immer wieder das im Tod eben nichts mehr getan werden kann.

Zudem kannte er auch das was schlussendlich zum ewigen Leben führt und dies hat er genannt. Was er nicht persönlich kannte war der Messias und dieser hat dann folgendes gesagt:

Joh 6:58 Dies ist das Brot, das vom Himmel kommen ist, nicht wie eure Väter haben Manna gegessen und sind gestorben. Wer dies Brot isset, der wird leben in Ewigkeit.

God bless
Kingschild
Benutzeravatar
kingschild
Senior-Moderator
 
Beiträge: 6208
Registriert: Mo 13. Aug 2007, 11:23
Wohnort: Schweiz

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon NEM » Mi 20. Jul 2011, 13:55

Kimi hat geschrieben:
aus dem Buch prediger hat geschrieben:...denn bei den Toten, zu denen du fährst, gibt es weder Tun noch Denken, weder Erkenntnis noch Weisheit.


An diesem Vers bin ich schon des Öfteren hängen geblieben. Hieraus kann ich keine Ewigkeit bzw. kein Weiter-Leben nach dem Tode ersehen.


Hallo Kimi,
Beim Bibellesen, speziell im AT ist folgende Aussage von Augustine hilfreich:
Das NT ist im AT versteckt und das AT ist im NT aufgedeckt.

Der Prediger (Saloamo) spricht hierbei aus seiner Perspektive im ca. 10. Jahrhundert v. Chr. (NT noch in weiter Ferne) Damals herschte ein starker Glaube an den Seelenschlaf, wonach ein Gestorbener bis zum Gericht "schläft". Über die Auferstehung gab es verschiedene Meinungen. Verschiedene "Höllentheorien" ;) wurden paralell oder auch später geglaubt oder weiterentwickelt.

Macht diese Bibelstelle in diesem Licht mehr Sinn für Dich?

LG NEM
NEM
Abgemeldet
 
Beiträge: 1435
Registriert: Mo 7. Sep 2009, 20:16

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon Maroni » Mi 20. Jul 2011, 15:03

Kimi hat geschrieben: Ich könnte mir vorstellen, dass auch Gläubige anderer Religionen Ähnliches berichten könnten, oder was meinst Du? Tatsächlich glaube ich, dass ein Glaube Großes leisten kann auch. Aber sollte das nur einem exclusiven Glauben möglich sein?


Ein exklusiver Glaube?
Da bist du dann im Vorteil!
Ich meine, du hattest das Glück, nicht in tiefster polnischer Provinz geboren zu sein, ansonsten wärest du jetzt wohl katholisch. Oder innerhalb des Bible Belts, dann wärest du jetzt vielleicht radikal evangelikal.
Glauben an ein bestimmtes religiöses System macht mich weder "exklusiv", in Gottes Augen, noch erhebt es mich auf die elitären Ebenen besonderer Auserwählheit.
Dieses Exklusive, im Glauben, das treibt dann so wahnvollendete Blüten wie wir es bei einigen Sekten erleben, obwohl ich mit diesem Wort sehr vorsichtig bin. Denn Sekte ist meistens immer der Christ von der "gegnerischen" Konfession, also der dem Satan verfallenen "Konkurrenzkirche".

Ich kann mir schon vorstellen, dass so eine Ausrichtung auf Gott einem Ruhe und Freude und Liebe zu unserem Leben schenken kann. Aber funktioniert das nur in Bezug auf den Gott der Christen?


In einem christlichen Forum wirst du darauf christliche Antworten bekommen und das ist vollkommen natürlich und so wie dir hier, in diesem Thread Antworten gegeben wurden, also höflich, zurückhaltend, aufklärend und weitestgehend ohne moralisierende Zeigefingerkalamitäten, das ist doch schon ein guter Beginn.
Wobei diese Antworten dann sehr, sehr verschieden sein können. Je nach Kirchenangehörigkeit, oder konfessionellen Vorgaben, oder dogmatischen Zwängen, aber das wirst du ja schon "am eigenen Leibe" erfahren haben.
Hier höre am besten nach innen, hörte man auf alle Antworten von außen, man stünde am ende noch ratloser und verwirrter da, als vohrher.
In einem buddhistischen, oder islamisch dominierten Forum, da wirst du dann eben wieder Antworten bekommen, die aus dem Fundament spezieller Glaubensgegebenheiten, Kulturen, Dogmen und religiösen Texten dieser Religionen erwachsen sind. Du wirst innerhalb der Weltreligionen große Unterschiede fest stellen, aber auch sehr, sehr viele Gemeinsamkeiten.
Was nun? Was tun?

Nichts, denn Alles wird getan!

Lasse mich das an Hand eines Beispiels erlären, sonst wird das hier ein Roman:

Du bist auf der Sinnsuche, auf der Suche nach Gott. Und eine der vielen Stufen, die du auf deinem Lebensgang zu und in Gott zu gehen hast, die führte dich in dieses christliche Forum!
Du wirst vielleicht noch andere christliche Foren besuchen, mit anderen konfessionellen Inhalten. Oder Foren anderer Religionen, wirst die religiösen Texte anderer Religonen kennen lernen, wirst die Menschen anderer religiöser Denkweisen kennen lernen und dabei immer wieder vergleichen, abwägen und unumgängliche Entscheidungen treffen müssen.
Entscheiden, dich entscheiden, in aller Freiheit, in allem Abwägen deines Gewissens, in der endgültigen Herzensentscheidung, das allerdings, das musst du allein, ganz allein, und glaube mir, du wirst es eines fernen Tages tun (ich tat es auch, aber alles hat eben seine Zeit...).
Bleibe dabei immer du selbst, bleibe Wahrhaftig, bleibe ehrlich, auch wenn es dir nicht immer gelingt (ist sehr schwer, ich kann dir da Lieder singen...), aber es kommt der Tag, an dem du es endgültig schaffst, die Lüge in dir und die Lügen außer dir zu erkennen und bleibend zu besiegen.

Und nun: Viel Glück auf deinen schweren, aber auch unendlich schönen Wegen!
Maroni
Gesperrt
 
Beiträge: 68
Registriert: Di 14. Jun 2011, 17:25

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon Savonlinna » Mi 20. Jul 2011, 15:22

Lieber Kimi!

Kimi hat geschrieben:
Savonlinna hat geschrieben:Glaube, so hat hier mal ein User geschrieben, ist sowas wie ein Sprung vom Fünfmeterbrett. Man müsse es einfach wagen. Sozusagen das Opfer des Verstandes bringen.


Gutes Bild. Setzt dieser "Sprung" Mut voraus, was glaubst Du? Warum wagen manche Menschen diesen Sprung und Andere nicht? Ich glaube, dass manche Menschen einfach nicht glauben können, nicht springen können. Vielleicht weil sie nicht bereit sind, das Opfer (des Verstandes) zu bringen?


Ich kann nicht für alle sprechen. Aber ich selber halte überhaupt nichts davon, in sich etwas abzutöten. Die Wahrheit, die Wirklichkeit muss mit all unseren Sinnen erfahren werden, und auch der Verstand hat dabei seine Rolle zu spielen.

Und er spielt sie auch. Er bewahrt Menschen vor dem Wahnsinn. Wenn jemand nicht in der Lage ist, in irgendeinen "Glauben" - egal in welchen - ein für allemal hineinzuspringen, dann darf er das auch nicht. Denn für ihn würde es schädlich sein. Er würde sich darin vielleicht komplett verlieren. Sein Verstand ist dann dazu da, ihn an etwas zu hindern, was ihn eventuell zerstören würde. Das Individuum ist ein Gesamtpaket sozusagen: alle seine Eigenschaften balancieren einander aus. Nach anderen Individuen zu schielen und zu gucken, was sie tun: das bringt es überhaupt nicht. Man muss seine eigenen Eigenschaften akzeptieren und auch deren Sprache verstehen lernen.

Das, wonach Du suchst, kannst Du auch finden, es ist für alle da und liegt offen für alle. Aber Du musst es auf DEINE Weise tun, Du musst von Deinem eigenen Potential ausgehen.


Kimi hat geschrieben:
Savonlinna hat geschrieben:Wenn ich selber etwas dazu sagen darf, es ist meine persönliche Wahrnehmung:
Dieses "Evangelium", diese Frohe Botschaft ist für alle Menchen dieser Erde bestimmt. Darin ist etwas enthalten, was jeder von uns wissen kann, weil wir es letztendlich bereits wissen. Wir müssen dies nur aller Theorien entkleiden und zu dem Kern kommen.


Das gefällt mir. Das muss jetzt aber nicht unbedingt "nur" und auschließlich das christliche Evangelium sein, oder was glaubst Du?


Dass dieses Evangelium "christlich" ist, wurde ja erst später so festgelegt. Wenn es eine frohe Botschft ist, dann gilt sie für alle Menschen dieser Erde. Sie beinhaltet - jetzt mal ganz grob gesagt -, dass das, was wir mit unseren momentanen Sinnen wahrnehmen, eine sehr begrenzte Sicht ist.
Und das, was hinter dieser Sicht ist, kann ab und zu aufflackern, wenn man sich nicht festbeißt in die vordergründigen Sichtweisen.

Im Grunde sagt das Christentum nichts anderes. Es hat nur seine spezifische "Insidersprache" - mit der ich ja auch groß geworden bin - entwickelt, und man muss auch hinter sie schauen. Man muss überhaupt hinter die Sprache schauen, wie sie uns betriebsblind macht.
Wir haben aber noch mehr Wahrnehmungsorgane als das Verstandesorgan.

Die ersten Christen, die sagten: es sieht so aus, als ob derJesus verstorben ist, aber er ist es nicht - die beriefen sich noch auf keine Lehren. Sie nahmen etwas wahr, was, in Worten formuliert, absurd klingt, was aber offenbar deutlich wahrgenommen wurde, denn sonst hätte es nicht so stark gewirkt. Diese ersten Christen "glaubten" nicht etwas, oder gar "an" etwas, sondern "sahen" etwas, "begriffen" etwas. Sie machten keinen Sprung.

Es gilt nur herauszufinden, was genau sie sahen, bevor es von kirchenähnlichen Gebilden vermarktet wurde.

Ja, ich bin der Meinung, dass dies keine Botschaft ist, die irgendeiner Lehre angehört. Sie wurde von vielen verstanden - ohne vom Christentum beeinflusst zu sein -, und auch von vielen Atheisten. Ich nenne da mal Ernst Bloch als ein Beispiel unter vielen.

Ein Mensch, der einmal gelebt hat - das zur Frage nach dem Tod -, kann nie wieder verschwinden. Das kann man sich selber klar machen.

Man kann sich ebenfalls klar machen, dass jeder Gedanke, den einer hat, jede Handlung, eingebettet ist in sämtlichen Gedanken, die Menschen haben, in sämtlichen Handlungen, die auf der Erde geschehen.

Wir sind innerhalb des ganzen Gefüges ein aktiver Partikel, wir treiben das Ganze mit an, sorgen mit dafür, was insgesamt geschieht. Dafür haben wir die Vernunft bekommen, damit wir nicht nur passiv oder erleidend sind, sondern das ganze Geschehen mit voranbringen.

Dass Gott statisch ist, ist lediglich eine Auffassung des Abendlandes. Dass Gott "wird", ist auch eine Sicht innerhalb des Christentums, wenn auch eine seltene, weil das Christentum fast komplett vom westlichen Denken umgeformt wurde.
Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.

Rumi (1207-1273)
Savonlinna
Abgemeldet
 
Beiträge: 2972
Registriert: Di 26. Feb 2008, 10:20
Wohnort: Hamburg

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon Gnu » Mi 20. Jul 2011, 15:39

Kimi hat geschrieben: Ich bin auf Eure Antworten gespannt!

Du fragst, ob es sich mit Glaube leichter leben lässt als ohne, ob es sich mit Glaube schwerer leben lässt als ohne, und dies unabhängig von der Art des Glaubens.

Ich bin der Meinung, dass die Leichtigkeit oder Schwierigkeit nicht das Kriterium sein sollte, ob jemand den Weg des Glaubensgehorsams einschlagen sollte oder nicht. Das führt dazu, Religionen gleich Philosophien abzuklappern um am Ende festzustellen, dass sie nichts gebracht haben. Vorgängig sollte man sich informieren, was das Glaubenssystem ist, dem man sich anschliessen will, damit nicht mittendrin viel Pulver verschossen ist und man weiterhoppen muss.

Wenn Glaube nicht der Schatz im Acker ist, den der Kaufmann findet und vor Freude darüber allen seinen Besitz verkauft, um den Acker zu kaufen, dann sollte er diese Transaktion nicht machen. Einen Acker aufs Geratewohl zu kaufen, um danach darin vielleicht einen Schatz zu finden, ist wohl kaum von Erfolg gekrönt.
Benutzeravatar
Gnu
My home is my castle
 
Beiträge: 11306
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 17:19
Wohnort: Salorino

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon Pilgrim » Mi 20. Jul 2011, 17:08

Gnu hat geschrieben:Du fragst, ob es sich mit Glaube leichter leben lässt als ohne, ob es sich mit Glaube schwerer leben lässt als ohne, und dies unabhängig von der Art des Glaubens.

Ich bin der Meinung, dass die Leichtigkeit oder Schwierigkeit nicht das Kriterium sein sollte, ob jemand den Weg des Glaubensgehorsams einschlagen sollte oder nicht. Das führt dazu, Religionen gleich Philosophien abzuklappern um am Ende festzustellen, dass sie nichts gebracht haben. Vorgängig sollte man sich informieren, was das Glaubenssystem ist, dem man sich anschliessen will, damit nicht mittendrin viel Pulver verschossen ist und man weiterhoppen muss.

Wenn Glaube nicht der Schatz im Acker ist, den der Kaufmann findet und vor Freude darüber allen seinen Besitz verkauft, um den Acker zu kaufen, dann sollte er diese Transaktion nicht machen. Einen Acker aufs Geratewohl zu kaufen, um danach darin vielleicht einen Schatz zu finden, ist wohl kaum von Erfolg gekrönt.

Gut genug gehoppt, wertes Gnu, daß es der Wiederholung wert ist, danke! Dazu ist auch gleich noch Vers 11 im 13ten Kapitel von Matthäus Evangelium augenöffnend!
Be careful how you spend your time: Spend your time in nothing which you know must be repented of. —Richard Baxter
Pilgrim
My home is my castle
 
Beiträge: 10822
Registriert: Mo 13. Aug 2007, 16:38

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon Kimi » Do 21. Jul 2011, 12:05

Liebe Mitschreibenden :)

Für alle wertvollen Beiträge und persönlichen Gedanken danke ich Euch!

Gnu hat geschrieben:Wenn Glaube nicht der Schatz im Acker ist, den der Kaufmann findet und vor Freude darüber allen seinen Besitz verkauft, um den Acker zu kaufen, dann sollte er diese Transaktion nicht machen.


Das ist ein gutes Bild. Dieser Satz spricht mich an. Eine schöne Aussage ist dies! Und wahr ist sie. Der Glaube - welcher auch immer es ist - sollte ein Schatz sein für einen persönlich.

Ich habe mir Gedanken gemacht über all das was Ihr geschrieben habt. Dabei ist mir etwas aufgefallen. Drei von Euch, nämlich Savonlinna, Maroni und zum Schluss Gnu haben (mir) kein Patentrezept vorgelegt, wie oder was man zu glauben hat. Sie haben mir keine Antwort präsentiert, die man nur anzunehmen bräuchte. Sie haben mich stehen lassen mit meinen Fragen und meiner Suche, mit den Zweifeln und Gedanken. Sie haben mir nicht etwas überstülpen wollen oder mich zu etwas überreden wollen.

Maroni sagte:
Maroni hat geschrieben:Hier höre am besten nach innen, hörte man auf alle Antworten von außen, man stünde am ende noch ratloser und verwirrter da, als vohrher


Und Savonlinna sagte:
Savonlinna hat geschrieben:Das, wonach Du suchst, kannst Du auch finden, es ist für alle da und liegt offen für alle. Aber Du musst es auf DEINE Weise tun, Du musst von Deinem eigenen Potential ausgehen
.

Danke Euch beiden!

Ich empfinde es als Wohltat, wie sensibel und vorsichtig Ihr auf meine Fragen eingegangen seid. Zu keinem Zeitpunkt fühlte ich mich getrieben oder überrumpelt. Ihr habt aus Eurem Herzen mit Euren eigenen Worten geschrieben, ohne Zuhilfenahme oder Untermauerung irgendwelcher festgelegten Verse oder sonstigen Schriften und ohne vorgefertigte Antworten. Das finde ich wertvoll und weiß es sehr zu schätzen!

Ich weiß natürlich, dass man in einem christlichen Forum auch entsprechende Antworten erhält. Ich glaube Dir, lieber Kingchild, dass Du aus ehrlichem Herzen und voll Begeisterung von Deinem Glauben erzählst und auch Andere dafür begeistern möchtest. Du hast Deinen Schatz gefunden. Nur - wie gesagt - dass es einen einzigen exklusiven Glauben geben soll, der einzig für jeden Menschen gelten soll, das glaube ich nicht. Dazu sind die Menschen viel zu verschieden. Zudem macht es mich stutzig, wenn jemand behauptet, die Wahrheit zu kennen. Das behaupten doch so viele Menschen und auch viele Christen. Und dadurch entsteht Streit und Unfrieden. Jeder beharrt auf seinem Glauben, will den Anderen überreden. Da fängt für mich die Lieblosigkeit an.

Ich schließe mit Goethe:

"Kindlein, liebt euch, und wenn das nicht gehen will, lasst wenigstens einander gelten."

Kimi
MIA SAN MIA

Paulus' Botschaft != Jesu Botschaft
Benutzeravatar
Kimi
Member
 
Beiträge: 418
Registriert: Mi 15. Jun 2011, 09:16

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon Schoham » Do 21. Jul 2011, 13:46

Kimi hat geschrieben: Zudem macht es mich stutzig, wenn jemand behauptet, die Wahrheit zu kennen. Das behaupten doch so viele Menschen und auch viele Christen. Und dadurch entsteht Streit und Unfrieden. Jeder beharrt auf seinem Glauben, will den Anderen überreden. Da fängt für mich die Lieblosigkeit an.


Streit entsteht, wo Wahrheit auf unwahrheit trifft und das muss sein, weil es keine Liebe ohne Wahrheit gibt. Darum lebt es sich im Glauben oft nicht leicht, weil die Wahrheit, den Menschen, die in der Lüge leben, nicht gefällt. Die Wahrheit kennen heisst, den Vater im Himmel zu erkennen.
Schoham
My home is my castle
 
Beiträge: 10305
Registriert: Di 12. Jul 2005, 15:47

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon Savonlinna » Do 21. Jul 2011, 14:07

Schoham hat geschrieben:Streit entsteht, wo Wahrheit auf unwahrheit trifft und das muss sein, weil es keine Liebe ohne Wahrheit gibt.


Das Fettgedruckte hast Du Dir ausgedacht, Schoham?
Es ist eine glatte Verfälschung von Liebe.
Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.

Rumi (1207-1273)
Savonlinna
Abgemeldet
 
Beiträge: 2972
Registriert: Di 26. Feb 2008, 10:20
Wohnort: Hamburg

Re: Lebt es sich mit oder ohne Glaube leichter?

Beitragvon Schoham » Do 21. Jul 2011, 14:14

Wahrheit ist eine Person. Wahrheit ist Jesus Christus. Vollkommen eins mit dem Vater der die Liebe Ist. Ohne Jesus, heisst ohne Vater zu sein und darum ohne Liebe. Liebe ist das Grösste. Etwas ganz wunderbares und starkes und durch nichts zu töten. Aus der Ewigkeit strömend bleibt sie für immer bestehen. Wer liebt ist aus Gott geboren und tut die Wahrheit.
Schoham
My home is my castle
 
Beiträge: 10305
Registriert: Di 12. Jul 2005, 15:47

Nächste

Zurück zu Philosophieren über Gott und die Welt

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron