Warum Rückschluss-/ Umkehrschluss- Emotionen?

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Re: Warum Rückschluss-/ Umkehrschluss- Emotionen?

Beitragvon Columba » Di 19. Jul 2011, 09:27

NEM hat geschrieben:
Columba hat geschrieben:welches war jetzt dein beitrag dazu, dass es so schnell zur eskalation kam?

Mein Fehler war es, eine Spiegelung auf eine glaubensangreiffende Ausage, als Witz verpackt, gedankenlos ins Forum zu stellen. Dabei war mir nicht bewusst, dass eine Aussage zum Feuersee bei anderen Menschen Panik auslösen könnte.


... du nimmst nun diesen fehler allein auf dich. dabei vergisst du einen ganz wichtigen punkt. sprache ist auch an das soziale umfeld gebunden. was z.b. für die menschen deiner gemeinde klar zu verstehen ist, können aussenstehende falsch verstehen. es ist ja offensichtlich, dass savonlinnas sprache anders ist als die deine. selbst gutes aufeinander hören, muss nicht unbedingt einander richtig verstehen heissen. es gehört also erstens ein aufeinander eintunen dazu, zweitens das lernen des wortschatzes des anderen und drittens auch das verstehen der anderen denkweise.

meines erachtens ist also eine gedankenlosigkeit, wie du es sagst, nicht das primäre. es sind tiefere ursachen, welche das persönliche schreiben mehr beeinflussen.


Grüße Columba
Johannes 8,8 Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.
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Re: Warum Rückschluss-/ Umkehrschluss- Emotionen?

Beitragvon NEM » Di 19. Jul 2011, 09:42

Savonlinna hat geschrieben:Mir genügt aber dennoch diese Erklärung von NEM, Maroni.

Lieber NEM, wenn Du das nur schon früher geschrieben hättest, dass Du verstehst, worum es mir ging, dann hätten wir die Sache sehr viel früher begraben können.


Danke Savonlinna für Deine versöhnlichen Worte.
Ich hätte ja schon viel früher eingelenkt und mich entschuldigt. Leider ist mir da mein Ego in den Weg gekommen. Ich muss ehrlich gestehen, dass wenn mir jemand ans Schienbein "ginnget" (tritt) meine Reaktion meist äussest Stur ausfällt (Ä Mulesel halt). Ich bin mir dieser Schwäche bewusst und arbeite daran. Im vorliegenden Fall habe ich versagt.

Daher bitte ich jetzt offiziell um Entschuldigung!

Savonlinna hat geschrieben:Mir ging es um diese "Gedankenlosigkeit", von der Du schreibst. Es gibt Zeiten, wo man diese Gedankenlosigkeit ganz gut ab kann, und es gibt Zeiten, wo sie dermaßen gehäuft im Forum zu finden ist, dass man deswegen in eine Krise gerät.

Das verstehe ich gut. Meine Tagesform ist oft Schwankungen unterworfen und / oder situativ.

Savonlinna hat geschrieben:Das Gedankenkonstrukt von Hölle und Satan ist die eine Sache. Es ist relativ spät in dieser Form konstruiert worden, und allein dies - dass einige so daran festhalten - kann einen in eine Krise bringen.

Hier aber ging es darum, dass es gedanenkenlos von den Lippen geht. Vielleicht kannst Du in Zukunft daran denken, dass das, was für Dich ein Witz ist, ja für Deine Freunde das Grauenvollste ist, was sich Menschen jemals ausgedacht haben? Dein Freund kann morgen schon sterben, und heute noch hast Du einen Witz gemacht, dass er ja von nun in der Folter leben wird, aus reiner Gedankenlosigkeit.


Das konstrukt der "Hölle" wie es oft verbreitet wird, finde ich auch scheklich, aber eine rein menschliche Erfindung die eine gewisse grosse Kirche brauchte um die Schäfchen an sich zu binden.
Ich sehe das Ganze etwas Biblischer. Da gibt es den Scheol und den Hades aber die habe ganz andere Aufgaben als das Märchen "Hölle". Dass es Satan gibt glaube ich natürlich schon. Unter Feuersee verstehe ich die ewige Trennung von Gott, was jetzt für mich eine schreckliche Vorstellung ist.

Savonlinna hat geschrieben:Der sensible Christ wird mit Sicherheit darüber reflektieren.

Oh, das habe ich und manchmal stolpert man. Sorry.

Lg NEM
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Re: Warum Rückschluss-/ Umkehrschluss- Emotionen?

Beitragvon Savonlinna » Di 19. Jul 2011, 10:04

NEM hat geschrieben:Das konstrukt der "Hölle" wie es oft verbreitet wird, finde ich auch scheklich, aber eine rein menschliche Erfindung die eine gewisse grosse Kirche brauchte um die Schäfchen an sich zu binden.
Ich sehe das Ganze etwas Biblischer. Da gibt es den Scheol und den Hades aber die habe ganz andere Aufgaben als das Märchen "Hölle". Dass es Satan gibt glaube ich natürlich schon. Unter Feuersee verstehe ich die ewige Trennung von Gott, was jetzt für mich eine schreckliche Vorstellung ist.


Das verblüfft mich jetzt, was Du schreibst, denn da sind wir ja - fast - einer Meinung. Dein Wort "Heizung", die man in der Hölle nicht mehr braucht, hat mich das nicht vermuten lassen.

Die "Gottesferne", von der Du sprichst: damit kann ich - obwohl ich das Wort "Gott" für mich nicht benutze - eine Menge anfangen. Ich kann erahnen, was damit gemeint ist.

So, und in der Sekunde kommt in Hamburg die Sonne hervor, wo es die ganze Zeit verhangen war. :D
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Re: Warum Rückschluss-/ Umkehrschluss- Emotionen?

Beitragvon NEM » Di 19. Jul 2011, 16:02

Savonlinna hat geschrieben:Die "Gottesferne", von der Du sprichst: damit kann ich - obwohl ich das Wort "Gott" für mich nicht benutze - eine Menge anfangen. Ich kann erahnen, was damit gemeint ist.

Von der Liebe, Fürsorge und Wärme Gottes getrennt zu sein, stelle ich mir vor wie die erste Sekunde beim Sprung in den eisigen See nach einer heissen Sauna, nur dass das Gefühl ewig währt. Jesus beschrieb es als Weinen und Zähneknirschen. (z.B MT 25,30)
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Re: Warum Rückschluss-/ Umkehrschluss- Emotionen?

Beitragvon Savonlinna » Di 19. Jul 2011, 16:42

Der Zustand, von dem Du sprichst, hatte bei mir früher das Bild: in einer Raumkapsel ins All geschossen worden zu sein und da von Ewigkeit zu Ewigkeit herumzutrudeln, ohne jegliche Verbindung zu irgendetwas Lebendigem.

Dieses Gefühl entstand bei mir, wenn ich an das Gute im Menschen nicht mehr glauben konnte.

Auch als kleines Kind kannte ich schon diese grauenvolle Angst, von allen Menschen verlassen zu werden: dass alle Menschen die Erde verlassen und ich allein übrig bleibe.

Aber mit Sünde hatte das nichts zu tun. Das ist eine Urangst, die vielleicht schon aus Säuglingszeiten stammen kann. Menschen, die als Baby Kriegszeiten mit aufgesogen haben und da mitunter allein gelassen wurden, kriegen das so leicht nicht wieder in Ordnung.
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Re: Warum Rückschluss-/ Umkehrschluss- Emotionen?

Beitragvon kingschild » Mi 20. Jul 2011, 20:46

NEM hat geschrieben:
Meine Erfahrung mit anderen Kulturen zeigent mir, dass sich dort der Einzelne weniger wichtig nimmt und es sogar möglich ist dass man sich für den Anderen freut wenn er was spezielles hat oder erlebt hat.

Hier sind viele Menschen selbstzentriert und machen permanent Vergleiche mit Anderen.
Eine auffällige Allüre vieler Schweizer ist es zum Beispiel auf Berichte anderer mit einem:" Ja das habe ich dort und dort oder so und so auch schon erlebt." oder "Ja mein Auto oder XY hat zusätzlich noch xxx" Oftmals wird die vergleichende Geschichte dann so erzählt, dass sie mindestens ebenbürdig oder noch "besser" ist. (Achtet mal auf diese Aussagen, es ist noch lustig wenn man sie erkennt.)


Das wirst Du hier auch finden NEM aber es ist schon so das man das miteinander verlernt hat und eben schon durch die Grundgeschichte geprägt ist das man sich alles erkämpfen musste und sich nach dem Kampf auch ein wenig gerne zurückzieht.

Dem Schweizer wird aber von klein auf eingetrichtert das er noch ein wenig besser sein sollte, darum ist er wohl dauernd diesem Wettbewerb ausgesetzt. Als kleines Völkchen in der globalen grossen Welt ist dies wohl die einzige Strategie um erfolgreich im Gespräch zu bleiben und wenn Mama und Papa schon den Master in jungen Jahren erwarten, was erwartet man denn von solchen in späteren Jahren? Ich weiss was Du ansprechen willst NEM, das immer noch ein Stücken besser sein, wird uns da schon früh in die Wiege gelegt und liegt in den Genen.

Die Kulturen um unser Land hatten da eher die Ducces, Führer, Kaiser, Kolianalherren und auch Ihre Nachkommen in Brüssel habe da wohl etwas in die Wiege gelegt bekommen, sozusagen auch das Chef Gen. Gegen dieses müssen sich die Schweizer seit jeher ein bisschen erfolgreicher behaupten, ohne das sie Chef spielen können.

Du siehst der Kultur bedingte Exkurs bringt einiges hervor wieso gewisse Dinge so sind wie sie sind. Stell Dir vor 100 Amerikaner, 1000 Chinesen und ein Schweizer in einem Gremium was meinst Du wie wichtig ist da dieser einzelne und was muss er bringen das er überhaupt wahrgenommen wird? Die anderen können sich da einfach gelassner auf das wir verlassen, in so einer Situation. :lol:

Zudem die Chefs der heutigen Zeit werden halt auch immer noch ein Stück mehr selbstzentrierter. Wobei ich glaube, das die Ursache für die absoluten selbszentrierten Chefs, eher ein Phänomen ist, das eher von anderen grossen Kulturen auf die Schweiz übergeschnappt ist und der Moderne Weltoffene Schweizer, eben auch wieder das Gefühl hat wenn wir bei diesem Trend nicht an oberster Stelle mitschwimmen, wird uns bald niemand mehr beachten.

Darum wünschen sich einige EU Kaiser, Präsidenten und Manager die den Laden schmeissen, wie die Partei Oberen in China oder Abzocker Chefs des Grosskapitalismus aus anderen Ländern und einige meinen mit dem Ich allein werden wir überleben.

Früher war es Wir und Gott im Bund als Nation für andere und heute verkommt alles mehr zu Ich nehme, Ich brauche, Ich will noch mehr und möglichst ohne Gott und geeinte Nation. Darum können sich viele nicht mehr als wir wahrnehmen und was bleibt ist dann nur noch die Aufmerksamkeit über das noch Luxuriösere Auto, denn noch grösseren Erfolg usw. was irgendwann dann auch wieder einen Chef braucht aber eben nicht den obersten, den wir hatten, sondern lieber einen aus China, Amerika, oder dem EU Land. Ich ohne Gott ist wirklich nicht viel Wert und ich hoffe das die Schweizer sich trotz geistigen Feinden zurück besinnen, das Wir und Gott zum Segen wird für alle hier und draussen und nicht ich, mein Geld und mein Erfolg und mein Chef in der EU oder mein Chef die Partei in China oder mein Chef der Kapitalist der freien Markt Wirtschaft.

Also soviel zu den Ich Genen der Schweizer und den Chef Genen der umliegenen Ländern und dem Wir Gefühl das zuerst systematisch vollkommen zerstört werden muss, damit man sich dann Hände ringend und Welt offen, um einen Kaiser und Führer ausserhalb des Landes versammeln kann, der von Gott noch weniger hören will als vielleicht das eigene Ich, das mit Luxus, Drogen und Geldgier und anderem Unrat, schon längst nicht mehr merkt das es alles verloren hatte was es einst hatte. Soviel zur Scheiz und Ich Gen und Chef Gen Länder ausserhalb der Schweiz.

Das ständige einseite Fördern des IQ führt zwangsläufig auch bei vielen zu grossen Abstrichen im EQ und dies ist wohl wieder eher näher beim Thema. Nämlich das ich zwar gelernt habe den IQ einzusetzen aber im Umgang mit dem EQ hapert es vielleicht gerade dann, wenn dieser aufgrund einer Wunde auf Schmerz reagiert und ich dann eher wieder nur auf den IQ zurück greifen kann.

Aber seien wir ehrlich NEM, da gibt es Kulturen die da noch weitaus heissere Debatten führen können als die reservierten Schweizer und Deutschen. ;) Zugegeben die finden sich aber dann auch schneller vielleicht wieder zu diesem Wir Gefühl zusammen. Zudem befinden wir uns im Bereich Himmel trifft Welt, wo durchaus von unserem Herrn Jesus Christus voraus gesagt wurde, was dies beinhalten wird.

kingschild hat geschrieben:Ich habe Mühe damit, dass wir (ich bin nicht besser!) uns als "Ach so Christlich" geben aber nicht über diesn Punkt herauskommen. Sich einfach damit abzufunden ist die einfachste Variante. Aber was wir Jesus einmal dazu sagen?


Ich finde es wichtig das Du den Dialog zu diesem Thema fördern willst NEM aber im Grundsatz gab es schon zu Jesus Zeiten die Situation, entweder es passt oder Du landest am Kreuz. Heute werden zwar nicht mehr Stahlnägel verwendet aber die verbalen Dinge sind eben immer noch gleich HUMAN. Was sagt Jesus dazu kehre um und tue nicht so, stehe zur Wahrheit und wenn Sie Dich deswegen ans Kreuz schlagen trage es Ihnen nicht nach. Sollte sich Deine Zunge verirrt haben so weisst Du was Du tun kannst als Christ. Die Zunge verirrt sich aber dort nicht wo sie die Wahrheit offen direkt sagt.

Wenn Du Frieden willst auf dieser Welt so sprich ja nie über die Wahrheit Christi in der Welt und passe Dich der Welt an. Das ist aber genau das was Chrisuts nicht tat.

Christus ist für die Wahrheit ans Kreuz gegangen und den Mund hat er sich nicht verbieten lassen nur weil sich einer oder einige an diesen Wahrheiten störten. Wenn Du die Wahrheit verkündest wirst Du Dich damit abfinden müssen das Du nicht nur Freunde haben wirst. Denn die Wahrheit wird immer wo etwas treffen das vielleicht noch nicht ganz verheilt ist. Was nützt Dir also NEM wenn Du Frieden hast aber die Wahrheit nicht mehr sagen darfst? Solches würde weder Dir noch Deinem nächsten nützen solches bringt niemanden weiter und manchmal schleifen zwei Steine aneinander bis die Kanten geschliffen sind das es passt. Es gibt aber Dinge die werden nie passen und das ist ein Los das wir akzeptieren müssen.


Das tut aber weh!


Ja NEM, was meinst Du wie weh es Christus tat, als er die Wahrheit brachte und den Frieden Gottes und als Dank dafür Streit, Hohn und Kreuz in Empfang nehmen musste?

Es gibt Dinge die Kosten etwas, Christus hat Blut geschwitzt deswegen, Stephanus wurde gesteinigt deswegen, Johannes geköpft deswegen, Paulus ins Gefängnis geworfen deswegen und wir sagen es tut weh, wenn die Wahrheit im Forum nicht immer nur auf helle Freude und Begeisterung stösst und wir nicht immer nur einen netten schönen Dialog führen können, gerade bei den "brennenden" Themen dieser Zeit.

Der Mainstream geht Richtung "Zuckerwasser Evangelium" jetzt musst Du entscheiden NEM, opfere ich die Wahrheit Christi zugunsten des Mainstreams und des guten Dialogs oder stehe ich ungeachtet was kommen wird zu der Wahrheit Christi.

Was meinst Du was bringt Dir und Deinem nächsten mehr? Oder noch wichtiger was meinst Du was ist der Wille des Vaters? Friedlicher Dialog contra Wahrheit ist immer die Entscheidung die wir treffen gerade bei den wichtigsten Themen wo es um Leben und Tod geht.

Möge der Herr Dir Weisheit geben und seinen Frieden. Wenn der Gegenwind ganz ausfällt dann bist Du zu süssssssssssssssssssss, ich meinte aber wir Christen sollten das Salz sein. Salz in offene Wunden gestreut kann schmerzen aber wenn damit nur eine Seele feststellt, welche Wunde eigentlich Heilung bräuchte, so ist Dein Opfer das es Dir weh tut, ein geringes.

God bless
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Re: Warum Rückschluss-/ Umkehrschluss- Emotionen?

Beitragvon NEM » Mi 20. Jul 2011, 21:12

kingschild hat geschrieben:.....
God bless
Kingschild


Wow! Super Beitrag, komme darauf zurück. Sorry aber heut ists schon zu spät!

Liebe Grüsse

NEM
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