Entscheidungsfreiheit und Freiheit - gibt es sie wirklich?

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Re: Entscheidungsfreiheit und Freiheit - gibt es sie wirklic

Beitragvon Scardanelli » Mi 22. Dez 2010, 10:32

Robby hat geschrieben: Aber er ist nicht perfekt, noch nicht. Gerade in der eigenen Schwachheit zeigt sich die schiere Unendlichkeit der Gnade Gottes. Durch den Glauben in Jesus Christus bin ich errettet.

Meine Schwachheit übertrifft die deine, aber mir sei jetzt keine Gnade. Deine Gleichung: je größer die Schwachheit desto größer die Gnade, stimmt nach deinen eigenen Worten nicht.
Du bist so stark, deine Schwäche vor Gott zu bringen. Meine Schwachheit nimmt mir selbst dazu die Kraft.
Deine Schwachheit hat sich an mir als Stärke gezeigt, weil ich noch schwächer bin als du.
Deine Predigt stimmt also nicht.
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Re: Entscheidungsfreiheit und Freiheit - gibt es sie wirklic

Beitragvon Scardanelli » Mi 22. Dez 2010, 12:31

Robby hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:Freiheit findet der Mensch nur im Menschen selbst. Du bist nicht hier um von deinen Mitmenschen befreit zu werden, sondern durch sie frei zu werden.

Nein, frei werde ich ausschliesslich durch Jesus Christus. Durch SEINE Tat am Kreuz, SEINE Vergebung und den daraus resultierenden Frieden mit Gott.

Wenn du nur durch Christus frei würdest, dann würde alles um dich herum verloren gehen.

Wenn du deinen Nächsten lieben sollst, kannst du gar nicht nur durch Christus frei werden.

Nächstenliebe ist ohne Ernst ein Witz. Wenn du nur durch Christus frei würdest, dann würdest du deinen Nächsten mit deiner angeblichen Liebe verspotten.

Wenn du frei bist, dann gibt es für dich nichts mehr, keine Anspannung. Anspannung ist nur solange du unfrei bist.
Bist du in Christus frei, dann ist alle Anspannung von dir abgefallen und du bist unfähig deinen Nächsten zu lieben.

Der Gottlose liebt seinen Nächsten nicht. Wer von Christus befreit wurde, der liebt seinen Nächsten auch nicht. Der Gottlose liebt seinen Nächsten nicht, weil er nicht über sich selbst hinaus kann und der Christ liebt seinen Nächsten nicht, weil er schon frei ist.

Christen sind Menschen, die sich durch Jesus befreit fühlen und ihrem Nächsten gegenüber so tun, als wenn die Liebe notwendig zur Freiheit wäre. Wenn du schon frei bist, dann wirst du nicht mehr lieben. Das ist für den Gottlosen praktisch, denn der hat nicht geliebt. Der Christ überspringt so die Notwendigkeit der Nächstenliebe, weil ihn sein Gott ohne die Nächstenliebe schon befreit hat.

Gott befreit dich wegen deines Nächsten nicht, denn dein Nächster ist auf deine Liebe angwiesen. Gott lässt dich schön in der Anpsannung der Unfreiheit, weil er von dir sehen will, wie du dich da selbst herauswühlst.
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Re: Entscheidungsfreiheit und Freiheit - gibt es sie wirklic

Beitragvon Scardanelli » Mi 22. Dez 2010, 12:44

Robby hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:Der Mensch muss aus Werken gerecht werden, aus den Werken der Nächstenliebe.

Da bräuchte es auch kein Opfer Christi mehr. Und darum geht es bei dieser Irrlehre!

Wenn du deinen Nächsten lieben willst, musst du etwas opfern und das, was du opfern musst, das ist sehr unangenehm. Du musst für deinen Nächsten deinen Platz bei Gott im Himmel opfern.
Wir leben in der Hölle, weil niemand seinem Nächsten in den Himmel hilft.

Du kennst vielleicht die Geschichte, wo im Himmel alle zu lange Arme haben und nur dann ein Überleben ist, wenn sich die Himmlischen gegenseitig füttern.
Im Christentum sind das aber nicht die Himmlischen, sondern die Sünder, denn Gott liebt die Sünder. Gott verlangt von dir, das du dem Gottlosen deinen Platz im Himmel schenkst.

Es dürfte wohl mehr eine Irrlehre sein, das Opfer Jesu zu einer Ware gemacht zu haben, anstatt es selbst mit Leben erfüllt zu haben.
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Re: Entscheidungsfreiheit und Freiheit - gibt es sie wirklic

Beitragvon kingschild » Mi 22. Dez 2010, 13:40

Scardanelli hat geschrieben: Wir leben jetzt nicht im Heil. Das ist keine Frage des Glaubens sondern der Gewissheit aus Erfahrung.
Wir wissen, dass wir nicht im Heil sind, weil wir wissen, was das Heil ist. Nur was das Heil kennt, kann das Unheil erkennen.


Rö 8:31 Was wollen wir denn hiezu sagen? Ist GOtt für uns, wer mag wider uns sein?

Ich pilgre an einem Ort wo ich vieles sehe das im argen liegt, wenn das arge Dich aber nicht ins Unheil stürzen kann so hat dieses keine Macht und ich bin heil geworden.

Wenn wir im Unheil sind, dann wird doch nicht dann Heil sein, wenn ein paar davon das Heil glauben. Wir, wir Menschen sitzen alle in einem Boot und einige davon glauben sich heil.


Wir sind alle im gleichen Boot aber diejenigen die den Rettungsring erfasst haben stehen nicht am gleichen Punkt wie diejenigen die keinen Rettungsring sehen. Für denjenigen der schwimmen kann und denjenigen der nicht schwimmen kann hat der Anblick aus dem Boot nicht die gleiche Wirkung wenn er die Wellen sieht. Für denjenigen der kurzsichtig ist und kein Land sieht und denjenigen der es sieht ist das sitzen im Boot nicht dasselbe. Der eine sieht das Heil der kurzsichitige jammert immer noch über das Unheil. Dies ist seine Freiheit ob er dem sehenden vertrauen will oder eben nur das Boot mit dem Wasser sehen will.

Du bist frei das zu tun. Aber dein Glaube ist der Glaube des Vereinzelten, weil du als Vereinzeltes beschränkt bist. Du hast nicht die Kraft durch deinen Glauben das Heil herbeizurufen.


Das Heil kommt nicht durch Menschenkraft und durch die Kraft es kommt ist nicht beschränkt. Ich habe höchstens die Kraft darauf hinzuweisen aber auch wenn dieser Hinweis nicht ernst genommen ist das Heil trotzdem vollkommen.


Ich versuche so etwas nicht, weil das in meinen Augen albern ist und völlig sinnlos. Du bist ein kleiner Arbeiter im Weinberg des Herrn und da heißt es, kleine Brötchen zu backen. Dein Glaube an das Heil bringt uns nicht das Heil. Ich habe davon z. B. gar nichts, wenn du nun das Heil glaubst. Was immer du tust - du musst schauen, was dein Nächster davon hat. Das ist der Akt der Nächstenliebe. Die Nächstenliebe schaut nicht nach sich, sondern nach dem Nächsten.
Ich versichere dir, dass mir dein Heilsglaube nicht hilft, im Gegenteil.


Wenn ich für Dich bete wird mein Gebet erhört. Etwas höheres kann ich meinen Nächsten nicht geben. Solltest Du je einen Schritt weiter gehen wollen, wirst Du wissen von was ich spreche. Du entscheidest aber wann Du einen Schritt weiter gehen möchtest und auch alle Nächstenliebe der Welt wird Dich nicht zwingen können. Du bist frei hier stehen zu bleiben und im Moment geniesst Du dieses stehen noch so sehr das Du dabei dass nicht sehen kannst was schon hier ist. 2 Schritte nach vorne oder besser ein Schritt aus dem Boot wie Petrus es machte? Deine Freiheit auf jeden Fall.


Wenn wir im Unheil sind, dann ist es nicht erklärungsbedürftig, das Unheil zu erkennen.

Jeder Mensch ist vom Tod zum Leben übergegangen und keiner davon hat das erfahren, was du meinst.


Der Mensch ist tot, dann lebt er und dann ist er wieder tot, weil der Mensch endlich ist. Du kannst sogar hier und jetzt an dir feststellen, dass du endlich bist und sagst es sogar selbst, denn du hältst dich für beschränkt. Alles, was beschränkt ist, das ist endlich. Endlichkeit und Beschränktheit sind dasselbe. Du glaubst aber, dass du von der Beschränktheit zur Ewigkeit übergehen wirst. Gott ist aber kein Lügner. Wenn du nun plötzlich ewig wärst, dann wärst du hier und jetzt nur scheinbar beschränkt und Gott hätte gelogen, weil er dich nur zum Schein beschränkt hätte und wir alle hätten uns über dich getäuscht, denn in Wahrheit wärst du nun selbst Gott, denn nur Gott ist unbeschränkt und ewig.


Eine Beschränkung des Menschen ist der Tod. Wenn Gott diese aufhebt was beschränkt Dich dann noch? Unser Wille Gott nicht zu glauben hat uns seit jeher dorthin gebracht wo die Beschränkung existiert. Unser Wille Gott zu glauben wird uns dorthin bringen wo die Beschränkung aufgehoben wird. Wo keine Sünde und keine Tod ist existiert kann das Ewige Einzug halten. Dazu muss man aber bereit sein das Irdische Kleid abzulegen und das unvergängliche an zu ziehen.


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Re: Entscheidungsfreiheit und Freiheit - gibt es sie wirklic

Beitragvon kingschild » Mi 22. Dez 2010, 13:58

Scardanelli hat geschrieben:Lieber kingschild,
ich glaube nicht, dass ich beschränkt bin, sondern ich weiß es aus Erfahrung. Ich kann dir meine Beschränktheit beweisen. Ich bin nicht nur scheinbar beschränkt sondern in Wahrheit. In Wahrheit meint, es stimmt immer, zu jeder Zeit unter allen Bedingungen.

Wahrheit bedeutet, dass sie sich immer erhält, dass sie sich nicht ändert, nicht in ein anderes übergeht.

Ich bin absolut sicher, nicht selbst Gott zu sein, weil ich beschränkt bin. Meine Beschränktheit gibt mir die Gewissheit nicht Gott zu sein.

Und das bedeutet, dass ich sterben werde und dann bleibt das auch so. Meine Beschränktheit wird durch meinen Tod besiegelt oder durch meinen Tod in Wahrheit versetzt.


Scardi, es ist da einer der keine Beschränkung kennt und der kann auch Aufheben das Beschränkte der Menschen.

Ich bin nicht nur scheinbar, sondern wahrhaft beschränkt und das ist mir Versicherung, als Einzelner ohne Angst meine Freiheit zu nutzen. Mir kann niemand was anhängen, denn ich bin beschränkt. Ich bin beschränkt und dann werden ich auch die Vorteile davon nutzen. Meine Beschränktheit bewahrt mich vor jedem Gericht jedes Gottes.
Der Preis, den ich dafür zahlen muss, der liegt in meiner Endlichkeit.


Dir steht frei dies zu glauben. Mein Gott der mir beisteht sagt mir: Es ist eine Lüge dessen der die Menschen seit jeher ins verderben führt. Warum wählt der Mensch das Verderben wenn er das Leben wählen könnte?

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Re: Entscheidungsfreiheit und Freiheit - gibt es sie wirklic

Beitragvon Scardanelli » Mi 22. Dez 2010, 19:07

Robby hat geschrieben:Schon Abraham wurde durch den Glauben errettet und nicht durch Werke. Die Werke zeugen lediglich von seinem Glauben.

Bei näherer Betrachtung kenne ich Abraham nicht. Ich weiß eigentlich nicht, wer Abraham gewesen ist. Er soll der Stammvater eines Volkes sein, das meint, Volk Gottes wäre möglich.

Eigentlich kann ein Mensch gar nicht errettet werden, denn das verbietet die Nächstenliebe.
Wenn du einen Menschen retten könntest, hättest du die Nächstenliebe überlistet.

Die Werke zeugen vom Glauben, das ist richtig und wer Sünde tut, der glaubt an die Sünde, zumal nur der sündigen kann, der an die Sünde glaubt.
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Re: Entscheidungsfreiheit und Freiheit - gibt es sie wirklic

Beitragvon Scardanelli » Mi 22. Dez 2010, 19:22

Johncom hat geschrieben: Scardi, wenn sich einer mit seinem Gott wohl fühlt, dann ist das sogar sehr gut.
Denn diesem Gott überlässt er seine Sorgen, Zweifel, die ganze Lebensangst. Das Wohlfühlen in Gott gibt Sicherheit. Kein aufgeblasene übertriebene Sicherheit sondern 'verfünftige' Sicherheit.

Alles, was nicht objektiv gemacht werden kann, kann nicht gut sein. Gefühle sind sehr mächtig, weil sie sich der Objektivität sträuben.
Wenn etwas nicht objektiv werden kann, dann ist es unmittelbar und damit unkontrollierbar.
Freiheit erheischt aber die Kontrolle.
Das Gefühl setzt den Menschen in Unfreiheit, oder es befreit vor Verantwortung.

Wie mächtig und wie bösartig das Gefühl ist, wirst du feststellen, wenn es Ursache für Straftaten ist.

Wenn das Gefühl keinen vernünftigen Gedanken vorweisen kann, dann ist es meistens schon zu spät.

Wenn sich einer mit Gott wohl fühlt, dann muss er die Vernunft darin zeigen, sonst hat er auf Sand gebaut. Wer sich dann aber gegen sein eigenes Gefühl stemmt, der wird erfahren, welche Macht das Gefühl hat.
Es ist fast unerträglich, gegen sein eigenes Gefühl zu handeln. Es wird aber keiner sein Kreuz tragen, der nicht gegen sein Gefühl angeht.

Als Jesus im Gegensatz mit Gott war, als er sagte: nicht mein Wille, da hat er sein eigenes Gefühl gegen sich erlebt.
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Re: Entscheidungsfreiheit und Freiheit - gibt es sie wirklic

Beitragvon Scardanelli » Do 23. Dez 2010, 08:26

Johncom hat geschrieben: Inwiefern soll Gefühl gegen Vernunft rebellieren.
Nehmen wir an, die Liebe ein Gefühl. Die Liebe kann berauscht machen, aber die Liebe geht eben gerade über vereinzelte Interessen hinaus. Liebe setzt Kräfte frei, die der vernünftige Verstand nicht zur Verfügung hat.

Die Liebe ist kein Gefühl. Die Liebe ist das Verhältnis des Geistes mit sich selbst.

Weil die Liebe das Verhältnis des Geistes mit sich selbst ist, erscheint sie zuerst als ein Gefühl, weil das Gefühl dem Menschen das Erste ist. Deshalb kann der Eindruck entstehen, dass sich die Liebe in einem Gefühl erschöpft.

Das Erste womit ein Mensch Kontakt hat, das ist sein Gefühl. Dann setzt erst das Denken ein und in aller Regel verliert die Vernunft und das Gefühl siegt.

Das Gefühl ist aber immer der Diener der Vereinzelung, also ist auch das, was der Mensch als Liebe fühlt zuerst seine Vereinzelung.

Du kannst das Beschränkte an der Liebe in der Vereinzelung ja zeigen. Die Religionen sind davon bis an den Rand angefüllt. So predigt das Christentum ohne Scham einen ungehemmten Egoismus. Jeder laufe, so Paulus, um den ersten Platz für sich selbst zu gewinnen. Ein Christ sorgt sich zuerst nur um sich selbst. Jeder Christ will für sich persönlich das Heil haben und dann schaut er vielleicht noch mal nach seinem Nächsten.

In meinen Augen ist das Christentum die Vollendung des Egoismus. Christentum ist für mich, den Menschen immer tiefer in seinen Egoismus hinein zu treiben, also immer weiter weg von Gott.

Der Christ will ja ganz locker an sein Heil kommen. Der Christ will ja keinen Schmerz ertragen. Es wäre höchst unangenehm, sich selbst, also den Egoismus zu überwinden. Christen sagen dann, für die Schmerzen sei Jesus zuständig, sie selbst würden nur noch schmerzfrei annehmen.
Es ist vom Sünder eigentlich auch nichts anderes zu erwarten, den Weg des geringsten Widerstandes gehen zu wollen, mit dem größt möglichen Nutzen. Das ist menschlich.
Der Mensch möchte am liebsten nichts tun, und alles serviert bekommen wie im Christentum. Deshalb ist das doch eine Weltreligion. Du musst nix machen, bekommst aber alles. Du musst aber in der Lage sein, das zu glauben und das kann nicht jeder. Wenn das jeder glauben könnte, dann hätte das Gefühl über den Menschen endgültig gesiegt.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Leben des Menschen funktionieren könnte, wenn alle als Sünder durch Christus nicht mehr schuldig sein könnten?
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Re: Entscheidungsfreiheit und Freiheit - gibt es sie wirklic

Beitragvon Scardanelli » Do 23. Dez 2010, 08:40

Johncom hat geschrieben: Du sagst richtig: Im Sinne der Vernunft bedeutet das Wohlfühlen gar nichts. Aber was ist schon Vernunft. Ratio ? Logik ? Ein Werkzeug .. ? Mit Vernunft kann man vernünftig die Welt beschauen, mit der Welt umgehen. Aber woher kommt die Vernunft ?
'Wer die Quelle kennt, trinkt nicht aus dem Krug'. Wer in Gott geborgen ist, kann wenn nötig Vernunft gebrauchen. Und bei anderer Gelegenheit die Vernunft auch mal fahren lassen.
:party:

Die Vernunft ist der Geist, oder für den Menschen die einzige Möglichkeit, über sich selbst hinaus zu gelangen.
Das Gefühl ragt keinen Millimeter über einen Menschen hinaus. Das Gefühl ist reinste Vereinzelung. Das Gefühl ist ohne die Vernunft unendlich beschränkt.

Wenn du ein Gefühl hast dem kein vernünftiger Gedanke zugrunde liegt, dann liegst du zu 100% falsch. Das kannst du rein formal so festsetzen.

Du kannst mit der Vernunft das Allgemeine des Begriffs ausfindig machen und damit den größten Feind des Gefühls vorstellen.

Wenn Christen sagen, der Mensch widerspreche Gott, dann können sie das nur solange sagen, bis es vor den Thron ihres Gefühls kommt und dann knicken sie sofort ein. So entstehen Riten. Ein Ritus ist ein Kompromiss zwischen Gefühl und Vernunft. Du kannst in jedem Ritus ein Stück Vernunft finden, aber zahnlose, weil das Gefühl besänftigt wurde.

Menschen tauchen in Wasser unter, um sich von Sünden zu reinigen. Menschen essen gewisse Speisen nicht, um rein zu sein.
Da ist der richtige Gedanke mit einer lächerlichen Handlung verbunden, weil das Gefühl die adäquate Handlung verbietet. Das Vernünftige fühlt sich falsch an. Der Wille des Vaters hat sich für Jesus auch falsch angefühlt, weil Jesus als Mensch das ist, was ein Mensch nun mal ist - er ist vereinzelt.

Und im Christentum ist der gesamte Gottesdienst in einen Ritus verwandelt worden, denn hier wird das Rechte nur noch gedacht, denn Glauben ist reines Denken.

Damit ist das Christentum aber eigentlich die Religion der Wende, denn nur dort, wo es wirklich ernst wird, wird alles in einen Ritus verwandelt, denn das ist die letzte Bastion des Gefühls. Die Christen sind also ganz nahe dran, sie wollen aber nicht über die Klippe springen, weil dann der Schmerz käme und das erlaubt das Gefühl nicht.
Zuletzt geändert von Scardanelli am Do 23. Dez 2010, 08:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Entscheidungsfreiheit und Freiheit - gibt es sie wirklic

Beitragvon Johncom » Do 23. Dez 2010, 08:44

Scardanelli hat geschrieben:
Johncom hat geschrieben:Und in welcher Religion komm ich wirklich an ?
In der, die mich dauernd nervt oder in der, in der ich Frieden fühle.

Das Gefühl pfeift auf die Vernunft, oder so: Das richtige Ja aus ganzem Herzen kann nur da stimmig ertönen wo auch und besonders das Gefühl Ja sagt.


Das Gefühl hat eine wesentliche Funktion für das Ich, weil durch das Gefühl das Ich vereinzelt wird.


Das hat ein bischen was wie das Spielen mit Worten.
Hätte ich geschrieben:
In der Religion komm ich an, in der ich friedlich bin.
...... dann wärest Du nicht auf dem Gefühl rumgeritten. Wohl eher auf dem 'Frieden'.

Mein Gefühl für das Wort 'Gefühl' ist sicher ein anderes als Dein Gefühl.
Ich vermute, für Dich heisst Gefühl Emotion oder Begierde. Für mich war es ein Empfinden, ein Spüren.

Scardanelli hat geschrieben:Ohne Gefühl lässt sich das Ich nicht vereinzeln. Das Gefühl teilt dir mit, dass du alles bist, denn das Ich ist alles.
Das Ich ist Gott oder Gott ist das Ich.


Tatsächlich ist 'Ich' Gott, so erfahren wir es am brennenden Busch.
Ja, warum brennt der Busch ? Es sind die Gefühle, die Nerven die brennen. in Gott selbst ist das nicht was wir als Gefühle erfahren. Aber wir sind Menschen, wir fühlen.

Wir können triebhaft, begehrend fühlen. Wir können auch 'hoch' fühlen.
Wir können harmonisch und liebend fühlen, das sind die 'Gefühle', die wir in einer Religion empfinden, die uns friedlich macht.

Scardanelli hat geschrieben:Wir sind aber nicht Gott in seiner Form, sondern in der Form der Vereinzelung. Davon weiß das Gefühl rein gar nichts, sondern nur die Vernunft.
Im Menschen herrscht aber nicht die Vernunft sondern das Gefühl.


Scardi, wenn Du sagst: Im Menschen - dann solltest Du erst bei Dir schauen.
Herrscht in Dir das Gefühl, oder herrscht in Dir die Vernunft.

Scardanelli hat geschrieben:Das Gefühl belügt dich nicht, sondern das Gefühl folgt nur ganz treu seinem Inhalt. Das Gefühl sagt dir, dass du Gott bist. Du bist insofern Gott, als du das Ich bist.


Hoppla. Das Gefühl sagt mir - wenn überhaupt, dass 'ich' ein vereinzelter Mini-Gott bin. Ein Mensch in Sorge, Angst und Konkurrenz zu anderen Mini-Göttern. Dieses Gefühl ist Botschafter des Egos. Des sogenannten Sünders. Das andere Gefühl aber, das hohe Gefühl welches die Gegenwart des Einen Gottes spürt, das ist ein grosses harmonisches Gefühl: Einfach einverstanden sein mit allem anderen.

Scardanelli hat geschrieben:Wesentlich ist immer nur das, was ewig ist, der Rest ist, woraus es gemacht wurde, der Rest ist Nichts.


So kann man es auch sagen. ;)
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Re: Entscheidungsfreiheit und Freiheit - gibt es sie wirklic

Beitragvon Scardanelli » Do 23. Dez 2010, 09:02

Wolfi hat geschrieben:
Der Geist kann das trennen, was nicht getrennt ist, weil der Geist aus dem Vollen schöpfen kann.

Der Geist kann nicht nur trennen, sondern er kann eben genauso gut auch verbinden. Was ein Geist nun trennen oder verbinden soll, da versuchen ja diverse Kreise auf den eigenen Geist einzuwirken. Einige nehmen hierfür gar einen Heiligen Geist zu Hilfe; andere wiederum begnügen sich damit, sich auf eine Stelle der Bibel oder des Korans zu berufen und wiederum andere sind schon zufrieden damit, wenn du bei ihnen einen neuen Versicherungsvertrag abschliesst. ;)

Gott ist Geist und in der Liebe ist Gott geteilt. Die Kräfte die hier wirken, sind unendlich stärker als die in Atomen.
Die Trennung des Geistes kann nur durch die Versöhnung überwunden werden.

Das Reden, Denken oder Glauben ist aber nicht die Versöhnung. Wenn du die Versöhnung fühlst, dann musst du sie auch der Vernunft zeigen können. Im Christentum wird die Versöhnung nur gefühlt, aber der Vernunft nicht gezeigt, weil sie nicht objektiv ist.

Die Vernunft lässt sich vom Gefühl nichts vormachen. Der Mensch lebt im Streit also ist der Mensch auch nicht versöhnt, auch wenn das einige fühlen.
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Re: Entscheidungsfreiheit und Freiheit - gibt es sie wirklic

Beitragvon Scardanelli » Do 23. Dez 2010, 11:57

Wolfi hat geschrieben:Die Freiheit hat ein Ende, sobald wir uns entschieden haben. In unseren Breitengraden haben wir gottseidank eine sehr weit reichende persönliche Entscheidungsfreiheit.

Wenn du entschieden hast, dann lebst du in dieser Entscheidung. Damit ist die Freiheit nicht zu Ende.
Das Problem des Menschen ist es aber im Gegensatz zu Gott, dass Gott einer ist, der Mensch aber viele.
Wenn sich der Mensch entscheidet, dann haben viele entschieden, weil es im Gegensatz zu Gott einen einzelnen Menschen nicht gibt. Der einzelne Mensch ist am Menschen nur eine Erscheinung.
Du tust, was der Mensch entschieden hat. Der Mensch hat noch nie etwas anderes getan und er kann auch nichts anderes tun, denn er ist frei. Was frei ist, das muss sich selbst bestimmen.

In Ewigkeit sind sie nicht getrennt, in der Endlichkeit hingegen schon. Weil sie in der Endlichkeit sehr wohl getrennt sind, können wir sie ja benennen.

Diese Trennung jedoch vollziehen wir wiederum durch unseren Geist. Wie der Geist trennen kann, kann er auch verbinden; allerdings nur, wenn er dies auch will und probiert. ;-)

Wir vollziehen diese Trennung nicht, denn sie ist vollzogen worden. Der Mensch fängt niemals mit etwas an und er endet auch niemals mit etwas. Anfang und Ende sind immer Gott. Gott hat sich getrennt, oder Gott ist der Anfang aller Trennung.

Es gibt im Falle Gottes einfache Grundsätze, die man sich merken kann und dann kann man sie einfach anwenden.
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Re: Entscheidungsfreiheit und Freiheit - gibt es sie wirklic

Beitragvon Scardanelli » Do 23. Dez 2010, 12:16

Wolfi hat geschrieben:
So waren Vater und Sohn am Kreuz auch getrennt. Das ändert sich auch nicht damit, wenn dir das nicht so gut gefällt.
Sie sind getrennt und sie sind nicht getrennt. In Ewigkeit sind sie nicht getrennt, in Endlichkeit sind sie aber getrennt.

Ob sie in der Endlichkeit getrennt sind, hängt von den involvierten Geistern ab. Wenn sie sich beide als verbunden sehen und erleben, so sind sie das auch.

Woran mag das liegen, dass Menschen im Falle von Religion mit ihrem Geist abschweifen?
Warum gibt es im Falle des Geistes, der Religion keine Disziplin? Warum meint jeder, er kann sich so seinen Reim machen, im Sinne einer Art Freizeitgnostikers?

Wenn sich etwas trennt, dann reicht es nicht, sich das auszumalen, sondern zu schauen, wo die Erscheinung dafür ist. Alles was sich konkretisiert, dass erscheint auch.

Wenn Gott sich trennt, dann hat das jenseits jedes Gedankens seine Erscheinungsweise. Wo ist die Trennung Gottes zu sehen? Wenn du das nicht zeigen kannst, dann kannst du es auch gleich wieder vergessen. Religion ist gewiss nicht ein Tummelplatz für gedankliche Luftschlösser und sonstige Gebäude in den Wolken.

Die Trennung Gottes hat den Menschen zur Folge und zwar ganz unweigerlich, weil der Mensch die Erscheinung der Trennung Gottes ist. Wenn Gott sich trennt, erscheint der Mensch. Und wenn du das dann gezeigt hast, dann musst du das auch an seiner Erscheinung beweisen, weil jede Erscheinung auf ihren Ursprung weist. Wenn der Mensch nicht göttlich ist, dann gibt es zwischen Gott und Mensch keine Verbindung. Gott lässt sich ganz gewiss nicht mit Fremdem ein.
Deshalb wurde Gott Mensch, denn der Mensch ist insofern Gott, als er die Erscheinung seiner Liebe ist.
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Re: Entscheidungsfreiheit und Freiheit - gibt es sie wirklic

Beitragvon Scardanelli » Do 23. Dez 2010, 14:29

Wolfi hat geschrieben:
Es geht bei Gott nicht darum, dass er erkennbar wäre, sondern dass er voll durchschlägt. Religion ist nicht wie ein Prospekt anzuschauen, sondern aus dem Vollen zu schöpfen.

Nicht böse sein, aber das klingt für mich wie ein Spruch aus einer Studentenverbindung (oder wie man diese Bünde nennt).

Na, wie könnte ich dir böse sein?
Es gibt Bezeichnungen, die sind so abgegriffen, dass sie nur noch an merkwürdigen Stellen im Gebrauch sind.

Die Gemeinde ist und die Gemeinde ist nicht das, was sie soll.

Nobody's perfect; aber wir können ein Leben lang daran arbeiten, diese Perfektion anzustreben. Oder spricht etwas dagegen?

Das fängt damit an, das "Wir" wörtlich zu nehmen. Es versuchen immer nur einzelne Menschen und dann wundern sie sich, wenn das nicht funktioniert. Das ist so ähnlich, wie eine Schraube aus einem Auto, die versucht alleine gen Himmel zu fahren. Warum wohl kann die Schraube nicht fahren? Vielleicht findet sie nur den Tankdeckel nicht?

Die Gemeinde wird nicht dadurch, dass du ihrer dringend bedarfst. Dein Bedürfnis ist nicht das, wonach sich die Welt richtet. Nicht vorne, sondern mal hinten sich anstellen!

Und warum nicht in einem Kreis?- Da gibt's nämlich kein vorne oder hinten ... ;-)

Es wäre jetzt vielleicht nur unhöflich, wenn ich sagen würde, wo unter Menschen im Regelfall spontan frei assoziiert wird.
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Re: Entscheidungsfreiheit und Freiheit - gibt es sie wirklic

Beitragvon Scardanelli » Do 23. Dez 2010, 14:37

SunFox hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:In Religion muss der Mensch stets sündenfrei vor Gott treten, selbst im Christentum vergibt Gott dem Sünder nicht.


Hallo lieber Scardi, du unterliegst da dem Irrtum deiner vorgefertigten Meinung!

Epheser 1,7: "In Christus haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade!"

Wohl kaum, mein Lieber. Du hättest sie, ich nicht. Du hättest sie, weil du das notwendige dazu sündenfrei lieferst, ich aber nicht.

Du darfst dich nicht vom Schein täuschen lassen. Es gibt für alles Gesetze so auch für Religionen. Du kannst diese Gesetze benennen, denn sie treffen für jede einzelne Religion zu.

Vor Gott dürfe nur der treten, der ohne Sünde sei. Das gilt in jeder Religion, auch im Buddhismus. Dadurch, dass es anders genannt wird oder gar geleugtnet, ändert daran nichts, denn es lässt sich in jeder Religion zeigen, wo es sündenfrei zugehen muss. Wenn der Menschen nicht sündenfrei glaubt, wird er nicht vor Gott treten können.

Den Glauben kann dir auch unter den strengsten Protestanten Jesus nicht abnehmen. Jeder einzelne Mensch muss von sich aus, ganz alleine glauben und das ohne Fehl und Tadel.

Das dies so ist, kann ich dir praktisch in jedem Bereich dieses Forums aus deinen eigenen Kommentaren beweisen.

Die Glaubenssünde wird dem Christen nicht vergeben, sonst wären wir beide ja gerettet. Oder soll ich vor Jesus treten und ihn bitten, mir zu vergeben, dass ich nicht an ihn glaube? Bin ich auch gerettet, wenn ich bekenne, ich kann nicht an Jesus glauben? Also!
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Re: Entscheidungsfreiheit und Freiheit - gibt es sie wirklic

Beitragvon Scardanelli » Do 23. Dez 2010, 19:30

SunFox hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:Wenn Gott dem Sünder vergeben würde, dann wäre auch einem wie mir vergeben.

Jesaja 55,7: "Der Gottlose lasse von seinem Wege und der Übeltäter von seinen Gedanken und bekehre sich zum HERRN, so wird er sich seiner erbarmen, und zu unserm Gott, denn bei ihm ist viel Vergebung."

Mit Sicherheit kennst du das Sprichwort: "Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied!", und es stimmt, Lukas 11,23: "Ich sage euch: Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich!", es liegt also an dir ganz allein Vergebung erlangen zu können! ;)

Psalm 50,15; "Rufe mich an in deiner der Not, so will ich dich erretten und du sollst mich preisen."

Glaubst du, das Gott seinen Sohn umsonst für die Welt gegeben hat?

Das ist alles viel zu implizit - du bist doch nicht diese Bibelverse. Wenn du Bibelverse gibst - was willst du damit darstellen?
Kannst du nicht sagen wie es ist? Wenn du mit Bibelversen redest, willst du doch einen bestimmten Eindruck vermitteln.

Wenn du ein Sünder bist und ich auch, wo willst du da den Unterschied ansetzen, der uns in Gott unterscheidet?
Weil du Bibelverse bringst? Ich habe auch Bibelverse gebracht. Jesus ist doch für die Sünder gekommen. Ich bin wie du auch ein Sünder, als muss er auch für mich gekommen sein. Mein Nachschub an Sünden will nicht abreißen.
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Re: Entscheidungsfreiheit und Freiheit - gibt es sie wirklic

Beitragvon alegna » Do 23. Dez 2010, 19:37

Scardanelli hat geschrieben:Jesus ist doch für die Sünder gekommen. Ich bin wie du auch ein Sünder, als muss er auch für mich gekommen sein. Mein Nachschub an Sünden will nicht abreißen.

Natürlich ist Jesus auch für Dich gekommen, aber Jesus will dass Du freiwillig zu Ihm kommst. Wenn Du Dich vor Ihn wirfst und Ihn um Vergebung bittest, wird Er sich zu Dir wenden und Dir Frieden geben. Aber Du hast eben Deinen freien Willen, Er will Dich nicht zwingen, Glauben an den Sohn Gottes und das was Er getan hat am Kreuz ist freiwillig, Du entscheidest ob Du an den Sohn Gottes und dessen Tat am Kreuz für Dich, glauben möchtest, oder nicht!

liebe Grüsse
alegna
Psalm 100,5 Denn der HERR ist freundlich, und seine Gnade währet ewig und seine Wahrheit für und für.
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Re: Entscheidungsfreiheit und Freiheit - gibt es sie wirklic

Beitragvon Scardanelli » Do 23. Dez 2010, 19:49

SunFox hat geschrieben:Glaubst du, das Gott seinen Sohn umsonst für die Welt gegeben hat?

Ich glaube, Gott hat seinen Sohn für sich selbst auf die Welt gegeben, also nicht umsonst.
Gott macht gar nichts umsonst, sondern alles was Gott tut, hat einen Zweck, oder den Zweck schlechthin.
So tut Gott sicher nichts, was einen endlichen Zweck hat, wie lauter kleine endliche Männchen zu erretten.

Endliche Zwecke sind Gott fremd.
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Re: Entscheidungsfreiheit und Freiheit - gibt es sie wirklic

Beitragvon Scardanelli » Do 23. Dez 2010, 19:58

alegna hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:Der einzelne Mensch ist nicht frei. Entweder tut er was der Mensch will oder was Gott will.

Und doch bist Du frei zu entscheiden wem Du folgen möchtest.

Wenn du einem nachfolgst, dann muss sich das was du willst, von dem was er will unterscheiden.
Wenn du sündigst und sagst, du folgst einem anderen nach, dann müsste das bedeuten, dass der andere von dir will, dass du sündigst, und du willst etwas ganz anderes.

Wenn du sagst, du folgst Jesus und wenn du sündigst, dann ist dein Zeugnis: Jesus will, dass du sündigst.

Du strapazierst deine Freiheit so weit, dass sich logisch widersprenchende Sachverhalte in dir aufhalten.
Du bist Sünder und du folgst Jesus. Das lässt sich nicht realisieren und du kannst das nur glauben, wenn das viele glauben.

was heisst denn für Dich Freisein? Meiner Meinung nach kann der Mensch gar nie frei sein, denn er muss immer irgendwelchen "Naturgesetzen" folgen, oder nicht?

Frei ist das, was sich selbst bestimmt. Was von einem anderen als es selbst bestimmt wird, das ist unfrei.
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Re: Entscheidungsfreiheit und Freiheit - gibt es sie wirklic

Beitragvon Scardanelli » Fr 24. Dez 2010, 10:45

SunFox hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:In Religion muss der Mensch stets sündenfrei vor Gott treten, selbst im Christentum vergibt Gott dem Sünder nicht.

Hallo lieber Scardi, du unterliegst da dem Irrtum deiner vorgefertigten Meinung!
Epheser 1,7: "In Christus haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade!"

Die Sündenfreiheit ergibt sich aus der Notwendigkeit des Unterschieds. Und weil Gott das Objekt in Religion ist, muss der Unterschied absolut sein.

Ein Christ muss sich vom Heiden absolut unterscheiden und das bedeutet, er muss sich in Reinheit unterscheiden. Es muss in Religion etwas sein, dass völlig rein ist und das markiert dann den Unterschied.

Das muss schon deshalb sein, weil der Mensch unterscheiden muss. Du musst sagen können: Du gehörst dazu und du nicht.

Du kannst nicht sagen, Gott sei für den Sünder gekommen, weil das unterschiedslos alle Menschen wären. Du kannst das behaupten, aber es ist nicht ernst gemeint, weil dann die ganze Religion nicht funktionieren würde.

Weil aber alle Menschen Sünder sind, werden künstliche Unterschiede konstruiert. Alle Religionen produzieren künstliche Unterschiede, also solche, die nur scheinbar, aber nicht wesentlich sind. Und das ist das Motiv, warum ich hier schreibe. Du bist wie ich, aber trotzdem meinst du, du wärst in Gott anders.

Weil alle Menschen Sünder sind, werden die Unterschiede durch Riten markiert. Ein Ritus ist ein wesentlicher Gedanke mit einer unwesentlichen Handlung.

Die Juden tauchen in der Mikwe unter. Die Reinheit des Menschen ist ein wesentlicher Gedanke, aber das untertauchen in Wasser ist dazu eine unwesentliche Handlung.
Aber das ist dann der Unterschied zwischen Heiden und Juden. Du kannst die Riten jetzt vermehren, aber das wäre nur mehr davon, also nur quantitativ.

Die Muslime essen kein Schweinefleisch. Das ist auch so ein Ritus, wo die Reinheit mit einer belanglosen Handlung verbunden wird.

Bei den Katholiken ist es die Kirche, denn der Kathole muss an die Kirche glauben und die Protestanten müssen an die Bibel glauben.

Der Unterschied zwischen mir und dir ist der, dass du an die Bibel glaubst, ich aber nicht.
Das ist praktisch die gesamte Legitimation deiner Religion, oder das wäre der Unterschied zwischen uns, als absoluter.

Dieser Unterschied muss sich aber auch als so einer befestigen können. Die Vernunft kann gar nicht an die Bibel glauben, womit das auch nur ein Ritus ist. Du glaubst auch nicht an alle Inhalte der Bibel, das kann keiner. Darauf kommt es aber nicht an, es kommt auf die innere Haltung an, auf die Bereitschaft. Du bist bereit, das zu bezeugen und das lieferst du Gott in Reinheit ab. Du bist in deinem Bibelglauben sündenfrei. Die Protestanten vereinen sich in der gemeinsamen Bereitschaft die Bibel für Wort Gottes zu halten. Nur so kann die Gemeinde funktionieren. Wenn im Glauben an die Bibel eine Sünde wäre, würde es keine Gemeinde geben. Sobald du an der Bibel zweifelst, dann beginnt die Gemeinde auseinander zu fallen. In Wahrheit können Sünden nicht vergeben werden, weil sonst der ganze Laden zerstört wird. Die Sünde zerstört und da hilft Gnade nichts, oder die Gnade kann die Zerstörung durch Sünde nicht aufhalten. Jesus kann keinem Christen die Glaubenssünde vergeben, weil das praktisch das Gemeindechaos zur Folge hätte.

Ein protestantischer Christ würde sich eher die Hand abschneiden als die Bibel zu bezweifeln.
Bei den Katholen ist das die Kirche. Ein Kathole würde nie die Kirche bezweifeln und wenn er es tut, dann ist er schon im Inneren ein Protestant.
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Re: Entscheidungsfreiheit und Freiheit - gibt es sie wirklic

Beitragvon Scardanelli » Fr 24. Dez 2010, 10:52

Wenn sich Sünder in einer Religion versammeln, dann wird dieses Haus durch Riten aufgebaut, denn sie sind was sie waren, sie sind Sünder, also selbst der Widerspruch zur Religion.

In der Religion feiert der Sünder den Schein, kein Sünder mehr zu sein. Das fühlt sich bestimmt gut an, weil sich dadurch der Sünder gut verkleidet. Er zieht sich ein sauberes Hemd an und betrachtet sich so im Spiegel.
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Re: Entscheidungsfreiheit und Freiheit - gibt es sie wirklic

Beitragvon Scardanelli » Fr 24. Dez 2010, 14:28

Robby hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:In meinen Augen sprechen die Menschen von der Liebe zu Gott, die gar nicht wissen, was Liebe ist.
Es ist mir auch ganz schleierhaft, wie ich Gott lieben sollte.

Die Bibel wird bei diesem Thema ganz klar. Die Reihenfolge ist, Gott hat uns geliebt, darum hat ER Jesus Christus gesandt. Und darum können wir IHN lieben

Wenn du andere für dich reden lässt und zwar bedingungslos, dann degradierst du dich selbst zu einem Objekt herab.
Du willst das, was du sagst, mit der Bibel beweisen, ohne die Bibel bewiesen zu haben.

Wenn das die Bibel sagen würde, dann wäre nur klar, dass dies nicht stimmen kann und das du das aufgrund deiner Hingabe zur Bibel nicht bemerken kannst.

Es würde bedeuten, dass vor Jesus kein Mensch Gott geliebt hat, auch Moses nicht und kein einziger Prophet.

Was die Bibel hier ganz klar sagen würde, wäre, dass sie sich selbst ganz klar selbst hinwegfegt, denn sie würde damit all ihre Propheten ad absurdum führen.

Ich glaube z. B. die Bibel nicht als Wort Gottes, weil da solche halbwahren Dinge drinnen stehen. Es ist so vieles was die Bibel ganz klar sagt, eben unausgegoren, so menschlich.
Vieles stimmt so ungefähr, wenn man ein oder manchmal beide Augen zudrückt.
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Entscheidungsfreiheit und Freiheit - gibt es sie wirklich?

Beitragvon Gnu » Fr 24. Dez 2010, 14:44

Seid ihr schon zu einem Resultat gekommen in der Threadfrage?
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Re: Entscheidungsfreiheit und Freiheit - gibt es sie wirklic

Beitragvon Scardanelli » Sa 25. Dez 2010, 10:12

Robby hat geschrieben: Lasset uns ihn lieben; denn er hat uns zuerst geliebt. So jemand spricht: "Ich liebe Gott", und haßt seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, wie kann er Gott lieben, den er nicht sieht? dies Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebt, daß der auch seinen Bruder liebe.

Das ist die Antwort auf deine Frage. Beachte die Formulierung "auch"!

Die Antwort für den Geist muss lebendig sein. Worte sind aber nicht lebendig. Das ist nicht die Antwort, sondern das Versprechen auf die Antwort.

Wenn wir unsere Brüder lieben sollen, was sind wir in diesem Fall wenn wir sagen, wir lieben Gott?

Wir sind diese Lügner. Das wäre in diesem Fall das, was du vorbringen könntest, oder eine mögliche Antwort.

Du machst aber anscheinend folgendes: Du ließt die Bibel, stellst dich zu ihr positiv, indem du das Ritual des Bekenntnisses ausführst und schwupps ist alles, was dort steht auf deiner Haben Seite.

Sobald mir aber einer sagt, ich soll etwas tun, dann bedeutet dies im Leben, dass ich es nicht getan habe, denn im Tun verschwindet das Sollen.
Anscheinend hast du aber nicht die Kraft es auszuhalten, dass du tatsächlich ein Lügner bist, wie deine Schrift sagt, denn dir hat deine Bibel das Sollen vorgeworfen, dass dich eben zu dem Lügner macht.
Oder hast du dich jetzt auch dazu entschlossen, deine Nächstenliebe per Dekret deines Glaubens in Realität zu setzen?

Ich bin kein Christ, weil ich meinen Nächsten eben nicht liebe und da lass ich lieber die Finger von Gott, weil ich mich sonst noch mehr in das Schlamassel hineinreite.
Es ist besser, sich nicht zu Jesus zu bekennen, wenn man seinen Nächsten nicht liebt, oder wie es die Bibel sagt, wenn man seinen Nächsten hasst.
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Re: Entscheidungsfreiheit und Freiheit - gibt es sie wirklic

Beitragvon Scardanelli » Sa 25. Dez 2010, 10:13

Gnu hat geschrieben:Seid ihr schon zu einem Resultat gekommen in der Threadfrage?

Ja klar - dieses Problem ist ein Grundproblem des Menschen und wir haben es wohl gestern um 18,15 gelöst.
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Re: Entscheidungsfreiheit und Freiheit - gibt es sie wirklic

Beitragvon bigbird » Sa 25. Dez 2010, 15:15

Scardanelli hat geschrieben:
Gnu hat geschrieben:Seid ihr schon zu einem Resultat gekommen in der Threadfrage?

Ja klar - dieses Problem ist ein Grundproblem des Menschen und wir haben es wohl gestern um 18,15 gelöst.


Threadfrage gelöst? Freude herrscht! Dann schliesse ich mal hier - Zustimmung des zuständigen Moderators mal vorausgesetzt!

Und ausserdem habe ich hier ein bisschen nachgelesen, was in diesem Thread so verbreitet. Ich konnte nicht umhin, wieder und wieder zum Radiergummi zu greifen und habe editiert.

Mir reichts - sorry, Robby fürs Dreinreden!

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Ein weiser Mann hat mal gesagt:
Man soll dem Nächsten die Wahrheit nicht
wie einen Waschlappen um die Ohren schlagen,
sondern sie ihm liebevoll wie einen wärmenden Mantel um die Schultern legen.

Das wäre doch ein gutes Motto für das Forum - oder?
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