Suche nach dem Selbst

Moderator: bigbird

Suche nach dem Selbst

Beitragvon gbg » Di 20. Apr 2010, 16:53

Hallo. :)

Auf der Suche nach meinem Selbst nehme ich meinen Körper wahr.
Welches der Atome aber sollte es sein das ich bin.
Ich sehe höre rieche schmecke taste.
Aber wo unter diesen Sinneseindrücken ist mein Selbst zu finden?
Und auch meine Gedanken.
Welcher meiner Gedanken sollte es sein der ich bin?

Ich bin aus Subjekt und Objekt zusammengesetzt.
Das Objekt enthält mein Selbst wie dargelegt nicht.
Aber was ist mit dem Subjekt?

Mein Subjekt ist im Gegensatz zu meinem Objekt dem Beobachteten das Beobachtende!

Für das Beobachtende ist klar dass gilt:
Das Beobachtende kann sich selbst nicht beobachten.
Beobachtet es nämlich etwas und sagt über dieses aus dass dieses das Beobachtende sei so kann man stets erwiedern dass das nur ein Beobachtetes und nicht das Beobachtende selbst sei.

Ein Mönch hat es einmal so ausgedrückt:
Das was wir suchen ist das was sucht.
Wir alle suchen danach.
Ich denke nach dem für alle identischen Beobachtendem.

Es scheint so als ob das Beobachtende vom Beobachteten frei ist.

Grenzt hier Ewiges an Zeitliches?

Nun meine Frage:
Was ist dieses das als einziges von der Kausalität des Beobachteten frei zu sein scheint?
Ein Funken Göttlichkeit oder doch nur wie alles andere auch Vergängliches?

L.G. gbg

P.S.: Im Buddhismus wird behauptet dass alles Selbstlos also ohne Seele sei.
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Re: Suche nach dem Selbst

Beitragvon Schoham » Di 20. Apr 2010, 17:17

Gott ist Licht und wir können Ihn nicht beobachten.
Er ist Der - Der uns beobachtet.

Er ist Der, Der uns sucht.
Darum suchen wir solange, bis wir Ihn gefunden haben.

Ihn gefunden haben heisst, frei zu werden von mir selbst.

Christus in mir, das ist Herrlichkeit.

Ihn muss ich finden damit ich mich verliere und mich in Ihm finde.
Schoham
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Re: Suche nach dem Selbst

Beitragvon Savonlinna » Di 20. Apr 2010, 17:18

gbg hat geschrieben:Ich bin aus Subjekt und Objekt zusammengesetzt.
Das Objekt enthält mein Selbst wie dargelegt nicht.
Aber was ist mit dem Subjekt?


Doch, das Objekt enthält auch Dein Selbst. Weil es ja Du bist, der es wahrnimmt.


gbg hat geschrieben:Mein Subjekt ist im Gegensatz zu meinem Objekt dem Beobachteten das Beobachtende!


Beides sind aber nur begriffliche Unterscheidungen. In der Realität, der Empirie, gehen beide ineinander über, sind unabhängig voneinnader nicht einmal existenzfähig.


Für das Beobachtende ist klar dass gilt:
Das Beobachtende kann sich selbst nicht beobachten.
Beobachtet es nämlich etwas und sagt über dieses aus dass dieses das Beobachtende sei so kann man stets erwiedern dass das nur ein Beobachtetes und nicht das Beobachtende selbst sei.


Ja, aber das sind nur Wortspielereien.


Danke übrigens, dass Du Dich hier noch einmal einbringst. In den großen Threads, wo heftig diskutiert wurde, sind Deine Einwürfe etwas untergegangen, was mir sehr leid getan hat. Aber ich konnte es dort vor Ort nicht ändern, weil die Thematik dort sehr um eine einzige Sache ging, die schlecht zu unterbrechen war.
Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.

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Re: Suche nach dem Selbst

Beitragvon gbg » Di 20. Apr 2010, 17:46

S:Gott ist Licht und wir können Ihn nicht beobachten.
Er ist Der - Der uns beobachtet.


gbg:Ich denke Gott ist wie das Runde der Sonne das auch uns Menschen als bestehend aus Subjekt und Objekt -wir leben und denken in Gegensätzen denn auch das Objekt hat seine Gegensätze - aus sich heraus als seine Strahlen ausgefaltet hat und der uns in unserem Tod auch wieder in sich zurückfalten wird.

Und ich denke auch dass Gott so wenig man die Länge eines Stäbchens vor dem ziehen eines zweiten wahrnehmen kann als "Eines ohne ein Zweites neben sich" unwahrnehmbar ist.

Und es gilt womöglich auch wie bei einem einfachen Dreisatz:

Die Welt ist materiell in dir (mir) in dir (mir) als beobachtendem Geist => Du bist (Ich bin) materiell in der Welt in der Welt als beobachtendem Geist (Weltgeist).

S:Er ist Der, Der uns sucht.
Darum suchen wir solange, bis wir Ihn gefunden haben.


gbg:Ich denke wenn die Zurückfaltung der Gegensätze (Subjekt<->Objekt wie auch der Gegensätze im Objekt) über die Subjekt/Objekt Spaltung hinausgeht dann werden wir ihn zusammen mit seiner Liebe denke ich in vollem Umfang finden. Denn er ist wie das Wasser für den Fisch allesumgreifend aber als "Eines ohne ein Zweites neben sich" unserer Welt verborgen.

S:Ihn gefunden haben heisst, frei zu werden von mir selbst.

gbg:So denke ich auch. Vielleicht auch frei von unseren Körpern in denen wir -manche mögen sagen- manchmal wie eingekerkert sind.

S:Christus in mir, das ist Herrlichkeit.
Ihn muss ich finden damit ich mich verliere und mich in Ihm finde.

gbg:Ja so denke ich auch Schoham man sollte das halbvolle Glas mit Wasser leer machen um neuen Platz für Gott zu schaffen. :)

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Re: Suche nach dem Selbst

Beitragvon Taube » Di 20. Apr 2010, 18:13

gbg hat geschrieben:...
Ich bin aus Subjekt und Objekt zusammengesetzt.
Das Objekt enthält mein Selbst wie dargelegt nicht.
Aber was ist mit dem Subjekt?

Mein Subjekt ist im Gegensatz zu meinem Objekt dem Beobachteten das Beobachtende!

Für das Beobachtende ist klar dass gilt:
Das Beobachtende kann sich selbst nicht beobachten.
Beobachtet es nämlich etwas und sagt über dieses aus dass dieses das Beobachtende sei so kann man stets erwiedern dass das nur ein Beobachtetes und nicht das Beobachtende selbst sei.
...

Bist Du sicher, dass das Beobachtende sich nicht selbst beobachten kann? Das Subjekt hat doch das Objekt "in der Hand", hat also das Objekt vereinnahmt und kann es erkennen?

Den Spiegel vorhalten, wen siehst Du dann?

Bist Du, - oder schaffst Du Dich, indem Du Dich der Umwelt stellst. An den Reaktionen derjenigen, welche Dich anschauen, siehst Du doch, wie Du Dich gibst? Du bist doch nur, solange Du Dich schaffst im Austausch mit der Welt. Sonst bist Du doch ein Nichts und Du hast kein Sein? Lässt Du Dich nur beobachten, wirst Du zum blossen Objekt, subjektlos. Erst wenn Du selbst Dich schaffst, beginnst Du zu werden und Du beginnst Dich zu sehen an den Reaktionen der Umwelt.


Gruss Taube
Denn erschienen ist die Gnade Gottes, allen Menschen zum Heil. (Titus 2,11)
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Re: Suche nach dem Selbst

Beitragvon gbg » Di 20. Apr 2010, 18:15

S: Doch, das Objekt enthält auch Dein Selbst. Weil es ja Du bist, der es wahrnimmt.

gbg: Ich meinte es so: Nichts im Objekt hat zugrundeliegend eine Seele
(gilt auch für Tiere Pflanzen usw.)
anders das Subjekt. Dieses scheint ein beständiger Kern zu sein.

gbg: Mein Subjekt ist im Gegensatz zu meinem Objekt dem Beobachteten das Beobachtende!

S: Beides sind aber nur begriffliche Unterscheidungen. In der Realität, der Empirie, gehen beide ineinander über, sind unabhängig voneinnader nicht einmal existenzfähig.

gbg: Verstehe...
Aber könnte man nicht auch vielleicht sagen Gott befinde sich dazwischen
(Leib<-> Seele Problem).
Begründung:
Gott ist für mich wie ein großer Grenzzieher der in sich selbst
als "Eines ohne ein Zweites neben sich" Grenzen setzt woraus letztendlich die Subjekt/Objekt Spaltung und die Spaltungen im Objekt resultieren.

gbg: Für das Beobachtende ist klar dass gilt:
Das Beobachtende kann sich selbst nicht beobachten.
Beobachtet es nämlich etwas und sagt über dieses aus dass dieses das Beobachtende sei so kann man stets erwiedern dass das nur ein Beobachtetes und nicht das Beobachtende selbst sei.[/quote]

S: Ja, aber das sind nur Wortspielereien.

gbg: Ich denke nicht. Ich denke vielmehr dass wie bereits erwähnt dass das Beobachtende also das Subjekt das einzig beständige in unserem Leben sein könnte.

S: Danke übrigens, dass Du Dich hier noch einmal einbringst. In den großen Threads, wo heftig diskutiert wurde, sind Deine Einwürfe etwas untergegangen, was mir sehr leid getan hat. Aber ich konnte es dort vor Ort nicht ändern, weil die Thematik dort sehr um eine einzige Sache ging, die schlecht zu unterbrechen war.

gbg: Vielen danke Savonnlina dafür :umarm: :)

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Re: Suche nach dem Selbst

Beitragvon gbg » Di 20. Apr 2010, 18:29

gbg:Ich bin aus Subjekt und Objekt zusammengesetzt.
Das Objekt enthält mein Selbst wie dargelegt nicht.

T:Bist Du sicher, dass das Beobachtende sich nicht selbst beobachten kann? Das Subjekt hat doch das Objekt "in der Hand", hat also das Objekt vereinnahmt und kann es erkennen?

gbg:Ja es hat das Objekt in der Hand aber eben nicht sich selbst.

T:Den Spiegel vorhalten, wen siehst Du dann?

gbg:Ein gutes Stichwort.
Das Subjekt kann sich selbst im Spiegel nicht sehen in einem echten Spiegel nicht aber auch nicht in anderen Gesichtern (in ihrer Gestik oder Mimik).
Nicht wenn man ein Selbst sucht das irgendwo "Punktuell" vorhanden sein müßte.

T:Bist Du, - oder schaffst Du Dich, indem Du Dich der Umwelt stellst. An den Reaktionen derjenigen, welche Dich anschauen, siehst Du doch, wie Du Dich gibst? Du bist doch nur, solange Du Dich schaffst im Austausch mit der Welt. Sonst bist Du doch ein Nichts und Du hast kein Sein? Lässt Du Dich nur beobachten, wirst Du zum blossen Objekt, subjektlos. Erst wenn Du selbst Dich schaffst, beginnst Du zu werden und Du beginnst Dich zu sehen an den Reaktionen der Umwelt.

Fazit: Wir haben denke ich beide recht. Jeder auf seine Weise. :)

L.G. gbg

P.S.: Wenn ich dich richtig verstanden habe definierst Du das Selbst über wahrnehmen und wahrgenommen werden.
Auch ein sehr schönes Bild von dir für Leben. :))
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Re: Suche nach dem Selbst

Beitragvon pirate23 » Mi 21. Apr 2010, 14:59

gbg hat geschrieben:Aber wo unter diesen Sinneseindrücken ist mein Selbst zu finden?

Du wirst nie irgendwas anderes finden als Sinneseindrücke.

Mein Subjekt ist im Gegensatz zu meinem Objekt dem Beobachteten das Beobachtende!

"Mein Subjekt" ist einfach nur ein Widerspruch in sich selbst.

Was ist dieses das als einziges von der Kausalität des Beobachteten frei zu sein scheint?

Vielleicht hat man hat dich ja belogen und so ein Ding existiert gar nicht. Was machst du dann?

Ich meinte es so: Nichts im Objekt hat zugrundeliegend eine Seele
(gilt auch für Tiere Pflanzen usw.)
anders das Subjekt. Dieses scheint ein beständiger Kern zu sein.

Ja, scheint. Solang du nach einem Ding namens "Beständigkeit" suchst, wird sich das auch kaum ändern.
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Re: Suche nach dem Selbst

Beitragvon erbreich » Mi 30. Jun 2010, 22:19

pirate23 hat geschrieben:
gbg hat geschrieben:Mein Subjekt ist im Gegensatz zu meinem Objekt dem Beobachteten das Beobachtende!

"Mein Subjekt" ist einfach nur ein Widerspruch in sich selbst.

Mein Subjekt...
Mein Objekt...

Der Titel des Threads passt: Die Suche nach dem Selbst...

Siehst Du, gbg, was dieses mein impliziert?
Es macht in Deiner Aussage sowohl Subjekt als auch Objekt zum Besitz eines Besitzers.

Und genau das wird gesucht auf der Suche nach dem (wahren, angeblich unvergänglichen) Selbst:
Ein Besitzer. Ein Besitzer, der Wesen und Dinge besitzt.
Weshalb sucht man das?
Weil - vorausgesetzt es gäbe einen solchen unvergänglichen, absoluten Besitzer - dieser Besitzer die Macht hätte über seinen Besitz.
Die Suche nach dem Selbst ist die Suche nach Macht.
Es ist aber eine Suche am falschen Ort,
denn der Begriff des Selbst bezeichnet nichts anderes als den Unterschied zum Anderen,
und ich selber bin so vergänglich wie jeder andere.

Die wirkliche Macht, die Macht der Wahrheit, tut sich selbstlos kund.
Das heisst: Sie geht gerade nicht von einem (vermeintlichen) Selbst aus.
Sie geschieht. Sie geschieht und manifestiert sich frei von selbstischen Absichten.
Sie handelt weder von einem Ich (einem Besitzer) ausgehend,
noch für oder gegen ein Selbst (einen Besitz).

Wenn Du die Suche nach dem Selbst nur gründlich genug anstellst und Dich nicht mit Vordergründigem zufrieden gibst, dann wirst Du "die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird dich frei machen". (Joh 8,32)

Gruss, erbreich
Die Frage, die ich bin, sucht nicht die Antwort in dem Sinn, dass ein Wort mir könnte klären, was nur die Frage kann gewähren.
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