Der Dualismus- ein großer Irrtum?

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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Sa 13. Feb 2010, 20:53

Naqual hat geschrieben: Die Grundlage der Vergebung ist die bereits erfolgte Trennung. Denn Eins ist nur etwas was beiseitig auch sich selbst als Eins verstehen kann. Die Liebe führt zusammen, was die Trennung bewirkt hat. Ab dann sind wir wieder gleich: Für die Liebe ist die Vergebung Mittel.

Die Liebe ist die Tätigkeit Gottes, deshalb ist die Liebe nicht nur heilig, sondern nur in der Sphäre Gottes möglich. Es ist überhaupt nur in Gott Liebe möglich.
Es gibt weder Liebe im Tierreich noch zwischen Mensch und Tier. Auch ist es nicht möglich, Gegenstände zu lieben.
Die Gefühle die damit verbunden sind, sind aus der Sphäre der Sünde.

Und in der Liebe geht auch alles mit rechten Dingen zu. Es gibt weder Unfälle noch Zufälle in der Liebe. Auch die Trennung ist notwendiger Teil der Liebe. Ohne Trennung keine Versöhnung.

Es geht bei der Liebe nicht um Vergebung, sondern um Versöhnung. Die Vorstellung der Vergebung im Christentum mit Bezug zur Liebe rührt aus dem falschen Gedanken, dass die Trennung ein Unfall gewesen sei, etwas, was nicht hätte geschehen sollen.

Versöhnung ist viel tiefer als die Vergebung, denn die Versöhnung ist in demselben, sie ist in dem Einen, was mit der Vergebung nicht funktioniert. Vergebung ist nicht mit dem Monotheismus kompatibel.

Ich muss aber einräumen, dass konsequent weitergedacht die Liebe zum Nächsten, die ich beschreibe, genau genommen um den Nächsten erweiterte Selbstliebe ist.

Liebe ist immer Selbstliebe, denn Gott ist einer.
Vermute der springende Punkt ist, dass ich Deine Ausgangsprämisse nicht nachvollziehe: Am Anfang ist nur Eins, das um sich zu lieben dann Zwei werde.
Das ist für mich so eine Art Auflösung der Ursache für die gewünschte Wirkung.
Warum sollte etwas sich selbst teilen um lieben zu können, wenn es ohne Liebe gar nicht weiß warum es sich teilen sollte?

Du kannst meine Prämissen ganz leicht nachvollziehen, wenn du nur die Formen variierst. Was den Inhalt anbelangt, so haben wir nur das eine.
Wenn Gott eins ist, wieviel Anteil hast du dann an dem Selbst? Du kannst doch nicht hergehen und das Selbst auf dich reduzieren.

Wenn die Selbstliebe sich in einem einzelnen Menschen erschöpft, dann hast du das Substrat das die Sünde hervorbringt. Das gilt es aber zu überwinden, das falsche Bewusstsein, dass ein Mensch das Selbst wäre. Und das ist die Hürde.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Naqual » So 14. Feb 2010, 10:41

Scardanelli hat geschrieben:Du kannst meine Prämissen ganz leicht nachvollziehen, wenn du nur die Formen variierst. Was den Inhalt anbelangt, so haben wir nur das eine.
Wenn Gott eins ist, wieviel Anteil hast du dann an dem Selbst? Du kannst doch nicht hergehen und das Selbst auf dich reduzieren.

Auch wenn ich ein wenig ruhiger wirke zur Zeit. Ich bin schwer dran. Auch an dem.
Zufällig habe ich gestern ein gutes Beispiel gefunden, bei jemanden, der auf ein 3000 Jahre altes System aufbaut (es ist faszinierend, dass die mich im Denken locker ausstechen können trotz meiner "Bildung") Als extrem visueller Typ fand ich den Vergleich mit der Welle (Form) im Meer (Inhalt) gut.

Das gilt es aber zu überwinden, das falsche Bewusstsein, dass ein Mensch das Selbst wäre. Und das ist die Hürde.
Ja. Wie bist Du DRüBERgestolpert? Durch eine reine intensive Wahrheitsliebe? Man ist ja auch gefangen in einem Motivationsproblem erster Sahne. Genau hier beginnt nämlich der größtmögliche Grusel. Denn das was motiviert ist nicht bewusst bekannt und gleichzeitig die Voraussetzung zum Erkennen.

Grüße,
vom kleinen Tropf im Meer. ;)
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » So 14. Feb 2010, 11:58

Johncom hat geschrieben: Ja, das Böse ist im Grunde Irrtum und Unwissenheit. Das Wissen, das wir 'im Grunde' eins sind in Gott .... lässt kein Böses mehr aufkommen.

Wenn das Böse Irrtum und Unwissenheit ist, dann ist das Gute einfältig weil unwissend.
Wer mit Gott eins ist, dem ist das Böse zum Guten.

Nicht das philosophische oder intellektuelle oder das geliehene Buchwissen, sondern das klare Sehen. Und von heiligen Menschen kann man es immer wieder hören, sie empfinden augenblicklich das Leben ihres Gegenübers so als wär es ihr eigenes. Wie kann man dann noch hassen, böse sein. Geht nicht. Es wär ja als würde man eine Waffe auf sich selbst richten.

Der Ansatz ist wohl vielversprend aber das Resultat ist naiv.

Also Dualismus: Trennung, Kampf ?
Aufgehobener Dualismus: Liebende Einsicht ?

Einzusehen wie es ist, dass der Mensch böse ist. Die Einsicht macht nicht, dass es weg geht.
Es ist wie bei einem Alkoholiker, er ist es sein Leben lang.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » So 14. Feb 2010, 12:20

tiktak hat geschrieben: äh..Hilfe! Könnt ihr beide deutsch sprechn,dass jederman versteht :lol:
Menschen finden meist nur das, was sie suchen. Das hat nicht unbedingt etwas mit der Aussprache zu tun. So gibt es auch in der Bibel ganz einfache Aussagen, die dennoch nicht verstanden werden.
Eine Person hat Melanie(frei erfunden) sehr viel übles angetan in ihrem Leben
Die Person kommt eines Tages zu Melanie und bittet sie für alles um Vergebung,Melanie sagt-ok ich vergebe dir das alles!
Aber innerlich kämpft Melanie nach wie vor mit allem, was die Person ihr angetan hat und sagt sich,ich kann und will eigentlich nicht vergeben,es war zu schlimm und sie tat es eigentlich nur ,weil die Person sie darum bat!

Liebe ist nicht, Melanie um Vergebung zu bitten, weil es keine Liebe ist, Melanie Unrecht zu tun. Liebe ist es, Melanie Recht zu tun.

Wenn du um Vergebung bittest, dann ist es eine abgeschlossene Handlung. Dann wäre Liebe eine abgeschlossene Handlung.
Wie geht es dann aber weiter? Gehst du dann, wenn dir vergeben wurde in den Standbymodus über, oder begehst wieder Unrecht, damit dir vergeben werde?

Liebe kann mit Vergebung beginnen, aber dann muss sie sich von ihrer guten Seite zeigen, dann hast du die Melanie an der Backe, denn dann musst du sie hegen und pflegen.

Liebe ist Interesse - darin zu sein. Deshalb kann auch nur ein Mensch lieben, der von neuem geboren ist, denn von Natur aus hat der Mensch kein Interesse an seinen Mitmenschen. Und weil der Mensch tatsächlich kein Interesse an seinen Mitmenschen hat, wird ihm von religiösen Institutionen vorgegaukelt, Liebe sei es, zu vergeben, weil Liebe an sich sehr anstrengend ist, Vergeben aber leicht. Es ist leicht zu vergeben, weil du dann wieder gehen kannst. Liebe dagegen, die ist so anstrengend, dass ein Sünder unfähig ist, zu lieben. Ein Sünder würde seine gesamte Kraft aufbrauchen, wenn er lieben müsste, meint, er würde danach vollständig ermatten. Ein Sünder kann ohne weiteres vergeben, aber nicht lieben. Ein Sünder würde dann sofort vergeben, wenn er den anderen damit los würde.

Ob ein Mensch wirklich liebt, ist ganz leicht von jedermann erkennbar. Es ist Interresse am Nächsten, das in seiner Ausübung nicht zur Ermattung führt.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Tjorven » Mo 15. Feb 2010, 00:03

Ach Scardi, Du. :))

:umarm:
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Mo 15. Feb 2010, 01:22

tiktak hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben: Niemand hat das Recht, irgendetwas als etwas bestimmtes zu definieren. Wer etwas definiert, der muss das der Kritik aussetzen.

Was hat das nun mit Recht zu tun?
Es ist nun mal so,dass Menschen,wenn sie für einander etwas positives empfinden-Zuneigung -es mit dem Wort "Liebe" bezeichnen(Eros oder eben Philia)
Sie geben somit einem Zustand/Empfinden ein Wort/Bezeichnung

Liebe wäre es, wenn sie sich gegen alle Widerstände beweisen würde, das geschieht aber in der Regel nicht. Scheidung gehört nicht zum Begriff der Liebe und Hass auch nicht. Wenn zwei Menschen sich scheiden lassen oder sich beginnen zu hassen, dann ist es nie Liebe gewesen.
Wenn es um den eigenen Vorteil geht, sind Menschen gerne bereit, die Begriffe großzügig zu definieren.

tiktak hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:Liebe ist immer das, was Gott voraussetzt, oder was Gott getan hat. Das wäre Liebe, alles andere wäre keine Liebe.

Welcher Gott denn?
Ok ,ich nehm an,es ist hier von Jesus Vater die Rede und was aus der Bibel hervor geht!
Also ist dann laut deiner Aussage alles,was die Bibel über diesen aussagt-Liebe-inbegriffen auch die Vernichtung,die er ausübte oder anordnen lies-oder versteh ich falsch?

Gott ist immer nur der Eine. Sobald Verhältnisse beschrieben werden, die mehr als einen Gott erfordern, dann sind es irrtümliche. Auch die Inhalte der Bibel müssen sich daran messen.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Mo 15. Feb 2010, 01:43

Schoham hat geschrieben:In der Versöhnung verschlingt die Zufriedenheit die Unzufriedenheit und nur die Zufriedenheit bleibt übrig. Sie vereinigen sich nicht zu einem. Das eine macht das andere zunichte so das es nicht mehr ist.

In der Versöhnung sind gut und böse enthalten. Wenn dem nicht so wäre, könnte die Versöhnung nicht ewig sein. In der Versöhnung sind gut und böse vollständig entwickelt.
Wenn in der Versöhnung nur das Gute wäre, dann könntest du sie nicht beweisen.

Umkehren zu dem Vollkommenen Gott - muss der Mensch.

Das dachten die Hebräer und das denken die Juden noch heute. Das ist aber nicht das, was sich im Christentum gezeigt hat. Nicht der Menschen muss zu Gott umkehren, sondern Gott muss Mensch werden.

Der zu Hause gebliebene Sohn war noch nicht ganz beim Vater angelangt - denn es fehlte ihm die Liebe und die Versöhnung zu seinem Bruder. Er hatte sich selbst noch nicht als verloren erkannt weil sein äusseres Leben nicht so arg am Boden lag. Doch im Herzen war er sehr weit vom Herzen des Vaters entfernt. Weiter noch als der verlorene Sohn. Auch dieser bekam nun eine Gelegenheit sich als verloren zu erkennen. Verloren an Liebe und verloren an Versöhnlichkeit zum eigenen Bruder.

Der Vater bestätigt dem schuldlosen Sohn selbst, dass er den Vater immer hätte.

Umkehr macht vollkommen - getrennt sind wir alle schon von Anfang an...
Die Trennung kam mit dem Biss in die verbotene Frucht, also nicht von Anfang an.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Mo 15. Feb 2010, 11:22

pirate23 hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:Etwas kann im Frieden sein ohne es zu wissen
Etwas kann sich im Frieden wissen, ohne im Frieden zu sein
und endlich kann etwas im Frieden sein und es wissen

Oder nicht im Frieden sein, ohne zu wissen, dass es nicht im Frieden ist.

Das ist umständlich ausgedrückt der zweite Fall.

pirate23 hat geschrieben:Aber das ist egal. Was der eine für Frieden hält, könnte der nächste ja schon für schlecht und verdorben halten.

Das ist nicht egal, weil du es nicht als egal erwiesen hast. Du hast nur behauptet, dass etwas nicht mehr als ein Schein sein könnte.
Wenn der eine das Gegenteil von dem für Frieden hält wie der andere, dann ist irgendwo im Mindesten nur ein Schein vorhanden.
Wenn du damit alles als einen Schein erweisen willst, dann wäre auch das nur scheinbar und damit belanglos und exakt auf dieser Spitze würde es sich selbst zu seinem Widerspruch zwingen. Wenn auch nur irgendetwas von dem, was du behauptest, wahr sein soll, dann wäre es eben mehr als nur scheinbar.

Das ist nur eine konkrete Anwendung davon, dass nichts, was meint ohne seinen Widerpruch auskommen zu können, über seinen abstrakten Status hinaus gelangen kann.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Schoham » Mo 15. Feb 2010, 11:46

Scardanelli hat geschrieben:Der Vater bestätigt dem schuldlosen Sohn selbst, dass er den Vater immer hätte.


Ja - der Vater ist für beide da. Für den Sohn der weit weg geht und für den Sohn der in seiner Nähe bleibt. In den Genuss des Vaters Liebe und Vergebung und Güte kommt der Sohn der zu Ihm umkehrt. Der andere schaut von ferne auch wenn er ganz nahe neben dem Vater lebt. Es wird nicht seine Erfahrung das alle Güter und Gaben des Vaters auch ihm gehören. Er kann sie nicht geniessen. Er besitzt die vergebende Liebe des Vates nicht persönlich. Diese Schätze liegen zwar vor Füssen - im gleichen Haus und doch nützen sie ihm nichts. Er gebraucht sie nicht für sich selbst. Darum bleibt er leer obwohl alles ihm gehören würde. Der Vater lebt ihm die Liebe zum verlorenen Bruder vor. Den Vater hat der Sohn erst dann wenn er im gleichen Geist handelt wie der Vater. Der Vater bietet ihm alles an was er selbst besitzt. Der Sohn muss anfangen sie zu gebrauchen - die Gaben des Vaters.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Schoham » Mo 15. Feb 2010, 11:49

Scardanelli hat geschrieben:Die Trennung kam mit dem Biss in die verbotene Frucht, also nicht von Anfang an.


Das Gift des Bisses vererbte die Eva ihren Kindern und Kindeskindern so das jeder Mensch der auf die Welt kommt von Anfang seines Lebens an - zum Tode verurteilt ist.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon tiktak » Mo 15. Feb 2010, 12:58

Schoham hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:Die Trennung kam mit dem Biss in die verbotene Frucht, also nicht von Anfang an.


Das Gift des Bisses vererbte die Eva ihren Kindern und Kindeskindern so das jeder Mensch der auf die Welt kommt von Anfang seines Lebens an - zum Tode verurteilt ist.

Das ist eine Glaubensansicht-aber nicht als Fakt beweissbar!
Wenn ich Mist baue-ist das sicher nicht ver-erb-bar
Jeder hat sein eigenes Verschulden aus zu baden!
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Mo 15. Feb 2010, 13:17

Schoham hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:Niemand will an sich eine unaussprechliche Herrlichkeit.

Es ist schon möglich, dass ein Niemand oder ein hochgelehrter Mann so eine Herrlichkeit nicht will. Eine solche, die man jetzt noch nicht fassen und sehen kann. Dazu muss man ein Kind werden.

Na, da hast du es fast getroffen, aber nur fast, denn es reicht einfache Gelehrsamkeit aus. Der Wille ist immer mit Reflexion verbunden. Die Reflexion macht es zu einem Willen.
Wo keine Reflexion vorausgeht, kann auch kein Wille sein.

Eine unaussprechliche Herrlichkeit erlaubt keine Reflexion, weil sie ja unaussprechlich sein soll. Eine unaussprechliche Herrlichkeit ist immer auch eine bewusstlose. Wille und Bewusstlosigkeit haben aber keine Schnittmenge.

Es geht weder einfältig noch hochgelehrt, und weil das so ist, will an sich niemand eine unaussprechliche Herrlichkeit.

Das geht nur unter Reflexion in abstrakter Weise: du stellst dir das toll vor, aber wenn es so wäre, dann wäre es vorbei mit Glückseligkeit, weil es niemand will.

Wenn es Herrlich zugehen soll und du das willst, dann muss es aussprechbar sein.

Um ein Kind zu werden, muss man erstmal Erwachsen gewesen sein. Viele schaffen diesen Sprung aber geistig gar nicht, also können sie selbst dann, wenn sie es wollten, nicht Kind werden.
Wer geistig schon immer ein Kind war, kann nicht Kind werden, weil ein notwendiger Entwicklungsschritt einfach fehlt.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon pirate23 » Mo 15. Feb 2010, 14:50

Scardanelli hat geschrieben:Das ist umständlich ausgedrückt der zweite Fall.

Das war eine Anspielung auf die vier Kompetenzstufen...
http://de.wikipedia.org/wiki/Kompetenzstufenentwicklung

Wenn auch nur irgendetwas von dem, was du behauptest, wahr sein soll, dann wäre es eben mehr als nur scheinbar.

Alles ist wahr. Nur nicht für jeden.

Das ist nur eine konkrete Anwendung davon, dass nichts, was meint ohne seinen Widerpruch auskommen zu können, über seinen abstrakten Status hinaus gelangen kann.

Eine absolute göttliche Wahrheit sollte sich meiner Meinung nach dadurch auszeichnen, dass sogar ihr Widerspruch wahr ist.

tiktak hat geschrieben:Jeder hat sein eigenes Verschulden aus zu baden!

Da ist sich Jahwe leider selbst nicht so sicher.

"ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern, an der dritten und vierten Generation"

"Ein Sohn soll nicht an der Schuld des Vaters mittragen, und ein Vater soll nicht an der Schuld des Sohnes mittragen."
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Mo 15. Feb 2010, 18:53

Schoham hat geschrieben: Ist es nicht um so erstaunlicher, dass Petrus - jetzt, wo Jesus im Himmel ist - sich schlagen und einsperren lässt für Ihn?

Findest du es nicht bedenklich, dass Christen für alles die Hilfe eines anderen benötigen. Es scheint da ja nichts zu geben, was Christen alleine machen können.

Wenn sich Petrus für Jesus schlagen und einsperren lassen möchte, dann muss er erstmal einen finden, der ihm da hilft.

Kann denn dieser Petrus nichts für Jesus aus eigenem Vermögen tun? Muss Petrus also immer auf fremde Hilfe hoffen?

Wenn du dich jetzt entschließen würdest, dich für Jesus schlagen und einsperren zu lassen, dann hättest du ein Problem, denn du wirst kaum jemanden finden, der dich für Jesus schlägt oder gar einsperrt.
Indem man Gott fürchtet - ehrt man Ihn.

Furcht ist ein Gefühl und Gefühle kann der Mensch schwer auf Befehl erzeugen. Wenn Gott Furcht möchte, hier als Gottesfurcht, dann muss er nur die nötige Präsenz zeigen, denn vor einem Größeren kommt Furcht recht schnell auf.
Wenn also dein Gott mit Furcht zufrieden ist, dann sollte das kein größeres Problem sein.
Der Gottesfürchtige möchte ein heiliges leben führen und Sünden in jeglicher Form meiden.

Ja, so kann Furcht aufkommen. Wenn einer etwas möchte, ohne es zu tun, dann entsteht ein Gegensatz und zwar zwischen dem Sollen und dem Sein. Wer also kein heiliges Leben führt, aber eines führen möchte, in dem kann ganz schnell Gottesfurcht aufkommen. Wenn ich Arbeitgeber wäre und meine Arbeiter nur meinen Anweisungen folgen wollen, ohne es zu tun, dann würde ich sie auch das Fürchten lehren.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Di 16. Feb 2010, 11:19

jes_25913 hat geschrieben: Aber Scardi, was willst Du denn jetzt damit sagen?
Die Wahrheit!

Der Psalmist nennt den Himmel als den Wohnort Gottes und des Christus. Dort sei auch der Aufenthaltsort der Engel.
Die Wolken hätten bei der Himmelfahrt die Erde vom Himmel geschieden. Beförderungsmittel in den Himmel sind Wolken und brennende Fahrzeuge.
Der Weg vom Himmel weg kann jedoch ganz ohne Hilfsmittel erfolgen, denn Satan sei aus dem Himmel geworfen worden.
Einige Menschen hätten das Bürgerreicht für den Himmel, wo alles vollendet sei. Allerdings hätten diese Bürger ewig, also ununterbrochen Gott anzubeten.
Wenn alles in unvorstellbarerer Weise vollendet sei, aber Gott ewig anzubeten wäre, dann mag die mangelnde Vorstellungskraft darin liegen, sich das als das schlechthin Herrliche vorstellen zu können.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Di 16. Feb 2010, 11:42

jes_25913 hat geschrieben: Himmel und Hölle sind Zustände die sich dem Subjekt aus seinem Verhältnis zur Objektivität ergeben. Objektiv sind das Beständige (Ewige) und das Veränderliche (Natur).

Das Objektive ist alles das, was sich das Subjekt gegenüberstellt. Es gibt nichts Objektives ohne das Subjekt und das Subjekt bleibt ohne das Objektive abstrakt. Aus diesem Grund ist ja auch Allah nicht, oder Allah ist nur durch seine Glaubenden konkret.
Der Christengott ist durch den Sohn konkret, weil hier Subjekt und Objekt in Einheit vorgestellt werden.

Subjekt und Objekt bilden eine Einheit, heißt, sie sind außerhalb dieser Einheit abstrakt, also nur etwas für das Denken oder nur dieses Denken.

Himmel und Hölle sind aus dem Leben des Menschen auf der Erde gebildet. Es ist kein Atom der Hölle im Himmel und es ist nichts vom Himmel in der Hölle zu finden.
Himmel und Hölle sind also rein und das Reine ist immer das Abstrakte. Es ist kein konkreter Zustand herstellbar, um etwas in das Sein des Himmels zu versetzen oder in das Sein der Hölle. Luftschlösser können gebaut werden und Luftschlösser tendieren zur Reinheit. Nur wohnen kann niemand in diesen Vorstellungen.

Himmel und Hölle sind nur in Einheit erfahrbar. Wir haben Himmel und Hölle längst, oder die Erde mit ihren Menschen ist der Ort, wo Himmel und Hölle erfahren werden können.
Die Erfahrung des Himmels braucht die Erfahrung der Hölle.

Weiß sich der Mensch nicht als ewiges Wesen wird er von der Veränderlichkeit irgendwann so überfordert, dass er unter seinem Verhältnis so leiden wird, dass sein Zustand als höllisch bezeichnet werden könnte.
Weiß sich der Mensch hingegen als ewiges Wesen, dann schaut er aus der Ruhe des Geistes auf die Veränderungen in der Natur. Sie ist ihm dann angenehme, interessante Unterhaltung. Dieser Mensch, frei vom leiden, lebt im Himmelreich.

Das mag ja alles so sein, aber du bist nicht der Mensch. Du bist nicht, wovon du hier sprichst. Du bist ein Teil von dem, wovon du gesprochen hast und die Teile haben eine andere Bestimmung als das Ganze. Du sprichst vom Ganzen, bist aber selbst nur ein Teil.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Di 16. Feb 2010, 12:23

jes_25913 hat geschrieben: Weiß sich der Mensch nicht als ewiges Wesen wird er von der Veränderlichkeit irgendwann so überfordert, dass er unter seinem Verhältnis so leiden wird, dass sein Zustand als höllisch bezeichnet werden könnte.

Kennst du jemanden, dem so widerfahren wäre? Menschen leiden meistens unter ihren Mitmenschen und nicht, weil sie Probleme mit sich als ewiges Wesen hätten.
Wenn Menschen an sich selbst verzweifeln, dann meistens aus irrationalen Gründen. Die hängen mit kruden Vorstellungen und Abhängigkeiten von Eigentumsverhältnissen zusammen.

Weiß sich der Mensch hingegen als ewiges Wesen, dann schaut er aus der Ruhe des Geistes auf die Veränderungen in der Natur. Sie ist ihm dann angenehme, interessante Unterhaltung. Dieser Mensch, frei vom leiden, lebt im Himmelreich.

Was sich entwickelt, kann nicht frei von Leiden sein und was sich nicht entwickelt, ist die verkörperte Langeweile.

Die Erkenntnis ist ohne den Biss in die verbotene Frucht nicht zu bekommen, aber noch heute lamentieren viele Menschen darüber und sie suchen nach Wegen, wie es auch ohne diesen verbotenen Biss gehen könnte.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Di 16. Feb 2010, 12:44

tiktak hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben: Der Himmel ist dort, wo es im Allgemeinen und im Einzelnen gerecht zugeht.

Ist deine Ansicht! Was ist denn gerecht?

Gerechtigkeit leitet sich von der sachgerechten Funktion ab. Du hast den Menschen und der funktioniert in einer bestimmten Weise so, wie er geplant ist. Wenn ein Mensch die Bedingungen vorfindet, die ihn zu dem machen, wozu er geplant ist, dann ist ihm Gerechtigkeit geschehen.

Um zu wissen, was die gerechten Bedingungen sind, musst du den Plan kennen. Wozu ist der Mensch gemacht, was soll aus ihm im günstigen Fall werden?

Das ist im Falle der Naturwissenschaft einfach, denn hier gibt es gar keinen Plan. Hier passiert mit den Lebewesen alles Mögliche wild durcheinander, ohne irgendeinen Sinn. Hier geht es nur darum, dass sich irgendetwas entwickelt.

Du könntest jetzt behaupten, Mobbing würde dem Menschen nicht gerecht werden, es wäre ihm zum Schaden und er würde danach so werden, wie er nicht geplant wäre. Das kannst du aber nur dann behaupten, wenn du einen Plan voraussetzt.

Die Naturwissenschaft kann das nicht behaupten, denn die kennt für das Leben keinen Plan. Der Naturwissenschaftler müsste bei Mobbing sagen, hier wirke sich eine Art Mutation auf den Menschen aus und die verändere den Menschen zu einer neuen Entwicklung.
Es gibt in der Naturwissenschaft gut und böse nicht, sondern nur die Veränderung. Im Sinne der Naturwissenschaft ist Mobbing so etwas wie das, was das Leben insofern antreibt, als es das Leben verändern würde. Wenn nur lange genug Mobbing auf die Gattung Mensch einwirke, werde sich daraus eine neue Eigenschaft entwickeln, also ein Gen, das eine Mobbingresistenz auslöst, oder noch fleißigere Arbeiter hervorbringt? Vielleicht findet die Natur ja eine Verbindung aus Aminosäuren, die gegen Mobbing hilft? Vielleicht wachsen den Menschen nach viel, viel Mobbing auch Schwingen und er kann sich in die Lüfte erheben. Das ist im Falle der Naturwissenschaft ja alles möglich, weil es hier keinen Plan gibt.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Di 16. Feb 2010, 12:57

tiktak hat geschrieben: Ok, jetzt ich:
Der Himmel ist dort, wo nicht mehr viele Realitäten durch Sichtweisen des Einzelnen entstehn, sondern es nur mehr eine Realität gibt,nämlich die Wahre und alle die erkennen werden und dadurch Einheit sein wird unter allen,dadurch kein Chaos mehr sondern Ordnung- es ist ein innerlicher Zustand der dann nach aussen hin sichtbar wird durch handeln


Insofern es einen Plan gibt, gibt es diese eine, wahre Wirklichkeit. Der Mensch funktioniert dann wie geölt, wenn er nach diesem Plan lebt und er läuft wie mit Sand im Getriebe, wenn er nicht nach diesem Plan lebt.

Der Mensch ist das einzige Lebewesen, dass selbst für die Umsetzung dieses Planes sorgen muss und damit diese Möglichkeit real vorliegt, muss es dem Menschen möglich sein, auch gegen diesen Plan leben zu können.

Was selbst für die Umsetzung sorgen muss, ist auch das einzige, was das erleben kann. Nur der Mensch erlebt sein Leben. Es ist außer dem Menschen kein Lebewesen, welches das eigene Leben erlebt.

Weil der Mensch es nicht nur falsch machen kann, sondern auch falsch gemacht hat, kann er erleben, wie es richtig zu sein hat.
Erst nach dem Biss in die verbotene Frucht kann der Mensch das Leben erleben.
Es ist ein Vorrecht, in die Lage zu kommen, gegen Gott zu sündigen.
Tiere haben dieses Vorrecht nicht.

Wenn es einfach so läuft, wie es zu laufen hat, kann das nicht erlebt werden.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Mi 17. Feb 2010, 09:46

jes_25913 hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben: Im Monotheismus ist „Ich“ Gott und du bist auch „Ich“, wie jeder einzelne Mensch „Ich“ ist.

wir müssen unterscheiden zwischen Ich und Ich - Bewusstsein. Das Ich existiert immer und ewig.

Die Existenz setzt Schöpfung schon voraus. Übersetzt in den naturwissenschaftlichen Jargon wäre die Existenz das, was nach dem Urknall resultiert.

Das Ich existiert also nicht zuerst, sondern es ist. Das Sein liegt der Existenz voraus. Das macht die Gottesbeweise so problematisch, weil sie meist bei der Existenz ansetzen und in diesem Fall würde am falschen Ort gesucht werden. Das wäre so, als wenn die Naturwissenschaft bei der Materie beginnen würde.

Wenn ich Gott beweisen möchte, kann ich nicht bei seiner Existenz suchen. Gott existiert nicht, sondern er ist.
Es ist schwieriger das Sein ohne die Existenz beweisen zu wollen.

jes_25913 hat geschrieben:Es kennt kein entstehen und kein vergehen. Das Ich - Bewusstsein entsteht allerdings durch einen Prozess der Bewusstwerdung.
Was weder entsteht noch vergeht, das lebt nicht. Du müsstest jetzt beweisen, dass das ich nicht lebt. Alles, was existiert, das entsteht und das vergeht. Das müsste in einer bestimmten Weise auch für das Ich zutreffen, wenn es leben sollte. Es ist kein Vergehen im Ich, aber ein Aufheben, meint, es geht nichts verloren.
jes_25913 hat geschrieben:Im Menschen kann sich das Ich zunächst als Ergebnis der Identifikation mit dem physischen Körper bewusst werden.

Das kann jetzt nichts mehr werden, denn du hast Subjekt und Objekt in bewussloser Weise geschieden. Du hast vom Menschen gesprochen und das Ich ihm gegenübergestellt. Wenn du das tust, also das Ich objektivierst, dann musst du auch sagen, was der Mensch ohne das Ich sei?

Im Menschen kann sich das Ich in keiner Weise vom Menschen trennen, weil der Mensch mit dem Ich identisch ist. Wenn du etwas trennst, dann musst du die Teile im Auge behalten. Aus diesem Grund ist es nicht zu sagen, was Eva und Adam vor dem Biss in die verbotene Frucht waren. Eines waren sie aber sicher nicht, sie waren keine Menschen, denn der Mensch ist an sich die Erkenntnis. Ein Mensch ohne die Erkenntnis zu sein, wäre alles mögliche, aber eben kein Mensch.

jes_25913 hat geschrieben:Da bedeutet <Ich>: Ich bin der, der sich durch seine Vorlieben und Abneigungen von dir unterscheidet und der dort ist, wo sein physischer Körper ist - mag sein Geist auch in anderen Regionen schweben.

Beim Unterschied ist es nützlich zwischen nur scheinbarem und wesentlichen zu unterscheiden. Das Ich ist aber niemals in einem Endlichen wesentlich, weil das Endliche nicht das Fassungsvermögen für das Ewige hat. Das Ich eines jeden Menschen ist immer auch durch seinen Nächsten. Ohne den Nächsten ist kein Ich in einem Wesen, das als Mensch erscheint. Ein einzelner Mensch existiert nicht als Subjekt. Aus diesem Grund bildet sich ja der Mensch an sich Gott ein, weil er alleine nicht Subjekt ist.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Mi 17. Feb 2010, 13:05

jes_25913 hat geschrieben:Diese Persona ist auch nach dem Tod eine andere, und dann erst recht, wenn sie wieder auf die Erde kommt: als ganz neue Person.

Was tot ist, kann nicht wieder kommen. Wenn das möglich wäre, dann wäre es nicht tot gewesens.
Aber immer ist es das im Prozess seiner Selbstbewusstwerdung befindliche <Ich>, die sich mit allen den Erfahrungen usw. der Person identifiziert.
Kommt allerdings dieses <Ich> dahin, sich als ewig zu erkennen, dann ist es wahrhaft bei sich selbst angelangt, und dann hören alle Leiden auf, da es keine Identifikation mit dem Wandelbaren mehr gibt. Dann ist ewige Seligkeit erreicht.
Die Leiden hören nicht auf, wenn dieses Ich sich als ewig erkennt, denn damit ist es das ja noch längst nicht für sich selbst. Ich kann auch erkennen, dass ich mit einem Lottogewinn mehr Geld habe also ohne, aber damit bin ich nicht dieser Lottogewinner.
Wenn ein Mensch stirbt, dann ist er sicher nicht ausgelöscht. Er ist aber für sich als dieser Einzelne nicht. Das Einzelne ist in Wahrheit tot. Es stirbt außer dem Ganzen oder in das Ganze hinein. Das ändert aber an seinem Tod nichts.
jes_25913 hat geschrieben: Himmel ist also für mich ein dynamischer “Zustand” basierend auf einer ständig sich aufbauenden positiven Wechselwirkung von Außen und Innen, Innen und Außen und damit keinesfalls stagnierend und langweilig.
Du hast bisher nur Formen beschrieben, aber noch keinen Inhalt. Dein Himmel hat noch keinen Inhalt. Irgendetwas baue sich von Außen und Innen auf, und das natürlich gemütlich, denn in positiver Weise. Aber was das ist und zu was es werden soll, davon sagst du kein Wort.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Mi 17. Feb 2010, 13:23

jes_25913 hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:
Wenn alles positiv wäre, woher soll dann die Dynamik kommen?

Damit berühren wir das Geheimnis der Dreieinigkeit oder anders ausgedrückt, des Lebens.
Leben ist in sich selbst bewegt. Trägt also einen permanenten Widerspruch in sich selbst, ohne dass dieser zu Dissoziation führen würde.
Zum anderen: Es kann sowohl etwas anders sein, ohne dass es negativ sein müsste. Allein durch das Anderssein wird eine Dynamik hervorgerufen.

Wenn sich drei einig wären, dann sind da mindestens zwei überflüssig.
Das Geheimnisvolle an der Trinität ist hausgemacht, weil die Trinität in Prämissen anpasst werden soll, die gar nicht zum Begriff des Subjektes gehören.
Das Geheimnisvolle würde sich in Wohlgefallen auflösen, wenn der Widerspruch zwichen Vater und Sohn zum Zuge käme. Das wird aber nicht ohne Weiteres geschehen, denn es löst Angst aus. Also wird es vorher schon entschärft, womit es als ein Geheimnis zurückbleibt. Denn es ist sinnlos, dass drei dort auftreten, wo einer völlig ausreicht.
Das Trinität als Geheimnis ist der Preis, der zu zahlen ist, damit Gott angstfrei vorgestellt werden kann. Sollte Gott so vorgestellt werden, also erkannt werden, wie er in Wahrheit ist, dann würde das Angst auslösen.

Drei können es nur sein, wenn sie sich auch unterscheiden und der Unterschied ist dort maximal, wo es zum Widerspruch kommt. Und Maximal wollen wir es haben, denn wir sind schon ganz oben angelangt, eben ganz oben, weil es um Gott geht.

An sich ist an der Trinität nichts geheimnisvoll. Geheimnisvoll wäre aber, wie aus drei und drei sieben werden könnten.

Die Dynamik eines rein geistigen Erkennens beruht zum Beispiel auf dem Vergleich der einen Form mit der anderen. Darin ist nichts Negatives.

Zuerst ist jedes Erkennen geistig und dann bedingt das Erkennen das Negative. Eva und Adam konnten erst erkennen, nachdem sie gesündigt haben.
Positiv und Negativ entstehen nur, wenn ich etwas auf mich beziehe, nämlich ob ich etwas ablehne (negativ) oder etwas annehme (positiv).

Das Subjekt ist in seinem Innersten Positiv und Negativ. Es ist das, was sich selbst betrachtet und das geht nur, wenn es zum Unterschied kommt. Positiv und Positiv unterscheiden sich aber nicht.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Mi 17. Feb 2010, 15:47

jes_25913 hat geschrieben: Die Dynamik eines rein geistigen Erkennens beruht zum Beispiel auf dem Vergleich der einen Form mit der anderen. Darin ist nichts Negatives.

Negativ wird es dann, wenn eins in verschiedenen Formen auftritt.
Positiv und Negativ entstehen nur, wenn ich etwas auf mich beziehe, nämlich ob ich etwas ablehne (negativ) oder etwas annehme (positiv).

Positiv und Negativ ist, wenn Gott "Ich" ist und du auch. Das äußert sich in unterschiedlichen Interessen. Du als "Ich" hast andere Interess als Gott als "Ich".
Es ist ein einziges Ich, aber mit unterschiedlichen Interessen. Da liegt eine ganz schöne Spannung drinnen.
Himmel und Hölle können überhaupt nicht sprachlich ausgedrückt werden, da sie einfach nur Empfindungen des Positiven oder des Negativen sind.

Was nicht ausgedrückt werden kann, das ist auch nicht gründlich erfahrbar. Um etwas erfahren zu können, muss es gegenübergestellt und von anderem unterschieden werden können.
Es gibt wohl Menschen, die leben nahezu himmlisch und es gibt wohl Menschen, deren Leben ist die Hölle. Beide fürchten den Tod nicht.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon jes_25913 » Do 18. Feb 2010, 09:29

Scardanelli hat geschrieben:
jes_25913 hat geschrieben: Aber Scardi, was willst Du denn jetzt damit sagen?
Die Wahrheit!

Der Psalmist nennt den Himmel als den Wohnort Gottes und des Christus. Dort sei auch der Aufenthaltsort der Engel.
Himmel ist hier ein anderes Wort für die, dem physischen Auge, unsichtbaren Welten.
Die Wolken hätten bei der Himmelfahrt die Erde vom Himmel geschieden. Beförderungsmittel in den Himmel sind Wolken und brennende Fahrzeuge.
Wenn sich der physische Körper Jesu dematerialisierte um in die geistigen Welten zu verschwinden, geschah dies sicher so, dass er allmählich seine Konturen verlor und er zunächst als wolkig erschein, bis sich auch die auflösten.
Der Weg vom Himmel weg kann jedoch ganz ohne Hilfsmittel erfolgen, denn Satan sei aus dem Himmel geworfen worden.

Das bedeutet nichts anderes, als dass die Herrschaft des Negativen über die Menschheit prinzipiell beendet wurde.
Einige Menschen hätten das Bürgerreicht für den Himmel, wo alles vollendet sei. Allerdings hätten diese Bürger ewig, also ununterbrochen Gott anzubeten.
Das Ewige ist immer im Positiven (Himmel), und wer sich als ewiges Wesen erkennt, ist damit in ihm. Er ist also ständig erfreut und in Einklang mit allem dessen was ist, war und sein wird und das ist mit dem Ununterbrochenen Anbeten Gottes gemeint.
Im Gegensatz zum ständigen Unzufriedensein und damit dem ständigen Gott fluchen in der Hölle.
Wenn alles in unvorstellbarerer Weise vollendet sei, aber Gott ewig anzubeten wäre, dann mag die mangelnde Vorstellungskraft darin liegen, sich das als das schlechthin Herrliche vorstellen zu können.

Das Herrliche muss man sich nicht vorstellen, sondern erleben. Und ein Mensch, der immer mehr lernt sein alltägliches Leben positiv zu sehen, hat einen kleinen Vorgeschmack vom Himmel. Der weiß, dass es nicht goldene Bäume oder Äpfel sein müssen, die den Himmel ausmachen, er kann den Himmel auch in einer äußerlich hässlichen Umgebung empfinden.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon jes_25913 » Do 18. Feb 2010, 09:38

Scardanelli hat geschrieben:
jes_25913 hat geschrieben: Himmel und Hölle sind Zustände die sich dem Subjekt aus seinem Verhältnis zur Objektivität ergeben. Objektiv sind das Beständige (Ewige) und das Veränderliche (Natur).

Das Objektive ist alles das, was sich das Subjekt gegenüberstellt. Es gibt nichts Objektives ohne das Subjekt
Wenn man vom menschlichen Subjekt ausgeht, dann besteht das Objektive auch ohne ihn, allerdings nicht für ihn, da er ja noch nicht da ist.

Himmel und Hölle sind aus dem Leben des Menschen auf der Erde gebildet. Es ist kein Atom der Hölle im Himmel und es ist nichts vom Himmel in der Hölle zu finden.
Himmel und Hölle sind also rein und das Reine ist immer das Abstrakte.
Abstrakt ist es nur insofern es noch nicht in dieser Form erlebt wird. Der Himmel als Erlebnis wird allerdings von den Menschen bewusst und unbewußt angestrebt.
Der Hölle nähert man sich, je länger man dem Äußeren verhaftet bleibt und den Weg zum Himmel nicht erkennt oder erkennen will.
Es ist kein konkreter Zustand herstellbar, um etwas in das Sein des Himmels zu versetzen oder in das Sein der Hölle.
„Versetzt“ werden in Himmel oder Hölle kann niemand, aber hineinwachsen in das eine oder andere.

Himmel und Hölle sind nur in Einheit erfahrbar.
Nein, das wäre weder noch. So wie jetzt, einmal himmelhoch jauchzend, einmal zu Tode betrübt..
Wir haben Himmel und Hölle längst,
Ja, potentiell ist alles bereits in uns angelegt: im Ewigen der Himmel, im Vergänglichen die Hölle.
oder die Erde mit ihren Menschen ist der Ort, wo Himmel und Hölle erfahren werden können.
Ja, auch hier können beide in gewissem Grade erfahren werden. Wer in einer geschlossenen Anstalt lebt, erfährt sicher weitgehend die Hölle, oder auch der der genügend depressiv ist.

Die Erfahrung des Himmels braucht die Erfahrung der Hölle.
In dem Sinne richtig, dass wir ohne Sündenfall keine Gefühle, keine Empfindungen und keine Gemütszustände kennen würden.
Nachdem die Menschen genügend Leid erfahren haben, sehnen sie sich nach Leidfreiheit (Himmel). In dem Sinne brauchten wir die Erfahrungen des Leides (der Hölle).

Weiß sich der Mensch nicht als ewiges Wesen wird er von der Veränderlichkeit irgendwann so überfordert, dass er unter seinem Verhältnis so leiden wird, dass sein Zustand als höllisch bezeichnet werden könnte.
Weiß sich der Mensch hingegen als ewiges Wesen, dann schaut er aus der Ruhe des Geistes auf die Veränderungen in der Natur. Sie ist ihm dann angenehme, interessante Unterhaltung. Dieser Mensch, frei vom leiden, lebt im Himmelreich.

Das mag ja alles so sein, aber du bist nicht der Mensch. Du bist nicht, wovon du hier sprichst. Du bist ein Teil von dem, wovon du gesprochen hast und die Teile haben eine andere Bestimmung als das Ganze. Du sprichst vom Ganzen, bist aber selbst nur ein Teil.
Wenn ich mich mit dem Ewigen identifiziere, bin ich nicht Teil, sondern bin ich das Ganze.
Allerdings besteht ja ein bewußtseinsmäßiger Übergang von der bisherigen Identifikation mit dem Vergänglichen (dem physischen Körper) und damit noch eine starke Bindung ans Vergängliche. Deshalb redet man ja auch von einem „Weg“, der „Heiligung“ durch die diese Bindungen überwunden werden.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon jes_25913 » Do 18. Feb 2010, 09:43

Scardanelli hat geschrieben:
jes_25913 hat geschrieben: Weiß sich der Mensch nicht als ewiges Wesen wird er von der Veränderlichkeit irgendwann so überfordert, dass er unter seinem Verhältnis so leiden wird, dass sein Zustand als höllisch bezeichnet werden könnte.

Kennst du jemanden, dem so widerfahren wäre? Menschen leiden meistens unter ihren Mitmenschen und nicht, weil sie Probleme mit sich als ewiges Wesen hätten.
Das hast Du falsch verstanden. Ich sagte, solange der Mensch sich als abhängiges Wesen versteht, solange kann er dem Leid nicht entfliehen. Erst ein unabhängiges, also ewiges Wesen ist völlig frei vom Leid.

Weiß sich der Mensch hingegen als ewiges Wesen, dann schaut er aus der Ruhe des Geistes auf die Veränderungen in der Natur. Sie ist ihm dann angenehme, interessante Unterhaltung. Dieser Mensch, frei vom leiden, lebt im Himmelreich.

Was sich entwickelt, kann nicht frei von Leiden sein und was sich nicht entwickelt, ist die verkörperte Langeweile.
Du gehst zu sehr von Allgemeinzuständen aus. Ein erlöster Mensch hat garantiert keine Langeweile, da es soviel zu staunen, zu erkennen, zu erleben gibt…
Ich hatte ja schon in früheren postings hier, von leidfreien Ereignisketten gesprochen.
Wenn man alles das, was man aufbauend auf frühere Zustände als die höheren und damit besseren betrachtet, dann könnte man rückschauend sagen, der vorhergehende war „leid“, wenn man aber ihn, wenn man sich in ihm befand, nicht so empfunden hat, dann war es auch kein Leid. So entwickeln sich die Erlösten - wie Paulus schrieb - „von einer Herrlichkeit in die andere“!
Die Erkenntnis ist ohne den Biss in die verbotene Frucht nicht zu bekommen, aber noch heute lamentieren viele Menschen darüber und sie suchen nach Wegen, wie es auch ohne diesen verbotenen Biss gehen könnte.
Na, in die verbotene Frucht haben wir ja alle gebissen. Daran mangelt es nicht. Aber klar zur Erkenntnis der Wahrheit sind die wenigsten Menschen motiviert. Leider auch gerade unter uns Christen. Da wird zwar viel betont, wie sehr man Gott liebe, aber ihn und seine Schöpfung näher kennenzulernen (Liebe ist ja Interesse) hat man nicht.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon jes_25913 » Do 18. Feb 2010, 09:58

Scardanelli hat geschrieben:
jes_25913 hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben: Im Monotheismus ist „Ich“ Gott und du bist auch „Ich“, wie jeder einzelne Mensch „Ich“ ist.

wir müssen unterscheiden zwischen Ich und Ich - Bewusstsein. Das Ich existiert immer und ewig.

Die Existenz setzt Schöpfung schon voraus. Übersetzt in den naturwissenschaftlichen Jargon wäre die Existenz das, was nach dem Urknall resultiert.
Gut, Du bist nun philosophisch exakt. Ich ging mehr von den Wahrnehmungen aus, die der Mensch bei Selbstbeobachtung machen kann.
Ja dann ist eben das Ich das Sein.

Das Ich existiert also nicht zuerst, sondern es ist. Das Sein liegt der Existenz voraus. Das macht die Gottesbeweise so problematisch, weil sie meist bei der Existenz ansetzen und in diesem Fall würde am falschen Ort gesucht werden. Das wäre so, als wenn die Naturwissenschaft bei der Materie beginnen würde.

Wenn ich Gott beweisen möchte, kann ich nicht bei seiner Existenz suchen. Gott existiert nicht, sondern er ist.
Es ist schwieriger das Sein ohne die Existenz beweisen zu wollen.

jes_25913 hat geschrieben:Es kennt kein entstehen und kein vergehen. Das Ich - Bewusstsein entsteht allerdings durch einen Prozess der Bewusstwerdung.
Was weder entsteht noch vergeht, das lebt nicht.
Das Sein ist selbst Leben. Das ewig Bewegte. Du verwechselt Inhalt mit Form. Die Formen wandeln sich ständig. Das Sein bleibt sich ewig gleich.

jes_25913 hat geschrieben:Im Menschen kann sich das Ich zunächst als Ergebnis der Identifikation mit dem physischen Körper bewusst werden.

Das kann jetzt nichts mehr werden, denn du hast Subjekt und Objekt in bewussloser Weise geschieden. Du hast vom Menschen gesprochen und das Ich ihm gegenübergestellt. Wenn du das tust, also das Ich objektivierst, dann musst du auch sagen, was der Mensch ohne das Ich sei?

Im Menschen kann sich das Ich in keiner Weise vom Menschen trennen, weil der Mensch mit dem Ich identisch ist. Wenn du etwas trennst, dann musst du die Teile im Auge behalten. Aus diesem Grund ist es nicht zu sagen, was Eva und Adam vor dem Biss in die verbotene Frucht waren. Eines waren sie aber sicher nicht, sie waren keine Menschen, denn der Mensch ist an sich die Erkenntnis. Ein Mensch ohne die Erkenntnis zu sein, wäre alles mögliche, aber eben kein Mensch.
Im Menschen kann sich das Ich in keiner Weise vom Menschen trennen, weil der Mensch mit dem Ich identisch ist. Wenn du etwas trennst, dann musst du die Teile im Auge behalten. Aus diesem Grund ist es nicht zu sagen, was Eva und Adam vor dem Biss in die verbotene Frucht waren. Eines waren sie aber sicher nicht, sie waren keine Menschen, denn der Mensch ist an sich die Erkenntnis. Ein Mensch ohne die Erkenntnis zu sein, wäre alles mögliche, aber eben kein Mensch.

Natürlich ist der Mensch das Ich. Deshalb ist ja auch das Ich eines jeden Menschen ewig. Der Mensch kann also nicht vernichtet werden.
Die Schwierigkeiten des Menschen kommen nicht aus seinem ich, sondern aus dem falschen Bewusstsein, das er über sich hat. Wenn ein Mensch denkt, er sei vergänglich, dann ist ganz klar, dass dann daraus noch mehr Unsinn resultiert.
jes_25913 hat geschrieben:Da bedeutet <Ich>: Ich bin der, der sich durch seine Vorlieben und Abneigungen von dir unterscheidet und der dort ist, wo sein physischer Körper ist - mag sein Geist auch in anderen Regionen schweben.

Beim Unterschied ist es nützlich zwischen nur scheinbarem und wesentlichen zu unterscheiden. Das Ich ist aber niemals in einem Endlichen wesentlich, weil das Endliche nicht das Fassungsvermögen für das Ewige hat.
Richtig.
Das Ich eines jeden Menschen ist immer auch durch seinen Nächsten. Ohne den Nächsten ist kein Ich in einem Wesen, das als Mensch erscheint. Ein einzelner Mensch existiert nicht als Subjekt. Aus diesem Grund bildet sich ja der Mensch an sich Gott ein, weil er alleine nicht Subjekt ist.

Wenn das Ich Sein ist, dann ist es nicht „auch durch seinen Nächsten“.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon jes_25913 » Do 18. Feb 2010, 10:04

Scardanelli hat geschrieben:
jes_25913 hat geschrieben:Diese Persona ist auch nach dem Tod eine andere, und dann erst recht, wenn sie wieder auf die Erde kommt: als ganz neue Person.

Was tot ist, kann nicht wieder kommen. Wenn das möglich wäre, dann wäre es nicht tot gewesens.
Du gehst wieder von abstrakten Begriffen aus. Jeder weiß doch, was gemeint ist, wenn ich sage, „nach dem Tod“… Natürlich ist nicht das ICH gestorben, denn dann gäbe es ja kein Leben nach dem Tod und auch keine Wiederkehr auf die Erde.
Aber immer ist es das im Prozess seiner Selbstbewusstwerdung befindliche <Ich>, die sich mit allen den Erfahrungen usw. der Person identifiziert.
Kommt allerdings dieses <Ich> dahin, sich als ewig zu erkennen, dann ist es wahrhaft bei sich selbst angelangt, und dann hören alle Leiden auf, da es keine Identifikation mit dem Wandelbaren mehr gibt. Dann ist ewige Seligkeit erreicht.
Die Leiden hören nicht auf, wenn dieses Ich sich als ewig erkennt, denn damit ist es das ja noch längst nicht für sich selbst. Ich kann auch erkennen, dass ich mit einem Lottogewinn mehr Geld habe also ohne, aber damit bin ich nicht dieser Lottogewinner.

Die Leiden hören damit doch auf, denn unter was will das Ewige leiden, da es doch nichts außer ihm gibt?
Praktisch für den Menschen in seiner Entwicklung dahin heißt das, dass ich natürlich in diesem Bewußtsein bleiben muss, damit die emotionalen Identifizierungen mit dem Vergänglichen und damit dem Leiden überwunden werden.
Wenn ein Mensch stirbt, dann ist er sicher nicht ausgelöscht. Er ist aber für sich als dieser Einzelne nicht. Das Einzelne ist in Wahrheit tot.
Der Mensch ist nicht ausgelöscht, auch nicht als Einzelner. Da das Ewige immer mit dem Zeitlichen verbunden ist, als seinen Vorstellungen. So ist auch das sich noch nicht als Ewiges erkannt habende Ewige (des Menschen) mit seinen Vorstellungen verbunden, die sich eben in der neuen Umgebung wandeln. Er ist damit auch als Einzelner weiter lebendig.
Es stirbt außer dem Ganzen oder in das Ganze hinein.

Nein, s.o.

jes_25913 hat geschrieben: Himmel ist also für mich ein dynamischer “Zustand” basierend auf einer ständig sich aufbauenden positiven Wechselwirkung von Außen und Innen, Innen und Außen und damit keinesfalls stagnierend und langweilig.
Du hast bisher nur Formen beschrieben, aber noch keinen Inhalt. Dein Himmel hat noch keinen Inhalt. Irgendetwas baue sich von Außen und Innen auf, und das natürlich gemütlich, denn in positiver Weise. Aber was das ist und zu was es werden soll, davon sagst du kein Wort.
Himmel und Hölle sind beide formlos. Sie sind höchstens in dem Sinne „Form“ als sie „Behältnisse“ sind, die jeder Form, jede Veränderung in sich bergen, in sich tragen können.
Nicht die Formen beschreiben Himmel oder Hölle.
Einen Depressiven magst Du mit diesem oder jenem (entspr. Formen) erfreuen wollen, aber nichts erfreut ihn. Jemanden im Himmel magst Du mit diesem oder jenem ärgern wollen, aber nichts raubt ihm seine Freude.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon jes_25913 » Do 18. Feb 2010, 10:18

Scardanelli hat geschrieben:
jes_25913 hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:
Wenn alles positiv wäre, woher soll dann die Dynamik kommen?

Damit berühren wir das Geheimnis der Dreieinigkeit oder anders ausgedrückt, des Lebens.
Leben ist in sich selbst bewegt. Trägt also einen permanenten Widerspruch in sich selbst, ohne dass dieser zu Dissoziation führen würde.
Zum anderen: Es kann sowohl etwas anders sein, ohne dass es negativ sein müsste. Allein durch das Anderssein wird eine Dynamik hervorgerufen.

Wenn sich drei einig wären, dann sind da mindestens zwei überflüssig.
Manchmal machst auch Du Dir überflüssige Gedanken. :mrgreen: Wenn wir Leidfreiheit anstreben - ich jedenfalls tue es - dann muss ich mir keine abstrakten Gedanken machen über etwas, was gegenwärtig für mich keinen praktischen Wert hat.

Das Geheimnisvolle an der Trinität ist hausgemacht, weil die Trinität in Prämissen anpasst werden soll, die gar nicht zum Begriff des Subjektes gehören.
Trinität drückte am verständlichsten bisher Hegel aus, und zwar als Einheit von These, Antithese und Synthese.

Die Dynamik eines rein geistigen Erkennens beruht zum Beispiel auf dem Vergleich der einen Form mit der anderen. Darin ist nichts Negatives.

Zuerst ist jedes Erkennen geistig und dann bedingt das Erkennen das Negative. Eva und Adam konnten erst erkennen, nachdem sie gesündigt haben.
Nein. Erkenntnis gab es schon vor der Erkenntnis von Positiv und Negativ. ( s. Abschnitt: Sündenfall )
Positiv und Negativ entstehen nur, wenn ich etwas auf mich beziehe, nämlich ob ich etwas ablehne (negativ) oder etwas annehme (positiv).

Das Subjekt ist in seinem Innersten Positiv und Negativ. Es ist das, was sich selbst betrachtet und das geht nur, wenn es zum Unterschied kommt. Positiv und Positiv unterscheiden sich aber nicht.

Auf der gegenwärtigen Stufe ist es so.
Zuletzt geändert von jes_25913 am Do 18. Feb 2010, 10:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon jes_25913 » Do 18. Feb 2010, 10:23

Scardanelli hat geschrieben:
jes_25913 hat geschrieben: Die Dynamik eines rein geistigen Erkennens beruht zum Beispiel auf dem Vergleich der einen Form mit der anderen. Darin ist nichts Negatives.

Negativ wird es dann, wenn eins in verschiedenen Formen auftritt.
Negativität gibt es nur, wenn sich ein Wesen mit seiner Form identifiziert und diese zu erhalten sucht.
Positiv und Negativ entstehen nur, wenn ich etwas auf mich beziehe, nämlich ob ich etwas ablehne (negativ) oder etwas annehme (positiv).

Positiv und Negativ ist, wenn Gott "Ich" ist und du auch. Das äußert sich in unterschiedlichen Interessen. Du als "Ich" hast andere Interess als Gott als "Ich".
Da für den sein wahres Wesen Erkennenden Gott und ICH eins sind, gibt es keine unterschiedlichen Interessen.
Diese bestehen nur, wenn ein Teil über die Gesamtheit herrschen will.
Es ist ein einziges Ich, aber mit unterschiedlichen Interessen.
Ein einziges Ich hat nicht unterschiedliche Interessen, sondern nur Interesse am Einzigen.

Himmel und Hölle können überhaupt nicht sprachlich ausgedrückt werden, da sie einfach nur Empfindungen des Positiven oder des Negativen sind.

Was nicht ausgedrückt werden kann, das ist auch nicht gründlich erfahrbar. Um etwas erfahren zu können, muss es gegenübergestellt und von anderem unterschieden werden können.
Himmel wird der Hölle gegenübergestellt.
Es gibt wohl Menschen, die leben nahezu himmlisch und es gibt wohl Menschen, deren Leben ist die Hölle. Beide fürchten den Tod nicht.
Der Tod wird von denen gefürchtet, die ein laues Leben führen.
Alle, die sich mit dem Vergänglichen identifizieren fürchten den Tod, ob ihnen das bewusst ist, oder nicht. Auch die Glücklichsten hier auf Erden suchen ihr irdisches Leben zu erhalten.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Do 18. Feb 2010, 12:42

jes_25913 hat geschrieben: Ein depressiver Mensch zum Beispiel lebt in einem Reich, wo er alles negativ erlebt. Er lebt damit in der Hölle.

Wesentlich kann etwas nur sein, wenn es dies in jeder Hinsicht ist. Ein depressiver Mensch wäre auch im Himmel depressiv, also kann sein Zustand nicht die Hölle sein.
Ein depressiver Mensch kann allerdings empfindlicher auf die Hölle reagieren als ein Mensch, der eher vergnügt ist, weil ein depressiver Mensch über kein Kompensationsvermögen verfügt.
jes_25913 hat geschrieben: “Himmel” wächst, weitet sich aus (Jesus sprach ja auch vom Himmelreich als einem Baum, der aus einem Senfkorn wächst) und ist nicht dadurch zu erreichen, dass man sich das äußere Leben immer bequemer macht - was das Bestreben der meisten Menschen ist - und was nur Schalheit und Langeweile hervorruft, sondern wenn Lust erwächst Schwierigkeiten zu überwinden (s. mein Beispiel oben).

Im Abrahams Schoß soll es der geschundene Lazarus aber bequem haben.

Wenn es gelte Schwierigkeiten zu überwinden, dann sage doch, welche das sein sollen? Die ersten Christen meinten, ein Märtyrertod sei eine Schwierigkeit, die sich lohne, aufgenommen zu werden.
Himmel und Hölle kann man nicht mit anderen teilen, genauso wenig, wie deine Liebe, sagen wir zur klassischen Musik. Du kannst dem anderen nur mitteilen: Wenn du es so machst wie ich, dann erlebst du auch den Himmel bzw. kannst auch du klassische Musik als Genuss empfinden. Aber natürlich kannst du dich mit denen, die auch den Himmel in sich tragen Gemeinschaft haben, da sie dich in deinem Empfindungen verstehen, ebenso mit anderen Klassikliebhabern.

Vermutlich ist alles das, was ein Mensch nicht teilen kann, das, was er überwinden sollte. Das, weil der Mensch selbst ein Teil ist und es kann nicht gut sein, wenn Teile etwas behalten, was nicht teilbar ist.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Do 18. Feb 2010, 18:45

Naqual hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben: Das gilt es aber zu überwinden, das falsche Bewusstsein, dass ein Mensch das Selbst wäre. Und das ist die Hürde.
Ja. Wie bist Du DRüBERgestolpert? Durch eine reine intensive Wahrheitsliebe? Man ist ja auch gefangen in einem Motivationsproblem erster Sahne. Genau hier beginnt nämlich der größtmögliche Grusel. Denn das was motiviert ist nicht bewusst bekannt und gleichzeitig die Voraussetzung zum Erkennen.

Es ist also nicht immer bewusst, was motiviert ist. Es ist aber bewusstseinsfähig.

In einer gewissen Rücksicht ist jeder Mensch schon das Selbst, er ist es aber nicht von jedem Standpunkt innerhalb des Begriffs aus.

Das selbst steht aber jedem Menschen auch im Weg, Gott zu begreifen, sich also bekannt zu machen. Gott ist nicht wie ein Mensch, einer von vielen. In der Religion vom persönlichen Gott gehen aber praktisch alle Glaubenden mit Gott so um, als wenn er einer von vielen wäre. Menschen reden tatsächlich Gott an. Wenn Gott einer ist, ist es nicht möglich, mit ihm zu reden. Reden kann der Mensch nur, wenn es einer von vielen wäre.

In polytheistischen Systemen kann der Mensch mit einem Gott reden, aber sicher nicht im Monotheismus. Und Menschen haben viel und lange mit ihren Göttern geredet.

Das Reden des Menschen mit Gott ist noch ein Überbleibsel aus dem Polytheismus. Es ließe sich bestimmt voraussagen, dass Menschen in der Hölle sogar den Einen ansprechen, oder die Pein ist derart, dass Menschen sich dazu verleiten lassen würden.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Do 18. Feb 2010, 19:09

Schoham hat geschrieben: Diese Schätze liegen zwar vor Füssen - im gleichen Haus und doch nützen sie ihm nichts. (...) Der Sohn muss anfangen sie zu gebrauchen -die Gaben des Vaters.

Bei diesem Gleichnis Jesu fasziniert es mich immer wieder, dass Christen darin etwas ganz anderes lesen, als beispielsweise ich.

Ich mag z. B. die Stelle, wo es heißt, der brave Sohn habe alle Gebote des Vaters gehalten, also das, was Christen als das Ideal ausgeben, was hier aber zum Hindernis wird.
Und dabei zeigt es sich, dass Menschen immer nur das suchen, was sie finden wollen. Was Menschen nicht in ihr Konzept passt, das wird beispielsweise verschwiegen, oder mit geringem Gewicht ausgestattet.

Der brave Sohn, hätte mal die Sau rauslassen sollen, alles verprassen, vielleicht wäre er dann auch wach geworden. Aber nein, er ist wie Vaters Liebling schön zu Hause geblieben, wie es sich jeder Pastor von einem Sohn wünschen würde.

Ein guter Christenmensch würde als Vater dem Heimkehrer den braven Sohn als Vorbild hinstellen: Hier, schau ihn dir an! Der war mir immer gehorsam, hat immer getan was ich verlangt habe. Der ist ein fleíßiger Arbeiter in meinem Weinberg - gel.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Fr 19. Feb 2010, 00:50

Schoham hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:Die Trennung kam mit dem Biss in die verbotene Frucht, also nicht von Anfang an.

Das Gift des Bisses vererbte die Eva ihren Kindern und Kindeskindern so das jeder Mensch der auf die Welt kommt von Anfang seines Lebens an - zum Tode verurteilt ist.

So ist das eben mit der Liebe. Wenn es sich wieder vereinigt, dann muss etwas sterben. Es ist das Fleisch, das darüber ins Jammern gerät und es nicht wahr haben will und dann alles Mögliche in Bewegung setzen möchte, um den Tod zu verhindern.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Fr 19. Feb 2010, 00:55

tiktak hat geschrieben:
Schoham hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:Die Trennung kam mit dem Biss in die verbotene Frucht, also nicht von Anfang an.


Das Gift des Bisses vererbte die Eva ihren Kindern und Kindeskindern so das jeder Mensch der auf die Welt kommt von Anfang seines Lebens an - zum Tode verurteilt ist.

Das ist eine Glaubensansicht-aber nicht als Fakt beweissbar!
Wenn ich Mist baue-ist das sicher nicht ver-erb-bar
Jeder hat sein eigenes Verschulden aus zu baden!

Von Seiten des Fleisches ist der Biss sicher als eine Art Gift aufzufassen, denn das Fleisch fürchtet den Tod. Die Liebe macht den Tod aber unumgänglich, denn was eins war, hat sich geteilt und diese Teilung muss sich wieder aufheben.

Es ist das Fleisch, dass darüber lementiert, dass Eva und Adam in die verbotene Frucht gebissen haben, und das Fleisch darf und muss darüber ins Jammern geraten.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Robby » Fr 19. Feb 2010, 09:52

Scardanelli hat geschrieben: Ein guter Christenmensch würde als Vater dem Heimkehrer den braven Sohn als Vorbild hinstellen: Hier, schau ihn dir an! Der war mir immer gehorsam, hat immer getan was ich verlangt habe. Der ist ein fleíßiger Arbeiter in meinem Weinberg - gel.


Das bestreite ich, lieber Scardi. Mein Vater hatte mich genau wie diesen verlorenen Sohn behandelt. Mein Bruder war dabei der Sohn, der "beim Vater" geblieben ist und Eskapaden grundsätzlich vermied. Meinen Vater würde ich zudem als "sehr guten Christenmensch" bezeichnen. Er hat mit diesem Verhalten eine optimale Vorbildsfunktion auch für mich dargestellt.


Lieber Gruss
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Fr 19. Feb 2010, 10:49

pirate23 hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:Das ist umständlich ausgedrückt der zweite Fall.

Das war eine Anspielung auf die vier Kompetenzstufen...
http://de.wikipedia.org/wiki/Kompetenzstufenentwicklung

Hat dich da die Zahl Vier zu dem Vergleich angeregt? Dein Fall ist von meinen drei der zweite: Wer nicht im Frieden ist, ohne das zu wissen, der meint sich im Frieden.

Das sagtest du und ich sagte es als den zweiten Fall.

pirate23 hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben: Wenn auch nur irgendetwas von dem, was du behauptest, wahr sein soll, dann wäre es eben mehr als nur scheinbar.

Alles ist wahr. Nur nicht für jeden.

Alles, was für jeden wahr ist, dass ist es im Allgemeinen. Und das wird am Ende Wahrheit genannt.
Was für einen von vielen wahr ist, kann sich von dem unterscheiden, was für alle wahr ist. In der Naturwissenschaft wird das als wahr bezeichnet, was für alle wahr sein soll. So würden die Gesetze der Gravitation für alle gelten, egal, ob da einer meint auch ohne auskommen zu können. Es gibt auch Leute, die meinen, sie könnten ihr Leben ganz ohne die Gesetze der Gravitation führen.

pirate23 hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:Das ist nur eine konkrete Anwendung davon, dass nichts, was meint ohne seinen Widerpruch auskommen zu können, über seinen abstrakten Status hinaus gelangen kann.

Eine absolute göttliche Wahrheit sollte sich meiner Meinung nach dadurch auszeichnen, dass sogar ihr Widerspruch wahr ist.

Es gibt weder eine göttliche noch eine absolute Wahrheit. Es gibt aber die Wahrheit. Der Widerspruch ist dann wahr, wenn er in dem ist, was ewig ist und das äußerst sich darin, wenn er in seiner Überwindung erhalten bleibt. Ein logischer Widerspruch verschwindet dagegen.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Fr 19. Feb 2010, 11:13

jes_25913 hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben: Der Psalmist nennt den Himmel als den Wohnort Gottes und des Christus. Dort sei auch der Aufenthaltsort der Engel.
Himmel ist hier ein anderes Wort für die, dem physischen Auge, unsichtbaren Welten.

Im Himmel wären also alle blind?
jes_25913 hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:Die Wolken hätten bei der Himmelfahrt die Erde vom Himmel geschieden. Beförderungsmittel in den Himmel sind Wolken und brennende Fahrzeuge.
Wenn sich der physische Körper Jesu dematerialisierte um in die geistigen Welten zu verschwinden, geschah dies sicher so, dass er allmählich seine Konturen verlor und er zunächst als wolkig erschein, bis sich auch die auflösten.

Du meinst also, die Materie würde selbst vergeistigt werden. Welchen Sinn soll das aber haben? Der Geist ist längst vergeistigt, er ist es schon immer gewesen und die Materie hat ihren Zweck in dem, wie sie nun mal ist. Wozu sollte es gut sein, etwas Zweckmäßiges seines Zweckes zu berauben?
Du bist einer von vielen. Der Beweis, dass du einer von vielen bist, der ist dein materieller Leib. Dein materieller Leib ist also höchst sinnvoll. Wenn das einer beseitigen würde, dann würde er die ganze schöne Ordnung durcheinander werfen.
Die Wahrheit des Einzelnen ist seine Endlichkeit und dazu ist der materielle Leib nützlich. Oder anders gesagt, wenn Gott Menschen schaffen will, dann werden sie exakt in dem Körper stecken, den wir schon haben. Andere Leiber sind für den Menschen ohne Sinn.
Wenn du nicht mehr endlich bist, wie willst du dann einer von vielen sein?
jes_25913 hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:Der Weg vom Himmel weg kann jedoch ganz ohne Hilfsmittel erfolgen, denn Satan sei aus dem Himmel geworfen worden.

Das bedeutet nichts anderes, als dass die Herrschaft des Negativen über die Menschheit prinzipiell beendet wurde.

Ich denke dass hier implizit das Phänomen der Schwerkraft eine Rolle gespielt hat. Nach oben fahre man, aber nach unten ist der freie Fall.
jes_25913 hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:Einige Menschen hätten das Bürgerreicht für den Himmel, wo alles vollendet sei. Allerdings hätten diese Bürger ewig, also ununterbrochen Gott anzubeten.
Das Ewige ist immer im Positiven (Himmel), und wer sich als ewiges Wesen erkennt, ist damit in ihm. Er ist also ständig erfreut und in Einklang mit allem dessen was ist, war und sein wird und das ist mit dem Ununterbrochenen Anbeten Gottes gemeint.
Im Gegensatz zum ständigen Unzufriedensein und damit dem ständigen Gott fluchen in der Hölle.

Den Einklang hatte Gott schon, aber er war damit nicht zufrieden. Deshalb ist er als Schöpfer aufgetreten, weil er am Einklang nicht genug hatte.
Dann hat Gott einen Menschen geschaffen, mit dem er im Einklang war. Tausende von Menschen gehen ins Kloster um mit Gott in Einklang zu kommen. Hätten diese vielen tausend Menschen mal im Buch Genesis nachgelesen, was Gott davon hält, dann gäbe es nicht ein einziges Kloster, denn Gott will diese Art von Einklang nicht.
Im Einklang mit seinem Adam sagte Gott, es sei nicht gut, dass der Mensch alleine sei. Was also tausende von Menschen hinter ihren Klostermauern veranstalten ist das, was Gott höchst selbst als nicht gut bezeichnet. Gut ist es dagegen, wenn der Mensch seinen Nächsten hat. So geht das dann aus im Buch Genesis.
jes_25913 hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:Wenn alles in unvorstellbarerer Weise vollendet sei, aber Gott ewig anzubeten wäre, dann mag die mangelnde Vorstellungskraft darin liegen, sich das als das schlechthin Herrliche vorstellen zu können.

Das Herrliche muss man sich nicht vorstellen, sondern erleben. Und ein Mensch, der immer mehr lernt sein alltägliches Leben positiv zu sehen, hat einen kleinen Vorgeschmack vom Himmel. Der weiß, dass es nicht goldene Bäume oder Äpfel sein müssen, die den Himmel ausmachen, er kann den Himmel auch in einer äußerlich hässlichen Umgebung empfinden.

Ein Irrtum kann nicht gut sein.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Fr 19. Feb 2010, 16:05

jes_25913 hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben: Das Objektive ist alles das, was sich das Subjekt gegenüberstellt. Es gibt nichts Objektives ohne das Subjekt
Wenn man vom menschlichen Subjekt ausgeht, dann besteht das Objektive auch ohne ihn, allerdings nicht für ihn, da er ja noch nicht da ist.

Das erscheint nur so – es ist aber ein notwendiger Schein. Das Selbstbewusstsein funktioniert, weil sich das Subjekt sich selbst als Objekt gegenüber stellen kann. Subjekt und Objekt sind hier zwar geschieden, aber dennoch eins.
Alle anderen Objekte sind aber auch vom Subjekt gesetzt. Alles, was nicht das Subjekt selbst ist, dass wären die Objekte. Sie sind Objekte, weil sich nicht das Subjekt sind. Sie sind negativ bestimmt.
Wenn das Subjekt sagt, die Objekte seinen von ihm unabhängig, dann sagt das nur, dass sie vom Subjekt unterschieden sind. Es ist dem Subjekt aber unmöglich, etwas Objektives zu bestimmen und sei es dieses zu erkennen, was nicht durch den Erkenntnisprozess läuft und der ist das Subjekt. Das Subjekt ist die Erkenntnis.

Das Objektive ist nur, weil das Subjekt ist. Alles andere lässt sich nicht beweisen. Das Sein der Objekte ist ein Glaube, der nicht bewiesen werden kann. Lass dir das mal beweisen! Es lässt sich nicht beweisen, weil der, welcher alleine beweisen kann, Subjekt ist aber das müsstest du aus der Beweisführung ausschließen.
Lass dir also die unabhängigen Objekte von keinem Subjekt empirisch beweisen.

Damit hast du schon den Boden, um den Gottesbeweis günstig vorzubereiten, denn der Mensch ist Gott viel näher, als er vielleicht meint.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Fr 19. Feb 2010, 18:28

jes_25913 hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben: Himmel und Hölle sind aus dem Leben des Menschen auf der Erde gebildet. Es ist kein Atom der Hölle im Himmel und es ist nichts vom Himmel in der Hölle zu finden.
Himmel und Hölle sind also rein und das Reine ist immer das Abstrakte.
Abstrakt ist es nur insofern es noch nicht in dieser Form erlebt wird. Der Himmel als Erlebnis wird allerdings von den Menschen bewusst und unbewußt angestrebt.
Der Hölle nähert man sich, je länger man dem Äußeren verhaftet bleibt und den Weg zum Himmel nicht erkennt oder erkennen will.

Dann wären sie nur scheinbar abstrakt. Sie sind es aber wesentlich. Niemand kann im Himmel leben und niemand in der Hölle.
Himmel und Hölle sind Verhältnisse, die sich der Mensch selbst schafft. Wenn du in eine Welt kommst, die mehr der Hölle ähnelt, dann kannst du daraus nicht den Himmel machen. Es ist einem einzelnen Menschen nicht möglich, zwischen Himmel und Hölle zu wählen.

Aus dieser Machtlosigkeit des Einzelnen sind ja diese ganzen Religionen entstanden, die sich in ihrer Problemanalyse alle gleichen. Alle versprechen dem einzelnen Menschen ein Leben im Himmel, weil der einzelne Mensch dem allgemeinen Menschen gegenüber machtlos ist.

Alle Religionen setzen beim einzelnen Menschen an und deshalb kommt hinten immer nur Unsagbares heraus, weil das Heil für einzelne Menschen im Nichts endet.

Heil gibt es aber nur auf dieser Welt, also in praktisch unerreichbarer Ferne.

jes_25913 hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:Es ist kein konkreter Zustand herstellbar, um etwas in das Sein des Himmels zu versetzen oder in das Sein der Hölle.
„Versetzt“ werden in Himmel oder Hölle kann niemand, aber hineinwachsen in das eine oder andere.

Der Mensch ist in dieser Welt. Er wächst nicht wo anderes hin. Kein Mensch wird irgendwo anderes sein als auf dieser Welt.

jes_25913 hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:Himmel und Hölle sind nur in Einheit erfahrbar.
Nein, das wäre weder noch. So wie jetzt, einmal himmelhoch jauchzend, einmal zu Tode betrübt..

Was lebt, das stirbt auch. Leben ohne den Tod gibt es nicht. So echt wie das Leben ist, so echt ist auch der Tod. Tod ist nicht Scheintod. Was Tod ist, wird nie mehr aufstehen.
Das Schlimmste was dem Subjekt passieren kann, ist seine Bedeutungslosigkeit. Das zeigen Menschen, die an diesem Rand gestanden haben. Solche Menschen tun dann Dinge, die zeigen, dass sie mehr Furcht vor der Bedeutungslosigkeit haben, als vor dem Tod.
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