Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Moderator: bigbird

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon jes_25913 » Di 9. Feb 2010, 09:55

Scardanelli hat geschrieben:
Naqual hat geschrieben:
Also ist es eher umgekehrt, keiner will so recht in den Himmel.

Deshalb wird auch gesagt, dass die Vorfreude die schönste sei.

Der Mensch ist ja nie zufrieden. Das ist auch sinnvoll, weil sich der Mensch entwickelt. Der Himmel wäre aber das Ende aller Entwicklung. Das ist ein Zustand den der Mensch nicht kennt und ich würde vermuten, dass sich das sehr unangenehm anfühlt.

Ich meine, hier sind ein paar Denkfehler festzustellen: Ich weiß nicht, was Du Dir unter einem “Himmel” vorstellst, aber meine Vorstellung von ihm ist mit einem “Ende der Entwicklung” nicht kompatibel.
Natürlich muss jeder Mensch, wenn er das Wort “Himmel” hört, eine gewisse Vorstellung davon haben - sonst wäre es wie xuntumbum - und ihn damit in gewisser Weise bereits “kennen”.
Wenn der Himmel ein Ort ist - als stabile, äußere Gegebenheit, in die der Mensch einfach hineingesetzt wird - dann kann natürlich die eigene Vorstellung vom Himmel voll daneben sein und sich letztlich als etwas herausstellen, was der Betreffende gerade nicht will (das ist ja das, worauf Naqual aufmerksam machen wollte). Dann kommt seine Vorstellung tatsächlich aus einem Nichtkennen, sondern nur aus einer äußeren Übernahme von Vorstellungen anderer.
Für mich aber ist der Himmel kein Ort, sondern eine geistig - seelische Verfassung. Nämlich eine solche, in der ich in Einklang bin mit allem was in mir lebt (an Gefühlen, Empfindungen, Gedanken, Impulsen usw.) und alles das, was von Außen auf mich zukommt (gegenwärtig und zukünftig) mit Freuden annehmen kann.
Der Himmel ist dann nicht ortsgebunden, sondern überall und jederzeit dort, wo ich bin. Ich kann also bereits hier auf Erden “im Himmel” leben, wie auch in allen anderen Welten, wie zum Beispiel der nachtodlichen Welt.
Himmel ist also für mich ein dynamischer “Zustand” basierend auf einer ständig sich aufbauenden positiven Wechselwirkung von Außen und Innen, Innen und Außen und damit keinesfalls stagnierend und langweilig.
Einen kleinen Geschmack vom Himmel hat man vielleicht dann, wenn man unternehmungslustig ist und sich plötzlich etwas zutraut, wovor man früher zurückschreckte, die “Sache” nun begeistert angeht, und dann die Freude des Gelingens genießt. Dann vielleicht eine wohlige Müdigkeit hat und im Hintergrund das angenehme Bewusstsein den Tag sinnvoll verbracht, wirklich etwas geleistet zu haben und in der Freude auf den nächsten Tag einschläft. Hier liegt also die gesamte Kette des Ablaufs im positiven Bereich.
“Himmel” wächst, weitet sich aus (Jesus sprach ja auch vom Himmelreich als einem Baum, der aus einem Senfkorn wächst) und ist nicht dadurch zu erreichen, dass man sich das äußere Leben immer bequemer macht - was das Bestreben der meisten Menschen ist - und was nur Schalheit und Langeweile hervorruft, sondern wenn Lust erwächst Schwierigkeiten zu überwinden (s. mein Beispiel oben).

LG,
jes
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon jes_25913 » Di 9. Feb 2010, 10:02

Johncom hat geschrieben:
d.l.i.g hat geschrieben:Wenn das Böse sich selbst erkennt, gibt es sich dem Guten hin, hierzu ist ihm von Gott die Zeit gegeben.

Aus zwei wird eins, jenseits von gut und böse.

Gott (das Gute ) hat zuerst geliebt, das Böse zuletzt.



-----------

In ganz schlichten Worten Verblüffende Tiefe.

Alle Achtung :applause:

Einen ganz lieben Gruss an d.l.i.g :umarm:


Ja, lieber d.l.i.g. , das hast Du wirklich gut gesagt. Allerdings würde ich nicht sagen "jenseits von gut und böse" - wenn das auch recht gängig ist - sondern Aufgehen im Guten (denn das Böse ist ja nur der Irrtum, die Unkenntnis des Guten, also Verirrung - und das Ende von alle dem Negativen wird eben vom Menschen doch positiv und nicht neutral empfunden).

L.G.,
jes
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon d.l.i.g » Di 9. Feb 2010, 11:28

Danke Johncom, jes ...

lg d.l.i.g
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Schoham » Di 9. Feb 2010, 14:51

Wolfi hat geschrieben:Das wahre Wesen des Menschen zeigt sich Tag für Tag, liebe Maria.

Das ist wahr Wolfi.

PhiloMuc hat geschrieben: Gottesbild und Menschenbild würde eins werden...


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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon pirate23 » Di 9. Feb 2010, 15:23

Johncom hat geschrieben:Nicht für alle Gläubigen liegt der Schwerpunkt im Hoffen auf ein Paradies im Morgen, für einige ist es der Weg, das Bewusstsein zu verfeinern

Ich glaub es ist der Weg, niemals zufrieden sein zu müssen und die Welt immer als möglichst böse und schlecht betrachten zu dürfen. Warum sonst sollte auch jemand auf die Idee kommen, sein "Bewusstsein" verfeinern zu müssen...

Das Denken in Trennungen sowie das von Konflikten durchzogene Leben.

Viele dieser Konflikte scheinen ungefähr so zu funktionieren:
"Wenn die Welt nicht schlecht wäre, dann könnte es morgen oder übermorgen ja nicht besser werden. Wir sollten also froh drüber sein, dass die Welt schlecht ist."


Schoham hat geschrieben:Stell Du Dir das allerschönste vor das Du je gesehen, gehört, geschmeckt, empfunden und erlebt hast und dann denke das dies der erste Bissen der Vorspeise eines nie endenden Festessens sei

Manche Christen behaupten gar, sie würden Hedonismus für falsch halten.
Aber ich glaube die lügen.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Johncom » Di 9. Feb 2010, 17:42

pirate23 hat geschrieben:
Johncom hat geschrieben:Nicht für alle Gläubigen liegt der Schwerpunkt im Hoffen auf ein Paradies im Morgen, für einige ist es der Weg, das Bewusstsein zu verfeinern

Ich glaub es ist der Weg, niemals zufrieden sein zu müssen und die Welt immer als möglichst böse und schlecht betrachten zu dürfen. Warum sonst sollte auch jemand auf die Idee kommen, sein "Bewusstsein" verfeinern zu müssen...


Zufrieden sein ist ein hohes Gut, kann man jedem nur wünschen. Und nur immer zwischen den Gegenpolen herum zu schaukeln wie Hoffnung und Furcht, das ist alles andere als die Zufriedenheit, die gemeint ist. Das ist was ich mit Verfeinerung des Bewusstseins sagen wollte: Ruhiges Hinschauen, und sich selbst nicht immer so wichtig zu nehmen.

pirate23 hat geschrieben:Viele dieser Konflikte scheinen ungefähr so zu funktionieren:
"Wenn die Welt nicht schlecht wäre, dann könnte es morgen oder übermorgen ja nicht besser werden. Wir sollten also froh drüber sein, dass die Welt schlecht ist."


Hm .... ist die Welt so schlecht ? Es sind doch die Urteile in meinem Kopf, die die Welt schlecht machen. Es sind auch kollektive Urteile, die ich unbewusst von politischen und religiösen Meinungsmachern übernehme. Soo schlecht ist die Welt bestimmt nicht. Wenn ich dauernd die Welt schlecht mache, dann liegt das Problem bei mir und nicht in der Welt. Aber was ich tun kann um aus diesem Konflikt herauszukommen, ist zu lernen genauer hinzuschauen, auch mich selbst anzuschauen. Das wollte ich meinen mit Verfeinerung des Bewusstseins.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Di 9. Feb 2010, 18:13

tiktak hat geschrieben: Ich habe geschrieben,wenn wir göttliche Liebe in uns haben,bewirkt es,dass wir eben das Bedürfniss haben,gerne zu vergeben
Liebe ist nicht auf Vergebung angwiesen. Die Vergebung hat sogar mit der Liebe gar nichts unmittelbar zu tun.
Liebe ist das wahre Leben, aber die Vergebung setzt doch schon falsches Leben voraus.
Damit die Liebe richtig loslegen kann, würde sie vergeben. Aber die Vergebung ist nicht die Liebe selbst. Liebe ist die Trennung von zwei, die für sich nicht getrennt sind.
Die Liebe,die der Mensch als Liebe definiert,vergibt meist nur denen, denen er grade möchte,wann er möchte oder gar nicht!

Für die Liebe wäre die Vergebung nur ein Mittel, aber nicht der Zweck.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Naqual » Di 9. Feb 2010, 19:23

Scardanelli hat geschrieben:
tiktak hat geschrieben: Ich habe geschrieben,wenn wir göttliche Liebe in uns haben,bewirkt es,dass wir eben das Bedürfniss haben,gerne zu vergeben
Liebe ist nicht auf Vergebung angwiesen. Die Vergebung hat sogar mit der Liebe gar nichts unmittelbar zu tun.


Umgekehrt jedoch: Vergebung ist m.E. auf Liebe angewiesen, was soll das sein Vergebung ohne Liebe?
Insofern kann ich den Satz von Tiktak gut nachvollziehen.

Bei Dir habe ich den Eindruck, dass Du, manchmal nicht zu unrecht, extrem hellhörig wirst, wenn etwas mit Gefühlen begründet wird.
Trotzdem ist es aber so, dass die ja grundsätzlich in mir auch als Gefühl erfahrbare Liebe zu einem anderen Menschen, die Absicht erzeugt, die schließlich in das Handeln führt, wo ich zumindest annehme, dem anderen etwas Gutes zu tun.
Umgekehrt kann ich aber schon auch sagen, ein Mangel am Handeln ist ursächlich auch ein Mangel an Gefühl für den anderen. Also eine Tendenz zur Gleichgültigkeit.
Zuletzt geändert von Naqual am Di 9. Feb 2010, 19:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Naqual » Di 9. Feb 2010, 19:38

Scardanelli hat geschrieben: Liebe ist die Trennung von zwei, die für sich nicht getrennt sind.

Die Grundlage der Vergebung ist die bereits erfolgte Trennung. Denn Eins ist nur etwas was beiseitig auch sich selbst als Eins verstehen kann. Die Liebe führt zusammen, was die Trennung bewirkt hat. Ab dann sind wir wieder gleich: Für die Liebe ist die Vergebung Mittel. Ich muss aber einräumen, dass konsequent weitergedacht die Liebe zum Nächsten, die ich beschreibe, genau genommen um den Nächsten erweiterte Selbstliebe ist.

Vermute der springende Punkt ist, dass ich Deine Ausgangsprämisse nicht nachvollziehe: Am Anfang ist nur Eins, das um sich zu lieben dann Zwei werde.
Das ist für mich so eine Art Auflösung der Ursache für die gewünschte Wirkung.
Warum sollte etwas sich selbst teilen um lieben zu können, wenn es ohne Liebe gar nicht weiß warum es sich teilen sollte?
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Di 9. Feb 2010, 19:57

tiktak hat geschrieben: Ich habe geschrieben,wenn wir göttliche Liebe in uns haben,bewirkt es,dass wir eben das Bedürfniss haben,gerne zu vergeben
Gott wird Mensch. Er wird Mensch, damit wir sehen, was die Liebe tut. Wer die göttliche Liebe in sich hat, der tut, was Jesus getan hat. Die Tätigkeit ist der objektive Beweis.
Die Liebe,die der Mensch als Liebe definiert,vergibt meist nur denen, denen er grade möchte,wann er möchte oder gar nicht!

Ich denk,du verstehst ,was ich meine!
Niemand hat das Recht, irgendetwas als etwas bestimmtes zu definieren. Wer etwas definiert, der muss das der Kritik aussetzen.
Liebe ist immer das, was Gott voraussetzt, oder was Gott getan hat. Das wäre Liebe, alles andere wäre keine Liebe.

Das Problem am Mittler ist dieses, dass er vollständig zu sein hat. Nichts, was Jesus nicht getan hat, wäre Liebe. Die Vollständigkeit ist Pflicht. Jesus hatte keine Frau, also wäre die Beziehung zwischen Mann und Frau auch kein Beispiel für Liebe.

Der Mittler ist dieses Nadelöhr. Es muss durch ihn hindurch und nicht nebendran vorbei. Die Beziehung zwischen Mann und Frau ist nicht das, was uns Jesus vorglebt hat.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Johncom » Mi 10. Feb 2010, 00:42

jes_25913 hat geschrieben:Allerdings würde ich nicht sagen "jenseits von gut und böse" - wenn das auch recht gängig ist - sondern Aufgehen im Guten (denn das Böse ist ja nur der Irrtum, die Unkenntnis des Guten, also Verirrung - und das Ende von alle dem Negativen wird eben vom Menschen doch positiv und nicht neutral empfunden).


Ja, das Böse ist im Grunde Irrtum und Unwissenheit. Das Wissen, das wir 'im Grunde' eins sind in Gott .... lässt kein Böses mehr aufkommen.

Nicht das philosophische oder intellektuelle oder das geliehene Buchwissen, sondern das klare Sehen. Und von heiligen Menschen kann man es immer wieder hören, sie empfinden augenblicklich das Leben ihres Gegenübers so als wär es ihr eigenes. Wie kann man dann noch hassen, böse sein. Geht nicht. Es wär ja als würde man eine Waffe auf sich selbst richten.

Also Dualismus: Trennung, Kampf ?
Aufgehobener Dualismus: Liebende Einsicht ?
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon tiktak » Mi 10. Feb 2010, 05:37

Naqual hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:
tiktak hat geschrieben: Ich habe geschrieben,wenn wir göttliche Liebe in uns haben,bewirkt es,dass wir eben das Bedürfniss haben,gerne zu vergeben
Liebe ist nicht auf Vergebung angwiesen. Die Vergebung hat sogar mit der Liebe gar nichts unmittelbar zu tun.


Umgekehrt jedoch: Vergebung ist m.E. auf Liebe angewiesen, was soll das sein Vergebung ohne Liebe?
Insofern kann ich den Satz von Tiktak gut nachvollziehen.

Bei Dir habe ich den Eindruck, dass Du, manchmal nicht zu unrecht, extrem hellhörig wirst, wenn etwas mit Gefühlen begründet wird.
Trotzdem ist es aber so, dass die ja grundsätzlich in mir auch als Gefühl erfahrbare Liebe zu einem anderen Menschen, die Absicht erzeugt, die schließlich in das Handeln führt, wo ich zumindest annehme, dem anderen etwas Gutes zu tun.
Umgekehrt kann ich aber schon auch sagen, ein Mangel am Handeln ist ursächlich auch ein Mangel an Gefühl für den anderen. Also eine Tendenz zur Gleichgültigkeit.

äh..Hilfe! Könnt ihr beide deutsch sprechn,dass jederman versteht :lol:
Ich musste jetzt 5 mal lesen und nein-das hat gar nichts damit zu tun-was ihr da sagt, mit dem,was ich meinte! Oder doch? :?
Na mal sehn,ich versuchs mal anhand eines Beispiels,was ich meine:

Eine Person hat Melanie(frei erfunden) sehr viel übles angetan in ihrem Leben
Die Person kommt eines Tages zu Melanie und bittet sie für alles um Vergebung,Melanie sagt-ok ich vergebe dir das alles!
Aber innerlich kämpft Melanie nach wie vor mit allem, was die Person ihr angetan hat und sagt sich,ich kann und will eigentlich nicht vergeben,es war zu schlimm und sie tat es eigentlich nur ,weil die Person sie darum bat!

Nun gibt es aber Menschen,die so erfüllt sind von Agape,dass,wären sie Melanie,wirklich vergeben können,schon bevor überhaupt jemand um Vergebung bittet, da ist nichts mehr in ihrem Inneren,das grollt oder noch verletzt wäre wegen dem ,was geschah usw.
Das ist,was ich meinte,wenn man diese göttliche Liebe in sich hat,da ist nichts mehr,man gedenkt dem Ganzen nicht mehr,ist frei und vergibt vom Herzen,wenn man darum gebeten wird
Viele sagen ja,ok vergib dir,schwamm drüber-aber innerlich haben sie nicht vergeben-können es oft gar nicht-oder sie vergeben jemanden und bereden es dann bei der nächsten Gelegenheit,oder erzählen andren davon usw.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon tiktak » Mi 10. Feb 2010, 05:50

Scardanelli hat geschrieben: Niemand hat das Recht, irgendetwas als etwas bestimmtes zu definieren. Wer etwas definiert, der muss das der Kritik aussetzen.

Was hat das nun mit Recht zu tun?
Es ist nun mal so,dass Menschen,wenn sie für einander etwas positives empfinden-Zuneigung -es mit dem Wort "Liebe" bezeichnen(Eros oder eben Philia)
Sie geben somit einem Zustand/Empfinden ein Wort/Bezeichnung

Liebe ist immer das, was Gott voraussetzt, oder was Gott getan hat. Das wäre Liebe, alles andere wäre keine Liebe.

Welcher Gott denn?
Ok ,ich nehm an,es ist hier von Jesus Vater die Rede und was aus der Bibel hervor geht!
Also ist dann laut deiner Aussage alles,was die Bibel über diesen aussagt-Liebe-inbegriffen auch die Vernichtung,die er ausübte oder anordnen lies-oder versteh ich falsch?
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon tiktak » Mi 10. Feb 2010, 06:03

Johncom hat geschrieben:
Nicht für alle Gläubigen liegt der Schwerpunkt im Hoffen auf ein Paradies im Morgen, für einige ist es der Weg, das Bewusstsein zu verfeinern

Bei mir weder das eine-noch das andere! :mrgreen:
Für mich persönlich bedeutet Paradies oder Himmelreich-frei zu sein!
Nichts Unrechtes tun,keine falschen Gefühle haben zu müssen,frei zu werden von falschen Denkmustern,eben diese Freiheit zu haben,niemanden etwas nach zu tragen oder böse sein,was früher machmal war,frei von falschen Wünschen und Begierden,die Freiheit,Gott in allem vertrauen zu können-was auch immer auf mich zu kommt, keine Panik und Angst haben zu müssen vor irgendwas,etc.
Mich interessieren solche Dinge woher komm ich -wohin geh ich gar nicht mehr,auch nicht mystisches und das Bedürfniss,irgend ein übernatürliches Erlebniss haben zu müssen oder ne besondre Erkenntniss!
Der Herr gibts-der Herr nimmts! Passt scho! ;) :mrgreen:
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Mi 10. Feb 2010, 14:43

Naqual hat geschrieben: Weshalb Gott den Menschen geschaffen hat, vermag ich mir hieran nicht vorzustellen, genausowenig wie es keine christlichen oder biblischen Antworten hierzu gibt (nur extrem spekulative Bemühungen, die mit ihren Implikationen immer im Leeren stranden).

Gott hat den Menschen geschaffen, damit sich der Sohn Gottes entfalten kann. Ohne den Menschen ist der Sohn Gottes nutzlos.
In Christus soll Gott ja Mensch sein. Das geht nicht, wenn Gott den Menschen nicht geschaffen hätte.
Der Mensch ist in Gott notwendig. Das ist es, was die Naturwissenschaft ein Gesetz nennt. Das der Mensch ist, ist wie ein Gesetz. Der Mensch ist eine Entwicklungsstufe des Geistes.

Gott wurde nicht Mensch, damit einzelne Menschen in den Himmel kommen, sondern damit der Sohn Gottes konkret werden kann. Der Mensch dient nur Gott und Gott dient dem Menschen gar nicht. Jesus bezeichnet den Menschen einmal wie einen Sklaven und der bekommt keinen Lohn für das, was seine Pflicht ist.

Warum sollte Eins sich selbst im Guten oder dessen nicht bewusst, sich selbst spalten um sich dessen bewusst zu sein?
Um sich als wahr zu erhalten.
Ich kann zwar sagen, z.B. Liebe benötigt das zweite Subjekt, der Dreh ist nur, dass ohne dies zweite Objekt die Ursache fehlt, aus der sich heraus das erforderlich Ergebnis bilden könnte. Hier würde man quasi aus Nichts schaffen.
In Gott ist es in der Ewigkeit und im Menschen in der Endlichkeit.
Der Vater liebt den Sohn. Der Sohn ist der Zweite.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Mi 10. Feb 2010, 14:55

Naqual hat geschrieben: :D In der Vollkommenheit fehlt jegliche Motivation. Es ist eins der sehr menschlichen Paradoxien unserer Natur. Wir brauchen Unzufriedenheit. :mrgreen: Und manchmal ganz arg.

Das ist ein Irrtum! Die Zufriedenheit ist doch nicht vollkommen. Vollkommen ist es wenn zur Zufriedenheit die Unzufriedenheit hinzutritt. Dann ist es in einem. Eins ist es, wenn es versöhnt ist. In der Versöhnung ist die Zufriedenheit und die Unzufriedenheit vorhanden.

Das treffende Gleichnis ist das vom Verlorenen Sohn. Der heimgekehrte verlorene Sohn hat beides: die Trennung und die Vereinigung.
Sein Bruder hat nur die Vereinigung aber nicht die Trennung, deshalb ist er nicht vollkommen.
Belustigt muss ich aber an die Karrikatur denken, der vollkommene Mensch völlig motivationslos im Himmel rumliegend (als die Konsequenz der Erfüllung unserer tiefsten Sehnsüchte).

Das ist nicht Vollkommenheit, sondern Einfalt.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Schoham » Mi 10. Feb 2010, 15:49

@Scardi

In der Versöhnung verschlingt die Zufriedenheit die Unzufriedenheit und nur die Zufriedenheit bleibt übrig. Sie vereinigen sich nicht zu einem. Das eine macht das andere zunichte so das es nicht mehr ist.

Umkehren zu dem Vollkommenen Gott - muss der Mensch. Der zu Hause gebliebene Sohn war noch nicht ganz beim Vater angelangt - denn es fehlte ihm die Liebe und die Versöhnung zu seinem Bruder. Er hatte sich selbst noch nicht als verloren erkannt weil sein äusseres Leben nicht so arg am Boden lag. Doch im Herzen war er sehr weit vom Herzen des Vaters entfernt. Weiter noch als der verlorene Sohn. Auch dieser bekam nun eine Gelegenheit sich als verloren zu erkennen. Verloren an Liebe und verloren an Versöhnlichkeit zum eigenen Bruder.

Umkehr macht vollkommen - getrennt sind wir alle schon von Anfang an...
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Mi 10. Feb 2010, 20:14

Schoham hat geschrieben: Wie soll er denn zufrieden sein wenn der Friede nicht ist sein? Das ist alles andere als sinnvoll. Es ist sinnleer keinen Frieden zu haben in seinem Herzen.

Etwas kann im Frieden sein ohne es zu wissen
Etwas kann sich im Frieden wissen, ohne im Frieden zu sein
und endlich kann etwas im Frieden sein und es wissen.

Das Erste ist die Natur und das Zweite sind erlöste Menschen in einer nicht erlösten Welt.

Da fehlt Dir aber etwas ganz wunderbares Scardi: Die Gabe der Fantasie.

Jeder wie er kann! Und es sollte sich jeder damit benügen. Die Phantsien die ich haben, die sind eher beschränkt, also nichts um es anderen erzählen zu sollen.

Wer heute in der Schöpfung - auch in der Schöpferkraft des Menschen die herrlichkeit erkennt - der bekommt eine Ahnung von der atemberaubenden und ja eben fast unvorstellbaren und auch unaussprechlichen Herrlichkeit die beim HERRN sein wird.

Alles, was unaussprechlich ist, das ist nichts für das Subjekt. Was unaussprechlich wäre, das ist jämmerlich, egal wie herrlich es erscheinen mag.
Niemand will an sich eine unaussprechliche Herrlichkeit.

Wenn alles hemende und störende nicht mehr ist dann fängt das Leben ja erst an.

Ein wachsendes Samenkorn wird durch seine Schale, die es vor dem Tod geschützt hat, behindert. Die Schale, die noch zum Leben war, ist zum Tod geworden. Leben ist, das Hemmende zu beseitigen. Wenn nichts mehr stört, dann bist du tot. Du bist auch in einer unaussprechlichen Herrlichkeit tot, wenn du keine Widerstände mehr hast.

Das Leben findet nur auf dieser Erde statt.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon pirate23 » Mi 10. Feb 2010, 20:28

Scardanelli hat geschrieben:Etwas kann im Frieden sein ohne es zu wissen
Etwas kann sich im Frieden wissen, ohne im Frieden zu sein
und endlich kann etwas im Frieden sein und es wissen

Oder nicht im Frieden sein, ohne zu wissen, dass es nicht im Frieden ist.

Aber das ist egal. Was der eine für Frieden hält, könnte der nächste ja schon für schlecht und verdorben halten.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Mi 10. Feb 2010, 20:55

Schoham hat geschrieben: Petrus fehlte das Wichtigste: Gottes Geist im Herzen. Drei jahre lang lehrte der Meister den Jünger und der Jünger dachte er hätte es begriffen und wagte eine Aussage die er nicht ausführen konnte. Nein - nicht arbeit fehlte dem Petrus.

Ich würde mal sagen, dir fehlt das Wichtigste, um überhaupt in die Nähe des Verrates Jesu kommen zu können. Im Falle des Petrus war Jesus in Not, jetzt sitzt er aber gemütlich zur Rechten des Vaters. Da ist er auf niemanden mehr angewiesen.

Das Geschenk des Heiligen Geistes benötigte er um Seinen Meister zu ehren und von Ihm zu predigen und für Ihn zu sterben.

Wie ehrt ein Mensch denn Gott?

Der HERR hatte gelehrt das sie ohne Ihn nichts tun könnten.

Was tun denn Menschen mit dem HERRN im Gegensatz zu Menschen ohne den Herrn?

Es gibt Arbeitgeber, die loben ihre Mitarbeiter. Glaubst du, die Mitarbeiter werden davon satt?
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Schoham » Mi 10. Feb 2010, 20:56

Scardanelli hat geschrieben:Niemand will an sich eine unaussprechliche Herrlichkeit.


Das Kind kann es fast nicht aushalten - kaum mehr warten. Bald ist es soweit - es darf die Ueberraschung sehen und erleben. Die Eltern hatten es nicht ausgesprochen - ihm nicht gesagt was es ist - was es erwarten darf. Immer wieder wird es von den Eltern von neuem überrascht und es freut sich darauf. Macht es doch das Leben spannend und interessant.

Es ist schon möglich, dass ein Niemand oder ein hochgelehrter Mann so eine Herrlichkeit nicht will. Eine solche, die man jetzt noch nicht fassen und sehen kann. Dazu muss man ein Kind werden.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Do 11. Feb 2010, 10:37

d.l.i.g hat geschrieben:Nicht die Versöhnung von gut und böse ist das Ziel, denn sie liegen nicht im Streit zueinander.
Das Ziel ist die Ver- ein- igung.

Die Versöhnung ist weder im Gegensatz noch im Widerspruch zur Vereinigung. Wer lapidar auf den Unterschied zwischen Vereinigung und Versöhnung besteht, der möchte nur an der Oberfläche bleiben.

Es ist richtig, das Gut und Böse nicht im Streit liegen. Es ist insofern richtig, weil Gut und Böse je abstrakt oder bewusstlos sind. Konkret oder für dasselbe werden Gut und Böse erst dann, wenn sie gemeinsam in einem sind. So ist jeder Mensch gut und er ist böse, jeder einzelne Mensch. Hier kommen Gut und Böse zur Erscheinung und das lässt sich ganz einfach zeigen:

„Hallo, ich bin Hans und ich bin Alkoholiker.“
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Do 11. Feb 2010, 10:51

tiktak hat geschrieben:
alegna hat geschrieben:
d.l.i.g hat geschrieben:Das Ziel ist die Ver- ein- igung.

Die Vereinigung von Gut und Böse :?
Geht doch nicht, Gott kann keine Gemeinschaft mit dem Bösen haben.

Doch kann er,denn in jedem Menschen steckt der Trieb, richtig als auch falsch zu handeln,auch in Christen und auch diese handeln nicht immer nur gut und trotzdem lässt es Gott "regnen" über gut und böse ;)
Komischer Weise zeigt die Bibel einen Jesus,der unter Sündern war und sagte,dass die Kranken des Arztes bedürfen...und nicht die Gerechten,und nun lehrst du,Gott kann keine Gemeinschaft haben mit dem bösen(was ist denn böse-Alegna,was verstehst du persönlich darunter?)

Inhaltlich kann Gott tatsächlich keine Gemeinschaft mit dem Bösen haben, formal dagegen schon.

Jesus sagt, nur Gott sei gut. Das Gute darf nicht besudelt werden, denn dann wäre es nicht mehr gut.

Wenn der Widerspruch in einem einzigen ist, dann muss spekuliert werden. Und das bedeutet, die Standpunkte zu wechseln.

Durch seinen Sohn hat Gott Gemeinschaft mit dem Bösen. Jesus macht ja selbst einen Unterschied zwischen sich und Gott, obwohl er Gott sei. Einen Unterschied kann jeder Mensch auch mit sich selbst machen.

Das ist der sündige Mensch, der sich bessern möchte. Nur wenn das Gute in ihm ist, kann er auf die Idee kommen, sich bessern zu sollen. Was nur Böse sei, käme nie auf den Trichter, sich bessern zu wollen.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Schoham » Do 11. Feb 2010, 14:36

@ Scardi

Ist es nicht um so erstaunlicher, dass Petrus - jetzt, wo Jesus im Himmel ist - sich schlagen und einsperren lässt für Ihn? Indem man Gott fürchtet - ehrt man Ihn. Der Gottesfürchtige möchte ein heiliges leben führen und Sünden in jeglicher Form meiden. Die Werke die ein Mensch aus Gott tut bleiben für immer bestehen. Die Seelen der Menschen die durch Worte oder Taten anderer zu Gott fanden - die bleiben für immer. Alles andere wird eines Tages nicht mehr da sein. Wenn der Arbeitgeber den Mitarbeiter neben dem loben auch noch gerecht entlöhnt - dann wird er an Gemüt und Bauch genüge haben und sich satt fühlen.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Do 11. Feb 2010, 19:58

jes_25913 hat geschrieben: Ich meine, hier sind ein paar Denkfehler festzustellen: Ich weiß nicht, was Du Dir unter einem “Himmel” vorstellst, aber meine Vorstellung von ihm ist mit einem “Ende der Entwicklung” nicht kompatibel.

Was sagt denn die Bibel über den Himmel!

Der Himmel ist eine große Zeltdecke, die am Tag des Gerichtes zusammengerollt werden wird. Dabei ist der Himmel ein Gebilde, gleich einem Kristall oder einem Spiegel ähnliche. Er wird von den höchsten Bergen wie von Säulen getragen. Dieses Gewölbe hat Türen und Fenster. Durch diese Öffnungen sendet Gott Regen, Blitze und seinen Segen. Hierdurch hat Gott übrigens auch das Manna auf die Erde geschüttet. Dieser Himmel soll allerdings vergehen und eine neue Schöpfung erfolgen.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon jes_25913 » Fr 12. Feb 2010, 09:04

Scardanelli hat geschrieben:
jes_25913 hat geschrieben: Ich meine, hier sind ein paar Denkfehler festzustellen: Ich weiß nicht, was Du Dir unter einem “Himmel” vorstellst, aber meine Vorstellung von ihm ist mit einem “Ende der Entwicklung” nicht kompatibel.

Was sagt denn die Bibel über den Himmel!

Der Himmel ist eine große Zeltdecke, die am Tag des Gerichtes zusammengerollt werden wird. Dabei ist der Himmel ein Gebilde, gleich einem Kristall oder einem Spiegel ähnliche. Er wird von den höchsten Bergen wie von Säulen getragen. Dieses Gewölbe hat Türen und Fenster. Durch diese Öffnungen sendet Gott Regen, Blitze und seinen Segen. Hierdurch hat Gott übrigens auch das Manna auf die Erde geschüttet. Dieser Himmel soll allerdings vergehen und eine neue Schöpfung erfolgen.


Aber Scardi, was willst Du denn jetzt damit sagen?
N.B. Hast Du eine besondere Beziehung zu Hölderlin?

LG
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Fr 12. Feb 2010, 10:44

jes_25913 hat geschrieben: Für mich aber ist der Himmel kein Ort, sondern eine geistig - seelische Verfassung. Nämlich eine solche, in der ich in Einklang bin mit allem was in mir lebt (an Gefühlen, Empfindungen, Gedanken, Impulsen usw.) und alles das, was von Außen auf mich zukommt (gegenwärtig und zukünftig) mit Freuden annehmen kann.

Ist der Himmel subjektiv oder ist er objektiv?

Sollte der Himmel objektiv sein, dann wird sich der Himmel nicht nach dem richten, was du für den Himmel hältst.

Was für dich der Himmel ist, das ist unwesentlich. Wenn der Himmel mehr als nur ein Hirngespinst sein soll, dann musst du ihn schon objektiv bestimmen und nicht, wie du ihn dir vorstellst.

Sollte der Himmel aber rein subjektiv sein, also so, wie du ihn bisher bestimmt hast, dann wäre er endlich, weil er mit dir untergehen würde.

An sich hat jeder Mensch diesen endlichen Himmel zu bieten, es ist der Himmel als ein Hirngespinst.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Fr 12. Feb 2010, 10:53

jes_25913 hat geschrieben: Für mich aber ist der Himmel kein Ort, sondern eine geistig - seelische Verfassung. Nämlich eine solche, in der ich in Einklang bin mit allem was in mir lebt (an Gefühlen, Empfindungen, Gedanken, Impulsen usw.) und alles das, was von Außen auf mich zukommt (gegenwärtig und zukünftig) mit Freuden annehmen kann.

Hirngespinste dieser Art wirst du auch empfinden, wenn du Heroin intravenös konsumierst - dann bist du mit der ganzen Welt im Einklang.
Im Johannesevangelium wird berichtet, der Sohn Gottes habe auch von dem Reich Gottes gesprochen, das jetzt sei. Es ist aber jetzt nicht, jedenfalls nicht objektiv. Auch im Buddhismus gibt es Bestrebungen, neben dem Objektiven die Seligkeit aus dem Endlichen zu entwickeln.
Da fehlt halt etwas, und zwar der Ort als einer, der geteilt werden kann und zwar mit dem Nächsten. Wenn das Reich Gottes nur in dir wäre, dann kannst du es nicht mit deinem Nächsten teilen, denn der hat nichts davon.

Wenn der Himmel ein Ort ist - als stabile, äußere Gegebenheit, in die der Mensch einfach hineingesetzt wird - dann kann natürlich die eigene Vorstellung vom Himmel voll daneben sein und sich letztlich als etwas herausstellen, was der Betreffende gerade nicht will (das ist ja das, worauf Naqual aufmerksam machen wollte). Dann kommt seine Vorstellung tatsächlich aus einem Nichtkennen, sondern nur aus einer äußeren Übernahme von Vorstellungen anderer.

Der Himmel hat ganz gewiss auch äußere Umstände. Wenn die äußeren Umstände die Hölle sind, dann wird der Himmel in dir nichts nützen, nicht endgültig.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon SunFox » Fr 12. Feb 2010, 11:02

Scardanelli hat geschrieben: ......


Hallo altes Haus, sehe ja jetzt erst, das du noch lebst! :)

Liebe Grüße von SunFox
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Fr 12. Feb 2010, 11:05

jes_25913 hat geschrieben: Der Himmel ist dann nicht ortsgebunden, sondern überall und jederzeit dort, wo ich bin. Ich kann also bereits hier auf Erden “im Himmel” leben, wie auch in allen anderen Welten, wie zum Beispiel der nachtodlichen Welt.

Das sind die ad hoc Lösungen aller bisherigen Bemühungen von Menschen, sich religiös zu benehmen.
Religion setzt bis jetzt immer beim einzelnen Menschen an. Die religiösen Inhalte sind auf den einzelnen Menschen zugeschnitten.
Jeder solle so laufen, dass er den Siegeskranz erhalte, sagte Paulus.

Das trägt aber nicht, weil es nur einen Teil der Realität berücksichtigt. Und aus diesem Grund kommst auch du nur wieder beim einzelnen Menschen heraus, der gegen die Wirklichkeit meint, sein Heil zu erlangen.

Das Heil, dass sind Bedingen, die dich umgeben, die dich wachsen lassen. Das Wachstum ist nicht in einem Menschen eingeschlossen und kommt aus diesem heraus.
Gott in dir, das nützt nichts, wenn die Bedingungen außer dir damit im Widerspruch sind.

Im Falle Gottes muss alles stimmen, das Innere und das Äußere und das Äußere übersteigt jeden einzelnen Menschen enorm. Jeder Mensch kann wohl sich selbst Gott hingeben, aber eben nicht die äußeren Bedingungen, denn darüber verfügt kein einzelner Mensch.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Fr 12. Feb 2010, 11:11

Sei gegrüßt SunFox – meine Güte, über 21.000 Beiträge. :D
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon jes_25913 » Sa 13. Feb 2010, 09:58

@ Scardanelli

Himmel und Hölle sind Zustände die sich dem Subjekt aus seinem Verhältnis zur Objektivität ergeben. Objektiv sind das Beständige (Ewige) und das Veränderliche (Natur).
Weiß sich der Mensch nicht als ewiges Wesen wird er von der Veränderlichkeit irgendwann so überfordert, dass er unter seinem Verhältnis so leiden wird, dass sein Zustand als höllisch bezeichnet werden könnte.
Weiß sich der Mensch hingegen als ewiges Wesen, dann schaut er aus der Ruhe des Geistes auf die Veränderungen in der Natur. Sie ist ihm dann angenehme, interessante Unterhaltung. Dieser Mensch, frei vom leiden, lebt im Himmelreich.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Sa 13. Feb 2010, 11:21

jes_25913 hat geschrieben: Der Himmel ist dann nicht ortsgebunden, sondern überall und jederzeit dort, wo ich bin. Ich kann also bereits hier auf Erden “im Himmel” leben, wie auch in allen anderen Welten, wie zum Beispiel der nachtodlichen Welt.
Himmel ist also für mich ein dynamischer “Zustand” basierend auf einer ständig sich aufbauenden positiven Wechselwirkung von Außen und Innen, Innen und Außen und damit keinesfalls stagnierend und langweilig.

Vielleicht hast du ja Recht? Das lässt sich so genau nicht aus deinem Beitrag entnehmen, denn du hast noch nicht gezeigt, ob du des Begriffs des „Ich“ mächtig bist.

Im Monotheismus ist „Ich“ Gott und du bist auch „Ich“, wie jeder einzelne Mensch „Ich“ ist.

Es fragt sich also, ob du an jedem Punkt deiner Argumentation weißt, wo du dich gerade innerhalb des Begriffs befindest?

Nach meiner Erfahrung ist hier ein großes Durcheinander angesagt und es werden die Formen wild durcheinander geworfen.

Sicher ist „Ich“ auch nachtodlich, du aber ganz gewiss nicht. Wenn du als dieses einzelne Ich gestorben bist, dann ist „Ich“ davon unberührt.

Das dies wie dynamisch erscheint, ist dann kein Wunder. Du, als dieser Einzelne, du musst dich aber nicht verrenken, damit Du und Ich auch nachtodlich ist.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Sa 13. Feb 2010, 11:42

jes_25913 hat geschrieben: Himmel ist also für mich ein dynamischer “Zustand” basierend auf einer ständig sich aufbauenden positiven Wechselwirkung von Außen und Innen, Innen und Außen und damit keinesfalls stagnierend und langweilig.

Wenn alles positiv wäre, woher soll dann die Dynamik kommen?
Einen kleinen Geschmack vom Himmel hat man vielleicht dann, wenn man unternehmungslustig ist und sich plötzlich etwas zutraut, wovor man früher zurückschreckte, die “Sache” nun begeistert angeht, und dann die Freude des Gelingens genießt. Dann vielleicht eine wohlige Müdigkeit hat und im Hintergrund das angenehme Bewusstsein den Tag sinnvoll verbracht, wirklich etwas geleistet zu haben und in der Freude auf den nächsten Tag einschläft. Hier liegt also die gesamte Kette des Ablaufs im positiven Bereich.

Ob sie jetzt Jesus oder Buddha heißen - die Sprachlosigkeit über das, was der Himmel sein soll, ist auch hier überwältigend. Entweder werden einem lauter Plattheiten aufgetischt, wie die Wohnsiedlung die Jesus bauen möchte, oder es soll ein verträumter Blick unter einem Bodibaum sein.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Sa 13. Feb 2010, 11:47

jes_25913 hat geschrieben: “Himmel” wächst, weitet sich aus (Jesus sprach ja auch vom Himmelreich als einem Baum, der aus einem Senfkorn wächst) und ist nicht dadurch zu erreichen, dass man sich das äußere Leben immer bequemer macht - was das Bestreben der meisten Menschen ist - und was nur Schalheit und Langeweile hervorruft, sondern wenn Lust erwächst Schwierigkeiten zu überwinden (s. mein Beispiel oben).

Der Himmel ist dort, wo es im Allgemeinen und im Einzelnen gerecht zugeht.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon tiktak » Sa 13. Feb 2010, 12:53

Scardanelli hat geschrieben:
jes_25913 hat geschrieben: “Himmel” wächst, weitet sich aus (Jesus sprach ja auch vom Himmelreich als einem Baum, der aus einem Senfkorn wächst) und ist nicht dadurch zu erreichen, dass man sich das äußere Leben immer bequemer macht - was das Bestreben der meisten Menschen ist - und was nur Schalheit und Langeweile hervorruft, sondern wenn Lust erwächst Schwierigkeiten zu überwinden (s. mein Beispiel oben).


Der Himmel ist dort, wo es im Allgemeinen und im Einzelnen gerecht zugeht.

Ist deine Ansicht! Was ist denn gerecht?

Ok, jetzt ich:
Der Himmel ist dort, wo nicht mehr viele Realitäten durch Sichtweisen des Einzelnen entstehn, sondern es nur mehr eine Realität gibt,nämlich die Wahre und alle die erkennen werden und dadurch Einheit sein wird unter allen,dadurch kein Chaos mehr sondern Ordnung- es ist ein innerlicher Zustand der dann nach aussen hin sichtbar wird durch handeln
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon pirate23 » Sa 13. Feb 2010, 14:30

jes_25913 hat geschrieben:(Jesus sprach ja auch vom Himmelreich als einem Baum, der aus einem Senfkorn wächst)

Wobei noch zu belegen wäre, dass es sich bei "Königreich Gottes" und "Himmel" um die gleiche Sache handelt.


tiktak hat geschrieben:Der Himmel ist dort, wo nicht mehr viele Realitäten durch Sichtweisen des Einzelnen entstehn, sondern es nur mehr eine Realität gibt

Die Bibel sagt nicht nur sehr genau wo der Himmel ist, sondern sogar wie er erschaffen wurde.
Das steht alles im ersten Kapitel im ersten Buch Mose.

nämlich die Wahre und alle die erkennen werden

Aber "alle Leute" und "eine Wahrheit" schließt sich doch gegenseitig aus...
Außerdem bedeutet "erkennen" in der Bibel was ganz anderes :lol:

"Und der Mensch erkannte seine Frau Eva, und sie wurde schwanger"
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon jes_25913 » Sa 13. Feb 2010, 14:41

Scardanelli hat geschrieben:
jes_25913 hat geschrieben: Der Himmel ist dann nicht ortsgebunden, sondern überall und jederzeit dort, wo ich bin. Ich kann also bereits hier auf Erden “im Himmel” leben, wie auch in allen anderen Welten, wie zum Beispiel der nachtodlichen Welt.
Himmel ist also für mich ein dynamischer “Zustand” basierend auf einer ständig sich aufbauenden positiven Wechselwirkung von Außen und Innen, Innen und Außen und damit keinesfalls stagnierend und langweilig.

Vielleicht hast du ja Recht? Das lässt sich so genau nicht aus deinem Beitrag entnehmen, denn du hast noch nicht gezeigt, ob du des Begriffs des „Ich“ mächtig bist.

Im Monotheismus ist „Ich“ Gott und du bist auch „Ich“, wie jeder einzelne Mensch „Ich“ ist.

Es fragt sich also, ob du an jedem Punkt deiner Argumentation weißt, wo du dich gerade innerhalb des Begriffs befindest?...


Lieber Scardanelli,
wir müssen unterscheiden zwischen Ich und Ich - Bewusstsein. Das Ich existiert immer und ewig. Es kennt kein entstehen und kein vergehen. Das Ich - Bewusstsein entsteht allerdings durch einen Prozess der Bewusstwerdung.
Im Menschen kann sich das Ich zunächst als Ergebnis der Identifikation mit dem physischen Körper bewusst werden. Da bedeutet <Ich>: Ich bin der, der sich durch seine Vorlieben und Abneigungen von dir unterscheidet und der dort ist, wo sein physischer Körper ist - mag sein Geist auch in anderen Regionen schweben. Das <Ich< ist also hier noch nicht bei sich selbst, sondern nur persona. Diese persona ist bereits hier auf Erden in ständigem Wandel - als Kind ist man anders denn als ein Erwachsener. Diese Persona ist auch nach dem Tod eine andere, und dann erst recht, wenn sie wieder auf die Erde kommt: als ganz neue Person. Aber immer ist es das im Prozess seiner Selbstbewusstwerdung befindliche <Ich>, die sich mit allen den Erfahrungen usw. der Person identifiziert.
Kommt allerdings dieses <Ich> dahin, sich als ewig zu erkennen, dann ist es wahrhaft bei sich selbst angelangt, und dann hören alle Leiden auf, da es keine Identifikation mit dem Wandelbaren mehr gibt. Dann ist ewige Seligkeit erreicht.
jes_25913 hat geschrieben: Himmel ist also für mich ein dynamischer “Zustand” basierend auf einer ständig sich aufbauenden positiven Wechselwirkung von Außen und Innen, Innen und Außen und damit keinesfalls stagnierend und langweilig.

Wenn alles positiv wäre, woher soll dann die Dynamik kommen?

Damit berühren wir das Geheimnis der Dreieinigkeit oder anders ausgedrückt, des Lebens.
Leben ist in sich selbst bewegt. Trägt also einen permanenten Widerspruch in sich selbst, ohne dass dieser zu Dissoziation führen würde.
Zum anderen: Es kann sowohl etwas anders sein, ohne dass es negativ sein müsste. Allein durch das Anderssein wird eine Dynamik hervorgerufen.
Die Dynamik eines rein geistigen Erkennens beruht zum Beispiel auf dem Vergleich der einen Form mit der anderen. Darin ist nichts Negatives.
Positiv und Negativ entstehen nur, wenn ich etwas auf mich beziehe, nämlich ob ich etwas ablehne (negativ) oder etwas annehme (positiv).

Einen kleinen Geschmack vom Himmel hat man vielleicht dann, wenn man unternehmungslustig ist und sich plötzlich etwas zutraut, wovor man früher zurückschreckte, die “Sache” nun begeistert angeht, und dann die Freude des Gelingens genießt. Dann vielleicht eine wohlige Müdigkeit hat und im Hintergrund das angenehme Bewusstsein den Tag sinnvoll verbracht, wirklich etwas geleistet zu haben und in der Freude auf den nächsten Tag einschläft. Hier liegt also die gesamte Kette des Ablaufs im positiven Bereich.

Ob sie jetzt Jesus oder Buddha heißen - die Sprachlosigkeit über das, was der Himmel sein soll, ist auch hier überwältigend. Entweder werden einem lauter Plattheiten aufgetischt, wie die Wohnsiedlung die Jesus bauen möchte, oder es soll ein verträumter Blick unter einem Bodibaum sein.

Himmel und Hölle können überhaupt nicht sprachlich ausgedrückt werden, da sie einfach nur Empfindungen des Positiven oder des Negativen sind.
Wenn man vom Himmelreich z.B. spricht, dann ist mit <Reich> das vieles oder alles Umfassende ausgedrückt. Also viele Inhalte, die - und deshalb <Himmel> alle positiv erlebt werden. Bei der Hölle umgekehrt.
Ein depressiver Mensch zum Beispiel lebt in einem Reich, wo er alles negativ erlebt. Er lebt damit in der Hölle.

jes_25913 hat geschrieben: “Himmel” wächst, weitet sich aus (Jesus sprach ja auch vom Himmelreich als einem Baum, der aus einem Senfkorn wächst) und ist nicht dadurch zu erreichen, dass man sich das äußere Leben immer bequemer macht - was das Bestreben der meisten Menschen ist - und was nur Schalheit und Langeweile hervorruft, sondern wenn Lust erwächst Schwierigkeiten zu überwinden (s. mein Beispiel oben).

Der Himmel ist dort, wo es im Allgemeinen und im Einzelnen gerecht zugeht.

Himmel und Hölle kann man nicht mit anderen teilen, genauso wenig, wie deine Liebe, sagen wir zur klassischen Musik. Du kannst dem anderen nur mitteilen: Wenn du es so machst wie ich, dann erlebst du auch den Himmel bzw. kannst auch du klassische Musik als Genuss empfinden. Aber natürlich kannst du dich mit denen, die auch den Himmel in sich tragen Gemeinschaft haben, da sie dich in deinem Empfindungen verstehen, ebenso mit anderen Klassikliebhabern.

LG,
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon jes_25913 » Sa 13. Feb 2010, 14:47

pirate23 hat geschrieben:
jes_25913 hat geschrieben:(Jesus sprach ja auch vom Himmelreich als einem Baum, der aus einem Senfkorn wächst)

Wobei noch zu belegen wäre, dass es sich bei "Königreich Gottes" und "Himmel" um die gleiche Sache handelt.


Mit dieser Problematik habe ich mich noch nicht genügend beschäftigt, aber ohne jetzt irgendeinen Anspruch auf Richtigkeit zu erheben, könnte man sagen, das Königreich Gottes könnte auch eine Herrschaft aber die bedeuten, die noch nicht das Himmelreich in sich tragen.

LG,
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Sa 13. Feb 2010, 19:29

Naqual hat geschrieben:
Bei Dir habe ich den Eindruck, dass Du, manchmal nicht zu unrecht, extrem hellhörig wirst, wenn etwas mit Gefühlen begründet wird.

Wenn ein Gefühl mit einem vernünftigen Gedanken zusammen auftritt, ist es ein gutes Gefühl.
In einem Menschen, der nicht von neuem geboren ist, sind die Gefühle gefährlich, weil sie global wirken und keinen Widerspruch dulden.
In einem Sünder wirken die Gefühle den Geist benebelnd. Und der erste Schritt wäre, damit zu rechnen. Deshalb sollten Sünder ihren Gefühlen zuerst misstrauen, denn im Sünder dient das Gefühl der Sünde.
Ein Sünder auf dem Weg zur Widergeburt wird sich zuerst sehr unwohl fühlen.

Umgekehrt jedoch: Vergebung ist m.E. auf Liebe angewiesen, was soll das sein Vergebung ohne Liebe?

Was soll denn dauernd vergeben werden? Das erweckt den Eindruck, als wenn ein Teil dem anderen dauernd vors Schienbein tritt und dieser dann immer und immer wieder vergibt. Also Liebe ist das nicht, sondern eine merkwürdige Form von Stillstand. Liebe ist nicht, beim Vergeben stehen zu bleiben, sondern darüber hinaus wirklich zu sein.
Trotzdem ist es aber so, dass die ja grundsätzlich in mir auch als Gefühl erfahrbare Liebe zu einem anderen Menschen, die Absicht erzeugt, die schließlich in das Handeln führt, wo ich zumindest annehme, dem anderen etwas Gutes zu tun.

Liebe ist kein Gefühl. Die Liebe wird von Gefühlen begleitet, die typisch sind.
Umgekehrt kann ich aber schon auch sagen, ein Mangel am Handeln ist ursächlich auch ein Mangel an Gefühl für den anderen. Also eine Tendenz zur Gleichgültigkeit.

Der Mangel am Handeln wird dort empfunden, wo zwar die Früchte genossen werden möchten, ohne die nötige Arbeit zu erledigen, weil sie zu anstrengend ist. Wer liebt, der muss zuerst Verzicht leisten und zwar auf das, worauf die meiste Gier besteht.
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