Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Moderator: bigbird

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon tiktak » So 7. Feb 2010, 15:04

Erzwungene Versöhnung ist keine Versöhnung

Aber ist es nicht genau das, wenn man sich nur versöhnt,weil es eben ein Gebot Gottes ist,wie auch die Nächstenliebe ?
Es ist ähnlich wie bei Gesetzen, zum Beispiel,Verkehrsvorschriften
Halte ich diese,weil es eben Vorschriften sind ( ich bei nicht Beachtung bestraft werden kann) oder halte ich sie, weil es meine tiefste Überzeugung und Einsicht ist, dass diese Verkehrsvorschriften der Allgemeinheit zum Schutz als auch zur Regelung dient
Nun sagt die Bibel, du sollst....oder sonst.....also halte ich es, weil eben ein Gebot
Wenn man nicht vergibt,wird Gott einem nicht vergeben-das ist schon wieder ein Ultimatum!
Aber anders ist es, wenn es in mir ist,eben das Bedürfniss, vergeben zu wollen-und ich denke, genau das ist es, was Gott in einem bewirken kann, dass seine göttliche Liebe in uns ist, so dass es in uns dieses bedürfniss erweckt, zu vergeben ,als auch den Nächsten zu lieben usw.
Man kann ja auch nicht Gott lieben,weil es eben nun mal die Bibel sagt, man soll....
Entweder es kommt von innen heruas,dass man ihn liebt-oder eben nicht
LG
tiktak
Gesperrt
 
Beiträge: 5671
Registriert: Di 28. Apr 2009, 21:23

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon pirate23 » So 7. Feb 2010, 15:07

Johncom hat geschrieben:Ja, die Liebe ( und eigentlich alles Leben ) beginnt mit Gott, mit Ich Bin

Aber so heißt der doch nicht wirklich. JHWH ist ein kaum zu übersetzender Eigenname. Auf Inschriften aus dem Baal-Tempel von Ugarit wird er gar als "Sohn des EL" bezeichnet.


Schoham hat geschrieben:Der Mensch bleibt so lange geteilt - in sich leer und suchend - bis er gefunden den seine Seele liebt

Da Gott sich angeblich überall gleichzeitig befindet, müsste dieser Satz allerdings so heißen: "Der Mensch bleibt so lange geteilt - in sich leer und suchend - wie er glaubt, unbedingt irgendwas finden zu müssen."

Dann erst wird er ganz - wenn er gesucht und gefunden - er selbst gefunden wurde

Etwas Allgegenwärtiges zu suchen, erscheint mir ziemlich kontraproduktiv. Und etwas Allwissendes, das mich erstmal finden muss, kann auch nicht wirklich allwissend sein. Euer Glaube ist schon irgendwie komisch.

Gott und Mensch sind nicht von der gleichen Art.

Zuerst nicht, aber inzwischen schon.

Und Gott, der HERR, sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie einer von uns, zu erkennen Gutes und Böses.


Scardanelli hat geschrieben:Also ist die Trennung von Subjekt und Objekt wahr und sie ist unwahr. Es kommt auf den jeweiligen Standpunkt an.

Aber man weiß noch nicht so genau, ob das dann ein objektiver oder ein subjektiver Standpunkt wäre.

Die Liebe ist immer der rechte Weg.

Es soll auch Leute geben, die sind Waffenfanatiker und lieben ihre AK-47.

Wenn Adam lieben würde, dann wäre er geheilt. Der Mensch kann sich gar nicht selbst lieben, als höchstens sich selbst begehren. Der Mensch ist weil er nur Teil ist, so konstruiert, dass er immer nur den Nächsten lieben kann.

Immer wieder erstaunlich, welch wundersame Theorien sich aus alten Bibeltexten konstruieren lassen...
pirate23
Gesperrt
 
Beiträge: 2928
Registriert: Mo 26. Mai 2008, 11:46

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon pirate23 » So 7. Feb 2010, 15:20

jes_25913 hat geschrieben:Das Vergängliche kann, da es eben Anfang und Ende hat, nicht Ursache seiner selbst sein.

Genau. Und im Gegensatz zu sämtlichen Göttern, Religionen, Kulturen, Moralvorstellungen und persönlichen Wertemaßstäben ist Materie wirklich ewig und unvergänglich.

Folglich hat alles, was entstanden ist, seinen Grund im Unentstandenem, im Ewigen, das wir auch Gott nennen.

Ja, oder Materie.

Nun ist das Ewige aber etwas Bewegtes - denn sonst hätte ja aus ihm nichts Zeitliches entstehen können.

Das ist richtig. Das Innere eines Atoms ist ständig in Bewegung.

Worauf zielt aber die Bewegung des Ewigen?

Atome verbinden sich durch ihre Energiefelder mit anderen Atomen und bilden dadurch Moleküle.

Damit ist der Fall eingetreten, dass dieses Geschöpf entgegen dem Urgrund (also Gott) handeln kann.

Du kannst gegen die Naturgesetze handeln? Wie machst du das?

Denn nicht nur das Ewige konnte sich als Ewiges in ihm erkennen, sondern das Geschöpf konnte sich auch selbst als Geschöpf erfassen, und damit als vergängliches Wesen; - da gleichzeitig der Urgrund “geahnt” wurde, so dass im Menschen (wie auch in jedem Geschöpf, das “genügend” selbstreflexiv ist) ein Zwiespalt entstand

Ein Zwiespalt in deinen Denkprozessen.

In dem Sinne ist es auch richtig, wenn manche sagen, wir waren niemals von Gott getrennt und werden es auch niemals sein.

Na bitte.


Schoham hat geschrieben:Wie viele Menschen sind grad heute bereit, sich mit ihrem Nächsten zu versöhnen?

Ich. Morgen abend ist leider schlecht, aber Dienstag so ab halb 9 kannst du gern mal auf nen Kaffee vorbeikommen.
pirate23
Gesperrt
 
Beiträge: 2928
Registriert: Mo 26. Mai 2008, 11:46

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon livia » So 7. Feb 2010, 15:35

pirate23 hat geschrieben:Ich. Morgen abend ist leider schlecht, aber Dienstag so ab halb 9 kannst du gern mal auf nen Kaffee vorbeikommen.


@schoham

Also dieses einmalige Angebot von unserem lieben Piraten würd ich mir nicht entgehen lassen :lol:

:baby:
- Liebe lebt vom Lieben -

Zum Herzen führen keine lauten Straßen, sondern nur stille Wege.
Benutzeravatar
livia
Abgemeldet
 
Beiträge: 2379
Registriert: Fr 23. Mai 2008, 20:20

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Naqual » So 7. Feb 2010, 17:10

Scardanelli hat geschrieben:Die Frage der Erlösung ist ja auch die Frage, wer das wirklich sein möchte? Bisher wurde noch kein erlöster Mensch vorgestellte. Wenn mal ein erlöster Mensch vorgestellt würde, dann möchte das vielleicht keiner mehr sein?


Da steckt viel drin. :mrgreen:

Mir kam der Gedanke mal in einem anderen Zusammenhang:

Jeder schreit er möchte in den Himmel. Nun sei der Himmel ein Reich, wo einer dem anderen dient, es ist ja ein Reich von Liebenden und nicht von Lieblosen.
Jetzt hat jemand in diesem Leben extreme Schwierigkeiten, anderen zu dienen. Er fühlt sich wohler, wenn die anderem ihm dienen.
Gott! Für den müsste der Himmel die Hölle sein! Die ganze Zeit unter dem Zwang den anderen dienen zu müssen und dabei noch wohlfühlen heucheln!
Also ist es eher umgekehrt, keiner will so recht in den Himmel.

Ehm, wobei dieses himmlische Problem auch nicht gerade dadurch gelöst wird, dass Gott über die Schwierigkeit zu dienen hinwegsieht und nicht anrechnet, weil man ihn beim rechten Namen benennt.
Benutzeravatar
Naqual
Abgemeldet
 
Beiträge: 6212
Registriert: Sa 13. Okt 2007, 11:08

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » So 7. Feb 2010, 18:00

Schoham hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:
Schoham hat geschrieben: Der Allernächste ist Gott durch Seinen Geist im Herzen des Menschen.

In dieser Form ist Gott ideal vorgestellt.

Ja :)).

Eine Idee ist etwas Abstraktes. Das Konkrete der Idee ist zuerst derjenige, welcher sie denkt, also wäre Gott als Idee in deinem Herzen du selbst.
Es ist schwer für den Menschen, sich vom kleinen ich zu lösen - erlösen zu lassen.

Sich erlösen zu lassen ist leicht, denn es tut ein anderer. Es fragt sich nur, was ein anderer erlösen kann? Wenn du für dein Kind die Schulaufgaben machst, dann ist dieses Kind in seltsamer Weise wohl erlöst und auch wieder nicht.

Wer Gott in sein innerstes hinein lässt, der darf erleben, was für eine Kraft das Licht hat und wie es den ganzen Menschen erleuchtet, so das denken, reden und tun sich auf wundervolle weise verändern. Dies kommt dann dem Nächsten zu gute.

Du kannst nur geben, worüber du verfügst. Wenn du nicht über dein Innerstes verfügst, dann kannst du es auch nicht hergeben.
Es gibt Religionen, da dauert es erstmal Jahre der Übung, bis ein Mensch erstmal über das verfügt, was er dann hergibt.

Es lässt sich aber mittelbar überprüfen, wenn etwas gegeben wurde.
Benutzeravatar
Scardanelli
Gesperrt
 
Beiträge: 9346
Registriert: So 6. Okt 2002, 20:02

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » So 7. Feb 2010, 18:25

Naqual hat geschrieben: Wie versöhnt sich bei Dir gut und böse? Steigerst Du im Abstrakten die Dualität als Grundvoraussetzung darüberliegender monistischer Erkenntnis?

Formal ist das einfach, weil Gut und Böse im konkreten Fall niemals alleine auftreten, wenn das Böse hinzugetreten ist.
Das Gute ist immer Abstrakt und das Böse ist immer nicht. Das Böse kann sich nur erhalten, wenn es vom Guten sozusagen beschützt wird, weil das rein Böse die absolute Vernichtung ist, also auch seine eigene.
Gut und Böse sind nur im Menschen konkret, deshalb hat Gott den Menschen geschaffen. Die Versöhnung ist dem Geist nur in der Form des Menschen möglich, denn Gott ist eben nur das schlechthin Gute.
Versöhnung ist die Überwindung des Selbst. Hier weiß der Gute, dass er auch der Böse ist. Und dass er das Böse was er ist, überwinden muss, das ist, sich selbst zu überwinden und das ist unendlich schwer, weil es so schmerzhaft ist, dass es wie im Reflex geleugnet wird.

Und du kannst die Strategien alle aufzählen, die Menschen verwenden um das zu leugnen.
Oder im Konkreten: wie versöhnt sich bei Dir der Trieb, den anderen umzulegen, auf den man wütend ist, ohne das Böse nicht zu versöhnen, sondern zu eliminieren?

Dazu müsste erstmal das Motiv erkannt werden, das dahinter steckt, denn es als Trieb vorzustellen ist schon eine Abwehrmaßnahme.
Ich kann Gott in Allem sehen und Mensch als Teil, dass am Ganzen zu funktionieren hat. Gut sei, was am Ganzen richtig wirkt. Dann gibt es aber mit dem Gegensatz keine Versöhnung.

Wie es richtig sei, erkennst du nur, wenn du es auch falsch machen kannst. Es muss eine Wahl geben.
Benutzeravatar
Scardanelli
Gesperrt
 
Beiträge: 9346
Registriert: So 6. Okt 2002, 20:02

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Johncom » So 7. Feb 2010, 18:51

Scardanelli hat geschrieben:Das Sein Gottes ist nicht real, weil das bloße Sein leer ist. Real ist das, was bestimmt ist. Der Sohn Gottes ist real, weil der Sohn Gottes Mensch ist. Das Sein muss sich schon im Dasein realisieren.


Hm .. ja. Wir spielen mit Worten, reihen Gedanken aneinander, die sehr hoch klingen. 'Real' wird Kommunikation in einem Forum wie diesem wenn Gedanken ausgetauscht werden, die sich gut verstehen lassen. Gedanken, die möglichst gut verstanden werden, so dass sie möglichst gut beantwortet werden können.

Dass 'real' nur das ist, was sich bestimmen lässt ?? das ist eine bestimmte Definition von real. Meine ist eine andere, da ist real das Attribut was Gott und dem Göttlichen zukommt. Da ist real das Unabhängige, Unsterbliche. Also das was immer war und nicht vergeht, eben das Seiende. Oder das Nicht-Seiende je nachdem von wo aus man sieht. Das ist real was nicht abhängt von Raum und Zeit.

Wir können auch andere Bestimmungen von real suchen und finden, gemeinschaftlich. Wenn nur der Eine dem Andren seine Version vorknallt, wäre das nicht so kommunikativ.

Nochmal zum leeren Sein: In dieser Leere ist auch die ganze Fülle des Bewegten ... das ganze Leben, alles. Nur eben, dass das Leben - weil es kommt - auch wieder geht. Weil das was Anfang hat auch Ende hat.

PhiloMuc hat geschrieben: Worum geht es? Um die angebliche Trennung von Subjekt und Objekt, zum Beispiel!


Nicht für alle Gläubigen liegt der Schwerpunkt im Hoffen auf ein Paradies im Morgen, für einige ist es der Weg, das Bewusstsein zu verfeinern. Sich als das Eine in Allem wiederzuerkennen. Die Dualität kann nicht aufgehoben werden, wohl aber der Dualismus. Das Denken in Trennungen sowie das von Konflikten durchzogene Leben.
Benutzeravatar
Johncom
Wohnt hier
 
Beiträge: 2575
Registriert: Di 21. Mär 2006, 08:46
Wohnort: Deutschland

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » So 7. Feb 2010, 18:52

tiktak hat geschrieben: Aber ist es nicht genau das, wenn man sich nur versöhnt,weil es eben ein Gebot Gottes ist,wie auch die Nächstenliebe ?
Es ist ähnlich wie bei Gesetzen, zum Beispiel,Verkehrsvorschriften
Halte ich diese,weil es eben Vorschriften sind ( ich bei nicht Beachtung bestraft werden kann) oder halte ich sie, weil es meine tiefste Überzeugung und Einsicht ist, dass diese Verkehrsvorschriften der Allgemeinheit zum Schutz als auch zur Regelung dient

Das ist vom Prinzip her schon richtig, nur kann die Liebe unbeschadet geboten werden, weil niemand das Liebesgebot halten kann. Liebe ist nicht geeignet, geboten werden zu können, denn Liebe setzt Freiwilligkeit notwendig voraus.
Liebe ist nur, wenn sie zu 100% aus dem Subjekt kommt. Liebe als Gebot ist keine Liebe.
Nun sagt die Bibel, du sollst....oder sonst.....also halte ich es, weil eben ein Gebot

Das Leben des Menschen ist eine ununterbrochene Flut eines Sollens: Das bist du im Moment, aber das sollst du werden. Das wird dem Menschen auch nicht abgestellt werden, weil das sein Innerstes berührt.
Weil der Mensch immer etwas soll, ist es am sinnvollsten, wenn der Chef sagt, was das nun wäre. Das Sollen sollte schon von Gott kommen, denn dann weiß jeder, dass es das rechte ist.
Wenn man nicht vergibt,wird Gott einem nicht vergeben-das ist schon wieder ein Ultimatum!

Ich hätte das so nicht formuliert. Es ist wohl besser zu sagen, dass die Vergebung Gottes nutzlos ist, wenn wir nicht vergeben, weil Gott nicht für uns stellvertretend vergeben kann.

Aber anders ist es, wenn es in mir ist,eben das Bedürfniss, vergeben zu wollen-und ich denke, genau das ist es, was Gott in einem bewirken kann, dass seine göttliche Liebe in uns ist, so dass es in uns dieses bedürfniss erweckt, zu vergeben ,als auch den Nächsten zu lieben usw.
Man kann ja auch nicht Gott lieben,weil es eben nun mal die Bibel sagt, man soll....

Gott sollte nur das bewirken, was nützlich ist. Es ist nicht nützlich, wenn Gott in dir bewirkt, dass du vergibst, denn in dem Fall hättest du die Vergebung nicht erlebt.

Es ist nicht gut, wenn ein anderer dein Leben lebt.
Benutzeravatar
Scardanelli
Gesperrt
 
Beiträge: 9346
Registriert: So 6. Okt 2002, 20:02

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Schoham » So 7. Feb 2010, 19:43

Scardanelli hat geschrieben:Du kannst nur geben, worüber du verfügst. Wenn du nicht über dein Innerstes verfügst, dann kannst du es auch nicht hergeben.


Ueber etwas verfüge ich: Ich kann mich entscheiden das ich das will was Gott will weil ich davon überzeugt bin das Sein Wille der Beste ist. So habe ich die Möglichkeit mich selbst und alles was ich bin und habe Gott zu überlassen.
Schoham
My home is my castle
 
Beiträge: 10305
Registriert: Di 12. Jul 2005, 14:47

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon tiktak » So 7. Feb 2010, 22:57

Scardanelli hat geschrieben:
Aber anders ist es, wenn es in mir ist,eben das Bedürfniss, vergeben zu wollen-und ich denke, genau das ist es, was Gott in einem bewirken kann, dass seine göttliche Liebe in uns ist, so dass es in uns dieses bedürfniss erweckt, zu vergeben ,als auch den Nächsten zu lieben usw.
Man kann ja auch nicht Gott lieben,weil es eben nun mal die Bibel sagt, man soll....

Gott sollte nur das bewirken, was nützlich ist. Es ist nicht nützlich, wenn Gott in dir bewirkt, dass du vergibst, denn in dem Fall hättest du die Vergebung nicht erlebt.

Es ist nicht gut, wenn ein anderer dein Leben lebt.

Ich habe geschrieben,wenn wir göttliche Liebe in uns haben,bewirkt es,dass wir eben das Bedürfniss haben,gerne zu vergeben
Die Liebe,die der Mensch als Liebe definiert,vergibt meist nur denen, denen er grade möchte,wann er möchte oder gar nicht!

Ich denk,du verstehst ,was ich meine!
tiktak
Gesperrt
 
Beiträge: 5671
Registriert: Di 28. Apr 2009, 21:23

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » So 7. Feb 2010, 23:43

Naqual hat geschrieben:
Also ist es eher umgekehrt, keiner will so recht in den Himmel.

Deshalb wird auch gesagt, dass die Vorfreude die schönste sei.

Der Mensch ist ja nie zufrieden. Das ist auch sinnvoll, weil sich der Mensch entwickelt. Der Himmel wäre aber das Ende aller Entwicklung. Das ist ein Zustand den der Mensch nicht kennt und ich würde vermuten, dass sich das sehr unangenehm anfühlt.
Benutzeravatar
Scardanelli
Gesperrt
 
Beiträge: 9346
Registriert: So 6. Okt 2002, 20:02

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon tiktak » Mo 8. Feb 2010, 00:26

Scardi:
Der Mensch ist ja nie zufrieden. Das ist auch sinnvoll, weil sich der Mensch entwickelt.

Der Mensch entwickelt sich? Zu was denn? Vielleicht häuft er sich immer mehr Wissen an und entwickelt sich körperlich und sammelt Erfahrungen-aber entwickeln? Was ist denn heute anders am Menschen als vor 2000 Jahren?
LG
tiktak
Gesperrt
 
Beiträge: 5671
Registriert: Di 28. Apr 2009, 21:23

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Naqual » Mo 8. Feb 2010, 09:10

Scardanelli hat geschrieben:Gut und Böse sind nur im Menschen konkret, deshalb hat Gott den Menschen geschaffen. Die Versöhnung ist dem Geist nur in der Form des Menschen möglich, denn Gott ist eben nur das schlechthin Gute.


Weshalb Gott den Menschen geschaffen hat, vermag ich mir hieran nicht vorzustellen, genausowenig wie es keine christlichen oder biblischen Antworten hierzu gibt (nur extrem spekulative Bemühungen, die mit ihren Implikationen immer im Leeren stranden).

Warum sollte Eins sich selbst im Guten oder dessen nicht bewusst, sich selbst spalten um sich dessen bewusst zu sein?
Ich kann zwar sagen, z.B. Liebe benötigt das zweite Subjekt, der Dreh ist nur, dass ohne dies zweite Objekt die Ursache fehlt, aus der sich heraus das erforderlich Ergebnis bilden könnte. Hier würde man quasi aus Nichts schaffen.
Benutzeravatar
Naqual
Abgemeldet
 
Beiträge: 6212
Registriert: Sa 13. Okt 2007, 11:08

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Naqual » Mo 8. Feb 2010, 09:15

Scardanelli hat geschrieben:
Naqual hat geschrieben:
Also ist es eher umgekehrt, keiner will so recht in den Himmel.

Deshalb wird auch gesagt, dass die Vorfreude die schönste sei.

Der Mensch ist ja nie zufrieden. Das ist auch sinnvoll, weil sich der Mensch entwickelt. Der Himmel wäre aber das Ende aller Entwicklung. Das ist ein Zustand den der Mensch nicht kennt und ich würde vermuten, dass sich das sehr unangenehm anfühlt.


:D In der Vollkommenheit fehlt jegliche Motivation. Es ist eins der sehr menschlichen Paradoxien unserer Natur. Wir brauchen Unzufriedenheit. :mrgreen: Und manchmal ganz arg.
Belustigt muss ich aber an die Karrikatur denken, der vollkommene Mensch völlig motivationslos im Himmel rumliegend (als die Konsequenz der Erfüllung unserer tiefsten Sehnsüchte).
Benutzeravatar
Naqual
Abgemeldet
 
Beiträge: 6212
Registriert: Sa 13. Okt 2007, 11:08

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Naqual » Mo 8. Feb 2010, 09:26

tiktak hat geschrieben:Was ist denn heute anders am Menschen als vor 2000 Jahren?


Schau Scardanelli an! :mrgreen:

Oder könntest Du Dir vorstellen, dass man mal Höhlenwandinschriften findet mit scardanellistischem Inhalt?

Denke, die "Hardware" beim Menschen ist die gleiche. Aber die Möglichkeiten den Menschen zu formen und zu beeinflussen sind auch besser geworden. In beide Richtungen, gut wie böse.
Benutzeravatar
Naqual
Abgemeldet
 
Beiträge: 6212
Registriert: Sa 13. Okt 2007, 11:08

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Lichtenberg » Mo 8. Feb 2010, 09:28

tiktak hat geschrieben:Was ist denn heute anders am Menschen als vor 2000 Jahren?


Och Tiktak, nun sei doch nicht so engherzig, denn siehe und wahrlich ich sage dir - wir haben die Zahnbürste, das WC und sehr interessante Damenunterwäsche.

:baby:

Aber jetzt einmal im ernst. Der Mensch hat es immerhin dahin gebracht, das du unbequeme Fragen, Kritik und Widerstand, auch aktiven Widerstand (bei Bedarf) gegen das Christentum aussprechen, ausüben und ausleben kannst und vor allem - auch darfst. Ohne Angst zu haben vor dem Scheiterhaufen, lebenslange Kerkerhaft, Folter und andere Bösartigkeiten von Seiten der jetzt allohnmächtigen Glaubensbewahrer. Kein Mensch zwingt dich mehr zum Glauben, kein Mensch kann dir den Gottesdienst aufzwingen und kein Mensch kann dir mehr vorschreiben, unter Bedrohung an Leib und Leben dann, was du zu Glauben hast. Das Christentum kehrt nun langsam dahin zurück, wo es einmal seinen Anfang nahm, damals, in den römischen Katakomben.
Und ich meine, da hat sich in den letzten zweitausend Jahren doch schon so einiges getan. Auch und gerade, was die Entwicklung des Menschen betrifft.

Überlge einmal, das hier wäre vor hundert Jahren noch die reinste Utopie gewesen:

Grundgesetz
I. Die Grundrechte
Artikel 4

(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.


Grüße,
Lichtenberg
„I would prefer not to“
Benutzeravatar
Lichtenberg
Gesperrt
 
Beiträge: 723
Registriert: Di 29. Dez 2009, 18:26

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Schoham » Mo 8. Feb 2010, 10:56

Scardanelli hat geschrieben:Der Mensch ist ja nie zufrieden. Das ist auch sinnvoll, weil sich der Mensch entwickelt. Der Himmel wäre aber das Ende aller Entwicklung. Das ist ein Zustand den der Mensch nicht kennt und ich würde vermuten, dass sich das sehr unangenehm anfühlt.


Wie soll er denn zufrieden sein wenn der Friede nicht ist sein? Das ist alles andere als sinnvoll. Es ist sinnleer keinen Frieden zu haben in seinem Herzen. Da fehlt Dir aber etwas ganz wunderbares Scardi: Die Gabe der Fantasie. Wer heute in der Schöpfung - auch in der Schöpferkraft des Menschen die herrlichkeit erkennt - der bekommt eine Ahnung von der atemberaubenden und ja eben fast unvorstellbaren und auch unaussprechlichen Herrlichkeit die beim HERRN sein wird. Wenn alles hemende und störende nicht mehr ist dann fängt das Leben ja erst an. Um so zu denken und fühlen müssen wir heute schon mit der Ewigkeit verbunden sein und nicht nur mit der Welt - der Welt, aus der wir täglich die Vergänglichkeit wahrnehmen...
Schoham
My home is my castle
 
Beiträge: 10305
Registriert: Di 12. Jul 2005, 14:47

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Naqual » Mo 8. Feb 2010, 11:14

Schoham hat geschrieben:Wie soll er denn zufrieden sein wenn der Friede nicht ist sein? Das ist alles andere als sinnvoll..


Schoham, jetzt muss ich Dich kurz nerven. :oops:
Dein erster Satz ist eine sog. Tautologie. Also man erklärt etwas mit sich selbst. Oftmals: Eine Wiederholung in nur anderen Worten.
Wo ist der Unterschied zwischen "nicht zufrieden sein" und den "Frieden nicht sein"?
Benutzeravatar
Naqual
Abgemeldet
 
Beiträge: 6212
Registriert: Sa 13. Okt 2007, 11:08

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Schoham » Mo 8. Feb 2010, 11:27

Naqual hat geschrieben:Wo ist der Unterschied zwischen "nicht zufrieden sein" und den "Frieden nicht sein"?


Der Mensch kann nicht zufrieden sein wenn ihm: Der Friede fehlt. Der Friede ist: Die Taube im Herzen. Gott Selbst durch Seinen Geist im innersten des Menschen anwesend. Es gibt Menschen die arm sind und krank und niemanden haben. Nichts hätten vorzuweisen - das Grund gäbe das sie zufrieden sind und sie sind es. Dann gibt es Menschen die reich und schön sind. Die viele Freunde haben und alles was man so sagt das der Mensch sich wünscht. Und sie sind unglücklich. Das wichtigst fehlt ihnen: Gott! Jesus Christus ist der Friedefürst und nur wer Ihn hat - im Herzen wohnen - der hat Frieden - wahren und tiefen und unvergänglichen. Einen Frieden der die Welt nicht zu bieten hat. Einen Frieden der vom Himmel in das Herz fallen muss. Einen Frieden der nicht von Geburt aus im Herzen vorhanden ist.

Ich freu mich wenn Du mit mir sprichst Naqual.
Schoham
My home is my castle
 
Beiträge: 10305
Registriert: Di 12. Jul 2005, 14:47

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Wolfi » Mo 8. Feb 2010, 11:48

@Schoham:

Es ist sinnleer keinen Frieden zu haben in seinem Herzen.

Das sehe ich anders: Wie Scardanelli (schön übrigens, dass er wieder schreiben darf und will) bin ich auch der Meinung, dass die Unzufriedenheit ein Motivator für uns ist, der uns in unserer Entwicklung weiter bringt. Zufriendheit führt nicht selten zu Bequemlichkeit und Trägheit; im denken, wie auch im handeln.

Da fehlt Dir aber etwas ganz wunderbares Scardi: Die Gabe der Fantasie. Wer heute in der Schöpfung - auch in der Schöpferkraft des Menschen die herrlichkeit erkennt - der bekommt eine Ahnung von der atemberaubenden und ja eben fast unvorstellbaren und auch unaussprechlichen Herrlichkeit die beim HERRN sein wird.

Nicht Scardanelli mangelt es an Fantasie, sondern wohl eher dir: Hättest du Fantasie, könntest die die Herrlichkeit beim Herrn durchaus beschreiben; es wäre ein leichtes, sie zu beschreiben und sich vorzustellen. ;-)

Um so zu denken und fühlen müssen wir heute schon mit der Ewigkeit verbunden sein und nicht nur mit der Welt - der Welt, aus der wir täglich die Vergänglichkeit wahrnehmen.

Solange wir hier in unseren Körpern stecken, sind wir selbstverständlich mit der Ewigkeit verbunden; jedenfalls für die Zeitspanne, die wir Leben nennen.
Du scheinst Vergänglichkeit als etwas Gefährliches/Bedrohliches einzustufen. Ich frage mich, warum?- Vergänglichkeit ist doch etwas völlig Natürliches. Stell dir doch mal vor, wie das auf unserem Planeten aussehen würde, wenn es keine Vergänglichkeit geben würde. :tongue:
Der Glaube versetzt Berge, aber der Unglaube zerbricht Ketten.
Benutzeravatar
Wolfi
Gesperrt
 
Beiträge: 6880
Registriert: Di 31. Dez 2002, 13:50

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon tiktak » Mo 8. Feb 2010, 13:19

Lichtenberg hat geschrieben:
tiktak hat geschrieben:Was ist denn heute anders am Menschen als vor 2000 Jahren?


Och Tiktak, nun sei doch nicht so engherzig, ...

Keineswegs... :D
Aber was hat sich am Menschen selber entwickelt? Seine Wesensart ist nach wie vor gleich ;)
LG
tiktak
Gesperrt
 
Beiträge: 5671
Registriert: Di 28. Apr 2009, 21:23

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Lichtenberg » Mo 8. Feb 2010, 13:52

tiktak hat geschrieben:
Lichtenberg hat geschrieben:
tiktak hat geschrieben:Was ist denn heute anders am Menschen als vor 2000 Jahren?


Och Tiktak, nun sei doch nicht so engherzig, ...

Keineswegs... :D
Aber was hat sich am Menschen selber entwickelt? Seine Wesensart ist nach wie vor gleich ;)
LG



Dann - willst du mich nicht verstehen, Tiktak.
Menschen, die sich von einer anarchischen Gesellschaftsform zu dem hier hin entwickleln:

Grundgesetz
I. Die Grundrechte
Artikel 4

(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.


da muss dann wohl etwas "passiert" sein, in den Köpfen der Menschen.
Oder om Hinblick auf einen anderen Thread, das unsere Kinder jetzt endlich in der Schule lernen dürfen, das wir nicht das Ergebnis eines willkürlich göttlichen Schöpfungsaktes sind, sondern unsere biologische Abstammung als gegeben gelehrt wird. Auch das ist ein Ergebnis der Befreiung des Menschen von religiöser Bevormundung und geistlicher Unterdrückung und das, das ist schon etwas sehr, sehr wertvolles. Für die Menschheit. Und diese Freiheit, Tiktak, die hat der Menschheit ungezählte Opfer gekostet, auch daran solltest du denken, wenn du hier behauptest, das der Mensch sich nicht "selbst entwickelt".

Und wahrlich, wahrlich - ich sage dir, du sollst nicht immer so negativ denken, sollst du nicht. Nicht?

Grüße,
Lichtenberg
„I would prefer not to“
Benutzeravatar
Lichtenberg
Gesperrt
 
Beiträge: 723
Registriert: Di 29. Dez 2009, 18:26

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Mo 8. Feb 2010, 14:41

pirate23 hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:Also ist die Trennung von Subjekt und Objekt wahr und sie ist unwahr. Es kommt auf den jeweiligen Standpunkt an.

Aber man weiß noch nicht so genau, ob das dann ein objektiver oder ein subjektiver Standpunkt wäre.

Das war spekulativ. Jeder Standpunkt eines Subjektes ist auch dann, wenn er objektiv wäre, subjektiv. Das liegt daran, weil noch niemand ein Experiment herstellen konnte, wo ein Subjekt einen Standpunkt ohne sich selbst vertreten konnte.
pirate23 hat geschrieben:Es soll auch Leute geben, die sind Waffenfanatiker und lieben ihre AK-47.

Das kommt dann vor, wenn Menschen an der Erscheinung schon genug haben.
Benutzeravatar
Scardanelli
Gesperrt
 
Beiträge: 9346
Registriert: So 6. Okt 2002, 20:02

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Mo 8. Feb 2010, 14:56

Schoham hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:Du kannst nur geben, worüber du verfügst. Wenn du nicht über dein Innerstes verfügst, dann kannst du es auch nicht hergeben.

Ueber etwas verfüge ich: Ich kann mich entscheiden das ich das will was Gott will weil ich davon überzeugt bin das Sein Wille der Beste ist.

Etwas zu sein oder über etwas zu verfügen, sind zweierlei. Der Mensch verfügt nur über das, was er sich erarbeitet hat.
Du müsstest dich erstmal dafür entscheiden, die nötige Arbeit zu tun.

Jeder Mensch ist an sich davon überzeugt, dass der Klügste auch den klügsten Einfall hat. Jeder Mensch ist also davon überzeugt, dass Gottes Wille der beste ist.

Insofern Menschen aber nicht über sich verfügen, tun sie nicht nach dem besten Willen.
So habe ich die Möglichkeit mich selbst und alles was ich bin und habe Gott zu überlassen.

Du hast diese Möglichkeit in objektiver Weise, aber damit noch nicht in subjektiver. Du sprichst es objektiv aus, mit dem Mund, alleine du als Subjekt kannst dem nicht folgen.
Petrus hat dem Herrn auch die Treue geschworen, aber dann hat er ihn verraten.
Benutzeravatar
Scardanelli
Gesperrt
 
Beiträge: 9346
Registriert: So 6. Okt 2002, 20:02

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Schoham » Mo 8. Feb 2010, 15:20

Wolfi hat geschrieben: Hättest du Fantasie, könntest die die Herrlichkeit beim Herrn durchaus beschreiben; es wäre ein leichtes, sie zu beschreiben und sich vorzustellen. ;-)

Sondern es ist gekommen, wie geschrieben steht (Jesaja 64,3): »Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben.«
1. Kor. 2,9


Stell Du Dir das allerschönste vor das Du je gesehen, gehört, geschmeckt, empfunden und erlebt hast und dann denke das dies der erste Bissen der Vorspeise eines nie endenden Festessens sei... :D ... :] ... :)) ....... :praise:

Der Friede Gottes im Herzen ist ein Vorgeschmack auf das Kommende.
Schoham
My home is my castle
 
Beiträge: 10305
Registriert: Di 12. Jul 2005, 14:47

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Schoham » Mo 8. Feb 2010, 15:32

Lichtenberg hat geschrieben:Und wahrlich, wahrlich - ich sage dir, du sollst nicht immer so negativ denken, sollst du nicht. Nicht?


Und das aus Deinem Munde, lieber Lichtenberg :]. Wunderbar ist das :D. Wahr möchte ich denken lernen und immer wahrer. Mit klarem Blick sehen, dass die Kainsnaturen noch immer dieser Weltenzeiten Könige sind. Es mag sich vieles verbessert haben für uns in den letzten Jahrzehnten und das ist erfreulich. Doch sollte uns diese momentane Entwicklung zum Guten hin nicht blenden so das wir meinen es sei Friede. Zwei Kriege in einem Jahrhundert mögen die Kriegswut gebremst aber das heisst nicht das sie im einzelnen ausgelöscht wäre und nicht jederzeit von neuem entfacht des Menschen wahres Wesen entblösse.
Schoham
My home is my castle
 
Beiträge: 10305
Registriert: Di 12. Jul 2005, 14:47

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Schoham » Mo 8. Feb 2010, 15:46

Scardanelli hat geschrieben:Petrus hat dem Herrn auch die Treue geschworen, aber dann hat er ihn verraten.


Petrus fehlte das Wichtigste: Gottes Geist im Herzen. Drei jahre lang lehrte der Meister den Jünger und der Jünger dachte er hätte es begriffen und wagte eine Aussage die er nicht ausführen konnte. Nein - nicht arbeit fehlte dem Petrus. Das Geschenk des Heiligen Geistes benötigte er um Seinen Meister zu ehren und von Ihm zu predigen und für Ihn zu sterben. Der HERR hatte gelehrt das sie ohne Ihn nichts tun könnten. Das Wort muss in uns sein damit es Kraft hat. Ein Gott ausserhalb des Menschen hat wahre und richtige und gute Worte und doch prallen sie aussen ab.
Schoham
My home is my castle
 
Beiträge: 10305
Registriert: Di 12. Jul 2005, 14:47

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Lichtenberg » Mo 8. Feb 2010, 16:35

Schoham hat geschrieben:Zwei Kriege in einem Jahrhundert mögen die Kriegswut gebremst aber das heisst nicht das sie im einzelnen ausgelöscht wäre und nicht jederzeit von neuem entfacht des Menschen wahres Wesen entblösse.


Ach Schoham, Schoham, gerade durch diesen Blutzoll..., aber was nützt es, einem Menschen geschichtliche Zusammenhänge aufzeigen zu wollen, der es sich verboten hat, die Zusammenhänge in sich aufzunehmen.
Das Wesen des Menschen wurde durch zwei Jahrtausende Christentum nicht gebessert, Schoham, ist dir das bewusst?
Was hast du, für dich persönlich, aus der Geschichte des Christentums gelernt? Was ist aus dem Christentum heraus positives für die Menschheit entstanden, Schoham?
Kannst du darauf Antworten geben, die außerhalb religiöser Determinationen liegen?
Nein, ich glaube - nicht.
„I would prefer not to“
Benutzeravatar
Lichtenberg
Gesperrt
 
Beiträge: 723
Registriert: Di 29. Dez 2009, 18:26

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Schoham » Mo 8. Feb 2010, 17:08

Lichtenberg hat geschrieben:Was ist aus dem Christentum heraus positives für die Menschheit entstanden, Schoham?

Ein: Jeremias Gotthelf :) weil es mich dünket, aus Christus selbst, er sei geboren.

Am Ende seiner Erzählung: die schwarze Spinne lese ich:

Bald war es still ums Haus, bald auch still in demselben. Friedlich lag es da, rein und schön glänzte es in des Mondes Schein das Tal entlang; sogleich und freundlich barg es brave Leute in süssem Schlummer, wie die schlummern, welche Gottesfurcht und gute Gewissen im Busen tragen, welche nie die schwarze Spinne, sondern nur die freundliche Sonne aus dem Schlummer wecken wird. Denn wo solcher Sinn wohnet, darf sich die Spinne nicht regen, weder bei Tage noch bei Nacht. Was ihr aber für eine Macht wird, wenn der Sinn ändert, dass weiss der, der alles weiss und jedem seine Kräfte zuteilt, den Spinnen wie den Menschen.

Hat Christus die Wahrheit gesagt? Sind es wenige, die in Seinen Spuren wandeln? Ist es eine kleine verachtete und arme Herde? Höre dem Jünger auf Patmos zu was er zu sagen hat und freue Dich über den einen gottesfürchtigen Menschen der Dir des Weges kommt.
Schoham
My home is my castle
 
Beiträge: 10305
Registriert: Di 12. Jul 2005, 14:47

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Lichtenberg » Mo 8. Feb 2010, 19:10

Schoham hat geschrieben:
Lichtenberg hat geschrieben:Was ist aus dem Christentum heraus positives für die Menschheit entstanden, Schoham?

Ein: Jeremias Gotthelf :) weil es mich dünket, aus Christus selbst, er sei geboren.

Am Ende seiner Erzählung: die schwarze Spinne lese ich:

Bald war es still ums Haus, bald auch still in demselben. Friedlich lag es da, rein und schön glänzte es in des Mondes Schein das Tal entlang; sogleich und freundlich barg es brave Leute in süssem Schlummer, wie die schlummern, welche Gottesfurcht und gute Gewissen im Busen tragen, welche nie die schwarze Spinne, sondern nur die freundliche Sonne aus dem Schlummer wecken wird. Denn wo solcher Sinn wohnet, darf sich die Spinne nicht regen, weder bei Tage noch bei Nacht. Was ihr aber für eine Macht wird, wenn der Sinn ändert, dass weiss der, der alles weiss und jedem seine Kräfte zuteilt, den Spinnen wie den Menschen.

Hat Christus die Wahrheit gesagt? Sind es wenige, die in Seinen Spuren wandeln? Ist es eine kleine verachtete und arme Herde? Höre dem Jünger auf Patmos zu was er zu sagen hat und freue Dich über den einen gottesfürchtigen Menschen der Dir des Weges kommt.


Nuts.
„I would prefer not to“
Benutzeravatar
Lichtenberg
Gesperrt
 
Beiträge: 723
Registriert: Di 29. Dez 2009, 18:26

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Mo 8. Feb 2010, 19:35

tiktak hat geschrieben:Scardi:
Der Mensch ist ja nie zufrieden. Das ist auch sinnvoll, weil sich der Mensch entwickelt.

Der Mensch entwickelt sich? Zu was denn? Vielleicht häuft er sich immer mehr Wissen an und entwickelt sich körperlich und sammelt Erfahrungen-aber entwickeln? Was ist denn heute anders am Menschen als vor 2000 Jahren?
LG

Möchtest du sagen, der Mensch entwickle sich nicht? Dann müsstest du das aber auch beweisen.
Entweder entwickelt sich der Mensch oder nicht.

Aus einem Kind wird ein Erwachsener. Das wäre ein Beispiel für Entwicklung. Wenn sich der Mensch nun nicht entwickeln würde, dann müsstest du die Veränderung zwischen Kind und Erwachsenen erklären.

Bei der Entwicklung kannst du zwei Ansätze verfolgen. Entweder den formalen oder den inhaltlichen. Die Naturwissenschaft setzt auf den formalen Weg, denn hier gilt nur die Entwicklung, weil sie ohne bestimmten Inhalt, also am Ende leer ist.

Im Sinne des Geistes wird auf den Inhalt gesetzt. Da sei ein bestimmter Inhalt, der noch in seinem Keim verborgen sei und der würde sich nach seiner Bestimmung entfalten.
Jesus sagt, ihr sollt heilig sein, wie euer Vater. Also ist das Ziel der Entwicklung, so zu sein wie Gott. Das will aber keiner, weil das sehr mühsam ist.

Ganz aufhalten lässt sich die Entwicklung des Menschen aber nicht, auch wenn er sie nach Kräften verhindern möchte. Das ist auch so ähnlich wie beim natürlichen Menschen. Er wird auf jeden Fall irgendwie erwachsen, auch wenn er sich mit Händen und Füßen dagegen wehrt. Nur sieht dass dann seltsam aus, wenn so einer als Erwachsener erscheint.
Als Objekt wird jeder Mensch ein Erwachsener, wenn er nicht vorher stirbt. Es wäre allerdings wichtig, es auch als Subjekt zu werden. Das bedeutet halt immer auch Arbeit. Arbeit ist aber mühsam, deshalb möchten es einige nicht tun und die denken sich dann die dollsten Ausreden aus, warum sie nicht arbeiten sollen.
Benutzeravatar
Scardanelli
Gesperrt
 
Beiträge: 9346
Registriert: So 6. Okt 2002, 20:02

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Wolfi » Mo 8. Feb 2010, 19:43

@Schoham:

Wahr möchte ich denken lernen und immer wahrer.

Wäre dem so, würdest du dich dem heute zur Verfügung stehenden Wissen nicht verschliessen. Und überhaupt: Gibt's denn sowas, wie wahrer als wahr? ;)

Mit klarem Blick sehen, dass die Kainsnaturen noch immer dieser Weltenzeiten Könige sind.

Deine blumige Sprache kommt wohl von zuviel Jeremias Gotthelf-Lesen?- Neuzeitlich ist es jedenfalls nicht gerade. Oder willst du uns nächstens verraten, dass in dir der Geist einer alten Seele aus dem 18./19. Jahrhundert Platz gefunden hat?- :o
Wen meinst du denn mit Kainsnaturen?- Bush, Obama, den Papst, Dalai Lama, die Nichtchristen, deinen Mann? Vielleicht ging's ein bisschen präziser, ohne dass dein kunstvoller Schreibstil dabei Schaden zu nehmen bräuchte? :baby:

Es mag sich vieles verbessert haben für uns in den letzten Jahrzehnten und das ist erfreulich.

So, was ist denn so erfreulich daran?- Dass sich fast jeder ein Auto leisten und damit die Umwelt verpesten kann vielleicht?- Dass den Frauen die Gleichberechtigung zugebilligt wurde, nicht aber die Gleichwertigkeit (nach wie vor verdient eine Frau in der Regel für das Gleiche weniger als der Mann)?- Was hat sich denn wirklich verbessert? Okay, das Klo ist heute nicht mehr vor dem Haus, wie zu Gotthelfs Zeiten und fliessend Wasser in der Wohnung zu haben, ist sicher schon toller, als wie man dies noch mühevoll herbeizuschleppen hatte. Durch die Entwicklung gestaltet sich der Alltag sicher bequemer, als noch vor 100 Jahren. Die Lebensumstände mögen sich verbessert haben, nicht jedoch der Mensch. Der verhält sich leider wie eh und je ... :roll:

Doch sollte uns diese momentane Entwicklung zum Guten hin nicht blenden so das wir meinen es sei Friede.

Willst du etwa behaupten, wir hätten keinen Frieden bei uns in der Schweiz?- Per Definition herrscht in der Schweiz derzeit eindeutig feststellbar Friede. Solltest du anderes behaupten, wäre dies ein ernstzunehmendes Anzeichen für eine leicht gestörte Realitätswahrnehmung.

Zwei Kriege in einem Jahrhundert mögen die Kriegswut gebremst aber das heisst nicht das sie im einzelnen ausgelöscht wäre und nicht jederzeit von neuem entfacht des Menschen wahres Wesen entblösse.

Ist denn des Menschen wahres Wesen schlecht, Maria?- Du bist wirklich zu bedauern, wenn du die Menschen als solches betrachtest. Im Menschen drin steckt nun mal beides: Gutes wie Schlechtes. Was davon zum tragen kommt, hängt vom Charakter einer Person und den äusseren Umständen ab. Das wahre Wesen des Menschen zeigt sich Tag für Tag, liebe Maria. Je nachdem, wie du deinen Tag gestaltest und wie du mit dem Tag zurechtkommst, zeigt sich deine gute, oder eben deine schlechte Seite nach aussen.
Der Glaube versetzt Berge, aber der Unglaube zerbricht Ketten.
Benutzeravatar
Wolfi
Gesperrt
 
Beiträge: 6880
Registriert: Di 31. Dez 2002, 13:50

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon alegna » Mo 8. Feb 2010, 19:47

Wolfi hat geschrieben:Willst du etwa behaupten, wir hätten keinen Frieden bei uns in der Schweiz?- Per Definition herrscht in der Schweiz derzeit eindeutig feststellbar Friede. Solltest du anderes behaupten, wäre dies ein ernstzunehmendes Anzeichen für eine leicht gestörte Realitätswahrnehmung.

Tja Wolfi
eine Sprache die Du nicht verstehst gell?
Psalm 100,5 Denn der HERR ist freundlich, und seine Gnade währet ewig und seine Wahrheit für und für.
Benutzeravatar
alegna
Senior-Moderatorin im Ruhestand
 
Beiträge: 15493
Registriert: Mo 1. Jun 2009, 17:04
Wohnort: in Gottes Reich

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon alegna » Mo 8. Feb 2010, 19:55

Wolfi hat geschrieben:Deine blumige Sprache kommt wohl von zuviel Jeremias Gotthelf-Lesen?-

Gerade dieses Werk des Jeremias Gotthelf ist ein Meisterstück mit sehr viel Tiefgang in die Abläufe der Welt.....solltest Du wirklich mal lesen ;)
Aber ich denke Du kennst dieses Meisterstück schon, gell, aber siehst es nur als Literatur und siehst nichts vom Tiefgang.
Psalm 100,5 Denn der HERR ist freundlich, und seine Gnade währet ewig und seine Wahrheit für und für.
Benutzeravatar
alegna
Senior-Moderatorin im Ruhestand
 
Beiträge: 15493
Registriert: Mo 1. Jun 2009, 17:04
Wohnort: in Gottes Reich

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon d.l.i.g » Mo 8. Feb 2010, 20:13

Nicht die Versöhnung von gut und böse ist das Ziel, denn sie liegen nicht im Streit zueinander.

Das Ziel ist die Ver- ein- igung.

d.l.i.g
d.l.i.g
Member
 
Beiträge: 190
Registriert: Do 12. Jun 2008, 08:11

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon alegna » Mo 8. Feb 2010, 20:29

d.l.i.g hat geschrieben:Das Ziel ist die Ver- ein- igung.

Die Vereinigung von Gut und Böse :?
Geht doch nicht, Gott kann keine Gemeinschaft mit dem Bösen haben.
Psalm 100,5 Denn der HERR ist freundlich, und seine Gnade währet ewig und seine Wahrheit für und für.
Benutzeravatar
alegna
Senior-Moderatorin im Ruhestand
 
Beiträge: 15493
Registriert: Mo 1. Jun 2009, 17:04
Wohnort: in Gottes Reich

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon d.l.i.g » Mo 8. Feb 2010, 20:55

Wenn das Böse sich selbst erkennt, gibt es sich dem Guten hin, hierzu ist ihm von Gott die Zeit gegeben.

Aus zwei wird eins, jenseits von gut und böse.

Gott (das Gute ) hat zuerst geliebt, das Böse zuletzt.

d.l.i.g
d.l.i.g
Member
 
Beiträge: 190
Registriert: Do 12. Jun 2008, 08:11

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon tiktak » Mo 8. Feb 2010, 23:37

alegna hat geschrieben:
d.l.i.g hat geschrieben:Das Ziel ist die Ver- ein- igung.

Die Vereinigung von Gut und Böse :?
Geht doch nicht, Gott kann keine Gemeinschaft mit dem Bösen haben.

Doch kann er,denn in jedem Menschen steckt der Trieb, richtig als auch falsch zu handeln,auch in Christen und auch diese handeln nicht immer nur gut und trotzdem lässt es Gott "regnen" über gut und böse ;)
Komischer Weise zeigt die Bibel einen Jesus,der unter Sündern war und sagte,dass die Kranken des Arztes bedürfen...und nicht die Gerechten,und nun lehrst du,Gott kann keine Gemeinschaft haben mit dem bösen(was ist denn böse-Alegna,was verstehst du persönlich darunter?)
Das Böse:
Das Böse (ahd. bôsi, von vordeutsch *bausja- „gering, schlecht“, genaue Etymologie unklar)[1] ist der Gegenbegriff zum Guten und ein zentrales Konzept der Philosophie- und Religionsgeschichte

http://de.wikipedia.org/wiki/Das_B%C3%B6se
tiktak
Gesperrt
 
Beiträge: 5671
Registriert: Di 28. Apr 2009, 21:23

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Johncom » Di 9. Feb 2010, 00:24

d.l.i.g hat geschrieben:Wenn das Böse sich selbst erkennt, gibt es sich dem Guten hin, hierzu ist ihm von Gott die Zeit gegeben.

Aus zwei wird eins, jenseits von gut und böse.

Gott (das Gute ) hat zuerst geliebt, das Böse zuletzt.



-----------

In ganz schlichten Worten Verblüffende Tiefe.

Alle Achtung :applause:

Einen ganz lieben Gruss an d.l.i.g :umarm:
Benutzeravatar
Johncom
Wohnt hier
 
Beiträge: 2575
Registriert: Di 21. Mär 2006, 08:46
Wohnort: Deutschland

VorherigeNächste

Zurück zu Philosophieren über Gott und die Welt

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast