Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Moderator: bigbird

Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon tiktak » So 31. Jan 2010, 02:23

Savonlinna hat geschrieben:
tiktak hat geschrieben:Meiner Ansicht nach kann man auch Menschen nicht in gut und böse unterteilen,denn auch der Gutmensch ist fähig,böse zu handeln,als auch umgekehrt, das ein Schlechtmensch fähig ist,gutes zu tun-


Ja, gut, tiktak. Aber dennoch scheinst Du von einer klaren Vorstellung auszugehen, was gut und was böse ist.
Insofern werden die Begriffe "gut" und "böse" oft scheinheilig benutzt und wurden es immer.

Gut und böse,eigentlich ist ja das Gegenteil von gut..schlecht
Ich versuchs mal auf meine simple Art,zu erklären,wie ich es sehe und bediene mich dazu eines einfachen kindlichen Denkens(dazu von meinem Sohn inspiriert,der ja geistig "eingeschränkt" ist,wie er es sieht)
Vorerst,wie schon erwähnt,ist gut und schlecht ein Adjektiv,dass der Mensch benützt,um etwas zu bezeichnen(oder war Gott es,der den Menschen erkennen lies,was gut und was schlecht ist-also doch der Baum der Erkenntniss nötig :?: )
Also schaun wir,wie Chris beurteilt:

Streiten sieht er als schlecht,sich lieb haben als gut
Kämpfen schlecht,töten schlecht,jemanden etwas wegnehmen(stehlen) schlecht,lügen schlecht,betrügen schlecht.rauchen schlecht,weil krank macht....usw
teilen mit andren findet er gut,jemanden helfen findet er gut,umarmen findet er gut,sich freuen findet er gut usw.
Nun könnte man sagen, ich habe ihn das so gelehrt,was allerdings nicht ganz stimmt,denn ich habe ihn fast immer die Möglichkeit gelassen,es selber heraus zu finden,was richtig ist und was nicht,sagte ihn aber das Adjektiv,wie man es benennt!
Ich denk,jeder Mensch weiss von Natur aus, was richtig ist und was falsch-ausser es stimmt gesundheitlich etwas nicht mit ihm(Hirnschaden etc.)

Ich möchte bezügllich meines Sohnes etwas mitteilen,dass möglicherweise zum nachdenken anregen könnte
Er ist ja schon behindert von Babyalter auf,und war bis zum 4 Lebensjahr nur daheim,kurzfristig im Kiga-dann wieder daheim und hatte ein "Engelhaftes" Wesen,immer fröhlich,brav,teilte alles,räumte von sich aus seine Spielsachen immer ein,ohne das ich was sagte,hielt Ordnung usw-dann kam er zur Schule und schlug charakterlich um und nahm viele Schlechtigkeiten an,die er sich von andren abguckte,kam mit Schimpfworten heim usw.
Als sein gesundheitlicher Zustand schlechter wurde,konnte er nicht mehr zur Schule gehn und ist seit dem wieder daheim,nur mit mir und hat sich charakterlich wieder geändert zu nem andren Wesen,sicher hat er jetzt dadurch,dass er Erwachsen ist, schon seinen eigenen Willen,den er auch kundtut-aber er hört auf mich,wie ein Kind,schimpft nicht mehr, ist nicht mehr agressiv-jeden Tag gut gelaunt und zufrieden,wie sein Leben ist(trotz all der handicaps)
Darum ist meine Meinung,die durch beobachten und erkennen entstand,dass das Wesen eines Menschen sehr geprägt wird a) durch aussen (Gesellschaft)Manipulation b) seinem eigenen Gedankengut und c) durch seine Wünsche und Lebensvorstellungen
Nimmt er aber die Dinge hin,wie sie eben sind und kommen- und beurteilt nicht mehr,grübelt nicht mehr,ist das Leben viel einfacher
Ich hoffe,man versteht,was ich meine
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Savonlinna » So 31. Jan 2010, 13:05

tiktak hat geschrieben:Ich denk,jeder Mensch weiss von Natur aus, was richtig ist und was falsch-ausser es stimmt gesundheitlich etwas nicht mit ihm(Hirnschaden etc.)


Nein, das weiß er nicht. Denn sonst hätte sich nicht dermaßen das Verständnis von dem, was in Ordnung ist und was nicht, verändern können.

Und sonst könnten auch nicht Konfliktsituationen stehen, wo absolut nicht klar ist, was ethisch besser ist. Lügen ist schlecht - okay. Aber was, wenn man vermuten muss, dass dem Gegenüber die Wahrheit einen Herzinfarkt verursachen würde? Besteht dann nicht guter Grund, zu lügen, um das Leben des anderen zu retten?

Oder auch, wenn ein Kind weiß, dass es für die Wahrheit von den Eltern hart zusammengeschlagen werden würde. Ist da eine Lüge nicht besser angebracht?

Oder stehlen: nach dem Zweiten Weltkrieg wurde von den Kohlenwaggons die Kohlen geklaut wie nichts. Es war ein eisiger Winter, und die Babys erlitten fast den Kältetod, weil es nichts zu Heizen gab.

Es gilt immer, zwischen zwei Werten zu entscheiden.
Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.

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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon tiktak » So 31. Jan 2010, 14:59

Hallo Savi!

Ich sprach von Grundprinzipien! Die sind in uns und wir wissen das!
Ich meine es so, wenn ich jetzt Kind bin und ein Kleid besitze und jetzt kommt jemand und stiehlt mir einfach das Kleid,so weiss ich, dass das nicht ok ist und der Dieb wird auch wissen,dass er nicht richtig gehandelt hat,weil er sich mein Kleid einfach angeeignet hat!
Jedes Kind im Kiga weiss,dass man andren nicht einfach etwas wegnimmt,weil es selber auch nicht möchte,dass man ihm etwas weg nimmt,was ihm gehört
Nach dem Prinzip kommt es nämlich drauf,dass es nicht ok ist,andren was weg zu nehmen,was einem nicht gehört,wenn er es selber erfährt,wie es ist,wenn ihm etwas weg genommen wird
Genau so lernt es eben auch,was Schmerz ist-wenn er selber mal Schmerz empfindet
Kleine Kinder haben ja manchmal die Gewohnheit,dass wenn ihnen was nicht passt, schlagen sie einfach auf M oder V-dann bringt es nicht viel, zu sagen,das tut man nicht,weil das tut weh,aber klopf mal dem Kind auf die Hand,dann weiss es,dass dies unangenehm ist, und weiss, was weh tut,dass es wenn es selber schlägt,auch jemanden weh tut
Ok ein bis etwa 2 jähriges Kind wird das noch nicht verstehn können,aber danach sehr wohl
Ich persönlich machte es bei der Erziehung(hatte sehr oft Kinder bei mir) so,dass ich fragte,ob es dem Kind denn recht wäre,wenn man ihm das selbe tun würde,was es tat,zum Beispiel eben etwas weg nehmen,was ihm nicht gehört oder etwas zerstören
Ich hatte die beiden kids einer Freundin oft bei mir und der Grössere baute mit Legosteinen etwas und der Kleiner ging hin und trat mit dem Fuss hin und zerstörte das Bauwerk,dann sagte ich, ob ihm das gefallen würde,dass wenn er selber was baut,man dann sein Bauwerk zerstören würde,worauf er nen Schnoffel zog und die Augen senkte! Wir bauten dann gemeinsam etwas und als es fertig war ging ich daran vorbei und sties es mit dem Fuss um, so dass es zerstört war,dann war der Kleine perplex und heulte und ich sagte dann,siehst du, genau so war es für xx als du sein Bauwerk zerstört hast!
Und seit dem tat er es nicht mehr
Ich denke,dass Kinder diese Erfahrungen machen müssen,und daraus lernen


Oder stehlen: nach dem Zweiten Weltkrieg wurde von den Kohlenwaggons die Kohlen geklaut wie nichts.

Aber die Kohlen stahlen wussten,dass es nicht ok ist , zu stehlen
Darum geht es!
Denn wären es ihre eigenen Kohlen gewesen,wäre es ihnen auch nicht Recht,wenn andren diese stehlen würden
Etwas stehlen-sich aneignen, was einem nicht gehört,ist falsch
Dem Überlebensdrang ist es in dem Fall egal,ob es falsch oder richtig ist,dass man jetzt in Haiti sehr gut sehn kann

Oder auch, wenn ein Kind weiß, dass es für die Wahrheit von den Eltern hart zusammengeschlagen werden würde. Ist da eine Lüge nicht besser angebracht?

Nochmals-es geht darum, dass auch in dem Fall das Kind weiss,es lügt-es würde nicht die Wahrheit sagen,das lügen im Grundprinzip nicht der richtige Weg ist
Und in deinem Beispiel stimmt ja schon bei den Eltern etwas nicht,dass Kind müsste nicht lügen,wenn die Eltern richtig handeln würden
Also wer handelt in dem Fall falsch,das Kind oder die Eltern?
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Savonlinna » So 31. Jan 2010, 15:24

tiktak hat geschrieben:Hallo Savi!

Ich sprach von Grundprinzipien! Die sind in uns und wir wissen das!


Du behauptest es, und ich lese aus der Entwicklung der Moral, dass das nicht stimmt.
Da kommen wir dann nicht weiter.

Aber wir sind, glaube ich, vollkommen OT. Ich habe diesen Thread wieder ausgegraben, um über den Dualismus und seine Folgen zu diskutieren. ;)
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon tiktak » So 31. Jan 2010, 15:59

Savonlinna hat geschrieben:
tiktak hat geschrieben:Hallo Savi!

Ich sprach von Grundprinzipien! Die sind in uns und wir wissen das!


Du behauptest es, und ich lese aus der Entwicklung der Moral, dass das nicht stimmt.
Da kommen wir dann nicht weiter.

Aber wir sind, glaube ich, vollkommen OT. Ich habe diesen Thread wieder ausgegraben, um über den Dualismus und seine Folgen zu diskutieren. ;)

Ich behaupte gar nix! Ich habe so so geschrieben,wie ich selber es erfahren habe oder gesehn habe ,aber bestehe nicht darauf,dass ich Recht habe,wobei du sagst-nein so ist es nicht!
Ich ging auch nur auf diese deine Aussage ein,welche lautet:
Savonlinna schrieb:
......wenn jemand überhaupt nicht mehr einteilt in gut und böse....

also ist es auch nicht OT und wie die Moral sich entwickelt-hat nichts mit geistigen Grundprinzipien/Lebensregeln zu tun
Dualismus und seine Folgen....welcher Dualismus?
Der Dual. der Philisophie (Polarität),der Quantenphysik,interner Dualismus(Schelling)........?
LG
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Savonlinna » So 31. Jan 2010, 16:22

tiktak hat geschrieben:Ich behaupte gar nix!


Aha.
Diesen Deinen Satz habe ich als Behauptung aufgefasst:
"Ich sprach von Grundprinzipien! Die sind in uns und wir wissen das!"


Ich habe so so geschrieben,wie ich selber es erfahren habe


Du kannst nicht "erfahren" haben, was seit tausenden von Jahren in allen Kulturen und zu allen Zeiten die Grundprinzipien waren.


aber bestehe nicht darauf,dass ich Recht habe,wobei du sagst-nein so ist es nicht!


Wenn Du nicht darauf bestehst, dass Du Recht hast, dann ist es doch okay. Dann habe ich dem nur gegenübergestellt, dass in anderen Kulturen und zu anderen Zeiten andere Moralvorstellungen geherrscht haben.


Ich ging auch nur auf diese deine Aussage ein,welche lautet:
Savonlinna schrieb:
......wenn jemand überhaupt nicht mehr einteilt in gut und böse....

also ist es auch nicht OT und wie die Moral sich entwickelt-hat nichts mit geistigen Grundprinzipien/Lebensregeln zu tun


Eben. Es hat etwas mit dem Threadthema "Dualismus" zu tun. Geistige Grundrelgen und Lebensregeln waren hier ja nicht das Thema?


Dualismus und seine Folgen....welcher Dualismus?
Der Dual. der Philisophie (Polarität),der Quantenphysik,interner Dualismus(Schelling)........?
LG


Ich bilde mir ein, genau darüber schon getextet zu haben. Aber das war ja nur der Anfang. Ist ausbaufähig. :)
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon tiktak » So 31. Jan 2010, 17:02

Savonlinna hat geschrieben:
tiktak hat geschrieben:Ich behaupte gar nix!


Aha.
Diesen Deinen Satz habe ich als Behauptung aufgefasst:
"Ich sprach von Grundprinzipien! Die sind in uns und wir wissen das!"

Unter diesem Grundprinzip verstehe ich die Aussage Jesus:
Liebe deinen Nächsten wie dich selber,wobei ich diese Aussage eben so verstehe,tu einem andren nicht das an,was du selber nicht möchtest,und somit ist das einen Herzenssprache ,als auch eine Vernunftssprache,und somit unterscheide ich, was nun gut oder schlecht ist,was ich anhand des Beispiels meines Sohnes klar machen wollte-was eben der Mensch weiss,da er eben Erfahrungen sammelt oder eben sieht,und daraus lernt
Das Kind oder du oder ich sehn zum Beispiel, wie 2 Personen sich streiten und beschimpfen und dann möglicher Weise handgreiflich werden,was dann möglicher weise in Totschlag aus artet und wir erkennen,das ist nicht gut, was die da tun und sagen,das ist falsch , was sie machen
Und das wollte ich ausdrücken!
Klar gibt es auch solche Menschen,die dabei stehn und sich noch amüsieren dabei,eventuell anfeuern oder einmischen,selber drauf ein prügeln,aber ehrlich gesagt,da stimmt doch mit denen dann auch etwas nicht-oder?
Aber ich denke,dass auch jene Personen im Prinzip wissen,dass sie nicht richtig handeln-oder?


Du kannst nicht "erfahren" haben, was seit tausenden von Jahren in allen Kulturen und zu allen Zeiten die Grundprinzipien waren.

Das nicht-aber auch da gilt,tu einem andren nicht das an,was du selber nicht möchtest,und ich denke,dass weiss man überall,da es sicherlich auch in andren Kulturen niemanden recht wäre, wenn man ihn tötet,man ihn bestielt,man ihn betrügt,man ihn misshandelt oder verletzt,usw.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Sa 6. Feb 2010, 10:41

tiktak hat geschrieben: Liebe deinen Nächsten wie dich selber,wobei ich diese Aussage eben so verstehe,tu einem andren nicht das an,was du selber nicht möchtest,

Liebe ist doch Tätigkeit und nicht eine Anleitung für das Nichttätige.
Diese Behauptung, den anderen zu lieben wie sich selbst, das beinhaltet doch die Vermutung, dass man sich selbst genug wäre, denn wenn ich mich selbst lieben kann, dann muss ich den anderen nicht unbedingt lieben.

Wenn Gott etwas anordnet, dann muss dahinter auch eine Notwendigkeit sein. Wenn ich mich selbst lieben könnte, dann wäre die Nächstenliebe nicht notwendig.

Und dabei ist es eigentlich ganz leicht – es kann ja jeder Mal sehen, was bei der Selbstliebe herauskommt. Wenn Nächstenliebe von Gott angeordnet ist, dann funktioniert die Selbstliebe nicht.

tu einem andren nicht das an,was du selber nicht möchtest,und ich denke,dass weiss man überall,da es sicherlich auch in andren Kulturen niemanden recht wäre, wenn man ihn tötet,man ihn bestielt,man ihn betrügt,man ihn misshandelt oder verletzt,usw.

Liebe ist, was dir andere antun sollen und was du ihnen antust.
Und wenn dir andere etwas antun sollen und das in Liebe, dann solltest du schon wissen, was dir fehlt? :)
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Schoham » Sa 6. Feb 2010, 11:11

Ist es wahr - Du bist wieder da?
So schön ....ich freu mich.
Willkommen zurück lieber Scardi :umarm:
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon tiktak » Sa 6. Feb 2010, 11:22

Hallo Scardanelli!
Schön,dich zu lesen! :comeon:

Liebe ist doch Tätigkeit und nicht eine Anleitung für das Nichttätige

Wo steht das? :mrgreen:
Ich seh es schon auch so,wie ich es sagte!
Nehmen wir ein Beispiel her:
Jemand(der Partner) tut dir Unrecht, das Fleisch möchte sich nun wehren dagegen und darauf reagieren,die Liebe aber unterlässt es und reagiert nicht darauf,und währt sich nicht und vergeltet nun nicht Gleiches mit Gleichem
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Taube » Sa 6. Feb 2010, 11:40

tiktak hat geschrieben:...
das Fleisch möchte sich nun wehren dagegen und darauf reagieren,die Liebe aber unterlässt es und reagiert nicht darauf,
...


:?:

Du verzichtest doch auf eine Reaktion (das ist doch also keine Liebe von etwas), was Dich dann nicht hindert zu lieben"?
Denn erschienen ist die Gnade Gottes, allen Menschen zum Heil. (Titus 2,11)
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon tiktak » Sa 6. Feb 2010, 12:21

Taube hat geschrieben:
tiktak hat geschrieben:...
das Fleisch möchte sich nun wehren dagegen und darauf reagieren,die Liebe aber unterlässt es und reagiert nicht darauf,
...


:?:

Du verzichtest doch auf eine Reaktion (das ist doch also keine Liebe von etwas), was Dich dann nicht hindert zu lieben"?

:?: :mrgreen:
Ja eben Die Liebe zum Nächsten ist stärker als mein Fleisch,das sich wehren und rechtfertigen möchte,das nach Gerechtigkeit schreit und vergelten möchte!
Das Fleisch möchte nun genau so handeln am Nächsten,wie der Nächste an mir gehandelt hat,die Nächstenliebe in mir verzichtet darauf :D
Sicher habe ich da jetzt ein Beispiel iin mein Hirni-aber möchte eher nicht darüber schreiben!
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Naqual » Sa 6. Feb 2010, 13:41

Scardanelli hat geschrieben:Diese Behauptung, den anderen zu lieben wie sich selbst, das beinhaltet doch die Vermutung, dass man sich selbst genug wäre, denn wenn ich mich selbst lieben kann, dann muss ich den anderen nicht unbedingt lieben.


Ach Scardi, Du schon wieder! :mrgreen:

Ne, ne, natürlich anderes: , schön mal wieder von Dir zu lesen. :clap:

Liebe heißt doch zwei Ich's werden zu einem Wir. Damit definiert sich das Ich neu.
Damit kann das "Ich" untrennbar im Wir sich selbst gar nicht genug sein, es fehlte ihm was.

Das "Gruselige" kommt eigentlich rein wenn man abwägt: Du so wie ich. Denn dann ist man bereits außerhalb des Wir. Denn Liebe lebt nicht von Gerechtigkeit.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Sa 6. Feb 2010, 14:24

tiktak hat geschrieben: Jemand(der Partner) tut dir Unrecht, das Fleisch möchte sich nun wehren dagegen und darauf reagieren,die Liebe aber unterlässt es und reagiert nicht darauf,und währt sich nicht und vergeltet nun nicht Gleiches mit Gleichem

Die Frage ist doch auch, wo das Unrecht an sich beginnt? Dem Herrn Jesus war es schwierig, Unrecht zu tun, weil er nicht viele Dinge besaß auf die er ein Anrecht behaupten konnte.

Wenn dir Unrecht geschehen könnte, dann müsste erstmal geklärt werden, was dein Recht ist.

Und dass die Liebe nicht mit Gleichem reagiere, das dürfte nicht stimmen.

Wenn ich auf ein Recht verzichte, das mir an sich gar nicht zusteht, dann könnte der Eindruck des Verzichtes aufkommen.
Auf der anderen Seite kann die Liebe gar nicht auf das verzichten, was sie herstellt, denn die Liebe kann sich wohl nicht selbst auslöschen.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Sa 6. Feb 2010, 14:30

Naqual hat geschrieben:
Liebe heißt doch zwei Ich's werden zu einem Wir. Damit definiert sich das Ich neu.

Liebe beginnt mit dem Ich, mit einem Ich, oder Liebe beginnt mit Gott und Gott ist einer. Liebe beginnt mit dem Ich das sich teilt.
Der Mensch als Ich, das ist bereits nach der Teilung des einen Ich. Der Mensch ist als dieses Ich also unvollständig und deshalb an sich auf der Suche nach dem Ich. Der Mensch sucht sich selbst.
Damit kann das "Ich" untrennbar im Wir sich selbst gar nicht genug sein, es fehlte ihm was.

Selbsterkenntnis ist für den Menschen, dass seine Erkenntnis Stückwerk ist. Deshalb kommen Menschen auch in dieses Forum.
Das "Gruselige" kommt eigentlich rein wenn man abwägt: Du so wie ich. Denn dann ist man bereits außerhalb des Wir. Denn Liebe lebt nicht von Gerechtigkeit.

Es ist auch dann, wenn es gruselig erscheint, Bewegung des Ich.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Sa 6. Feb 2010, 14:37

tiktak hat geschrieben: Ja eben Die Liebe zum Nächsten ist stärker als mein Fleisch,das sich wehren und rechtfertigen möchte,das nach Gerechtigkeit schreit und vergelten möchte!

Der Begriff des Fleisches ist eigentlich nur als Metapher genießbar, sonst könnte der Eindruck entstehen, es sei schlecht. Das Fleisch hat aber auch Rechte, zumal das Fleisch der Beweis des einzelnen Menschen ist.

Es sollte bei der Frage nach der Gerechtigkeit immer gefragt werden, ob dieses Recht überhaupt besteht, oder ob man darauf verzichten sollte.

Das Fleisch möchte nun genau so handeln am Nächsten,wie der Nächste an mir gehandelt hat,die Nächstenliebe in mir verzichtet darauf :D
Sicher habe ich da jetzt ein Beispiel iin mein Hirni-aber möchte eher nicht darüber schreiben!
Das Fleisch möchte seine eigenen Interessen schützen und entwickeln und das ist an sich legitim.
Auch Gott möchte seine Interessen geschützt sehen.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Naqual » Sa 6. Feb 2010, 15:18

Scardanelli hat geschrieben:Auch Gott möchte seine Interessen geschützt sehen.


Was ist Gott für Dich?
Person, Zustand, Umstand, Nichtsubjekt....das selbstgefunde Ich in der Unerreichbarkeit...ein abstrakter Begriff wie "das Allgemeine"?
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » Sa 6. Feb 2010, 17:35

Naqual hat geschrieben: Was ist Gott für Dich?

Auch hier immer das, was sich nachprüfen lässt und es lässt sich einfach alles, was behauptet wird, überprüfen.

Das geht nach der Sachhaltigkeit. Wenn jemand Gott vorstellt, ihn offenbart, ihn bekannt macht, dann muss er sich auch an das halten, was er bekannt gemacht hat. Und das funktioniert immer nur dann, wenn ins Schwarze getroffen wurde. Gott ist dann erkannt wie er ist, wenn alle Schlüsse daraus vernünftig sind.

Wenn es nur ein Gott sein soll, dann muss es in jedem Schluss auch einer sein. Sobald ein Schluss auftaucht, der mehr als einen Gott nötig macht, dann ist es ein irrtümlicher Weg.

Person, Zustand, Umstand, Nichtsubjekt....das selbstgefunde Ich in der Unerreichbarkeit...ein abstrakter Begriff wie "das Allgemeine"?

Gott ist Mensch. Lass dir das mal von einem Christen beweisen, also vernünftig herleiten :D

Wenn Gott Mensch ist, dann ließe sich das auch beweisen.

Sollte jemand mit mehrern Göttern anfangen wollen, dann kann er versuchen, wie weit er damit kommt. Mit Glauben hat das eigentlich nichts zu tun. Es ist also auch nicht notwendig jemanden zu bedrohen, das falsche zu glauben, weil der falsche Weg nicht funktioniert. Der falsche Weg müsste selbst beweisen, dass er falsch ist.

So ist das auch im profanen Leben, wenn die Berechnungen nicht stimmen, dann wird das Bauwerk einstürzen.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Tjorven » Sa 6. Feb 2010, 17:54

Scardanelli hat geschrieben:...Sachhaltigkeit...



Wie ich allein die Begriffe vermisst hab... :baby:

Meine Äuglein sind ganz befeuchtet.
:umarm: :umarm: :umarm: :umarm: :umarm: :umarm: :umarm:
(dat ist an den werten Indianer, natürlich nur als scheues Angebot meines Herzchens.)



Weghüpf, meinereiner.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Lichtenberg » Sa 6. Feb 2010, 18:31

Scardanelli hat geschrieben:
Naqual hat geschrieben: Was ist Gott für Dich?

Auch hier immer das, was sich nachprüfen lässt und es lässt sich einfach alles, was behauptet wird, überprüfen.

Das geht nach der Sachhaltigkeit. Wenn jemand Gott vorstellt, ihn offenbart, ihn bekannt macht, dann muss er sich auch an das halten, was er bekannt gemacht hat. Und das funktioniert immer nur dann, wenn ins Schwarze getroffen wurde. Gott ist dann erkannt wie er ist, wenn alle Schlüsse daraus vernünftig sind.

Wenn es nur ein Gott sein soll, dann muss es in jedem Schluss auch einer sein. Sobald ein Schluss auftaucht, der mehr als einen Gott nötig macht, dann ist es ein irrtümlicher Weg.

Person, Zustand, Umstand, Nichtsubjekt....das selbstgefunde Ich in der Unerreichbarkeit...ein abstrakter Begriff wie "das Allgemeine"?

Gott ist Mensch. Lass dir das mal von einem Christen beweisen, also vernünftig herleiten :D

Wenn Gott Mensch ist, dann ließe sich das auch beweisen.

Sollte jemand mit mehrern Göttern anfangen wollen, dann kann er versuchen, wie weit er damit kommt. Mit Glauben hat das eigentlich nichts zu tun. Es ist also auch nicht notwendig jemanden zu bedrohen, das falsche zu glauben, weil der falsche Weg nicht funktioniert. Der falsche Weg müsste selbst beweisen, dass er falsch ist.

So ist das auch im profanen Leben, wenn die Berechnungen nicht stimmen, dann wird das Bauwerk einstürzen.


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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Lichtenberg » Sa 6. Feb 2010, 18:31

Tjorven hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:...Sachhaltigkeit...



Wie ich allein die Begriffe vermisst hab... :baby:

Meine Äuglein sind ganz befeuchtet.
:umarm: :umarm: :umarm: :umarm: :umarm: :umarm: :umarm:
(dat ist an den werten Indianer, natürlich nur als scheues Angebot meines Herzchens.)



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Und du auch gleich:

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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Schoham » Sa 6. Feb 2010, 21:16

Scardanelli hat geschrieben:Liebe beginnt mit dem Ich..


Liebe beginnt mit Gott - dem: Ich bin. Der Mensch bleibt so lange geteilt - in sich leer und suchend - bis er gefunden den seine Seele liebt - der: Ich bin. Dann erst wird er ganz - wenn er gesucht und gefunden - er selbst gefunden wurde von dem: Ich bin. Die Selbstsuche führt in die Dunkelheit weil der Mensch ohne Gott nicht ist.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Johncom » Sa 6. Feb 2010, 23:40

Schoham hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:Liebe beginnt mit dem Ich..


Liebe beginnt mit Gott - dem: Ich bin. Der Mensch bleibt so lange geteilt - in sich leer und suchend - bis er gefunden den seine Seele liebt - der: Ich bin. Dann erst wird er ganz - wenn er gesucht und gefunden - er selbst gefunden wurde von dem: Ich bin. Die Selbstsuche führt in die Dunkelheit weil der Mensch ohne Gott nicht ist.


Ja, die Liebe ( und eigentlich alles Leben ) beginnt mit Gott, mit Ich Bin. Gott hat den Menschen gemacht, aus sich selbst heraus. Also sind wir immer noch Teile.

Scardanelli hat geschrieben:Liebe beginnt mit dem Ich das sich teilt.


Wie kann also Selbstsuche in Dunkelheit führen. ?? Ich Bin ist immer da, es gibt kein Dasein ohne Ich Bin. Welche Dunkelheit soll also wo sein ? Vielleicht ist Dunkelheit aber auch nur so ein Angstbesetztes Wort, wie etwa: Geist, Gespenst, Teufel. Eine wirklich Gottverlassene Dunkelheit gibt es aber nicht. Was es wohl gibt sind grausige Vorstellungen zu dem Gedanken 'Dunkelheit'. Wer genau hinschaut, wer das Licht anmacht sieht dass Dunkelheit nur eine Vorstellung ist. Wer Phasen von seelischer Verzweiflung hatte, weiss dass da etwas war ... eine innere Leere, aber auch das war keine Dunkelheit sondern es war Verwirrung. Immer und überall ist Gott anwesend, das Ich Bin. Alles was verdunkeln kann ist die zeitweilige Sorge um das 'kleine ich', die kleine Persönlichkeit. Das ungeteilte Ich Bin ist weiterhin da und ohne dessen Dasein könnten wir nicht mal einen Atemzug machen.

PS: Hallo Scardi :clap: :]
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » So 7. Feb 2010, 00:25

Schoham hat geschrieben:
Scardanelli hat geschrieben:Liebe beginnt mit dem Ich..

Liebe beginnt mit Gott

Wenn die Liebe mit Gott beginnt, dann musst du schon erklären, welche Zutaten zur Liebe gehören. Wenn Gott den Menschen liebt, dann ist ohne den Menschen auch keine Liebe.
- dem: Ich bin. Der Mensch bleibt so lange geteilt - in sich leer und suchend - bis er gefunden den seine Seele liebt - der: Ich bin.

Wenn die Liebe mit Gott beginnt, dann hat sich Gott geteilt. Ohne Teilung auch keine Liebe.
Dann erst wird er ganz - wenn er gesucht und gefunden - er selbst gefunden wurde von dem: Ich bin. Die Selbstsuche führt in die Dunkelheit weil der Mensch ohne Gott nicht ist.

Jesus sagt, du sollst deinen Nächsten lieben. Das hat seinen Grund darin, weil dein Nächster der nächst Beste ist, oder dein anderes, dir notwendiges Teil.

Dein Nächster ist konkret, Gott aber abstrakt. Es ist merkwürdig, wenn sich ein Mensch nicht nach dem Konkreten sondern nach dem Abstrakten sehnt.

Es sei nicht gut, dass der Mensch alleine sei, sagte Gott zu Adam. Warum hat Adam da nicht gesagt, er sei ja gar nicht alleine, denn er hätte ja seinen Gott?
Obwohl Adam ganz innig mit Gott war, hat Gott Adam dennoch als alleine seiend begriffen.

Was du also vereinen möchtest, Mensch und Gott, das war schon mal ganz innig und dennoch war der Mensch alleine.

Also, mit oder ohne Gott, ist der Mensch ohne seinen Nächsten alleine.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » So 7. Feb 2010, 00:34

PhiloMuc hat geschrieben:Hallo Leute!
Er kommt hier seltener vor, der Dualismus! Wer hat eigentlich voll überzeugend entwickelt, dass er wahr ist?
(...)
Worum geht es? Um die angebliche Trennung von Subjekt und Objekt, zum Beispiel! Ein Lehrsatz, auf dem die Wissenschaft aufbaut.

Hallo PhiloMuc!
Die Erkenntnis funktioniert nur wenn Subjekt und Objekt getrennt sind, denn was das Subjekt erkennt, ist ihm Objekt.
Weil das erkannte Objekt aber das Denken des Subjektes ist, ist diese Trennung nur ein Schein.
Also ist die Trennung von Subjekt und Objekt wahr und sie ist unwahr. Es kommt auf den jeweiligen Standpunkt an.
Um zu erkennen, ist es aber nicht notwendig, dass zu wissen, denn die Erkenntnis funktioniert auch dann, wenn ihre Funktionszusammenhänge völlig falsch gedacht werden, weil schon dieses Denken die volle Funktion darstellt.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » So 7. Feb 2010, 00:54

Johncom hat geschrieben:
Wie kann also Selbstsuche in Dunkelheit führen. ?? Ich Bin ist immer da, es gibt kein Dasein ohne Ich Bin.

Du bist nicht Gott.
Weil du wissen sollst, dass kein Dasein ohne Gott sei, musst du dir das erarbeiten, denn nur durch Arbeit wird es dir gegenständlich.
Es muss also möglich und damit auch wirklich sein, dass du dich irrst.

Eine Suche führt dann in die Dunkelheit, wenn unter falschem Vorwand gesucht wird.
Für den Menschen bedeutet die Selbstsuche die Suche nach dem Du. Das Selbst findet der Mensch in seinem Nächsten.

Welche Dunkelheit soll also wo sein ? Vielleicht ist Dunkelheit aber auch nur so ein Angstbesetztes Wort, wie etwa: Geist, Gespenst, Teufel.

Im Gleichnis vom Verlorenen Sohn hat der Weg durch die Dunkelheit ins Licht geführt. Und der Weg im Licht in die Dunkelheit.

Eine wirklich Gottverlassene Dunkelheit gibt es aber nicht. Was es wohl gibt sind grausige Vorstellungen zu dem Gedanken 'Dunkelheit'.

Du sollst ja nach Hause kommen, also musst du schon durch die Dunkelheit.
Es geht darum es zu erleben und nicht es zu sein.
Wenn es nur um das Sein ginge, dann hätte Gott sich nicht geteilt.

Wer genau hinschaut, wer das Licht anmacht sieht dass Dunkelheit nur eine Vorstellung ist. Wer Phasen von seelischer Verzweiflung hatte, weiss dass da etwas war ... eine innere Leere, aber auch das war keine Dunkelheit sondern es war Verwirrung.

Die Dunkelheit ist mehr als eine Vorstellung - immherhin leiden Menschen.


Immer und überall ist Gott anwesend, das Ich Bin. Alles was verdunkeln kann ist die zeitweilige Sorge um das 'kleine ich', die kleine Persönlichkeit. Das ungeteilte Ich Bin ist weiterhin da und ohne dessen Dasein könnten wir nicht mal einen Atemzug machen.

Die Sorge um das kleine Ich ist schon berechtigt.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Johncom » So 7. Feb 2010, 02:04

Scardanelli hat geschrieben:Die Sorge um das kleine Ich ist schon berechtigt.


Ja. Und auch das Gehenlassen dieser und aller anderen Sorgen um die kleine Person ist berechtigt. Alles ist berechtigt: Das Schreien des Babys nach Milch, die Protestphase in der Jugend, das Werben um Frauen und der Kampf um einen guten Platz in der Gesellschaft - auch wenns mal knüppelhart kommt. Und berechtigt ist dann auch die Sehnsucht nach Frieden im Loslassen dieses kleinen Ichs.

Scardanelli hat geschrieben:Die Dunkelheit ist mehr als eine Vorstellung - immherhin leiden Menschen.


Und wir leiden wirklich schmerzhaft ( kam selber gerade aus dem Spital ) und können aber auch aus dem Leiden dazulernen. Eben weil jeder leidet .... da wäre es eine stolze blinde Illusion, dass ausgerechnet man selbst sich um das Leiden drücken kann. Doch kann kein Leiden ewig sein, und wenn das 'gelernt' wird ist wirds auch wieder hell.

Scardanelli hat geschrieben:Du sollst ja nach Hause kommen, also musst du schon durch die Dunkelheit.
Es geht darum es zu erleben und nicht es zu sein.
Wenn es nur um das Sein ginge, dann hätte Gott sich nicht geteilt.


Ja.

Scardanelli hat geschrieben:Du bist nicht Gott.
Weil du wissen sollst, dass kein Dasein ohne Gott sei, musst du dir das erarbeiten, denn nur durch Arbeit wird es dir gegenständlich.
Es muss also möglich und damit auch wirklich sein, dass du dich irrst.


Nun das Irren ist menschlich aber das was 'wirklich', also unumstossbar real ist, das ist Gottes Sein. Und dieses Gewahrwerden des immerwährenden Seins ( Gott, Ursprung ) muss nicht immer 'erarbeitet werden' im Sinne des Wortes sondern kann auch durch Fallenlassen erfahren werden. Sicher: dem Fallenlassen ist meistens Arbeit und Leiden vorrausgegangen.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Schoham » So 7. Feb 2010, 06:07

Johncom hat geschrieben: Gott hat den Menschen gemacht, aus sich selbst heraus.

Adam wurde aus Erde erschaffen und ist Geschöpf Gottes und wird auch wieder zu Erde werden. Aus Sich Selbst heraus zeugte Gott den Menschen Jesus Christus und dieser Mensch ist ewig.

Scardanelli hat geschrieben:Was du also vereinen möchtest, Mensch und Gott, das war schon mal ganz innig und dennoch war der Mensch alleine.

Gott und Mensch sind nicht von der gleichen Art. In Jesus Christus wurde Gott Mensch...und durch Ihn darf der Mensch göttlicher Natur teilhaftig werden. Die Beziehung von Gott und Adam stelle ich mir ein ganz klein wenig vor wie Mensch und Hund oder Mensch und Katze. Es kann eine innige Gemeinschaft sein und doch nicht voll befriedigen weil nicht von der gleichen Art. Durch die Menschwerdung Gottes wurde Gott nicht nur Vater - Er wurde auch Bruder. Adam hat sich selbst mehr geliebt als Gott und so wurde er von Gott getrennt. Jesus hat Gott mehr geliebt als Sein eigenes Leben und ist Eins mit Gott.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » So 7. Feb 2010, 09:13

Johncom hat geschrieben: also unumstossbar real ist, das ist Gottes Sein. Und dieses Gewahrwerden des immerwährenden Seins ( Gott, Ursprung ) muss nicht immer 'erarbeitet werden' im Sinne des Wortes sondern kann auch durch Fallenlassen erfahren werden. Sicher: dem Fallenlassen ist meistens Arbeit und Leiden vorrausgegangen.

Das Sein Gottes ist nicht real, weil das bloße Sein leer ist. Real ist das, was bestimmt ist. Der Sohn Gottes ist real, weil der Sohn Gottes Mensch ist. Das Sein muss sich schon im Dasein realisieren.

Es muss alles in seiner Bedeutung auch eine Notwendigkeit haben. So ist der Sohn, weil Gott ohne den Sohn nur Ist.

Wenn alles schon in den Teilen wäre, dann wäre alles daneben nicht motiviert.

Und es weiß ja keiner was daraus folgen sollte, dass Gott sei.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » So 7. Feb 2010, 09:25

Schoham hat geschrieben:
Johncom hat geschrieben: Gott hat den Menschen gemacht, aus sich selbst heraus.

Adam wurde aus Erde erschaffen und ist Geschöpf Gottes und wird auch wieder zu Erde werden. Aus Sich Selbst heraus zeugte Gott den Menschen Jesus Christus und dieser Mensch ist ewig.

Jesus vorausgesetzt ist der Mensch. Der Mensch Jesus ist ohne den Menschen unmotiviert, oder es kann ihm niemand sagen, was er sei.
Gott und Mensch sind nicht von der gleichen Art. In Jesus Christus wurde Gott Mensch...

Wenn das wahr wäre, dann müsstes du schon sagen, wie Gott etwas werden kann, wenn er doch der Ursprung wäre. Der Ursprung kann, wenn er etwas wird, nur es selbst werden. Wir sind bei Gott schon ganz oben angelangt, also bei der Ursache des Werdens. Gott kann nicht Mensch werden, sondern nur Mensch sein, oder vom Sein zum Werden. Das Sein muss immer bei Gott bleiben, sonst müssten wir einen zweiten Gott einführen, einen höheren.

und durch Ihn darf der Mensch göttlicher Natur teilhaftig werden.

Nur wenn es Gott nützlich wäre, also einem vernünftigen Motiv entspricht.

Durch die Menschwerdung Gottes wurde Gott nicht nur Vater - Er wurde auch Bruder.

Wenn Gott etwas werden soll, dann musst du sehr auf den Argumentationsweg achten, denn eigentlich kann Gott gar nichts werden, denn Gott ist.
Adam hat sich selbst mehr geliebt als Gott und so wurde er von Gott getrennt. Jesus hat Gott mehr geliebt als Sein eigenes Leben und ist Eins mit Gott.

Die Liebe ist immer der rechte Weg. Wenn Adam lieben würde, dann wäre er geheilt. Der Mensch kann sich gar nicht selbst lieben, als höchstens sich selbst begehren. Der Mensch ist weil er nur Teil ist, so konstruiert, dass er immer nur den Nächsten lieben kann.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Naqual » So 7. Feb 2010, 10:22

Scardanelli hat geschrieben:.....

Also es ist schon ein Problem, Dein Denken in eine Gesamtvorstellung zu bringen.
Und der Dümmste bin ich sicher nicht. :oops:

Vielleicht eröffnest Du mal einen Thread zu Thema "Wie man Scardi lesen und verstehen kann". :mrgreen:

Nichtsdestotrotz ist es genüßlich, sich von Dir die Hirnwindungen verbiegen zu lassen.
Wenn der Genuß (bei mir) auch im Prozess und nicht im Ergebnis liegt. ;)


Jetzt haben wir ja einige Dualitäten bei Dir:
Gott ist bei Dir "in" Allem. Mensch ist Teil von Allem. Gott ist (konstant), Mensch wird (variabel, Bewegung).
Die Richtung des Werdens ist vernünftigerweise in Allem das Eins ist. Jesus ist das Besondere das zu Einem führt, obwohl es nichts Besonderes geben dürfte, da die Teile ja im Eins sind.

Wenn ich versuche, in Dein Denken hineinzuspringen, komme ich zu eigentümlichen Aussagen:
Kein Gott ohne Menschen. Der Mensch ist funktional das Erleben Gottes. Gott braucht Mensch.
In gewisser Hinsicht könnte man sogar sagen: Theologie ist Psychologie und umgekehrt. Alles ist voneinander abhängig und zueinander verwiesen.

Liegt ein dumpfer Schimmer vor oder total auf dem Glatteis? :))
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Schoham » So 7. Feb 2010, 11:01

Scardanelli hat geschrieben:Der Mensch ist weil er nur Teil ist, so konstruiert, dass er immer nur den Nächsten lieben kann.


Der Allernächste ist Gott durch Seinen Geist im Herzen des Menschen. Nichts kann einem Menschen näher sein als Gott. Auch nicht der Mensch sich selbst. Wenn das geschieht dann wird der Mensch durch Gottes Gegenwart selbst Liebe und wird fähig seinen Nächsten - also zuerst dann sich selbst zu lieben und von dort aus seinen Nächsten ...Der süssen Früchte Anfang sind die in der Erde verborgenen Wurzeln.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon jes_25913 » So 7. Feb 2010, 11:32

Ich möchte Folgendes einwerfen:
Das Vergängliche kann, da es eben Anfang und Ende hat, nicht Ursache seiner selbst sein. Folglich hat alles, was entstanden ist, seinen Grund im Unentstandenem, im Ewigen, das wir auch Gott nennen.
Nun ist das Ewige aber etwas Bewegtes - denn sonst hätte ja aus ihm nichts Zeitliches entstehen können.
Worauf zielt aber die Bewegung des Ewigen? - Doch immer nur auf sich selbst, da es außer ihm selbst nichts gibt. Diese ständige Selbstreflexion des Ewigen bringt also mit Notwendigkeit ständig neue Schöpfungen hervor.
Im Menschen ist eine Schöpfung entstanden, in dem das Ewige in der Lage ist, sich selbst erstmals als den ewigen Urgund zu erkennen.
Damit ist der Fall eingetreten, dass dieses Geschöpf entgegen dem Urgrund (also Gott) handeln kann. Denn nicht nur das Ewige konnte sich als Ewiges in ihm erkennen, sondern das Geschöpf konnte sich auch selbst als Geschöpf erfassen, und damit als vergängliches Wesen; - da gleichzeitig der Urgrund “geahnt” wurde, so dass im Menschen (wie auch in jedem Geschöpf, das “genügend” selbstreflexiv ist) ein Zwiespalt entstand: etwas (scheinbar) zu sein (nämlich vergänglich), dass es - im tiefsten Grunde (und das ist im Ewigen) nicht sein kann, nämlich vergänglich. Daraus resultierte die Urangst und mit ihr alle Antriebe den Zeitpunkt der Vergänglichkeit hinauszuschieben. Bis eben auch der Mensch die Reife erlange und erlangt, sich im Wesen als unvergänglich, ewig, kurz als Eins mit dem Urgrund zu begreifen. (Denn der Urgrund kann sich nicht wirklich teilen. Die Schöpfungen sind eben nicht Teilungen des Urgrundes, sondern Vorstellungen des ungeteilten Ursprunges.) In dem Sinne ist es auch richtig, wenn manche sagen, wir waren niemals von Gott getrennt und werden es auch niemals sein.
“Getrennt” waren und sind wir nur durch unzureichende Bewusstheit, wie gezeigt wurde.
Zuletzt geändert von jes_25913 am So 7. Feb 2010, 14:09, insgesamt 4-mal geändert.
Einiges ist "schwer zu verstehen, was die Unwissenden und Leichtfertigen verdrehen, wie auch die andern Schriften, zu ihrer eigenen Verdammnis." (2Petr 3,16)
"Ist jemand ein Amt gegeben, so diene er. Ist jemand Lehre gegeben, so lehre er"(Röm 12,7)
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » So 7. Feb 2010, 13:41

Naqual hat geschrieben: Liegt ein dumpfer Schimmer vor oder total auf dem Glatteis? :))

Das Ich ist eine Funktion aus Dualität, es ist, wie du sagtest, sowohl konstant als auch variabel, weil sich das, was konstant ist, eben entwickelt also verändert.
Was so widersprüchlich ist, darüber lassen sich dann auch nur spekulative Aussagen machen, denn sie sind immer beides, sie sind wahr und im nächsten Moment wieder nicht.

Wenn das Ich eine Funktion aus Dualität ist, dann macht es auch keinen Sinn, die Dualität zu überwinden, denn damit wäre dann das Kind mit dem Bade ausgeschüttet worden.

Wenn so ein Ich erstmal so richtig auf Betriebstemperatur ist, dann kann sich das auch unangenehm anfühlen und deshalb wollen Menschen das gar nicht erleben, denn niemand möchte unangenehme Gefühle haben.

Aus diesem Grund wird Gott auch aus der Dualität herausgenommen, dann sei er nur gut, das nur Gute, denn der Mensch sehnt sich halt nach Ruhe. Die Ruhe aber ist der Tod.

Weil Gott selbst Subjekt ist, führt er denselben Kampf, oder wir führen diesen Kampf, weil es der Entwicklung des Geistes entspricht.

In diesem Sinn erscheint mir der letzte Text hier von Jes_25913 recht gut.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Naqual » So 7. Feb 2010, 13:49

Scardanelli hat geschrieben:Wenn so ein Ich erstmal so richtig auf Betriebstemperatur ist,

:D - Schöne Formulierung.

Aus diesem Grund wird Gott auch aus der Dualität herausgenommen, dann sei er nur gut, das nur Gute, denn der Mensch sehnt sich halt nach Ruhe. Die Ruhe aber ist der Tod.

Wenn ich Gott gut und böse vorstelle, wird er nicht zur bloßen Projektion des unerlösten Menschen? Da Gott für Mensch in Bewegung immer Ziel ist, wo bleibt die Ausrichtung der Bewegung, wenn wir in gut und böse schon sind?
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » So 7. Feb 2010, 13:54

Schoham hat geschrieben: Der Allernächste ist Gott durch Seinen Geist im Herzen des Menschen.

In dieser Form ist Gott ideal vorgestellt.
Das nächste Objekt eines Subjektes ist derselbe Mensch. Das ist automatisch, weil es das Innerste des Subjektes ist. Das lässt sich auch nicht abstellen, oder sagen wir mal so, bei Meditationsübungen soll das erreicht werden.
Das meint zumindest, dass es extrem schwer ist, das eigene Ich als Objekt zu unterdrücken oder gar zu beseitigen.
Wenn also ein Mensch mit Gott höchst selbst in Kontakt zu sein meint, dann kann dieser Mensch nicht ausschließen, dass er real nur mit sich selbst in einem Kontakt steht. Es ist im Mindesten Vorsicht geboten.
Ganz objektiv ist der Nächste immer der nächste Mensch. Ob Gott dir objektiv gegenüber ist, wenn du in dein Herz schaust, das müsstest du glauben, ohne sicher sein zu können.
Menschen, die sich auf so etwas verlassen, die gehen schon mal in die Luft.
Nichts kann einem Menschen näher sein als Gott.

Da sollte dir der Bibelspruch behilflich sein, dass dein Tun am Nächsten, Tätigkeit an Gott sei, sagte Jesus. Du kannst dem Herrn Jesus unmittelbar ja nichts tun, denn der Gute ist ja in den Woken entschwunden. Aber hier auf der Erde wimmelt es nur so vor Stellvertretern, denen du etwas tun kannst.
Wenn das geschieht dann wird der Mensch durch Gottes Gegenwart selbst Liebe und wird fähig seinen Nächsten - also zuerst dann sich selbst zu lieben und von dort aus seinen Nächsten ...Der süssen Früchte Anfang sind die in der Erde verborgenen Wurzeln.

Dann müssen wir wohl warten?
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Scardanelli » So 7. Feb 2010, 14:07

Naqual hat geschrieben: Wenn ich Gott gut und böse vorstelle, wird er nicht zur bloßen Projektion des unerlösten Menschen?

Der Mensch schließt am Ende immer von sich auf anderes. Es ist dem Menschen anderes nicht möglich. Gott muss, um sich offenbaren zu können, vom Menschen aus erschließbar sein.
Der offenbare Gott, das ist der bekannte Gott und dem Menschen ist nur der Mensch bekannt.
Wenn der Mensch im Bilde Gottes geschaffen wurde, dann kann der Mensch von sich auf Gott schließen.
An sich ist das urchristliches Thema, denn hier soll Gott ja Mensch sein. Wenn Gott schon explizit als Mensch vorgestellt wird, dann liegt es doch nahe, vom Menschen auf Gott zu schließen. Jesus sagte, wer ihn sehe der sehe den Vater. Das heißt doch, wer den Menschen erkennt der hat Gott erkannt.

Atheisten nehmen das gerne als Gegenargument, Religiöse hätten nur vom Menschen auf Gott geschlossen.
Sicher haben das Menschen, womit es allerdings gar kein Gegenargument ist.

Die Frage der Erlösung ist ja auch die Frage, wer das wirklich sein möchte? Bisher wurde noch kein erlöster Mensch vorgestellte. Wenn mal ein erlöster Mensch vorgestellt würde, dann möchte das vielleicht keiner mehr sein?

Es gibt ja unter schwerstem Leid unter Menschen rigorose Erlösungsbemühungen, wobei die so extrem sind, dass niemand weiß, was sie eigentlich bewirken. Wie bei Selbstmord.
Da Gott für Mensch in Bewegung immer Ziel ist, wo bleibt die Ausrichtung der Bewegung, wenn wir in gut und böse schon sind?

Was gut und böse ist, muss sich versöhnen. Die Versöhnung ist das Ziel.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Schoham » So 7. Feb 2010, 14:32

Scardanelli hat geschrieben:
Schoham hat geschrieben: Der Allernächste ist Gott durch Seinen Geist im Herzen des Menschen.

In dieser Form ist Gott ideal vorgestellt.

Ja :)).
Scardanelli hat geschrieben:Das meint zumindest, dass es extrem schwer ist, das eigene Ich als Objekt zu unterdrücken oder gar zu beseitigen.

Es ist schwer für den Menschen, sich vom kleinen ich zu lösen - erlösen zu lassen. Wer Gott in sein innerstes hinein lässt, der darf erleben, was für eine Kraft das Licht hat und wie es den ganzen Menschen erleuchtet, so das denken, reden und tun sich auf wundervolle weise verändern. Dies kommt dann dem Nächsten zu gute.

Scardanelli hat geschrieben:
Schoham hat geschrieben: Der süssen Früchte Anfang sind die in der Erde verborgenen Wurzeln.

Dann müssen wir wohl warten?

Oder um ein sehendes/erkennendes Herz bitten?
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Naqual » So 7. Feb 2010, 14:35

Scardanelli hat geschrieben:
Da Gott für Mensch in Bewegung immer Ziel ist, wo bleibt die Ausrichtung der Bewegung, wenn wir in gut und böse schon sind?

Was gut und böse ist, muss sich versöhnen. Die Versöhnung ist das Ziel.


Wie versöhnt sich bei Dir gut und böse? Steigerst Du im Abstrakten die Dualität als Grundvoraussetzung darüberliegender monistischer Erkenntnis?
Oder im Konkreten: wie versöhnt sich bei Dir der Trieb, den anderen umzulegen, auf den man wütend ist, ohne das Böse nicht zu versöhnen, sondern zu eliminieren?

Ich kann Gott in Allem sehen und Mensch als Teil, dass am Ganzen zu funktionieren hat. Gut sei, was am Ganzen richtig wirkt. Dann gibt es aber mit dem Gegensatz keine Versöhnung.
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Re: Der Dualismus- ein großer Irrtum?

Beitragvon Schoham » So 7. Feb 2010, 14:45

Scardanelli hat geschrieben:Was gut und böse ist, muss sich versöhnen. Die Versöhnung ist das Ziel.


Wie viele Menschen sind grad heute bereit, sich mit ihrem Nächsten zu versöhnen? Muss! Zu hoffen ist es das der Mensch einsichtig wird und aus freier überzeugung die Versöhnung wählt - mit Gott, sich und dem Nächsten. Erzwungene Versöhnung ist keine Versöhnung weil sie im aussen bleibt und nicht das innerste des Menschen betrifft.

Ich meine: Die Verherrlichung Gottes sei das Ziel.
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