was der Bibelglaube anrichten kann....

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was der Bibelglaube anrichten kann....

Beitragvon soleil » Di 12. Nov 2002, 11:02

Kind sein in einer freikirchlichen, evangelikalen Gruppe

Es ist lange her, seit ich gross geworden bin in dieser Gruppe, und erst heute gelingt es mir darüber zu schreiben. Ich leide heute noch unter den Folgen obwohl es nun bereits über 20 Jahre her ist. Gepredigt wurde in dieser Kirche etwa folgendes: Jeder Mensch ist ein Sünder ,aber Jesus ist für uns am Kreuz gestorben und vergibt uns unsere Sünden. Wir müssen nur umkehren, unser Leben Gott anvertrauen und ein Leben führen wie es in der Bibel steht und dann werden wir in das Himmelreich kommen. Und Jesus wird bald kommen um Gericht zu halten. Wir müssen täglich gegen den Satan in uns und um uns herum kämpfen, der in verschiedenen Gestalten auftaucht und uns in Versuchung führen will.

Für aussenstehende Erwachsene, die nicht daran glauben hört es sich wie spinnertes aber harmloses Gelabber an, für die Erwachsenen die daran glauben ist es je nach Geschmack Erleuchtung, Weisheit ,Lebenssinn, aber was es für ein Kind bedeuten kann dass diesen Glauben nicht wählen konnte will ich im folgenden versuchen aufzuzeigen.

Hundertemale hab ich als Kind versucht umzukehren, ich habe gebetet und gebetet und auf eine Antwort gewartet, aber es kam keine Antwort, ganz zu schweigen von den grossartigen Berichten von denen die Erwachsenen immer erzählten. Ich wurde nicht „ erfüllt von der Liebe Gottes “. Also hatte Gott mich nicht angenommen. Ich war noch klein aber ich hatte dennoch verstanden was das bedeutete : Verdammnis und Höllenqualen, die niemals aufhören würden: man würde in einen Phul aus Feuer geworfen werden und gequält werden von Ewigkeit zu Ewigkeit. Ich litt unter Todesängsten denn ich verstand nicht alles was die sogenannten Brüder sagten, aber dass es nicht mehr lange dauern konnte bis er kommt da „die Menschen schon ganz böse geworden waren“ hatte ich verstanden. Ich verbrachte ganze Nächte auf unserer Fensterbank und beobachtete den Himmel, ob er vielleicht heute Nacht kommen würde und mich in den feurigen Phul werfen würde.

Erwachsene können sich dann irgendwann wenn auch unter Mühen von diesen Vorstellungen distanzieren, kleine Kinder können es nicht, für sie ist das was die Erwachsenen sagen die absolute Wahrheit. Sie können in keinster Weise vor diesen grauslichen Bildern, die für die Erwachsenen möglicherweise nur symbolische Aussagekraft haben, aber für die Kinder absolute Realität sind, fliehen.

Norbert


Was sagt Ihr dazu?? Ich finde es äusserst tragisch. Man sieht an diesem Beispiel deutlich, was man mit einer fundamentalistischen Bibelauslegung alles anrichten kann.
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Re: was der Bibelglaube anrichten kann....

Beitragvon cori » Di 12. Nov 2002, 11:26

Hallo soleil

ich bin ähnlich aufgewachsen wie du, man hat mir im Prinzip dasselbe erzählt, mit einem Unterschied: Es wurde mir gesagt, wenn ich mein Leben Jesus übergebe, dann wird mein Name im Buch des Lebens eingeschrieben, unabhängig davon ob ich irgendetwas fühle oder erlebe. Aus diesem Grund war die Bekehrung für mich ein positives Erlebnis, auch ohne Gefühl, denn ich war mir dann einfach sicher, dass ich jetzt ein Kind Gottes bin und mich vor nichts und niemandem mehr fürchten brauche. Steht ja in der Bibel, und Gott lügt uns doch nicht an. So war mein einfacher Kinderglaube.

Später ist dann manches anders gekommen, es kamen Zweifel und ich bin über viele Dinge völlig verunsichert geworden. Jahrelang wusste ich nicht recht, was ich glauben sollte.
Stück für Stück, in kleinen Schritten, hab ich wieder zurückgefunden, das war eine lange Geschichte, die sich über viele Jahre hingezogen hat. Und eines Tages war ich wieder so weit, dass ich sagen konnte: Ja, ich glaube, was in der Bibel steht. Das ist noch gar nicht so lange her. Und in diesem Augenblick, als ich mir das gedacht habe, habe ich ein so starkes Glücksgefühl verspürt, wie ich es nie für möglich gehalten hätte. Ich dachte immer, ich wäre nicht der Typ für sowas. Ich hab mir das auch nie so direkt gewünscht, weil ich eher ein Verstandesmensch bin. Aber so war es einfach.

Ich möchte Dir Mut machen, trotz Deiner negativen Erlebnisse nach der Wahrheit zu suchen. Es ist nie zu spät dafür!

Gruß von cori

Wir freuen uns über unsere Enkelin

+++ Clara Sofia +++


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Re: was der Bibelglaube anrichten kann....

Beitragvon Daniel Gerber » Di 12. Nov 2002, 11:38

Wie seht es mit der Liebe von Jesus? Laut deinem Bericht stand die nicht gerade im Zentrum :?

Erinnert mich an Petrus der über´s Wasser gehen sollte. Als er auf den Sturm sah, drohte er unterzugehen, dann hielt in Jesus fest. Gemäss deiner Schilderung wurde nur Sturm gepredigt, was wohl nicht gerade erbaulich ist...
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Re: was der Bibelglaube anrichten kann....

Beitragvon soleil » Di 12. Nov 2002, 12:41

Lieber Daniel und Cori

Diese Geschichte ist nicht meine. Ich habe sie auf einer EX-Site gefunden. Ein Norbert hat sie aufgeschrieben. Sie hat mich berührt, weil ich als Erwachsene, diese Drohfingerpredigten genau gleich empfinde.

Nach Eurer Auffassung gibt es doch nur Leben oder Verdammnis, gut und böse, Gott oder Teufel. Ist dies nicht so??????? Ich bin in einem christlich-sozialen Umfeld aufgewachsen. Meine Eltern haben uns die Nächstenliebe nicht mit Höllendrohungen gepredigt, sondern diese uns ganz einfach vorgelebt.

Dieser Jesus-Kult in den Freikirchen hat nichts mit der Liebe Gottes zu tun. Denn Jesus wird bei Euch zu einer magischen Figur gemacht, zu einem Götzen erkoren.Schon in den Namen selbst legt ihr Kräfte, aus denen ihr Euch nach Eurem Willen bedient.

Ihr verwechselt was; nämlich Gott und Euer Unterbewusstsein, das ihr Jesus nennt.

Um in Euren Worten zu sprechen: ihr seid einer Lüge des Satans verfallen.
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Re: was der Bibelglaube anrichten kann....

Beitragvon Joggeli » Di 12. Nov 2002, 12:57

Hallo soleil

Diese Geschichte ist nicht meine.


Es wäre besser, du würdest dies gleich am Anfang klarstellen, sonst hat noch jemand zu unrecht erbarmen mit dir :D

Nach Eurer Auffassung gibt es doch nur Leben oder Verdammnis, gut und böse, Gott oder Teufel. Ist dies nicht so???????


Jein, aber Jesus sagt klar, dass es nur ein FUER oder GEGEN gott gibt. Eine neutrale Zone existiert nicht. Aber wo ist das Problem? Entweder du glaubst, dann weisst du auch, dass es eine ewige Verdammnis gibt, und dann wirst du sicher nicht erpicht sein, in dieser zu landen. Oder, du glaubst nicht an die Existenz von Gott - dann müssten dich doch alle "Drohungen" kalt lassen, weil sie dann ja sowieso weder Hand noch Fuss haben.


Ihr verwechselt was; nämlich Gott und Euer Unterbewusstsein, das ihr Jesus nennt.Ihr verwechselt was; nämlich Gott und Euer Unterbewusstsein, das ihr Jesus nennt.


Gott, Jesus und der heilige Gesit sind eins. Nicht unser Unterbewusstsein ist Jesus, da hast du etwas falsch verstanden.

Es ist mir einfach nicht klar, weshalb du immer so eifrig über den Glauben, bzw. die christen diskutierst, wenn du doch im Inneren absolut anderer Ansicht bist, und dich unter Christen scheinbar gar nicht wohl fühlst? Eines ist sicher, wir Christen dienen sicher nicht Satan, denn dieser weicht vor Jesus, und hat keine Macht gegen ihn.

Liebe Grüsse
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Re: was der Bibelglaube anrichten kann....

Beitragvon mia » Di 12. Nov 2002, 13:11

@soleil,


ich verstehe deine wut. einem kind so etwas einzbläuen finde ich auch wahnsinn. für etwas haben wir ja den freien willen von gott bekommen. manchmal verstehe ich auch nicht wieso alle erwachsenen ihre kinder in den gottesdienst "schleppen". ich meine hier wircklich nur diese, die ihrem kind den glauben beibringen möchten. ich habe ja auch einen sohn. ich gehen ab und zu an vorträge, mein kind darf mitkommen wenn es will und es dort dann in die spielgruppe. sobald mein kind aber selbst bestimmen kann und nicht mehr will, muss es nicht mehr mit. den mein sohn hat ebenfalls das geschenk (geschenk?) des freien willens. ich finde auch man sollte dem kind vorleben. nicht nur predigen. das bringt nichts. gott wird das kind segnen und auf seine eigenen wege führen.

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Re: was der Bibelglaube anrichten kann....

Beitragvon Suchender » Di 12. Nov 2002, 13:19

Hallo Soleil

Schön Dir hier wieder zu begegnen... :)

Ich habe Die geschichte von Norbert gelesen und Sie berührt mich sehr. Ich bin froh, meinen Weg zu Jesus erst jetzt und aus FREIEM WILLEN gefunden zu haben.

Ich bin überzeugt, dass in einigen Freikirchen sehr viel
pädagogischer Unfug getrieben wird - auch die Geschichten
aus der Freikirche, welche ich seit neuestem besuche stellen mir ab und zu die Nackenhaare auf.

Nach meinem Empfinden und bisherigen Erfahrungen sind es vor allem die Ältesten und /oder der Prediger, welche (für meinen Geschmack eine krankhafte) sehr unnachgibige und drohende Haltung einnehmen. Ich durfte zum Glück einem Prediger begegnen, der selbst erst nach einem "anderen Leben" zu Jesus gefunden hatte und heute wirklich Liebe und Vergebung predigt. Noch nie habe ich irgendeine Hetze von Ihm gehört.... :))

In Deinem Zweiten Post, Soleil, sind wir wieder bei den Esotherikern (wie Du weisst, komme ich selbst aus dieser Ecke... :D ) Das Unterbewusstsein hat überhaupt nichts mit Jesus zu tun, denn Jesus lebt :) - unabhängig von Dir - mit Dir oder ohne Dich (wie auch immer DU Dich entscheidest) - Dein Unterbewusstsein jedoch lebt in Dir - jedoch nicht in Deinem Herzen.
Ich würde mich freuen, wenn DU Dich für Jesus entscheiden könntest! :)
Ich habe lange Zeit gesucht - eine Unmenge von Zeit und Geld für neuzeitliche Lehren verschwendet und dabei hätte ich nur ein Buch aus meinem Büchergestell nehmen müssen - DIE BIBEL!

:) Ups das war mein 50ter Post :)
Klopfet an und es wird euch geöffnet werden...

:) Und ich klopfte an... tatsächlich ging die Türe auf :)
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Re: was der "Bibelglaube" anrichten kann....

Beitragvon immanuel » Di 12. Nov 2002, 13:27

Hallo Soleil!

Ich finde deinen Titel mit "Glauben" ein suboptimales Wort, weil der Glaube an sich von Gott stammt, die Religionen aber von den Menschen. Meiner Ansicht nach können wir den Glauben an die Bibel und Gott direkt mit den Messages aus 1. Korinther 13 verknüpfen: Liebe ist geduldig und zwingt sich niemandem auf. So liebvoll wie Gott ist, sollen auch Christen mit Menschen umgehen. Das sagt uns Gott in der Bibel. Jesus ist das Beispiel dafür: In den bränzligsten Situationen blieb er ruhig und libevoll. Wenn also Christen jemandem ihren Glauben aufzwingen wollen, ist es sicher nicht Gotts Absicht und Führung. Wir wissen, dass es auch schwache Christen gibt, die oft in solchen Situationen falsch/aufzwingend handeln. Paulus ermutigte sogar die Kollegen dieser Leute, auf "aufzwängende Christen" besonders Rücksicht zu nehmen und ihnen zu helfen.

Es gibt warme und kalte Christen, gute und schlechte..., doch alle sind Menschen.

Grüessli
Manuel
"Ich möchte die Liebe und Hunger nach Gott immer behalten!"
IHN zu erkennen, ist wie eine Schatztruhe, die sich öffnet. faith.ch
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Re: was der "Bibelglaube" anrichten kann....

Beitragvon Eremit » Di 12. Nov 2002, 15:00

Jesus sagt klar, dass es nur ein FUER oder GEGEN gott gibt. Eine neutrale Zone existiert nicht.



@joggeli



Wenn Jesus obiges sagt, ist klar, dass mich ´alle "Drohungen" kalt´ lassen können. Die Frage ist aber nicht der Umgang der unGläubigen mit diesem Zitat, vielmehr der, der Glaubenden. Hat man dieses Gebäude erbaut, ist es verlockend, andere daraus zu vertreiben: "Für, oder gegen..." Leute, die nicht wissen, daß dort überhaupt ein Gebäude steht, wissen natürlich auch nicht, ob sie gerade ins Obergeschoß, oder in den Keller gehen.

(passender Lesestoff: R. Safranski: Wieviel Wahrheit braucht der Mensch? Über das Denkbare und das Lebbare)

Was ist mit den Unentschlossenen (für?, oder gegen?)

Warum mit Christen dikutieren?:
Dinge wie Glaube, Miteinander, Weltanschauung, usw. ..., sind ebenso hier, wie woanders präsent. Aber das Christentum, als elementarer BEstandteil abendländischer Kultur, will ersteinmal verstanden sein..., und für meinen Teil bin ich noch ein gutes Stück weg davon, und hoffe hier auf NAchsicht und -hilfe.
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Re: was der "Bibelglaube" anrichten kann....

Beitragvon mia » Di 12. Nov 2002, 15:25

@eremit

also ich helfe dir schon, bin auch recht nachsichtig.. bin ich wohl auch ein lauwarmer christ? wieso immer radikalität? für oder gegen ok. das stimmt. trotzdem das erste gebot soll die liebe sein. liebe deinen nächsten wie dich selbst. übrigens verstehe ich auch nicht alles, sehr wenig sogar. ich weiss was gute grafik ist, ich weiss das mein sohn süss ist, ich weiss das ich ein tolles auto fahre ich weiss alles was einfach zu verstehen ist. weiss ich was nach dem tod ist? nein. ich werds nie wissen. das ist für mich glaube. ich weiss und verstehe so vieles nicht. glaube aber trotzdem. ist eigentlich ermutigend nicht?
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Re: was der Bibelglaube anrichten kann....

Beitragvon Morgy » Di 12. Nov 2002, 15:39

Original von soleil
Was sagt Ihr dazu?? Ich finde es äusserst tragisch. Man sieht an diesem Beispiel deutlich, was man mit einer fundamentalistischen Bibelauslegung alles anrichten kann.

Hoi soleil,

auch mich hat die Geschichte betroffen gemacht, vor allem weil das Kind sehr gelitten hat! Oft kommt eine Botschaft beim Empfänger (hier: dem Kind) anders an, als sie der Sender (hier: die Freikirche, bwz. die Leute dort) geplant hat. Missverständnisse können bei so tiefen Themen wie dem Glauben tragische Auswirkungen haben. Gerne hätte ich dazu gepostet und Zusammenhänge zu verstehen versucht. Wie Joggeli wurde ich weiter unten etwas enttäuscht, weil die betroffene Person ja gar nicht hier im Forum ist. Schade.

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Re: was der Bibelglaube anrichten kann....

Beitragvon Harry » Di 12. Nov 2002, 15:56

Auch ich finde die Geschichte tragisch und traurig.

Sie zeigt aber wieder das Glaube, Menschen und Kirche (Institution) ganz klar voneinander zu trennen sind.
Glaube darf nichts mit den Menschen meiner Umgebung zu tun haben da diese leider weh tun können.
Den Glauben von sündigen und schwachen Menschen anhängig zu machen ist abolut falsch!
Einige meinen es gut sind aber in ihrer Art und Weise etwas weiterzugeben einfach eingeschränkt, dies führt zu Missverständnissen und Fehlinterpretationen die gerade Kinder aber auch Erwachsene arg treffen können.

Oft werden Personen entgegen ihrer Gaben in Gemeinden eingesetzt und können dort fast (selbst-)zerstörerisch wirken da sie schlicht überfordert sind und ohne die Hilfe des heiligen Geistes auskommen müssen.
Das Übel sind vielleicht oft die Ältesten oder Pastoren die es nicht verstehen Menschen nach ihren von Gott gegebenen Gaben einzusetzen.

Ich denke was hier passiert ist zeigt die Begrenztheit unseres menschlichen Seins ziemlich deutlich, hat aber mit biblischem Fundamentalismus gar nichts zu tun.

Was ist eigentlich fundamentalistisch?
Fundamentalistisch heißt ja eigentlich nur eng mit einem Fundament verbunden. Da dieses Fundament im christlichen Glauben das Wort Gottes sein soll, ist an einem "christlichen Fundamentalismus" prinzipiell nichts auszusetzen. Man darf das aber nicht gleichsetzen mit einem "Radikalismus", der fern ab von biblischen Lehren schon viel Unheil verursacht hat.

Liebe Grüsse

Harry
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Re: was der "Bibelglaube" anrichten kann....

Beitragvon Eremit » Di 12. Nov 2002, 16:03



@mia

...bin ich wohl auch ein lauwarmer christ


Ich glaube kaum, dass ich dies beurteilen könnte.

Ich frage mich nur, warum ich zwei Gesichter sehe, wo doch nur eines gelten soll.
Du schreibt von ALLES erfüllendem Glauben und Liebe,
Joggeli von "für oder gegen..."
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Re: was der Bibelglaube anrichten kann....

Beitragvon soleil » Di 12. Nov 2002, 16:04

Lieber Morgy!

Da hast Du ja wieder eine tolle Ausrede gefunden. Hier geht es um die Sache/das Thema an sich und nicht um die Person.
Wir sind hier nicht in einem Schulzimmer, wo alle Betroffenen anwesend sein müssen. :D

Also lege Deine künstliche Geziertheit einfach ab und diskutiere mit.
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Re: was der Bibelglaube anrichten kann....

Beitragvon Taube » Di 12. Nov 2002, 17:35

Lieber Harry

Mal einige Bemerkungen zu Deinem Posting:

Sie zeigt aber wieder das Glaube, Menschen und Kirche (Institution) ganz klar voneinander zu trennen sind.

Das Übel sind vielleicht oft die Ältesten oder Pastoren die es nicht verstehen Menschen nach ihren von Gott gegebenen Gaben einzusetzen.

Ein Christ ist der Gläubige und bildet mit anderen zusammen die Institutionen. Es ist billig, alles abzuschieben auf Institutionen und Pastoren etc.

Fundamentalistisch heißt ja eigentlich nur eng mit einem Fundament verbunden. Da dieses Fundament im christlichen Glauben das Wort Gottes sein soll, ist an einem "christlichen Fundamentalismus" prinzipiell nichts auszusetzen.
Nein, vielfach ist eben nicht der christliche Glaube das Fundament, für viele evangelikale Christen (ohne dass sie das bewusst wahrnehmen) ist es zum Biespiel die Chicagoer Erklärung über die Irrtumslosigkeit der Bibel (z.B. http://www.efg-hohenstaufenstr.de/downloads/bibel/chicagoerklaerung-artikel.htm. Diese Erklärung unterliegt auch einer wissenschaftstheoretischen Grundlage, die nicht biblisch ist (Diese Positivismusauffassung gab es zur Zeit von Jesus noch gar nicht.). Gerade diese Erklärung hat eine sehr radikale und autoritäre Fassung, die selbst auch andere christliche Auffassungen gar nicht zulässt.

Wenn man diese Erklärung mal liest und sie in ihrer Konsequenz durchdenkt, überrascht es einem nicht, dass einzelne Menschen, denen auf diesen (positivistischen nicht-christlichen) Grundlagen der Glauben vermittelt wird, daran auch zerbrechen können in dieser radikalen schwarz-weiss-Malerei.


Worte der Liebe klingen anders.

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Re: was der Bibelglaube anrichten kann....

Beitragvon Morgy » Di 12. Nov 2002, 18:28

Original von soleil
Da hast Du ja wieder eine tolle Ausrede gefunden. (...) Also lege Deine künstliche Geziertheit einfach ab und diskutiere mit.

Oho soleil, wieso so bissig? Bild

Nix Ausrede, nix Geziertheit! Meiner Meinung nach bringt es nichts Konstruktives diesen "Fall" zu diskutieren, wenn der betroffene Norbert die Umstände nicht erläutern kann. Dass es für ihn traumatisch war, wird deutlich. Dass du dir deine Meinung bereits gemacht hast, ebenso: Um in Euren Worten zu sprechen: ihr seid einer Lüge des Satans verfallen.

Für Hickhack-Threads bin ich nicht zu haben.

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Re: was der "Bibelglaube" anrichten kann....

Beitragvon Scardanelli » Di 12. Nov 2002, 19:10

Hallo Immanuel,
es gibt warme, kalte, gute und schlechte Christen, weil man solche sieht, oder solche, die so sind und sich Christen nennen. Vielleicht sagt man dies auch, weil man sich so selbst ein wenig schützen will, indem man sich unter die Vielen stellt, die auch ihre Mängel haben.
Nach Jesus gibt es aber nur solche, die ihm nachfolgen und dies sind Christen. Alle anderen, sind die, die er als lau bezeichnet und diese sind keine Christen.
Lau ist der, der sich Christ nennt, denn daher kommt die Temperatur. Ein Nicht-Christ ist nicht lau, sondern kalt. Diese aber, die sich Christen nennen und lau sind, die speit Jesus aus, bzw. Gott, wie es Jesus gesagt hat und es gibt aus der Bibel Grund zur Annahme, dass er die, die er ausgespieen hat, nicht wieder in den Mund nimmt.
Ein Heide kann Jesus schwer mit Dreck bewerfen, ein Christ sehr wohl, sollte er lau sein.
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Re: was der "Bibelglaube" anrichten kann....

Beitragvon mia » Di 12. Nov 2002, 19:53

@eremit

Ich frage mich nur, warum ich zwei Gesichter sehe, wo doch nur eines gelten soll.


was meinst du genau für zwei gesichter? kannst du mir das genauer erklären?


@scardanelli
hast du meinen beitrag an eremit gelesn? danke, deine worte sind sehr aufmunternd. und total ermutigend um weiter zu gehen. übrigens nenne ich mich lau. weil ich tatsächlich nicht ALLES kann und in erster linie nun mal mensch bin. deine aussage ist biblisch korrekt. absolut. trotzdem ist es beängstigend... und ich möchte nicht noch mehr angst haben vor gott, sondern ihn lieben und ehren.
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Re: was der "Bibelglaube" anrichten kann....

Beitragvon Scardanelli » Di 12. Nov 2002, 20:35

Hallo Mia,
die Liebe, also Gott für uns, hat Geduld, denn die Liebe ist für uns etwas, was stets im Werden ist. Nur das Gesetz ist nichts im Werden, denn es ist absolut und deshalb an uns wenig, denn wir selbst sind nicht absolut, sondern genau wie die Liebe Werdendes. Das Gesetz verzerrt als Absolutes unser Gesicht zu einer Fratze, wenn es nicht durch die Natur, die uns so entspricht, die Liebe durchzogen ist.
„Er hat Geduld mit euch, weil er nicht will, dass einige zugrunde gehen“ (2. Petrus 3, 9)
Als Werdende bist du nicht lau, solange du weiter gehst.
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Re: was der "Bibelglaube" anrichten kann....

Beitragvon Ainu Elfe » Di 12. Nov 2002, 21:06

Hallo zusammen,

mia, ich finde es gut, dass Du Deinem Sohn die Wahl lässt, denn das ist es doch was wichtig ist, Zwang führt zu nichts.

Und genau mit diesem Zwang hab ich Mühe. Ich hab mal einen Jungen kennengelernt, der war damals ungefähr elf, in einem Lager, als ich als Lagerleiterin dabei war. Seine Eltern gehören einer Freikirche an, in der Musik, Tanzen und sonstige Arten des Vergnügens verboten sind. Für ihn entstand dadurch ein grosses Problem, mit dem er nur schwer umgehen konnte, denn in diesem Lager wurde am Abschluss natürlich zu Musik getanzt und man hat sich vergnügt, wie es halt so brauch ist am letzten Abend.
Wie können Eltern zulassen, dass ein solcher Spagat zwischen zwei Welten gemacht werden muss? Denn auf der einen Seite wird ihnen etwas erzählt, auf der anderen seite aber etwas anderes vorgelebt, und das kann irgendwann mal zu grossen Schwierigkeiten führen, die nicht selten im Desaster enden.

Grüsse Ainu
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Re: was der Bibelglaube anrichten kann....

Beitragvon Harry » Di 12. Nov 2002, 21:08

Hallo Taube


Ein Christ ist der Gläubige und bildet mit anderen zusammen die Institutionen. Es ist billig, alles abzuschieben auf Institutionen und Pastoren etc.


Es ist dann nicht billig wenn die oben angeführten Personen sich nicht darüber im Klaren sind was sie anrichten, wenn Menschen nur des Dienstes willens Dienen sollen. Jeder Gläubige hat von Gott eine Gnadengabe bekommen um der Gemeinde mit exakt dieser Gabe zu dienen. Geschieht dies nicht sondern geht man darüber hinweg um einen Posten auf Biegen und Brechen zu besetzen dann finden wir dort demotivierte Mitarbeiter die schlicht fehl am Platz sind!
Wer trägt dafür die Verantwortung?


Wenn man diese Erklärung mal liest und sie in ihrer Konsequenz durchdenkt, überrascht es einem nicht, dass einzelne Menschen, denen auf diesen (positivistischen nicht-christlichen) Grundlagen der Glauben vermittelt wird, daran auch zerbrechen können in dieser radikalen schwarz-weiss-Malerei.


Das einzige was ich hier in dieser Erklärung lese ist, daß die Bibel das Wort Gottes ist und so ist es!!
Was ist daran radikal?

Steht nicht genau in dieser Bibel


Matthäus 7

24 Jeder nun, der diese meine Worte hört und sie tut, den werde ich einem klugen Mann vergleichen, der sein Haus auf den Felsen baute;
25 und der Platzregen fiel hernieder, und die Ströme kamen, und die Winde wehten und stürmten gegen jenes Haus; und es fiel nicht, denn es war auf den Felsen gegründet.
26 Und jeder, der diese meine Worte hört und sie nicht tut, der wird einem törichten Mann verglichen werden, der sein Haus auf den Sand baute;
27 und der Platzregen fiel hernieder, und die Ströme kamen, und die Winde wehten und stießen an jenes Haus; und es fiel, und sein Fall war groß.


Je mehr ich das Wort Gottes aufweiche je mehr ich es vebiege um die Evolutionstheorie und andere ´wissenschaftliche´ Aspekte damit abdecken zu können, desto sandiger wird mein Fundament werden, desto schneller wird der Regen mir mein Haus wegspülen.
Fundamentalismus hat, wie ich es geschrieben habe, etwas mit Fundament zu tun und wir sollte immer dafür sorgen das unser Fundament hart genug ist um das Kommende zu überstehen!

Diese Botschaft ist so liebvoll wie sie nur sein kann, sie will erretten und lässt nicht verkommen wenn sie angenommen wird!

Liebe Grüsse

Harry
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Re: was der Bibelglaube anrichten kann....

Beitragvon Eremit » Mi 13. Nov 2002, 10:16

@Mia

Zwei Gesichter:

Das warme Lächeln, geduldsame Züge, Miene der Nachsicht, Worte der Gnade.

Bitteres Wählen, kalt oder warm, Himmel oder Verdammnis, Für oder gegen.

Warum?, Zuckerbrot und Peitsche?


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Re: was der Bibelglaube anrichten kann....

Beitragvon Eremit » Mi 13. Nov 2002, 10:22

@Scardanelli

Wenn die ehernen Gesetze durch Liebe biegsam werden, sind sie nur der Weg.
Dann ist Christsein nur ein Weg, ein Schritt, hin zu etwas überdem?
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Re: was der Bibelglaube anrichten kann....

Beitragvon Taube » Do 14. Nov 2002, 08:01

Harry

Das einzige was ich hier in dieser Erklärung lese ist, daß die Bibel das Wort Gottes ist und so ist es!!
Dann ist ja für Dich der neue Thread von Scardanelli das Richtige:

http://www.jesus.ch/forum/thread.php?threadid=1618&boardid=17


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Re: was der "Bibelglaube" anrichten kann....

Beitragvon Joggeli » Do 14. Nov 2002, 09:10

Hallo Eremit

Was ist mit den Unentschlossenen (für?, oder gegen?)


In der Bibel steht, dass alles was lauwarm ist (also weder heiss noch kalt) ausgespuckt wird. Das heisst, nur wer "für" ist, hat eine Chance, alle anderen sind dagegen (gegen Gott).

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Re: was der "Bibelglaube" anrichten kann....

Beitragvon Ainu Elfe » Do 14. Nov 2002, 19:49

Hallo Joggeli

In der Bibel steht, dass alles was lauwarm ist (also weder heiss noch kalt) ausgespuckt wird. Das heisst, nur wer "für" ist, hat eine Chance, alle anderen sind dagegen (gegen Gott).


Also, das ist jetzt wohl Deine Interpretation dieses Bibelverses (steht der so wortwörtlich drin?). Es könnt aber lediglich heissen, dass Leute, die weder etwas noch etwas anderes sind, irgendwie Probleme bereiten. Also genau das, was Eremit meinte...das Problem ist nicht das für oder wider Gott sein, sondern, dass man Unentschlossene nicht einfach in eine Schublade stecken kann.

Grüsse Ainu
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Re: was der

Beitragvon Scardanelli » Do 14. Nov 2002, 20:23

Für etwas zu sein, hängt nicht zuletzt davon ab um was für ein Objekt es sich handelt, für das man eintritt.
Es sei zum einen etwas Theoretisches und zum anderen etwas Praktisches.
Ist es etwas Theoretisches, wie zum Beispiel die Annahme, dass sich die Erde um die Sonne dreht, dann reicht es, dass ich es ausrufe und für wahr halte.
Ist es etwas Praktisches, wie beispielsweise die Überzeugung, dass mich ein Regenschirm davor bewahrt, bei Regen nass zu werden, dann reicht dieser Ausruf der Annerkennung nicht unbedingt aus. Für wahr halte ich diesen Satz, wenn ich im gegebenen Fall den Regenschirm aufspanne, oder ohne Konsequenz dieser Annahme nass werde. Werde ich also besseren Wissens nass, dann bin ich lauwarm, weil ich meine Annahme nicht zum Vollzug gebracht habe. Ich habe dann aus dem Praktischen etwas Theoretisches gemacht und daran meine Inkonsequenz. Inkonsequenz ist ein Zuwiderhandeln trotz besseren Wissens und verwerflicher als ein falsches Handeln aus Nichtwissen.
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Re: was der

Beitragvon Eremit » Fr 15. Nov 2002, 09:06

Hi Scaedanelli!
Dieses ´bessere´ Wissen, setzt aber eine Wertung voraus.
Von wem?

Wenn diese Wertung nur Ergebnis einer subjektiv menschlichen Einschätzung ist, ist sie nicht besser oder schlechter als eine, von einem anderen.
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Re: was der

Beitragvon Florian T » Fr 15. Nov 2002, 11:50

Hallo zusammen,

die Geschichte vom Anfang kenne ich von vielen Menschen. Wenn einem Kind von Anfang an in einer totalitären (letzten Endes keinen Zweifel zulassenden) Geisteswelt aufwächst, die Fundierung dieser Geisteswelt aber so schwach ist wie z.B. die der Chicagoer Erklärung (einige der Bekennungen sind ungefähr so, als würde man bekennen, dass die Schweiz mehr Einwohner hat als Deutschland), dann gibt es im Prinzip zwei Möglichkeiten, damit umzugehen:

1. Man akzeptiert blind alles, was für den Glauben ist und weigert sich, das zur Kenntnis zu nehmen, was dagegen spricht. Man verliert also die Diskursfähigkeit und damit dann auch die Möglichkeit, das eigenen Denken zu hinterfragen. Das führt dann z.T zu so absonderlichen Blüten, dass man selbst offenkundigste Falschheiten (Kürbisse im keltischen Irland) als wahr betrachtet, weil es ja den Glauben stützt. Kurzum, eine sich ständig steigernde Spirale. Führt direkt in den Fundamentalismus. Und wer sich die politischen Forderungen vieler evangelikaler Christen in den USA anschaut...

2. Irgendwann wacht man auf, man stellt fest, dass das Material, was einem angeboten wurde im besten Falle dürftig ist (wie lange will livenet noch für das Buch von Zillmer werben?) und dass man auch ein positives, offenes Gottesbild haben kann. Das sind dann die Christen, die über einen wirklich gefestigten Glauben verfügen, nicht mehr die Wortchristen.

Häufig kommt es aber auch zu einer dritten Variante, vor allem, wenn der Betroffene schon früh von seinen Eltern in Richtung Variante eins konditioniert wurde.

3. Große Persönlichkeitskrise, man kann die Erwartungen, die die Eltern/die Religionsgemeinschaft an einen haben nicht mehr erfüllen, man fühlt sich schuldig und dem Satan verfallen, da man nie gelernt hat zwischen dem Wortglauben und einem vernünftigen Glauben zu unterscheiden (Bibel als Götze im ersten Fall, Bibel als Gedankenleitfaden im zweiten).

Der dritte Fall führt tatsächlich nicht selten in den Selbstmord, bzw. in schwere Depressionen.

Das ist auch der Unterschied, warum ich meinen Kindern die Achtung vor allen Mitmenschen und die Beachtung der Menschenrechte beibringen würde (im Gegensatz zu dem, was die Bibel lehrt), auch wenn dies 1936 in Deutschland gewesen wäre, dagegen eine "Evangelisierung" der Kinder für schädlich halte.

Florian

P.S. Ich habe hier immer noch keinen Christen gefunden, zumindest, wenn man die Definitionen von Jesus an den Tag legt.
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Re: was der Bibelglaube anrichten kann....

Beitragvon gritli » Fr 15. Nov 2002, 21:52

Tschau Zäme,
ich weiss gar nicht, von was für schrecklichen Freikirchen da immer wieder die Rede ist. Ich bin auch in einer Freikirche wir sind sehr frei. Eines unserer Mottos ist:
Im Wichtigen Einigkeit
im Unwichtigen Freiheit
In allem aber die Liebe.
Mir ist sehr wohl da. Jesus hat uns ja befreit und uns die gute Nachricht gebracht. Also sind wir frei und fröhlich.
Hat jemand was dagegen?
Mir ist sauwohl dabei.
Gruss Gritli
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Re: was der Bibelglaube anrichten kann....

Beitragvon Florian T » Di 19. Nov 2002, 09:32

Hallo Gritli,

und was würde bei Euch passieren, wenn jemals einer aufstehen würde und die Wahrheit über die Bibel und die Evangelien sagen würde?

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Re: was der Bibelglaube anrichten kann....

Beitragvon Joggeli » Di 19. Nov 2002, 09:36

Tia, Florian

Was ist Wahrheit? Ich glaube die Christen habne da eine andere Auffassung darüber als du. In unserer Gemeinde wird die Wahrheit gesagt!

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Re: was der Bibelglaube anrichten kann....

Beitragvon Shadow » Di 19. Nov 2002, 09:40

Joggeli: Das bezweifle ich *g*. Aber was ist wenn er es anders formuliert... was tut ihr, wenn jemand eine Wahrheit sagt, die von der Euren abweicht?
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Re: was der Bibelglaube anrichten kann....

Beitragvon Florian T » Di 19. Nov 2002, 15:03

Hallo Joggeli,

also wird in Eurer Kirche nie erzählt, dass die Bibel schon immer Buch Nr. 1 ist, bei Euch wird nie erzählt, dass der christliche Glauben sich am schnellsten verbreitet hat, bei Euch wird nie erzählt, dass die mosaischen Gesetze die ältesten Moralgesetze sind, in denen u.a. das Töten und Stehlen verboten wird, bei Euch wird nie erzählt, dass die Auferstehung von Jesus zu den am besten dokumentierten Ereignissen der Weltgeschichte gehört?

Was sagt Ihr, wenn jemand aufsteht und sagt, dass die Evangelien keine Augenzeugenberichte sind? Was sagt Ihr, wenn jemand sagt, dass die Bibel erst mehr als 300 Jahre nach dem Tod von Jesus so festgelegt wurde (teilweise noch später, wie Dein Text gegen den Katholizismus gezeigt hat). Wenn Ihr über die Sintflut redet, wird dann klar gesagt, dass keine menschlichen Artefakte in alten Gesteinsschichten gefunden worden sind?

Wird bei Euch auch gesagt, dass Evolution nur eine Theorie ist, die nicht bewiesen ist? Wird bei Euch auch gesagt, es gäbe keine Zwischenformen? Wird bei Euch auch behauptet, dass es um 1100 v. "normal" war, ganze Völker inklusive der Kinder umzubringen?

Soll ich weiter aufzählen?

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Re: was der Bibelglaube anrichten kann....

Beitragvon Joggeli » Di 19. Nov 2002, 15:45

also wird in Eurer Kirche nie erzählt, dass die Bibel schon immer Buch Nr. 1 ist, bei Euch wird nie erzählt, dass der christliche Glauben sich am schnellsten verbreitet hat, bei Euch wird nie erzählt, dass die mosaischen Gesetze die ältesten Moralgesetze sind, in denen u.a. das Töten und Stehlen verboten wird, bei Euch wird nie erzählt, dass die Auferstehung von Jesus zu den am besten dokumentierten Ereignissen der Weltgeschichte gehört?


In meiner Gemeinde wären mir solche Aussagen sicher aufgefallen. Wir müssen nicht darüber diskutieren, wer Jesus ist, oder ob die Bibel wahr ist - dies wird wohl von keinem Gemeindeglied bezweifelt. Klar kann man mit sochen Aussagen eine Evangelisation farbiger machen, aber ohne Glauben, ohne dass einer den Schritt wagt, und es mit Jesus versucht, wird er wohl die Wahrheit nie erfahren.

Wird bei Euch auch gesagt, dass Evolution nur eine Theorie ist, die nicht bewiesen ist? Wird bei Euch auch gesagt, es gäbe keine Zwischenformen? Wird bei Euch auch behauptet, dass es um 1100 v. "normal" war, ganze Völker inklusive der Kinder umzubringen?


Nun, Florian, bei uns wird wohl keiner bezweifen, dass die Bibel von Gott inspiriert wurde. Die Evolutuion ist genausowenig bewiesen, wie die Schöpfungsgeschichte, und so fällt es mir wesentlich leichter an die Bibel zu glauben als an eine andere Theorie.

Wir leben in der Gegenwart und schauen in die Zukunft. Was bringt es uns, wenn wir dauern die alten Geschichten aufwärmen. Klar ist vieles falsch gelaufen - da gibt es keine Diskussion. Seit dem Sündenfall herrscht der Satan über diese Welt, und er hat Macht über alle, die Jesus nicht angenommen haben.

Apropos Gemeinde - wieviele Gemeinden aus dem Bereich der Freikirchen hast du KENNENGELERNT? Wieviele bezeugende Christen kennst du. Woher nimmst du die Ueberzeugung, dass es Gott nicht gibt? Einmal werden wir sehen, wer recht hat. Aber dann wird grosses heulen und Zähneklappern sein - und kein Weg führt mehr zurück auf den anderen Weg!

Es gibt auch viele verschiedene christlichere Gemeinden, darunter auch Randgruppen, und sehr konservative. Aber auch in den "weltlichen" Kreisen gibts verschiedene Gruppierungen - und manchen von denen möchte ich nie in die Hände laufen.

Gewalt in unserer Zeit, in unserem Land, kommt wohl sehr selten von den Christen!

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Re: was der Bibelglaube anrichten kann....

Beitragvon Florian T » Di 19. Nov 2002, 16:27

Hallo Joggeli,

von Deinem Post will ich einen Satz rausgreifen, der das Thema des threads in meinen Augen beleuchtet:

"Einmal werden wir sehen, wer recht hat. Aber dann wird grosses heulen und Zähneklappern sein - und kein Weg führt mehr zurück auf den anderen Weg!"

Als Randbemerkung, wir werden es beide nicht sehen, Tote sehen meist schlecht :D

Aber der Hauptpunkt hier ist ein anderer. Im normalen menschlichen Leben wird so etwas als Drohung bezeichnet. Entweder Du glaubst an mich und nimmst mich an, oder ich werde Dich für ewig strafen. Heirate mich oder ich foltere Dich würde kein Mensch als Liebeserklärung ansehen, habe mich lieb oder ich bring Dich um auch nicht.

Du sagst mir klipp und klar. Glaube, oder es wird fürchterlich. Dann will ich Dir mal ganz persönlich antworten.

Nehmen wir einmal an, es gibt einen Schopfer dieses Universums, das so riesig, unermesslich und wundervoll ist, dass wir es niemals auch nur ansatzweise verstehen, geschweige denn begreifen werden, dann ist es für mich schon eine kaum noch zu überbietende Selbstüberschätzung, dass dieser Schöpfer sich um unseren Planeten kümmert, geschweige denn um Fahrprüfungen. Diesem Schöpfer aber auch noch zu unterstellen, dass er das Schicksal von Menschen in der Ewigkeit davon abhängig macht, ob diese Zeit ihres Lebens an das richtige geglaubt haben oder nicht, ja, dass ein solcher Schöpfer, der ewige Strafen verhängt auch noch gut sein soll, dass zeugt für mich nur noch von einem völligen Fehlen von Moral. Ich will jetzt keine Vergleiche angeben, sie würden eh nur unzureichend sein und Du würdest sie als Beleidigung empfinden.

Vielleicht gibt es einen Gott, aber wenn der Gott, so wie Du ihn aus der Bibel herausliest der Schöpfer dieses Universums ist, dann bin ich lieber in der Ewigkeit ohne ihn als mit ihm.

Und wenn man ihn nur akzeptieren kann, wenn man angeordneten Kindesmord, Kindesmord zur Machtdemonstration und ewige Strafen als Zeichen von Gerechtigkeit, Liebe und Barmherzigkeit bezeichnet, dann ist das mindeste, was der Bibelglauben anrichtet eine völlige Entwertung dieser Begriffe und die Erzeugung eines völligen moralischen Nihilismus.

Wenn Du Dich oder Deine Gemeinde irgendwie als positive Beispiele verkaufen wolltest, so nach der Methode, "Du hast schlecht Erfahrungen mit Christen gemacht und gibst jetzt Gott dafür die Schuld, ich werde Dich auf den richtigen Weg führen", dann lass Dir gesagt sein, Du hast exakt das Gegenteil erreicht.

Florian

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Re: was der Bibelglaube anrichten kann....

Beitragvon Shadow » Di 19. Nov 2002, 17:21

"Einmal werden wir sehen, wer recht hat. Aber dann wird grosses heulen und Zähneklappern sein - und kein Weg führt mehr zurück auf den anderen Weg!"

Stimmt... ich glaube nicht dass Allah das so toll fand, dass ihr ihm Jerusalem weggenommen habt ;). Die christliche Sekte erstaunt mich immer wieder.
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Re: was der Bibelglaube anrichten kann....

Beitragvon gritli » Di 19. Nov 2002, 17:32

Tschau alli zäme,
also, mit dem Glauben ist das etwa so:
Nehmen wir mal an, Du lernst schwimmen und lernst theoretisch alles darüber. Dann legst Du dich auf einen Stuhl und machst Schwimmbewegungen, bis sie perfekt sitzen. Und dann behauptest Du, du könntest schwimmen. Stimmt nicht. Du musst Dich ins Wasser wagen und sehen, ob es trägt und ob Du es kannst.
So ist es mit dem Glauben. Ihr könnt das Blaue vom Himmel herunter diskutieren, das führt zu nichts. Sag Jesus, OK, ich versuch es und jetzt zeig mir, dass Du trägst. Dann tut er´s. Habe es auch so gemacht - es funktioniert!
Gruss Gritli
(die langes Breitwalzen von Diskussionen nutzlos findet)
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Re: was der Bibelglaube anrichten kann....

Beitragvon Florian T » Di 19. Nov 2002, 17:39

Hallo Gritli,

dumm nur, dass so viele bei dem Versuch ersaufen.

Florian

der das ausschalten des Gehirns für sinnlos hält.
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Re: was der Bibelglaube anrichten kann....

Beitragvon Taube » Di 19. Nov 2002, 18:15

Lieber Florian

Ja, viele sind daran auch abgesoffen. Aber hier ist für die Einführungsfrage auch eine wichtige Antwort:

Wenn Gritli sagt:
Sag Jesus, OK, ich versuch es und jetzt zeig mir, dass Du trägst. Dann tut er´s. Habe es auch so gemacht - es funktioniert!
....dann ist das ihr Erlebnis, bei ihr hat es anscheinend so funktioniert. Aber es ist schade, wenn sie daraus folgert, dass der andere es auch so machen soll. Das kann nur schiefgehen. Es ist schön, wenn jeder seine Erfahrungen als Möglichkeit aufzeigt. Aber daraus gerade wieder ein Kochbuch machen, wie es geht, ist fragwürdig.
Für Dich ist es anscheinend nicht der richtige Weg. Aber musst Du deshalb immer alles hinterfragen und plakativ vom "Abschalten des Gehirns" sprechen? Gritlis Weg ist einfach ihre Möglichkeit, wie sie Jesus erfahren durfte. Wie ist Dein Weg? Näherst Du Dich dem Glauben an, indem Du alles akribisch genau in Frage stellst, wie es auch Sokrates getan hat?

Liebe Grüsse

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